Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #19 Flüchtling, SRF-Star und Schauspieler – Ramin Yousofzai
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- 0:00Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge von «Du entscheidest» mit Kevin und mir. Heute haben wir einen mega kreativen und humorvollen Gast bei uns. Er ist ein richtiger Medienexpert, Profi vor und hinter der Kamera. Er hatte seine eigene Show auf SRF, hat einen riesigen Instagram-Account geführt, wo er täglich tausende Menschen zum Lachen gebracht hat.
- 0:21Heute ist er selbständig als Berater, Moderator, macht wichtige Aufklärungsarbeit, habe ich noch gelesen. Und ist Schauspieler. Und wenn ich mich richtig informiert habe, hat er sogar seinen ersten Award gewonnen als Best Actor. Ist das so? Kann ich bitte das speichern und überall abspielen? Das war die beste Abkündigung, die ich je bekommen habe. Aber noch ein herzliches Willkommen an Ramin.
- 0:48Danke vielmals. Schön bist du da. Danke vielmals für die Einladung. Das war jetzt gerade sehr geil. Genau um das geht es. Aber es ist ja Fakt, es ist ja nicht erfunden. Weisst du, was ich meine? Danke, danke. Es ist immer schön, wenn es von aussen auch so wird, wie man sich eigentlich fühlt. Im Kopf hast du immer so, ich bin der, ich bin der. Selbstbild und Fremdbild. Absolut, also sehr schön gewesen. Auch von meiner Seite herzlich willkommen. Schön, dass du da bist. Zu der ersten und wichtigsten Frage.
- 1:20Wie geht's dir? Mit dem Kaffee bitte. Mit dem Kaffee standest du. Das ist eine künstlerische Pause, weisst du, wenn man schon den Kaffee hat. Spanings... Spaningsbogen bauen. Mir geht's super. Ich bin mega entspannt, so entspannt wie seit Jahren eigentlich nicht mehr. Ich bin so in einer Richtung unterwegs, wo ich mich sehr wohl finde. Schön.
- 1:39Oder fühlen. Und jetzt gerade noch die ganze Weihnachtszeit, Winter, der erste Schnee und so. Das ist immer schön. Ich hasse es, wenn es sehr lange kalt ist und nicht schneit. Dann ist es einfach dunkel und trist. Aber sobald es zu den ersten Schneen kommt, ist es wieder schön. Das solltest du auch innen haben, in der Früh vor allem.
- 1:58Ja, und er hebt mega schön. Aber wir wollen jetzt nicht über den Schnee reden, wir wollen nicht über das Wetter reden. Ich habe so viele Fragen, die ich am Rahmen stellen möchte. Und zwar... Also ich kenne dich noch von Insta früher, so ich weiss nicht, so 18, 20? Krass, Unigag?
- 2:14Unigag? Ja, ich habe mich von eurer Seite vergrölt. Das war eine Deine mit noch jemandem, oder? Ja, mit Jul zusammen. Genau, ihn fand ich auch so toll. Dann bin ich auf SRF zwei am Morgen, wo ich gelesen habe, es hat mal als YouTube-Format angefangen. Das habt ihr einfach so aufgesetzt und dann kam SRF. Wie kann man das verstehen?
- 2:37Nein, wir haben eigentlich während des Studiums, ich habe mit Juli zusammen Skimming gemacht und danach waren wir im Studium noch zusammen. Und irgendwann haben wir einfach so andere Videos gesehen und Sketches gesehen. Der Benderit ist dort glaube ich gerade so ein bisschen grösser geworden. Und wir haben immer gedacht, das könnten wir sein, wieso machen wir nichts.
- 2:54Dann gab es ein Seminar von der Uni, das «Social Media» heisst. Das war eine Stunde pro Woche. Du bist da und dann haben sie dir Social Media und Internet erklärt. Vor wie vielen Jahren sprechen wir? Das war 2015, glaube ich. Wären es nur Lehrer? Nein, es wurde geführt von einem Assistent, der im Marketingbereich mit anderen Professoren gearbeitet hat.
- 3:21Und weil wir so ein wenig faul waren und fast nie an der Uni waren, haben wir uns verpennt anzumelden für das Seminar. Und haben dann gedacht, scheisse, scheisse, wir machen es jetzt trotzdem. Scheisse auf das Seminar und die drei Credits, die wir nicht bekommen. Wir machen jetzt unser Zeug. Dann haben wir angefangen Bilder und Memes und Sketches zu machen. Und das ist so, Facebook war das damals noch. Wir waren nicht auf Instagram.
- 3:43Ihr habt sogar bei Facebook damit angefangen? Ja, innerhalb einer Woche oder ein paar Tagen haben wir 500 Fälle erhoben. Und wir so «Waah, 500!» Wir haben unsere Kollegen eingeladen, sind in ein Restaurant und sagten, «Mir geht alles auf euch!» Wir haben sie auch nicht gemuntert. «Stellt euch mal an, 20 Franken pro Person.» «Mueta!» Ja, das haben wir extrem geführt.
- 4:04Und danach haben wir immer mehr Feedback bekommen von unseren Mitstudenten, wie geil sie das machen, weil für Studenten hat es das noch nicht gehabt. Wir haben da so eine Nische gefunden, wo ihr euch eigentlich euren Uni-Alltag inszeniert habt, auf mega coole Art und Weise. Und das hat ja mega resoniert, sogar mit Nicht-Studenten.
- 4:21Das Ding ist halt so, lernen und so, das hat jeder irgendwann im Leben gemacht. Und während dem Lernen fühlt man sich verdammt scheisse. Und sobald man sieht, dass jemand anderem auch scheisse geht, ist es einfach so. Dann ist es easy. Es geht bei einem scheisse. Ja, wirklich. Aber wie sind ihr auf das gekommen? Der ausschlaggebende Punkt...
- 4:38Es ist wie bei allen Kollegen in der WhatsApp-Gruppe. Du schreibst Bilder von dir und schreibst den, wenn er zu spät in die Vorlesung kommt. Dann haben wir angefangen, unsere eigenen Bilder zu machen. Wir hatten nicht gedacht, dass wir das so lange weitermachen. Aber ab dem Zeitpunkt, wo wir angefangen haben, haben wir sehr viel Freude bekommen. Auch am Studium. Weil wir alles aus einer völlig anderen Sicht angeschaut haben.
- 5:04Ja, wir merkten, Facebook ist langsam out. Dann sind wir auf Instagram. Dann hat es dort so mega angefangen zu wachsen. Ihr habt ja richtige Pionierarbeit gemacht. Heute ist alles so selbstverständlich. Aber damals, wir reden von 2015, 2016, seid ihr also ziemlich gross geworden.
- 5:21Ja, wir hatten dort eigentlich... Es gab dort glaube ich Swiss-Meme, die alle kannten. Und der Bandritt war gerade so am abgehen. Und nachdem wir gekommen sind, haben wir gedacht, «Wie soll das?» «Müssen wir mit denen mitmischen?» «Das schaffen wir eh nicht.» Und haben dann immer gedacht, «Wir machen das einfach für unsere Kollegen.» Sag mal, wann war das? 2000 und? 2016.
