Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Erholter Merz, schwieriger Herbst
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- 0:00Wir stehen vor Wahlen, wo zwei Parteien versprechen, man könne wieder ein gutes
- 0:05Auskommen mit Russland haben, wenn man das nur wolle und so einen kriegerischen
- 0:09Pfad verlassen würde, was natürlich diese hybride Bedrohung komplett ausblendet.
- 0:14Und auf der anderen Seite steht dann zum Beispiel die CDU, aber auch die SPD,
- 0:18die im Bund sich mit dieser Bedrohung auseinandersetzen müssen und natürlich
- 0:24auch entsprechend handeln.
- 0:28Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler.
- 0:38Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht.
- 0:45Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich.
- 0:50Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambuzambo,
- 0:54dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler
- 0:58Friedrich Merz sprechen und über das, was er und die Bundesregierung entscheiden oder planen.
- 1:04Mein Name ist Carlotta Richter und heute sitze ich hier mit Jan Dörner,
- 1:09unserem Chefreporter für Politik in der Zentralredaktion.
- 1:13Diejenigen, die diesen Podcast öfter hören, die kennen ihn schon,
- 1:16weil er immer wieder hier zu Gast ist. Ich freue mich sehr, dass du heute da
- 1:19bist, Jan. Ich freue mich auch. Hallo.
- 1:22Friedrich Merz ist zurück. Er ist zurück aus dem Urlaub. Ich habe hier in der
- 1:26vergangenen Woche noch mit unserer gemeinsamen Kollegin Theresa Matus darüber
- 1:30geredet, dass der Bundeskanzler ja so ein bisschen abgetaucht war in einer Zeit,
- 1:34in der sehr viel passiert ist.
- 1:37Jetzt können wir sagen, er ist zurück aus seinem Sommerurlaub, obwohl er natürlich,
- 1:42wie die Sprecher immer betont haben, nie wirklich Urlaub gemacht hat,
- 1:46sondern natürlich immer ansprechbar
- 1:48und erreichbar war und sich informiert hat über die aktuelle Lage.
- 1:54Und er hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt wieder nach seiner Rückkehr.
- 1:58Und man könnte vielleicht schon sagen, dass er da auch versucht hat,
- 2:02möglicherweise ein Zeichen zu setzen, so in Richtung,
- 2:06derjenigen, die ihn in den vergangenen Wochen dafür kritisiert haben,
- 2:10dass er sich eben nicht geäußert hat, unter anderem zu der Dürre,
- 2:13der Hitze und den Waldbränden.
- 2:16Er ist nämlich in den Hürtgenwald gefahren in NRW. Da gab es ja jetzt in den
- 2:20vergangenen Wochen den wahrscheinlich größten Waldbrand in der Geschichte NRWs.
- 2:26Er hat sich da vor Ort über die Lage informiert, er hat sich bei den Einsatzkräften
- 2:30bedankt und er hat sich auch nochmal klar dazu geäußert, dass das,
- 2:36also diese vermehrten Waldbrände auch eine Folge des Klimawandels sind.
- 2:40Und er hat auch gesagt, die Bundesregierung werde alles tun,
- 2:45um den Klimawandel zurückzudrängen.
- 2:48Aber wir müssen auch lernen, mit dem Klimawandel zu leben.
- 2:51Und er hat sich auch nochmal direkt an diejenigen gewendet, die den Klimawandel
- 2:56leugnen und gesagt, ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen,
- 2:59schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist.
- 3:03Also haben wir jetzt plötzlich, ein bisschen unerwarteterweise,
- 3:07einen Klimakanzler Merz, Jan?
- 3:11Also Klimakanzler ist sicherlich für Friedrich Merz,
- 3:15aus Sicht von Umweltgruppen oder von den Grünen keine passende Bezeichnung,
- 3:20Weil er natürlich für eine Politik steht, die den Klimaschutz,
- 3:26aber auch das Wirtschaftswachstum,
- 3:28gleichzeitig.
- 3:31Nebeneinander gleichberechtigt behandelt.
- 3:34Er ist nicht jemand, der das vorantreiben würde, wie die Grünen das zum Beispiel
- 3:40machen würden, wenn sie an der Regierung wären.
- 3:42Aber Friedrich Merz ist ja natürlich kein Klimaleugner. Er weiß um den Klimawandel,
- 3:47er weiß um die Notwendigkeit, die Erderwärmung zu stoppen.
- 3:54Ich finde das Interessante in diesem Sommer war ja, dass wir gar nicht mehr
- 3:59unbedingt in erster Linie darüber geredet haben, dass man den Klimawandel aufhalten
- 4:04müsste, sondern dass wir uns an den Klimawandel anpassen müssen.
- 4:07Und da ging es dann um Hitze und im Herbst oder im Winter wird es vielleicht
- 4:14darum gehen, dass wir uns gegen Überschwemmungen oder über Flüsse,
- 4:18die über die Ufer treten, wappnen müssen.
