Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #16 Investor & Amorana Co. Founder über NBA Träume, Erotik Imperium und Learnings - Lukas Speiser
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Episode von «Du entscheidest», deinem Podcast für Erfolg, Business und persönliche Weiterentwicklung. Heute mit einem ganz speziellen Gast. Als Mitglieder von Morana hat er erfolgreich einen Exit hinter sich gebracht. Aber er ist nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern er ist ein passionierter Sportler und ein Weltbürger, da er schon in Japan und in den USA gelebt hat.
- 0:26Bekannt ist er unter anderem auch als Investor von der Sendung «Höhle der Löwen». Und heute interessiert uns seine Reise, seine Entscheidung, die er gemacht hat und wo die Reise hingeht. Herzlich willkommen, Lukas Speiser. Schön, dass du da bist. Schön, dass du da bist. Danke für deine Zeit.
- 0:44Die erste und wichtigste Frage. Wie geht es dir? Geht mir super. Geht dir super? Ja, geht mir gut. Ich war gerade in den Ferien. Und dann kommt man immer relaxed zurück. Das ist schön. Wo bist du gewesen? In den USA. In den USA. Okay. Ein bisschen gehen, Skifahren. Gehen, Wasser skifahren. Ja, Wasser skifahren. Wasser skifahren. Sehr schön. Und du hast dort geglaubt,
- 1:06Ich habe drei Jahre in den USA gelebt. Als 15-Jähriger habe ich ein Austauschjahr gemacht. Ich fand die USA immer sehr geil. Dann habe ich meinen Eltern gesagt, dass ich in die USA will. Die haben gesagt, dass ich das gut machen kann. Sie haben das voll unterstützt.
- 1:24Ich war dann ein Jahr in einer Gastfamilie und fand das so cool, dass ich dann schlussendlich geblieben bin. Dann konnte ich zwei Jahre länger in einer anderen Gastfamilie bleiben und habe so die Highschool abgeschlossen. Mega jung vor allem. Ja, ja. Was hat dich als 15-Jähriger so fasziniert? Warst du bei Brüri mit dem Fernsehen und dieser Kultur?
- 1:46Ja, es hat mich alles über die USA fasziniert. Es ist einfach alles so gross und Sport. Ich habe viel Sport gemacht und habe natürlich überwiesen, Basketball zu spielen. Alles klar. Das hat mich alles motiviert, um rüberzugehen. Hast du auch den Traum, Basketball zu spielen, in den Staaten verfolgt?
- 2:04Ja, ja, ja. Ich war dann auch in der Highschool und habe dort drei Jahre lang gespielt. Und nachdem ich in der Schweiz zurückgekommen bin, habe ich in der Schweiz in der Nazi gespielt. Also schon... In der Nazi? Also in der Nazi-Jahr habe ich gespielt. Also einfach in der ersten Liga. Erste Liga für den Basketball. Was kommt nach der Liga in der Schweiz? Nichts mehr. Ah, das ist so die heitnische Liga? Ja, ja. Also nicht schlecht, oder? Ja, aber...
- 2:30Weiter ging es dann nicht. Hätte nicht sein sollen. Ich habe früher mal gedacht, ich schaffe es in der NBA. Aber das habe ich natürlich nicht geschafft. Bei welchem Team hattest du am liebsten gespielt? Michael Jordan-Fans. Ich habe es gedacht. Chicago Bulls, oder? Chicago Bulls, genau. Ich habe letztens ein Pitch-Tag bekommen, um in den Charlotte Hornets zu investieren. Was ist das? Das ist ein NBA-Team. Da hast du geflüht Emotionen.
- 2:58Ja, ich dachte gerade, wir müssen in ein NBA-Team investieren. Es holt dich zurück. Sehr schön. Du hast auch in Japan gelebt, das habe ich übrigens kurz gelesen. Aber ich glaube, es war ganz kurz, als du noch ganz klein warst. Ja, als ich ganz klein war, war es etwa anderthalb Jahre. Aber ich kann mich nicht wirklich daran erinnern. Ich war in der 1, als wir übergezögert wurden.
- 3:21Mein Vater hat in der Beratung gearbeitet und hat dort einen Job angenommen. Dann waren wir anderthalb Jahre in Tokio. Wo hat dein Vater gearbeitet? Er hat bei McKinsey als Berater gearbeitet. Ist das ein Markt, eine Studie? Ja, die machen viele Studien. Es ist Unternehmensberatung. Die beraten die ganzen Unternehmen in Strategie. Du bist auch in die Unternehmensberatung gegangen und hast eine Ausbildung gemacht?
- 3:51Nein, ich studiere Finance in Zürich. Okay. Was ist dein Werdegang? Ich glaube, du warst der Studienkollege von Alan. Ja, Alan und ich haben uns im Studium kennengelernt. Okay. Dort hat der Kontakt zwischen euch angefangen. Als Kind, wenn du die Möglichkeit hättest, wärst du am liebsten Basketballer geworden. Das wäre so dein ... Hattest du auch Talent und alles?
- 4:21Ah, nein! Nein, ich meine, das ist ja schon so. Dann hast du ja nachher nach Amerika gegangen. Ja, also ich war viel zu klein. Ich habe es einfach mit Willenskraft und Motivation kompensiert. Aber irgendwann kommst du damit nicht mehr weiter. Wo hast du dann diese Willenskraft und Motivation reingesteckt, wo du gemerkt hast, der Traum klappt irgendwie nicht? War das in der USA, wo du gemerkt hast, das klappt nicht?
- 4:45Ja, da habe ich schon gemerkt, dass es ein anderes Niveau ist, das die dort spielen. Ich war auch in der Highschool im höchsten Team, aber es gab natürlich viel bessere Spieler als ich. Bist du gerade mega streng zu dir selbst oder ist das die Realität? Ich bin immer streng zu mir selbst. Aber ja, dort ging es einfach nicht weiter. Und dann kamst du wieder zurück und hast neue Ziele verfolgt?
- 5:16Ja, dann wusste ich nicht so recht, was ich mache. Dann habe ich als Personal Trainer angefangen zu arbeiten, weil ich halt immer trainiert habe. Irgendwann hat mich jemand im Gym, der dort gearbeitet hat, angequatscht. Er hat gesagt, du trainierst die ganze Zeit, willst du vielleicht auch hier arbeiten? Dann habe ich gesagt, ja, ist gut. Passt einfach gut. Ja, mega cool. Dann wurde ich Personal Trainer.
- 5:37Nachher habe ich angefangen in einer Promotion Agentur zu arbeiten. Wir haben in der ganzen Schweiz Promotions gemacht. Für Apple, Ericsson, Orange war es damals noch so. Wir haben einfach das Personal ausgebildet, um am Point of Sales Promotion zu machen.
- 5:56Wenn du in ein Shoppingcenter gehst und dort hat es einen Stand von Orange, sind das unsere Leute. Oder die Leute am Orange Cinema waren unsere Leute. Das haben wir in der ganzen Schweiz gemacht. Das ist auch eine der erfolgreichsten Promotionfirmen in der Schweiz, oder? Ja, wir hatten schon die grössten Kunden. Wir haben die ganze Einführung von Apple in der Schweiz gemacht. Also die ganze Shop in Shop. Als erstes hat Apple in der Manors Shop in Shop gemacht. Wir haben das ganze Personal für die Shop in Shop gestellt.
- 6:23Ich kann dann die später betreuen, die nicht bei Apple gewesen sind. Wirklich? Okay. Wie viele Jahre reden wir jetzt da? Wenn man noch von Orange-Zeiten redet und erste Shopping-Shops. Ja, das war früher in den 2000er-Jahren. Was hast du denn für einen Jahrgang, falls ich fragen darf? 81. Okay. Das heisst, du...
- 6:39Wie alt ist man? Jetzt bin ich 42. Du siehst mega fresh aus, mega vital. Also Früh 2000er bist du in den Promotionsszenen. Du hast dir dort einen Namen gemacht wahrscheinlich in dieser Zeit. Und dann?
- 6:54Ich war dann an dieser Promotion-Agentur beteiligt und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich studieren möchte. Ich habe gemerkt, dass ich gewisse Sachen nicht wusste. Die ganze Finanzbuchhaltung und solche Sachen. Ich hatte nicht das gute Verständnis, das ich eigentlich gerne hätte.
- 7:13Also mega spannend. Eigentlich hast du das nicht einfach so gemacht, weil man das einfach macht, sondern du hast wirklich aus dem Bedarf heraus gespürt, da fehlt mir etwas und darum fange ich jetzt an zu studieren. Mega cool. Ja, und da hatte ich natürlich Kollegen, die angefangen haben zu studieren und haben angefangen zu überlegen, was man nachher machen könnte. Und dann haben die alle gesagt, ja, Mindest Investment Banking, dort verdienst du am meisten. Und ich dachte, ja gut, dann gehe ich auch auf Finance studieren.