- 5:412015 hat es angefangen und 2016, ich glaube sogar 11.11.16 oder 11.11.15 haben wir angefangen. Und du hast jetzt schon gesagt, in dieser Zeit war Facebook schon langsam am Kippen. Aber es gibt es ja immer noch und ich finde das heute so krass, dass wenn die Werbung schaltet, ist natürlich schon alles Meta, aber über Facebook erreichst du so viel mehr Leute. Ja, also...
- 6:09geschäftliche Werbungen schalten, Facebook. Lifestyle inszenieren, für mich so Insta. Und alles so lustige, TikTok. Würdest du das auch so ein bisschen sehen? Hey, ich habe mich immer unterscheidet zwischen den Altersgruppen. Und wir haben relativ schnell dort schon eben im 16. und 17. haben wir so gemerkt, Facebook
- 6:29Dann kommen die Mütter langsam auf die Party. Wenn du jetzt bei Instagram hast, wo ich irgendwann mal den Vater meines Schwagers gesehen habe, also vor ein paar Jahren, da habe ich gesagt, jetzt ist Instagram am Arsch. Nein, das ist nicht so gemeint. Was sind das denn?
- 6:46Absolut, ja. Laut alles. Ja, es ist auch bei TikTok, das erste Mal, als ich das Video von Stefan Büster gesehen habe, habe ich gedacht, ja gut, dann war es so. Nein, aber es ist halt so, am Anfang sind wirklich so die Jungen und gerade zum Market Fears denke ich mal, wir müssen die Leute, die später kaufen können, jetzt schon abholen und dann kommen immer ältere drauf. Aber ja, Facebook habe ich jetzt seit etwa drei oder vier Jahren deaktiviert oder gelöscht und brauche es nicht mehr. Darum weiss ich gar nicht mehr, was dort läuft.
- 7:15Was habt ihr studiert? Ich bin einer, der in einer Familie aufgewachsen ist, in der man eigentlich nur als Arzt etwas erreicht hat. Wenn man nicht Arzt wird, hat man nichts studiert. Das wurde mir von Anfang an in den Kopf gesetzt. Ich wollte bis lange nach der Chemiezeit, habe ich immer gedacht, ich werde Arzt. Krass, ein Glaubenssatz, der nicht mal von dir ist. Was hast du denn für einen Background?
- 7:44Ich bin Afghaner. Afghaner, ja. Ja, und wir sind 2001 in die Schweiz geflüchtet. Da war ich noch neun. Wow. Das ist krass. Und es war halt so klar, wenn dein Sohn oder jemand von der Familie so mega gut in der Schule ist. Und nach zwei, drei Jahren bin ich dann gerade ins Gymnastik gekommen. Crazy. Und habe dann dort auch noch gut gearbeitet. Und dann war für mich auch klar, wenn ich Arzt werde, dann ist das so Prestige. Aber war das 2009?
- 8:122001. 2001 bist du in die Schweiz gekommen. Genau. Er war neun. Du warst neun. In die Schweiz geflüchtet. Ja, voll. Einfach um... Und... Nach zwei Jahren, mit elf... ins Gymnasium. Nein, mit... Ich kam in die dritte Klasse. Wir haben zuerst so ein halbes Jahr eine deutsche Schule gemacht. Dann wurde ich in die dritte Klasse eingeschult. Und dann, nach der sechsten, bin ich ins Gymnasium. Also schon drei, dreieinhalb Jahre. Also du bist schon ein schulisches Talent, kann man sagen.
- 8:42Ja, ja, extrem. Also meine Eltern sind wirklich... Ich bin in der Schweiz geboren und... Das ist eben das Problem. Was wolltest du sagen, deine Eltern? Meine Eltern waren beide extrem bildete Leute. Mein Vater hat in Russland studiert, war Bauingenieur, meine Mutter war Mathelehrerin. Die haben uns richtig homeschooled, auch im Krieg. Uns wurde das vielleicht auch in die Wiege gelegt.
- 9:07Aber es war auch so, wenn du als Flüchtlingskind hierher kommst, dann ist klar ein Druck von den Eltern da, wir wollen einfach das Beste für dich, dass du nicht das erlebst, was wir erlebt haben. Was ich auch mega dankbar dafür bin, dass ich in der Schule gut war und studieren ging.
- 9:24Aber es war nie die Zeit, an der man sich selbst entfalten kann. «Ich will voll auf eine Fussballkarriere setzen.» «Ja, ja, aber zuerst machst du deine Prüfungen, holst gute Noten.» Was im Nachhinein völlig okay ist. Aber das war für mich immer im Kopf. «Ich will Arzt werden.» Dann habe ich eine Klausel gemacht und konnte Zahnmedizin studieren.
- 9:49aber nicht Humanmedizin. Dann sagte man mir, dass ich das studieren beginne und dann jemanden suchen muss, der Zahnmedizin nach einem Jahr machen will. Dann kann ich mit dem wechseln. Ich sagte, ich mache das Militär. Okay. Dann komme ich zurück und mache nochmals den Numerus Clausus. Dann im Militär habe ich gemerkt, es gibt ein Leben neben dem Lernen. Wow, da steht Amerika im Text.
- 10:13Also weisst du, wirklich so Militär hat mir dann gezeigt, vor allem weil du plötzlich mit Leuten bist, die du vorher gar nicht zu tun hattest. Du lernst dann Leute kennen, die irgendwelche Lehren gemacht haben, du lernst Leute kennen, die etwas Eigentliches gegründet haben und jetzt an dem arbeiten. Und dann merkst du so, aha, du kommst ja im Leben auch weiter, wenn du nicht nur lernst und studierst. So spannend. Das heisst eigentlich, das Militär war dein Eye-Opener, um zu sehen, es gibt eine Welt abseits des Lernens und des Studiums und des...
- 10:41Prestige-Job, der eigentlich für dich vorgesehen war. Ja, also sorry, wenn ich dich unterbringe. Es war glaube ich nur, weil das Militär mir gezeigt hat, dass ich auch, wenn ich faul bin, weiterkomme. Ja. That's a good one. Also wirklich. Irgendein eigener Reel.
- 11:00Ich habe so viele Sachen mich davon gedrückt. Ich habe eine Fahrerausbildung gemacht, damit ich länger schlafen kann. Weil als Fahrer... Hast du Musch draus gemacht? Ich weiss, love it. ...muss ein Fahrer 6 Stunden schlafen haben. So geil. Bis er in der Nacht kommt, haben wir uns weggekommen. Und ich einfach so... Ich brauche meine 6 Stunden Schlaf! Ich bin Fahrer. So geil.
- 11:20Und da habe ich dann gemerkt, ich muss ja gar nicht immer der Beste sein und alles machen. Nochmals kurz zurück, in der Kindheit. In Afghanistan aufgewachsen bis neun. Wie stark warst du vom Krieg? War das sehr nah bei dir?
