Latest / Holger ruft an / Holger ruft an … wegen Hitzeberichterstattung
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- 0:00Speaker 0: Die Art und Weise, die Medien, die Politik in den letzten Jahren aber auch in der letzten Tagen wo es ja nicht mehr zu leugnen war dass die Klimakrise auch in Deutschland massive Auswirkungen hat.
- 0:12Speaker 0: Da hat man sehr lange gezögert die Politik unter Druck zu setzen und Media zu stellen.
- 0:23Speaker 1: Hallo Jürgen hier
- 0:24Speaker 0: ist Holger.
- 0:25Speaker 0: Ich
- 0:25Speaker 1: rufe an wegen Hitzeberichterstattung.
- 0:28Speaker 1: Du warst lange beim WDR als Energieexperte bist Gründer des Netzwerks Klima Journalismus Und Redaktionsleiter beim Brandmelder.
- 0:35Speaker 1: Der ist neu, was genau ist der Brandmelder?
- 0:38Speaker 0: Ja vielleicht kann man das schon ein bisschen von dem Namen ableiten.
- 0:41Speaker 0: Wir sind der Meinung dass wenn die Erde brennt so wie damals viele gesagt haben, dass man auch bei der Berichterstattung darüber entsprechend ja ich sage jetzt mal den Anführungsstrichen in den Alarmmodus gehen sollte.
- 0:58Speaker 0: und wir glauben und darum hat sich das Netzwerk ja schon vor fünf Jahren gegründet Wir glauben, dass die Berichterstattung über die Klimakrise das was da abläuft nicht angemessen ist.
- 1:09Speaker 0: Nicht angemessene an der Bedrohung natürlich, die es für uns alle darstellt und auch angesichts des Tempos wie sich... Das entwickelt.
- 1:19Speaker 0: Das haben wir in den letzten fünf Jahren ja dann noch mehrmals bestätigt bekommen.
- 1:23Speaker 0: und in so einer Situation wie jetzt mit der Hitze ist das nochmal sehr augenscheinlich geworden, dass viele berichtet haben Ja es wird sehr heiß aber nicht einmal das Wort Klima-Krise oder Klimawandel erwähnt haben.
- 1:35Speaker 1: Und was bezweckt ihr mit diesem Brandmelder?
- 1:38Speaker 0: Ich sag mal so, was wir nicht wollen.
- 1:39Speaker 0: Wir wollen nicht einzelne Journalistinnen und Journalisten irgendwie an den Pranger stellen.
- 1:47Speaker 0: Wir sind keine Fehler-Sucher.
- 1:49Speaker 0: die sagen dann mit dem Zeigenfinger Ha!
- 1:51Speaker 0: Haben wir das schon wieder erwischt hast?
- 1:52Speaker 0: Hier in dem Klimawandel nicht erwähnt.
- 1:54Speaker 0: Nein, wir versuchen mit dem Brandmelder möglichst... die strukturellen Probleme aufzuzeigen, die immer wieder zu ähnlichen Fehlern führen.
- 2:04Speaker 0: Wir versuchen Unterlassungen aufzuzahlen und wir versuchen letztendlich den Redaktionen und auch den einzelnen Kolleginnen und Kollegen letztlich zu helfen besseren Journalismus in Zeiten der Klimakrise zu machen.
- 2:15Speaker 0: das ist ja sozusagen wie eine Redaktionskonferenz.
- 2:20Speaker 0: da werden ja auch Artikel oder Beiträge die man im Vortag oder so in der Sendung hatte oder im Blatt hatte Kritik, wir sind keine Nestbeschmutzer.
- 2:30Speaker 0: Wie manche das vielleicht hinter vorgehaltener Hand machen oder auch so Reflex-Adi sagen naja da sind ja nicht alle Medien so.
- 2:36Speaker 0: und dass sie das nicht beim Namen nennen nein das unterstellen wir auch nicht sondern wir gehen differenziert heran.
- 2:43Speaker 0: wir haben immer wieder in unseren Beiträgen auch Strukturen aufgezahlt.