- 7:37In diesem Fall hast du Finance studiert. Ja. Was hat dir heute sehr viel gebracht? Ja, es hat mir schon einiges gebracht. Ein gutes Verständnis für die Finanzerfahrung einer Unternehmung, auch für eine Start-up, wie die Buchhaltung funktioniert, die Kosten kontrollieren zu können, das hat mir schon recht geholfen. Mega cool. Und die...
- 8:03Finance studieren, heute als Investor, ist wahrscheinlich eines der wichtigsten Werkzeuge in deinem Rucksack, die du haben kannst. Dass du die Grundlagen von Finance erkennst. Was investierst du? Wie investierst du? Wie sieht das Unternehmen in fünf Jahren aus? Wie viel spielt das Bauchgefühl mit und wie viel ist das Knowledge, das du...
- 8:22Ja, man merkt es ja, in der Sendung bin ich der, der viel auf Zahlenfragen steht und analytisch bin. Das kommt natürlich von diesem Finance Background. Das hilft mir schon, wenn ich Pitch-Tags anschaue, die Zahlen durchzuschauen und zu verstehen. Das ist enorm wichtig. Aber schlussendlich ist das Team das Wichtigste. Also ein Team, das gegenüber dir ist, das pitcht? Ja.
- 8:48Aber jetzt ist die Frage nicht beantwortet, weil das würde mich jetzt gleich wundern, wegen dem Bauchgefühl. Wie viel ist da wirklich Kopf und wie viel ist Herz oder Bauch oder einfach das Gefühl dahinter? Also es muss beides stimmen. Okay. Es muss beides stimmen, ja. Wenn einer eine super Zahl hat, aber irgendwie habe ich einfach ein schlechtes Gefühl über diese Person.
- 9:06dann kann ich nicht investieren. Und wenn es eine super Person ist, wir hatten auch schon mal eine super Gründerin, die hat wirklich alles richtig gemacht, aber in einem Bereich, in dem ich kein Wachstum gesehen habe. Also schon Wachstum, aber viel zu viel, viel zu kompetitiv.
- 9:23dass ich nicht das Gefühl habe, dass eine Schweizer Start-up eine Chance hat. Da habe ich ihr gesagt, ich würde sehr gerne in dich investieren, aber du müsstest etwas anderes machen. Und was hat sie gemacht? Sie hat es dann weiter gemacht. Und ist sie erfolgreich jetzt? Ja, sie ist erfolgreich in der Schweiz. Aber wir haben dann eigentlich Sachen, die Potenzial haben, richtig gross zu werden.
- 9:46Okay, das ist schon spannend. Für dich ist das internationale Investment fast wichtiger als auch Amorana. Amorana war auch sehr, so wie ich es jetzt kenne, in der Schweiz lastig.
- 10:02obwohl der internationale Markt auch sehr spannend war. Ich weiss nicht, ob das etwas mit dem Exit zu tun hatte, um zu expandieren. Aber für dich ist es wichtig, international zu wachsen. Nicht zwingend. Der Schweizer Markt ist schon sehr attraktiv und in gewissen Bereichen gross. Aber wenn du etwas machst, das
- 10:23gut skalierbar ist. Also wenn du Tech machst, dann musst du auch ausserhalb der Schweiz arbeiten können. Weil dann musst du das Wachstum hinbringen können. Wenn du nur in der Schweiz bist, ist es einfach zu klein. Aber zurück jetzt nochmal zu deinem 20-jährigen Ich. Du hast jetzt das Studium angefangen und was war deine Motivation? Du hast gesagt, du wolltest wirklich Finanzen. War deine Motivation Cash machen? Ich habe Lust auf viel Batzen.
- 10:49Dann wurde es so umgereicht, was der Durchschnittssalär in verschiedenen Firmen ist. Ich hatte schon einen Drive, um Geld zu verdienen. Ich fand das Finanzstudium auch sehr spannend. Ich fand die ganze Bankingwelt spannend. Darum wollte ich auf einer Investmentbank arbeiten. Das war schon die Motivation.
- 11:12Und nachher hast du das Ganze gemacht. Also bist du dann wahrscheinlich auch in so einer Bank gearbeitet. Mhm. Und wie lange warst du dort? Was war das Learning? Oder hast du irgendwas Spannendes daraus? Ja, also...
- 11:25Ich habe sehr viel gelernt, was ich in den USA schon gelernt habe. Die Amerikaner haben eine andere Mentalität als wir Schweizer. Sie sind sehr offen, im Verkauf sind sie viel besser, sind aggressiv, nicht in einem negativen Sinne, aber sie können wirklich gut verkaufen.
- 11:46Und das habe ich dann bei Goldman einfach noch weiter gelernt. Also noch auf dem aufgebaut, was ich schon in den drei Jahren, in den USA war, gelernt habe. Und das hat mir mega viel gebracht. Das hat mir wirklich viel gebracht, nachher auch auf das eigene Business zu bauen. Weil dort hast du gelernt, wie du ein Ziel verfolgen kannst, wie du weitermachen kannst, wie du einfach an etwas hingehst, wenn jemand Nein sagt. Also es ist wirklich mega spannend.
- 12:14Was würdest du sagen, wie wichtig ist Verkauf heutzutage für einen Unternehmer? Ein Unternehmer ist es ja so und so. Wenn er Geld erzielen muss, muss er sich verkaufen, sein Business verkaufen. Wenn er Leute anstellen muss, muss er sich verkaufen. Dann will er ein Produkt verkaufen. Man muss zwingend gut verkaufen können, wenn man ein Business machen möchte.
- 12:37Was hast du für ein Gefühl für das Mindset? Ich sage das immer, je besser ich bin, desto besser ist mein Output. Ob es Business, Privat oder Ideen ist, Kreativität. Was sagst du als erfahrener Geschäftsmann, wie wichtig ist dein persönliches Wellness-Mindset im Business?
- 13:05Also meinst du jetzt auf Gesundheit bezogen oder einfach Mindset allgemein? Hat für dich ein Mindset nicht mit Gesundheit auch gleichzeitig zu tun oder wie würdest du das auseinandernehmen?
- 13:14Ja, doch schon auch. Als Unternehmer ist man per Definition ein Optimist, weil sonst würde man kein Unternehmen starten. Man muss sehr motiviert sein. Es wird immer härter als man erwartet hat und es geht länger als man erwartet hat. Und es kostet mehr Geld. Wenn man den Mindset nicht hat, dann geht man ziemlich schnell auf, habe ich das Gefühl.
- 13:37Wie siehst du das jetzt, weil du Gesundheit angesprochen hast? Wie ist es bei dir, wenn du die Parallelen anschaust, gesundheitlich und vielleicht auch vom Gefühl her, wie ist es dir in dieser Zeit gegangen, als du on top warst oder eigentlich den grössten Erfolg im Business hattest? Würdest du sagen, es lief gleich? Oder würdest du sagen, es ging mir gar nicht gut seelisch, aber ich habe die besten Resultate erzielt oder so?
- 14:02Ja, also es ist mega unterschiedlich. Ich habe immer so gewitzelt und es ist eben auch wirklich wahr, dass in einem Start-up nur zwei Mental States existieren. Das eine ist Panik und das andere ist Euphorie. Und es schwankt die ganze Zeit zwischen diesen zwei. Und das kann von Tag zu Tag ändern.
- 14:23Ja, manchmal geht es einem super gut, dann gibt es Phasen, wo es mega stressig ist, wo ich dann auch nicht mehr trainieren kann. Dann geht es einem halt nicht mehr so gut. Aber durch diese Phase muss man durch. Was ist so das grösste Erlernen, wenn du so ein wenig zurückblickst und denkst,
- 14:39Shit, das ist jetzt auch... Also ich meine, du hast einen langen Arbeitsweg oder Arbeitshistorie hinter dir. Was ist so etwas, wo dich... Ja, wo so ein bisschen ein Game... Oh nein, scheisse, jetzt habe ich es manchmal verraten. Dann kommen wir nachher darauf zurück. Aber was war so der grösste Pain, den du jetzt gehabt hast? Gut geredet.
- 14:57Ja, also, ich meine, Pain klingt so negativ, aber es ist etwas, was wir einfach nie so gut gemacht haben, wie wir das wollten. Und das ist Mitarbeiter rekrutieren und Mitarbeiter führen. Was wir nicht so gut gemacht haben. Ja, ja.
- 15:12Aber kann man das? Das hören wir von allen. Das ist immer so die grösste Herausforderung. Es ist mega schwierig. Und wenn du anfährst, dann bist du selber eh voll motiviert. Und dann hast du noch mitgegründet, dann bist du voll motiviert. Und dann kommen die ersten paar Mitarbeiter und die sind auch noch voll in diesem Groove drin. Mega motiviert, machen alles. Und wenn es mal grösser wird, 20, 30 Mitarbeiter, dann hast du einfach eine ganz andere Dynamik in der Firma. Und du hast Leute, die nicht mehr...
