Latest / Beyond expectations - the art of mastering life and business / #81 Warum wir bleiben, obwohl wir eigentlich gehen sollten – Mit André Bender
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- Bianca-Maria Klein: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts Beyond Expectations. Heute habe ich einen mal wieder ganz besonderen Gast und vor allem von fernfern eingeschaltet, nämlich aus Bali. Hallo, lieber Andre. Ich freue mich, dass du zugeschaltet bist und schon ein bisschen Bali-Vibes hier rüber schiebst. André Bender: Ja, ich freue mich auch. Schön, da zu sein. Bianca-Maria Klein: Ja, schön, du da bist, Andre. Und ich sag immer so ein paar Sätze, ⁓ dich so bisschen anzumoderieren, ein bisschen zu erzählen, was du machst. Und dann steigen wir gleich in unsere ganzen besonderen Themen ein. Und ich hab mir ein paar Fragen schon überlegt und vorbereitet. Also Andre, du bist ein Mann, der Klarheit und Intuition auf ganz besondere Weise verbindet. Und vielleicht noch gleich nebenbei, wir haben uns ja kennengelernt. Wir wissen es beide nicht mehr so ganz genau, wie es war, aber eigentlich über Instagram. Und tatsächlich war es auch das, was mich dann so bisschen so zu dir gezogen hat, ne? Diese Klarheit, die du hast, aber finde ich auch diese ganz empathische und ganz ruhige und warme Art. Und das erklärt es, dass du mit ganz viel Intuition arbeitest. Also voll schön. Und wir haben uns tatsächlich noch nie persönlich oder live gesehen. Deswegen umso besonderer, ne? Dass es aber schon so lange ist. André Bender: Ja. Bianca-Maria Klein: Toll, also du arbeitest on und offline mit Führungskräften und Menschen in Veränderungsprozessen und du schaffst Räume für echte Reflektion, klare Entscheidung und nachhaltige Entwicklung. Und das persönlich wie aber auch im beruflichen Leben. Also das heißt, du begleitest Menschen, jetzt aufgepasst, in Beziehung und Partnerschaft bei Stress- und Traumafolgen sowie in psychotherapeutischen Prozessen. ergänzt durch deinen ganz besonderen Ansatz des therapeutischen Boxens. Da bin ich ja schon sehr gespannt, was du uns erzählen wirst. Und gleichzeitig arbeitest du mit Führungskräften in Retreats, Seminaren und Workshops, unter anderem in deinem intensiven Führungskräfte-Workshops in den Bergen. Und du hast ein Abendseminar, was sich beziehungsfähig nennt, und da ermögligst du Menschen eine ehrliche Auseinandersetzung mit ihren Beziehungsmustern und ihrer emotionalen Präsenz. wo ich mich am liebsten ja sofort anmelden würde, Andre. Und wichtig ist, dass du sagst, du arbeitest im Halbpraktikersegment mit einem eigenständigen und praxisnahen Ansatz. Und jetzt alleine schon hätte ich ganz, ganz viele Fragen. Ich gehe aber ein bisschen strukturiert vor, Andre, aber ich freue mich sehr auf unser Gespräch. Vielen lieben Dank, dass du dir trotz deiner fernen Zuschaltungen Zeit und ja, überhaupt diesen Raum nimmst. Danke dir. André Bender: Ja. Ja, sehr gerne. Danke, hier zu sein. Schön, dass du dir im Podcast bist. Ich freue mich auf eine spannende Unterhaltung, die wir haben in nächsten Minuten. Bianca-Maria Klein: Ja, ich mich auch. Und wir hatten uns tatsächlich ein bisschen vorher überlegt oder ich habe dich gefragt, ob das ein Thema wäre, worüber wir reden könnten, einfach mit all deiner Erfahrung und tatsächlich diesem Ansatz intuitiv auch zu arbeiten. Denn ich habe mal so ein bisschen eigentlich selber diese Fragestellung und erlebt das auch in meinen Coachings mit Kunden, tatsächlich aber auch selber mal persönlich erlebt und Das ist das Thema, das wir vielleicht mal gemeinsam beleuchten, ist, warum bleiben Menschen in Berufen oder halt in Beziehungen? Und ein Beruf oder eine Arbeitsstätte ist ja auch eine Art von Beziehung, die ihnen aber gar nicht guttun, wo sie eigentlich selber sagen, ja, ist irgendwie scheiße oder mir gefallen die Leute nicht oder ich fühle mich da nicht erfüllt. Aber trotzdem bleiben sie und viele bleiben ja auch wirklich jahrelang. Ich habe tatsächlich jetzt gerade auch eine Kundin, der es so geht und alles ist eigentlich darauf ausgerichtet, du solltest da weggehen. Aber sie selber ist da so gefangen und das wie gesagt, nicht nur im Beruf, sondern manchmal auch in Beziehungen. Und darüber würde ich ganz gerne ein bisschen mit dir reden, weil du verbindest ja auch genau diese zwei Ansätze, Beziehung, aber trotzdem Führungskräfte, Arbeit. Also wenn das passiert, dass Menschen da so bleiben in so Situationen, die ihnen eigentlich schaden. Also erstens überlege ich mir, was sind da für unausgesprochen Erwartungen mit dem Spiel und was ist aus deiner Sicht eigentlich die Situation? Also sind da überhaupt Erwartungen im Spiel oder warum machen das Menschen? André Bender: Ja, das ist eine interessante Frage insgesamt und aber auch mit dem Thema Erwartungen. Ob Erwartungen damit im Spiel sind? Ich könnte mir vorstellen, dass bei dem einen oder anderen Erwartungen mit drin sind, dass vielleicht es doch besser wird, dass sich Dinge vielleicht wieder ändern, dass man irgendwie selbst von sich erwartet, dass man das durchhält, die ganze Nummer, auch wenn es einem vielleicht total schade ist und man schon sehr schnell merkt, okay, das ist eigentlich nicht mein Job oder nicht die Art von Arbeit oder nicht der Betrieb oder die Firma, ich sein möchte. Es kann ja unterschiedliche Gründe haben. Und gleichzeitig hat es ganz viel damit zu tun mit uns selbst. Warum bleiben wir in einer Situation, die uns eigentlich nicht guttun? Das das heißt jetzt in der Partnerschaft genauso das Gleiche wie in der Firma, wie du gerade schon gesagt hast. Denn es gibt immer Gründe und es macht immer Sinn für unser Nervensystem, macht eigentlich alles Sinn, was wir machen. Ob es gut oder schlecht ist, das interessiert das Nervensystem eigentlich nicht. Es will im ersten Schritt eigentlich immer unser Überleben sichern. Und wenn es Wege in der Vergangenheit gefunden hat, das Überleben zu sichern, dann nutzt es die Wege, auch im Hier und Jetzt. es das Überleben von Durchhalten. Ich muss halt so lang wie es geht einfach aushalten können. dann wird es schon irgendwann gut oder dann fühle ich mich zumindest sicher genug in einer Situation zu sein, in der ich zwar nicht mich wohlfühle, aber zumindest das Gefühl von Sicherheit mit reinkommt, weil mein Nervensystem sagt, da wissen wir zumindest, wie man damit umgehen soll. Es ist so eine gewisse Voraussehbarkeit. Ich weiß, was da passiert. Es ist immer noch leichter, etwas Schlechtes zu wissen, was kommt und zu wissen, wie ich darauf reagieren soll, als eine neue Sache, die mir vielleicht Angst macht. Wo ich überhaupt nicht weiß, was kommt. Und dann gibt es natürlich da Gefühlszustände, die die wenigstens von uns wirklich gerne haben, dass wir uns vielleicht hilflos oder ohnmächtig der Sache gefühlen. Ich glaube, das sind ganz oft die Gründe, die dahinter stecken, die uns in Situationen halten. Bianca-Maria Klein: Und das heißt also, die Angst vor dem Neuen und vielleicht auch so bisschen so ein Kontrollverlust, da weiß ich ja nicht, was da passiert, ist also größer als im Prinzip der Schmerz zu bleiben. André Bender: Genau. im Prinzip, in dem Moment ist es ja eine gewisse Sicherheit, weil es klar ist, okay, es ist zwar nicht schön, aber ich weiß damit umzugehen. Also, jetzt nerven Sie sich, man hat ja schon eine Lösung dafür, oder wir als Mensch, als System, als Gesamtes. Wir haben ja eine Lösung dafür, wie das Dofe funktioniert. Und das macht es uns natürlich leichter, doof auszuhalten. Leider können wir da sehr selbstmisshandelnd unterwegs sein und uns da in Situationen aufhalten, wir vielleicht schon lange wissen, das ist eigentlich nicht gut. Weil wir vielleicht nicht gelernt haben zu sagen, ich darf wirklich für mich einstehen. Ich darf wirklich das tun, was ich möchte. Ich darf intuitiv dem folgen, worauf ich Lust habe. Ganz viele Menschen haben das ja nicht gelernt und haben gelernt, vielleicht Grenzen existieren für mich gar nicht. Und haben immer gesagt bekommen von außen, das ist das Richtige für dich. Bianca-Maria Klein: Ja. André Bender: So hat es zu sein und das hält man durch. Das fängt schon in der Ausbildung an. Das hat wahrscheinlich jeder schon gehört, diese Sätze wie, Lehrjahr sind keine Herrenjahre, das zieht man durch. Selbst wenn du nach drei Monaten merkst, ich werde nie mehr in diesem Job arbeiten wollen. Aber das zieht man durch, mit drei Jahren macht man. Kann man natürlich sagen, okay, hat auch einen Sinn vielleicht, man kriegt auch mal was umgesetzt. Aber ist es wirklich dann gut für uns, ist die Frage, sich jeder selbst stellen darf auch in dem Moment. Bianca-Maria Klein: Würdest du denn da eine Parallele ziehen, so wie ich das jetzt am Anfang gemacht habe, dass das ja eigentlich so ... Also, für mich ja immer so ... Man bleibt im Job, genauso wie man in einer ... Also, der einem nicht gut tut und einem auch nicht gefällt, und man bleibt auch in Beziehungen, die einem nicht gefallen. Würdest du das bestätigen, dass das Parallelen sind? Passieren da die gleichen Mechanismen? So im Herz, im Kopf? Oder sind das dann wieder andere Dinge? Ich versuch das immer so bisschen nachzuvollziehen, wie selbst bei mir damals. Da bin ich auch in einem Job geblieben, wo ich eigentlich wirklich nach drei Monaten wusste, das ist nichts meins. Nicht meins, und ich bin zweieinhalb Jahre geblieben. André Bender: Ja, das wäre interessant. Wir können ja, wenn du magst, auf dein Beispiel einfach mal rausgreifen und sagen, was hat dich denn gehalten? Bianca-Maria Klein: ⁓ Gott, dann öffne ich mich ja hier so. Nein, klar, total gerne. Nee, total gerne, weil vielleicht hilft es ja auch anderen. Nee, total gerne. Und es ist natürlich auch nicht nur im Job. Ich bin auch schon in Beziehungen geblieben. Also da würde ich sagen, da ist eine Parallele bei mir persönlich gewesen. Dieser Wunsch, es wird sich ja noch