- 2:47Speaker 0: Wir brauchen mehr Geld, wir brauchen mehr Personal, wir brauchen mehr Achtsamkeit, mehr Fachwissen um denen auch das Handwerk schwer zu machen, die Klimakrise aus den Medien und damit aus der Politik heraushalten wollen.
- 3:01Speaker 1: Weil wirklich heiß ist es in meiner Wahrnehmung extrem viel berichtet worden über die Hitze Serviceartikel Wetterwarnungen vereinzelt dann eben doch inwieweit diese Hitze an der Erderwärmung liegt.
- 3:12Speaker 1: Du sagst das war nicht in Ordnung.
- 3:13Speaker 1: was die Medien da so berichtet haben?
- 3:14Speaker 1: Was war nicht
- 3:17Speaker 0: Die Medien, das ist ja mal so ein Pauschalbegriff.
- 3:20Speaker 0: Den verwenden wir nicht gerne weil es sehr viele Journalistinnen und Journalisten gibt die sich große Mühe geben.
- 3:27Speaker 0: Wir haben mehr als tausend Journalistin und Journalisten die bei uns über das Netzwerk auch vernetzt sind Und uns berichten auf der anderen Seite wie schwer das ist in den Redaktionen durch zu trinken dass diese Hitze so lange anhaltend war und gerade am letzten Wochenende so extrem spitzenwerte, die wir noch nie in Europa oder Deutschland hatten.
- 3:50Speaker 0: Wir werden wahrscheinlich auch was die Zahl der Opfer angeht erst in ein paar Tagen annähernd das wahre Ausmaß mitgeteilt bekommen.
- 3:58Speaker 0: Und je heißer es wurde, um das mal so zu sagen, desto weniger Medien konnten sich erlauben da auch die Hintergründe nicht zu beleuchten.
- 4:09Speaker 0: Dass das eben mit der Erderhitzung, dass das mit der Verbrennung von Kohleöl und Gas zu tun hat.
- 4:14Speaker 0: Da hat sie schon einiges gebessert.
- 4:16Speaker 0: also Ein Beispiel ist der Deutschlandfunk Über seine Meldungen, ich habe das heute Morgen erst wieder gelesen über die Erhitzung der Meere.
- 4:25Speaker 0: Das kleine Stichwort Klima wandelt oben drüber schreibt.
- 4:28Speaker 0: Das ist ein kleines Ding ja ein einziges Wort dass aber den Kontext im Kopf schon herstellt bevor man anfängt den Artikel zu lesen.
- 4:37Speaker 0: in britischen Zeitungen haben wir das sehr viel Dass er es schon in den Überschriften ist.
- 4:41Speaker 0: in Deutschland hat man offenbar Angst vor den Begriffe überhaupt gehabt, weil es ja einige gibt die dann sofort in der Welle lostreten und sagen was hat das denn mit dem Klimawandel zu tun?
- 4:51Speaker 0: Es gab hier schon immer mal heiße Sommer- und heiße Tage.
- 4:54Speaker 0: Also das hat sich schon an manchen Stellen etwas geändert.
- 4:58Speaker 0: Das ZDF hatte ein großes Spezial gesendet.
- 5:01Speaker 0: Ich weiß gar nicht, welchem Tag aber auf jeden Fall eine dreiviertel Stunde lang... war auch ein sehr interessanter Beitrag drin, der genau diesen Zusammenhang hergestellt hat und erläutert hat zwischen dem Wetter das wir momentan hatten.
- 5:13Speaker 0: Und der Klimaentwicklung die ja langfristig gesehen wird wie diese Klima Entwicklung natürlich auch damit zu tun hat dass wir Kohle, Önungen und Gas verbrennen.
- 5:24Speaker 0: Also diese Ausreise oder diese Beispiele gibt es auch.
- 5:27Speaker 0: Und ich hoffe das ist immer mehr werden.
- 5:29Speaker 0: aber warum braucht es dann dafür immer so eine große Krise damit das den Weg in so viele Medien schafft?
- 5:37Speaker 0: Dass auch wirklich die breite Bevölkerung und damit dann auch die Politik davon Kenntnis nimmt.
