Latest / ntv Wirtschaft / Frist läuft ab: So holen Sie sich Geld vom Finanzamt zurück
Transcript
- 0:07Das IFO-Geschäftsklima steigt überraschend, obwohl die Lage am persischen Golf unsicher bleibt.
- 0:14Porsche streicht tausende weitere Stellen. Und für die Steuererklärung läuft
- 0:18diese Woche die Frist ab. Hallo.
- 0:21In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:26die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:31Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:36Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:40geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:46Fangen wir mit einem vorsichtigen Lichtblick an. Die Stimmung in der deutschen
- 0:50Wirtschaft hält sich weiter auf.
- 0:53Das IFO-Geschäftsklima steigt im Juli, den dritten Monat in Folge, um 0,9 auf 86,6 Punkte.
- 1:02Vor allem die Erwartungen der Unternehmen verbessern sich. Die aktuelle Lage
- 1:06bewerten sie dagegen etwas schlechter.
- 1:09Ökonomen halten allerdings die Aussagekraft der Umfrage für begrenzt,
- 1:13da viele Firmen teilgenommen hätten, bevor die Ölpreise zuletzt stark gestiegen sind.
- 1:18Die zarte Erholung bleibt damit anfällig. Hohe Energiepreise und die unsichere
- 1:24Lage rund um die Straße von Hormuz können die Konjunktur weiter ausbremsen.
- 1:29Jörg Böker hat die Thematik mit Clemens Fust vertieft, dem Präsidenten des IFO-Instituts.
- 1:35Herr Fust, ich grüße Sie. Ich bin ein bisschen überrascht. Denn trotz dieser
- 1:39wirklich unsicheren Lage am Persischen Golf, über die wir täglich berichten,
- 1:43zeigt sich ja die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch.
- 1:46Also wie gesagt, mich überrascht das persönlich. Wie erklären Sie diesen Optimismus?
- 1:51Ja, zwei Faktoren sind das vor allem. Einmal sehen wir im Bau,
- 1:55dass der Tiefbau optimistisch ist und recht gute Geschäfte macht.
- 2:00Das geht ja schon länger so und das ist natürlich vor allem der Staat,
- 2:04der hier als Nachfrage auftritt und Aufträge vergibt.
- 2:07Das schuldenfinanzierte Infrastrukturprogramm, das zeigt jetzt doch eine gewisse Wirkung.
- 2:12Und dann sehen wir vielleicht überraschender, dass in der Industrie doch viele
- 2:17Unternehmen sagen, die Auftragslage verbessert sich so langsam.
- 2:21Das sehen wir ja schon etwas länger.
- 2:24Wir müssen natürlich sehen, das kommt von niedrigem Niveau. Zugleich haben wir
- 2:27auch in der Industrie schon immer noch Branchen, die unter den hohen Energiepreisen
- 2:32und der Volatilität leiden. Also zum Beispiel aus der Chemieindustrie sind die
- 2:35Zahlen in diesem Monat nicht gut.
- 2:37Aber insgesamt zeigt sich die Industrie doch relativ robust.
- 2:42Wenn sich jetzt, Herr Fuß, die Lage am Golf beruhigen sollte und der Ölpreis
- 2:46wieder nachlässt und sinkt, womit rechnen Sie dann?
- 2:49Steht und fällt die Konjunktur am Ende dann mit dem Ölpreis?
- 2:53Ja, der Ölpreis hat natürlich einen großen Einfluss und zwar einmal auf die
- 2:56energieintensive Industrie, also insbesondere die chemische Industrie,
- 2:59aber auch Metall, Glas und Keramik und so weiter.
- 3:02Und dann hat natürlich der Ölpreis einen Effekt auf die Inflation und damit
- 3:06auf den Geldbeutel der Verbraucher.
- 3:09Die Wirkung auf die Inflation hat dann auch Folgen für die Geldpolitik.
- 3:12Also wenn der Ölpreis hoch bleibt, wird es wohl so sein, dass im Herbst die
- 3:15EZB nochmal unter Druck gerät, die Zinsen zu erhöhen.