- 15:41weil wir selbst motiviert sind und einen Job gesucht haben. Und ja, die Transition ist mega schwierig. Und wie kann man denn so Leute motivieren oder am Ball halten? Ich frage mich auch, ich habe mich auch bis vor drei Jahren beworben und ich finde diese Vorstellungsgespräche, heute, also sorry, come on,
- 16:02Also ich persönlich, die ein sehr tiefgründiger Mensch bin, finde es, sorry, was du erfährst, es ist so eine oberflächliche... Ja, weisst du, was ich meine? So ein Austausch, der eigentlich gar nicht... erkennt, ob der Mitarbeiter... Eben, was ist sein Warum? Warum? Was dient ihm? Wie lange? Was hat er für Absichten? Die andere Frage ist aber auch, wie ehrlich können sie sein, weil sie eigentlich Angst haben oder eben je nachdem aus Not halt einen Job brauchen oder so. Was würdest du da so anderen Unternehmern als Tipp geben für jetzt gerade...
- 16:31Recruiting? Am Anfang haben wir sehr systematisch geschaut, was sie können, welche Qualifikationen sie haben usw. Das hat okay funktioniert. Aber gegen den Schluss hatten wir das Glück, dass wir einen einzelnen Teamleiter hatten. Die haben die Leute schon interviewt.
- 16:49Und dann, wenn ich dazu gekommen bin, jemanden zu interviewen, habe ich immer ein informelles Setting gewählt. Ich habe gesagt, «Hey, komm, wir gehen einen Kaffee trinken.» Und dann ist es für mich viel wichtiger geworden, eben zu verstehen, was motiviert diese Person, wer ist diese Person und kann ich mit dieser Person zusammenarbeiten. Würde ich mit dieser Person auch sonst mal einfach etwas trinken oder zu Nacht essen gehen? Weil nachher musst du sehr viel Zeit mit dieser Person verbringen.
- 17:16Dann habe ich viel mehr auf das angefangen zu schauen und nicht mehr auf die exakten Skills. Die Amerikaner sagen immer «hire for attitude, train for skills». Also jemand mit einer richtigen Attitude, die dazu passt, der dem Team als Ganzes hilft. Und wenn man dem noch etwas beibringen muss, ist das okay. Es ist viel einfacher als jemand, der etwas schon kann, der aber nicht in die Kultur hineinpasst.
- 17:40Oder irgendwie Sozialkompetenz beibringen. Ja, das wird dann schwierig. Haben wir einen sehr langen Prozess, einen Bewerbungsprozess? Nein, nein, nein. Sind das die, die interviewt haben? Also meistens hat HR irgendwie erste Kontaktaufnahmen gemacht und Selektion und dann der Teamleiter und dann zum Teil noch Ellen und ich. Okay. Ich weiss noch, als ich mich bei Apple beworben habe damals, da sind glaube ich
- 18:0811 Bewerbungsgespräche. Unglaublich. Bei Goldman hatte ich 15 Interviews. Unglaublich. Wie lange waren ihr schon in diesen Firmen? 10 Jahre. Und du? 4 Jahre. Also es ist doch etwas langdauernd. Ja, sie sagen halt auch, es ist ein Investment. Du verbringst dann mega viel Zeit, um alles beibringen zu können. Bei Apple ist es eine extreme Vertrauensbasis, die du schaffst.
- 18:31Du schaust, wie viel dich allein ist und lieferst dann einfach das Ergebnis. Dann macht das absolut Sinn. Und was haltet ihr von diesem Aspekt? Weil eben heute die Arbeitgeber, also ich glaube ja, wir sind nicht mehr so wie früher, danke für den Job, ich muss mich anpassen, sondern hey, wie sagen wir, es ist ein Arbeitnehmermarkt geworden, wo du entscheidest, ich habe diese Bedingungen, Homeoffice, bla bla bla. Und ich glaube, das Vertrauen spielt ja einen Megapunkt.
- 18:57Wenn du wirklich weisst, der Arbeitgeber vertraut mir, ich kann von überall jederzeit arbeiten, wenn ich produktiv bin, wenn nicht. Und das ist eine riesige Vertrauensbasis. Habt ihr nicht das Gefühl, dadurch ist die Motivation und dementsprechend auch die Verantwortung viel anders, als früher, als du ein wenig ein Sklave von deinem Arbeitgeber warst? Oder braucht es mehr als nur Vertrauen für motivierte Mitarbeiter?
- 19:23Ja, ich glaube, es braucht mehr als nur Vertrauen. Wenn du jemandem vertraust und sagst, du kannst arbeiten, wenn du willst, dann hast du eine gewisse Anzahl von Leuten, die einfach nichts machen. Meinst du? Ja, ja. Gut, aber je nachdem, was sie für eine Motivation haben, sind wir deine Firma, die geht arbeiten. Genau. Wenn du natürlich richtig vorselektierst und die richtigen Leute auswählst, dann hast du das im besten Fall nicht. Aber es ist extrem schwierig. Aber Werdegang, was sollst du fragen?
- 19:50Eigentlich waren wir gerade bei dieser Frage. Was denn? Wollen wir diese Frage stellen? Vom letzten Gast? Wir haben ein Konzept. Jeder Gast kann am nächsten Gast eine Frage stellen. Du weisst nicht, wer der Gast war. Du wirst auch nachher eine Frage an den nächsten Gast stellen. Aber vorne darfst du dich fast verraten. Ich finde, das ist eine rückblickende Frage. Wir sind bei Gold...
- 20:14Du hast dann dort vier Jahre gearbeitet nach dem Studium oder während des Studiums? Nein, nach dem Studium. Vier Jahre und dann was ist passiert? Was ist so abgegangen? Es war vier Jahre Finanzkrise. Ich habe 2007 angefangen und 2008 kam ein riesiger Crash. Es hat sich dann einfach sehr viel verändert in diesem Markt.
- 20:36Es sind auch Kunden, ich habe Hedge Funds betreut, ich habe Privatbanken betreut. Gewisse davon gingen Konkurs. Das Umfeld war dann nicht mehr so cool. Wie es am Anfang war, 2007, war es noch super gut. Aber nachher war es halt ... Du warst gerade da. ... x Jahre Bare Market. Es war einfach nicht mehr so ein cooles Umfeld. Dann habe ich mich entschieden, etwas anderes zu machen.
- 21:02In das Blaue raus? Oder hast du wirklich gewusst, was du machst? Nein. Nein, voll ins Blaue raus. Schön. Ja, ja. Und hast du eine mutige Entscheidung? Von so viel Sicherheit auf so viel Risiko wieder, oder? Ich meine, hast du dich wahrscheinlich nicht beim Raff angemeldet? Nein, das ist... Ja, ich hatte es einfach...
- 21:19Ich dachte, ich muss etwas ändern. Wie früher, als ich mit 15 in die USA ging. Ich hatte nie das Gefühl, dass es ein grosses Risiko ist. Okay, schön. Auch mal machen. Mega cool. Und dann, was ist passiert? Hast du Ferien gemacht, reist? Oder hast du dich in die nächsten Projekte gestürzt?
- 21:37Ich habe ziemlich intensiv Poker gemacht. Ich wollte eine Pokerkarriere machen. Nach der Basketballkarriere Poker? Du kennst Sascha, ich glaube, Kuban. Er hat Pokerturniere organisiert.
- 21:52Ja, ihr meintet, ihr kennt euch von dort. Ja, das kann sein. Aber es ist nicht so cool, wenn man den ganzen Tag an einem Hohepockettisch sitzt. Aber das habe ich vielleicht drei oder vier Monate gemacht.
- 22:12Ja, also overall verdiente ich damit Geld. Aber es ist natürlich streng. Also im Nachtschichtenehjahr? Was ist streng? Ja, weil du musst dich die ganze Zeit konzentrieren. Also voll konzentriert sein, alles analysieren. Nicht nur die Hände, sondern auch die Leute. Du musst schauen, was sie machen, wie sie reagieren. Und dann habe ich auch einen Kollegen von mir, der ist Poker-Profi.
- 22:41Der reist um die ganze Welt und spielt gegen die besten Spieler. Auch hohe Buy-ins. Dann habe ich mich mit ihm getroffen und haben über ein paar Hände gesprochen. Das und das ist passiert und was hast du entschieden.
- 22:56Für ihn war klar, was ich falsch gemacht habe. Ich dachte, das sei nicht mein Ding. Dann hat das aufgehört. Jetzt spiele ich ab und zu noch hobbymässig. Aus Freude. Und dann? Wie ging es weiter?
- 23:13Dann hatte ich irgendwie mit Alan Kontakt. Ich glaube, er hat mich angerufen. Und... «Wir gehen in den Sex.» Ja, genau. Das hat dann dort angefangen. Er hat gesagt, «Hey, hast du bei Goldman aufgehört?» «Wir haben uns vom Studium gekannt.» Ja. Und er hat gefragt, «Wollen wir nicht etwas zusammen machen?» Dann haben wir angefangen, Ideen auszutauschen. Und im Studium, waren ihr schon Bros? Oder eher so auf Abstand?
- 23:40Wir haben uns gekannt und den gleichen Freundeskreis gehabt. Okay. Es war immer so eine Gruppe. Wir waren nicht Best Friends. Okay. Aber es war einfach so, weil wir immer in der Gruppe unterwegs waren. Aber wir hatten es gut. Einfach einen Wegbegleiter. Lustig. Da haben die sechs Jahre lang so Ideen gemacht, wie Alan das gedacht hat. Und es ist lange wie nichts passiert.