was ändern. Also das kann ja noch besser werden. dieses, Es ist ja jetzt nur der Anfang, aber ja. André Bender: Wie du magst. Ich kann Beispiele nennen, aber wenn du magst, können gerne über das viel machen. Bianca-Maria Klein: Aber du kannst mich ja mal bisschen therapeutisch hier beleuchten. Ja, das ist ständig mir widmen, Frank. André Bender: Du hast es eigentlich schon total schön gesagt, Mit dem Wunsch oder der Gedanke, könnte sich ja noch was verändern. Und vielleicht hast du das auch schon in einer Partnerschaft erlebt, dass du dich in einen Menschen verliebt hast, wo du das Potenzial gesehen hast. In ihm. Aber die Realität vielleicht in einer anderen Situation war. Aber du spürtest, okay, theoretisch, wenn das Potenzial, du in dieser Person siehst, Bianca-Maria Klein: Mmh. André Bender: und das noch als Person, als Coach und Führungskräfte-Trainerin und alles arbeitet, siehst du natürlich Potenziale in Menschen. Und die Gefahr ist dann, dass du dich in ein Potenzial verliebst und nicht in einen Menschen, der gerade da ist, so wie er ist. Und das Gleiche kann natürlich in der Firma passieren. Bianca-Maria Klein: Ja, total. Also voll erwischt. Und ich muss dazu sagen, dass mit dem Job war vor meiner ganzen Zeit, vor den Coachings Ausbildung oder währenddessen. Also interessanterweise habe ich die Ausbildung genau in der Zeit angefangen, wahrscheinlich unbewusst, ⁓ auch diese Fragen zu lösen. Was mache ich hier eigentlich? Wo will ich hingehen und so? Und da hatte ich wahrscheinlich diese sozusagen diese diese ganz bewussten Mechanismen noch nicht. Aber ich glaube, du hast da was ganz, ganz Wichtiges angesprochen, das Potenzial. eigentlich, und das ist wieder die Erwartung. Man hofft eigentlich oder wartet darauf, dass sich etwas verändert. Und ich habe ganz, also in den Menschen jetzt in der Beziehung habe ich genau das gesehen. Ich habe in dieser, in dem Mann jetzt in dem Falle was viel Größeres, viel Stärkeres gesehen, als er, glaube ich, in sich selbst. Und damals in meinem Job, das war vor allem auch meine damalige Chefin, die wollte ich auch verändern, die wollte ich so auf meine Seite bringen. Genau, und dann habe ich mich da so festgebissen. Aber es waren, glaube ich, noch mehrere Aspekte auch in Beziehungen zu Erwartungen. Auch dieses Loyalitätsthema, man gibt nicht so schnell auf und ich bin da mit Beziehung in den Job reingekommen, du kannst jetzt nicht wieder aufgeben. Also da auch so diese Angst vor einem Gesichtsverlust, wenn ich jetzt schon aufgebe. André Bender: Genau. Und da ist es spannend, sich selbst dann zum Beispiel die Frage zu stellen, was wäre denn so, wenn ich wirklich jetzt nur angenommen, ich würde aufgeben, was passiert in mir dann? Was ist in mir, was auf einmal für Gefühle auftauchen, was für Zustände, die ich vielleicht überhaupt nicht fühlen möchte, tauchen auf einmal auf? Denn in großer Wahrscheinlichkeit ist das, was dich wirklich davon abhält, dahinter. Wir haben natürlich die Geschichte im Außen, aber das, dahinter steckt, wie zum Beispiel, man hat vielleicht in der Kindheit gelernt, die Dinge einfach durchziehen, egal was kommt. Wenn du das machst, dann bekommst du das, was du brauchst. Du bist vielleicht geliebt, du kriegst deine Wertschätzung, kriegst deine Nähe und so weiter. Alles, so rund ⁓ Bedürfnisse passiert. Und wenn wir in dem Moment nicht bewusst, sondern unbewusst einfach merken, wenn ich das nicht durchziehe, dann wird mir sozusagen das, was ich brauche, entzogen. Dann bin ich ja gefühlt fast schon in Lebensgefahr. Je jünger, desto krasser. Wenn je jünger dieser Anteil in dir selbst ist, der das erlebt hat, aufgeben geht nicht, weil aufgeben bedeutet, ich bekomme vielleicht irgendwas nicht mehr, was ich brauche, dann ist klar, dass dein System versucht, alles zu tun, nicht aufzugeben. Und da dürfen wir natürlich so, schon mal den Future Pace, dürfen natürlich lernen, ⁓ stopp, ich bin ja gar nicht mehr drei, vier, fünf, sechs, sieben Jahre alt. Damals war das so. Der Teil damals hat natürlich Gründe dafür. Aber ich bin ja jetzt 30, 40 oder 50 oder wie auch immer und kann jetzt ganz anders handeln und überlebt das, wenn ich das tue. Bianca-Maria Klein: Also wir sind immer wieder bei diesen Prägungen von früher. Also woher kommen diese unbewussten Glaubenssätze, Gedankengänge, Gefühle, die wir mit dem jetzigen Handeln verbinden? Und du, ich finde es gerade so verrückt. ich habe ja eben gerade kurz im Moment vergessen, wir sind hier in einer Podcast-Folge, weil ich gerade überlegt habe, ⁓ Gott, du sprichst dir gerade das alles für mich nur aus. Ich habe hier gerade tatsächlich voll die Erkenntnis. André Bender: Mhm. Ja. Hahaha! Ich glaube, ganz viele werden das genauso spüren. Bianca-Maria Klein: Ja, aber ich habe gerade total die Erkenntnis gehabt. Ist ja irre, Andre. Also Wahnsinn. Weil tatsächlich, vielleicht nehme ich da ja auch jemanden mit, die Erkenntnis, die ich eben gerade hatte, war tatsächlich dieses. Du sagtest jetzt, na ja, man gibt halt nicht auf. Und das ist eigentlich das, was ich auch mir immer wieder sage. Aufgeben ist keine Option. Tatsächlich war es aber bei mir früher so, dass und da. André Bender: Hahaha Bianca-Maria Klein: bin ich immer noch so bisschen zögerlich mit diesem, wie bewertet man das? Und man muss es wahrscheinlich gar nicht bewerten, aber meine Eltern, die waren eigentlich immer recht cool und entspannt, wenn wir irgendwas angefangen haben und keine Lust mehr hatten. Ich habe sämtliche Sportarten ausprobiert und habe immer nach einer Weile gesagt, ich habe keinen Bock mehr. Und meine Eltern waren immer so, ja dann halt nicht. Also es war nicht dieses, du musst das jetzt durchziehen oder von wegen du bist jetzt hier angemeldet und und also ich musste zwar immer bis zum Ende so, aber nie. jetzt komm, jetzt zieh mal durch oder ne, also grad so in Sportarten. Ich hab wirklich alles mögliche ausprobiert. Und dann war das damals ja okay, ne? Ich hatte ja so coole Eltern, die mich da jetzt nicht gezogen haben, wie vielleicht bei Freunden in der Fall war. Und dann hat sich das aber ab und zu so durchgezogen. dann hab ich, in meinem Job wurde ich alle zwei Jahre so weiter befördert, was schön war. Vorher hatte ich aber so zwei, drei Erlebnisse, wo ich auch etwas abgebrochen hab. Also ein Auslandsjahr, wollte OP machen, hab ich nicht gemacht. Dann hab ich irgendwie so Nebenjob angefangen, ich auch nicht durchgezogen und so. Also wahrscheinlich, jetzt wo du mir das grad sagst, überleg ich gerade, vielleicht ist es eigentlich dieses Umgekehrt. Ich will nicht schon wieder dieses Aufgeben, also dass ich eigentlich wieder was aufgegeben habe. Deswegen muss ich es jetzt durchziehen. Gar nicht, weil mir gesagt wird, du musst es tun, sondern so ein eigener Glauben sozusagen, ⁓ man, du kannst nicht schon wieder in der Beziehung oder im Job sagen, ne, hab ich nicht durchgemacht, also hab ich nicht weiterverfolgt. André Bender: Das ist ja auch was gesellschaftliches, gerade das Thema, man, Menschen, jetzt jedes Jahr einen neuen Job haben, sind jetzt aktuell noch immer noch die Menschen, der zieht nichts durch, der hat ja kein Durchhaltevermögen oder die Person, warum auch immer, die lebt halt so in den Tag rein, also die ist nicht zuverlässig, was auch immer die ganzen Geschichten dahinter sind. Und das nehmen wir ja auch wahr in der Gesellschaft. Und da kann es ja auch davon kommen. Bianca-Maria Klein: Ja, ja. deswegen ist ja und total spannend, weil eigentlich von meinen Eltern kam das gar nicht unbedingt. Aber halt irgendwo dieses Jetzt, wo du es sagst, denke ich, ja stimmt, eigentlich bei mir ist es eher so dieses so ich hab's halt oft gemacht, aber eigentlich immer zu einem Vorteil. Also wenn ich jetzt zurückblicke, denke ich, ich habe einfach viele Sportarten ausprobiert. Ich hatte halt nicht so dieses so, du musst jetzt. Und total interessant. Jetzt, wo du das sagst, war wahrscheinlich auch so was dieses Nee, nicht schon wieder. André Bender: Hahahaha Mh. Bianca-Maria Klein: Weil ich weiß nur, mit diesem Auslandsjahr, was ich nicht durchgezogen hab, da haben sich halt viele Freunde dann voll drüber lustig gemacht. So diese so, bist schon wieder hier, ne? Wollst doch ein Jahr weg sein und so. Und das kann schon echt sein, ne? Und auch in der Beziehung, dass ich dann eher gedacht hab, ⁓ Gott, nee, ich darf jetzt nicht Freunden erzählen, das hat schon wieder nicht geklappt. Das war schon wieder nicht der Richtige, ne? Also kann schon sein. Also ja, ich komme hier gerade in dieser Folge auf viele eigene Themen. André Bender: Hm? Mh. Interessant ist ja auch die Frage dann für sich selbst zu stellen, was ist eigentlich das, wenn ich es wirklich erreichen würde? Also was bedeutet überhaupt durchgezogen haben? Nach wie vielen Jahren hast du das durchgezogen erreicht? Kann ja auch erstmal eine Frage sein. Ist es überhaupt möglich da anzukommen, wo du denkst anzukommen? Und wie ist das Gefühl, wenn du wirklich ankommst? du wirklich dann an einem Gefühl oder welches Gefühl ist es dann? Was hast du damit für dich erfüllt? Dann haben wir oft auch selbst Erkenntnis darüber, einfach da ist. Oder warum wir etwas anstreben. Und dann können wir auch schauen, möchte ich das genau auf dem Weg tun, wie ich es bis dato gemacht habe? Oder merke vielleicht, okay, dann habe ich endlich mal das Gefühl, ich konnte mich mal durchsetzen, ich konnte endlich mal meinen Weg gehen. Aber vielleicht war ja mein Weg schon immer, meinen Weg zu gehen und halt die Dinge wieder abzubrechen, zu sagen, ich habe jetzt gerade Bock, was Neues zu machen. Ich muss gar nicht zehn Jahre das eine machen, ⁓ das zu fühlen. Bianca-Maria Klein: Ja und Also meine Erfahrung und auch jetzt nicht nur meine eigene, sondern auch was ich jetzt mit Kunden und so erlebe, ist eigentlich genau das, dass viele sagen, hätte ich doch bloß auf früher aufgehört. Also auch das