- 3:19Und das würde die Konjunktur natürlich wieder dämpfen und hätte breite Auswirkungen
- 3:23bis in den Bausektor hinein, wo ja vor allem beim Wohnungsbau die Lage immer
- 3:27noch schlecht ist. Also der Ölpreis hat einen Effekt.
- 3:32Gleichzeitig haben wir eben erhebliche Teile der deutschen Industrie,
- 3:36die wiederum nicht so sehr am Ölpreis hängt, sondern an anderen Dingen.
- 3:39Da gibt es den Druck der Konkurrenz aus China, da gibt es die hohen Produktionskosten in Deutschland.
- 3:45Das sind Probleme, die wir ja schon länger haben.
- 3:47Aber wie gesagt, am aktuellen Rand hat sich die Industrie erstmal damit arrangiert
- 3:52und sieht doch eine leichte Verbesserung der Auftragslage, insbesondere aus dem Ausland.
- 3:56Herr Fust, schauen wir nochmal auf die Zahlen, die Sie gerade eben veröffentlicht
- 3:59haben. Was bedeuten die IFO-Zahlen eigentlich für unsere Zuschauer?
- 4:02Kann man das runterrechnen?
- 4:04Je optimistischer, desto mehr Sicherheit am Arbeitsplatz?
- 4:07Ja, das ist am Ende schon so. Wir reden hier natürlich über kurzfristige Entwicklungen,
- 4:11aber es ist schon für uns alle wichtig, dass wir eine gewisse Stabilisierung haben in der Industrie.
- 4:16Die ist ja nach wie vor sehr bedeutend für Deutschland und wir erleben ja seit
- 4:21längerer Zeit, dass in der Industrie Arbeitsplätze abgebaut werden und das sind
- 4:25eben hochproduktive Arbeitsplätze.
- 4:26Das hat also nicht nur Folgen für diejenigen, deren Arbeitsplätze hier abgebaut
- 4:30werden, sondern hat auch Folgen für Steuereinnahmen und damit für uns alle.
- 4:34Wir wollen ja hochproduktive Arbeitsplätze mit hohen Steuereinnahmen und die
- 4:38haben wir in Deutschland eben vor allem in der Industrie. Also dass die Industrie,
- 4:43jetzt eine gewisse Bodenbildung zeigt, eine gewisse Stabilisierung,
- 4:45das ist für uns alle wichtig.
- 4:47Der Wirtschaftsstandort Deutschland, das wissen wir, Sie haben sie gerade selber
- 4:50aufgezählt, hat viele, viele Baustellen.
- 4:52Wir berichten nahezu täglich drüber. Trotzdem die Frage, sind wir vielleicht
- 4:56generell ein bisschen zu pessimistisch? Hier im Stichwort German Angst.
- 5:00Ja, es herrscht großer Pestimismus in Deutschland. Und viele Leute sagen,
- 5:04wir müssen optimistischer sein. Das hat zwei Seiten. Ich glaube,
- 5:07was wir nicht brauchen, ist Optimismus, der zu Selbstgefälligkeit führt und zu Krägheit.
- 5:13Also zu sagen, es ist doch alles nicht so schlimm und wir müssen uns nicht bewegen,
- 5:16das ist nicht gut. Wir brauchen Optimismus, der zu Veränderungsbereitschaft
- 5:19führt. Denn verändern müssen wir uns.
- 5:21Branchen wie die Automobilbranche, die jahrelang den Wohlstand in Deutschland
- 5:25getragen haben, werden künftig nicht mehr die Wachstumstreiber sein.
- 5:29Das heißt, wir brauchen Bereitschaft zu Veränderungen. Wir müssen neue Technologien aufnehmen.
- 5:32Wir müssen junge Unternehmen fördern, um einen Strukturwandel hinzubekommen.
- 5:37Wir müssen innovativer werden. Also Optimismus, der zu Veränderungsbereitschaft
- 5:41führt. Davon könnten wir wirklich mehr gebrauchen. Herr Fuest,
- 5:43herzlichen Dank nach München für das Gespräch und für Ihre Zeit. Bis zum nächsten Mal.
- 5:50Die Lage bleibt also schwierig. Das zeigt sich auch bei Porsche.
- 5:54Der kriselnde Autobauer baut in den kommenden Jahren rund 5000 weitere Stellen ab.