- 24:03Ja, also wir hatten einfach ganz viele schlechte Ideen. Meistens haben wir zum Glück noch gemerkt, dass sie schlecht sind und haben sie nicht weiterverfolgt. Und ja, eine Idee nach der anderen. Dann haben wir angefangen mit einem Onlineshop für Kinderspielzeuge. Dann haben wir eine Plattform für digitale Todesanzeigen gemacht und alles mögliche. Und irgendwann hatten wir dann die Idee für «Sex Toys» im Abo. Das war die initiale Idee für «Amorana».
- 24:32So gut. Also von Kinderspielzeugen zu Todesanzeigen zu Sexspielzeugen. Also digitale Todesanzeigen. Ja, wir haben einfach gesagt, der ganze Prozess um den Tod ist alles altmodisch und analog. Und mega intransparent und darum ist auch alles mega teuer. Und wir haben gesagt, das kann man besser machen und das Ganze digitalisieren.
- 24:57Aber war der Markt noch nicht bereit? Nein. Aber wartet kurz, das ist ein spannender Punkt. Habt ihr, was Kinder spielen soll, eure Ideen? Sind das auch Sachen aus eurem Alltag? Und erleben sie? Wie kommt man auf einen Todesanzeigeprozess? Um neu zu definieren, neu zu gestalten? Habt ihr das selber im Alltag erleben müssen? Dass ihr durch den Prozess, den ihr selbst durchgegangen seid, gemerkt habt, da fehlt etwas, wir könnten es besser machen?
- 25:24Es gab alles mögliche. Das Kinderspielzeug war ein Kontakt von Alan, der ein Kinderspielhaus hatte und das nicht mehr weitermachen wollte. Er hat das produziert und verkauft und wir haben gesagt, wir machen das und machen ein Kinderspielzeug.
- 25:43Gewisse Ideen sind dann so entstanden, einfach durch Kontakt und mit den Leuten austauschen. Und wie das mit der Digitalisierung der Todesanzeige kam, weiss ich jetzt gar nicht mehr. Voll bekifft auf dem Sofa. So lustig. Und dann kam das Amorana und schlug ein.
- 26:02Ja, das ist dann... Also wir haben das ja einfach getestet. Wir haben einfach eine Website aufgeschaltet mit einem Anmeldeformular und irgendwie so ein bisschen Text geschrieben, wo gestanden ist, hey, jetzt kannst du dich anmelden, dann bekommst du jeden Monat eine Box über mit sechs Toys.
- 26:19und haben das einfach alle in Kontakt geschickt. Und dann haben wir Bestellungen bekommen. Und so hat das angefangen. Dann wurde es jeden Monat mehr und mehr. Und dann haben wir gesagt, wir sollten nicht nur ein Abo verkaufen, sondern auch einzelne Produkte. Und dann wurde aus dem Abo quasi ein ganzer Shop, wo wir ein Abo verkauft haben und einzelne Produkte. Von welchem Zeitraum sprechen wir hier?
- 26:44Ja, das war vielleicht ein halbes Jahr. Also doch dann real quick in diesem Sinn? Ja, ja. Wo hast du es erstmal realisiert, so okay, dieses Business, das kennt durch die Ecke an. Das ist es. Das hat Potenzial. Ja, ich weiss noch, als wir einen Investor pitchten,
- 27:02Wir haben dann gesagt, wir glauben, dass es Potenzial gibt, 200 Päckchen am Tag zu verschicken. Und dort dachten wir, das sei riesig. Und dort dachten wir, das hat Potenzial zum Grosswerden. Es wurde natürlich viel grösser. An unserem Rekordtag haben wir 5'000 Päckchen am Tag verschickt.
- 27:24Welche Saison war das? Winterzeit? Black Friday wahrscheinlich. Ja, da hast du den Adventskalender, der gerade auf Ende November läuft. Und natürlich alles andere für Black Friday, das gut läuft. 5000 Päckchen.
- 27:39Und eben 200, wenn es gut kommt, und dann sind es 5'000. Unglaublich. Das ist eine freudige Überraschung für alle Investoren. Ja, genau. Ja, die waren alle happy. Schön. Alle waren happy am Schluss. Wie ist der Druck so, wenn du mit Investoren arbeitest und du weisst, du musst liefern? Hast du viele schlaflose Nächte gehabt in diesem Sinne, oder?
- 27:57Die Investoren haben nie Druck ausgeübt. Sie haben alle verstanden, was wir machen und dass es mit Risiken verbunden ist. Und selbst hat man am meisten Risiken. Ob ein Investor sein Geld verliert oder nicht, er weiss, was er macht. Wenn Morano am Schluss nicht funktioniert hätte, hätten Alan und ich alles verloren. Wir hatten alles in diesem Business drin.
- 28:26dann macht man sich nicht so viele Sorgen um den Investor, der einen kleinen Teil seines Vermögens investiert hat. Selber hat man sein ganzes Vermögen drin. Das finde ich eine mega spannende Sache. Du hast eigentlich nie den Druck gespielt von deinen Investoren. Jetzt, wo du aber auch ein Investor bist und du andere Leute betreust, Strategien im Jahr ausarbeitest,
- 28:47Würdest du sagen, du machst das Gleiche, wie deine Investoren mit dir gemacht haben? Ja, ich glaube schon. Ich setze niemanden unter Druck. Ich versuche einfach dort zu helfen, wo es geht. Und ich investiere natürlich auch nur Geld, das ich nicht zum Leben brauche. Wo ich sagen kann, hey, das wird auch abschrieben geben. Das ist klar. Wo siehst du deine Stärke, wenn es um einen reinen Investor geht?
- 29:14Lukas Speiser, Investor. Was ist deine Stärke?
- 29:19Ja, das ist eine gute Frage. Ich glaube, ich kann Startups wirklich unterstützen mit Inputs, weil es wirklich interessant ist, wenn ich Startups anschaue, und die wachsen, die haben alle genau die gleichen Probleme, wie wir hatten. Also jeder Startup geht durch die gleichen Phasen. Um das halt mal gemacht zu haben, kann mega viel wert sein. Ich rede mit einem Startup und sie sagen, wir haben das und das Problem. Und in gewissen Fällen kann ich einfach sagen, okay, das ist die Lösung.
- 29:47Wir hatten genau das gleiche Problem. Wir haben die drei Sachen probiert, die nicht funktionierten. Und dann nehmen wir das vierte und probieren das. Und das hat funktioniert. Und dann probieren die auch gerade das und es funktioniert. Dann hast du mega viel Wert für das Start-up geschaffen. Sonst hättest du vielleicht ein Jahr verbraucht und drei, vier andere Sachen ausprobiert, die nicht funktioniert hätten. Das ist das Beste, das man einbringen kann. Da strahlst du gerade mega. Das ist ein mega Erfolg auch für dich. Und auch ein Genugtuung, wenn du anderen so weiterhelfen kannst in deinem Business.
- 30:17Ja, das finde ich schon cool. Das ist das, was mir am meisten Spass macht. Man merkt es. Das ist auch ein Grund, warum ich das weitermache bei «Höhle der Löwen». Weil die Phase vom Anfang, das Aufbauen, ist eigentlich das, was mir bei «Amorana» am meisten Spass gemacht hat. Okay, cool. Wenn es mal gross ist, dann kommen die Managementstrukturen rein und solche Sachen. Das hat mir viel weniger Spass gemacht. Ah, du hattest nur Personalprobleme. Ja, genau.
- 30:42Also wirklich so ein Hands-on aufbauen hat mir am meisten Spass gemacht. Und jetzt kann ich halt in verschiedene Startups reingehen, die in dieser Phase sind und dort quasi meine Inputs geben. Und das wieder miterleben sozusagen, kann ich beobachten. Und darum macht mir das so viel Spass.
- 31:00Wenn ich jetzt ein Start-up habe, kann ich zu dir kommen und sagen, hey, unterstütz mich, also nicht finanziere mich, aber bist du irgendwie ein Berater oder kann man dich wirklich kontaktieren für solche Sachen? Also kommen natürlich immer wieder Pitch-Tags zu, eine Geschichte oder Anfragen.
- 31:16Ich mache keine Beratungsmandate, ich will nicht Stunden verkaufen. Ich unterstütze die Startups, wo ich investiere. Die können wir jederzeit anrufen, da gibt es monatliche Updates. Aber sonst die, wo ich nicht investiere, da habe ich nicht Zeit.
- 31:40investieren. Und wo gehst du dein wertvolles Wissen weiter? Kommen die aus dem wirklich nur über die, die du investiert hast?