jetzt in dem Beispiel meines Job damals oder in der Beziehung. Ich wusste es von Anfang an und wollte es aufgrund dieser Prägung wahrscheinlich nicht wahrhaben oder aufgrund dieser Ängste und diesen Glaubenssätzen. Von daher ist eigentlich eher meine Und da sind wir wieder bei der Intuition. Eigentlich eher fast schon mein Rat. Hört auf diese Stimme, die euch da wahrscheinlich ganz viele Zeichen gibt. Und ein Beispiel, was ich vielleicht aus der Situation nennen kann. Als ich in diesem Job war, wo ich eigentlich von vornherein wusste, das ist eigentlich nicht meins, vor allem auch vom Ambiente, also von der Atmosphäre da, nach, ich weiß gar nicht, wie lange es war. war schon ein bestimmten Jahr und ich war als Führungskraft dort und eine Kollegin, die dort angefangen hat. die in meinem Team war und an mich berichtet hat, die hat nach drei Monaten aufgehört. Und ist zu mir gekommen und hat mir gesagt, sie möchte hier nicht weiter arbeiten, hat mir die Gründe genannt, auch ganz offenes, tolles Gespräch. Und ich werde es nie vergessen, als sie das zu mir gesagt hat, war ich richtig neidisch. Und dieses Gefühl, das eigentlich neidisch sein, dass sie es schafft, einfach so zu entscheiden, ich gehe jetzt weg. André Bender: Ahem. Bianca-Maria Klein: und lasst das alles hinter mir und macht das halt nicht dieses, kämpf mich hier durch. Die hat einfach gesagt, das ist hier nicht mein Ding. Und das werd ich nie vergessen, dieses Neidgefühl, was ich empfunden hab und auch so eine Bewunderung, dass sie das durchzieht. Und die hat danach einen megatollen Job noch gefunden. Und das sind, glaub ich, Zeichen und eigentlich dieses Intuitive, was wir ja fühlen, was uns ganz viele Argumente gibt, warum man eigentlich gehen müsste. André Bender: Ja. Genau, weil wir es auch ein Stück weit verlernt haben, in langer Zeit wirklich dem zu folgen, was uns wirklich berührt, wo wir sagen, okay, ich spüre, das ist gerade das Richtige. Es macht keinen Sinn, aber es ist das Richtige. Und wir haben halt viel zu viel gelernt, nur auf den Kopf zu hören. Aber wir wissen ja beide, dass das nur ein kleiner Prozentsatz von dem ist, was wir tatsächlich Bianca-Maria Klein: Aber wir hören sie halt nicht, weil die anderen Stimmen lauter sind. André Bender: insgesamt in uns tragen an Glaubenssätzen, an Überzeugungen und so weiter. Bianca-Maria Klein: Und André, würdest du denn, wenn du jetzt, das ist so lustig, ich folge gerade überhaupt nicht meinem Plan hier, aber ich finde das gerade so schön, was da so entsteht, würdest du denn sagen, wenn wir zwei Gruppen von Menschen haben, die, die sagen, ja, hier geht gar nicht mehr, ich haue sofort wieder ab und hier unsere Beziehung war schön, dich kennenzulernen, aber das passt nicht, versus die, die bleiben. Gibt es da irgendwie in diesen Leuten, diesen inneren Wendepunkt, dass die das schneller erkennen? als Menschen wie ich, die so verharren in so einer Situation. Also was ist der Unterschied zwischen diesen zwei Ansätzen bei Leuten? André Bender: Kommen wir bisschen darauf an, ob wir jetzt im Berufslichen oder im privaten sind, weil dann da gibt es, glaube ich, mal Unterschiede. Aber tendenziell, wir haben ja ein Bindungssystem in uns, wofür Verbindung mit anderen Menschen zuständig ist und uns hilft, in Beziehung zu sein oder eben ⁓ Beziehung zu erleben in einer gesunden Anweise. Das ist maßgeblich davon geprägt, wie wir aufgewachsen sind, wir vielleicht Beziehung erfahren haben, Bindung erfahren haben und ganz viel über die Dinge, die wir im Laufe unseres Lebens erfahren haben. Und dann kann es sein, dass wir, wenn wir auf eine gesunde Weise Bindung erfahren haben, dann fühlen wir uns sicher genug, diese Nähe und Distanz gut abhalten zu können oder gut empfinden zu können und in einer gewissen Sicherheit das wahrnehmen zu können. Das heißt, ich kann Nähe annehmen, ohne dass ich mich komplett aufopfere und wie aufgegeben habe für mich. Und gleichzeitig weiß ich, ich kann autonom sein und kann einfach das tun, was ich möchte. Das wäre so ein Optimalfall in der Partnerschaft. Menschen, die nämlich diese Sicherheit in sich tragen. Man könnte auch sagen, da ist ganz viel Urvertrauen da. Die wissen, ich bin immer ein Stück weit angewiesen auf andere. Eine gewisse Abhängigkeit besteht immer. Gleichzeitig bin ich aber auch frei und kann tun, was ich möchte. Es gibt viele Menschen, auf dieser Beziehungsebene nicht nur gute Erfahrungen gemacht haben, sondern vielleicht so viele negative Erfahrungen, dass das System in eine gewisse Richtung geprägt wurde. Es kann sein, dass die eine Seite in Richtung, nennen Sie das mal People-Blazing, dass man ein bisschen ängstlicher ist und man versucht, Bindung ganz stark zu binden, zu halten, dass man jemanden auf gar keinen Fall verliert. Dann gibt es die andere Seite, die sehr autonom unterwegs ist, die eher zu viel Bindung vermeidet, weil zu viel Bindung bedeutet, ich verliere komplett meine Autonomie. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich da noch selbst existiere, wenn ich nicht zu tief einlasse. Das sind so zwei Extreme. die entstehen können, eben Dinge nicht optimal laufen auf einer Beziehungsebene. dann neigen wir eben schnell dazu, eine, vermeidenden Menschen, die neigen eher dazu, schneller zu gehen und zu sagen, okay, das wird mir alles zu eng, ich bin raus. Denen fällt es auch leicht und die fühlen sich danach auch richtig gut. Weil die sich dann auf einmal wieder, die können wieder atmen, die können wieder frei sein, die spüren, jetzt bin ich wieder ein Mensch, jetzt darf ich wieder ich sein. Für die Menschen ist es gut, vielleicht manchmal auch zu bleiben und in einem sicheren Rahmen, nicht in einer toxischen Beziehung, aber in einem sicheren Rahmen, wenn der andere Partner vielleicht das mittragen kann, zu sagen, okay, ich kann mal bleiben und dieses, in mir diese Flucht, die eigentlich dann auftritt, kann ich mal wahrnehmen und schauen, was ist denn da eigentlich los. Und gleichzeitig die andere Seite, die eher ängstlich ist und eher schaut, ich kann den auf gar keinen Fall verlieren, ich muss die ganze Zeit bei ihm bleiben, ich muss immer gucken, dass ich irgendwie in Kontakt mit dem Menschen bin. Die Seite darf mal lernen, wenn der Partner vielleicht mal ein paar Tage nicht da ist, weil er irgendwie auf Geschäftsreise ist oder sonstige Dinge tut, heißt es nicht, dass der Mensch nicht mehr zu mir zurückkommt. Man darf lernen, damit mal umzugehen. Weil es kann auch da zu führen, dass wenn zum Beispiel ein Mensch sehr autonom ist, den man so triggert, dass der dann irgendwann auch die Beziehung verlassen muss oder Gefühl verlassen muss. Das sind so zwei Extreme, die wir in Partnerschaften ganz oft erleben, die es natürlich herausfordernd macht. Gerade wenn beide Extreme aufeinander treffen. Bianca-Maria Klein: Hmm. André Bender: Wenn da nicht beide sehr bewusst sind mit diesem Thema, dann sind das so mit die schwierigsten Beziehungen, existieren. Weil der eine will so, ⁓ Gott, ich brauch ganz viel näher, bitte bleib hier. Und der nächste denkt so, ⁓ Gott, zu viel näher, ich muss hier raus und läuft davon. So. Und das ist natürlich eine Dynamik, die Konflikte und alles natürlich vorprogrammiert sind. Bianca-Maria Klein: Ja, spannend, ja voll. Und wenn du das auf den Job übertragen würdest, sagen wir mal, es ist so eine Führungskraft, die dann jetzt so verharrt in diesem Job und eigentlich spürt, ich müsste hier raus, mache es aber nicht, sind das ähnliche Dynamiken dann, dieses so, Gott, äh... André Bender: Mhm. kann ähnliche Dynamik dahinter sein, einfach dieses, ich muss drin bleiben, Kontakt bleiben und ich darf nicht einfach weg, kann jetzt nicht einfach rausgehen, weil was passiert dann? Dann bin ich auf einmal alleine, das geht nicht, oder bin auf mich alleine gestellt. Das kann dahinter stecken und gleichzeitig kann es eben auch das andere Extrem sein, so dass jemand relativ schnell, wenn Konflikte entstehen, einfach raus ist. so, wenn wir gerade bei Führungskräften sind, sind ja diese zwei Typen auch ganz spannend zu vergleichen, weil der eine ist vielleicht zu oft zu nett und setzt keine Grenzen und kann keine klaren Kanten und Regeln setzen. Und der andere ist vielleicht zu distanziert und kann gar nicht wirklich mit Konflikten umgehen. Für beide wäre es gut, der eine, ich kann auch mal einfach Entscheidungen treffen, auch wenn es gerade die Kollegen oder Mitarbeiter nicht so gut finden, aber ich kann damit umgehen. Und der andere darf lernen, ich kann auch mal einen Konflikt aushalten lernen. Das sind auch wieder die zwei Extreme in der Führungsarbeit. Bianca-Maria Klein: Und wie du schon sagst, da muss aber die Bereitschaft sein oder die Erkenntnis und gleichzeitig die Selbstreflektion daran arbeiten zu wollen, das zu erkennen. Dann springe ich mal ein bisschen jetzt so in deine Arbeit. Sind das denn Situationen oder Fragestellungen, mit denen Menschen dann zu dir in die Praxis kommen? André Bender: Ja, genau. Welche Situation meinst jetzt zum Beispiel mit den Konflikten von Beziehungen? Bianca-Maria Klein: Also oder wo du auch selber dann siehst, die kommen vielleicht mit so einer Frage hier, Job ist nicht so toll, ich weiß aber nicht, wie ich da rauskomme. Wo du dann vielleicht auch Parallelen siehst, ist bei denen persönlich auch so oder ja, also wie stelle ich mir dann deine Arbeit vor, wenn du sagst mit Führungskräften, aber auch natürlich Beziehungsthemen. Ist da sowas ein Thema? André Bender: Ja, letztendlich auf jeden Fall. Und wenn man zum Psychotherapeut ist zum Beispiel, aber auch im Coaching, ich jetzt ein Mensch, der versucht, den Menschen zu unterstützen, dass er seine eigene Lösung findet und nicht eine Lösung reinzugeben. Ich weiß, es kann vielleicht eine kurzfristige Lösung sein, aber die nächste Situation kommt, wo das gleiche Learning auf ihn wartet oder auf sie wartet. Deswegen ist