Latest / «Call the Boss» / Fabio Regazzi: "Die Wertschätzung der Menschen für die Wirtschaft hat abgenommen"
Transcript
- 0:00Wenn man Präsident des Tussiner Jägerverbands gewesen ist, dann
- 0:04sind alle Aufgaben fast ein Spaziergang.
- 0:10Ein Format vom Schaffhauser Wirtschafts Newsletter Zahltag,
- 0:13unterstützt von GF und Radio Munot.
- 0:16Karl The Boss Folge 100 Fabio Rigazzi,
- 0:19Verwaltungsratspräsident Regazzi Holding SA und Präsident des
- 0:23Schweizerischen Gewerbeverbandes.
- 0:26Hallo. Hallo Fabio, Hallo, hier ist die
- 0:29Robin Blank vom Wirtschafts Newsletter Zahltag.
- 0:31Hallo, wie geht es dir? Mir geht es gut, wir sind mitten
- 0:37in der Session, wir sehen uns eine anstrengende Zeit, aber
- 0:42aber es geht, das gehört zur zu meiner Aufgabe als
- 0:47Parlamentarier. Was für Entscheide stehen denn
- 0:49heute an im Ständerat? Was und worum geht es heute?
- 0:53Gestern ging es um um Wolf. Ja, das interessiert dich,
- 0:57jawohl. Ein Dauerbrenner im Parlament
- 1:01heute. Gingen gehe es um die die
- 1:05Zulagen für die Kinderbetreuung. Also spannende Themen und du
- 1:10bist als Ständerat da hautnah mit dabei.
- 1:14Fabio, ich frage dich, du bist Präsident des Schweizerischen
- 1:18Gewerbeverbandes, du hast von Jean Francois Rime 2021 dieses
- 1:21Amt übernommen gefällt dir diese Aufgabe als Präsident des
- 1:25Gewerbeverbandes? Ja, mir gefällt diese Aufgabe.
- 1:29Das ist natürlich eine anspruchsvolle Aufgabe.
- 1:33Ich hatte auch eine ziemlich schwierige Zeit vor einem Jahr
- 1:37aus interne Gründen, aber wie ich immer sage, wenn man
- 1:43Präsident des Tessiner Jägerverbands gewesen ist, dann
- 1:47sind alle Aufgabe fast ein Spaziergang, Spass beiseite,
- 1:52nein, es ist anspruchsvoll, aber auch Inter.
- 1:55Essant und spannend. Ich freue mich auf diese, auf
- 1:58dieses Mal. Die Aufgabe, diesen grossen
- 2:00Verband zu führen. Du hast gesagt, das ist nicht
- 2:02immer ganz einfach, es gibt ja ganz viele Firmen, die bei euch
- 2:06Mitglieder sind und ein grosser Teil der Arbeitsplätze in der
- 2:09Schweiz, die sind unter deinem Verband zusammengefasst.
- 2:13Wie denkst du, muss dich dein Verband, der die Interessen
- 2:16dieser ganzen Mitglieder vertritt, wie muss sich der
- 2:18entwickeln, wohin geht die Reise?
- 2:21Ja, es ist tatsächlich so. Also weil ist sehr breit
- 2:25abgestützt. Aber wir vertreten hauptsächlich
- 2:29die KMU, die in der Schweiz. Eine sehr wichtige Rolle
- 2:34spielen. Wohin führt die Reise?