- 5:42Speaker 1: Ja warum?
- 5:44Speaker 0: Ja, da gibt es viele Gründe.
- 5:45Speaker 0: Also das eine ist der Mensch selbst, der Mensch verdrängt gerne und vielleicht ist das auch bei Redaktionsleiterinnen und Redaktionleitern so dass sie sagen naja das ist ein Thema wie viele andere auch und da wir sowieso nicht jetzt wirklich die Lösung bringen können wie bei manchen anderen Themen wird dann hin und her diskutiert erhöhen war irgendein Beitrag oder irgendeine Steuere senken lassen aber die Lösung Das ist da ein bisschen komplexer und dann lässt man das lieber weg.
- 6:12Speaker 0: Das ist mal eine gutwillige Interpretation, etwas böswilliger wäre, dass es vielleicht tatsächlich auch unter denen die entscheiden in den Redaktionen Leute gibt, die das gar nicht glauben, dass so einen engen Zusammenhang gibt oder zumindest nicht glauben ,dass es so dramatisch ist wie manche Wissenschaftler sagen.
- 6:31Speaker 0: Manche reden ja sogar von Alarmismus.
- 6:34Speaker 0: Und die dritte Erklärung, die geht dann schon ein bisschen tiefer ist vielleicht das auch der Druck durch diejenigen, die daran verdienen.
- 6:44Speaker 0: Wirklich im wahrsten Sinne des Wortes, dass wir weiter eben Kohle, Öl und Gas verbrennen und nicht den Fokus auf die Bekämpfung der Klimakrise legen.
- 6:54Speaker 0: Dass sie ja auch ihren Einfluss geltend machen über diverse Wege, die wir manchmal gar nicht so direkt erkennen haben... Medienagenturen, PR-Agenturen.
- 7:04Speaker 0: Die haben Kontakte zur Politikerin und JournalistInnen das die auch ein bisschen Einfluss haben oder ein bisschen ist untertrieben gemessen an dem was sie daran verdienen.
- 7:14Speaker 0: an jedem Tag den diese fossilen Brennstoffe weiter gefördert subventioniert und verbrannt werden ist der Aufwand den Sie da in der Richtung finanziell und sonst viel leisten noch relativ gering.
- 7:26Speaker 1: Ich habe dich richtig verstanden.
- 7:28Speaker 1: wir ich schere uns jetzt mal über einen Kampf wir Journalisten sind nicht alarmiert genug?
- 7:34Speaker 0: Es kommt zumindest nicht in dem Hand, was wir dann nachher publizieren und nicht in den Maße sage ich mal.
- 7:41Speaker 0: Es gibt eine Reihe guter Beispiele – wir verleihen ja schon seit zwei Jahren oder drei Jahren heute im dritten Jahr den deutschen Preis für Klimaschandalismus, den wir auch ins Leben gerufen haben wo wir diese positiven Beispielen heraus heben und hervorheben.
- 7:56Speaker 0: aber Es muss sozusagen um ein ganz böses Wort zu nennen, es muss im Mainstream ankommen.
- 8:02Speaker 0: Die Initiative Klimaveracht will ja das vor der Tagesschau so ein regelmäßiger Sendeplatz gemacht werden.
- 8:10Speaker 0: Da wird alles mögliche gemacht.
- 8:11Speaker 0: Börseveracht und was weiß ich nicht alles aber... Das ist der Punkt der dazu führen könnte dass bei uns die Klimakrise die ja alle Bereiche, wie wir jetzt bei der Hitzewelle ganz drastisch erlebt haben unseres Lebens betrifft.
- 8:28Speaker 0: Dass sie dann auch als so ein Dauer in Anführungsstrichen Thema angenommen und wahrgenommen wird und dass wir dann ob wir Lokaljournalismus machen Wirtschaftsjournalismus politische Berichterstattung Auslandsberichterstatter immer wieder alles was dort aufploppt auch in Zusammensetzen mit der Klimakrise.
