Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Sommer-Special: Wie es ist, zur Priesterin geweiht zu werden - ein Besuch in der Alt-Katholischen Gemeinde
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- 0:02Noch immer sind Ferien, noch immer ist's warm, noch immer sind wir hier im Sommerflow.
- 0:07Ich war mal wieder unterwegs. Gelandet bin ich diese Woche in Reisholz in der
- 0:10altkatholischen Gemeinde.
- 0:12Mit Theresa Schumacher und Sarah Suest habe ich dort gesprochen.
- 0:15Über ihre Weihen zur Priesterin bzw. Diakonin. Über ihren Alltag in der Gemeinde
- 0:20und darüber, was sie bewegt und antreibt.
- 0:22Davor hört ihr, welche drei Themen in dieser Woche die Redaktion beschäftigt
- 0:25haben. In diesem Falle Maximilian Neuford.
- 0:28Es geht um eine Modemarke mit einem berühmten Namen, ein Unternehmen mit einem
- 0:32berühmten und momentan vielleicht auch irgendwie berüchtigten Geschäftsführer
- 0:36und ein neues Autohaus an einem berühmten Ort.
- 0:39Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 432 und der Rhein
- 0:43steht bei 24 Zentimetern.
- 1:03Hallo zum RheinPegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen,
- 1:08was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt, kurz und gut, was geht.
- 1:13Mein Name ist Tosja Kormann und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen.
- 1:18Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, wenn ihr Themen habt, über die wir sprechen
- 1:21können, wenn ihr Veranstaltungen wisst, auf die wir hinweisen dürfen Oder wenn
- 1:25ihr einfach mal was loswerden wollt, dann könnt ihr das sehr gerne tun unter
- 1:29rheinpegel-post.de oder.
- 1:330160 80 80 844 erreicht ihr uns. Wir freuen uns immer von euch zu hören.
- 1:40Maximilian Nowrat erzählt uns heute durch die drei Themen, die ihn in der letzten
- 1:43Woche ganz besonders beschäftigt haben, weil los war in der Stadt trotz Sommerferien mal wieder einiges.
- 1:49Die Modemarke Adenauer ist insolvent, der hiesige Standort in der Altstadt steht auf der Kippe.
- 1:54Was passieren muss, damit er erhalten bleibt, das erklärt Max.
- 1:58Auch ein anderes Unternehmen in der Stadt macht gerade, naja,
- 2:01turbulente Zeiten durch.
- 2:02Gegen die Zentrum Development einer von Düsseldorfs bekanntesten Immobilienprojektentwicklern
- 2:07läuft erneut ein Insolvenzeröffnungsverfahren.
- 2:10Über 50 Mitarbeitende sind betroffen.
- 2:12Geschäftsführer Uwe Reppegater sitzt derzeit in Untersuchungshaft in der JVA.
- 2:17Max beleuchtet die Zusammenhänge und aktuellen Entwicklungen.
- 2:20Auch gesprochen haben wir über eine Firma, der es momentan, naja,
- 2:23recht gut zu gehen scheint.
- 2:24Kann sie sich doch die Miete für einen Ladenlokal mitten auf der Kühl leisten,
- 2:28um dort Autos auszustellen und zu verkaufen?
- 2:31Die chinesische Automarke BYD eröffnet einen weiteren Standort in der Stadt.
- 2:36Und auch hier kennt Max die Einzelheiten.
- 2:38Lieber Max. Liebe Tosja. Bist du in Ferienstimmung?
- 2:42Ich spüre Urlaubsreife bei mir, was aber insofern erfreulich ist,
- 2:46weil ich am Freitag, also jetzt gerade ist ja Mittwoch, wo wir aufzeichnen,
- 2:49in 48 Stunden bin ich schon auf dem Weg nach Frankreich im Auto. Ah, bonjour.
- 2:55Das ist aber schön. Das wirst du dann vielleicht in Länge und Breite erzählen,
- 2:59wenn ihr wieder da seid, weil jetzt kann ich mir vorstellen,
- 3:01das ist einfach viel Packen.
- 3:03Vorfreude ist ja noch schöner als das danach, Weil jetzt hat man ja die Erwartungen
- 3:06noch und weiß nicht, ob sie auch erfüllt werden.
- 3:07Ich meine, wir waren da schon einige Male, wir fahren auf die Halbinsel Croissant
- 3:10in der Bretagne, also wissen ein bisschen, was uns erwartet,
- 3:13aber es soll herrliches Wetter sein, was letztes Jahr überhaupt nicht so war.
- 3:16Also herrlich bei Bretagne heißt dann 25 Grad im Schatten, angenehm.
- 3:21Sehr schön. Und ihr fahrt ja mit dem Auto. Richtig. E-Auto.
- 3:26Plant ihr nicht nur die Stops, wo ihr aufladen könnt, sondern auch die Snacks?
- 3:31Das finde ich immer ganz spannend.
- 3:32Also seid ihr eine Rastplatzfamilie und dann wird einmal groß gegessen und dann
- 3:35wird sich die ganze Fahrt durchgesnackt?
- 3:37Ja, also ich war früher so der Typ Urlaub, der sich schon nach zehn Minuten
- 3:41sein rohes Ei, wenig roh, aber gekochtes Ei und Frikadelle rausgeholt hat zum,
- 3:46Leidwesen der Mitfahrer.
- 3:48Ich dachte auch, als meine Oma einmal mit uns gefahren sind,
- 3:50sind wir nach Polen gefahren, hatte die unglaublich viel Zeugs.
- 3:53Also man hätte gar nicht anhalten müssen, macht man dann trotzdem.
- 3:55Ich finde, Essen ist auch ein guter Zeitvertreibung auf Autofahrt.
- 3:58Also ich habe auch immer nach zehn Minuten sind meine Snacks weg.
- 4:00Also ich plane so den ganzen Trip, weil ich nach Berlin fahre meinetwegen, sechs Stunden.
- 4:03Nach dreiviertel Stunde. Und es gibt so Produkte, die auch nur,
- 4:07finde ich, für mich fürs Autofahren in Frage kommen. Zum Beispiel Exquisa-Snack.
- 4:11Wenn ich mir in meinem Leben nicht kaufe, außer ich fahre Auto für zwölf Stunden netto.
- 4:17Gut, also das heißt, ihr plant nicht nur eure... Die Ladestopps vorplanen wäre
- 4:21schon sehr spießig. Also ich hoffe einfach darauf, dass wir irgendwie jetzt
- 4:25Ladesäulen antreffen, die funktionieren, schnell sind, nicht besetzt sind.
- 4:28Also nee, dann lassen wir es auf uns zukommen.
- 4:31Neben dann irgendwie Tank- oder Ladestops,
- 4:35Snacks, also Verpflegung und vielleicht ja der ein oder anderen Rastplatzentspannungseinheit,
- 4:44könnte auch geplant werden. die Urlaubsgarderobe.
- 4:49Wenn man jetzt weiß, man fährt irgendwo hin, wo es sehr warm ist,
- 4:52dann ist es vielleicht ein bisschen leichter, weil was braucht man?
- 4:54Eine Badehose, Bikini, ein leichtes Kleid, in deinem Fall vielleicht eine Shorts und ein Shirt.
- 5:00Ein Sweater für abends. Und wenn es aber abends ein bisschen kühler wird,
- 5:03dann ein Sweater. Den kannst du in verschiedenen... Die du dir vorher über den
- 5:07Rücken gebunden hast, die man es immer noch sieht.
- 5:11Das ist natürlich vielleicht in vielen Garderoben schon vorhanden.
- 5:15Und falls nicht, könnte man sich das kaufen. Ich möchte doch hier nur eine Brücke
- 5:18bauen zum ersten Thema, über das wir sprechen.
- 5:20Das muss man auch erstmal schaffen, liebe Hörerinnen und Hörer.
- 5:22Von dem Britannienurlaub zu Adenauer und Co.
- 5:28Ein Klamottenlabel, wo man unter anderem Hoodies kaufen kann.
- 5:33Ja, im Prinzip ist es spezialisiert auf den Urlaubsalltag. Ein Hoodie,
- 5:39ein T-Shirt, eine Shorts, getragen aussehende Jeans.
- 5:43Alles so ein bisschen lässig und Sylt-Norderney-like. Genau,
- 5:46man kennt vielleicht das Logo, also mir ist sofort, als ich das Stück dazu entdeckte.
- 5:53Das ist ja auf dem Weg zum Karlsplatz, wenn man von der Flingerstraße kommt,
- 5:56quasi wenn man auf den Karlsplatz zugeht, linker Hand mit diesem Anker.
- 6:01Genau gegenüber von Bäckerei Hinkel. Genau, gegenüber von Bäckerei Hinkel.
- 6:04Vielleicht gibt es da eine Korrelation, da können wir auch gleich mal drüber sprechen.
- 6:06Und genau, die orangene Schrift mit diesem Anker, bisschen, also klar, der Rhein ist,
- 6:13Auch ein Gewässer und so, aber sehr maritim für wenig mehr in der Nähe.
- 6:17Ja, allein schon, dass diese weißen Holzdielen vorne die Fassade schmücken.
- 6:22Ich war jetzt gestern für die Recherche auch erstmals in dem Laden drin,
- 6:25obwohl der dort schon seit 2014 besteht.
- 6:27Alles sehr schön gemacht mit Holzdielen, Boden, Teppichen, Surfermusik,
- 6:31so ein leichtes Parfüm in der Luft.
- 6:34Es hängt auch eine Postkarte vom Gründer Andreas Adenauer, übrigens tatsächlich
- 6:38der Enkel von dem Konrad Adenauer.
- 6:40Ja, die haben auch das Jahr, in dem Konrad Adenauer geboren wurde,
- 6:441876, auf manchen Pullis drauf. Also da gibt es wirklich eine Verbindung und
- 6:49er posiert dann auf dieser Postkarte mit einem Surfbrett, also lebt das auch, wofür die Marke steht.
- 6:53Und hat damit innerhalb von so 15 Jahren ja sehr erfolgreiches,
- 6:58bisher sehr erfolgreiches Modeunternehmen aufgebaut, was gut 50 Standorte hatte.
- 7:03Und zwar nicht nur in einem Düsseldorf, den man aus der Stadt kennt,
- 7:07sondern eben auch an den Küsten Nordsee, Ostsee, Mallorca, Großstädte,
- 7:10München, Berlin und sogar Österreich und Mallorca. Also relevant.
- 7:15Du hast gerade schon ein bisschen vorgegriffen, über was wir jetzt in kurz und
- 7:21knapp, weil wir haben ja hier drei Themen abzuarbeiten, sprechen hatten, hast du gesagt.