- 4:22Und daran, dass Friedrich Merz dann nicht unbedingt ein Klimakanzler ist, Das erkennt man daran,
- 4:29dass er sich dagegen ausgesprochen hat, die Hitzeanpassung und die Klimaanpassung
- 4:36als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern ins Grundgesetz aufzunehmen.
- 4:41Das hätte die SPD gerne gemacht.
- 4:44Dadurch wird das Handeln möglicherweise etwas schlagkräftiger des Staates,
- 4:50aber da ist Friedrich Merz dagegen.
- 4:53Wobei man sagen muss, die CDU möchte gar keine Grundgesetzänderung in dieser
- 5:00Legislaturperiode, weil es einfach aufgrund der Mehrheiten im Bundestag zu stressig
- 5:06wäre, sich da um die Mehrheiten zu bemühen.
- 5:09Für Friedrich Merz ging es auf jeden Fall nach diesem Auftritt im Hürtgenwald
- 5:14am Samstag, direkt weiter dann am Montag.
- 5:16Da gab es eine Sitzung des CDU-Präsidiums und dann Dienstag und Mittwoch ging
- 5:21es für ihn nach Neuhardenberg beziehungsweise zum Schloss Neuhardenberg in Brandenburg.
- 5:28Da war nämlich Kabinettsklausur.
- 5:32Es ging vor allem um Wirtschaft, um Wachstum, um Modernisierung.
- 5:37Aber es ging auch um Klima. Zumindest wurde darüber gesprochen,
- 5:42auch über die Anpassungen, die jetzt eben dann notwendig werden.
- 5:46Wir haben es ja gesehen jetzt in diesem Sommer.
- 5:49Wenn man sich die Kabinettsklausur jetzt angeschaut hat, dann hatte ich das
- 5:53Gefühl, dass alle sehr bemüht waren, so betont positiv zu sein,
- 5:59zu zeigen, dass man jetzt hier gemeinsam arbeite, Optimismus zu zeigen.
- 6:04Es gab dann noch am zweiten Tag so ganz hübsche Bilder, wo dann einige Minister
- 6:08noch vor der Tagung morgens mit dem Rad gefahren sind und joggen waren.
- 6:12Weißt du, was ich mich da gefragt habe? Wie haben die ihr Fahrrad da hingekriegt?
- 6:15Das habe ich mich auch gefragt. Sie hatten auch die gesamte Ausrüstung dabei.
- 6:17Es sah richtig professionell aus. Ja, Lars Klingweil ist doch nicht auf seinem
- 6:20Gravel-Bite nach Neu-Hardenberg gefahren. Kann ich mir nicht vorstellen.
- 6:23Ja. Das aber blieb ungeklärt. War wahrscheinlich abgesprochen,
- 6:27aber sie haben auf jeden Fall so ein bisschen Teambuilding betrieben.
- 6:31Hatte ich das Gefühl, es war ja auch der Start für die neuen Kabinettsmitglieder,
- 6:36weil wir haben ja vor der Sommerpause den Kabinettsumbau gesehen.
- 6:39Also vielleicht war es auch so ein bisschen so ein Teambuilding-Event, oder?
- 6:43Ja, sicherlich. Also was man gehört hat, war die Stimmung ganz gut.
- 6:47Jemand, der dabei war, hat erzählt, der Kanzler habe sehr ausgeruht gewirkt.
- 6:53Er war ja auch eine Weile im Urlaub, wie ihr das ja schon besprochen habt.
- 6:58Und die Kabinettsmitglieder standen dann länger zusammen, es ging irgendwie
- 7:03so bis halb zwei, zwei Uhr morgens, das soll ganz nett gewesen sein, aber...
- 7:09Bei den Gesprächen ist es natürlich auch darum gegangen, wie geht es jetzt in
- 7:14den nächsten Wochen weiter? Wir haben jetzt die Landtagswahlen,
- 7:18Erst Sachsen-Anhalt, dann Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
- 7:24Das kann für die Koalitionsparteien, CDU und SPD, unterschiedlich schlecht ausgehen
- 7:32und dann natürlich auch so eine Dynamik entwickeln, die sich dann hier auf die
- 7:38Bundesebene verschiebt.
- 7:39Und da sind dann schon alle auch in Sorge, da wird dann abgesprochen,
- 7:44wie seht ihr das, was befürchtet ihr.
- 7:47Und insofern kann man sagen, ja, die haben da sicherlich versucht,
- 7:51so einen neuen Spirit dann auch reinzukriegen. Das ist ja auch bitter nötig.
- 7:56Und man kann sich das vielleicht auch so ein bisschen vorstellen,
- 7:59wie wenn so eine Schulklasse sich nach den Sommerferien wieder sieht.
- 8:01Jetzt hat immer so ein bisschen Klassenfahrt-Vibes. Genau, dann muss man sich
- 8:05ein bisschen erzählen, was man gemacht hat. Alle sind auch ein bisschen aufgeregt.
- 8:08Und das ist ja auch okay. Und es ist ja auch nicht ganz unwichtig,
- 8:13dass so eine Regierung auch eine gute Stimmung untereinander hat.
- 8:16Dass man sich persönlich auch mal kennt oder vielleicht auch mal was dann auf
- 8:18einem kurzen Dienstweg besprechen kann, wenn es mal irgendwo hakt.