es immer super, wenn durch Fragen, durch gewisse Techniken ein Mensch zu seiner eigenen Erkenntnis kommt. Warum bleibe ich denn da drin? Was hält mich gerade in dieser Situation? Warum schaffe ich es so gut, diese doofe Situation aufzuhalten? Und was hält mich eigentlich darin, dass ich es lieber aushalte, wie zu gehen? Dann sind wir wieder bei dem Punkt, wo wir vorhin schon begonnen haben, dass es eben oft sicherer ist, erstmal zu bleiben. Dass zu wenig Ressourcen da sind, zu sagen, ich weiß, ich schaffe das andere auch. Ich habe die Möglichkeiten etwas zu verändern, habe vielleicht viel zu lange schon nichts mehr wirklich mal Neues gemacht, wo ich gemerkt habe, ich kann ja eigentlich die Dinge, ich kann ja etwas verändern, ich kann ja auf meinen eigenen Beinen stehen. Und es sind natürlich typische Fragestellungen. es jetzt nicht gerade um, also im Prinzip sind es ganz oft die Situation im Beruf, die gerade wackelt oder eben die Situation in der Partnerschaft oder beides, dann sind wir natürlich bei den schwierigen Fällen, es ist immer gut, wenn nur eine Säule da ist im Leben, die noch stabil ist. Ganz brutal wird es, wenn alle Säulen einbrechen. Aber ja, auch da gibt es Lösungen. Bianca-Maria Klein: Ich finde es gerade schön. Das sind total die wichtigen Fragen, die jetzt auch bei mir resonieren mit meinen Themen. Was hält dich davon ab? Ich hatte gerade diese eine Kundin erwähnt. Das finde ich gar nicht so einfach zu antworten oder da trotzdem einen Ausgang zu finden, wenn die Antwort lautet, ich bin so mit den Kräften am Ende. in der Situation, in der ich bin, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, die Kraft aufzubringen, zu gehen, mich mit den Folgen auseinanderzusetzen oder den Konsequenzen, nämlich ein Kündigungsgespräch, Verhandlungen, Neubewerbung, sich sozusagen wieder in Performance zu begeben und etwas Neues zu starten, weil jemand so kräftezehrend in einer so kräftezehrenden Situation schon steckt. Was wäre da so dein Ansatz? Weil ich kann mir vorstellen, vielleicht gibt es einige, die das hören, denen das auch so geht. André Bender: Auf jeden Fall. Manchmal ist es so, Es kommt ja trotzdem oft zu einem Punkt, wo dann die Menschen kommen und sagen, ich habe es jetzt fünf Jahre ausgehalten, jetzt ging es wirklich nicht mehr. Auch wenn die Kraftgefühl am Ende ist, gibt es bei den meisten trotzdem den Punkt, wo sie gesagt haben, okay, jetzt ist wirklich Schluss. Da ist es wirklich das Maß voll oder das Wasser am Überlaufen. Von daher, die Energie kommt eigentlich wieder, wenn wir dann wirklich umsetzen. Wir wirklich sagen, okay, so geht es nicht mehr. Aber gleichzeitig geht es oft Menschen, dass sie noch nicht an dem Punkt sind, deswegen sind sie oft dann da und wollen natürlich auch die Gespräche oder Therapie oder Coaching mitmachen. Und da geht es erstmal darum, ⁓ auf zu stabilisieren, erstmal zu verstehen, was braucht es eigentlich in mir und was passiert in mir? Warum mache ich das? Denn es geht nicht darum, jemand abzuwerten oder zu bewerten, warum bist du immer noch in der Situation. Das ist das, was wir im Alltag kennen, wo die ganze Gesellschaft typischerweise wir darauf reagieren. Ich nehme mich da nicht raus. Man reagiert halt und sagt, geh doch einfach aus dem Job raus, wenn es dir nicht gefällt. Aber aus therapeutischer Sicht, aus Coachingsicht ist es natürlich ein ganz anderer Punkt. zu erkennen, warum macht es Sinn für dein System? Und das ist eigentlich so die grundlegende Frage und die grundlegende Haltung, die ich mit ins Coaching und in der Therapie auch mit reinbringe. Das, was passiert, macht Sinn. Wenn wir uns selbst verstehen, dass das, was passiert, gerade wirklich Sinn macht für unser eigenes, dann können wir eine andere Haltung aufbauen. Wir werten uns nicht mehr selber ab, so von wegen, Gott, wie doof bin ich eigentlich, dass ich immer noch in diesem Job festhänge. Ich müsste es doch schon lange besser wissen. Und das zieht uns natürlich runter und frisst Energie. Und auch das, was zum Beispiel an Blockaden mit in diesem beruflichen oder in dieser Partnerschaft gerade steckt, hält uns ja auch davon ab, Energie aufzubauen. Das heißt, da gibt es vielleicht ein paar Blockaden, ein paar Zustände, ein paar Anteile, die da vielleicht sehr, sehr, sehr kräftezehrend in uns aktiv sind. Wir schaffen daran, was zu verändern, plus Ressourcen aufzubauen, für uns selbst, uns selbst zu stärken. Dann haben wir irgendwann auch die Power zu sagen, okay, ich spüre, ich spüre wieder mich selbst. Weil meistens sind wir so weit von uns weg. dass wir eigentlich unseren Weg gerade nicht mehr spüren. Und das macht es natürlich dann deutlich schwerer, weil dann sind wir nicht mehr im Kontakt mit uns. Und dann ist es auch schwerer zu sagen, ja, okay, ich weiß jetzt genau, was ich möchte. Und das ist das, was ich nicht mehr möchte. Also, viele Ressourcen, die Themen, was dran hängen, besser zu verstehen und uns selbst damit auch nicht abzuwerten, sondern selbst dann zu lernen, den Halt zu geben. Ey, ist das in Ordnung? Es gibt einen Grund dafür, warum ich gerade in dieser Situation stecke. Bianca-Maria Klein: Ja, ja. André Bender: Dadurch entstehen Chancen. ist ja genau das, wie du es vorhin gesagt hast, die Person, die dir gezeigt hat nach drei Monaten, ich gehe jetzt einfach aus dem Job. Das sind ja wie kleine Engel, die einfach in deinem Leben sind und sagen, hey, guck mal, ich zeig's dir. Und wie du es schon so schön gesagt hast, du hast es bewundern, dass sie es geschafft hat. das ist meistens, wir bewundern die Dinge, die wir selbst gerade gerne schon hätten, aber auch schon in uns tragen. Wir sehen nur die Dinge, die wir auch wirklich in uns auch schon tragen und die Fähigkeit auch dazu haben, uns dahin zu entwickeln. Bianca-Maria Klein: Ja, schönes Bild, absolut. Ja, und das ist so ein mutmachendes Bild. Und ich kann, glaube ich, an der Stelle auch tatsächlich dann Leuten, die das hören und denen so ähnlich geht, nur so Mut machen. Der Moment wird kommen. Und der Moment, wo man dann auch ⁓ Hilfe bittet, ist ja dann genau der Moment, wo man eigentlich sagt, hier, brauche jetzt Unterstützung, hol mich hier raus. Und ich würde ja hier zum Beispiel auch nicht sitzen und mit andere Bänder einen Podcast machen, wenn ich das nicht alles durchlaufen hätte und genau diese Erkenntnisse und diese Wege gewählt, also Erkenntnisse gehabt habe und die Wege gewählt hätte, dem nachzugehen. Was passierte eigentlich mit mir, dass ich hier bleibe oder dass sich diese Erlebnisse irgendwie wiederholen und wie unglaublich befreiend das sein kann, diese Erkenntnisse zu bekommen und wie viel Spaß das eigentlich auch macht, dann die Wege weiterzugehen. Also, klar, Es war im Nachhinein gut, dass ich so lange da ausgehalten habe, weil sonst wäre ich nicht in diese Krise geraten. Und nach der Krise habe ich auch wieder gesagt, ja, super, dass mir das alles passiert ist und ich dann Unterstützung bekommen habe, weil sonst hätte ich nie diese Ressourcen in mir gefühlt, ⁓ die nächsten Schritte zu gehen, ⁓ mich dann irgendwann selbstständig zu machen. das auch immer als Prozess zu sehen, dass wenn man in einer Krise, Stressphase, Konflikt oder so steht, André Bender: Mmh. Bianca-Maria Klein: wie du gesagt hast, Chance zu haben, etwas zu verändern. Und genau, diese kleinen Engel trotzdem zu hören oder die Zeichen tatsächlich zu hören und zu sehen, die einem eigentlich sagen, Mensch, du weißt es doch eigentlich. Und ich glaube, was ich versuche auch, manchmal ein bisschen die Fantasie zu trainieren, zu sagen, lass uns doch mal gucken, wie es anders sein könnte. Und ich hatte damals, glaube ich, gar nicht diese Vorstellungs- André Bender: Mmh. Mh. Mhm. Bianca-Maria Klein: zu sagen, naja klar, vielleicht mache ich mich ja selbstständig, vielleicht arbeite ich ja mit ganz anderen tollen Menschen. Also ich habe mich sofort wieder so gedrosselt und da so einen Deckel drauf gemacht, sobald ich angefangen habe so bisschen zu spinnen, wie mein Leben anders sein könnte. Und das, diesen Deckel aufzumachen und zu sagen, hey, lass uns doch einfach mal gucken, wie wäre es denn im Idealfall? Wie könnte denn so was aussehen? Weil das kreiert so ein Gefühl in einem. Und dieses Gefühl, wo man dann vielleicht so träumerisch unterwegs ist, mit Unterstützung dann aber wirklich das ein bisschen mehr zu einer Realität zu machen. Und das macht man nicht, wenn man nicht so eine Chance irgendwie in sich fühlt, dass irgendwas muss anders sein. André Bender: Mmh. Ja, genau. Und es ist auch spannend, wenn wir dann wirklich, und denke, jeder kennt diesen Punkt, wo man für sich innerlich entscheidet, so, jetzt muss ich wirklich was verändern. Dann buchen wir uns vielleicht einen Coaching, dann gehen wir vielleicht mal in Therapie oder holen uns Unterstützung, vielleicht als Beratung in der Firma, was auch immer. Aber wir fangen an, Schritt zu gehen. Wenn wir dann noch wahrnehmen oder lernen, wieder wahrzunehmen, wie oft die kleinen Zeichen im Außen da sind. Die Menschen, die ⁓ uns herum sind, die uns vielleicht irgendwas spiegeln. Die uns gerade vielleicht auch mal triggern. Wo wir denken, was macht eigentlich dieser Mensch gerade hier? Wo man so richtig eigentlich gerne nach Außen alles abgibt und sagt, okay, der nervt mich gerade richtig. Da mal zu schauen, okay, was nervt mich denn eigentlich gerade? Vielleicht ist es gerade jemand, der gnadenlos sein Ding durchzieht. Und ich sitze immer noch in der gleichen Scheiße und denke, boah. Was ist hier los? Das sind ja ganz oft diese Dinge, wo wir unbewusst gedriggert sind und dann, je unbewusster wir selbst damit umgehen, desto mehr neigen wir dazu, es einfach im Außen zu bekämpfen. Aber wenn wir lernen mal zu beobachten, sagen, was hat denn dieser Mensch, was ich eigentlich gerne hätte, aber noch nicht so wirklich rauslasse und dann zu schauen, wie kann ich denn