- 7:25Ja, Adenauer & Co. ist insolvent und zwar so richtig insolvent,
- 7:28weil fünf Gesellschaften von denen, also nicht nur Einzelhandel,
- 7:32das heißt die eigens betriebenen Läden, sondern auch die Markenlizenz, der,
- 7:37Großhändler und die Holding, also die Dachgesellschaft, die in Karst mittlerweile
- 7:40sitzt, die hat in Düsseldorf angefangen, ist aber in Karst, alle sind insolvent.
- 7:44Das Verfahren wurde eröffnet, bedeutet...
- 7:47Die Beschäftigten bekommen kein Gehalt mehr aus dem Unternehmen,
- 7:52weil das Insolvenzgeld für die ersten drei Monate ist aufgebraucht.
- 7:56Der Eigenantrag, den die gestellt haben, als es eben drohte,
- 7:59Richtung Zahlungsunfähigkeit zu gehen, das war schon Mitte Mai 2026.
- 8:03Und das Interessante ist, die Ereignisse haben sich so ein bisschen überschlagen
- 8:06diese Woche, weil es wurde erst klar am.
- 8:10Montag, Dienstag, dass die überhaupt insolvent sind, weil wenn du einen Antrag
- 8:13auf Eigenverwaltung stehst, wird das nicht veröffentlicht in den Insolvenzbekanntmachungen,
- 8:17wenn das Verfahren eröffnet wird, schon.
- 8:19Und zack, einen Tag später, das war dann der Dienstag, konnte ich mit einem
- 8:23Mann sprechen, Kai Teute aus Hamburg, der gesagt hat, wir kaufen das Unternehmen.
- 8:27Und Kai Teute ist mit einem Mitgründer Benedikt Beins ein großer Franchise-Partner,
- 8:32also eigentlich der größte von Adenauer & Co.
- 8:33Die betreiben zusammen mit anderen Franchise-Partnern, die jetzt auch Adenauer
- 8:38& Co. mitkaufen, insgesamt 33 Standorte. Und die laufen wohl alle ziemlich gut.
- 8:43Das sind halt eher die in Norddeutschland, Sylt, Norderney, Just & Co.
- 8:48Und die führen den Betrieb weiter. Und Andreas Adenauer Anfang 60 wird ab September
- 8:54keine Rolle, keine operative Rolle mehr spielen.
- 8:57Und das ist schon ein großer Umbruch für das Unternehmen. Das glaube ich auf
- 9:00der anderen Seite ein bisschen, genau, es bleibt bestehen, nur halt irgendwie, also, ne?
- 9:06Ja, und es hat eine konkrete Veränderung. Also ja, die gute Nachricht ist,
- 9:11die Franchise-Standorte werden alle bleiben.
- 9:13Allerdings ist der in Düsseldorf kein Franchise-Standort, sondern ein eigens
- 9:17betriebener und denen geht es nicht gut.
- 9:20Also es gab schon mehrere Schließungen in Bonn beispielsweise,
- 9:23München ist schon geschlossen, Berlin wird schließen.
- 9:25Da sprach der Kai Teute im Telefonat mit mir von Fehlinvestitionen,
- 9:29bedeutet, die wurden in Lagen eröffnet, die wohl nicht so gut laufen wie gedacht,
- 9:33trotzdem sind die Mieten sehr hoch in den Städten, das kennen wir ja auch aus Düsseldorf.
- 9:43Und so ein Stück Klamotte auch vielleicht eher an der Küste kauft,
- 9:46wenn man so in dieser Stimmung ist. Also ich finde schon, das ist halt hier
- 9:49nicht so der Flow vielleicht. Ja, absolut. Also es ist so ein Urlaubsding,
- 9:53was aber in der Großstadt funktionieren
- 9:54soll. Und deswegen steht auch der Düsseldorfer-Standort auf der Kippe.
- 9:58Das sagen verschiedene Seiten. Einerseits sagen, dass die Übernehmer,
- 10:02die berichten, also die Übernehmer von Adenauer & Co., die sagen,
- 10:04wir wollen zwar weitermachen, aber nur, wenn die Miete signifikant gesenkt wird,
- 10:08bedeutet, die zahlen jetzt wohl 13.000 Euro im Monat und wollen auf unter 10.000 Euro.
- 10:12Muss man dem Vermieter auch erstmal verklickern. Und der hat auch schon wohl
- 10:16reagiert und Handelsmakler darauf angesetzt, ihm Alternativen vorzuschlagen.
- 10:21Also kann es gut sein, dass der
- 10:23Laden schließen muss oder eben mit anderen Konditionen weitergeführt wird.
- 10:27In jedem Fall die gute Nachricht für die Beschäftigten ist, die 160 von den
- 10:30200 können weitermachen, eben vor allem in diesen Franchise-Standorten und wenn
- 10:34die Kunden bald nicht mehr in Düsseldorf dort einkaufen, dann zumindest online oder im Urlaub.
- 10:38Ja, ein Standort in dieser Stadt, der nichts mit den Klamotten von Adenauer,
- 10:44aber ein bisschen was mit Schifffahrt zu tun hat, ist der Hafen. Richtig.
- 10:50Und auch da ist in der letzten Woche etwas passiert, was dich ja auch mal wieder
- 10:55sehr beschäftigt hat, dass ich bekomme, dass er hier auch mit im Redaktionsalltag,
- 10:58das geht ja dann wirklich auch manchmal Schlag auf Schlag und sehr spontan.
- 11:04Und da geht es auch ein bisschen darum, dass bestimmte Dinge finanziell nicht
- 11:09mehr gewährleistet werden können oder im Unklaren sind.
- 11:12Ja, genau. Nämlich das Unternehmen Zentrum Development, ein bekannter Immobilienprojektentwickler,
- 11:18hat Insolvenz anmelden müssen, sind aber noch nicht so wie Adenauer im eröffneten
- 11:23Verfahren, also in der Regel Insolvenz, sondern im vorläufigen Insolvenzverfahren.
- 11:27Bedeutet, dass gerade ein vorläufiger Insolvenzverwalter forscht,
- 11:30ob es einen Insolvenzgrund gibt, also ob die zahlungsfähig oder überschuldet sind.
- 11:34Heißt aber eben auch, dass das Unternehmen in Schieflage ist,
- 11:37dass sie sich sanieren müssen, dass die 52 Beschäftigten gerade ihre Gehälter
- 11:41nicht mehr vom Unternehmen bekommen, sondern das heißt ein Insolvenzgeld vor
- 11:45Finanzierung, also von der Bundesagentur für Arbeit, wo Unternehmen eingezahlt haben.
- 11:49Und das ist schon eine Entwicklung, die nicht gut ist für Zentrum Development
- 11:55natürlich, weil die waren schon mal insolvent im Sommer 2023,
- 12:00hatten sich dann retten können, weil die einfach viele gute Projekte weiterhin
- 12:03in der Pipeline hatten, wie man so schön im Immobilienjargon sagt,
- 12:06in München, in Berlin, in Düsseldorf.
- 12:08Und dann konnten die eben 2024 neu starten mit dieser jetzt erneut insolvent
- 12:12gegangenen Zentrum Development.
- 12:14Und ja, eine Person, die du schon genannt hast, Uwe Reppegater,
- 12:18der Gründer von Zentrum, der Geschäftsführer von Zentrum, sitzt seit,
- 12:22Mitte April bis heute in Untersuchungshaft der JVA Düsseldorf,
- 12:26weil ihm schwere Wirtschaftsdelikte vorgeworfen werden von der Staatsanwaltschaft
- 12:29Düsseldorf bis zur Anklage gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
- 12:34Nur diese Tatsache, dass der alleinige Geschäftsführer, es gibt keinen anderen
- 12:37bei Zentrum Development in Urhaft sitzt, hat sicherlich, ohne dass wir jetzt
- 12:40bisher die Gründe vom Unternehmen wissen können, weil sie es nicht gesagt haben, hat sicherlich.
- 12:46Keine Ursache dafür, dass das Unternehmen jetzt in Schieflage ist.
- 12:49Ja, gibt es da, außer den Ist-Zustand, der sich ja letzte Woche quasi eröffnet und entfaltet hat,
- 12:56gibt es da irgendwie Aussichten, Entwicklungen in den letzten Tagen, oder?
- 13:03Kann sich eigentlich Uwe Reppegatter dazu irgendwie äußern? Darf er das?
- 13:08Hört man von dem mal was? Also wie ist das so in der JVA? Wir versuchen,
- 13:10was wir können. Wir waren jetzt noch nicht bei der JVA Düsseldorf und haben
- 13:12versucht, ihn zu besuchen. Ich glaube, das wäre so die letzte Eskalation.
- 13:16Aber nee, Spaß beiseite. Also wir kriegen von ihm und seinem Strafverteidiger,
- 13:20nichts, keine Rückmeldung, keine Reaktion, auch kein anderes Medium übrigens.
- 13:26Und von Zentrum selber ist es auch schwierig, weil die Sprecherin hat ihr Mandat
- 13:31niedergelegt vor einigen Wochen.
- 13:32Also es war eine externe Sprecherin und vom Unternehmen selber meldet sich,
- 13:35wenn überhaupt ein Medienanwalt, der einem droht, wenn man kritische Fragen
- 13:40stellt. Das beeinflusst nicht unsere Berichterstattung, aber es zeigt,
- 13:42die haben jemanden mandatiert, der versucht ein bisschen was zu verhindern.
- 13:46Nur Antworten tut er auch nicht. Er sagt dann halt laufende Verfahren etc.
- 13:50Und wir haben halt versucht rauszufinden, welche Projekte sind das denn eigentlich
- 13:54noch bei den Zentrum Development, die jetzt eben insolvent sind, mitmischen.
- 13:57Und das ist auch nicht so leicht, weil die ganz viele Unternehmen haben.
- 14:01Also wer das sich mal anschauen will, Keistraße 8b im Düsseldorfer Hafen,
- 14:05ein sehr prägnantes, schwarzverglastes Gebäude mit einem Klingelschild,
- 14:09was es wahrscheinlich so nicht in Düsseldorf woanders noch gibt.
- 14:11Da sind über 150 Unternehmen drauf, die alle zu Zentrum und zu Uwe Reppe Gartas
- 14:16in Kering gehören. Wir haben alle eine Klingel, so einen riesen Klingel.
- 14:18Ich glaube, es gibt fünf Klingeln und 150 Unternehmen. Das ist wirklich verrückt.
- 14:22Wie wenn es jetzt so ein Briefkastenkonstrukt in Monheim wäre.
- 14:26Aber nein, das ist einer der bekanntesten Immobilienunternehmen Deutschlands
- 14:30und Düsseldorf, die zum Beispiel bekannt sind für die Entwicklung des Kühlbogens.