- 11:42Im April dieses Jahres habe ich einen Schauspielkurs gemacht, eine Schauspielschule in London. Dort habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie krass vertieft das Ganze ist. Unsere Eltern haben uns so abgeschirmt während der ganzen Flucht, dass wir das gar nicht als Flucht wahrgenommen haben. Ich weiss so wenig über die Zeit, in der wir geflüchtet sind.
- 12:10Ich weiss nicht, ob das mit einem Trauma zusammenhängt, wo der Kopf einfach... Ist es sehr lang gegangen, diese Flucht? Ja, die Flucht ist eigentlich über zwei Jahre gegangen. Puh. Und wie habt ihr euch diese Flucht so schön wie möglich... Wie viele Kinder habt ihr?
- 12:27Wir sind drei. Und der Jüngste, also mein Bruder, ist gerade so vier geworden, als wir angekommen sind. Das heisst, er war zwei. Weisst du, gerade so die Zeit, wo du zehn bekommst als Kind und so. Und er war extrem mühsam auf der Flucht, auch für meine Eltern. Und weisst du, du flüchtest so über Grenzen, wo du ja keinen Ton rausbringen darfst, damit dich niemand hört. Und wenn du ein Baby hast, das weint, dann hältst du ihm den Mund zu. Also weisst du, all solche Dinge.
- 12:53Aber ich weiss alles nur von Geschichten. Ich habe es gar nicht selber im Kopf. Ich habe mir oft überlegt, eine Hypnotherapie zu machen. Weil Erinnerungen sind sicher irgendwo im Kopf. Ich habe es einfach nicht aktiv. Aber merkst du das, weil es dich heutzutage einschränkt? Oder weil es dich einfach Wunder nimmt?
- 13:11Ich habe es vor allem gemerkt, dass ich viele Emotionen nicht rauslassen konnte. Seit ich mich mit dem Schauspiel ein bisschen mehr befasse, merke ich... An der Runde in London hast du gemerkt, dass du ein bisschen Emotionsloser bist. Ja genau. Vorher dachte ich immer, dass ich ein Mann bin.
- 13:31Wenn ich bei einem Film nicht heule, ist das normal, weil ich stark bin. Aber ich konnte nicht alles fühlen, was ich fühlen wollte. Das war so, weil viele Sachen vom Kopf weggedrückt wurden. Vor allem das, was ihm scheisse ging. In der Teenager-Zeit hatte ich ein völlig anderes Gemüt. Ich wurde schnell wütend, wenn ich etwas nicht bekomme. Ich schrie herum.
- 13:58Das hat sich bei mir jetzt extrem gekehrt. Seit ich 25 bin ich viel ruhiger und groundeter. Ich kann zu meinen Emotionen stehen. Für mich als Schauspieler ist es wichtig, das Zeug rauszuholen. Natürlich nicht in das hineinfallen und das Trauma wieder erneut erleben. Aber einfach, dass ich weiss,
- 14:22Emotionen sind da und ich kann davon Gebrauch machen. Ich kann es auch mal rauslassen, wenn ich es wirklich brauche. Weil ich glaube, das ist das, was dich extrem zurückhält im Leben, wenn du Emotionen absperrst. Mega. Sei das Freude, Trauer, Wut und alles. Und du musst wirklich wissen, wann musst du es mal rauslassen, als Ventil, damit du im Kopf auch wieder frei bist.
- 14:44Das ist ein spannender Punkt, den ich schon immer einen Schauspieler fragen wollte, seit ich mich mit dem ganzen Persönlichkeitsentwicklungs-Zeugs befasse. Ich weiss ja, die Rolle, die ich mir vorgehe zu spielen, in die wachse ich irgendwann. Und ich frage mich dann halt, wie ist es für Schauspieler, die
- 15:01Ich weiss auch nicht, einen Mörder oder irgendetwas negativ behaftet zu spielen. Die müssen sich ja in diese Rolle einleben. Nehme ich mal an. Da bist du nicht einfach... Die tun das zu Hause, auch die Art und das Üben. Und dann frage ich mich... Dein Geist beginnt dann an Sachen zu produzieren. Im Aussen. Weisst du, was ich meine? Schon als ich ein Bösewicht bin und umfluchen muss und tue...
- 15:26Oder ich verhalte mich die ganze Zeit wütend. Und dann bin ich drei Monate an einem Set. Spielt das? Was sind die Auswirkungen von dem Ganzen? Weisst du was ich meine? Oder wenn es um den Tod geht oder keine Ahnung was es geht. Was passiert dann echt in deinem echten Leben? Weil unser Gehirn checkt nicht, ist es Wahrheit? Oder ist es einfach erdenkt? Oder ist es wirklich passiert? Oder ist es Vorstellung? Hast du auch schon so Erfahrungen, wo du zu tief in einer Rolle gewesen bist? Oder irgendwie, ich weiss nicht.
- 15:55Ja, also... Das eine ist ja, es gibt wirklich so Techniken wie zum Beispiel Method Acting, wo du dich wirklich in diese Rolle... Du bist dann wirklich in diese Rolle. Okay. Das war auch Heath Ledger, das berühmteste Beispiel für Joker-Rollen, wo er sich einfach weggesperrt hat, glaube ich, ein halbes Jahr oder... Also mit der Zahl weiss ich jetzt nicht wie lange.
- 16:13dass er einfach so in diesen Wahnsinn reinkommt. Je länger du dich isolierst, desto mehr musst du dich mit deinem Kopf befassen, desto wahnsinniger wirst du wahrscheinlich. Und das hat er jetzt gemacht. Und dann gibt es andere Techniken, wo du einfach dir die Rolle aufschreibst und sagst, es ist so und so und so und so und dann gehst du aufs Set und spielst das dann. Knopfdruck. Genau. Also so wie Kipp-Profis. Bei mir ist ja einer von den Gründen, warum ich auch beim SRF gegründet habe und so selbstständig als Schauspieler haben wollte arbeiten,
- 16:42ist, weil ich nie viel tiefer in eine Rolle reingehen konnte, als dass wir es gemacht haben. Wir haben meistens Sketches und Parodien gemacht, wo du die Rolle für die 10 Minuten spielst und dann kannst du halt wirklich Satz für Satz spielen und sagen, hey, deine Rolle... Und dann bei der Parodie gehst du auf einen Charakterzug. Deine Rolle ist der dumme, bünzle Mensch, der die Polizei anruft. Und dann spielst du halt wirklich diesen Satz. Und ich hatte da mega dran, eine Rolle längerfristig zu spielen und eben, wie du sagst, so ein bisschen reingehen.
- 17:11Die erste Rolle, die ich hatte, seit ich selbstständig bin, war für einen Kurzfilm, in dem ich einen depressiv gestörten Film spielen musste. Und dort war es wieder anders als bei einem Sketch oder einer Parodie. Dort habe ich auch in dieser Woche oder zwei, als ich das probte, zu Hause gesagt, dass ich in eine Depression hineinkommen will. Du versuchst, die Gefühle herauszuholen, damit es möglichst echt nach aussen wirkt.