- 8:23Und da sind dann solche Termine in dem Leben von Menschen, die ja wirklich sehr,
- 8:28sehr volle Terminkalender haben,
- 8:30und wo so dieser persönliche Austausch, obwohl sie sich einmal die Woche im
- 8:34Kabinett sehen, dann doch auch sehr kurz kommen kann. Das kann man sich gar nicht so vorstellen.
- 8:38Aber da sind dann so Kabinettssitzungen oder so Klausuren, wo man dann mal an
- 8:44einem anderen Ort, in einer anderen Stimmung zusammenkommt, die können durchaus,
- 8:49wichtig sein für die Stimmung im Team.
- 8:52Und insofern Teambuilding ja, allerdings mit vielen Sorgen aufgrund dessen,
- 9:00was da alles kommen könnte in den nächsten Wochen.
- 9:04Es gab dann zum Abschluss der Tagung nochmal ein Statement, da hat sich unter
- 9:08anderem auch Merz geäußert. Wir können ja vielleicht mal kurz reinhören, was er da so gesagt hat.
- 9:15Wir haben auf dieser Klausurtagung ein Zukunftsbild unseres Landes entworfen.
- 9:21Wir haben Deutschland von morgen diskutiert.
- 9:25Und dieses Deutschland von morgen ist optimistisch und zuversichtlich.
- 9:30Wir müssen raus aus diesem Klima der Verdrießlichkeit und des Verdrusses.
- 9:35Wir müssen gemeinsam diesen weitverbreiteten Missmut abschütteln,
- 9:40der unser Land seit langer Zeit lähmt.
- 9:43Und wir werden unser Land in eine gute Zukunft führen. Da sind wir fest entschlossen
- 9:48und wir sind auch geschlossen und ja, auch guter Stimmung.
- 9:54Wenn wir uns jetzt die Stimmung, die ja auch vor der Sommerpause schon insgesamt
- 9:58geherrscht hat, auch mit Blick auf die Umfragewerte, kann so eine Äußerung von
- 10:03März dann eigentlich überhaupt noch wirklich fruchten? Was denkst du?
- 10:07Die Äußerung allein natürlich nicht.
- 10:12Andererseits ist man ja auch, wenn man zuschaut, die Regierung beobachtet,
- 10:19auch ein bisschen ratlos, wie der Kanzler die Stimmung noch drehen könnte.
- 10:23Und es drängt sich eine Frage auf, die sich seine Berater und Kommunikationsexpertinnen
- 10:31und Experten sicherlich auch stellen,
- 10:33ob man nicht schon so einen Punkt of No Return erreicht hat bei Merz und auch die Regierung an sich.
- 10:40Also das, was man bei der Ampel gesehen hat, dass da irgendwann die Werte des
- 10:46Kanzlers, aber auch der Koalition, die sind so schlecht gewesen, dass,
- 10:51da auch die Erkenntnis eingesickert ist, wir können das eigentlich gar nicht mehr drehen.
- 10:57Und wo dann alle angefangen haben, aufs eigene Ticket zu setzen und da hat dann
- 11:03in der Ampel der Streit zugenommen, da haben dann so die Sticheleien,
- 11:07die Durchstechereien von Informationen, von Papieren zugenommen.
- 11:13Da stellt sich jetzt für die schwarz-rote Koalition die Frage, ob sowas,
- 11:18auch passieren kann, ob dieser Punkt erreicht ist, dass man denkt,
- 11:21ja, wir sind noch zusammen und eigentlich müssen wir auch zusammenbleiben,
- 11:24weil wenn wir jetzt auseinanderbrechen, vielleicht aufgrund der Wahlergebnisse
- 11:28in diesem Herbst, dann nutzt es nur der AfD,
- 11:32aber so richtig gemeinsam schafft man es dann auch nicht mehr.
- 11:36Also es gibt ein ganz interessantes Beispiel jetzt in dieser Woche auch.
- 11:42Da sind Pläne aus dem Finanzministerium bekannt geworden, dass die Zuckersteuer,
- 11:48die auf zuckerhaltige Getränke erhoben werden sollte.
- 11:54Auch auf nicht zuckerhaltige Getränke erhoben werden sollte.
- 11:59Sowas wie Cola Zero oder Hafermilchgetränke oder alkoholfreies Bier,
- 12:06weil da andere Stoffe drin sind, weil da Süßungsmittel dann drin sein können.
- 12:10Und da hört man, naja, dieses Papier, das hätte das Licht der Welt noch gar
- 12:15nicht erblicken sollen. Das hatte einen anderen Status, aber es war noch in der Abstimmung.
- 12:20Lars Klingmeil hat das dann mit
- 12:22einem Instagram-Post zurückgerufen und hat gesagt, das mache ich nicht.
- 12:26Mich haben da zwei Sachen gewundert. Erstens, warum hat das so lange gedauert,
- 12:29wenn er es nicht will? Also das,
- 12:32lief dann relativ lange in der medialen Debatte, bis er das gestoppt hat.