- 8:50Speaker 0: Und das nicht als ein Spezialthema anschauen, dass in vielen Fällen immer noch so eine Ghettoisierung erlebt – in den Wissenschaftsabteilungen von Zeitungen, Funk und Fernsehen.
- 9:03Speaker 1: Diese krasse Hitze ist ja tatsächlich die einzige Katastrophe.
- 9:05Speaker 1: Wir haben Überschwemmung!
- 9:06Speaker 1: Wir haben Dürre im Grunde Selbstwohnungsbau, Energiethemen.
- 9:10Speaker 1: Alles Mögliche müsste eigentlich auch immer als Klimathema verhandelt werden... Eigentlich müssten wir eine konstante Katastrophenberichterstattung haben.
- 9:23Speaker 1: Ist das überhaupt ansatzweise in den Redaktionen angekommen?
- 9:26Speaker 1: Wird es da wenigstens intern reflektiert?
- 9:29Speaker 0: Ich kann das schlecht beurteilen, ich glaube zumindest nicht ausreichend oder so ausreichender, dass es Veränderungen dann in der Berichterstatterung gibt.
- 9:38Speaker 0: Ich habe eher sogar den Eindruck, dass in manchen Medien sogar noch so eine Entwicklung zurück ist, also die ARD-Plant ihre Wissenschaftsredaktion bei tagesschau.de abzuschaffen oder im Deutschlandfunk gibt es Bestrebungen die Fachredaktionen und die Fachsendungen einzustampfen oder zumindest in dem linearen Programm und damit dann auch ein großes Potenzial an Kenntnis das dort vorhanden ist Auch inform von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die dann eben nicht mehr in der Sendung auftauchen Irgendwo anders hingehen, im günstigsten Fall.
- 10:13Speaker 0: Oder arbeitslos werden.
- 10:15Speaker 0: Das sind Entwicklungen die uns sehr viel Sorge machen und ich kann nur hoffen dass solche Ereignisse wir hatten das damals auch nach der Ahrthalflut was viele gesagt haben ja jetzt muss aber doch den Leuten irgendwie ein Licht aufgehen.
- 10:33Speaker 0: Das ist nicht passiert, das hat eben auch viel mit der Verdrängung zu tun.
- 10:38Speaker 0: Tatja Müller ...
- 10:39Speaker 1: Der Klimaaktivist?
- 10:39Speaker 0: Er sagt immer, dass es das normale Verhalten ist und damit habe er gerechnet.
- 10:46Speaker 0: Je größer das Problem wird, desto größer wird die Neigung des Ganzen zu verdrängen und nicht darauf angesprochen werden.
- 10:55Speaker 0: Wer populistischen Journalismus macht und den Leuten immer nach dem Mund redet Journalismus als Wohlfühlveranstaltung missversteht.
- 11:03Speaker 0: Der kann dann zu dem Schuss kommen und sagen, wir belästigen die Menschen nicht mit diesem ewigen Klimawandel – das ist doch ohnehin eine Angelegenheit!
- 11:12Speaker 0: Die können wir nicht in Deutschland, die können wir auch nicht in Köln oder Europa lösen und sich alle möglichen Ausreden einfallen lassen, dass nicht jeden Tag und bei jeder Gelegenheit zu
- 11:24Speaker 0: thematisieren.".
- 11:26Speaker 1: Also fühlt das Publikum sich denn überhaupt belästigt?
- 11:29Speaker 1: Also klar, aus den rechten Schwobelecken kommt bei sowas ja regelmäßig alles gar nicht so schlimm.
- 11:34Speaker 1: Früher war es auch heiß im Sommer ... War's das eigentlich?
- 11:37Speaker 1: Nee ne?
- 11:38Speaker 1: Hatten wir früher schon so viel Hitze-Tote?
- 11:41Speaker 0: Nein!
- 11:41Speaker 0: Die Fachleute sagen, ob man das jetzt misst an der Zahl der Hitze Toten oder an den Gradzahlen... Wir hatten in Deutschland noch nie ... forty-fünf oder sechs Grad.
- 11:54Speaker 0: Nicht nur im Juni, sondern überhaupt im ganzen Jahr nicht.