- 17:38Wo holst du es natürlich bei dem, wo du... Also Erfahrungswert. Wo ich... Ja, genau. Und irgendwie, wenn du das mal gespürt hast und versuchst, es nochmal zu spüren, dann fällst du wieder rein. Wie du sagst, dein Körper hat dann wie so das Gefühl, aha, wenn du so Gedanken hast... Es ist immer so ein bisschen eine selbst erfüllende Prophezeiung, oder? Wenn du nur daran denkst, dass es scheisse ist und du fühlst dich schlecht, dann fühlst du dich einfach irgendwann mal plötzlich schlecht.
- 18:00Ich hatte wirklich eine schlechte Stimmung zuhause. Natürlich wusste ich nicht, was wegen dem ist, aber ich konnte es nicht zuordnen. Für einen Moment war es für mich komisch. Wie lange ging das? Das war in der Zeit, in der ich probierte, bis wir drehten. Nachdem es fertig war, konnte ich es... Konntest du auch switchen? Es hat sich so angestaut, die Freude aufs Set. Es hat mir keinen Spass gemacht, weil ich nicht aus der Rolle rausfallen wollte.
- 18:27Und dann wirklich bis zum letzten Moment, wo es geheiss hat, cut, it's a wrap. Dann ist wirklich so, es ist alles noch von dir gefallen und so, ah, mega geil. Das ist so mega spannend und wichtig, weil ich glaube genau da, wir hatten gerade das letzte Thema mit Perspektiven wechseln und wie wichtig das ist, ein gutes Mindset zu haben und eben, du kannst dich in eine Rolle, jetzt eine Woche bist du etwas am proben, gehst in so eine depressive Phase und dann wirst du
- 18:53Du wirst komisch und depressiv, aber wenn du dich entscheidest, um nicht mehr so zu sein, dann kannst du so machen und weg. Das ist wirklich wichtig, um das zu wissen. Das Ding ist, es war meine erste Rolle in einem Kurzfilm. Ich wusste nicht, ob ich aufs Set die Kraft habe, um aus der Rolle rauszukommen und mit den Leuten zu reden.
- 19:19und dann wieder auf Knopfdruck in die Rolle reingehen. Darum habe ich die ganze Zeit die Rolle beipalten. Krass. Und in der Pause habe ich mich eher von den Leuten distanziert. Die anderen wussten, dass du das extra machst. Ja, ja. Okay. Für sie ist es natürlich auch besser, wenn ich nicht so der Hyperin bin und dann vor der Kamera arbeite und plötzlich in die Rolle reingehe.
- 19:39Für das ganze Setting, das ist ja noch echter, wenn wir jetzt wirklich diese Rolle nehmen, ob die Kamera läuft oder nicht, so spielt. Weisst du, davor bist du jetzt der Clown und danach machst du irgendwas wahres Ernstes, das könnte ich gar nicht ernst nehmen. Krass. Hey, so spannend. Aber was ich so ein bisschen rausgehört habe, ist noch mega spannend. Aufgrund von dem, dass du gemerkt hast, deine Gefühle sind nicht so da, wie, ja, etwas abgedumpft.
- 20:05Hast du dir jetzt eigentlich etwas ausgesucht als Challenge, um genau in die Gefühle reingehen zu können, in Form von Schauspiel? Extrem, ja. Schauspiel ist für mich eine richtig geile Challenge. Weil erstens, du machst jedes Mal etwas anders. Also weisst du, ich mache jetzt auch Werbungen und nicht natürlich nur Filme und Serie, sonst finanziell würde ich nicht überdrehen. Du entscheidest. Aber auch dort ist es halt mega geil, weil du jedes Mal wieder etwas anderes machst und
- 20:35Ich bin halt auch einer, der Aufmerksamkeit gerne auf sich hat. Und einfach auf Sets stehen und 5-6 Leute sind nur auf dich am schauen und darauf warten, dass du performst, weil es hängt halt alles von dir ab.
- 20:48Ich geniesse das irgendwie. Und es gibt schon Leute, die sagen so, «Hä, das wäre jetzt nicht für mich.» Und alle schauen und ich habe Druck. Ich, keine Ahnung, ich blühe unter Druck. Das war auch schon in der Schule immer so. Ich habe wirklich so zwei, drei Tage vor der Prüfung habe ich erst angefangen zu lernen, weil ich irgendwie den Druck gebraucht habe. Und auch jetzt, wenn es so wirklich heisst, so hey, Action, dann weiss ich, hey, fuck it, also es ist so auf mich. Wenn ich es jetzt nicht schaffe, dann müssen wir alles nochmal von neu und die Kamera muss wieder neu und so.
- 21:17Das finde ich irgendwie geil und es ist wirklich so ein bisschen Adrenalin für mich. So geil. Was wäre deine Traumrolle, die du gerne spielen würdest? Oh, meine Traumrolle... Ich muss gerade überlegen, ob ich das schon erzählen möchte. Ja, erzähl es doch. Also, ich habe so einen riesen Traum und zwar für ganz später.
- 21:35Was heisst das, wenn du 80 bist? Nein, nein, wenn ich mal so angekommen bin. Vielleicht 10, 15 Jahre, ich weiss es nicht. Vielleicht 20 Jahre. Christoph Waltz ist auch mega spät, er schweisst zu seiner lieben Frau. Aber was ist, wenn es schon nächstes Jahr wäre? Wäre das schon zu früh?
- 21:50Es kann nicht nächstes Jahr passieren, ich habe noch gar nichts weggeleitet. Also gut, erzähl mal deine Traumvorstellungen. Es hängt natürlich auch mit der ganzen Flucht zusammen, weil das, was meine Eltern alles aufgegeben haben und für uns in die Schweiz gekommen sind. Ich würde gerne eine Serie machen über das Leben meiner Eltern.
- 22:10Mit den Fluchtenden zusammen. Aber nicht als Opferrolle darstellen, sondern einfach so die ganze Trauer und Drama und all das Zeug würde ich gerne so darstellen, dass es von dieser Seite einfach geil ist. Es sind Helden, die es geschafft haben rauszukommen.
- 22:28Mein Traum wäre, dass ich mit Papi spiele. Ah, wie schön! Das ist so das grosse Ziel. Okay, Netflix hat Zugriff. Ich wollte gerade sagen, Netflix hat Zugriff. Die sind dabei. Das ist ja mega krass. Und wie du sagst, Eigeninitiative. Man kann entweder in der Opferrolle sein oder man kann Eigenverantwortung übernehmen. Die Medaille hat immer zwei Seiten. Ist es schlecht oder gut?
- 22:52Ist deine Familie allgemein so eingestellt? Oder bist du der Einzige von der Familie, die das Positive daraus sieht? Oder haben sie das gleiche Mindset über das ganze Schicksal, das ihr hattet? Ja, absolut.