- 12:38Und zweitens erfuhr man dann, naja, da ist ein Frühstand rausgegeben worden,
- 12:46und das hätte gar nicht so sein sollen.
- 12:49Und wo kommt das denn her? Und da wurde dann gemutmaßt, dass es halt...
- 12:57Aus Ecken kommen, die es mit der Regierung eigentlich nicht gut meinen.
- 13:02Und das sind dann so Anzeichen von Auflösungserscheinungen, wie wir sie aus der Ampel kennen.
- 13:09Und das ist jetzt so die Frage, ob das bei Schwarz-Rot auch einreißt.
- 13:14Und dann muss man sagen, dann stünde es um diese Regierung wirklich auch schlecht,
- 13:19wenn der Druck nicht nur von außen kommt, sondern auch sich so innere Zerfallserscheinungen zeigen.
- 13:25Das wollte man ja eigentlich auch genau vermeiden, dass eben über Teile oder
- 13:29über noch nicht fertige Beschlüsse,
- 13:33über Entwürfe diskutiert wird und daran schon Diskussionen, also große Diskussionen
- 13:38ausbrechen und es eben möglicherweise Streit gilt und die Koalition nicht geeint aussieht.
- 13:42Das ist ja eigentlich das, was man eben unbedingt vermeiden wollte,
- 13:46was jetzt wieder passiert ist.
- 13:48Merz hat sich dann auch nochmal dazu geäußert zu dem Thema Zuckersteuer und hat gesagt,
- 13:53es ist offensichtlich mittlerweile ein beliebtes Spiel, fachliche Erwägungen,
- 13:56die für oder gegen eine bestimmte politische Entscheidung sprechen,
- 13:59sofort hoch zu stilisieren und hoch zu jazzen zum Streit in der Koalition.
- 14:05Er hat gesagt, das ist grober Unfug. Er hat irgendwie versucht,
- 14:08das, glaube ich, möglichst schnell abzuräumen, dann irgendwie diese Diskussion
- 14:12auch irgendwie zu beenden, oder?
- 14:15Ja, klar. Und das war dann sein Interesse. Andererseits muss man ja sagen...
- 14:19Nach meiner Wahrnehmung ging es ja hier erstmal gar nicht um Streit,
- 14:22sondern um einen Plan eines Ministeriums.
- 14:24An dem es einiges an Kritik gab. An dem es dann einiges an Kritik gab und das
- 14:28ist natürlich für Medien interessant darüber zu berichten, wenn man so ein Papier
- 14:34in die Hände bekommt, wo dann auch wirklich was Neues drin steht.
- 14:38Der Fehler, fand ich, war ja gar nicht aus Sicht der Regierung der Fehler,
- 14:44dass dann da gestritten wurde, sondern dass man so lange hat laufen lassen.
- 14:49Also man hätte ja auch sofort sagen können, als es berichtet worden ist,
- 14:53nee, nee, das ist ein alter Stand oder das ist jetzt hier ein Entwurf,
- 14:56der ist nicht abgestimmt.
- 14:59Aber wie gesagt, es passiert erst 24 Stunden später und dann ist natürlich...
- 15:05Auch dieses Bild verfestigt, sind die jetzt komplett verrückt geworden?
- 15:10Warum Zuckersteuer auf nicht zuckerhaltige Getränke und haben die keine anderen Sorgen?
- 15:16Es gab in diesem Statement von unter anderem Merz auch noch einen anderen Satz,
- 15:21den ich ganz spannend fand, der glaube ich auch anderen aufgefallen ist.
- 15:25Da ging es nämlich um den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen.
- 15:29Das war ja auch eines der Themen, zu denen sich Merz nicht geäußert hat in seinem Sommerurlaub.
- 15:35Jetzt hat er sich dazu geäußert in dem Statement, beziehungsweise danach,
- 15:38weil er danach gefragt wurde.
- 15:40Und da hat er gesagt, die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf.
- 15:47Sie werden dafür bezahlen.
- 15:50Und solche Ankündigungen des Kanzlers sind ja immer so ein bisschen gefährlich.
- 15:53Es sind ja immer diese gefährlichen Halbsätze, wie unsere Kollegin Julia Imrich
- 15:58immer gerne sagt, die dann für Merz gefährlich werden können,
- 16:02weil er eben möglicherweise Ankündigungen macht, die er dann vielleicht gar nicht einhalten kann.
- 16:08Was ist denn deine Einschätzung? Also war das kalkuliert, dieser Satz,
- 16:11oder war das eher so ein Satz, der ihm dann immer wieder rausgerutscht ist?
- 16:15Ich meine, das ist ja schon ein Statement, das auch zu sagen.
- 16:18Das ist ein Statement und grammatikalisch gesehen, das ist ja auch kein Halbsatz,
- 16:23sondern ein ganzer Satz.
- 16:25Dafür werden sie bezahlen und vor allem er hatte in diesem statement auch noch
- 16:29was anderes interessantes gesagt nämlich,
- 16:32man wolle sich bald dazu äußern wo man die urheber dieses mutmaßlichen anschlagsversuch verortet das heißt.