- 2:37Also es geht wirklich unterschiedliche Interessen und
- 2:41der der, der diese Verbände, die bei uns Mitglied sind und es ist
- 2:45nicht immer einfach, einen gemeinsamen Nenner zu finden,
- 2:49aber unser Hauptthema, was uns seit Jahren beschäftigt, ist der
- 2:54Regulierungsabbau, weil wir sind überzeugt, dass wir jetzt zu
- 2:58weit gegangen sind und. Die Perspektiven sind negativ in
- 3:03diesem Zusammenhang. Bei Regulierung verursacht
- 3:07Kosten und für die KMU, das ist fast unerträglich geworden und
- 3:13wir müssen hier ein paar Schritte zurück machen und wir
- 3:17setzen uns in diesem Sinne. Ein, wenn man nach Amerika
- 3:20blickt, da hat ja Donald Trump gesagt, ich hole mir ihren Must,
- 3:23der muss quasi ganz viel Regulierung und Verwaltung muss
- 3:26ja abbauen, findest. Du das eine gute Idee was Trump
- 3:29da macht. Dann werden wir im Nachhinein
- 3:32sagen können aber, dass man versucht, die das
- 3:36Bürokratiemonster, das wir aufgebaut haben, zu reduzieren,
- 3:43ist in meiner Einschätzung positiv.
- 3:46Und Elon Musas die richtige Person ist, bleibt
- 3:49dahingestellt. Aber das Ziel an sich ist
- 3:53richtig und gut und wir sollten auch hier etwas versuchen.
- 3:58Aber leider erfolgen wir immer mehr Europa.
- 4:02Die in, in die die genau andere Richtung.
- 4:05Also man sagt per Zufall, dass USA investiert und EU reguliert,
- 4:12das ist sehr wahrscheinlich leider so und die Schweiz muss
- 4:15aufpassen. Jetzt haben wir gerade am 24.
- 4:18November eine grosse Abstimmung gehabt, da ging es auch um die
- 4:21Autobahn, um den Ausbau der Engpässe an 6 Stellen in der
- 4:25Schweiz und das wurde vom Volk abgelehnt.
- 4:28Wie beurteilst du dieses Ergebnis jetzt auch aus Sicht
- 4:30der Wirtschaft? Natürlich ein Husten von Anfang
- 4:33an. Dass diese Abstimmung schwierig
- 4:36gewesen wäre. Und es war tatsächlich so, sogar
- 4:39schwieriger als. Vorgestellt habe.
- 4:43Wir hatten natürlich unsere Argumente, die nicht
- 4:47durchgekommen sind. Gegen Front hatte eine schwache
- 4:51Rolle und haben gewonnen. Das wissen wir für die
- 4:56Wirtschaft, das ist sicher ein schlechtes Signal.
- 4:59Eine solche Abstimmung zu zu verlieren, aber das ist auch
- 5:03schlecht, nicht nur für die Wirtschaft und für die unsere,
- 5:07unsere Unternehmen, aber auch für die Bevölkerung, weil ich
- 5:11glaube, wir haben Interesse an funktionierenden
- 5:13Infrastrukturen, sei es für für den die Bahn, aber auch für die
- 5:19Autofahrer und und LKW Fahrer. Aber leider war es nicht so und
- 5:24wir müssen natürlich. Uns Gedanken machen an einer
- 5:29vertieften Analyse machen und und dann schauen wir.
- 5:32Das korrigieren können. Jetzt gab es ja auch Kritik an
- 5:35der Kampagne. Die wurde auch vom
- 5:36Gewerbeverband mitgeführt, dass das zu brav gewesen sei.
- 5:40Das Sujet mit diesen Puzzleteilen, was sagst du dazu,
- 5:43war die Kampagne zu brav? Ja, im Nachhinein sind alle
- 5:48klüger. Immer.
- 5:50Immer. Wir wissen immer, wie man das
- 5:53hätte machen müssen. Es kann sein, aber das war nicht
- 5:56nur das entscheidende Gewerbeverband, alle
- 5:59Organisationen, die mitgemacht. Abend und es waren viele haben
- 6:03dieses Konzept zugestimmt. Wir wollten nicht die Strasse
- 6:07gegen die Bahn ausspielen, weil wir denken, dass es braucht
- 6:10beides, also das Motto war miteinander und nicht
- 6:14gegeneinander, vielleicht kann es zutreffend sein, dass wir zu
- 6:19brav waren, dass wir die Kampagne etwas zualisieren
- 6:24hätten müssen. Ich glaube nicht, dass das
- 6:28Endergebnis wäre. Hätte diese Abstimmung war
- 6:31einfach, war schloss wahrscheinlich nicht zu
- 6:34gewinnen. Unter solchen Voraussetzungen.