- 14:34Zwei tolles, großes Projekt, was erfolgreich zu Ende gebracht wurde.
- 14:37Aber auch Berlin, Kudamm, München, Maximilianstraße.
- 14:40Und wenn man jetzt so die Kö entlangläuft, findet man schon noch Spuren von Zentrum.
- 14:45Also zum Beispiel, wenn man so die Kö runter spaziert, fangen wir mal in der
- 14:48Mitte an, Königsallee 46.
- 14:50Das ist ein Objekt, was bis vor kurzem sogar noch auf der Internetseite von
- 14:54Zentrum Development, die zwischenzeitlich abgeschaltet war, kurz nach dem Insolvenzantrag.
- 15:00Aber auf jeden Fall zu den Entwicklungsprojekten zählte.
- 15:02Und da hatten wir als Rheinische Post im Sommer 2025 berichtet,
- 15:06dass ein Luxusjuwelier namens Van Cleef & Apels rein soll und eigentlich jetzt
- 15:10schon die Baustelle im Rothzustand übernehmen sollte. Das ist aber bisher nicht
- 15:13passiert. Es gibt Verzögerungen, also großes Fragezeichen.
- 15:17Dann gibt es aber zum Beispiel ein paar Hausnummern weiter an der Ecke Steinstraße,
- 15:21Rolex, Köl 52 und 54, eine Entwicklung, die Zentrum Leute machen.
- 15:27Allerdings nicht über die Zentrum Development GmbH, sondern über eine andere Gesellschaft.
- 15:30Da hatten wir ja drüber gesprochen, vor einem Dreivierteljahr war das ungefähr,
- 15:32also so Ende letzten, Anfang dieses Jahres und da weiß ich, dass da auch schon
- 15:37so ein bisschen… Ja, das war ein riesiger Immobiliendeal von… Ja,
- 15:41aber auch so ein bisschen verzweigt im Hintergrund und so, ja, ja.
- 15:44Genau, und diese Gesellschaft findet
- 15:46man dann auch auf dem besagten Klingelschild und da läuft es weiter.
- 15:49Und auch in München bei einem Projekt von Zentrum läuft es weiter,
- 15:53was aber auch wieder eine andere Gesellschaft macht.
- 15:54Also so richtig genau weiß man irgendwie nicht, wo diese 52 Beschäftigten jetzt
- 15:58konkret angedockt sind. Wir warten noch auf Rückmeldung vom vorläufigen Insolvenzverwalter
- 16:03und so weiter, was Neues entsteht.
- 16:05Geben wir Bescheid. Aber die Tatsache, dass dieses Unternehmen zum zweiten Mal
- 16:09insolvent ist und eben der Geschäftsführer in Urhaft sitzt, ist schon ein Ding,
- 16:13was die Immobilienszene bewegt, wenn man sich halt fragt, was wird aus denen.
- 16:16Ja, und das nämlich ganz, also genau, was wird aus denen, beziehungsweise.
- 16:21Mich hat noch eine Sache vorher beschäftigt, war das eigentlich Leuten,
- 16:25die so ein bisschen eingeweiht sind oder die sich in dieser Welt auskennen,
- 16:29jetzt gar nicht, ich will nicht auf Insider hinaus, sondern,
- 16:32also war das klar, dass das nochmal passiert und es war nur eine Frage der Zeit,
- 16:36also auch den Mitarbeitenden oder so, oder kann tatsächlich dieses,
- 16:39der alleinige Geschäftsführer sitzt in Urhaft, aber das Unternehmen,
- 16:43also kann das auch, hätte das auch funktionieren können sozusagen.
- 16:46Also ich habe es von mehreren Leuten gehört, die es erwartet haben und zwar
- 16:50nicht erst, ah, ich habe es gedacht, als es passiert ist, sondern schon vorher, ja.
- 16:54Der Tag wird kommen, eben weil auch manche Projekte, die Zentrum machen sollte,
- 16:59die eine Menge Geld gebracht hätten, nicht kamen.
- 17:02Beispiel Königsallee 40, eine große Immobilie, die mittlerweile dem Vermögensverwalter
- 17:08Commerz Real gehört, also einer Tochter der Commerzbank.
- 17:12Die sollten eigentlich mit Zentrum dieses große Objekt entwickeln,
- 17:15zum Beispiel um den Gucci-Laden dort zu vergrößern. Aber die haben gesagt,
- 17:18nee, wir machen es selber. Und damit ist Zentrum dann de facto ein großes Projekt
- 17:21durch die Lappen gegangen, was natürlich auch Einnahmen gebracht hätte.
- 17:24Und die Einnahmen brauchst du allein um 52 sehr gute Leute, die die haben,
- 17:28Ingenieure, Architekten zu bezahlen.
- 17:31Insofern verdichteten sich, sage ich mal, die Hinweise, dass es irgendwann finanziell
- 17:35schwierig werden könnte.
- 17:53Jetzt mal ein Unternehmen, ja, wo es gut läuft. Absolut. Und immer besser,
- 17:57was, Moment, Fahrt aufnimmt. So ist es. Und jetzt du, Max, und jetzt du.
- 18:02Ich wollte dich erst mal fragen, ob du weißt, wofür BYD steht. Nee.
- 18:06Build your dreams. Build your dreams, okay.
- 18:10Haben wir, glaube ich, auch schon mal drüber gesprochen. Es ist der weltgrößte
- 18:13Hersteller von E-Autos, auch sehr stark bei Plug-in-Hybriden,
- 18:17also Mischung aus Benziner und Stromer.
- 18:19Aber bekannt für E-Autos, kommt
- 18:22aus China und hat in Düsseldorf ja mittlerweile zwei große Standorte.
- 18:25Einmal linksrheinisch von Moll an der Wildstädter Straße und einmal an der Automeile,
- 18:30wo auch sonst in Kooperation mit Ulm 1000 Quadratmeter größter Standort zur
- 18:34Eröffnung war das in ganz Deutschland.
- 18:35Die expandieren riesig, also in Europa mittlerweile das meistverkaufte Plug-in,
- 18:42E- und Benzinerauto ist von BYD und in Deutschland kommen sie eben auch in Fahrt, wie du sagst.
- 18:48Und was die jetzt gemacht haben, ist mit der Premium-Marke, die heißt Denza,
- 18:52D-E-N-Z-A geschrieben, habe ich noch nie von gehört. Unser Chefredakteur hat
- 18:55mich witzigerweise Anfang der Woche drauf gebracht, schauen Sie mal hier,
- 18:591100 PS elektrisch, die kommen an die Kö. Ich so, aha, mhm.
- 19:02Habe mir das angeschaut und tatsächlich Königsallee 92a, ich komme gerade daher,
- 19:07wo wir hier gerade sprechen, laufen schon so eine Handvoll asiatisch außensehende
- 19:11Handwerker rum und bauen den Laden.
- 19:12Das ist recht weit hinten, ne? Richtung Graf-Alof-Straße. Genau,
- 19:14also wenn du diesen kleinen Platz kennst, begrünt, Ende Köhl-Galfallstraße, da gegenüber.
- 19:21Nebenan hat Jades aufgemacht vor kurzem.
- 19:24Auf der anderen Seite ist sowas wie Marco Polo, Brillen, Kaiser,
- 19:27Coffee Fellows und dieser Laden steht schon länger leer. Da war früher mal Zwilling drin.
- 19:32Ja, ich 250 Quadratmeter und da werden demnächst zwei hochmotorisierte E-Autos drinstehen.
- 19:39Zum Beispiel der Denzer GT9. Das ist ein Auto mit 1100 PS.
- 19:43Kostet weit über 100.000 Euro. Und dann kann man direkt auf der Kür so eine
- 19:46Probefahrt machen. Ja, also ich meine... So wie alle. Ja, eher zoom.
- 19:53Wumm. Also ich meine, es gibt ja auch E-Autos, die verrückterweise künstliche
- 19:58Sounds haben, wie bei Mercedes-AMG. Aber das ist Geschmackssache.
- 20:02Mich. Genau und die, die expandieren, die wollen bis Ende dieses Jahres 40 Standorte
- 20:07in Deutschland haben und haben sich wohl in die Kö verliebt und das ist eine witzige Geschichte.
- 20:12Stella Lee ist die Vizepräsidentin, also die mächtigste Frau und eine der mächtigsten
- 20:17Personen bei BYD. Die war im September in Düsseldorf, hat im Breidenbacher Hof
- 20:21übernachtet, so die Legende, die wohl stimmt, lief über die Köhe.
- 20:25Und liebte dann diesen Stand und sagte, wir müssen hier hin.
- 20:28Obwohl sich Düsseldorfer Autohähler denken, Kö, Autoladen, vielleicht jetzt
- 20:33keine so gute Idee. Wo willst du parken? Wo willst du das Auto ausfahren?
- 20:36Also tatsächlich, genau.
- 20:37Das lädt ja zum einen ein, sich einzureihen in die Autoshow auf Leute,
- 20:42die da am Wochenende ihre Runden drehen.
- 20:44Aber tatsächlich, auf der anderen Seite bist du natürlich schnell auf der Autobahn hinten.
- 20:49Also wenn man jetzt mal so eine Probefahrt macht. Ja, aber die Laufkundschaft
- 20:52sucht auf der Kö ja eher nach Schmuck und schicken Pullis.
- 20:55Nach Autos, aber die haben sich jetzt für diesen Standort entschieden und gehen
- 20:59da demnächst rein, zahlen auch eine horrende Miete, wollen da fünf Jahre Minimum
- 21:03bleiben und zeigen eben damit, welche Ambitionen die in Deutschland haben.
- 21:07Und das finde ich schon interessant. Ich meine, noch sind die jetzt in Deutschland
- 21:11nicht so sichtbar, diese ganzen chinesischen E-Automarkt, aber wenn man sich
- 21:14allein mal die Düsseldorfer Innenstadt anschaut, wir haben NIO im Kühlbogen schon einige Jahre,
- 21:19wir haben BYD an der Automeile und im Linksrheinischen, wir haben Polestar,
- 21:24die ja auch echt schwedisch-chinesisch sind, genau, an der Berliner Allee von Moll wird das gemacht.
- 21:31Was ich auch einen komischen Standort finde für so ein Autosalon.
- 21:34Also da habe ich dasselbe gedacht, ne, so, das ist so, das ist noch ein bisschen,
- 21:39flächiger als die Köl vielleicht, aber so.
- 21:43Da hat halt Moll den Vorteil, denen gehört das Objekt, also die können die Miete
- 21:46selber steuern und man hat zumindest ein bisschen mehr Platz als an der schmal gebauten Köl.