- 23:06Ich höre ja, oder wir wollen mega viel von den Eltern hören, über das, was wir nicht wissen, über die Flucht und das Leben und alles. Und das ist halt jedes Mal, wenn es erzählt wird, ist es natürlich so, hey, es war mega geil, wir hatten das und das. Und so, wie sie es halt erzählen, tun sie bei uns als wäre es so, ich meine, wir sind jetzt von den Medien mega voreingenommen, dass, wenn man sagt, ein geiles Leben, dann stellt man sich eine Villa mit Pool und zwei Rolls Royce vor der Garage vor. Aber für sie, ihr im Kopf, war es mega geil, hey, wir haben
- 23:35keine grossen Probleme mit, keine Ahnung, finanziell oder Social Media oder was weiss ich, solche Dinge hatten, sondern sie hatten halt, vielleicht war ihr Haus aus Lehm, ja, aber sie sind, die ganze Familie war dort und sie hatten ihre Felder, weisst du, sie hatten ihre Tiere, Esel und Kühe und was weiss ich. Und so wie sie erzählt, ist in unseren Köpfen so «Wow, wahnsinnig geil, das und das.» Und sie haben im Kopf ein ganz anderes Bild. Und das ist so mein Ziel, das nachher darzustellen, als wäre es «wahnsinnig geil» gewesen, weil
- 24:04Ich meine, auch alle anderen Filme, die jetzt über Flucht und so spielen, dann ist immer so, oh, die Armen kommen sowieso, weisst du, aus einem Lehmhütchen, das so knapp noch warmes Wasser hat und müssen nachher bla bla bla bla bla bla. Aber ich will darstellen, hey, die sind...
- 24:20Zehn Jahre am Sparen. Sie haben von 10 Franken noch 5 Franken auf die Seite gelegt. Damit sie sich dann Fake-Pass bestellen können. Und mit dem Schmuggler gab es dann einen Kampf. Die Heldengeschichte, die sie als Heldengeschichte darstellen können. Und nicht wieder ein weiterer Flüchtlingsfilm, wo alle im Kino sitzen und denken
- 24:43«Ah, die haben es halt schon schlecht, aber was sollen wir machen? Wir können nicht mehr als 10 Millionen Leute aufnehmen hier in der Schule.» Es ist immer die Perspektive. Du hast etwas in der Pipeline. Ich habe etwas in der Pipeline. Aber ich habe noch etwas sehr wichtiges zu sagen. Ist das auch ein Zeichen? Nein, im Coaching muss ich ja zuhören. Und wenn ich etwas wissen will, setze ich mir einen Anker, damit ich nach einer Frage stellen kann.
- 25:05Aber darf ich schnell? Bei Harry Potter gibt es auch so eine Kugel, die rot wird, wenn man etwas vergisst. Aber diese Kugel sagt nicht, was man vergessen hat. Und das Gleiche ist ja bei dir. Ja, du willst etwas sagen, aber was? Unterbewusstseinsarbeit, weisst du? Also das Unterbewusstsein ist so stark. Wir sind jetzt 2% am Reden, oder? Aber wenn ich mir jetzt einen Anker setze...
- 25:23Ich vertraue darauf, dass ich genau diese Frage noch weiss. Und zwar genau, du sagst bemitleidend. Wir reichen mittelschön, für was auch immer wir uns definieren. Wir sehen ein Kind in Afrika, das barfuss läuft und denkt, oh mein Gott, das arme Kind.
- 25:42eine Perspektive, weil wir projizieren ja unsere Gefühle auf die armen Menschen dort. Aber sorry, ganz ehrlich, er ist barfuss in der Natur, am Boden, er ist gerdet, er ist grounded. Wird es denen wirklich so schlecht gehen? Weisst du, was ich meine? Und das ist egal, was wir jetzt anschauen, egal welche Kultur oder nur weil wir das kennen mit Schuhen und Kappen und all das heisst das nicht, dass wir besser, ich glaube sogar, gegenteil, durch all den Materialismus, den wir erleiden, nein, erleiden, mein Gott, danke, aber
- 26:11Weisst du, was ich meine? Ja, da wollte ich unbedingt noch sagen. Das ist wirklich wichtig. Ich weiss jetzt nicht, ob das Beispiel mit Afrika... Aber... Nein, wir hatten das mal in der Schule. Wir brauchen 30 Geld für Schuhe für Kinder. 30 Geld. Aber es war auch nur, wer sagt, dass sie überhaupt die Schuhe wollen. Nur weil wir mit Schuhen hier rumlaufen. Also war ich in der Schule Oberstufe. Nein, in der Kindergarten. Das war dein Anker.
- 26:40Du hast den Traum von dieser Geschichte, die du verfilmen möchtest, die Hildegeschichte. Hast du das deinen Eltern gesagt? Wüsst ihr das? Ähm, also meine Eltern... Oder werden sie erst nach diesem Podcast erfahren? Wahrscheinlich schon. Ja, den Plan habe ich noch gar nicht gesagt. Ich habe jetzt auch wirklich nicht mit vielen Leuten darüber geredet,
- 27:04Das hat sich auch bei mir verändert. Früher dachte ich immer, wenn ich etwas im Kopf habe, sobald es jemandem sagt, dann verfliegt es. Dann mache ich es nicht. Das hat sich auch in diesem letzten Jahr geändert. Wenn ich etwas habe, rede ich mit Leuten darüber, die ich das Gefühl habe, sie sind auf dem gleichen Mindset und sie fühlen es. Aber nein, mit den Eltern habe ich oft darüber geredet, dass ich die Geschichte mal runter schreiben möchte.
- 27:25Das ist das erste, was ich mache. Ich sage das in Podcast-Form, vielleicht kann ich mit euch darüber reden, weil ihr ja alles habt. Ich würde vor allem gerne mit meinem Vater hinsitzen und 10 Folgen Interviews aufnehmen. An 2,5-3 Stunden, wo wir einfach reden, reden, reden und er alles rauslässt, was er noch weiss.
- 27:49Und dann anhand davon schreibt er ab, was wir zusammengetragen haben, wo ich noch recherchieren musste, wie es war in der Zeit, die er erzählt hat. Auch seine Studienzeit in Leningrad, das heisst jetzt St. Petersburg, das ist so Prime 70er Jahre. Das hat so geil ausgesehen dort. Nur schon auf den Film zu bringen, die Kleider, die Autos, die es damals gab.
- 28:14Also das wäre nur schon visuell sehr geil. Und wenn es dann so eine persönliche Verbindung noch hat, habe ich das Gefühl, ich kann voll das Herzblut da reinstecken. Also eine Lebensmission. Wieso hast du das Mindset geändert von «Ich sage Sachen nicht mehr, die ich im Kopf habe», sondern mit den Leuten, die es mit der Energie, mit der Gleichgewichtslänge, mit dem Verzehr ist? Wieso hast du das gemacht?