- 31:49Ja, ja, ja. Hast du noch nie Gedanken gemacht? Eigentlich ist das ja das Geheimrezept. Oder ist das etwas, das du in Masterclasses oder Workshops weitergeben könntest? Ich weiss es nicht. Ja, also ich glaube, es ist doch immer noch recht spezifisch auf die Startups. Also du musst schon ziemlich gut verstehen, in welcher Phase man sich befindet, was genau das Problem ist. Also es ist schon nicht immer genau die gleiche Lösung, die funktioniert. Also es gibt keinen allgemeinen... Ich weiss auch nicht...
- 32:18Nein, ich glaube es nicht. Du bist dann wieder weg, wenn du Investor bist und du fängst an Stunden zu verkaufen, bist wieder angestellt. Anstatt wenn du ein Investment hast, du hast Prozent an dieser Firma, du kannst sie weiterbringen und du hast dann deine Dividenden und dann gewinnen. Nein, nur weil er so geleuchtet hat und erzählt hat um die Lösungen und so, da habe ich gedacht, es ist ja mega schön, wenn ihr das in Masse machen könnt. Ja, ich sehe deinen Punkt.
- 32:47Gut, jetzt sind wir bei «Morana» gewesen. Die erste Phase war mega spannend. Wie du gesagt hast, auch euphorisch und... Panik. Panik, ja. Und danach? Wie lange ging die Phase, wo es dann langsam anfing, nicht mehr so spannend zu werden? Weil es so gross wurde. Wie lange warst du dort? Alles in allem? Also alles in allem. Das Projekt hat gestartet. Die Idee hatten wir 2012. Wo entstand die Idee? Oder wie?
- 33:15Im Terrass. Wir haben uns im Terrass getroffen und dann haben wir beide gesagt... Also wir hatten schon überlegt, dass wir einen Aboservice machen wollen. Und dann sind wir irgendwann im Terrass gesessen und haben wieder so Ideen austauscht. Und dann haben wir gesagt, wieso machen wir nicht so einen Aboservice mit Sextoys? Irgendwie haben wir dann gedacht, okay, das könnten wir mal probieren. Also vom Terrass bis Exit, wie lange ist das gegangen?
- 33:41Etwa neun Jahre. Okay, doch. Wow. Ja. Und wie lange ging es von der Terrasse bis zur Umsetzung? Einfach mal die E-Mails rauslassen?
- 33:52Das ging nicht lange, nur ein paar Wochen. Weil ihr geübt wart, diese Ideen umzusetzen. Ja, du musst einfach testen. Mit möglichst wenig Aufwand musst du testen. Wenn du das an 3000 Leute schickst und kein einziger interessiert, dann hätte man gesagt, das will einfach niemand. Dann hätten sie abgerissen. Wie viele haben darauf reagiert? Ich glaube am ersten Tag hatten wir drei Bestellungen.
- 34:15Und dann am zweiten Tag wieder ein paar und am dritten Tag wieder ein paar. Dann weisst du, da kann etwas passieren. Dann haben wir gedacht, irgendwie funktioniert es. Ich habe eine andere ganz wichtige Frage. Und zwar wegen der Panik und Euphorie. Jetzt entscheidest du. Du bist in einer Panik-Situation mit dem Geschäft.
- 34:36Wie gehst du diese Panik an? Wie versuchst du eine Lösung zu finden? Weil Knowledge in dieser Zeit wahrscheinlich hast du gleich nicht, weil das ist etwas Neues. Du gehst zu den Investoren, du hattest einen Mentor, wie hast du das gelöst? Ja, also wir hatten natürlich einen Verwaltungsrat, der super gut war, mit E-Commerce Know-How. Peter Schüppacher war im Verwaltungsrat, der schon sehr viele E-Commerce-Businesses aufgebaut hat. Und die konnten wir natürlich verrägen.
- 35:04wenn wir Entscheidungen treffen mussten. Ein Entscheidungsframework finde ich ziemlich gut, das heisst OODA-Loop. Ich weiss nicht, ob ihr das kennt. O-O-D-A. OODA-Loop, das kommt aus dem Militär. Das heisst Observe, Orient, Decide, Act. Und Observe, da schaust du mal, in welcher Situation du überhaupt bist. Du sammelst Informationen.
- 35:29Dann orientiere dich, wo du hinwolltest. Was ist der Unterschied zwischen dort, wo ich jetzt bin, und dort, wo ich hinwollte? Was muss ich machen? Dann entscheide, dass du es machst. Und dann musst du es effektiv ausführen. Das nennt sich UDA Loop, weil sobald du es ausgeführt hast, musst du wieder von vorne anfangen. Du musst wieder beobachten, wo du jetzt bist. Und so gehst du dann immer weiter. Ich finde das ein ziemlich cooles Framework, um Entscheidungen zu treffen.
- 35:56Du musst immer eine Entscheidung treffen, ohne komplette Informationen. Ich habe nie eine Entscheidung getroffen, bei der ich 100% der Informationen, die ich gerne hätte, gehabt hätte. Du hast immer komplette Informationen.
- 36:13Irgendwann musst du aber die Entscheidung treffen. Der UDA-Loop ist ein gutes Framework. Tust du deine Entscheidungen analytisch treffen, anhand von Zahlen, Fakten und Daten? Oder ist es so, egal was da steht, mein Buch will mir immer recht?
- 36:29Ja, wir haben schon probiert, datenbasiert zu entscheiden. Es gibt so ein Quote, ich weiss nicht mehr, von wem es ist, aber die hat gesagt, in God we trust, everyone else bring data. Und wenn du Daten hast, dann musst du Daten nutzen. Okay, ja, macht Sinn. Und es ist eben auch noch gefährlich, dann einfach aus dem Bauch zu entscheiden, wenn man Daten hat, und zu sagen, ja, nein, ich glaube, es ist anders. Aber wenn man effektiv gute Daten zur Verfügung hat, dann muss man sie nutzen, um die Entscheidung zu treffen.
- 36:59Ja, dann könnten wir stundenlang darüber diskutieren. Du bist eher durchgefühlt. Ja, total. Was ich sehe, ist sekundär. Ich frage mich jetzt auch, du hast Zahlen, Daten, Fakten. Bis jetzt ist es gelaufen. Prognosen, super. Aber es kann so viel passieren und dazwischen kommen.
- 37:22Und dann hast du auf Daten gehört, aber es hört einfach auf. Aus irgendeinem spezifischen Grund. Hast du auch mal so einen Fall gehabt? Oder hat es immer funktioniert? Nein, es hat natürlich nicht immer funktioniert. Du hast ja nie all die Daten, die du gerne willst. Dann machst du eine Entscheidung, dann ist sie falsch. Dann musst du eben neu orientieren und neu machen. Also da kannst du immer sagen, hey, aber ich lute diesen Daten.
- 37:50Ja, und dann kannst du dich immerhin auf etwas stützen. Ja, und in einem Start-up ist es viel wichtiger, schnell zu entscheiden, wie alle Daten zu haben. Schnell entscheiden, umsetzen, weil dann bekommst du die Informationen, die du gebraucht hast. Hey, funktioniert es? Funktioniert es nicht? Und dann neu entscheiden. Das ist ein guter Punkt, schnelle Entscheidungen, weil dann bekommst du ja auch Informationen. Genau. Das kann ich gerade für mich noch brauchen. Und was war privat, geschäftlich egal, eine deiner schwierigsten Entscheidungen im Leben?
- 38:25Das ist eine gute Frage. Ich habe nicht so Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen. Gott sei Dank. Ich entscheide schnell. In den meisten Fällen, wenn eine Entscheidung rückabwickelbar ist, dann musst du sowieso gleich entscheiden, dann ist es nicht so schlimm.
- 38:51Ich kann nicht sagen, was meine schwierigste Entscheidung war. Wenn du jetzt zurück aus Amerika kommst, war das für dich klar? Oder war es ein Hin und Her? «Scheisse, wenn ich in die Schweiz gehe, führe ich das Leben.» Oder hast du dir damals gar keine Gedanken darüber gemacht?
- 39:07Ich kam in die Schweiz zurück, weil die Highschool fertig war. Ich dachte, ich gehe in die Schweiz und komme dann wieder in die USA. Dann fiel es mir in der Schweiz wieder. Dann fing ich an zu arbeiten und ging schlussendlich nicht zurück. Es war gar nicht bewusst. Okay. Und das Exit zu machen, war das eine Entscheidung? Es ist ja ein Baby, das du irgendwo weggehst. Wie war diese Entscheidung?
- 39:36Ja, das haben wir eigentlich schon am Anfang entschieden. Wir haben Amorana gegründet und gesagt, wir wollen ein Start-up von der Gründung bis zum Exit bringen. Also wir wollen den ganzen Prozess durchmachen. Darum haben wir schon von Anfang an gewusst, und auch alle Investoren haben das gewusst, dass es mal verkauft wird. Und trotzdem, wie ist das so, okay, wir sind jetzt an einem Punkt, an dem ihr verkauft könnt, wo es auch Sinn macht, die Bewertung ist gut, die Lage ist okay.