- 21:51Und dann gibt es noch Xiaopang, Xpeng geschrieben, die demnächst in genau diesen
- 21:56Standort auch noch reingehen von Moll. Also das wird auch noch mal mehr werden.
- 22:00Und dann gibt es ja Aston Martin neuerdings an der Steinstraße Ecke Köln.
- 22:03Du musst jetzt schon länger den amerikanischen Bauern... Und es gibt aber doch
- 22:06auch an der Raterstraße, ganz hinten am Schlachthof in Derendorf,
- 22:11ganz hinten, da ist doch auch so ein, gegenüber vom alten Schlachthof bei Kaufland
- 22:15ist doch auch so ein Auto...
- 22:17Ja, das frage ich mich halt gerade. Okay. Also die, die in der Innenstadt sind
- 22:21auf jeden Fall stark gewachsen.
- 22:24Ich persönlich kannte das erstmals von Tesla und ganz früher von Brabus.
- 22:28Also Tesla war im Kühlbogen, aber nur zu Beginn. Jetzt sind die ja riesig nahe
- 22:31der Automeile. Brabus war irgendwie so eine Boutique mit diesen aufgemotzten Mercedesen.
- 22:36Und jetzt wird die Kühl so ein bisschen neu entdeckt von Automarken.
- 22:39Und da haben wir mal nach diesen beiden Insolvenzthemen mal wieder eine fette Expansion.
- 22:45Und somit enden wir auf einer, naja, zumindest für die positiven.
- 22:50Das hätte ich doch jetzt besser mir selber nicht ausdenken können.
- 22:53Und auf der Überholspur, passt du auf eurer Fahrt in Urlaub aber gefälligst mal ein bisschen auf.
- 22:59Rechtsfahrgebot, ne? Ich bleibe recht.
- 23:02Gute Fahrt, gute Reise. Ich spreche hier für alle Hörenden, wir sind sehr gespannt,
- 23:07wie euer Urlaub dann war, aber das wirst du ganz sicher berichten. Ende August mehr.
- 23:10Vielen Dank und bis zum nächsten Mal. Au revoir. Tschüss.
- 23:27Im Düsseldorfer Süden befindet sich der Sitz der altkatholischen Gemeinde.
- 23:31Dort walten Sarah Suest und Theresa Schumacher seit einigen Wochen als frischgeweihte
- 23:36Diakonin bzw. Priesterin.
- 23:38Über ihren Alltag und ihre Aufgaben in der Gemeinde, ihren persönlichen Weg
- 23:42an ihre jetzigen Positionen und die Geschichte ihrer Kirche habe ich mit ihnen gesprochen.
- 23:47Wieder einmal habe ich mein Aufnahmegerät eingepackt und mich auf den Weg gemacht.
- 23:51Diesmal ein wenig untypisch für mich mit dem Auto. Ich habe abgewägt.
- 23:57Ob ich es mit dem Fahrrad bis hierher schaffe. Jetzt sind es heute auch knapp 30 Grad.
- 24:01Da bin ich auf meinen Cabrio umgestiegen.
- 24:05Ich wohne in Pempelfort und ich musste jetzt schon einen kleinen Weg auf mich
- 24:08nehmen, was ich sehr, sehr gerne gemacht habe.
- 24:10Und ich bin gelandet in Reisholz und sitze hier mit zwei wunderbaren Gästinnen.
- 24:15Und weil ihr ja das viel besser könnt als ich, stellt euch doch mal vor. Gerne.
- 24:20Mein Name ist Sarah Sust. Ich bin jetzt seit zwei Jahren hauptamtliche Seelsorgerin
- 24:24hier in der altkatholischen Gemeinde in Düsseldorf.
- 24:27Ich war das erste Jahr pastorale Mitarbeiterin, dann ein Jahr Diakonin und jetzt
- 24:30Anfang Juli bin ich zur Priesterin geweiht.
- 24:33Mein Name ist Theresa Schumacher. Ich gehöre seit zwei Jahren zur altkatholischen
- 24:37Gemeinde hier in Düsseldorf und bin seit zwei Wochen hier als Diakonin im Ehrenamt,
- 24:44tätig, weil ich da geweiht worden bin in Bonn in der Namen Jesu Kirche.
- 24:49Sagt man herzlichen Glückwunsch zu so einer Weihe?
- 24:53Ja, gerne. Das kann man durchaus sagen. Das ist ja tatsächlich noch gar nicht so lange her.
- 24:58Jetzt werden sich vielleicht die ein oder anderen HörerInnen fragen,
- 25:03ganz grundsätzlich katholisch, frauengeweiht.
- 25:08Hä?
- 25:09Natürlich, das Alt davor ist natürlich das kleine Wörtchen, was den Unterschied macht.
- 25:15Und auch da könnt ihr viel besser erklären, wie die Umstände sind.
- 25:20Ich möchte jetzt nicht sagen, wie es dazu kommt, sondern was die Geschichte
- 25:23dahinter ist, was der Weg dahin ist, dass wir jetzt hier zu dritt sitzen und
- 25:27ihr ein bisschen davon erzählt, wie es ist als Diakonin.
- 25:31Ganz kurz vielleicht zur Einordnung. Die altkatholische Kirche ist eben hier
- 25:35in Deutschland 1870 nach dem Vatikanischen Konzil, dem Ersten Vatikanischen
- 25:41Konzil, eben entstanden,
- 25:43weil es da Menschen gab, die gesagt haben, sie glauben nicht,
- 25:46dass ein Mensch unfehlbar ist und sich entdeckten.
- 25:51Auf ihr eigenes Gewissen verlassen wollten und da gesagt haben,
- 25:55wir müssen dann schauen, dass wir uns zusammenschließen und eine neue
- 25:59Kirche gegründet worden ist, die sich eben auf die alte Zeit,
- 26:02also die ersten paar hundert Jahre, so das erste Jahrtausend wieder berufen hat.
- 26:07Und der Name ist heute total irreführend. Man denkt immer, das ist irgendwie
- 26:12total verstaubt, antiquiert. Nein, gar nicht.
- 26:16Die altkatholische Kirche ist sehr liberal, eben weil Menschen jeglichen Geschlechts
- 26:22zu Priesterinnen und Priestern, Diakoninnen und Diakonen, Bischöfern und Bischöfen geweiht werden können.
- 26:27Und ja, es ist auch in demokratischen Strukturen aufgestellt. Genau.
- 26:34Und dass Frauen geweiht werden können, ist seit den 90ern so.
- 26:37Und für mich zum Beispiel war das auch ein wichtiger Grund, altkatholisch zu
- 26:40werden. Also ich war vorher auch römisch-katholisch, wie ganz viele in der altkatholischen
- 26:43Kirche und war auch vorher schon Seelsorgerin und habe das mit total viel Freude gemacht.
- 26:48Aber habe immer so gemerkt, ein bisschen was fehlt und deswegen war das für
- 26:51mich auch mit ein Grund zu sagen, ich werde altkatholisch. Ja,
- 26:54jetzt haben wir uns ja im Vorfeld, um diesen Termin hier zu finden,
- 26:57auch ein bisschen schon hin und her unterhalten per Mail.
- 27:00Und gerade als es dann auf diese Weihe zuging, war natürlich viel los drumherum.
- 27:05Also ihr bereitet euch darauf vor, wie kann man sich das vorstellen?
- 27:08Also ich kann mir auch da denken, dass die wenigsten vielleicht mal bei so einer
- 27:12Weihe dabei waren oder überhaupt die Choreo dahinter kennen sozusagen.
- 27:16Hat man jahrelange Vorbereitungen, meldet man sich, bewirbt man sich, wird man gewählt?
- 27:21Wie ist das? Das ist ein bisschen unterschiedlich, dadurch, dass ich ja hauptamtlich
- 27:24bin und die Theresa ehrenamtlich.
- 27:26Deswegen war das bei mir tatsächlich ein Bewerbungsverfahren in die altkatholische
- 27:30Kirche, um ins Hauptamt zu kommen.
- 27:32Und da ist es so, dass man vorher schon ein Vollstudium entweder römisch-katholischer
- 27:36oder evangelischer oder auch orthodoxer Theologie haben muss.
- 27:39Und dann macht man noch einen Master in altkatholischer Theologie,
- 27:41wo ich auch immer noch dran bin.
- 27:43Und das gehört eben alles dazu und dann gibt es mehrere Bewerbungsgespräche,
- 27:46bevor man dann ins Hauptamt starten kann.
- 27:48Und dann geht eben die Vorbereitung auf die Weihe los, dass man erstmal auch
- 27:51nochmal praktische Erfahrungen macht.
- 27:53Und dann wird auch einfach so ein bisschen geguckt, was braucht es denn noch,
- 27:56weil das ist bei uns halt sehr unterschiedlich.
- 27:58Ich habe zum Beispiel vorher nie beerdigt, deswegen habe ich gesagt,
- 28:00da bräuchte ich nochmal ein bisschen Input. Das haben Kolleginnen von mir aber
- 28:03schon vorher gemacht. Da guckt man einfach individuell.
- 28:06Wie so ein kleines Praktikum tatsächlich. Also man kann einfach dann mal mitlaufen
- 28:10und sich das angucken und Fragen stellen und wird angeleitet.
- 28:13Also ich war hier direkt hauptamtliche Seelsorgerin, habe auch vieles weitergemacht,
- 28:16was ich schon vorher gemacht habe, aber nochmal besonders das geübt,
- 28:19was ich noch nicht so viel gemacht habe wie Predigen oder eben dann Beerdigung. Ja, verstehe.
- 28:23Spannend. Also du hast ja gerade schon, da würde ich auch gleich gerne nochmal
- 28:26drauf, genau, die ist vielleicht nicht so groß oder ihr seid ja auch die einzige
- 28:30Kirche, altkatholische Kirchegemeinde hier in Düsseldorf und ihr habt gerade
- 28:34schon erzählt, auch für die Umgebung.
- 28:36Also genau, vielleicht wie viele Gemeindemitglieder uns das gibt,
- 28:40das können wir ja gleich nochmal gucken. Wie war es bei dir?
- 28:42Also ist das dann ein ähnlicher Weg oder ist es wegen des Ehrenamts nochmal ein bisschen anders?
- 28:47Naja, ich hatte jetzt noch kein irgendwie großes Bewerbungsverfahren.
- 28:51Ich habe einfach erst mal angefangen, weil es mich selber interessiert hat,
- 28:54auch nochmal diesen Masterstudiengang in Bonn zu machen, da am altkatholischen
- 28:59Seminar und wusste nicht, in welche Richtung es gehen soll.