- 28:40Vor allem, weil ich das Ganze realer machen kann. Wenn ich es euch erzähle, dann sagen sie mir, ich habe letztens eine Task, die in diese Richtung ging. Dann kann ich dort Inspiration holen. Und es hat für mich so... Wenn ich sage, ich habe es jemandem erzählt, dann komme ich einen Schritt näher zum Ganzen. Es macht es echt und du gehst immer einen Schritt weiter und irgendwann berührst du das halt. Und früher habe ich gedacht, wenn ich es erzähle, dann...
- 29:07Dann habe ich den Druck und mache es dann. Nein, ich mache es dann eh nicht. Und jetzt ist es wirklich... Vor allem die Sachen, die wirklich in meinem Kopf sind, wo ich denke, irgendwann wird das kommen, dann sage ich es. Es ist noch mal lustig, ich habe es früher auch nie gesagt. Ich habe früher nie verzehrt, dass ich etwas machen wollte. Aber aus Angst wegen den Augen? Ja, aus Angst wegen... Garnen. Garnen, ja. Und jetzt ist es aber so, also jetzt schon länger...
- 29:33auch als ich in die Selbstständigkeit ging, ich erzähle diese Sachen, weil diesen Druck brauche ich eben. Und wenn ich dir etwas sage, dann kann ich erst einmal dich enttäuschen und ich habe dir etwas erzählt. Jetzt erst recht. Und darum erzähle ich es lieber, nicht natürlich ins Detail, aber den Plan.
- 29:53Ich glaube, es kommt darauf an, wem du es erzählst. Ich kann mir auch vorstellen, dass du es nicht machst, weil die Leute dich klein halten. Aber es kommt darauf an, was dein Umfeld ist. Wenn dein Umfeld grossdenkend ist, sagen sie nicht «Alter, was schnurrst du? Was willst du hier machen?» Sondern «Hey, geil!» «Die Inspiration!» «Synergien nutzen!» Oder keine Ahnung. Schon nur dich proppen dafür. Und dich nicht unterstützen, sondern dich ein wenig hypen. Ja, ich glaube, es kommt auch wie so...
- 30:19Wenn du aufwachst, je nachdem in welchem Environment du aufwachst, wird halt früher schon jemand so gesagt, ja, ja, blablabla. Und weisst du, ich weiss noch, als ich noch einem Kollegen erzählt habe, dass ich gerne bei diesem Ninja Warriors mitmachen würde.
- 30:36war wirklich die erste Reaktion so «Pff, du?» «Nein, komm, da brauchst du Kraft, da musst du Sport machen.» «Hast du gemacht?» «Und dann habe ich es eben nie gemacht.» «Aaaah.» «Weil halt, sobald jemand gesagt hätte, «Urgeil, ja, wann machst du das?» Keine Ahnung, hätte ich mich vielleicht daran gemacht. «Robin, wir machen dich auch. Bist du ready 2024?»
- 30:54Gibt es Olympiade? Es gibt Olympiade für Ninja Warrior. Ja, wieder Alan. Ah. Der hat ja auch... Voll. Alan, kennst du? Ja, ja, voll. Das mit dem Curling und alles. So ein Geil. Aber warte jetzt schnell zurück zu deiner Laufbahn. Waren deine Eltern enttäuscht, als du irgendwann gesagt hast, oder wenn du gemerkt hast, du studierst, bist angehender Zahnarzt oder was weiss ich, etwas mit Arzt werden, und du merkst aber,
- 31:20das Kreative, das Produzieren reizt mich eigentlich mehr. Was ist denn passiert? Wie ist das dann weitergegangen? Ich bin nach dem Studium...
- 31:33Militär waren wir. Ich kam von der Militär zurück und wollte nicht Medizin studieren. Ich wollte es nicht verschwenden, dass ich all diese Jahre Gimmi gemacht habe. Ich dachte, ich muss studieren. Und wenn alle nicht wissen, was sie studieren, wählen sie B. Das ist gut. Ja, B wählen. Dann hast du viel offen. Du hast alle richtig etwas.
- 31:53Die letzten zwei Jahre des Studiums waren ein Knurz. Ich war drei, vier Mal in der Vorlesung, der Rest selber. Aber ich habe es abgeschlossen. Ich habe den Bachelor geholt und das war der Moment für mich,
- 32:08«Okay, meine Eltern können jetzt stolz sein. Euren Weg habe ich gemacht, da ist das Diplom. Und jetzt?» Und wenn du halt jahrelang nicht so nach deinem Kopf schaffst, weisst du halt plötzlich nicht, was du wirklich willst. Da habe ich halt in dem Moment den Weg weiter gemacht. Ich habe bei der PWC angefangen, Wirtschaftsprüfung. Weil das ist so... Wenn du Wirtschaft studierst, dann kommst du dort hin und dann ist das ein Prestige und so. Und dort habe ich gemerkt so...
- 32:33Jeden Tag der gleiche Anzug. Und du gehst da hin, machst wieder das Excel-File auf. Und drückst die Zahl ab. Und ich habe mir überlegt, was mache ich jetzt? Ich kann doch nicht ewig da bleiben. Und irgendwie hat mir irgendjemand das SRF geschickt. Und die haben uns angefragt, wir wollen eine Show machen. Es ist zu dir gekommen? Ja, ja. Aber weil ihr parallel zu der PwC, ihr hattet das Uni-Gag-Zeugs. Genau, ja. Und ...
- 33:03Nur aus dem entstand die Show-Anfrage? Ja. Jemand, der in diesem Konzeptteam gearbeitet hat, hat uns vom Studium kennengelernt und gesagt, dass wir sehr lustig sind und sie einladen. Dann kamen sie zu uns und sagten, dass wir eine Show machen wollten und dass wir gerne dazu kommen würden.
- 33:22Ich hatte da etwas anderes im Kopf. Ich war noch in einer Spanischschule in Argentinien. Ich hatte die Nachricht und dachte mir, was will die jetzt? Ich habe nichts gemacht und nach einem Monat so «Hey, wir haben keine Antwort. Was ist denn?» «Krass, der will dich suchen.» «Der will dich suchen.» «Das Universum hat geklappt total krass.» «Okay, dann halten wir mal vorbei.» Und ich war dort eben im Anzug, im PwC, vorbeigegangen und dachte mir «Was ist das jetzt?»
- 33:47Und dann haben wir gemerkt, boah, es ist so geil. Was haben sie euch denn noch geschossen? Du bekommst ein Studio über ein Team und du kannst voll mitwirken. Und wir sind halt wirklich so auch, in dieser Zeit waren wir mega innovativ mit den Videos. Wir haben Sachen gemacht, die andere nicht gemacht haben. Auch mit Musik, mit dem Schnitt und so. Und das wollten sie halt alles wirklich übernehmen zu ihnen und zu diesem Produkt auch machen.