- 6:00Die Beschäftigten sollen über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge
- 6:05sozialverträglich ausscheiden, teilten Unternehmen und Betriebsrat mit.
- 6:10Zusammen mit früheren Beschlüssen müssen damit rund 9000 Beschäftigte das Unternehmen verlassen.
- 6:17Bei Tochterunternehmen fallen außerdem rund 500 Jobs weg.
- 6:21Gleichzeitig verlängert Porsche die Standortsicherung bis 2035 und plant Investitionen
- 6:28von 2,1 Milliarden Euro in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weißach.
- 6:35Der Autobauer steckt in der Krise, da das Geschäft in China einbricht,
- 6:39höhere US-Zölle belasten und sich die hohen Investitionen in Elektroautos nicht auszahlen.
- 6:46Während Porsche Milliarden investieren muss, um die Wende zu schaffen,
- 6:50denkt Nvidia gerade in noch größeren Dimensionen.
- 6:54Nach einem Bericht des Wall Street Journal verhandelt der Chip-Konzern über
- 6:58eine Finanzierungsgarantie von rund 250 Milliarden Dollar für OpenAI.
- 7:05Der Chat-GPT-Entwickler soll
- 7:07damit ein riesiges Rechenzentrum im US-Bundesstaat Ohio leasen können.
- 7:12Das Projekt soll 10 Gigawatt Leistung haben und von einer Softbank-Tochter entwickelt werden.
- 7:18Für OpenAI wäre das ein Schritt hin zu mehr Kontrolle über die eigene Infrastruktur.
- 7:25Bisher mietet das Unternehmen Rechenleistung von Microsoft, Amazon und Oracle.
- 7:31Nvidia wiederum könnte sich auf Jahre hinaus die Nachfrage nach seinen Chips sichern.
- 7:37Die Gesamtkosten des Projekts sollen bei mehr als 500 Milliarden Dollar liegen.
- 7:42Die erste Phase soll 2028 fertig sein.
- 7:48Jetzt geht es noch mal um kleinere Beträge. Aber für viele Menschen sind genau
- 7:52diese im Alltag entscheidend, vor allem wenn sie vom Finanzamt zurückkommen.
- 7:57Für die Steuererklärung läuft diese Woche die Frist ab. Bis zum 31.
- 8:01Juli sollte sie fertig sein, wenn man zur Abgabe verpflichtet ist.
- 8:06Aber auch eine freiwillige Erklärung kann sich lohnen. Im Schnitt gibt es mehr als 1000 Euro zurück.
- 8:12Absetzen lassen sich z.B. Homeoffice-Tage,
- 8:15der Arbeitsweg, Schulungen und Arbeitsmittel wie Laptop oder Handy.
- 8:20Auch Kirchensteuer, Spenden und Krankheitskosten können angegeben werden.
- 8:25Und wer seine Steuererklärung schon abgegeben hat, kann Unterlagen noch nachreichen,
- 8:30solange der Steuerbescheid nicht endgültig ist.
- 8:33Etienne Bell hat darüber mit Fabian Walter gesprochen, Steuerexperte und Finfluencer.
- 8:39Schönen guten Tag, was muss ich denn beachten? Wie kriege ich möglichst viel Geld wieder?
- 8:43Guten Tag. Erst mal eine Steuererklärung machen. Viele Millionen Menschen machen
- 8:47gar keine Steuererklärung.
- 8:49Und gerade diejenigen, die freiwillig abgeben dürfen, die bekommen im Schnitt am meisten zurück.
- 8:54Im Schnitt laut Statistischem Bundesamt 1.240 Euro. Die meisten zwischen 100.
- 9:01Und 1.000 Euro. Kostenlos über das staatliche Portal elster.de kann man die
- 9:06Einkommensteuererklärung machen.
- 9:08Und man kann sie sogar noch vier Jahre rückwirkend machen, wenn man sie freiwillig
- 9:12abgibt und eben nicht pflichtveranlagt ist, also nicht am 31.07.2026 für 2025 abgeben muss.
- 9:21Und viele haben ja echt Bauchschmerzen damit und schieben das möglichst lange
- 9:24auf. Wie kann man die Steuer denn eigentlich vorbereiten? Was muss man da tun,
- 9:27damit man eben nicht in Stress kommt kurz vor Ablauf dieser Frist?