- 6:36Zu viele Faktoren haben zusammengespielt, negative
- 6:40Faktoren meine ich und und das eben das Endergebnis war
- 6:45derjenige, der das wenige, dass wir erlebt haben.
- 6:48OK. Ich möchte den Blick auf die
- 6:50gesamte Wirtschaft in der Schweiz ausweiten.
- 6:53Ich rede ja jede Woche in diesem Podcast mit Führungspersonen aus
- 6:55der Wirtschaft und ich spüre sehr viel Engagement, ich spüre
- 6:58Gestaltungswillen, aber welches Standing hat die Wirtschaft,
- 7:02haben die KMUS im Bewusstsein der Menschen in der Schweiz
- 7:05heute? Ja, eine gute Frage und eine
- 7:08berechtigte Frage. Ja, ich musste feststellen, dass
- 7:12die Wertschätzung der Wirtschaft in der.
- 7:16Bevölkerung in den letzten Jahren.
- 7:18An Bedeutung verloren hat. Das finde ich sehr, sehr schade
- 7:24und bedenklich. Aber es ist einfach so, wenn wir
- 7:29die letzten Abstimmungen schauen.
- 7:34Dann das Fazit ist klar, als Wirtschaftsverträge haben wir
- 7:39einen Durchlaufkraft verloren, aber das gilt auch für die
- 7:43Parteien, das möchte ich betonen und auch für das Parlament und
- 7:48Bundesrat also. Wir sind alle im gleichen Boot.
- 7:51Aber woran liegt das? Ich ich teile deine Analyse,
- 7:54aber was ist der Grund? Ja, ich glaube, und das sollte
- 7:58fast als paradox Tönen. Das unser Wohlstand hat dazu,
- 8:04dass das wir erreicht haben, dazu geführt, dass die Leute
- 8:08glauben, dass alles, was wir haben, also von Gott gegeben und
- 8:15ja, pro katorisch würde ich sagen, dass das Problem, wenn
- 8:19man das so sagen kann. Ist das uns zu gut geht und wir
- 8:23glauben, dass wir jetzt nicht mehr mehr zu tun haben für unser
- 8:28Wohlstand und dass wir jetzt auch uns sitzen können.
- 8:33OK, das wäre ein bedenklicher Befund, aber vielleicht hast du
- 8:36recht, du bist ja das ist das ist eine gute Einschätzung, ich
- 8:41höre dir auch immer wieder, du bist nicht nur Unternehmer, du
- 8:44bist Verbandspräsident, Du bist Ständerat, du bist auch noch
- 8:47Jäger. Wie bringst du all das unter
- 8:50einen Hut? Das sind ja wahnsinnig viele.
- 8:52Themen, die du da abdecken musst.
- 8:54Wie geht das? Ja, diese Frage wird mir oft
- 8:58gestellt. Aber ich habe versucht.
- 9:02Zu zu denken. Was, was die Antwort sein könnte
- 9:06und ich bin zum Schluss gekommen, es ist tatsächlich
- 9:08viel. Aber.
- 9:10Mein Rezept ist, ich mache es einfach und mache mich nicht
- 9:15grosse Gedanken über andere Themen.
- 9:19Ich mache, was ich machen muss und.
- 9:22Das funktioniert im Moment ziemlich gut.
- 9:25Bis ich die Kräfte und die, die Wille, mich zu engagieren, noch
- 9:31habe. Das das sollte, das sollte
- 9:34klappen, aber es gibt natürlich eine eine rote Linie und ich
- 9:38glaube, jetzt bin ich fast an dieser Linie, OK.