- 34:09Wir hätten viel mitreden und gestalten können können. Nach dem ersten Casting haben wir uns angeschaut und gedacht, dass wir das brauchen. Das sind wir, das ist unsere Show. Das zweite Casting war dann klar. Wir haben uns dann gesagt, wir gehen schon wieder. Also du, Jules und noch einer? Robin, der Schweizer ist und Insta-Suisse hat, hat auch gewonnen an den Influencer Awards.
- 34:34Er wurde noch separat angefragt als Produzent für die Show. Und wir haben vorher mit ihm angefangen Videos zu machen, weil er uns auch angefragt hat, ob wir ihm helfen könnten mit Videos. Und dann hat es perfekt gepasst. So geil! So geil! Und dann habt ihr das wie lange gemacht?
- 34:54Ja, und dann haben wir das bekommen. Das war einfach wirklich geil. Am Anfang hatten wir es nur 40 Prozent. Also zwei Tage pro Woche waren wir da und haben Videos gemacht. Und dann haben wir gemerkt... Ich konnte einfach dumm werden. Ich werde bezahlt. Alles wird vorbereitet. Ihr seid einfach da und könnt euch ausleben. Es war ein Traum. So geil, Mann.
- 35:09Für uns war es ein Traum. Meine Eltern haben am Anfang gedacht, ja, probierst du es mal. Dann weiss ich noch, haben wir einmal eine Parodie gemacht zu so einem Jungseelenabschied. Das Thumbnail vom Video war ein Foto von mir mit einem aufblasbaren Penis. Oh, und deine Eltern.
- 35:30Hey, ich bin heimgekommen. Für das sind wir nicht in Schweden. Nein, wirklich. Ich bin heimgekommen. Hast du dort nur daheimgekommen? Ja, heimgekommen. Die sind beide vom Sofa gekommen. So, mein Sohn, huck mal ab. Das Gespräch, ja. Dort haben sie mir wirklich gesagt, du kannst gehen. Du gehst wieder zurück zur PwC.
- 35:50Okay. Und ich so, hä? Nein, wirklich, nein. Aber es ist lustig. Ja, nein, und dann haben sie das halt wirklich so, also für sie war klar, das mache ich nicht mehr weiter. Und sie so, weisst du, Familie auf der ganzen Welt sieht das, das ist auf YouTube. Ich so, ja, aha. So zum Glück. Hätte dich das dann ein bisschen gebremst, so an die Kreativität oder nicht so? Nein, gar nicht. Ich habe dort wirklich so, nach dem Gespräch,
- 36:14Also ich sagte zu ihr, wir schauen mal. Und dann wusste ich wirklich, wenn ich jetzt nochmal nachgebe, dann falle ich wieder in etwas zurück, was ich gar nicht wollte. Und dann sagte ich ihr, es war jetzt ein Bild im Ganzen und ihr habt ja Freude an anderen Videos. Und sie merkten dann auch, ich habe Freude daran. Es ist halt so, du gehst arbeiten und spielst. Und weisst du, für jeden Mann, egal wie alt wir sind,
- 36:42Du spielst, du bist immer noch so ein Kind in dir. Und mein Job ist es einfach so, vor der Kamera zu stehen und geile Sachen zu machen. Und das haben sie dann verstanden. Aber eben, ich wollte mich da nicht mehr so zurückhalten lassen. Ich wusste, ich bin noch immer zu Aachen, wo ich eigentlich mein Leben lang hinwollte.
- 37:01Vielleicht war ja genau dieses Ding von deinen Eltern, um nochmal mehr zu merken, wie sehr du in diese Richtung willst. Weisst du, weil du vielleicht noch unbewusst auf der Kippe warst oder dir das gar nicht bewusst war. Dieses Ding, dieses Flattern, wie soll es sein, um wirklich zu wissen, was du willst. Ja, also vor allem, das ist das, was ich... Oh, sorry, ich habe gerade den Mikrofon gesehen. Aber das ist schon witzig.
- 37:29Ey Gott, sorry. Mikrofon stehen, das tut mir mega leid. Das weisst du mir noch gerne. Nein, es ist... Also weisst du, nur so...
- 37:42So fest habe ich es nicht gekickt. Es ist gerade am losen. Wir haben schon mal einen Geräusch gehabt. Sorry, verzeih mir. Es war der Moment, wo ich zum ersten Mal unabhängig war. Von allem rundherum. Apropos, du entscheidest. Das war die Entscheidung, die mich wirklich...
- 38:07Dass ich da sitze, war nur wegen diesem Moment. Geil. Dass ich einfach dort sagen konnte, «Lasst jetzt dort in der Schublade findet ihr mein Diplom.» «Das ist das, was ich für euch gemacht habe.» «Hast du nicht mal aufgehängt in der Schublade?» «Ja, 4.6, das musst du nicht aufhängen.» «Und «Uni Züri» schreibt die Note drauf.» «Das könnte eigentlich auch mal wechseln, «Uni Züri».» «Mein Bruder ZHW, er hatte wahrscheinlich nicht die Rennführerhalber.» «Beimstand einfach Bachelor, weisst du so.»
- 38:32Ohne Nudeln? Ja. Sind alle Geschwister studiert? Ja, voll. Krass. Ja. Also alle auf ihrem Weg, weisst du. Für meine Eltern, wenn du in die Schweiz kommst, dann ist es so, «Aha, GIMI!» Das ist wahrscheinlich das Höchste, dann haben alle das GIMI. Aber mein Bruder ist über eine Lehre, meine Schwester ist nachher auch als zweite Lösung bei der ZHAW studiert.
- 38:53Ja, voll. Aber wenn ich mit jemandem im Raum sitze, sehe ich den Unterschied nicht. Wer studiert hat und ich nicht. Ich bin von der Sicht unterstufen geschaffen worden. Erst bei sechster Klasse. Okay, krass. Aber dort akzeptierten deine Eltern, dass das der Weg war, den mein Sohn eingeschlagen hat. Hauptsache er ist glücklich. Wie ging es dann weiter? Du bist dann vier Jahre hinter deiner Schauke.
- 39:17Ja, 4,5 Jahre. Unser Peak war während der Corona-Zeit. Dann kamen die Songs «Komm, bleiben Sie zuhause». Hatten Sie Berset in die Show eingeladen? Oder war das Roger Federer?
- 39:34Roger? Haben wir auch gewählt? Roger haben wir nie bekommen, nein. Okay. Aber ihr habt auch immer gesagt Roger, Roger? Ja, weil das Ding ist halt, bei so einer Show, die über die Jahre geht, du bildest dann plötzlich so ein bisschen Insider und weisst, mit deiner Community merkst du, dass das und das funktioniert, oder das wollen die Leute nochmal sehen. Etwas war eben, dass wir Roger Federer unbedingt in der Show wollten. Weil wir haben irgendwann mal beim Brainstorming geschrieben, wer wäre der grösste Gast, der alle flashen würde. Und dann war eben auch so Bundesrat und so, und das oberste Oben war immer Federer.