- 9:31Also optimalerweise sollte man schon in 2025 die Belege gesammelt haben.
- 9:36Man muss zwar nicht mehr die Belege einreichen, nur noch, wenn das Finanzamt einen auffordert.
- 9:41Aber idealerweise sammelt man bereits im aktuellen Jahr, also im Idealfall 2025, schon die Belege.
- 9:49Wenn man das nicht gemacht hat, dann kann man sich immerhin dieses Jahr noch
- 9:51vornehmen, dann die Belege für 2026 zu sammeln, dass man dann 2027 es ein bisschen leichter hat.
- 9:59Insbesondere auch sollte man notieren, welche Werbungskosten man hatte und auch
- 10:04an welchen Tagen man ins Homeoffice gefahren ist.
- 10:07Sechs Euro pro Tag. Also da muss man natürlich wissen, an welchen Tagen war
- 10:11man im Homeoffice. Dann gibt es ja auch noch die künstliche Intelligenz.
- 10:14Die kommt ja dann auch relativ schnell. Wann ersetzt die denn eigentlich den
- 10:17Steuerberater und was macht die mit dem Thema Steuern?
- 10:20Ja, aktuell ersetzt die künstliche Intelligenz noch nicht den Steuerberater.
- 10:24Aber es ist tatsächlich so, dass die Geschwindigkeit der künstlichen Intelligenz
- 10:28so schnell fortschreitet, dass es durchaus sein kann, dass sie Teile ersetzt.
- 10:33Der erste Schritt ist jetzt seit dem 1. Juli die Steuererklärung mit nur einem Klick.
- 10:38Da muss man aber wissen, selbst wenn es automatisiert gemacht wird,
- 10:41Sachen wie Handwerkerrechnung oder Rechnung für haushaltsnahe Dienstleistung
- 10:45oder auch einfach den Fahrtweg zur Arbeit, das wird da nicht berücksichtigt.
- 10:49Man kann zwar mit einem Klick mittlerweile abgeben, aber diese Information,
- 10:53die das Finanzamt noch nicht hat, die verschenkt man dann und somit verschenkt man auch Geld.
- 10:58Es könnte also sein, dass man mehrere hundert, vielleicht sogar mehrere tausend
- 11:02Euro dann zu viel Steuern zahlt, wenn man sich auf die Mein Elsa Plus App alleine
- 11:07verlässt, auf die Automatisierung und einfach mit einem Klick dann wirklich abgibt.
- 11:11Herr Walter, Sie haben ja selbst in der Steuerkanzlei gearbeitet.
- 11:14Macht der Job eigentlich Spaß? Ich glaube, viele können sich das gar nicht vorstellen.
- 11:18Ja, tatsächlich. Also man sagt ja so schön, nichts ist so sicher wie der Tod
- 11:22und die Steuern. Bestatter wollte ich jetzt keiner werden, deswegen habe ich
- 11:25mich in die Steuerkanzlei gewagt. Mir hat es immer sehr viel Spaß gemacht.
- 11:29Es sind natürlich Detailregelungen, wo man manchmal sich schon an den Kopf fasst
- 11:32und sagt, was ist da und warum ist das so geregelt? Aber nichtsdestotrotz,
- 11:37Steuern erfüllen eine wichtige Funktion in der Gesellschaft.
- 11:41Aber man sollte eben nicht zu viel Steuern zahlen.
- 11:44Ganz kurzes Wort noch zur Fitness
- 11:45der Deutschen mit Blick auf Steuern und Finanzen. Wie fit sind wir?
- 11:48Ja, ich bin ehrenamtlich aktiv beim Zukunftstag, gehe da in Schulen und da muss
- 11:54ich leider sagen, Deutschland ist nicht so fit,
- 11:57insbesondere als eines der wenigen Länder in der OECD ohne nationale Finanzbildungsstrategie,
- 12:02die umgesetzt ist. Da können wir leider noch fitter werden.
- 12:05Sagt Fabian Walter. Ich danke Ihnen für das Gespräch und auch für die Tipps,
- 12:09die Sie uns gegeben haben. Schöne Grüße.
- 12:11Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 12:16Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.