- 29:02Also ich konnte mir gut vorstellen, das vielleicht auch hauptamtlich zu machen,
- 29:06aber ich liebe einfach meinen Beruf an der Bildungsakademie für Gesundheits-
- 29:09und Sozialberufe und das hat sich dann während des Studiums nochmal so rauskristallisiert,
- 29:14dass ich das unbedingt als Hauptstandbein,
- 29:17so beibehalten möchte.
- 29:20Und fürs Ehrenamt hätte ich jetzt gar nicht so viel an Studien machen müssen,
- 29:23aber mich hat es einfach so interessiert, diese sehr, sehr sinnvolle Theologie,
- 29:28die ich da so erlebt habe und mitbekommen habe.
- 29:32Genau, und ich habe dann einfach diesen Weg gewählt, dass ich mal diesen Gedanken
- 29:36hier in der Gemeinde eingebracht habe. Die Gemeindeversammlung hat dann ein Votum abgegeben dafür.
- 29:42Das finde ich auch total schön, dass man eben aus den Menschen heraus wirklich,
- 29:47da gewählt ist oder da dieses Votum bekommt, diese Unterstützung hat.
- 29:54Und genau, und dann habe ich noch ein Gespräch mit dem Bischof eben geführt
- 29:58und die Sonodalvertretung hat auch zugestimmt, dass ich da geweiht werden kann.
- 30:04Also man geht, wenn ich das richtig verstehe, schon mit so einem gewissen Vertrauensvorschuss
- 30:08ja auch dann so rein, was dann vielleicht auch diesen ganzen Prozess,
- 30:11wenn man nochmal ein bisschen was lernen muss oder auch so ein Studium ist ja
- 30:14in jeder Hinsicht irgendwie auch manchmal herausfordert und so,
- 30:17aber man weiß irgendwie, okay.
- 30:19Die nachher davon profitieren quasi, stehen oder tragen mich auch,
- 30:25weil sie mich ausgesucht haben.
- 30:26Genau, das ist auch ganz bewusst in den Weihegottesdiensten kommt das auch vor.
- 30:30Das war für mich auch total wichtig, dass das da nochmal eine Rolle spielt.
- 30:33Es wird dann eben ein Votum von der Gemeinde oder in meinem Fall von zwei Gemeinden eingeholt.
- 30:39Vom Professor von der Uni, der uns halt da erlebt hat und eben dann von der
- 30:43Sozialvertretung, also der Bistumsleitung, dass die alle sagen,
- 30:46wir können uns das gut vorstellen, dass du ins Hauptamt gehst oder dass du ins
- 30:48Ehrenamt gehst, dass du bei uns so eine Rolle in der Kirche übernimmst.
- 30:52Dass das nicht nur davon abhängt, was ich mir so vorstelle oder vielleicht von
- 30:56einem Bewerbungsgespräch, sondern tatsächlich jetzt hier bei mir von zwei Jahren
- 30:59Arbeit, dass die Gemeinden das mitbekommen haben und sich das eben gut vorstellen können.
- 31:04Jetzt hast du gerade das Wort Rolle schon gesagt.
- 31:07Was ist dann deine beziehungsweise deine Rolle? Also was sind die Aufgaben,
- 31:10die vielleicht auch Herausforderungen als Priesterin, als Diakonin?
- 31:14Und wo ist da vielleicht auch der Unterschied? Ja.
- 31:17Genau, also wie gesagt, ich bin jetzt schon seit zwei Jahren hauptamtliche Seelsorgerin
- 31:20hier und das ist der größte Part, dass ich halt einfach als Seelsorgerin für
- 31:24die Menschen in der Gemeinde oder ich bin auch in Aachen Seelsorgerin,
- 31:28also in beiden Gemeinden für die Menschen da bin und gucke einfach,
- 31:30was die brauchen und was steht an.
- 31:32Also persönliche Seelsorge mit den Menschen ins Gespräch gehen,
- 31:35vielleicht Krankenbesuche, aber auch Aktionen zu planen. Also hier gerade Düsseldorf
- 31:39ist eine sehr feierfreudige Gemeinde.
- 31:41Da gibt es eben viel, was dann so zu planen ist und zu gucken,
- 31:45wie kann man das gut umsetzen.
- 31:48Dann ist natürlich sowas wie Sakramentenvorbereitung, wenn in dem Alter Kinder
- 31:51da sind oder Jugendliche.
- 31:53Wir sind halt eine kleine Gemeinde, deswegen ist das jetzt nicht ständig,
- 31:55aber klar, wenn Taufen anstehen, Erstkommunion feiern, dann sowas vorzubereiten.
- 32:00Und dann eben so die ganz normalen Sonntagsgottesdienste.
- 32:03Und da haben sich natürlich dann die Aufgaben nochmal verändert.
- 32:06Also gerade am Anfang war es halt
- 32:07mehr mit dabei sein und vielleicht mal ausprobieren zu predigen und sowas.
- 32:11Und jetzt habe ich ja dann auch tatsächlich die ersten Messfeiern dann alleine gefeiert.
- 32:15Nach der Weihe. Sehr aufregend. Ja, das glaube ich. Auch predigen,
- 32:18dann schreiben oder sich auch also man ist ja wahrscheinlich auch die ganze
- 32:21Zeit oder in dem Fall du damit beschäftigt zu aufzunehmen, was passiert und
- 32:25was dann in so eine Predigt mit einfließt und so.
- 32:27Das ist wahrscheinlich ein Fulltime-Job, was es ja dann jetzt auch ist.
- 32:31Anders als bei dir im Ehrenamt, hast du ja gerade schon gesagt,
- 32:34du hast noch ein anderes Hauptstandbein. Was ist deine Rolle?
- 32:37Was sind deine Aufgaben als Diakonin?
- 32:39Ja genau, also ich darf mir halt im Ehrenamt auch die Sachen so ein bisschen
- 32:43herauspicken beziehungsweise auch schauen, was ist natürlich von der Gemeinde so an Bedarf da.
- 32:50Es geht auch darum, eben im Gottesdienst mitzuwirken,
- 32:55da auch zu predigen oder Wortgottesdienste auch selber so zu gestalten,
- 33:01vorzubereiten und da eben auch die hauptamtlichen Seelsorgenden ein Stück weit zu entlasten.
- 33:07Und was ich von dir als Aufgabe jetzt dann hier in der Gemeinde übernehmen werde,
- 33:11das finde ich total schön, ist die Kinderkirche, ist für mich am herausforderndsten,
- 33:15weil ich jetzt mit Menschen in dem Alter noch wenig irgendwie so zu tun hatte.
- 33:22Was mir selber ein großes Anliegen ist, weil ich das eben von der Bildungsakademie
- 33:27kenne, wo ich mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt,
- 33:31Kulturen, Religionen und so zu tun habe, ist wirklich auch das,
- 33:35Interreligiöse, Interkonfessionelle.
- 33:38Und da kann ich mir vorstellen, in Projekten mitzuarbeiten. Das wird aber erst noch so anlaufen.
- 33:43Und ja, weil ich eben aus dem therapeutischen Bereich auch so ein bisschen komme
- 33:48und eben mit Palliativ-Care, Trauerbegleitung und so weiter,
- 33:51was ich dann auch hauptamtlich mache,
- 33:55ja da schon ein bisschen Know-how mitbringe, eben auch so Seelsorgsgespräche
- 33:59zu führen. Ja, verstehe.
- 34:02Also ihr seid ein Team sozusagen.
- 34:05Wie viele gibt es noch drumherum? Also wie viele Priesterinnen,
- 34:08Priester, Diakonen, Diakonen seid ihr hier insgesamt in dieser Gemeinde?
- 34:12Ja, das ist hier gerade so ein bisschen eine Sondersituation,
- 34:14weil eigentlich gibt es pro Gemeinde nur eine hauptamtliche Person.
- 34:18Jetzt war ich hier eben zwei Jahre gemeinsam mit meinem Kollegen Clemens Engels,
- 34:22weil wir beide relativ neu angefangen haben und dann ging das so für die erste Zeit.
- 34:26Es war aber auch klar, dass das nicht auf Dauer ist. Und Clemens ist jetzt vor
- 34:29ein paar Monaten hier zum Pfarrer gewählt worden, also er wird die Gemeinde
- 34:33in Zukunft leiten und ich werde versetzt werden Anfang September nach Essen und nach Bottrop und,
- 34:38dann hoffentlich bald mein Studium abschließen und kann mich dann da zur Pfarrerin
- 34:41wählen lassen, wenn das für mich passt und wenn das für die Gemeinden passt.
- 34:44Ich verstehe, aber ich habe jetzt schon ein bisschen rausgehört,
- 34:46es ist sowieso alles vernetzt, also du gehst dann auch dieser Gemeinde hier
- 34:50nicht komplett verloren, sondern es ist ja wahrscheinlich sowieso alles in Berührung.
- 34:54Genau, also die Entfernung sind wir natürlich ein bisschen weiter dann,
- 34:57aber wir haben schon gesagt, wir möchten gerne versuchen, die Erstkommunionvorbereitung
- 35:00zusammen zu machen und dann dadurch ein bisschen die Verbindung zu halten oder
- 35:04uns gegenseitig zu vertreten, wenn wir im Urlaub sind oder so.
- 35:07Genau, das schon. Dann haben wir hier noch einen ehrenamtlichen Diakon,
- 35:11der war ganz, ganz lange hier.
- 35:13Der kommt allerdings jetzt mit nach Essen, wenn ich versetzt werde. Den nimmst du mit.
- 35:18Also für eineinhalb Monate haben wir hier jetzt Luxus. Zwei Hauptamtlichen,
- 35:21zwei Ehrenamtlichen, genau.
- 35:23Und dann, ja gut, dann teilen wir uns wieder auf.
- 35:26Liegt immer in der Luft. Das ist ja eigentlich auch was Schönes, wenn es sich bewegt.
- 35:30Jetzt haben wir das gerade schon so ein bisschen gestriffen.
- 35:33Wie viele seid ihr insgesamt? Also wie groß ist hier die Gemeinde?
- 35:35Kann man das genau beziffern? Also ihr wisst wahrscheinlich eine genaue Personenanzahl.
- 35:39Aber genau, es ist eine kleine Gemeinde.
- 35:42Also viele altkatholische Gemeinden, das gehören ja 260 Menschen dazu.
- 35:46Das ist natürlich nicht viel, gerade wenn halt wie gesagt viele so aus dem römisch-katholischen
- 35:49kommen und das so kennen.
- 35:50Ich hatte vorher eine Gemeinde, da waren es über 20.000 Menschen.
- 35:53Das ist natürlich schon nochmal ein Unterschied.