das wirklich auch leben, dann kommen wir auf einmal an den Punkt, wo wir sagen, da entsteht Wachstum und da können wir neue Dinge kreieren. Bianca-Maria Klein: Ja. Ja, total, Jetzt ist mir aber gerade noch ein Gedanke gekommen, wir beschreiben ja jetzt eigentlich so eine Situation, wo man das dann selber entscheidet und sagt so, jetzt muss ich was ändern und so. Es gibt ja aber auch Situationen, wo man dann vor veränderte Tatsachen gesetzt wird, wo Menschen dann ja auch in unser Coaching oder in eine Therapie kommen und sagen, ich bin rausgeschmissen worden oder mein Partner hat mich halt verlassen, out of the blue, ich habe damit gar nicht gerechnet und so. Da ist es ja noch schwieriger, zu sagen, ach ja, da sind aber Chancen und Wachstum und guck doch mal. Da muss man ja erst mal mit diesem, mit dem Verlassen sein oder abgelehnt worden zu sein oder tatsächlich ja wirklich weggestoßen worden zu sein. Das ist ja oft das Gefühl, wenn man rausgeschmissen wird aus der Arbeit, umgehen lernen. Da muss man ja noch mal andere Ressourcen aktivieren. Wie machst du das als Therapeut? Und jetzt André Bender: Mmh. Genau. Bianca-Maria Klein: schlage ich auch nachher noch eine Brücke zu deinen Boxen, weil da habe ich gerade so Ideen. Aber wie gehst du damit dann ⁓ wenn Menschen eigentlich eher kommen, wenn die so da in so eine Situation sozusagen reingepusht André Bender: Ja. Meistens der größte Leidensdruck ist in dem Moment ja ganz oft, dass wir halt noch versuchen, dass irgendwie, also es ist schon voll da, der Schmerz, dass man jetzt irgendwie den Job verloren hat oder den Partner verloren hat. Und trotzdem ist man noch so ein bisschen am Versuchen, das irgendwie wegzuhalten von sich. Wenn wir es da schaffen, einen Raum für sich zu haben, sei es jetzt erstmal im Außen ganz oft, ⁓ das überhaupt mal wahrzunehmen, dass es einen Raum gibt, wo ich einfach nur da sein kann, mit all dem Schmerz auch. Weil es tut weh. Es wird immer weh tun, wenn wir aus einer Partnerschaft rauskommen, die wir eigentlich gewollt haben. Es wird schmerzhaft sein. Aber der größere Schmerz ist oft auch dann, wenn wir nicht den Schmerz wirklich annehmen, sondern nur so einen Teilschmerz spüren und dann versuchen wegzudrücken. Dann spüren wir den zwar immer wieder, aber wir leben ihn nicht wirklich. Und da mal zu sagen, es gibt einen Raum, wo dieser Schmerz einfach da sein kann. Wo ich einfach wirklich traurig sein kann. Aber nicht im Sinne von ich verliere mich in der Trauer, sondern ich traue bewusst. Dann ist eine Verarbeitungsdauer da. Was manchmal passieren kann, das habe ich öfter mal auch bei mir in der Praxis schon gehabt, ist, dass dieser dieses Schluss machen zum Beispiel. Nämlich mal so ein Worst Case. Der Partner ist fremdgegangen und man bekommt es auf einmal mit. Der hat jetzt schon seit drei Wochen eine andere und man bekommt das zu hören. Und dann ist ja auf einmal eine ganz neue Situation, wo man erstmal mit Sachen konfrontiert ist, wo man nicht damit gerechnet hat. Und das kann bis hin zu einem traumatischen Erlebnis führen. Und dann ist es so, das ist so mein Bild dazu, dass eigentlich diese Trauer, die uns eigentlich dafür da ist, dass wir wieder die Sache verarbeiten, rauskommen wieder aus diesem Leid irgendwann und uns selbst wieder wahrnehmen, wieder auch unseren eigenen Wert zu erkennen, nicht wirklich beginnt, sondern wir sind immer noch in der Schleife von der Situation. Das ist ja das, was wir oft mit Flashbacks in traumatischen Situationen haben, dass wir wieder wie zurückgeworfen werden und sind wieder dort in dem Moment. Und so erlebe ich das oft auch mit dem Thema Trauer, dass dann die Menschen da drin feststecken in dem ersten Schock und den noch nicht überwunden haben. Wenn wir es da schaffen, und da gibt es ja unterschiedliche Möglichkeiten, wie wir da auch den ersten Schritt gehen können, dass dann einfach der Trauerprozess beginnen kann. Weil dann kommt das und wenn wir es dann schaffen, Containment in uns aufzubauen, diese Trauer mal zu halten. Dann schaffen wir es auch, den Trauprozess irgendwann abzuschließen. Und es gibt einen spannenden Punkt, die meisten und ich selbst auch immer noch nicht gern hören mag, dass es ganz viel auch nicht nur mit der Situation zu tun hat. Dass ganz oft, wenn wir einen Schmerz haben, wenn wir Traurigkeit in uns spüren, dass es zwar jetzt auch mit der Situation zu tun hat. Wir haben vielleicht gerade jemand verloren, aber es auch damit zu tun hat, dass wir in der Vergangenheit Schmerzen erfahren haben, die wir nicht verarbeitet haben. Und es summiert sich. Und gerade in Verlustschmerz, den kennen wir alle. Schon allein die Geburt ist ja ein kleiner, also ein großer Verlustschmerz. kommen aus einem warmen, vollumsorgten Raum, werden daraus katapultiert und sind auf einmal erst mal getrennt. Das ist die erste Trennung, die wir erfahren. Optimalerweise wird das Kind sofort wieder zur Mama gegeben und es wird eine Verbindung aufgebaut. Und das ist das, was wir dann wieder fühlen. Und das schon die erste Erfahrung von Trennung und Verbindung. So tragen wir alle Trennungswunden in uns und dann verlässt uns auf einmal ein Partner. Und ganz oft ist da eben ganz viel Altersschmerz, dann auch dadurch verursacht wird oder hochkommt. Und das bewusst zu haben, dass es nicht nur damit zu tun hat, hilft uns auch, weil ganz oft ist es nämlich so, das ist ganz spannend, wenn wir dann in einer Partnerschaft sind oder waren, dass vielleicht danach mir den anderen zu hochheben, weil wir sagen, boah, das tut jetzt so weh, das muss ja was ganz Besonderes gewesen sein. Hast du vielleicht schon mal erlebt in deinem Leben, dass du dir diese Frage oder diesen Satz gesagt hast? Weil es jetzt so schmerzt danach, muss es ja was ganz, Tolles, ein Wichtiges gewesen sein. Es kann aber sein, dass es vielleicht halt einfach eine schöne Partnerschaft war, vielleicht auch nicht die optimale für dich. So Schlussfolgern wir manchmal, obwohl es eigentlich viele Dinge aus der Vergangenheit sind, die mitwirken in unserem eigenen. Bianca-Maria Klein: Ja, tatsächlich. Ich hänge gerade an deinen Lippen, weil finde das so spannend, diese ganzen Zusammenhänge. Und vieles kennt man ja eigentlich, aber das ist immer so dieses so, häufiger man das hört, desto immer wieder kommen einem dann so kleine Erkenntnisse. Ja, tatsächlich. glaube auch das letzte ist dieses dann sich das auch fast schon wieder schönreden. Es war ja eigentlich alles auch gar nicht so schlimm. Und bei mir ist das eher dann so, ⁓ sich auch nicht einzugestehen. dass man dann auch ein bisschen blind war. dieses so, ach komm, es gab ja auch gute Zeiten und der Job, war ja, da war ja trotzdem ganz nette Kollegen, mit denen man dann gerne Mittagessen gegangen ist und so. Also immer so sich dann hinterher so so so darzustellen, damit man bloß nicht sich zugestehen muss, da schwach gewesen zu sein. Also so in Anführungsstrichen schwach. Also total spannend. Und ich muss dich unbedingt noch fragen, mir fallen schon wieder so viele Fragen ein, die ich jetzt da noch mal reintun könnte. Aber mir ist auch mal wichtig, dass du auch noch mal bisschen erzählst oder meine Gäste erzählen, wie sie arbeiten. Und vielleicht ja dann auch mal Möglichkeit. Vielleicht fühlt sich jemand angesprochen und sagt, Mensch, toll, wie André das macht, das möchte ich auch mal ausprobieren. du arbeitest ja auf verschiedenen Ebenen. Aber du hast gesagt, auch unter anderem mit therapeutischen Boxen. Also das ist wirklich Boxen jetzt nicht eine ... André Bender: Mhm. Bianca-Maria Klein: Boxen eine Kiste, sondern das aktive Boxen, ja, also mit den Fäusten. Erzähl doch mal, wie das funktioniert. André Bender: Genau. ist ganz unterschiedlich. es ist nicht so, dass jetzt Therapeutik, Boxen automatisch bedeutet, wir stehen irgendwie am Samstag und hauen auf dem Samtag ein oder boxen gegenseitig, sondern es hat ganz viele Elemente aus dem Boxen. Zum einen Technik, zum einen geht es ⁓ Thema Grenzen, es geht ⁓ Thema Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, weil wir dadurch natürlich in der Bewegung sind. Weil ganz oft, wenn wir in Situationen feststecken, sind wir nicht mehr in Bewegung. Wenn wir so gefühlt unmächtig irgendwo in einem Job oder in einer Partnerschaft drin stecken, dann fehlt uns ja genau das, dass wir in der Situation, wo wir jetzt gerade sind, Bewegung haben. Dass unser System noch wahrnimmt, wir können ja noch was tun. Und da ist Therapeutisches Boxen ein ganz spannender Part, damit zu arbeiten. Und das ganz unterschiedlich, es gibt unterschiedliche Übungen, sei es mit so kleinen Bällen, wo man einfach dagegen schlägt, weil da eine ganz starke Wirkung von, ich gebe was rein, es kommt was zurück. Die Schwingen zum Beispiel. Dann gibt es... Elemente an einem Boxsack, aber auch an so einem Wandkissen, wo man einfach an der Wand draufschlagen kann. Das heißt, es geht viel ⁓ dieses körperliche auch mit einem zu beziehen und mit sich selbst in Kontakt zu sein. Über das Thema Grenzen auch ganz stark. Wo sind meine Grenzen? Wie kann ich mal nein sagen? Wie kann ich mich durchsetzen? Und so weiter. sind ganz viele Elemente, die da zusammenfließen, die aber nicht alle sofort mit reinen Boxen zu tun haben. Aber es eben aus diesen therapeutischen Boxen viele Elemente gibt, die ganz spannend sind für diese Bereiche. Bianca-Maria Klein: Schön toll, Bild. Man steckt fest und mit Bewegung löst man da ja auch Dinge. Wahrscheinlich kann man also auch allein das Boxen. Ich ich finde Boxen bildlich so toll, weil man dann ja auch so was raushaut, so eine Wut auch auslassen kann. Aber gleichzeitig jegliche Form von Bewegung. Das habe ich auch in meiner Arbeit und auch an mir selber gemerkt. Sport ist ja immer so großer Begriff. Aber eigentlich Bewegung, alleine in die Natur spazieren zu gehen. André Bender: Ja. Bianca-Maria Klein: Ich habe auch mal eine ganz tolle