- 11:56Speaker 0: Das waren spitzen Temperaturen... Die kannten wir hier nicht.
- 11:59Speaker 0: Und eine Hitzewelle von am Stück, hier in Köln hatten wir glaube ich fast vierzehn Tage, am Stück Temperaturen über dreißig Grad und Nachtstemperaturen die nicht unter zwanzig Grad gingen.
- 12:10Speaker 0: Nein das sind alle Sonneentwickler.
- 12:12Speaker 0: Das ist faktisch leicht nachweisbar.
- 12:14Speaker 0: da gibt es ja viele die sich damit befassen.
- 12:17Speaker 0: was manche Programmentscheiderinnen und Entscheidende dort anführen ist auch so ihr wie ein gefühltes Publikumsverständnis.
- 12:28Speaker 0: Das wird ja nicht, die kommen dann mit Umfragen vor Wahlen und dann steht dann Klimakrise unten auf dem letzten oder vorletzten Platz.
- 12:37Speaker 0: Ja klar!
- 12:38Speaker 0: Wenn das nicht in den Medien erscheint ist es mit vielen Problemen so.
- 12:42Speaker 0: Die Medien ... das ist ja so eine Wechselwirkung.
- 12:46Speaker 0: wenn ich ein Problem stark betone.
- 12:48Speaker 0: Ich sage nur damals Messerstecherattacken vor der letzten Bundestagswahl In jeder Sendung, in jeder Nachrichtensendung – es waren ja auch eine Reihe von Attentate.
- 12:59Speaker 0: Aber im Medial war das aus meiner Sicht total überbetont und das hat dann entsprechend auf die Umfragen gewirkt.
- 13:05Speaker 0: Umfragen sind aber nicht das an dem sich Journalisten und Medien orientieren sollten.
- 13:11Speaker 0: Ihr Auftrag ist der Menschen, die Realität wiederzuspiegeln.
- 13:14Speaker 0: Und die Klimakrise ist ja eine solche Realität... Das ist Physik!
- 13:19Speaker 0: Die lässt sich nicht wegdiskutieren.
- 13:22Speaker 0: Das CO², das wir schon in die Erde geblasen haben entwickelt gerade seine Wirkung.
- 13:26Speaker 0: Wir werden nicht – selbst wenn wir von heute auf morgen auf null gingen – nicht verhindern können, dass die Erderhitzung noch ein Stück weitergeht aber jedes Zehntelgrad, dass wir erreichen und dass wir in Zukunft möglicherweise verhinderen, das erleichtert uns das Leben auf diesem Planeten.
- 13:41Speaker 0: Und was erleichtern bedeutet?
- 13:42Speaker 0: Das weiß man, wenn man vierzehn Tage hintereinander über dreißig Grad erlebt hat in einem… Keine Ahnung!
- 13:48Speaker 0: in meinem Miethaus oder bei der Arbeit, oder in der Schule im Pflegeheim und im Krankenhaus.
- 13:55Speaker 1: Diese beim Publikum angenommenen Sorglosigkeit ist die eine Sache.
- 14:01Speaker 1: Es gibt auch noch Vertrauen beim Pubrikum Wenn dann hinreichend oder angemessen berichtet wird über die Erderhitzung.
- 14:09Speaker 1: vertrauen die Menschen?
- 14:10Speaker 1: Dann immerhin noch der Klimaberichterstattung.
- 14:12Speaker 1: oder denken die da auch her, die erzählen Und die sind alarmistisch wie du es am Anfang genannt hast.
- 14:18Speaker 0: Sag mal andersrum.
- 14:19Speaker 0: also wenn man in einer Situation wie wir sie jetzt in den letzten vierzehn Tagen gehabt haben.
- 14:23Speaker 0: Und jeder und nicht nur die im Ahrtal wohnen mitbekommen, dass es verdammt heiß geworden ist und das wirklich schwierig ist unter den Bedingungen wie die Städte gebaut sind um die Wohnung usw.