- 35:56Die Gemeindestruktur ist aber auch eine ganz andere. Also es ist eben so,
- 35:58dass sehr, sehr viele bewusst altkatholisch geworden sind und dann auch sehr aktiv dabei sind.
- 36:05Kann man das auch dann am Altersdurchschnitt so ein bisschen sehen?
- 36:08Also es ist dann eher eine, nicht nur junge Kirche im Gegensatz zur,
- 36:14römisch-katholischen und so, sondern auch die, also sind die Gemeinden dann
- 36:18auch relativ jung in Anführungszeichen, wenn sich Menschen auf ihrem Weg quasi entscheiden, also,
- 36:24ich kann mir vorstellen, dann wird man vielleicht ein bisschen reingeboren,
- 36:26also wenn meine Eltern beide altkatholisch sind und ich mich entscheide,
- 36:29da auch mitzumachen, dann wähle ich das vielleicht.
- 36:33Könnt ihr da so einen kleinen Abriss geben?
- 36:36Genau, also die wenigsten Menschen in der altkatholischen Kirche sind wirklich
- 36:41altkatholisch getauft worden, sondern viele sind aus anderen Kirchen,
- 36:45aus anderen Konfessionen irgendwie
- 36:47auf unterschiedlichsten Wegen dann zur altkatholischen Kirche gekommen.
- 36:51Ja, und der Altersdurchschnitt ist tatsächlich geringer.
- 36:54Und ein klitzekleiner Prozentsatz sind sogar mehr Männer, was nochmal ein anderes Kirchenbild abgibt.
- 37:01Also in einer normalen Gemeinde jetzt irgendwie wären wir jetzt wahrscheinlich
- 37:07irgendwie so mit rund um die 40 halt einfach ja was Besonderes.
- 37:14Und hier haben wir ganz viele andere Leute, die auch in unserem Alter sind.
- 37:18Und ja, genau. Verstehe.
- 37:21Und 260 Leute hast du gesagt.
- 37:26Dann kennt man sich ja auch wirklich gut jeweils. Und jetzt mischen sich diese
- 37:31Gemeinden auch, also wenn ich dann in eine andere Stadt ziehe,
- 37:34sind die überall so relativ klein oder dass man immer auch wieder gut reinkommt?
- 37:39Also es ist eigentlich eine Riesengemeinde übers ganze Land verteilt und man
- 37:43hat nur so die Standorte und zieht vielleicht dann, wenn man umzieht oder...
- 37:48Also es sind viele Gemeinden relativ klein. Wie viele gibt es insgesamt in Deutschland?
- 37:53Es gibt so um die 60 Gemeinden, genau.
- 37:56Mit 40 Fahrstellen, also es gibt halt einige, wo mehrere Gemeinden sich eine Fahrstelle teilen.
- 38:02Ja, und viele Gemeinden sind eben klein und viele, würde ich auch sagen,
- 38:06kennen sich untereinander, aber es ist natürlich schon eine Herausforderung mit den Entfernungen.
- 38:10Das merkt man auch schon in den einzelnen Gemeinden. Also zu Düsseldorf gehört
- 38:13dann eben auch Neuss und Langfeld, Solingen, Wuppertal, Remscheid, alles dazu.
- 38:18Und natürlich nicht alle können so super regelmäßig kommen.
- 38:21Und dann noch zu sagen, wir sind auch noch im Dekanat, was ganz NRW ist unterwegs
- 38:25oder im Bistum, was ganz Deutschland ist. Das können natürlich nicht alle.
- 38:29Ich habe trotzdem das Gefühl, es gibt einen relativ hohen Zusammenhalt.
- 38:32Also dass man versucht, irgendwie auch mal woanders vorbeizuschauen,
- 38:37einfach mal zu Besuch zu kommen oder bei Veranstaltungen da zu sein.
- 38:40Aber klar, die Entfernung machen das schon manchmal Herausforderung.
- 38:44Ja, das kann ich mir vorstellen.
- 38:45Genau. Und was Besonderes ist halt auch einfach, dass es wirklich familiäre Strukturen sind.
- 38:50Und jetzt gerade bei uns in der Kirche, es gibt genau drei Reihen.
- 38:53Also auch wenn man in der letzten sitzen möchte und sich erstmal so ein bisschen
- 38:56zurücknehmen, es geht nicht wirklich lange so.
- 39:12Jetzt als relativ kleine Gemeinde in einer ja doch recht großen Stadt.
- 39:17Jetzt ist natürlich dieser Ort hier auch nicht mitten im Zentrum.
- 39:22Allein da in der Gegend, wo ich wohne, sind glaube ich neun Kirchen in Sichtweite.
- 39:26Also es gibt ja schon auch viele größere Gemeinden oder überhaupt viele Gemeinden,
- 39:32noch anderer Konfessionen.
- 39:34Seid ihr da auch connected? Seid ihr wahrscheinlich mit einer der kleineren Gemeinden in der Stadt?
- 39:41Also ist das sowieso ein bisschen getrennt, weil es sich ja auch getrennt hat
- 39:45irgendwie nach dem Vatikalischen Konzept, was du gerade gesagt hast?
- 39:49Oder ist da auch ein Austausch?
- 39:51Ja, habt ihr jetzt gar nicht so suggestiv, also soll gar nicht in irgendeine
- 39:57Richtung gehen, aber seid ihr mit in so einem Verbund oder müsst ihr euch eh
- 40:02mal so ein bisschen erklären?
- 40:04Genau, also wir sind mit in der ACK, dann eben mit den ganzen anderen,
- 40:09christlichen Konfessionen, die es so gibt, also ich weiß nicht,
- 40:12ob alle dabei sind, aber ja schon sehr viele, da haben wir sehr regelmäßigen
- 40:15Austausch dann eben auf hauptamtlicher Ebene, dass wir auch gucken,
- 40:18was geht denn so gemeinsam in der Stadt,
- 40:20und was ist gerade so dran, das ist uns sehr wichtig und dann gibt es das nochmal
- 40:23hier so auf regionaler Ebene, also so für Düsseldorf-Süd, dass es das nochmal,
- 40:28in klein gibt, quasi mit römisch-katholisch, evangelisch und uns.
- 40:32Dass man noch mal guckt, was brauchen wir denn hier in den Stadtteilen.
- 40:36Und viele von unseren Gemeindemitgliedern sind auch einfach,
- 40:40Ich würde jetzt mal sagen ökumenisch unterwegs, weil oft ist auch einer konvertiert
- 40:44und der Partner, die Partnerin vielleicht nicht.
- 40:47Man hat noch Verbindungen zu den Herkunftsgemeinden. Also bei mir ist das auch
- 40:51so, als ich jetzt nochmal hier die Primiz, also die erste Messe gefeiert habe
- 40:54oder auch bei der Weihe, waren total viele aus meinen vorherigen Gemeinden da,
- 40:59weil wir ja nicht irgendwie im Bösen auseinandergegangen sind.
- 41:01Ja, ich verstehe. Und deswegen gibt es auf jeden Fall Verbindungen.
- 41:04Verzeihung, du wolltest gerade noch was sagen. Genau. Und die Ökumene ist in
- 41:07der altkatholischen Kirche einfach total wichtig.
- 41:10Es gab Dialogprozesse mit den orthodoxen Kirchen, mit der römisch-katholischen Kirche.
- 41:16Wir haben Kirchengemeinschaft mit der anglikanischen Kirche,
- 41:18mit der Kirche von Schweden, mit der unabhängigen Kirche auf den Philippinen,
- 41:24mit der Matoma-Kirche in Indien.
- 41:25Also das ist einfach was ganz Grundlegendes, dass man da den Austausch,
- 41:31die Vernetzung sucht und ja da auch gemeinsam Gottesdienste feiert.
- 41:36Das ist wirklich total unkompliziert. Es werden alle eingeladen eben da an der
- 41:41Kommunion teilzunehmen, die getauft sind und an die Anwesenheit von Jesus da
- 41:46in dem Brot und dem Weinglauben.
- 41:48Das ermöglicht ja auch nochmal ganz andere Aktivitäten.
- 41:52Also wir waren jetzt zum Beispiel am Wochenende beim Klingenpride,
- 41:54also beim CSD in Solingen, weil Solingen eben auch zum Gemeindegebiet gehört
- 41:58und das läuft jetzt schon seit mehreren Jahren gemeinsam mit der evangelischen
- 42:01und mit der freievangelischen Gemeinde
- 42:02und dann kann man eben auch einen richtig großen tollen Gottesdienst aufziehen
- 42:05und gemeinsam einen ökumenischen Kirchenstand haben beim Straßenfest.
- 42:09Muss man realistisch sagen, das könnten wir alleine gar nicht und es ist total
- 42:12schön, da auch im Austausch zu sein und eben gemeinsam unterwegs zu sein.
- 42:15Ja, und vielleicht auch eine Frage, die auf der Hand liegt,
- 42:19wenn ihr dann so, ja, ich stelle mir immer vor, man ist irgendwie bei einem
- 42:22Abendessen oder bei einer Party oder so und dann erzählt man, was man macht und dann,
- 42:27wie ich auch schon einstiegsgesagt habe, so natürlich zwei Wörter,
- 42:30die sich dann vielleicht erstmal beißen bei den meisten, die nicht genau wissen, worum es geht.
- 42:37Habt ihr da das Gefühl, dass ihr euch oft erklären müsst oder dass das anders,
- 42:41rezipiert wird, wenn ich jetzt römisch-katholisch bin und nur das kenne vielleicht?
- 42:45Also diese Rolle als Frau ja auch einfach als Priesterin beziehungsweise Diakonin.
- 42:51Also ist das was, was ihr oft erklären müsst oder wo ihr auch oft das Gefühl
- 42:54habt, das muss man irgendwie so rechtfertigen?
- 42:58Genau, also es gibt auf jeden Fall immer eine Irritation.
- 43:01Ich habe das Gefühl, ich musste mich auch vorher schon erklären,
- 43:03dass ich halt überhaupt in der Kirche aktiv bin und hauptamtlich da aktiv bin,
- 43:07also auch als ich Pastoralreferentin war,
- 43:10ist das ja jetzt für Menschen in meinem Alter, in unserem Alter nicht so total
- 43:13üblich und da war auch immer schon die Frage, warum machst du das denn?
- 43:17Und jetzt ist es halt nochmal mehr so diese Irritation, altkatholisch,
- 43:20was ist das denn? Ist das nicht total konservativ?
- 43:23Das muss halt irgendwie immer wieder erklärt werden.
- 43:26Ich habe das Gefühl, dass total viele dann eigentlich positiv überrascht sind
- 43:29und sagen, ach, das klingt aber spannend, habe ich noch nie von gehört,
- 43:32aber da eigentlich dann offen für sind, wenn man ein bisschen was erzählt. Ja, verstehe.