Erfahrung gemacht mit meditativen Genen. Dass man eigentlich ganz langsam geht, so langsam wie möglich. Und dieses Gefühl, wie viel man wahrnimmt in diesem langsamen Gen. Und trotzdem ist man ja in Bewegung. Und dass man in einer ganz kurzen Zeit eine lange Strecke absolviert, obwohl man so langsam geht. Aber für mich weiß ich noch, wie man Bild... Man geht ja trotzdem weiter. André Bender: Ja. Bianca-Maria Klein: geht aus einer Situation raus in einer Form von Bewegung. Und man bekommt was zurück, wie du gerade sagst, finde ich ein ganz tolles Bild. Also auch da, jeder der hier zuhört, das unterschätzt nicht diese unglaublich schöne Form der Therapie, den Körper zu bewegen, in die Natur zu gehen. André Bender: Ja, der Körper ist unfassbar wichtig in der Therapie, Coaching, egal, weil das in ganz vielen Ansätzen, auch im therapeutischen, gibt es leider viele Ansätze, die sehr kognitiv sind. oder auch jetzt NLP zum Beispiel, was ganz viele super Sachen hat. es ist, ich glaube, es kommt mehr, aber es ist trotzdem noch sehr weit weg von richtiger Körperarbeit. Denn wenn wir den Körper nicht mitnutzen, das ist unser Feedback-Instrument. Das erzählt uns eigentlich die ganze Zeit, wo es gerade stimmig ist, wo es nicht stimmig ist, ⁓ was gerade passiert. Und wenn wir den vergessen mitzunehmen, dann arbeiten wir eigentlich an uns selbst vorbei und versuchen nur neue Geschichten zu kreieren, anstatt neue Geschichten zu erleben. Deswegen ist der Körper so wichtig, egal ob es das Therapeutische Boxen ist oder ob es eben einfach körperorientierte Therapie oder Coaching ist. Bianca-Maria Klein: Ja, absolut, absolut. Und ich habe ja eingangs gesagt, du bist gerade auf Bali, aber du arbeitest ja nicht jetzt von Bali aus immer. Also die, die das jetzt hören, du machst ja in Präsenz und online und das auch aus Deutschland. Vielleicht nochmal wichtig ist mir nämlich gerade eingefallen, nicht, dass du jetzt nur online arbeitest. Und da ist mir auch gerade eingefallen, also auch selbst wenn ich zum Beispiel online arbeite im Coaching. André Bender: Genau. Ja. Genau. Bianca-Maria Klein: Versuche ich manchmal auch zu sagen, steh mal auf, breit mal die Arme aus, hau dir mal ein bisschen auf die Brust. Also diese Dinge kann man ja online auch machen und gleichzeitig merke ich in Präsenzarbeit, wenn man Menschen durch einen Raum laufen lässt oder mal einen Stuhl wechseln lässt. Also wie unglaublich, also was dafür für zusätzliche Möglichkeiten entstehen, weil man den Körper mitnimmt. Das ist total irre, als nur steif auf dem Stuhl zu sitzen und sozusagen nur den Denkprozess zu haben. gebe ich dir völlig recht. Und ich habe ja in der Anmoderation noch vorgelesen, André, du machst ja auch so Führungskräfte, Seminare oder Retreats in den Bergen. Ist das auch ein bisschen der Ansatz, Natur zu verbinden mit emotionaler Arbeit? Oder wie funktioniert das, wenn das jetzt jemand interessieren würde? André Bender: Ja, absolut. Ja, also natürlich die Natur ist ein ganz spannender Punkt, also für mich in meinem Leben schon immer. Das heißt jetzt hier auf Bali mit Palmen und Meer, nochmal ein bisschen andere Natur, aber natürlich auch zu Hause, wo ich einfach viel im Wald bin mit meinem eigenen Hund und da die Energie auch wieder schöpfen oder zur Ruhe zu kommen. Weil denn die wirklich wahren Veränderungen und Prozesse, die wir vielleicht innerlich gehen, haben wir oft in den Momenten, wo wir wirklich zur Ruhe kommen. Wo wir wirklich mal den Ort wechseln, die Perspektive wechseln. Und deswegen ist dieses in den Bergen auch so spannend, denn in den Bergen haben wir unterschiedliche Höhen und wir können auch mal ein paar Meter höher gehen und wechseln unsere Perspektive, schauen zurück, können über andere Dinge hinweg schauen, zu schauen, okay, wenn ich über dem Konflikt stehen würde, wie würde es mir gerade gehen, was würde ich beobachten? Wenn ich schaffe, ein Skill zum Beispiel zu lernen für mich selbst, mich selbst zu beobachten, wo ich gerade bin, egal jetzt in welchem Bereich. Das schon mal mega. Das sind natürlich alles Elemente, damit einfließen. Gerade jetzt in diesem Workshop-Wochenende mit drei Tagen in den Bergen, sind nun einfach intensiv an Mitführungskräften arbeiten, sich selbst besser zu finden. Ich komme ja selbst aus der Führungskräftearbeit. Genau, und habe da selbst für mich vieles erlebt. Bianca-Maria Klein: Genau, und da wollte ich jetzt auch gleich nochmal drauf kommen. Nur noch da noch meine Frage, sind das dann aber Workshops in Gruppen oder bist du dann drei Tage mit einer Führungskraft oder einem Menschen alleine oder wie funktioniert das? André Bender: Das ist für Gruppen, Aber natürlich, wenn jetzt jemand sagen würde, ich hab Bock, so was alleine zu machen, und dann ist es so was natürlich auch möglich, wenn das vorher geplant ist mit der Person, dass wir so was auch im eins zu eins dann einfach machen. Absolut, natürlich. Ja. Ja, spannende Dinge, da passieren. Bianca-Maria Klein: Ja, schön. jetzt ... Ja, unglaublich. Auch das manchmal, wenn man nur einen Spaziergang macht beim Coaching, genau diese Bilder zu nehmen. Schau mal zurück, geh mal auf eine andere Höhe oder stell dich mal auf so einen Baumstamm oder so. Also, da kann man ganz viel machen. Und ich Ich frege manchmal auch Leute an, man muss auch nicht ausgebildeter Coach oder Therapeut sein. Man kann das auch ganz viel ... mit Freunden machen, zu sagen, hier unterstützt mich mal vielleicht mit ein paar Fragen, die man hier in einem Podcast oder so hört. Denn einfach dieses dieses auf das Problem zugehen, auf dieses negative Gefühl zugehen und zu gucken, was steckt dahinter? Da braucht man nicht immer nur Profis, sondern es sind einfach viele kleine Fragen, die man bei einem Spaziergang zum Beispiel sich schon mal beantworten kann. Ja, total toll. André Bender: Ja. Ja. schon allein die Frage, was möchte ich eigentlich wirklich? Also was ich wirklich selbst möchte und sich dieser Frage wirklich zu widmen, kann ganz tiefe Prozesse anregen und aber ist letztendlich die Frage, die uns halt auch bewegen sollte. Weil es geht da erstmal darum zu erfahren, was möchte ich denn selbst? Wie soll ich mit anderen oder wie soll ich gerade als Führungskraft auch andere führen, wenn ich selbst total unglatt bin mit mir selbst in der eigenen Führung? Oder vielleicht eine Führung Lebe im Außen, für mich völlig unpassend ist. Weil ich vielleicht jemand bin, der sehr gut in der Kommunikation ist und der gerne mit Menschen so in Kontakt bleibt und die Leute vielleicht motiviert unterstützt. Und nicht der, der vielleicht ganz klare Strukturen setzt und sagt so, ich sag so und so so geht's lang. Und das ist genau mein Stil. Und die Leute können mir deswegen folgen, weil ich genau mein Stil lebe. Aber wenn der eine versucht, das andere zu machen, ist schwierig. ist einfach da, da ist es meistens konfliktreich und anstrengend und funktioniert nicht so. Das kennst du aus deiner Arbeit mit Sicherheit. Bianca-Maria Klein: Ja, natürlich. Und genau das ist es mit den Erwartungen. Das ist ja immer so genau die Frage, die wenn man sagt, was willst du eigentlich, ich frage dann die Frage eigentlich eher, was sind eigentlich deine eigenen Erwartungen und angefangen von dir selber, was erwartest du von dir? Und was ganz oft meine Beobachtung ist, die wenigsten haben sich da Gedanken drüber gemacht. Dieses, was willst du, was erwartest du von dir, was erwartest du wirklich von anderen? André Bender: Ja. Bianca-Maria Klein: Da brauchen Sie viel mehr Zeit, sich das zu überlegen. Und ich gebe das oft so als Aufgabe mit, ⁓ dann in der nächsten Session das zu besprechen. Sie können seitenweise... André Bender: Unspannend ist ja auch, wenn du von dem Punkt sprichst, sagen, das meine Erwartungen oder sind das Erwartungen, ich gelernt habe, die ich noch nie hinterfragt habe, das kennst du. Bianca-Maria Klein: Ganz genau, genau. Und was steckt denn da? Ist das real? das wirklich wahr? Oder projizierst du das gerade nur? Und die meisten können ganz lange Listen machen, was sie glauben, was andere von ihnen erwarten. Und da auch dann gucken, stimmt es denn überhaupt? Also wer sagt dir das denn, dass jetzt deine Eltern, deine Führungskraft, deine Geschwister, deine Freunde wirklich all das erwarten? Und dann ist es so ein spannender Prozess, das dann immer wieder durchzustreichen. Nee, stimmt gar nicht. Nee, stimmt gar nicht. Ja, weiß ich eigentlich gar nicht. Muss ich ein Fragezeichen hinterher machen und erst mal abklären? Und bei sich selber zu spüren, ich lasse das oft gar nicht zu, was ich wirklich von mir erwarte. Und die Erwartungen, die ich an mich habe, sind eigentlich eher die von anderen. Und genau diesen Prozess, ich sage zu einmal, es ist wesentlich leichter, das mit Moderation zu machen oder mit Unterstützung, weil man ganz schnell diese Fragen wegschiebt und sagt, ach, André Bender: Ja, absolut. Natürlich. Bianca-Maria Klein: habe ich jetzt gar keine Zeit zu oder habe ich jetzt gar keine Lust zu oder irgendwas in einem sagt dann plötzlich ach dann gucke ich doch noch mal lieber auf meinem Handy check meine E-Mails oder höre mir eine Musik an weil ich diese Fragen die ja schon schwierig sind innerlich die triggern mich schon weil ich genau weiß ich will die Antworten gar nicht hören genau und ich glaube aber das ist halt so dieser Beginn sich selber näher zu kommen auch sicherer in sich zu werden ⁓ dann etwas zu machen André Bender: Mhm. Ja. Bianca-Maria Klein: was einem viel mehr Freude macht. Hätte ich diese Sicherheit damals schon gehabt, wäre ich wie meine Kollegin nach drei Monaten gegangen oder nach drei Wochen schon. in Beziehungen ausgestiegen und zu sagen, du war ein Versuch wert, aber ist nicht das, was ich mir vorstelle. Deswegen lade ich auch immer interessante Menschen ein wie dich, ⁓ andere wieder einzuladen, holt euch Unterstützung, geht diesen Fragen