- 16:42Es waren zwei ansagen erstens wir wollen sagen wer es war und derjenige der
- 16:47es war soll dafür bezahlen.
- 16:50Das hat natürlich eine gewisse Fallhöhe, weil wenn du sagst,
- 16:55wer es war, dann musst du natürlich dann in einem zweiten Schritt sagen,
- 16:58was sind die Konsequenzen.
- 17:01Und wenn man so eine Ankündigung macht, sie werden dafür bezahlen,
- 17:06dann muss man natürlich, wenn man sich nicht lächerlich machen will,
- 17:12gegenüber der eigenen Öffentlichkeit, aber auch gegenüber dem Urheber,
- 17:18diesen Worten Taten folgen lassen.
- 17:20Und da ist natürlich jetzt eine große Erwartungshaltung und es gibt ja viele, die vermuten,
- 17:29dass Russland dahinter stecken könnte und dann fragt man sich natürlich,
- 17:32welche Möglichkeiten hätte die Bundesregierung denn Russland bezahlen zu lassen.
- 17:38Bezahlen klingt ja vor allen Dingen auch schon relativ hart,
- 17:40also das klingt nicht nach, man ruft einen Botschafter ein, sondern das klingt
- 17:44ja schon nach irgendwie was, was dann den Urheber auch wirklich treffen würde.
- 17:49Genau und damit begeht man sich dann natürlich in eine Situation,
- 17:55die viele Deutsche auch fürchten, nämlich dass aus dieser indirekten Konfrontation,
- 18:00die man ja vielleicht auch noch gut,
- 18:04ignorieren kann in seinem alltäglichen
- 18:05Leben, dann doch eine direktere Konfrontation mit Russland wird.
- 18:09Und ganz interessant ist ja auch vor dem Hintergrund, dass es in dieser Woche
- 18:15offenbar Medienberichten aus den USA zufolge direkte Warnungen der USA an Russland gab,
- 18:22legt euch nicht gezielt mit der NATO an, wir wissen ihr plant was.
- 18:27Da wissen wir nicht genau, was da wirklich passiert ist. Da war der CIA-Chef,
- 18:31ist nach Moskau geflogen.
- 18:32Aber das ist natürlich das große Bild. Und wir könnten sogar auch wieder den
- 18:38Bogen schlagen zu den Landtagswahlen.
- 18:40Da tritt ja mit der AfD,
- 18:44und auch mit dem BSW zwei Parteien an, die dieses Thema Verhältnis zu Russland
- 18:54und Friedenspolitik auf ihre Art und Weise,
- 18:58besetzt haben und in der Wahrnehmung,
- 19:01glaube ich, nicht weniger Menschen,
- 19:04auch die beiden Parteien sind, die dieses Thema alleine besetzen. Das heißt...
- 19:11Wir stehen vor Wahlen, wo zwei Parteien versprechen, man könne wieder ein gutes
- 19:16Auskommen mit Russland haben, wenn man das nur wolle und so einen kriegerischen
- 19:20Pfad verlassen würde, was natürlich diese hybride Bedrohung komplett ausblendet.
- 19:25Und auf der anderen Seite steht dann zum Beispiel die CDU, aber auch die SPD,
- 19:30die im Bund sich mit dieser Bedrohung auseinandersetzen müssen und natürlich
- 19:35auch entsprechend handeln.
- 19:37Also das ist eine spannende Situation, weil einerseits man natürlich dann jetzt erwartet, dass Merz,
- 19:47Namen nennt und handelt dann entsprechend und andererseits im Moment jedes politische
- 19:53Handeln im Bund natürlich potenziell Auswirkungen auf diese sehr heiklen Landtagswahlen haben kann.
- 19:59Ist vielleicht auch die Frage, ob diese Erkenntnisse, die Mertz dann teilen
- 20:04möchte, überhaupt noch vor den Landtagswahlen stattfinden oder ob das dann vielleicht
- 20:08auch eher ein Thema ist, was dann nach den Landtagswahlen größer wird oder?
- 20:11Also möchte man das möglicherweise auch vermeiden?
- 20:14Das kann natürlich sein, dass das erst nach den Landtagswahlen passiert.
- 20:17Andererseits hat er in seinem Statement gesagt, man wolle das sehr zeitnah machen,
- 20:22aber das ist natürlich ein dehnbarer Begriff. Aber andererseits geht es.
- 20:28Dieser Vorwurf der Bundesregierung, dass Russland einen hybriden Krieg gegen
- 20:33uns führt, der ist ja nicht neu.
- 20:36Und insofern fallen alle diese Äußerungen natürlich in einen Resonanzraum.
- 20:43Das heißt, wer sowieso schon meint, die Bundesregierung.
- 20:49Gehe viel zu offensiv in einen Konflikt mit Russland, der kann und muss diese
- 20:56Äußerungen natürlich von Merz dann auch in diese Richtung deuten können.
- 21:00Und Merz hat ja auch schon mal gesagt, wir im Verhältnis mit Russland,
- 21:03wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir befinden uns auch nicht mehr im Frieden.
- 21:07Und in dem großen Kontext ist das natürlich zu verstehen.