- 43:36Genau, also wenn man dann über diese Irritationsschwellen so drüber ist,
- 43:40dann kriegt man ganz häufig also super positives Feedback und,
- 43:46haben die Leute auch Lust, sich diese Kirche mal anzuschauen und finden das
- 43:49einfach ganz, ganz wichtig, dass
- 43:52Frauen diese Rollen einnehmen dürfen und sagen, das würden sie sich für,
- 43:58andere Kirchen, andere Konfessionen eben auch wünschen. Ja, verstehe.
- 44:02Jetzt sitzen wir ja hier im Innenhof eurer Kirche.
- 44:07Und im Hintergrund hört man ein bisschen Kinder lachen. Ich glaube,
- 44:11da ist irgendwo ein Spielplatz.
- 44:13Was aber ich mich auch frage, genau, seid ihr da auch, ich sage das in sehr
- 44:17großen Anführungszeichen, normal auf, also habt ihr auch einen Kindergarten,
- 44:20habt ihr irgendwie, also gehört das auch zu eurer Gemeinde, so,
- 44:24wie bei anderen Gemeinden vielleicht auch oder verteilt sich das dann auf andere?
- 44:28Nee, tatsächlich nicht, aber dafür sind wir einfach zu klein.
- 44:31Also das mit 260 Menschen irgendwie umzusetzen, kriegen wir nicht hin.
- 44:36Also es gibt eine Gemeinde in Bonn, die haben einen Kindergarten,
- 44:38das ist aber die einzige altkatholische Gemeinde in ganz Deutschland, die das hinkriegt.
- 44:43Wir versuchen halt so irgendwie in der Stadt präsent zu sein.
- 44:47Also jetzt hier im Viertel besonders beim Paulinenparkfest zum Beispiel versuchen
- 44:51wir dann dabei zu sein oder wenn halt so im Jahreskreis irgendwie besondere Sachen sind.
- 44:56Und im Diakonischen unterstützen wir den Knackpunkt in der Stadt eben regelmäßig,
- 45:01dass wir sagen, das machen wir jedes Jahr und sammeln da eben Spenden für.
- 45:06Kannst du das nochmal ein bisschen genauer erklären? Genau, der Knackpunkt ist
- 45:09eine Notschlafstelle in der Stadt für Mädchen und junge Frauen,
- 45:12die wohnungslos sind und oft auch von der Suchtproblematik betroffen sind.
- 45:17Und dann haben wir gesagt, wir suchen uns quasi ein Projekt,
- 45:19das wir regelmäßig unterstützen können, damit es auch irgendwie nachhaltig ist
- 45:23und wir da auch irgendwie eine Verbindung haben.
- 45:26Deswegen waren einige von uns schon mal da und haben sich das schon mal angeguckt.
- 45:29Genau, das machen wir eben jedes Jahr, dass wir sagen, wir sammeln da einmal
- 45:32Sachspenden, aber auch Geld spenden für, dass wir das unterstützen können.
- 45:36Genau, das wäre jetzt auch noch eine Frage, dieses ganze Gemeindeleben,
- 45:41Engagement, also seelsorgerisch, anders begleitend, trauerbegleitend und so.
- 45:47Also ist das was, was viel abgerufen wird?
- 45:51Macht ihr das auch quasi außerhalb der Gemeinde? Also, dass ihr,
- 45:54wenn ihr manchmal merkt, so wie mit Knackpunkt, da ist noch Bedarf an anderen Stellen,
- 45:59genau, also könnt ihr ein bisschen darüber erzählen, über das Gemeindeleben
- 46:04an sich und die Sachen, die ihr dann vielleicht macht für euch, für andere, mit allen.
- 46:09Genau. Also ich verstehe tatsächlich auch meine hauptberufliche Tätigkeit so
- 46:16ein Stück weit von diesem diakonischen Gedanken her.
- 46:20Also habe das nicht jetzt erst ab der Weihe so angefangen, sondern einfach auch
- 46:24vorher immer mit diesem christlichen Hintergrund so gehabt.
- 46:28Und da finde ich es einfach schön, wenn man mit den Menschen so in den tiefen Austausch kommen kann,
- 46:36vielleicht auch mal auf so spirituelle Themen einfach zu sprechen kommt und
- 46:40wirklich an so existenziellen Punkten im Leben vielleicht nochmal eine Unterstützung,
- 46:45eine Begleitung geben kann.
- 46:47Gerade wenn ich an meine Azubis denke, die aus allen möglichen Ländern dann
- 46:50hierher gekommen sind oder von Trauererfahrungen erzählen, dann.
- 46:56Finde ich das schon einfach ganz wichtig, da einfach präsent zu sein,
- 47:02zuzuhören und das verstehe ich dann auch als so seelsorgende Tätigkeit.
- 47:08Und sonst ist es so, dass einzelne Begleitungen stattfinden von Menschen und das halt,
- 47:15zwischendurch mal abgefragt wird oder ja, das in so einer Regelmäßigkeit dann
- 47:22hier in der Gemeinde auch passiert.
- 47:24Und ich habe das Gefühl, dass das eigentlich bei vielen Gemeindemitgliedern
- 47:26so ist, dass sie das, was sie so in ihrem Beruf oder auch darüber hinaus im Ehrenamt machen,
- 47:32dass das eben geprägt ist von ihrem christlichen Menschenbild,
- 47:34von ihren christlichen Werten, dass sie zum Beispiel in der Notfallseelsorge
- 47:37aktiv sind oder wie du sagst, dann im Hospiz oder in der Ausbildung.
- 47:41Da gibt es eben ganz viele in der Gemeinde, die sowas dann entweder haupt- oder ehrenamtlich machen.
- 47:47Und wir begleiten natürlich dann, wenn irgendwie Themen aufkommen,
- 47:49aber da sieht man halt irgendwie Seelsorge hängt auch nicht nur an uns,
- 47:53sondern wird eben auch von der Gemeinde getragen und wir sind dann eben für
- 47:57die Gemeindemitglieder da.
- 47:58Und auch für alle, die sonst so kommen, weil wir haben auch ganz viele Menschen,
- 48:01die regelmäßig kommen, auch schon zum Teil seit Jahren und nicht zur Gemeinde gehören.
- 48:05Das heißt, da machen wir jetzt auch irgendwie keine große Unterscheidung.
- 48:07Wir sind halt für die Menschen da, die uns ansprechen. Ja, verstehe.
- 48:11Jetzt hast du vorhin schon gesagt, es ist auch eine sehr feierfreudige Gemeinde.
- 48:14Also jetzt, was wird da alles gefeiert und wie kann ich mir das vorstellen?
- 48:18Ja, wir haben ja gerade großes Jubiläum, 150 Jahre altkatholische Kirche hier
- 48:22in Düsseldorf und da haben wir ein Programm, das uns über ein Jahr begleitet.
- 48:29Das hat angefangen eben mit einem besonders ausgestalteten Fädelzug hier.
- 48:36Im Viertel, wo wir nochmal einen Wagen mehr hatten und viel mehr Teilnehmende als sonst.
- 48:42Dann ging es weiter mit einem Jubiläumsgottesdienst, wo wir auch wirklich viele
- 48:47Gäste eingeladen hatten.
- 48:48Der Bischof zu Besuch kam hierher und viele Leute eben auch aus der Lokalpolitik.
- 48:54Wir haben dann einen Spaziergang gemacht zu altkatholischen Orten hier in Düsseldorf. Zum Beispiel?
- 49:02Ja, wir waren in der vorherigen Kirche, wo die altkatholische Kirche eben jahrelang
- 49:08zu Gast war, in der Terstegenkirche.
- 49:12Ist das in Goldstein? Ja, genau. Und wir haben.
- 49:18Den Friedhof besucht, wo eben Richard Hasenklever bestattet ist,
- 49:22also der die Gemeinde hier mit aufgebaut hat, gegründet hat und sind da so durch
- 49:27die Personen, die ja da an dieser Gründung beteiligt waren, auch,
- 49:33da haben wir drüber gesprochen, sind ins Gespräch gekommen und sind da auch in der Gemeinde.
- 49:36Dann war der Clemens zu Gast im Max-Haus bei dem Mittwochsgespräch.
- 49:44Wir haben nochmal eine Veranstaltung im Max-Haus, wo dann die Frau vom Clemens
- 49:49Engels, also von unserem hauptamtlichen Seelsorger, auch moderieren wird.
- 49:53Ein Gespräch, da geht es um Christsein in zirkulare Sita-Zeit. Genau.
- 50:00Und dann gibt es im November noch in dem Stadtmuseum eine Ausstellung.
- 50:11Wir haben so Roll-Ups gestaltet von unserer Gemeinde und bekommen zum Beispiel
- 50:16den Bischofsstab von dem ersten Bischofs, den es hier gab, von der altkatholischen
- 50:21Kirche und werden so ein paar Sachen zu sehen sein.
- 50:25Und das ist natürlich offen für alle, also das kann man sich anschauen,
- 50:28da kann man sich auch dann vielleicht informieren oder vielleicht ein bisschen
- 50:31mehr mit auseinandersetzen mit der ganzen Geschichte hier in Dusseldorf.
- 50:34Genau, sonst natürlich auch so die ganzen christlichen Feiertage,
- 50:38dann Weihnachten, Ostern, Pfingsten, frohen Leichnam feiern wir zum Beispiel,
- 50:43jetzt haben wir jetzt schon zweimal mit der Aachener Gemeinde zusammen gefeiert,
- 50:46dass wir einmal nach Acht gefahren sind, einmal die Aachener hierhin kamen.
- 50:50Dass sowas dann auch nochmal was Besonderes ist.
- 50:52Und manchmal gucken wir, dass es was Besonderes für die Kinder gibt,
- 50:56dass die sich da auch besonders angesprochen fühlen.
- 50:59Ich würde vielleicht noch für die Frauen ergänzen, ich bin in so einem Netzwerk auch,
- 51:04Magdalena Go heißt das, das sind eben Frauen überwiegend aus der römisch-katholischen Kirche, die,
- 51:14sich nach so einem Buchprojekt, das aus dem Synodalen Prozess da entstanden
- 51:18ist, zusammengeschlossen haben und die alle sagen, sie haben eine Berufung zu
- 51:22Diakonin, zu Priesterin und die können das aber halt leider nicht so leben.
- 51:28Und verwirklichen. Es gibt da sogar einen Diakonatskreis in der römisch-katholischen Kirche und.
- 51:35Ja, da finde ich es total wichtig, vernetzt zu sein. Ich fühle mich manchmal
- 51:38auch tatsächlich so ein bisschen als kleine Verräterin, weil ich da das nicht
- 51:43mehr mit aushalte, irgendwie immer wieder frustriert zu werden, traurig zu sein.