- 14:36Speaker 0: zu ertragen dann in den Medien der Eindruck erweckt wird als sei das eine Naturkatastrophe wie sie häufig passiert und dass man die Ursache ... beim Namen nennt und damit auch dem Menschen nicht die Möglichkeit gibt, ... ... mittel-und langfristig das Ganze zu bekämpfen.
- 14:55Speaker 1: Überhaupt das mal so durchdenken?
- 14:57Speaker 0: Ja also die Lösung besteht ja nicht darin dass sich jeder jetzt eine Klimaanlage ins Haus baut.
- 15:01Speaker 0: Also klar werden wir mehr brauchen davon.
- 15:03Speaker 0: aber das ist ja nicht die Lösung, das wissen wir alle... Und wenn ich als Medium das was die Menschen im ihrem Alltag erleben Widerspiegel und nicht ernst nehmen, das haben wir bei vielen anderen Problemen.
- 15:14Speaker 0: Bei der Armut, bei den Wohnungsnoten oder an anderen Probleme auch dann untergräbt es natürlich die Glaubwürdigkeit solcher Medien.
- 15:21Speaker 0: Dann ist das vielleicht schön für die AfD-ler oder auch andere, die den Klimawandel leugnen oder zumindest die Konsequenzen nicht haben wollen, die dem Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen nicht vorantreiben wollen und ähnliches hat man dann vielleicht auf seiner Seite.
- 15:37Speaker 0: aber Das ist mit dem realen Leben der Menschen zunehmend nicht mehr kompatibel und das ist sozusagen die positive Lehre aus dieser extremen Hitze, die wir hatten.
- 15:51Speaker 0: Mit Sicherheit sagen ja viele Meteorologen und Klimaforscher – das war nicht das Ende der Fahnenstange leider.
- 15:59Speaker 1: Das jetzt zu dem was man so aus den Medien gehört hat?
- 16:01Speaker 1: Wo ich erstaunlich wenig gehört habe, ist aus der Politik!
- 16:06Speaker 1: Was ist denn da eigentlich
- 16:07Speaker 1: los?!
- 16:08Speaker 0: Ja, das haben wir ja gerade erst in unserem jüngsten Artikel aufgespießt.
- 16:12Speaker 0: Das ist erschreckend!
- 16:14Speaker 0: Also selbst wenn Sommerpause wäre die wir noch längst nicht haben kann man doch erwarten dass Politikerinnen und Politiker im Land im Bund sich zu einer solchen Entwicklung äußern.
- 16:28Speaker 0: Es gab ja dann auch Sondersendungen, es gab den Brennpunkt in der ARD, es gibt die Speziale im ZDF und die Zeitungen waren von vorne bis hinten ob sie über Sport oder Politik oder über Lokales berichtet haben ja voll davon und politische Verantwortliche an der Spitze der Bundeskanzler äußeren sich nicht.
- 16:51Speaker 0: Medienversuchen Ich weiß es jetzt zum Beispiel hier aus Nordrhein-Westfalen den Ministerpräsidenten oder den Umweltminister, die Umweltministerin und Klimaministerinnen vor die Kamera zu bekommen.
- 17:04Speaker 0: Und sie weigern sich in einer solchen Situation?
- 17:07Speaker 0: Also das
- 17:08Speaker 1: ist noch nicht mal ein Medienversagen sondern tatsächlich originär der Politik anzulasten.
- 17:12Speaker 1: Es
- 17:12Speaker 0: ist auch ein Medien Versagen dass sie jetzt angefragt werden.
- 17:16Speaker 0: Das habe ich jetzt erst so in den letzten zwei, drei Tagen mitbekommen.
- 17:21Speaker 0: Sie hätten ja schon viel früher Interviews anfragen können und die Hitzewelle ist ja nicht von einen auf den anderen Tag gekommen.
- 17:29Speaker 0: Sie hat ja angefangen von dem Prognosen der Meteorologen.
- 17:33Speaker 0: da wusste man es schon eine Woche vorher Als wir mitten drin waren in der Hitzewelle, dass die Prognosen dann auch für den nächsten Tag und noch einen Tag und drauf.
- 17:42Speaker 0: Da hätte man spätestens zum Beispiel eine Talkshow veranstalten müssen und sagen müssen so wer hier nicht hinkommt, der disqualifiziert sich selbst dadurch.