nach, weil es so eine spannende Reise ist. André Bender: Ja, richtig. Ja. Bianca-Maria Klein: Das ist so toll. André Bender: Ich habe da auch immer ein spannendes Bild oder Metapher dafür, warum wir vielleicht auch an solchen Punkten, weil ganz viele Menschen struggle ja und ich kenne das selber, wirklich in einen tiefen Prozess mit dir selber zu gehen, wo du merkst, boah, da kommt was hoch, das ist sehr heftig, sehr emotional. Kann sein, dass wir automatisch davon abtreffen, weil unser System versucht uns zu schützen, weil in anderen Zeiten haben wir das vielleicht nicht halten können und deswegen war es gut, nicht im Kontakt damit zu sein. Es gibt einen Grund, warum es wir nicht. Kontakt haben lassen oder halt in Kontakt treten lassen. Und ich habe da immer ein schönes Beispiel, was eigentlich relativ einfach ist. Wenn wir zum Beispiel eine Wunde haben, wir haben vielleicht eine Schnittverletzung und die ist vielleicht jetzt einfach versorgt für den ersten Moment. Wir haben eine Pflasterruhe gemacht, irgendwann wieder zugewachsen, aber sie heilt nicht. Die Wunde ist zwar nicht mehr offensichtlich da, aber unterhalb der Wunde, die jetzt vielleicht zu ist, hat sich was entzündet. Es ist Eidrig, was auch immer. Es ist noch was drin. Dann würden wir auch nicht selbst alleine hingehen und sagen, Ja, das schneide ich mal auf und gucke mal rein. Sondern wir würden uns auch erst mal jemand holen, der Ahnung hat davon und sagt, okay, wir gucken mal, was da ist. Vielleicht betäuben wir den Armen erstmal, je nach Schweregrad. Aber wie können wir vielleicht etwas für uns halten lernen, weil jemand anders im Raum ist, weiß, okay, da ist genug Sicherheit in diesem Raum, dass ich mich dieser Frage wirklich öffnen kann. Und an einen Punkt mich öffnen kann, wo es auch mal wehtut kurz. Das ist natürlich so eine Sache oder so ein Bild, wo dann Menschen verstehen, ja, okay, ich verstehe jetzt, warum ich vielleicht an manchen Punkten nicht wirklich selbst da rankomme, wo ich vielleicht mit jemand anderem zusammen dann deutlich leichter rankomme. Bianca-Maria Klein: Ja, ein total schönes Bild. Absolut. Ja, ja. Und wenn wir Zahnschmerzen haben, fangen wir auch nicht an, irgendwie da drin rumzustochen. Ja, du hast völlig recht. Das ist ein total gutes Bild. genau. Also vielleicht gibt es ein paar, die das machen würden. ja, und dann hinterher ist vielleicht Bräuen. Aber nee, absolut, absolut. Ein ganz tolles Bild. Ja, ja. Und ich habe da nochmal, ich muss leider ein bisschen auf die Uhr gucken, weil ich könnte ja schon wieder stundenlang mit dir reden. André Bender: Szenen zu ziehen oder so. Ja. Bianca-Maria Klein: Aber jetzt frage ich dich mal, was war denn, wenn du magst, das zu teilen, was war denn dein Prozess? Ich finde ja immer sehr spannend, auch gerade, ⁓ Leuten Mut zu machen, vielleicht auch mal einen anderen Weg einzuschlagen. Du hast ja auch nicht mit den ganzen Themen sofort gestartet, als du mit der Schule oder so fertig warst. Was war denn, vielleicht nimmst du da mal die Hörer und Zuschauer mit, was so dein Prozess war. André Bender: Ja. Ja, wie gesagt, ich komme selbst aus der Führungsarbeit und das lag daran, dass ich in den eigenen Familienbetrieb reingewachsen bin. ein Betrieb mit um die 10 bis 20 Mitarbeiter, je nachdem, mit zensionalen Kräften auch. heißt, unterschiedliche Menschen, sei es jetzt deutsche Menschen, die angestellt waren oder auch polnische Arbeitskräfte, die natürlich nur für zwei, drei Monate da waren, was eine ganz andere Arbeitsmotivation darstellt, wie jetzt Menschen, die immer da sind. Also das war schon mal so bisschen herausfordernd im Familienbetrieb und ich bin da erstmal reingewachsen in meine Führungsrolle. und habe da auch viel mit Erwartungen zu tun gehabt, wie du das schon so schön erklärt hast. habe dann sehr viele Erwartungen im Außen erfüllt. Ich habe sehr versucht, eine Rolle zu leben als Führungskraft, wo ich dachte, okay, das funktioniert halt irgendwie und alle anderen finden es auch gut. und bin aber dann relativ schnell an den Punkt gekommen zu merken oder nicht relativ schnell irgendwann schmerzhaft an den Punkt gekommen, wo mir bewusst geworden ist, das läuft alles gar nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt habe. Das ist gar nicht so, das kommt nicht so an bei den Menschen oder ich bin gar nicht wirklich im Kontakt. da verschiedene Dinge dann erlebt. Ich mag da gar nicht ins Detail gehen, auch den einzelnen Menschen nicht irgendwie da zu nahe zu treten, sondern eher die Dynamiken an sich waren einfach nicht gut. Und habe dann für mich einfach überlegt, lange wie ich möchte ich eigentlich Führungskraft sein und wie möchte ich als Führungskraft meinen eigenen Betrieb führen. Und dann bin ich an Punkte gekommen, ich gemerkt habe, das hat ganz viel mir selbst zu tun, mit eigener Entwicklung, wo ich lange Zeit durchgegangen bin. Was hält mich davon ab, vielleicht klare Grenzen zu setzen? Was hält mich davon ab, in Kontakt mit den Menschen zu sein, denen auch zu vertrauen, Vertrauensvorschuss zu geben? Wenn ich alles kontrolliere, muss ich auch immer da sein, ⁓ alles zu kontrollieren. Und Ende des Tages können wir nie alles kontrollieren. Bianca-Maria Klein: Hm. André Bender: Das geht gar nicht. Das Illusionen, die Kontrolle über alles zu haben. Und so war ein Weg, Beispiel, ganz viel Verantwortung zu lernen, abzugeben. Ich konnte damit eigentlich in den letzten Jahren, wo ich dann noch im Betrieb war, relativ stabiles Team aufbauen. Ich gemerkt habe, in allen Bereichen habe ich meine Menschen, die sich darin auskennen und nur die eigenverantwortlich arbeiten können. Ich kann auch einfach nicht da sein mal und es passiert nichts. Die Menschen wissen trotzdem Bescheid. Das war ein sehr spannender Prozess, da hinzukommen. ein cooles Team aufzubauen, ⁓ mich selber mehr mehr rauszunehmen und meine Arbeit wieder machen zu können oder halt einfach zu jonglieren zwischen den Dingen, die dann trotzdem natürlich im Arbeitsalltag als Führungskraft da sind, die wir alle kennen. Herausforderungen, dass vielleicht dann mal doch jemand krank ist und dann was verändert werden muss oder dass halt Zahlen, Druck oder was auch immer alles da ist an täglichen täglichen Herausforderungen. Genau. Und so bin ich dann da rausgewachsen und habe natürlich auf diesem eigenen Prozessweg dann irgendwann gemerkt, das ist nicht mehr meins. Das ist ja gar nicht das, was ich für meine Zukunft mehr vorstelle. Und habe mich dann entschieden, und auch das war jetzt kein Übernachtprozess, sondern einfach ein Prozess der Selbstentwicklung, irgendwann zu sagen, das möchte ich nicht mehr. Und bin dann auf die Reise gegangen, was möchte ich eigentlich? Und dann habe ich natürlich auch festgestellt, okay, was habe ich auch schon immer gerne gemacht, mit Menschen gearbeitet und Menschen dabei unterstützt. Wie sind sie auf eine natürliche Art und Weise motiviert und nicht auf eine, ich gebe so viel Druck rein, dass sie halt schnell genug ihre Arbeit erledigen. und kam dann halt zum Thema Coaching und auch zum Thema Therapie, weil mich das auch sehr interessiert hat. Und dann kamen halt viele Punkte zusammen, wo ich mich dann mehr und mehr in meiner eigenen Praxis gesehen habe und dann halt vor mittlerweile fast sechs Jahren dann selbstständig gemacht habe. Bianca-Maria Klein: Spannend, da haben wir glaube ich auch die Parallele, dass wir ungefähr den gleichen Zeitraum wirklich diesen Schritt gestartet haben. Ja, und deswegen war mir das nochmal so wichtig, auch von dir, das ist ja im Prinzip die Bestätigung von dem, wo wir eingestiegen sind, dieses man kommt aus Situationen raus. Und ich glaube bei dir auch nochmal zu betonen, es waren Familienunternehmen, das ist ja nochmal schwieriger, da einfach zu sagen, hier Jungs, ich habe keine Lust mehr. Da hängen ja ganz viele andere Erwartungshaltungen. André Bender: Ja. Bianca-Maria Klein: und Loyalitäten und Bilder, mit denen man aufwächst. Eine Vorstellung von der Familie, unser Sohn Andre macht das mal weiter. Da sind ganz viele Bilder, die bei mir alleine, obwohl ich gar nicht dabei bin, existieren und sich kreieren. Das heißt, du hattest ja dann noch mal wahrscheinlich mehr dieses Gefühl, was passiert, wenn ich sage, ich möchte was ganz anderes machen. da Mut zu machen, Mut dann auch zu haben und André Bender: Das geht. Bianca-Maria Klein: den Mut zu anderen zu machen, man kommt da raus. Weil am Ende ist es ja viel wichtiger, dass du mit deinem Leben etwas gestaltest, was für dich relevant ist und wo du auch mit deinen Ressourcen etwas Sinnstiftendes kreierst, anstatt irgendwo in einem Betrieb zu bleiben, wo du Erwartungen von anderen erfüllst. André Bender: Mmh. Ganz klar. Und natürlich in dem Beispiel jetzt wie bei mir war natürlich auch klar, wenn ich jetzt nicht weitermache, dann wird dieser Betrieb enden und die Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Mein Vater hat vielleicht nicht das, was er schon die letzten 20 Jahre darauf hingearbeitet hat, dass wir weiterkommen und dass ich den Betrieb in gesunder Weise übernehmen kann. Der hat natürlich auch viel vorbereitet dafür, aber auch in einer Art und Weise, dass er trotzdem noch die Flexibilität auch gehalten hat, dass ich nicht das absolut machen muss. Bianca-Maria Klein: ⁓ ja. André Bender: Aus meiner Sicht hat er das auch einfach super gemacht, weil er für sich einfach abgeschlossen haben kann oder abschließen konnte, zu sagen, nach so und so vielen Jahren bin ich einfach mit dem Betrieb auch durch, dass ich aufhören kann, wenn etwas nicht so gut läuft. Dementsprechend hat er eigentlich schon die Chance damit auch gegeben zu wählen, möchte ich jetzt investieren in eine Zukunft, in der ich eigentlich nicht sein möchte oder gehe ich raus? Und die Erwartungen, wie du schon gesagt hast, das sind natürlich auch nicht erfüllt. Dadurch habe ich ja ganz viele