- 51:48Deshalb, dass es eben dort noch nicht möglich ist, dass Frauen diese Rolle bekleiden können.
- 51:55Und ja, dass man da von unterschiedlichen Seiten für die gleiche Sache sich
- 52:01einsetzt, finde ich was ganz Entscheidendes.
- 52:03Und kurz vor der Weihe hat sich auch eine Frau gemeldet, die schwer an Krebs
- 52:08erkrankt ist und hat gesagt, sie würde gerne einmal bei so einer Weihe dabei
- 52:12sein und eine richtige Diakonin sehen und die in den Arm nehmen. Die war dann auch dabei.
- 52:17Und das war für mich was total Ergreifendes, wo ich auch immer diesen Schmerz
- 52:23fühle und das total schade finde, dass es eben nur hier möglich ist.
- 52:29Ja, verstehe. Das knüpft ja ein bisschen auch an die Frage eben an.
- 52:33Also vielen Dank, dass du das nochmal anbringst oder aufbringst und erzählst,
- 52:36weil genau, ich stelle mir schon vor, für diese Gemeinde hier ist das jetzt
- 52:40natürlich einfach gang und gäbe oder für die altkatholische Gemeinde per se,
- 52:44aber genau, dass es ja nicht nur so rum ist, dass man sich vielleicht als...
- 52:48Als Frau dann erklären muss oder darf oder soll oder wie und immer so ein bisschen
- 52:53das aufklären muss, sondern auch andersrum, dass es vielleicht in anderen Konfessionen
- 52:57Frauen gibt, die das auch gerne machen würden, wo es einfach nicht geht.
- 53:01Es wäre jetzt ein viel zu großes Gespräch, darüber zu reden,
- 53:04ob das irgendwann vielleicht mal möglich sein kann und soll,
- 53:06aber es gibt da dieses Netz, also es gibt einen Austausch auf jeden Fall und
- 53:10das ist ein Thema, womit sich beschäftigt wird.
- 53:12Genau, das ist auch mir total wichtig, weil das finde ich auch eine Form von
- 53:15Verkündigung oder irgendwie Einsetzen dafür, dass eben Gleichberechtigung tatsächlich
- 53:21verwirklicht werden kann. Ja, ich verstehe.
- 53:24Das führt vielleicht ganz schön zu der Abschlussfrage, die ich mir gestellt
- 53:28habe. Die klingt jetzt vielleicht sehr simpel, aber vielleicht steckt da ja einiges drin.
- 53:32Fühlt ihr euch jetzt anders, seit ihr geweiht seid? Also ist das eine,
- 53:36jetzt gar nicht geweiht, sondern also merkt ihr in euch, in der Außenwahrnehmung
- 53:42ja wahrscheinlich schon, weil ihr diese Rollen jetzt quasi offiziell bekleidet.
- 53:45Aber ist das nochmal ein, ja, vielleicht auch auf irgendeiner Metaebene,
- 53:49hat das was verändert für euch?
- 53:52Also ich wollte mich gar nicht unbedingt anders fühlen, weil ich wollte einfach ganz Mensch bleiben.
- 53:57Und das finde ich auch schön, dass es in dieser altkatholischen Kirche möglich
- 54:00ist, dass das sowas Unperfektes ist.
- 54:03Was ich schon von Anfang an hier gespürt habe, ist, dass das so,
- 54:09also diese weiblichen Gottesbilder, die auch verwendet werden,
- 54:12das finde ich total wichtig.
- 54:14Und da hat sich bei mir nochmal so ein ganz anderer Raum aufgetan.
- 54:17Sonst habe ich Gebet immer so über mir gespürt in der Blase.
- 54:20Und das hat sich wirklich nochmal so ein ganzer Raum unter mir aufgetan.
- 54:24Also das hatte sich schon mit der Zeit verändert.
- 54:26Und ich finde es tatsächlich schön, jetzt halt auch Sachen verwirklichen zu
- 54:33können. Also es ist nochmal so ein Stück wirklicher geworden,
- 54:37habe ich das Gefühl. Ja, verstehe.
- 54:39Ganz anders würde ich vielleicht auch nicht sagen, aber ich fühle mich tatsächlich
- 54:42angekommen und angenommen.
- 54:46Ich habe ja ganz am Anfang gesagt, es fehlte so ein bisschen was vorher als
- 54:49Seelsorgerin und dass ich jetzt eben als Frau, als queere Seelsorgerin einfach
- 54:55ganz da sein kann, so wie ich bin.
- 54:57Das ist tatsächlich ein sehr, sehr schönes Gefühl des Angenommenseins. Ja, wie schön.
- 55:02Ich bedanke mich sehr für dieses offene und sehr schöne Gespräch und wünsche
- 55:08euch einen wunderschönen Nachmittag, eine gute Woche und alles Liebe, alles Gute.
- 55:13Ganz herzlichen Dank. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Jetzt kommt das Wochenendwetter
- 55:17für Düsseldorf vom Wetterstruxie.
- 55:19Das Wetter, das wird sich nochmal in eine Verlängerung begeben,
- 55:26was den Hochsommer angeht.
- 55:28Und wir werden dann in absehbarer Zeit eine Zensur bekommen,
- 55:33was dann den Hochsommer angeht.
- 55:35Und wir werden so allmählich in den Herbst reinsteigen. Ich grüße euch damit
- 55:40ganz herzlich zum Wochenendwetter. Ja, es tut sich ein bisschen etwas.
- 55:44Und tatsächlich gibt es jetzt so erste Anzeichen, dass der Hochsommer dann so langsam zum Ende kommt.
- 55:50Davor bekommen wir aber nochmal Hitze. Und das werden wir schon dieses Wochenende bekommen.
- 55:55Der Freitag, der wird uns noch relativ viele Wolken bringen.
- 55:57Das wird gerade so in der zweiten Tageshälfte der Fall sein.
- 56:01Ansonsten ist es eher freundlich. Der Wind spielt keine Rolle.
- 56:05Und das Ganze bei 12 Grad am Morgen und maximal 24 Grad am Nachmittag.
- 56:10Der Samstag, der wird uns schon deutlich mehr Sonne bringen.
- 56:14Wir sind so zum Nachmittag so ganz kleine, harmlose Quellwolken unterwegs.
- 56:18Das wird aber nicht die Rede wert sein.
- 56:20Und das Ganze dann bei etwa 12 bis maximal 28 Grad.
- 56:25Das amerikanische Wettermodell macht es einen Ticken wärmer.
- 56:27Da starten wir schon bei 15 bis 17 Grad und gehen bis 30 Grad hinauf.
- 56:32Also da gibt es so kleine Unsicherheiten, aber das ist wirklich nur ganz marginal.
- 56:36Der Sonntag, der wird schon wieder deutlich heißer werden.
- 56:39Und hier werden wir dann aus Frühwerten so ungefähr bei 15 bis 19 Grad,
- 56:46werden wir dann bis zu 33 Grad bekommen.
- 56:48Das Ganze dann auch wieder mit Quellwolken am Nachmittag Und einem ganz,
- 56:54ganz geringen Schauerrisiko in der Nacht zum Montag dann.
- 56:57Das Ganze müssen wir noch ein bisschen abwarten. Da gibt es noch einzelne Unterschiede,
- 57:00auch in den Modellen selbst.
- 57:02Da ist es für mich so hundertprozentig klar.
- 57:06Was schon einigermaßen deutlicher oder sicherer ist, ist dann der Montag tagsüber,
- 57:12da werden wir wieder viel Sonne bekommen und das Ganze dann bis zu 31 Grad,
- 57:16und hier wird der Nordwestwind ein bisschen auffrischen, das werden wir dann
- 57:19vor allem dann im schwüle Empfinden merken, sodass dann dort die Luft dann deutlich
- 57:24angenehmer wird im Laufe des Tages.
- 57:27Ist. Die Trends dann für die weiteren Tage danach, die sehen im Moment so aus,
- 57:33dass wir weiter Sonne und weiter auch vor allem Hitzetage bekommen werden.
- 57:38Wahrscheinlich werden wir bis Ende nächster Woche nochmal so drei bis fünf Hitzetage
- 57:43bekommen, das Ganze zusammengerechnet.
- 57:46Also nicht am Stück, sondern immer mal wieder vereinzelt, dann haben wir mal
- 57:50zwei, drei Hitzetage, dann kühlt es wieder ab, dann kommen neue zwei, drei Hitzetage.
- 57:55Ehe dann zum Ende der nächsten Woche wahrscheinlich dann der Bruch kommen wird.
- 58:00Wir werden es dann mit Nordwestwetter zu tun bekommen und dann werden die Temperaturen
- 58:05noch deutlich zurückgehen. Das Ganze wird deutlich wechselhafter ablaufen.
- 58:09Wie viel Regen dann erstmal dabei ist, das ist noch nicht so hundertprozentig klar.
- 58:14Aber was wir sagen können, ist, dass diese anhaltende Trockenheit,
- 58:18die wir nun seit fast zwei Monaten haben, die wird jetzt zu Ende gehen.
- 58:22So langsam, das ist das, was die Modelle andeuten.
- 58:26Und dann werden wir allen Voraussicht nach dann insbesondere in der zweiten
- 58:32Augusthälfte dann auch wieder deutlich kühlere Temperaturen bekommen.
- 58:36Da sind dann schon mal so einzelne Modelle dabei, die dann schon mal einstellige Nachtwerte berechnen.
- 58:43Das müssen wir abwarten tatsächlich, wo wir uns dann genau hinbewegen.
- 58:48Aber was wir zumindest schon mal in diesem Rahmen sagen können ist,
- 58:51der Hochsommer, der hat so langsam sein Ende.
- 58:55In diesem Sinne, euch ein schönes Wochenende und wir hören uns dann nächste
- 59:01Woche wieder zum Wochenendwetter. Bis dann, ciao, ciao.
- 59:08Das war der Rheinpegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir eine wirklich
- 59:12große Freude machen wollt, dann abonniert doch diesen Podcast überall,
- 59:16wo es ihn zu abonnieren gibt. Und wenn ihr schon dabei seid,
- 59:18dann bewertet ihn doch auch gleich und teilt diesen Podcast.
- 59:23Erzählt jemandem davon, der oder die Düsseldorf liebt oder noch viel besser,
- 59:27der oder die das gefälligst bald lernen soll.
- 59:31Mein Name ist Tosja Kohlmann. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
- 59:36Den Rheinpegel gibt es jeden Donnerstag neu. Folgt dem Podcast jetzt in eurer
- 59:40Podcast-App, um keine Episode mehr zu verpassen.