- 21:11Lass uns mal bei den Landtagswahlen bleiben und so ein bisschen schauen,
- 21:14was denn jetzt eigentlich ansteht für Friedrich Merz und die Bundesregierung jetzt im Herbst.
- 21:19Das eine sind die Landtagswahlen, drei Stück, du hast es vorhin schon erwähnt,
- 21:23die natürlich bei allen jetzt schon irgendwie im Hinterkopf sind und natürlich
- 21:27auch irgendwie Sorgen auslösen.
- 21:29Und die Frage ist ja, was bedeuten diese Landtagswahlen am Ende für die Koalition
- 21:33auch in Berlin und welche Folgen könnte das haben?
- 21:37Die neue Kanzleramtschefin Nina Warken hat sich dazu in dieser Woche geäußert.
- 21:43Und sie hat gesagt, Friedrich Merz wird danach Kanzler bleiben,
- 21:47also nach den Landtagswahlen.
- 21:49Sie hat sich also festgelegt und gesagt, so personelle Konsequenzen,
- 21:52also dieser Gedanke, der glaube ich schon bei einigen auch immer mal wieder
- 21:56im Raum steht. So die Frage, ist das möglicherweise auch das Aus für den Kanzler?
- 22:01Hat sie jetzt erstmal abgeräumt, hat gesagt, das würde es nicht glauben.
- 22:04Was ist denn deine Einschätzung? Wie gefährlich könnten diese Wahlen werden für März?
- 22:10Erstens Nina Wacken muss das natürlich sagen. Alles andere wäre auch.
- 22:16Ein bisschen verrückt, wenn sie jetzt sagen würde, wenn dies und das passiert,
- 22:21dann könnte mein Chef schon weg sein. Also das wäre, dann wäre er wahrscheinlich dann auch weg.
- 22:28Ich glaube, wie gefährlich diese Wahlen werden, das kann man noch nicht richtig
- 22:33einschätzen. Das hängt natürlich dann von den konkreten Wahlergebnissen ab,
- 22:37aber auch von Dynamiken, die entstehen können.
- 22:40Das kann dann alles halbwegs glimpflich ausgehen. Es kann sein,
- 22:45dass man die ein oder andere herbe Wahlschlappe verkraften kann.
- 22:51Es kann aber auch sein, dass einfach die CDU kommt in Sachsen-Anhalt in eine
- 22:58schwierige Situation, wo sie sich entscheiden muss, wie sie sich zur Linkspartei verhält.
- 23:04Möglicherweise liebäugeln dann einzelne Abgeordnete vor Ort mit einer Zusammenarbeit
- 23:09mit der AfD und Friedrich Merz muss dann Autorität beweisen.
- 23:14Das ist dann die Frage, ob er das kann, ob die CDU dort vor Ort ihm folgt.
- 23:20Dann gibt es natürlich den Koalitionspartner SPD. Wenn die in Sachsen-Anhalt aus dem Landtag,
- 23:27fliegen würden, es wäre das allererste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik,
- 23:31dass die SPD aus einem Landtag herausfliegt,
- 23:34dann kann es natürlich sein, dass bei denen auch so eine Kettenreaktion in Gang
- 23:38kommt, dass die Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Baas,
- 23:42dass die sich nicht mehr als Parteivorsitzende
- 23:44im Amt halten können.
- 23:46Könnten sie sich in der Regierung halten? Man weiß es nicht.
- 23:49Gäbe es vielleicht dann Nachfolger oder Herausforderer in der SPD,
- 23:54die sagen so, jetzt müsst ihr weg.
- 23:57Das würde die ganze Koalition natürlich wirklich in Unruhe bringen.
- 24:01Da würde dann ein Entscheidungs- und Machtvakuum drohen.
- 24:06Und es gibt natürlich dann so Reflexe, dass man in der SPD sagt,
- 24:11naja, wenn wir so schlecht dastehen, dann müssen wir erkennbarer werden,
- 24:14wir müssen linker werden, in der CDU könnte es sein, ja, wir öffnen uns viel zu sehr in,
- 24:20Richtung Linkspartei, das geht gar nicht, da,
- 24:23verlieren wir noch mehr Leute, wir müssen konservativer, erkennbarer werden
- 24:27und dann streben die natürlich auseinander und insofern muss man sagen,
- 24:31Da ist das Potenzial für jede Menge Dynamik da.
- 24:37Ich finde es schwierig abzusehen, wie diese drei Wahlen dann wirklich wirken
- 24:42und was dann auch alles zusammenkommen kann.
- 24:45Das zweite große Thema. Für den Herbst werden ja die Reformen,
- 24:49es wurden einige angestoßen vor der Sommerpause, aber jetzt geht es ja darum, die umzusetzen.
- 24:54Und zumindest an der einen oder anderen Reform wird jetzt ja doch nochmal so
- 24:58ein bisschen rumgedoktert oder zumindest über einzelne Teile diskutiert.
- 25:03Das eine ist die Rentenreform. Da ist jetzt über den Sommer ja so ein bisschen
- 25:08ein Kernstück der Reform ins Wanken geraten.