- 40:02Jetzt wirklich entscheiden, okay, wir verkaufen sie. Ja. Wie ist dir das gefallen? Also wir haben die Entscheidung getroffen. Und dann hatten wir so eine M&A-Boutique, die uns mit dem Verkauf gut vermittelt hat. Die in diesem ganzen Sektor recht gut vernetzt war. Und dann habe ich einen Termin mit denen abgemacht. Und bin gegangen und habe gesagt, hey, jetzt ist der Zeitpunkt. Wir wollen den Prozess starten. Und dann haben die uns gesagt, nein, das ist kein guter Zeitpunkt. Und wieso?
- 40:27Die waren gerade im Prozess, ein anderes Business in diesem Bereich zu verkaufen. Sie sagten, dass sie alle das andere Business anschauen sollten. Es wäre nicht gut, wenn sie jetzt kommen. Sie müssten warten.
- 40:43Und dann haben wir gesagt, okay, warten wir. Wie lange wartet ihr dann noch? Ja, und das war wahrscheinlich das Beste, was uns passieren konnte. Weil nachher kam Corona. Und mit Corona sind unsere Umstände explodiert. Oh, wie geil! Ja, ja. Und dann ist alles einfach nochmal viel grösser geworden. Es ist einfach wie im Game. Du kommst einfach nochmal so 200 Level. Einfach ein Turbo-Boost. Ja, genau.
- 41:03Und nachher sagten sie dann, jetzt ist es gut. Und ich sagte, jetzt ist es sicher gut. Aber wie war es nicht für dich? Ich meine, am Kopf, wir wollen unbedingt etwas durchziehen. Dann kommt das Universum und sagt, nein, es ist nicht der Zeitpunkt. Hast du dich darauf vertraut, es hat schon seinen Grund? Oder hast du trotzdem alle Sachen möglich gemacht, um es trotzdem zu verkaufen? Wenn es jetzt zum Beispiel nach dir gegangen wäre.
- 41:25Nein, da ist dann auch wieder eine datenbasierte Entscheidung. Die hatten diese Daten, die sagten, wegen diesem und diesem Grund ist es jetzt nicht gut. Und dann sagten wir, okay, das macht Sinn. Das sind Informationen, die wir vorher nicht hatten. Also entscheiden wir neu. Spannend, mega spannend. Und dann haben sie verkauft? Ja, dann haben wir verkauft. Sind Ellen und du immer gleicher Meinung gewesen, wenn es um wichtige Entscheidungen ging? Oder ist es eher so ein bisschen...
- 41:54Wir hatten nicht immer die gleiche Meinung, aber wir haben einen Entscheidungsfindungsprozess für uns definiert, dass wir immer, wenn wir eine wichtige Entscheidung treffen müssen, dass einer die eine Position einnimmt und der andere die andere.
- 42:09Und dann haben wir gegeneinander diskutiert und argumentiert. Sehr gut. Ja, um einfach herauszufinden, was die richtige Entscheidung ist. Weil wenn einer sagt, ich fände es cool, wenn man das macht, und der andere sagt, super, finde ich auch cool, und dann macht man es, hat man sich gar nie die kritische Seite überlegt, was schiefgehen könnte. Ah, mega gut. Und darum hat einer die andere Seite eingenommen als der andere und gegeneinander diskutiert.
- 42:32Mega cool. Mega wertvoll vor allem. Ich meine, wir sind ja heute immer noch Freunde, das sieht ja auch noch vieles aus. Ich meine, das musst du auch mal... Aber ist das jetzt im Vergleich zu den Highschoolern, würde ich sagen, zu den Uni, bis jetzt, dort waren ihr einfach so Wegbegleiter, waren einfach immer am gleichen Ort, waren immer am gleichen Kreisverkehr. Würdest du jetzt eher sagen, ihr seid PFFs oder seid ihr einfach immer noch so sachlich-geschäftlich Buddies? Der Rest interessiert uns nicht, oder?
- 42:55Nein, jetzt sind wir gute Freunde. Schon? Erlen ist einer meiner besten Freunde. Wir unternehmen viele Sachen zusammen. Auch jetzt, nachdem wir businessmässig keine Berührungspunkte mehr haben, machen wir immer noch viele Sachen zusammen. Habt ihr immer noch Sex zusammen?
- 43:09Nein, ja gut, also wir haben natürlich keinen Sex zusammen. Ideensex? Seid ihr immer mit Ideen austauschen? Ja, er macht ja den Ideensex mit sich selber. Er sammelt die Ideen und dann befruchten sich alle gegenseitig. Aber wir haben natürlich schon immer wieder Ideen und austauschen uns. Könntet ihr nochmals so etwas hinbringen? Einfach nur die Kresse?
- 43:38Ja, wir könnten sicher wieder ein Business zusammen machen. Ich glaube, das könnte erfolgreich sein. Wir wollen jetzt einfach andere Sachen. Wenn wir jetzt so richtig gegenwärtig gehen, was sind aktuell deine grössten Projekte? Wie gesagt, du bist Investor bei «Höhle der Löwen», du hast dort deine Investments gemacht, wirst wahrscheinlich noch weitere machen, denn die Sendung geht ja weiter. Du hast wahrscheinlich private Projekte. Was ist das, was du am meisten anstreben?
- 44:06«Höhle der Löwen» ist ein wichtiger Teil, das wir auch weiter machen. Das läuft ja gerade. «Schaltet ein.» Die nächste Saison ist auch schon in Planung, wenn wir sie wieder drehen. Dann bin ich natürlich sehr viel an mir selber am Arbeiten. Auch gesundheitlich, mental. Das ist etwas, was mir sehr wichtig ist. Ich war schon immer sehr fitnessbegeistert.
- 44:33Ich bin interessiert an longevity schon sehr lange und verbringe damit auch viel Zeit. Ich habe ein Interview von dir gehört und ich möchte dir jetzt auf diese Frage stellen. Und zwar hast du gesagt, dass du erst nachdem du den Erfolg und den Exit gemacht hast,
- 44:49Du tauschst jeden Morgen kalt, am Abend heiss, gehst vorher auf die Matte. Du hast da deine Rituale. Wenn du auf YouTube schaust, siehst du, dass du erfolgreich sein willst, dann musst du kalt tauschen. Willst du das, dann musst du dies. Würdest du sagen, ist das wirklich nötig? Hast du das schon vorher gemacht oder erst nachdem du erfolgreich geworden bist?
- 45:10Ich habe das vorher nicht gemacht. Vorher war ich fanatisch, alles zu optimieren. Ich habe sogar getimt, wie lange es dauert, bis der Wecker klingelt und ich das Haus verlassen kann. Also wirklich ein bisschen gestört. Aber ich habe alles versucht zu optimieren, damit ich so wenig Zeit wie möglich für irgendetwas brauche. So dass ich aufstehen kann, ein Viertelstunde später aus dem Haus gehe und arbeiten kann.
- 45:37Früher habe ich nur gearbeitet, das war bei Goldman schon so. Das war bei Amorana noch mehr so. Auch Samstag und Sonntag habe ich gearbeitet. Klar ist es gut, dass man eine Balance hat. Ich habe dort wahrscheinlich zu fest und zu viel gearbeitet. Aber das war auch ein Grund, warum wir erfolgreich waren.
- 46:01Aber es kann schon an der Gesundheit zehren und da muss man sich schon bewusst sein, dass man dort vielleicht ein bisschen Balance finden sollte. Hat es gesundheitliche kritische Momente in dieser Zeit gegeben, in der du voll am hustlen, nur am arbeiten, nur das Business im Fokus hatte? Hat es da auch so kritische Momente gegeben? Ja, man merkt halt schon.
- 46:25Dass man irgendwie an ein Burnout kommt. Also eher mental, nicht körperliche Ausschläge oder viel Kopfweh? Ja, bei der Promotion-Agentur habe ich die ganze Zeit gearbeitet, nie aufgehört und krank gewesen und weiter gearbeitet.
- 46:42Ich lag irgendwann mit einer Lungenentzündung im Bett und merkte, «Ups, okay, von einer Verkältung oder Grippe hast du am Schluss Lungenentzündung, weil du es nicht auskurierst.» Das habe ich schon gemerkt. Sind das aktuell Faktoren, für die du sagst, «Okay, Longevity ist mir sehr wichtig, ich möchte schauen, dass ich weiteroptimieren kann.» Ist das entstanden aus dem Pain, den du damals hatte? Mhm, ja. Spannend.
- 47:11Spannend. Du hast dich, wenn man richtig gehört hat, nicht vernachlässigt, aber schon weniger geschaut. Und jetzt das Gegenteil, weil du weisst, was die Ursache war. Und jetzt erstreicht, hey, ich will fit sein. Wie lange willst du leben?
- 47:27Das Ziel ist, jung zu sterben, einfach so spät wie möglich. Okay, cool. Sehr schön. Sehr leicht. Darum probiere ich einfach fit zu sein und dass man im Alter auch fit ist. Das ist mir schon wichtig. Cool.
- 47:43Dann kommen wir jetzt zu dieser Frage vom Gast. Ich habe noch tausend Sachen. Aber ja, unbedingt. Aber weisst du was, dann stell erst du deine Frage, damit du dich von ihm oder ihrer Frage nicht beeinflussen lässt. Was würdest du uns am nächsten Podcast-Gast fragen? Egal, privat, geschäftlich, es kann alles möglich sein.