Erwartungen nicht erfüllt. Und du bekommst dann auch nicht sofort die Rückmeldung von, ja super, finde ich ganz toll, dass du das machst, sondern erst mal so, warum, du hast das doch immer gerne gemacht. Und das ist dann, wenn wir jetzt mal im Persönlichen sind, da war der People-Pleaser oder halt die Person, die im Außen lächeln konnte und innerlich eigentlich schon nicht mehr wirklich viel gefühlt hat. weil ich mich so weit von mir selbst getrennt habe. Anfang 20, Mitte 20, wo ich dann einfach gemerkt habe, ich muss hier raus, das ist nicht mein Weg. Aber im Nachhinein viele Menschen, mit denen ich natürlich auch vom beruflichen oder meinem Vater oder so, wo dann einfach merken, es war ein guter Weg und auch für andere haben sich neue Türen geöffnet. Vielleicht nicht für jeden, aber genau. Bianca-Maria Klein: Ja, und ich finde, da darf man noch dazu sagen, und ihr habt ein gutes Verhältnis. man, vielleicht fragt sich jetzt der eine, andere, okay, was ist dann passiert? Und das ist ja auch nochmal schön, einen Konflikt dann wirklich zu durchleben mit einem anderen, weil das ist ja ein Interessenskonflikt sicherlich und gleichzeitig natürlich ein Beziehungskonflikt. Und da dann wirklich reinzugehen und mit dem Vater in dem Falle zu sprechen oder wahrscheinlich mit der ganzen Familie zu sprechen. Das im Prinzip dann aber mit einer guten Intuition und aber auch Intention zu tun. Und deswegen, weil du am Anfang, als wir noch nicht online waren, hast du auch erzählt, Vater kümmert sich gerade ⁓ deinen Hund. Also das sind ja wichtige Bilder, die man hier mitgibt. Das ist alles durchlebbar. Und da ist wahrscheinlich von auf den Seiten deines Vaters sicherlich auch jemand gewesen, der am Ende gesagt hat, okay, bringt ja nichts, den Sohn jetzt zu zwingen oder ihm böse zu sein. André Bender: der Bianca-Maria Klein: oder die Erwartung, da überzustülpen. Von daher auch noch mal ein ganz entscheidender Punkt, finde ich. Dass man da ... Und das war bei mir genauso, ne? Da waren auch viele Konflikte, die plötzlich entstanden sind. das auszuhalten. Wenn ich jetzt gucke, wie viele Leute, die mit der Nase gerümpft haben, als ich dann keinen Job mehr hatte, nicht mehr festangestellt war und diese Idee der Selbstständigkeit hatte, und alle sagen, ja, genau. mhm, ja, ja, Coaching gibt's wie Sand am Meer. Fang du mal an und mal gucken, wie lange du aushältst. Und du das auch mal so ... André Bender: Absolut. Ja. Bianca-Maria Klein: Die sagen es nicht immer, aber du fühlst es. Und wie sie jetzt dann halt schauen und sagen, ach Mensch toll, wie lange machst du das jetzt schon? Und echt? voll, Und so kannst du davon leben. Und das so, das auszuhalten und trotzdem an diesen eigenen wirklich durchdachten Erwartungen festzuhalten. Total spannend. Und Andre, wir reden jetzt schon fast über eine Stunde. Ich habe immer noch am Ende zwei Fragen, die ich allen meinen Gästen stelle. André Bender: Ja. Ja. Mmh. Bianca-Maria Klein: Und wenn du magst, auch dir, obwohl ich tatsächlich hätte noch mehr Fragen auf meiner Liste. Dann müssen wir das noch mal aneinander machen. Aber es sind immer so zwei Fragen. Die erste ist und wahrscheinlich hast du das schon in einigen Teilen beantwortet. Aber wenn du jetzt zurückschauen würdest auf dein 20-jähriges Ich, also der Andre, als er 20 war, was würdest du ihm jetzt aus der heutigen Sicht sagen oder raten und mitgeben? André Bender: Ja. spannend. Es eine sehr berührende wirklich da hinzugehen und zu sagen, was hätte der damals gebraucht oder... Vertrau dir selbst und bleib einfach deinem Weg treu. Du machst es. Also einfach dieses Ermutigen. Du bist auf dem richtigen Weg und du willst den richtigen Weg auch gehen. Vertrau dir selbst und deiner Intuition. Denn die so stark, dass es dich irgendwann nach Bali führt. Spontan. Und halt auch ganz neuer Wege. Aus Bali im Podcast. Bianca-Maria Klein: In den Podcasts, man wie ein Kamarier. Schön, Ja, schön. Ja, Vertrauen, großes Thema. Interessant, dass man gerade so am Anfang des Lebensgestalten natürlich wahrscheinlich auch noch nicht haben kann mit Lebenserfahrungen, die dazukommen. Aber geht mir genauso, dieses viel mehr ins Vertrauen zu gehen, sagen, hey, André Bender: Ja. Bianca-Maria Klein: Du machst das schon richtig, finde ich sehr schön. Ja, ein schönes Bild. Die zweite Frage, Andre, ist, stell dir vor, du hättest alles Geld der Welt. Ja, ein Esel vor der Tür, der dir alles ausspuckt, was du brauchst. Und du hast genug Zeit und auch keinen Zeitdruck. Und du hast überhaupt keine Angst. Was würdest du ab morgen tun? André Bender: Das ist eine spannende Frage. Ich würde mir noch weniger Gedanken machen über die Zukunft, sondern einfach noch mehr. Ich das versuche ich ja sowieso sehr im Moment zu nehmen und mein Leben so zu gestalten, dass ich einfach merke, okay, das ist jetzt gerade der richtige Schritt, egal ob es sich logisch oder nicht anfühlt. Das ist intuitiv gerade mein nächster Step. Und wenn ich da mir selbst in diesem Vertrauen bleibe, ich glaube, würde durch diese Sache noch mal verstärkt werden, einfach zu sagen, Alles läuft und ich bin in der richtigen Richtung unterwegs. Also einfach weiter in diesem Weg zu gehen, intuitiv im Vertrauen zu dem, was passiert. Bianca-Maria Klein: Schön, sehr gut. Okay. Und ich glaube, du bist tatsächlich das, was ich von dir jetzt ja auch in den letzten Wochen so mitkriege. Du machst das schon richtig gut, dieses Moment und Dinge machen, wenn sie sich richtig anfühlen. Da lade ich euch auch ein auf deinem Instagram-Kanal mal ein bisschen zu schauen. Du machst auch ganz schöne Videos, wo du auch dich ja so öffnest und Leute mitnimmst in deine Geschichte und über Gefühle sprichst. Deswegen, für mich ist das immer ganz, also es fühlt sich alles so intuitiv und real bei dir an, das ist authentisch, das finde ich total schön. Also sehr schön, okay, gut. Also wir werden daran arbeiten, dass dieser Esel noch vor der Tür steht und wenn es nur der Esel gemäht hat. André Bender: Ja, danke dir. Ja, um jetzt nicht so diese Blase aufzumachen, das bei mir alles super easy ist. Es wirkt vielleicht sehr easy, aber ist natürlich zum einen ein Prozess und es ist auch eine tägliche Praxis, genau da drin zu sein. Und da sind wir eben bei Gefühlgefühlen. Denn intuitiv zu sein heißt auch, da kommen manchmal Dinge, tagsüber oder ... Das muss ja nicht jeden Tag sein, aber es sind Dinge, einfach hochkommen. Und wenn ich es schaffe, das einfach zu fühlen und gar nicht da ins Drama einzusteigen, dann geht es danach einfach weiter und das ist okay. Und den Struggle habe ich genauso wie alle anderen auch. Auch wenn wir diesen Job machen, kennst selber, wir haben auch ein Nervensystem, was reagiert. Bianca-Maria Klein: Ja, absolut. Aber das finde ich bei dir gerade so, dass du lässt die Leute auch teilhaben daran, dass in dem Beruf selber, in dem man arbeitet, und man arbeitet ja in dem Beruf auch, weil es einen selber berührt und Themen da sind, die man auch nachvollziehen kann. Und deswegen, du machst das, ich, so wertschätzend und indem du dich auch selber öffnest und Menschen zeigst, hier, ich unterstütze euch, aber das heißt noch lange nicht, dass ich die Themen nicht selber habe. Und es geht mir genauso. André Bender: Ja. Bianca-Maria Klein: Ich teile ja auch gerne auch hier im Podcast, aber auch in meinen Coachings so oft auch eigene Geschichten, ⁓ zu zeigen hier, ich kenne das und das hört nie auf. Ich glaube sogar, dass in dem Moment, wo man sich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und sich auf diesen Weg macht, wird es ja manchmal noch intensiver. Es gibt sogar Tage bei mir, wo ich sagen würde, jetzt reicht es aber langsam. Ich will nicht noch mehr Erkenntnisse haben, aber. André Bender: Mhm. Bianca-Maria Klein: Es ist am Ende immer so ein bereicherndes Gefühl, ganzen mehr auf die Strecke zu kommen. Schön. Ach, Andre, ja, wie gesagt, ich rede so gerne mit dir und es macht mir so einen Spaß, weil du hast auch so eine schöne Art, die Dinge zu erklären. Also alle, hier zuhören, wenn sie mit dir arbeiten wollen, wir verlinken einmal natürlich deine Webseite, dein Instagram-Kanal, dann hast du ja die Beziehungsseminare. André Bender: Ja, absolut. Bianca-Maria Klein: Vielleicht magst du da noch mal einen Satz zu sagen, ist das online oder offline? André Bender: Hm? Im Moment ist es einfach erst mal rein online. Es ist ein Abendseminar, geht so rund zwei Stunden und geht eben ganz viel darum zu verstehen, wie bin ich selbst so Mensch in Beziehungen? Warum bin ich in Beziehungen, die vielleicht nicht gut tun? Also eh nichts, was wir vorhin besprochen haben, gehen wir da in die Tiefe. Was hält mich da drin? Warum habe ich toxische Beziehungen? Und wie kann ich aus diesen einzelnen Punkten auch lernen, da rauszukommen und nächste Schritte zu gehen? Ganz viel Selbsterkenntnis, Selbstreflektionsarbeit, die wir da machen an diesem Abend. Man hat einen anderen Blick auf die Beziehungen, auf alle die Beziehungen, die wir im Leben führen nach diesem Abend. Bianca-Maria Klein: Okay, schön. heißt, und das ist auch auf deiner Webseite verlinkt dann wahrscheinlich, wo man sich anmelden kann. Super. Und dann wirst du noch einen Link haben dann zu deinen Führungskräften-Workshops in den Bergen. Verlinke ich auch. Ja, toll. Super. Andre, ich danke dir. Ich danke dir für diese wunderbar, für mich auch erkenntnisreiche und sehr, sehr wertschätzende, wertschätzendes Gespräch und Zeit. Danke, danke. Und wir bleiben ⁓ in Kontakt. André Bender: Genau. Genau. Ja. Cool. Ja, ich danke dir. Danke, Frister Weißer. Bianca-Maria Klein: Danke dir. Und jetzt wünsche ich dir eine ganz großartige Zeit auf Bali. Schick uns dann ein bisschen Vibes rüber und hab eine gute Zeit. Pass gut auf dich auf und wir sehen uns ganz bald wieder. Vielen Dank, dass du da warst. André Bender: Ja. Ich danke dir, Bianca. Bianca-Maria Klein: Tschüss!