- 25:11Und das ist die sogenannte Rente mit 63, also die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren.
- 25:21Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten haben gemeinsam sich dagegen ausgesprochen,
- 25:28dass diese Rente mit 63 abgeschafft wird.
- 25:33Und der Kanzler und die Arbeitsministerin hatten sich aber eigentlich festgelegt,
- 25:37dass das Rentenpaket als Gesamtes, also mit allen Maßnahmen umgesetzt wird.
- 25:43Und Merz hat jetzt auch nochmal ein Machtwort gesprochen dazu und gesagt,
- 25:49dass er an der Abschaffung festhalten möchte, trotz der Widerstände auch in den eigenen Reihen.
- 25:56Braut sich da jetzt nochmal irgendwie was zusammen? Also kommt da jetzt nochmal
- 26:00irgendwie ein Konflikt plötzlich bei diesem Thema Rente?
- 26:04Das Interessante ist ja, dass der Konflikt nicht zwischen Union und SPD verläuft,
- 26:09sondern auch innerhalb der beiden Koalitionspartner, weil Manuela Schwesig,
- 26:12die SPD-Spitzenkandidatin in Mecklenburg-Vorpommern, ist ja auch dagegen.
- 26:18Das heißt, sowohl der Kanzler als auch die Arbeitsministerin Bärbel Baas haben
- 26:22da Kritiker in den eigenen Reihen verstanden.
- 26:26Sie wollen aber beide an diesem Paket inklusive Rente mit 63 festhalten, damit einfach.
- 26:35Dieser ganze Rentenbeschluss Ihnen nicht vollkommen um die Ohren fliegt.
- 26:38Meine Vermutung ist, dass beide Seiten jetzt darüber reden, wie man mit Übergangsfristen,
- 26:46das abmildern kann, dass es abgeschafft wird.
- 26:50Und Leuten, die jetzt sagen, naja, aber ich wollte das in einem oder in zwei
- 26:55Jahren in Anspruch nehmen, da habe ich jetzt.
- 26:58Mein Leben, meine Finanzierung, meine Arbeitskarriere, mein Privatleben darauf
- 27:04ausgerichtet, dass die auch wissen, ja,
- 27:08so und so lange, und das ist jetzt die Frage, die noch geeint und diskutiert
- 27:14werden muss, kann ich mich darauf verlassen, dass diese Regelung gilt.
- 27:17Erst ab dem Jahr X muss man damit rechnen, dass man das nicht mehr in Anspruch
- 27:22nehmen kann. Also in die Richtung wird es jetzt vermutlich gehen.
- 27:26Ansonsten werden sowohl Friedrich Merz als auch die SPD-Vorsitzenden,
- 27:32ihren Wahlkämpfern Sven Schulz in Sachsen-Anhalt für die CDU und auch Manuela Schwesig,
- 27:38in Mecklenburg-Vorpommern diese Beinfreiheit einräumen, sich da kritisch zur Regierung zu äußern.
- 27:47Aber ich glaube, inhaltlich werden ihnen nicht mehr so viel entgegenkommen.
- 27:51Es ist ja nicht die einzige Reform, über die jetzt wieder diskutiert wird.
- 27:55Auch über die Pflegereform wurde wieder diskutiert.
- 27:58Da geht es vor allen Dingen um die Frage der Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen.
- 28:05Da gibt es ja noch den Vorschlag beziehungsweise den Entwurf von der bisherigen
- 28:11Gesundheitsministerin Nina Warken.
- 28:13Daran gab es jetzt ordentlich Kritik. Jetzt hat sich der neue Gesundheitsminister
- 28:16Carsten Lindemann dazu geäußert und schon gesagt, dass er das so nicht umsetzen möchte.
- 28:21Aber die Frage, die dann ja für die gesamte Pflegereform im Raum steht,
- 28:25ist, wie soll das dann gegenfinanziert werden? Also könnte das auch nochmal
- 28:30ein Thema werden, was schwierig wird?
- 28:33Also erst mal,
- 28:35Die SPD begrüßt das, dass Carsten Lindemann das abgeräumt hat.
- 28:39Sein Motto ist ja einfach mal machen.
- 28:41Das hat er jetzt mal so seinen ersten Flock eingeschlagen und da hat er zumindest
- 28:45inhaltlich nicht für neuen Stress in der Koalition gesorgt. Im Gegenteil,
- 28:51er hat da eher einen Konflikt beseitigt.
- 28:55Aber klar, die Frage der Finanzierung ist offen und es geht um 1,8 Milliarden,
- 29:01glaube ich, die man jetzt irgendwie an anderer Stelle finden muss und das wird sich zeigen.
- 29:08Wobei, dass jetzt die Regierung um 1,8 Milliarden zerbricht,
- 29:11glaube ich nicht. Aber klar, wir wissen, der Haushalt.
- 29:17Das ist eng auf Kante genäht und jede Milliarde, die irgendwo fehlt, ist ein Problem.
- 29:23Aber da bin ich jetzt mal zuversichtlich, dass das gelöst wird.