- 48:03Ich kann fragen, ob sie ein Framework für Entscheidungen hat. Ah, sehr schön. Also wie sie die Entscheidungen treffen. Für Entscheidungen. Wann hast du das mit dem LN entwickelt? Wann ist das entstanden? Schon von Anfang an wussten sie, dass man das so macht? Oder waren das die ersten Entscheidungen, die du für den Arsch entschieden hast?
- 48:28Ja, wir haben das schon ziemlich früh gemacht, einfach intuitiv. Also einfach, immer wenn wir etwas gesehen haben oder wir haben entscheiden müssen, haben wir irgendwie gesagt, hey, sollten wir das vielleicht auch noch kritisch hinterfragen? Mhm, super. Und das haben wir eigentlich fast intuitiv gemacht. Und dann natürlich liest man eben so Sachen wie den Ouderloop und dann merkt man, ah okay, da kann man noch so einen richtigen Prozess für das machen. Und dann haben wir das auch gemacht, ja. Okay, vielen Dank für diese Frage.
- 48:57Genau, eure Frage war, was war dein Gamechanger? Hast du einen Moment gehabt, an dem du dachtest, jetzt nicht mehr, so nicht mehr oder auch etwas Positives? Die Laderzeit.
- 49:17Ja, ja, das muss ich überlegen. Dass es mein Game Changer war. Ein Game Changer war der Verkauf. Der war lebensverändernd. Einerseits haben wir neun Jahre auf ein Ziel hingeschafft. Nur auf das eine Ziel, die Firma zu verkaufen. Und dann hast du es geschafft.
- 49:40extrem cool. Wenn du so lange auf etwas hin schaffst, dann hast du es erreicht. Das ist mega cool. Und dann kommt natürlich das Geld, das das Leben verändert. Das war schon ein Gamechanger. Wie hat es sich verändert? Hat es dich persönlich verändert? Oder hat es dich in deinen Investments verändert, weil du jetzt mehr Geld zur Verfügung hast, in das du investieren kannst?
- 50:03Oder kannst du mehr reisen, als du früher mehr machen wolltest und jetzt die Möglichkeit hast? Ja, es hat vieles verändert. Ich habe das Gefühl, es hat mich als Person nicht verändert. Da müsste man andere fragen, aber ich habe das Gefühl, ich bin immer noch gleich. Aber es hat mich verändert im Sinne, dass ich früher immer extrem sparsam war.
- 50:28Ich konnte für nichts Geld ausgeben. Auch mit Amorana, wo wir gereist sind, haben Alan und ich immer im gleichen Hotelzimmer geschlafen. Überall, an jeder Ecke haben wir gespart, damit wir das Business aufbauen konnten. So war ich auch privat. Nach dem Exit konnte ich das loslassen und sagte, jetzt kann ich mir auch mal etwas leisten. Hast du einen Unterstützungssatz für diesen Prozess?
- 50:55Ein Unterstützung gebraucht für den Prozess? Oder ist es so, weil du jetzt auch mehr Sicherheit auf dem Bankkonto bekommst? Hast du mehr loslassen können. Ja, das hat sich einfach dann ergeben, weil ich einfach gemerkt habe, jetzt habe ich es quasi geschafft. Ich habe jetzt genug Geld und das können wir verkaufen und jetzt kann ich mir auch mal schöne Ferien leisten oder so.
- 51:15Und was halt ist für Money Mindset? Ich meine, je mehr du... Also klar nicht... Aber man sagt ja so, oder? Ich meine, wenn man sparsames Denken hat, ist es ja sparsam, was zurückkommt. Und wenn man also lockerer oder offener denkt, oder in der Fülle denkt, was Geld anbelangt, kommt es zehnfaches, dreifaches, was auch immer, zurück. Hast du diese Erfahrung jetzt auch so machen können? Oder sagst du immer noch, hey nein, man sollte schon ein bisschen schauen, wie man das Geld ausgeht, oder? Ja, also...
- 51:42Ich habe Kollegen, die das gesehen haben. Die schiessen das Geld zum Feister aus und zur Tür kommt es wieder rein und bringt ein paar Freunde mit. Es verkauft sich irgendwie ein Haus für 5 Millionen und drei Jahre später bietet einer 12 Millionen dafür. Und da denkst du, wow, okay, krass. Aber ich kann jetzt nie in diesem grossen Stil Geld ausgeben. Und
- 52:07Ja, ich weiss es nicht. Es kann schon sein. Wenn man grossen Stil lebt, dann hat man einfach Access zu anderen Sachen und anderen Investments. Gut, ich glaube, es muss nicht mal im grossen Stil sein, aber ich merke selber, je grosszügiger ich bin, meiner Meinung nach ist das ja wie ein Vertrauen
- 52:25«Hey, ich traue mich ja, das Geld auszugeben, weil ich weiss, es kommt wieder zurück zu mir.» Es findet eben mit Freunden und allem extra drum und dran. Also ich finde, es hat schon etwas, aber es hat schon ein bisschen mit Mut zu tun. Was ist deine Emotion gegenüber Geld? Und das kann natürlich alles verändern, was deine unbewusste Einstellung zu Geld ist. Du siehst es als Freund, als Feind, als Lover. Es ist spannend, jetzt auch von einem...
- 52:55Mit jemandem, der so viel mit Geld zu tun hat, das Leben lang. Ja, weil Geld war schon immer ein Thema. Was würdest du sagen, Stinni, Mutti? Oder haben wir diese Frage schon beantwortet? Warum hast du in die Finanzbranche gekommen? Sind es wirklich Zahlen, die dich faszinieren? Weil du bist ja wirklich faktenrational mega so. Du leuchtest gerade von Zahlen. Wiederum ist es ja die logische Schlussfolgerung,
- 53:18Du hast eine Liebe und einen Flair für Zahlen, dass du jetzt wahrscheinlich auch so viele Zahlen auf deinem Konto hast, weil du liebst Zahlen. Weisst du, was ich meine? Das kann schon sein. Mega lustig. Aus Acht zu sagen. Ja, seit ich klein war, war ich immer mega sparsam und habe nichts ausgegeben. Ja, es hat mir einfach Spass gemacht. Nicht, dass ich viel habe nachher, aber einfach sparen hat mir immer Spass gemacht.
- 53:45Lustig. Unpopular Opinion. Die Leute geben viel lieber Geld aus. Ich bin da anders gestrickt. Spannend. Ich habe noch eine Frage. Ich habe auch noch eine Frage. Mach sie, Shidi. Aber nein, jetzt wegen... Was war es, als du dein Ziel erreicht hast? Ich meine, neun Jahre arbeitest du auf ein Ziel, dann verkaufst, weisst du noch an welchem Tag, sechs Jahre warst du da?
- 54:06Also, das Tag... Oder ist es ein Prozess? Irgendwann musst du unterschreiben und dann kommt das Geld. Und dieser Tag, das war glaube ich am 15. September, an diesem Tag schreibe ich immer an Mellon ein Whatsapp-Post. Happy Anniversary. Das war schon cool. Dann sind wir nachher zusammen in McDonalds gegangen.
- 54:28Wir haben das McFlurry-Essen gefeiert, haben Videos aufgenommen und unseren Investoren geschickt. Es war wirklich ein cooler Tag. Aber sind auch nicht irgendwann mal die Depressionen von dem Höhenflug gekommen? Du hast auf das hin geschaut und es ist vorbei.
- 54:46Und dann kommt einfach so, wie sagt man, wie dieser Cowboyfilm, wo einfach so der Stroh durch die leere Landschaft... Es ist ja immer etwas gelaufen, oder? Es ist ja schon Höhe oder Rüben, es ist schon gelaufen dort. Ah, okay. Also du warst nicht irgendwie von 100 auf 0 einfach so zuhause am Däumchen drehen oder so? Nein, das nicht. Also eben, es ist eigentlich...
- 55:04Sobald der Verkauf stattfand, begann ich mit «Hölle der Löwen». Ich war auch noch ein wenig bei «Amorana», also Erlan und ich. Ich habe auch noch Übergaben gemacht und solche Sachen. Gleichzeitig baute ich Investments auf. Es war nie so, dass ich nichts zu tun hatte. Also ein fliessender Übergang und Beschäftigung und neue Ziele und Interessen. Also meine Fragen werden beantwortet. Sehr schön. Warte, ich habe noch eine aktuelle wichtige Frage.
- 55:32Kryptowährungen. Wie siehst du die Zukunft von Krypto? Glaubst du an Krypto? Ist es etwas, wo du sagst, das kann unser Finanzsystem ersetzen, wie es aktuell ist? Und wie hast du investiert?
- 55:47Das Finanzsystem kann es nicht ersetzen, weil es von den Staaten kontrolliert ist. Die Kryptowährungen sind alle frei zugänglich. Die Staaten werden es nicht zulassen, dass sie ersetzt werden. Aber ich finde, die Kryptowährungen haben eine Daseinsberechtigung.