- 9:43Angekommen? OK, dann hoffe ich, dass du die
- 9:45rote Linie noch ein bisschen vermeiden kannst.
- 9:47Wenn ich dich frage, welche führungsgrundsätze du befolgst.
- 9:52Weil du ja dein Unternehmen führst, weil du ein Verband
- 9:54führst. Welche Grundsätze nimmst du da?
- 9:57Ja, auch hier. Das ist eine gute Frage.
- 9:59Ich würde sagen, es gibt Grundsätze, die für alle gelten,
- 10:03und das sind fast Standards, Grundsätze, zum Beispiel
- 10:07Ehrlichkeit in der Führung, Transparenz, Verantwortung und,
- 10:13und, und. Es gäbe auch andere, aber für
- 10:16mich, für mich gilt vor allem. Eine Regen in der Führung und,
- 10:21und das ist. Folgende Moment, ich muss jetzt
- 10:25das auf auf Deutsch übersetzen, es gibt keine Probleme, es gibt
- 10:31nur Lösungen. OK weil ich habe mich oft mit
- 10:34meinen Mitarbeiter geärgert, weil sie sind zu zu mir
- 10:37gekommen. Ja ich habe diese Freude, ich
- 10:40habe dieses andere Problem und und und und ich habe natürlich
- 10:43zugehört und am Ende ja ja das Problem haben wir erkannt.
- 10:48Das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
- 10:51Aber jetzt? Was sind die Lösungen?
- 10:53Weil mich interessieren die Lösungen nicht nur die Probleme
- 10:58und dann jetzt haben meine Mitarbeiter gelernt, dass sie zu
- 11:02mir nicht kommen können sollten ohne lösungs Vorschläge oder
- 11:07Lösungsansätze, weil sonst werden sie zurück geschickt und
- 11:12es hat sich bewährt. Sehr gut.
- 11:14Das hört sich sehr vernünftig an, wenn du.
- 11:17Neue Ideen baust, wenn du Innovation machen willst.
- 11:20Wie kommst du an neue Ideen? Ziehst du dich zurück in deinen?
- 11:24In eine Hütte im oberen Verzascatal.
- 11:26Ich habe gelesen, du hast ein kleines Häuschen oder wie kommst
- 11:29du auf neue Ideen? Ja, du hast es richtig gesagt,
- 11:31wenn man neue Ideen aufarbeiten will oder möchte, dann für mich.
- 11:37Ich, ich muss mich beruhigen, ich muss in eine gute Ambiance
- 11:42sein Mutter, ich muss in eine gute Stimmung sein und das finde
- 11:46ich nur in meinem Rustico auf tausendsiebenhundert Meter in
- 11:50Versackatal, wo ich unter anderem auch jagen gehe.
- 11:54Wo ich wirklich dort die Inspiration finden kann, und das
- 12:00ist für mich die schönste Zeit ab und zu.
- 12:04Es geht nicht nur um nur um um Inspirationen, um neu Ideen und
- 12:07Informationen, es geht auch um um einfach sich ein bisschen
- 12:11Ruhe mit sich selbst zu zu finden, und das ist für mich der
- 12:16die Beste, der beste Weg. Sehr gut, Fabio, ich danke dir,
- 12:20wir sind schon am Ende. Ich wünsche dir mit einem
- 12:23Unternehmen und mit einem Verband und der Politik.
- 12:25Jagd, alles, alles Gute, möglichst wenig rote Linien
- 12:29bleibt von denen weg und bleibe uns als Verbandspräsident
- 12:31weiterhin erhalten. Alles Gute.
- 12:34Dankeschön. Das spannende Interview und
- 12:36einen schönen Tag und ich auch. Danke, Tschüss.
- 12:40All. The Boss, Ein Format vom
- 12:43Schaffhauser Wirtschafts Newsletter Zahltag, unterstützt
- 12:46von GF und Radio Munot.