- 29:27Du hast vorhin schon kurz gesagt, dass es natürlich irgendwie sein könnte,
- 29:31dass es im Herbst so ein Point of No Return für die Koalition gibt, an dem,
- 29:36es dann irgendwie nicht mehr aufzuhalten ist, dass es da irgendwie einen großen
- 29:39Bruch gibt, wo wahrscheinlich auch verschiedene Faktoren zusammenkommen.
- 29:43Da kommen die Landtagswahlen, dann könnten die Reformen kommen,
- 29:45wenn es dann irgendwie nochmal Streit gibt.
- 29:47Also wahrscheinlich ist das auch so ein Multifaktoren-Ding. Deswegen,
- 29:50siehst du denn andersrum auch noch die Möglichkeit, dass diese Koalition die
- 29:55Wende schafft, also dass dieser
- 29:57quasi zweite Herbst der Reform, weil wir hatten ja eigentlich schon einen Herbst
- 30:00der Reform im vergangenen Jahr, der dann nicht wirklich ein Herbst der Reform
- 30:03war, dass dieser zweite Herbst der Reformen oder Entscheidungen,
- 30:06dass der ein Wendepunkt ins Positive sein könnte?
- 30:10Sagen wir mal so, Wendepunkt ins Positive weiß ich nicht. Mit Point of No Return
- 30:15meinte ich, dass es so in der Wahrnehmung, in dem Ansehen von Merz und auch
- 30:20der Regierung und der Bevölkerung, dass man das vielleicht nicht mehr wirklich heilen kann.
- 30:40Schwierige Punkte ausräumen und dass sie zumindest in das nächste Jahr weiter gemeinsam gehen.
- 30:49Ob sie die ganze Legislaturperiode gemeinsam durchhalten, wer weiß das schon.
- 30:54Also ich halte das nicht für ausgemacht, dass jetzt diese Wahlen dazu führen,
- 31:02dass die Fliehkräfte so stark werden, dass die Regierung zerbricht.
- 31:06Aber möglicherweise wird sie im Ansehen nie so diesen Turnaround schaffen, dass dann am Ende.
- 31:15Und bei der nächsten Wahl ein Ergebnis steht, wo man sagt, diese Regierung ist wiedergewählt.
- 31:21Und jetzt die Zahl der Woche. Meine Zahl der Woche passt tatsächlich sehr gut
- 31:28zu dem, was du gerade gesagt hast, nämlich zum Ansehen der Bundesregierung und zu Friedrich Merz.
- 31:33Meine Zahl ist nämlich 18.
- 31:36Es gab in dieser Woche eine Studie, die veröffentlicht wurde, die gefragt hat,
- 31:43wie viele der Menschen in Deutschland denn eigentlich noch daran glauben,
- 31:46dass Bundeskanzler Friedrich Merz die gesamte Legislaturperiode Bundeskanzler bleiben wird.
- 31:52Und 18 Prozent der Befragten haben tatsächlich gesagt, dass sie daran glauben,
- 31:57dass März noch in diesem Jahr als Bundeskanzler abgelöst wird.
- 32:01Das finde ich schon, also ich meine, fast 20 Prozent, das ist ja schon einiges.
- 32:06Ich finde das schon relativ heftig.
- 32:08Gleichzeitig haben 36 Prozent gesagt, dass sie davon ausgehen,
- 32:13dass er zwar noch dieses Jahr Kanzler bleibt, aber trotzdem vor der Bundestagswahl
- 32:19abgelöst wird, also nicht mehr die gesamte Legislaturperiode schafft.
- 32:23Da ist schon echt wenig Vertrauen in den Bundeskanzler da, habe ich das Gefühl.
- 32:27Da ist wenig Vertrauen da, ja. Und die Zahlen passen zu dem,
- 32:30was wir gerade besprochen haben, muss man sagen.
- 32:33Und wie man hört...
- 32:37War ja gut gelaunt, haben wir ja auch schon gesagt. Insofern,
- 32:41ihm wird es bewusst sein, wie die Zahlen sind.
- 32:46Wenn das noch nicht so nah an sich rankommen lässt, ist ja gut.
- 32:51Für seine persönliche mentale Gesundheit glaube ich gut. Was ist denn deine Zahl der Woche? 1,7.
- 32:58In Sachsen-Anhalt werden in der nächsten Woche 1,7 Millionen Wahlberechtigte
- 33:02ihre Stimme abgeben können und,
- 33:06über die Zusammensetzung des Landtags entscheiden und vielleicht auch dann indirekt
- 33:11über die Zukunft der Koalition.
- 33:14Es ist auf jeden Fall das Thema, das uns hier auch im Podcast in den nächsten
- 33:17Wochen sicherlich beschäftigen wird. Erstmal würde ich sagen,
- 33:21vielen Dank, dass du heute da warst. Vielen Dank, dass ihr eingeschaltet habt.
- 33:24Und wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst uns doch gerne eine Bewertung da.
- 33:28Ansonsten hören wir uns hier wieder nächste Woche zur selben Zeit.
- 33:32Tschüss. Ciao. Ein Podcast von Funke.
- 33:42Vielen Dank.