- 56:06Es gibt viele Länder, wo es die einzige Möglichkeit gibt, Werte zu speichern oder zu storen, weil sie eine Währung haben, die massiv abwertet. Und ja, darum glaube ich, es hat die Asinsberechtigung, es hat Zukunft und ich bin auch investiert.
- 56:25Ich kenne jetzt ein paar Projekte, die ich noch kenne, auch weil Kollegen gegründet haben oder sonst dabei sind. Aber ich habe einen Investitionsansatz, dass ich einfach die zehn grössten Kryptowährungen habe. So gewichtet, wie sie im Index gewichtet sind. Und die halte ich einfach seit 2017 oder so etwas. Ah, schon da. Ja, oder 2016. Not bad. Cool.
- 56:52Was ist das erste, was du gekauft hast mit dem Exit? Mit dem Exit-Geld? Ja, also... Abseits des McFlurry? Ja, des McFlurry und dann...
- 57:02waren wir wieder im Büro und ich dachte mir, ich soll jetzt ein Auto kaufen oder so etwas. Und ich dachte mir dann, das macht vielleicht nicht so viel Sinn, ich hätte gerade sehr viel Geld ausgegeben. Und dann habe ich mir einen Ferrari gemietet. Ich dachte mir, jetzt müde ich mal einen, um zu schauen, ob das wirklich das ist, was ich will.
- 57:24Ich fuhr eine Woche mit dem Ferrari herum. Fand es gar nicht so cool. Gott sei Dank hast du ihn gemietet. Ich bin sehr froh, dass ich ihn zurückgeben konnte. Es war eine gute Entscheidung, zuerst zu mieten. Ja, sehr gut. Dann kaufte ich mir und der Freundin ein paar Ohrenschuhe. Einfach so ohne Grund, weil ich dachte, ich kaufe mal etwas. Aber sonst kaufte ich nichts wirklich. Gerade direkt. Später habe ich dann schon...
- 57:53Ich bin ein mega Tesla-Fan und ich habe schon mega lange Tesla-Aktien. Und ich habe mir dann einen Tesla Roadster bestellt. Den gibt es ja noch nicht. Den gibt es noch nicht, ja, stimmt. Aber ich habe ihn einfach mal auf die Liste gesetzt. Schön. Wie lange ist das her?
- 58:10Wenn ich ihn bestellt habe? Ja. Vielleicht ein Jahr. Ah, okay. Ich habe immer von sechs Jahren gesprochen. Nein, wenn ich sechs Jahre alt war? Nein, das ist schon kurz. Vor drei Jahren. Ah, okay. Und dann vor einem Jahr hast du dich für das entschieden. Wie lange musst du jetzt auf dieses Auto warten? Das weiss man nicht. Wahrscheinlich nur ein paar Jahre. Okay. Ja, ja. Ja, ja.
- 58:26Aber das Projekt, das Konzept sieht mega aus. Ja, es sieht echt geil aus. Keine Ahnung. Crazy. Hast du ihn noch nie gesehen? Keine Ahnung, ich habe gar keine Ahnung. Aber ich bin auf der Forschung. Und wenn du das sagen darfst, dann gerne. Sonst kannst du gerne sagen, wie es dir sonst noch geht.
- 58:48Du hast bei «Höhle der Löwen» investiert. Das weiss man, das ist öffentlich. Was macht dir am meisten Spass aktuell? Bist du immer noch dort investiert? Und sag uns, welche Firma.
- 59:01Ich kann natürlich sagen, wo ich investiert bin. Überall, wo ich investiert habe, bin ich noch dabei. Es ist zum Glück noch kein Konkurs gegangen, wo ich investiert habe. Das ist ja momentan ein Erfolg. Momentan ist es eine schwierige Phase in der Start-up-Welt. Ein paar Sachen, die ich richtig cool finde. Eins ist Faye.
- 59:24Online-Shop für Pflanzen. Super cool. Denen läuft es gut. Die haben jetzt einen Adventskalender entwickelt. Der auch super cool läuft. Wer hat den Adventskalender? Ja, wir haben einen Adventskalender. Und jetzt gibt es einen Pflanzen-Adventskalender. Sehr, sehr nice.
- 59:42Es sind verschiedene Sachen drin, Accessoires und sogar lebende Pflanzen. Sie machen das sehr gut, sie verpacken das sehr kurzfristig. Die Pflanzen können überleben, bis man das Türchen öffnet. Das haben sie alles geprüft. Das ist für sie das Wichtigste, dass die Pflanzen als Lebewesen behandelt werden. Was ist denn fein? Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Blumenladen oder Gärtnerei?
- 1:00:06Wenn du einfach in einen Laden gehst und Pflanzen kaufst, dann kommen die in eine Transporterde. Die hat praktisch keinen Nährstoff. Darum gehen die meisten Pflanzen ein, wenn es einfach in dieser Erde behalten ist. Darum solltest du es umtopfen. Dann brauchst du einen Topf, dann brauchst du Erde und alles zusammen. Und Faye macht das alles für dich. Wenn du bei Faye etwas bestellst, kommt es fertig, eintopft in guter Erde, kannst es anstellen und hat sogar eine Überlebensgarantie. Ah ja? Ja, und das funktioniert recht gut.
- 1:00:36Hast du auch so eine Pflanze zuhause? Ja, sehr viel. Sehr schön. Und das andere, was ich dabei finde, ist Splint. Ich habe gerade das erste Mal das Wort Splint bekommen. Wirklich? Splint Invest ist cool. Splint Invest demokratisiert Investments in alternative Anlageklassen.
- 1:00:58Dort kannst du schon ab 50 Euro in Whisky investieren, in eine Weissammlung, in rarere Autos oder Uhren. Früher war das nicht zugänglich für ganz viele Leute, weil du grosse Beträge investieren musstest. Sie kaufen diese Sachen, also kaufen eine Weissammlung und teilen das in 50 Euro Beteiligungen. Da kann jeder schon ab 50 Euro investieren und so auch alternative Anlagen investieren.
- 1:01:26Mega cool. Das ist cool, ja. Sehr, sehr cool. Also das Blind und das Fein.
- 1:01:31Ja. Go for it. Mhm. Hey, danke vielmals, bist du da gewesen. Es war mega spannend. Danke euch, mega spannend gewesen. Ich wollte noch etwas fragen. Ah, nein, sorry. Also, nein, nicht fragen in dem Sinne. Was würdest du irgendjemandem hier rausraten, der, ich weiss auch nicht, ein Startup gründet oder irgendwie Entscheidungs-Schwierigkeiten hat oder einfach in dieser, ja, sich irgendwo durch ein bisschen mit dir oder deinem Werdegang identifizieren kann oder möchte werden. Was würdest du den Leuten hier rausraten?
- 1:01:56Ja, einfach machen. Oder wenn du das Gefühl hast, etwas könnte cool sein, oder du hast eine Idee für ein Produkt, einfach machen. Weil es gibt ganz viele Leute, die haben diese Paralysis by Analysis. Also, sie lähmen sich selber, weil sie die ganze Zeit analysieren und nicht entscheiden können. Und das ist wieder genau das, man muss einfach die Entscheidung treffen.
- 1:02:15Und heutzutage kann man ganz viele Ideen so günstig testen. Man hat eine Idee, macht einfach mal eine Website, schaltet ein paar Ads und dann hast du für ein paar hundert Franken getestet, ob irgendjemand Interesse daran hat oder nicht. Und darum testen, Informationen sammeln und dann neu entscheiden. Cool. Mega cool.
- 1:02:36Und sehr wertvoll wieder einmal. Es geht immer ums Gleiche. Es sind Entscheidungen, es ist einfach machen. Ja gut, wir haben einen Podcast. Ich hätte es getroffen. Aber es bestätigt jeden Gast, der hierher kommt. Es bestätigt es mehr oder weniger.
- 1:02:51Ich glaube, das ist das, was wir rausgeben wollen. Wir wollen das genau rausgeben, damit man sich getraut, etwas zu machen. Damit man nicht die ganze Zeit in der Idee bleibt und auf dem Blatt Papier, sondern einfach rausgeht mit dieser Idee. Und das versucht umzusetzen, weil das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass es nicht klappt.
- 1:03:07Und dann hast du eben Herren wie Lucas vor dir, wie Alan vor dir, der 51 Firmen an die Wand gefahren hat, die nicht funktioniert haben. Who cares? Irgendwann kommt es. Und das ist genau das, was wir dann eigentlich raustragen. Und darum nochmal vielen Dank, dass du da warst. Vielen Dank für deinen Besuch. Danke auch.
- 1:03:26Es war mir eine Ehre. Weiterhin ganz, ganz viel Erfolg bei deinen Investments, bei der Show, im Privaten vor allem, bei deinem sportlichen Werdegang. Danke vielmals, dass du da warst. Danke auch. Danke, Lukas. Auch für euch, danke, dass ihr zugehört habt, bei «Du entscheidest», deinem Podcast für Business, Erfolg und persönliche Weiterentwicklung. Bis zum nächsten Mal. Danke vielmals. Tschüss.