- 17:51Speaker 0: das ist ja auch ein bisschen die politische Funktion von Talkshows.
- 17:55Speaker 0: wenn man ein vermeintlich oder wirklich dringendes Problem hat dann können sich viele Politikerinnen und Politiker nicht leisten, dort nicht hinzugehen.
- 18:03Speaker 0: Aber dieser Druck wurde von den Medien nicht aufgebaut.
- 18:06Speaker 0: Die hat man zu lange so machen lassen, sich verstecken lassen, dass man meinen könnte... Sie hätten überhaupt nichts damit zu tun.
- 18:14Speaker 0: Und das, was da vom Regierungssprecher kam, dass er gesagt hat, naja unsere Klimapolitik ist wirksam.
- 18:20Speaker 0: Das klang ja wie der Blanqueron für alle die in den Notaufnahmen sich da haben behandeln lassen.
- 18:26Speaker 0: also das sind Dinge, die miteinander korridieren.
- 18:30Speaker 0: Die Art und Weise, die Medien, die Politik in den letzten Jahren aber auch in den Letzten Tagen wo es ja Nicht mehr zu leugnen war, dass die Klimakrise auch in Deutschland massive Auswirkungen hat.
- 18:43Speaker 0: Da hat man sehr lange gezögert, die Politik unter Druck zu setzen und Media zu stellen.
- 18:49Speaker 1: Jürgen Derschner vielen Dank!
- 18:51Speaker 0: Danke dir!
- 18:52Speaker 0: Holger
- 18:52Speaker 1: ruft an es ein Podcast von Übermedien dem unabhängigen werbefreien Magazin für Medienkritik ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 19:00Speaker 1: Ein Abo gibt's ab sechs Euro monatlich und dafür gibts sofort Zugang zu allen Artikeln und obendrauf unseren wöchentlichen Newsletter.
- 19:07Speaker 1: Wer unabhängige Medienkritik ebenfalls unterstützen möchte, findet alle Infos auf übermedien.de und dort gibt's auch reichlich Übermedien zu lesen bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden!
- 19:18Speaker 1: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.
- 19:21Speaker 1: Und hier noch ein Tipp zum Weiterhören.
- 19:22Speaker 1: In der aktuellen Ausgabe von Nice & Nötig ist Christian Bollert zur Gast bei Annika Schneider.
- 19:27Speaker 1: Der hat einen neuen Regional-Podcast für Sachsen Anhalt gestartet.
- 19:31Speaker 1: Da Zwischen heißt er Es geht ausnahmsweise mal kaum um die extreme Rechte sondern um sinnvolle Projekte wie zum Beispiel Startups oder Dorflänen.
- 19:39Speaker 2: Wir haben glaube ich auch einen großen Vorteil, weil unser Team einfach eine große Sachsen-Anhalt-Expertise mitbringt.
- 19:44Speaker 2: also die beiden Hosts Katja und Marie sind in Sachsen Anhalt aufgewachsen.
- 19:48Speaker 2: Die kennen die Leute.
- 19:49Speaker 2: Katja kommt aus Magdeburg Marie kommt aus Dessau-Rosslau Meine Verwandten kommen aus der Altmark im Norden.
- 19:54Speaker 2: das heißt Ich habe auch irgendwie eine Verbindung dazu Und ich glaube wir haben eine Riesenschance so auch Übersetzer zu sein Leuten zuzuhören und ihnen auch eine gewisse Form von Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit zu geben.
- 20:07Speaker 2: Und das ist was, was wir sehr stark eigentlich bei all unseren Themen die wir bisher so gemacht haben spüren selbst wenn wir über Krankentage in Sachsen-Anhalt reden dass die Krankenkassen sagen krass.
- 20:18Speaker 2: der MDR oder auch die Mitteldeutsche Zeitung oder die Volksstimme haben sich schon lange nicht mehr so intensiv mit so einem Thema beschäftigt.
- 20:23Speaker 2: Danke, dass ihr da
- 20:27Speaker 1: seid!