Latest / ntv Wirtschaft / Schuldenbremse statt Shoppingrausch: Buy Now, Pay Later wird gezügelt
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- Neue Regeln für Kredite auf Knopfdruck. Der Bundestag greift bei Buy Now, Pay Later durch. Deutschlands Industrie setzt stärker auf künstliche Intelligenz als viele andere. Aber reicht das wirklich? Und auf der FIBO in Köln erlebt man ein Geschäft mit Kälte, Muskeln und Selbstoptimierung. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wer online einkauft, merkt oft gar nicht, dass er einen Kredit nutzt. Buy now, pay later macht's möglich. Schnell, bequem, aber eben auch riskant. Der Bundestag hat deshalb neue Regeln beschlossen. Anbieter müssen künftig genauer prüfen, ob sich Kundinnen und Kunden das überhaupt leisten können. Hintergrund? In Deutschland sind mehr als 5,5 Millionen Menschen überschuldet. Auch wegen solcher Angebote. Neu ist außerdem, Bonitätsscores dürfen weniger persönliche Daten enthalten. Angaben wie Alter, Geschlecht oder Daten aus sozialen Netzwerken sind tabu. Und wer in Zahlungsschwierigkeiten gerät, soll früher Hilfe bekommen, etwa durch Schuldnerberatung. Banken müssen bei gekündigten Dispo-Krediten zudem eine Rückzahlung in Raten ermöglichen. Unterm Strich heißt das, weniger schnelle Schulden, mehr Schutz für Verbraucher. Über die Folgen für Verbraucher hat Alexandra Lukassen mit Dorothea Mohn gesprochen. Sie ist Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Bundesverband. Was sind denn die größten Risiken dabei, wenn Verbraucher Buy Now, Pay Later die Funktion nutzen? Buy Now, Pay Later erscheint im Einkaufsprozess quasi wie eine normale Bezahlform und kommt gar nicht wirklich wie ein Kredit rüber. Dabei ist es aber ein Kredit, zumindest dann, wenn wir von Ratenfinanzierung sprechen. Und das Problem ist, dass wenn Verbraucher mehrere dieser Kredite gleichzeitig aufnehmen, dass wir beobachten, dass dann schnell der Überblick verloren geht und die Leute drohen auch in die Überschuldung zu rutschen. Wen betreffen denn solche Probleme am meisten? Nach unserer Wahrnehmung sind vor allem junge Menschen betroffen, die auch eine höhere Affinität dazu haben, im Online-Handel einkaufen zu gehen und für die es recht attraktiv ist, diese vermeintliche Bezahlform zu nutzen, die am Ende aber keine Bezahlform ist. Bloß hinzu kommt ja auch, dass der Handel auch ein Interesse hat, weil über diese Bezahlform kann er den Absatz steigern, nämlich auch Produkte an Menschen verkaufen, die eigentlich momentan nicht liquide sind. Jetzt soll es ein neues Gesetz geben für mehr Schutz von Verbrauchern. Was soll sich dadurch konkret ändern? Es geht um eine europäische Richtlinie, die Verbraucherkreditrichtlinie, die heute in nationales Recht umgesetzt worden ist. Und dieses Gesetz schreibt vor, dass künftig viel strenger seitens der Kreditgeber geprüft werden muss, ob Verbraucher in der Lage sind, tatsächlich die Kredite, die sie aufnehmen wollen, zurückzuzahlen. Der Fachbegriff ist dafür Kreditwürdigkeitsprüfung. Die wird enger, plus es kommt hinzu, dass künftig auch Kredite, die momentan nicht unter diese Kreditwürdigkeitsprüfung fallen, mit eingezogen werden. Dazu zählen bei Now Pay Later Kredite, aber auch Null-Prozent-Finanzierung und Mini-Kredite. Ist das Ihrer Meinung nach denn ausreichend? Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Schritt, diese Kreditwürdigkeitsprüfung zu verschärfen. Ein ergänzender Schritt ist, dass die Finanzaufsicht BaFin sich das auch künftig angucken wird und zwar nicht nur aus dem Blick der Stabilität und des Risikos der Bank die Kredite vergibt, sondern unmittelbar auch mit Blick auf das Überschuldungsrisiko. Und aus meiner Sicht sind das wichtige, richtige Schritte. Wie sich das Ganze dann tatsächlich in der Praxis umsetzt, muss natürlich weiter beobachtet werden. Was können Verbraucher denn selbst tun, um Schulden zu vermeiden in diesem Fall? Wichtig ist es, dass man sich jede Kreditfinanzierung gründlich überlegt und nicht leichtfertig eingeht und wirklich sich genau auch selber die Frage stellt, kann ich ohne Risiko diesen Kredit zurückzahlen? Und wenn man Zweifel daran hat, sollte man erwägen, lieber auf das Produkt zu sparen und dann eben nicht kreditfinanziert zu kaufen. Insgesamt würde ich den Appell aussprechen, bei kreditfinanziertem Konsum grundsätzlich vorsichtig zu sein. Das ist mal eine gute Nachricht aus der deutschen Industrie. Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in unsere Fabriken eingezogen und kommt in der Praxis immer öfter zum Einsatz. Beim Mittelständler Ziel Ahrbeck in Baden-Württemberg werden Ventilatoren und Aufzugsantriebe hergestellt. Und das auch mithilfe künstlicher Intelligenz. Pressesprecher Rainer Grill erklärt uns, wo überall schon KI eingesetzt wird. KI gibt es bei uns an mehreren Stellen natürlich. Wir haben die in der Grundlagenentwicklung, wir haben sie in der Aerodynamik dabei, wir haben sie natürlich auch beim Texten oder im Marketing mit drin. Und damit ist das Unternehmen nicht allein. Laut einer Befragung des Netzwerkausrüsters Cisco setzen 65 Prozent der deutschen Industrieunternehmen KI aktiv ein. Zum Vergleich, weltweit sind es im Schnitt 61 und europaweit sogar nur 56 Prozent. Cisco-Manager Christian Korf. Wir haben einiges an Piloten gehabt in den letzten Jahren und plötzlich merkt man, wie gut das wirklich dazu führt, dass man die Produktivität verbessert. Also wir haben zum Beispiel ein ganz großes Feld, bei dem wir einsetzen, wie man Produktionsabläufe optimieren kann. Manchmal muss eine Maschine auf die Maschine davor warten und das führt dann zu Verzögerungen. Für die Untersuchung hatte Cisco weltweit mehr als 1000 Führungskräfte aus Unternehmen in 19 Ländern befragt. Davon rund 500 Manager in Europa und etwa 100 aus Deutschland. Am häufigsten genannt wurden dabei der Einsatz von KI-Assistenten, den fast drei von vier deutschen Industriebetrieben zumindest untersuchen. Wichtigste Ziele hinter der KI-Offensive? Verbesserung der Produktivität, gefolgt von Kostensenkung. Und auch die Bundesregierung investiert Milliarden in den Bau großer KI-Rechenzentren. Mit der Förderung und schnellen Genehmigungsverfahren will der Digitalminister Carsten Wildberger private Geldgeber anlocken. Daten, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, sie entscheiden darüber, ob wir wachsen, ob wir innovativ bleiben, ob wir unseren Wohlstand halten. Die entscheidende Frage ist deshalb, wer rechnet und gestaltet selbst und wer nutzt nur. Und mein Anspruch ist, Deutschland gestaltet. Allerdings zeige die Studie auch, viele Firmen würden bei dem Thema noch hinterherhinken. Rund 40 Prozent der Firmen hätten die Zusammenarbeit von IT und Betriebsteam noch nicht vollzogen. Und während Unternehmen investieren und optimieren, steht der Staat an anderer Stelle vor einem ganz anderen Problem. Ihm fehlt Geld. Und zwar nicht zu knapp. Die reduzierte Mehrwertsteuer hat den Bund mehr als 40 Milliarden Euro gekostet. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Ursprünglich sollte die Maßnahme Verbraucher entlasten und die Konjunktur ankurbeln. Das sieht man zum Beispiel in der Gastronomie, wo weiterhin nur sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen gelten. Gerade in schwierigen Zeiten hat das auch kurzfristig Wirkung gezeigt. Restaurants konnten Preise stabiler halten, Gäste wurden entlastet. Langfristig wird jetzt aber klar, dieses Geld fehlt im Staatshaushalt. Gleichzeitig steigen die Ausgaben in vielen Bereichen weiter an. Das erhöht den Druck auf die Politik, neue Prioritäten zu setzen. Und die Frage wird dringlicher, wie lange sich solche Entlastungen überhaupt durchhalten lassen. Auf der FIBO in Köln lassen sich Menschen freiwillig auf Minusgrade ein. Stichwort Kryokammer. Also kurz gesagt, ein bisschen Bibbern für die Gesundheit. Und für ein ziemlich wachsendes Geschäft. Nach dem Sport geht der eine in die Sauna und macht Wellness. Aber es gibt auch das andere Extrem. Kältekammern, sogenannte Kryokammern. Dort soll man nach dem Sport kurze Zeit rein, bei extremen Minustemperaturen. Das soll Muskelkater und Entzündungen vorbeugen und auch gut fürs Immunsystem sein. Und wie sich das anfühlt, hat unsere Reporterin Laura Böhnert getestet. Ich bin auch schon top ausgestattet. Ich habe Handschuhe bekommen, eine Mütze, einen Mundschutz, den ich gleich anziehe und auch besonders warme Schuhe. Und die Behandlung werde ich jetzt gleich für eine Minute machen bei minus 110 Grad. Mal gucken, ob ich das auch so lange aushalte. So, wir starten jetzt den Timer. In den ersten Minuten ist es so, dass der Körper jetzt einen wahnsinnigen Schock erfährt erstmal, aber es werden sofort Glückshormone freigesetzt, die mich das Ganze gut aushalten lassen. Wir haben minus 110 Grad, sehr trockene Luft, ähnlich wie in der Sauna. Mein ganzer Kreislauf wird jetzt angeregt, die Fettverbrennung wird angeregt, weil der Körper versucht, den Wärmehaushalt jetzt herzustellen. Das war kalt. Wow. Wie hat es sich angefühlt? Ich finde, minus 110 Grad kann man absolut nicht greifen. Also ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt. Ich hatte wirklich den Gedanken, ich stehe in einer Tiefkühltruhe. Man hat gemerkt, wie die Nasenherrchen in der Nase gefrieren. An den Stellen, die nicht von Kleidung bedeckt sind, habe ich schon gemerkt, das hat gut angefangen zu bitzeln. Aber es war nicht schlimm, es hat auch nicht wehgetan, es hat sich irgendwie schon gut angefühlt. Das ist auch der Effekt, dass wir sehr trockene Luft haben einfach da drin. Und das ist für den Körper sehr angenehm dann eigentlich. Also den Energieschub, den kann ich auf jeden Fall spüren. Ich bin gespannt, wie lange er jetzt noch anhält. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.