- 40:04Das war immer geil, weil du pro Staffel immer eine grosse Aktion machen konntest. Wir sind in den Garten Tennis gespielt, dann sind wir auf Genf, als Turnier, wo wir ihn getroffen haben. Und dann das dritte Mal, als wir zu seinem Haus in die Lenzerheit sind, da kam der Schlussstrich von seinem Management.
- 40:22Aber wir konnten drei Staffeln lang mit diesem Huren spielen und Sachen machen. Das war geil. Und den Berset habt ihr eingeladen? Ja. Ich habe zumindest gesehen, das Bild mit dem Skischuh. Ich war ja auch nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Aber du hast mit dem Skischuh gearbeitet.
- 40:37Wir haben am Anfang dieses Lied gemacht, «Bleiben Sie zuhause während der Corona-Zeit». Das habe ich gerade letztes Mal in einem Interview erzählt. Wir haben das irgendwie ausgeladen. Wartet ihr mal zuhause? Wie ist das entstanden? Robin hat eine Challenge auf Instagram bekommen. Wir haben auf verschiedenen Plattformen verschiedene Sachen gemacht. Auf Instagram haben wir geschrieben, «Schickt uns Challenges!» Wir sind zuhause am Arbeiten, wir wissen nicht, was wir machen. Und dann hat jemand geschrieben, «Mach einen Beat mit einem Wasserhahn.»
- 41:06Er hat dann den Beat gemacht, das hat geil getönt. Dann haben wir gesagt, aus dem Beat müssen wir etwas machen. Dann war die Bundesratskonferenz, wo 500'000 Leute geschaut haben. Er hat einen ikonischen Satz gebracht, «Bleiben Sie zu Hause». Dann haben wir gedacht, komm mal. Dann hat er das geschnipselt und gemacht.
- 41:26Ist das jetzt gerade ein Hit? Ja, da haben wir sogar den Leuten geschrieben, unsere Community zu schicken, unsere Videos von euch, wenn ihr in diesem Musikvideo dabei sein wollt, haben sie es gemacht. Und es ist wirklich so ein gemeinsames Projekt mit der Community. Das war richtig geil. Anhand davon wurde der Bärs auf uns aufmerksam. Er auf euch? Ja, voll. Da haben wir ihn irgendwie mal wegen einem Interview angefragt. Wir haben Insta-Lives gemacht jeden Tag.
- 41:52Es war so, nicht despektierlich gemeint, aber so Janosch Niedlischbach, Manu Burkhardt, der und der und dann einfach so der Bundesbeirat, alle Bärsen. Und alle so «hä, was?» Nein, nicht wirklich. So geil. Ja, das war richtig geil. Es waren glaube ich 40'000 Leute, die auf Insta live zuschauen. Auf Insta live? Krass. Ja, als ich mit dem Bärsen gesprochen habe.
- 42:19Was hast du ihm gefragt? Was war das Gespräch? Das Interview ist noch irgendwo online, das kann man noch schauen. Aber ich habe einfach alles gefragt, was wir wissen wollten. Schamlos, einfach so als wäre es dein Bro. «Hast du unser Lied gehört?» Er so «Ja, es ist sehr gut und dies und das.» «Wir wollen dir unbedingt den Federer reinladen, hast du schon dort nicht mal eine Connection?» «Ja, ja, kann ich machen. Ich schreibe Roger Federer.» Das hat er nie gemacht.
- 42:43Und diese Connection ist immer geblieben. Immer wieder haben wir ihn auf Events eingeladen, dann sind wir mit ihm an einem Event. Bis zum letzten Video, das wir für «Zwei am Morgen» gemacht haben, wo wir noch auf unserer Checkliste hatten, Köftespüße und Shisha mit Berset. Das ist auch in diesem Interview, da fragte ich ihn, ob wir das mal machen. Und dann sind wir zu ihm nach Bern, haben dort Köftespüße gegessen und Shisha geraucht.
- 43:08Also er hat mitgeraucht? Ja, ja. Er rammt mich in den Dream. Er ist wirklich geil. Ja, er ist wirklich geil. Und wie war er so? Ich glaube, er ist wirklich cool. Er ist so locker. Zwischenmenschlich. Er hat einen Tropfen. Ich spüre seine Energie. Warte jetzt schnell. Er ist ein geiles Tier.
- 43:26Er ist total locker, sein Musikgeschmack ist total... Come on, er war ja an der Street Parade auf dem Wagen. Ja, genau, in diese Richtung hört er. Wir haben ja auch alle seine Storys gesehen, wie er «Nas» und «Ice Cube» postet. Es war wirklich geil. Sein Kommunikationschef war dabei.
- 43:49Und er hatte seine Lautsprecher dabei. Und er so «Ja, kennst du mal?» Und dann hat er den Lautsprecher aufgestellt und er auf seinem Handy so Musik einstellen, Playlist. Super! Ja, richtig nice. Aber ja, zurück zu dir, Ramin. Das ist auch noch das Ziel von «Bärs Rindschuhladen». Hast du mich mal gefragt, wer den Gast du am liebsten einladen würdest?
- 44:13Der ist jetzt schon da. Aber egal wer, wir sind alle so individuell. Jeder hat eine Geschichte. Es geht auch um die Story. Solange es inspirierend ist, ist es scheissegal. Ich finde die Story, die am wenigsten erwartet wird, geil. Wo du gar nicht über den geilen Sieg denkst. Wo der Überraschungseffekt da ist. Aber wir sind zurück bei dir. Dann hast du das erfolgreich gemacht. Nur das. Ja.
- 44:41Und wie kam es dann aus von eurer Seite? Ihr habt SRF den Korb nicht gelesen? Nein, also... Wo hast du das gelesen? Irgendwie... Ihr wolltet nicht mehr weiter machen? Ja, also... Das war noch offen. Ja, ich weiss halt nicht, wie es geschrieben war. Nein, wir wollten über die Jahre immer wieder einen Schritt weiterkommen. Und nochmal ein bisschen mehr, nochmal ein bisschen mehr. Und bevor wir gekündigt haben, das war im... 21, irgendwann im Winter.
- 45:11die wir für uns überlegt haben. Robin und ich haben immer untereinander viel geredet, was wir genau wollen vom Leben und von dem ganzen Zeug, das wir machen. Und dort war es für mich wirklich so, ich will ins Schauspiel reinkommen. Und ich bin langsam gegen die 30 gegangen. Ich weiss nicht, warum das so ist, aber mit uns Menschen macht das irgendetwas.
- 45:31Diese Barrieren, wo man denkt, was habe ich bis jetzt im Leben gemacht? Wo will ich hin? Das war für mich immer Schauspiel. Ich wusste aber, wenn ich weiter beim SRF oder bei «Zwei am Morgen» bin, dann werde ich noch mehr abgestempelt als der Social-Media-Internet-Typ, der beim SRF arbeitet. Mega bewusst aber.
- 45:51Und das ging für mich halt nicht, weil ich dann gewusst habe, dass ich es nie auf die nächste Ebene schaffen werde. Man sieht immer wieder auch in Filmen und Serien, dass jemand, der auf Social Media berühmt ist, eine kleine Nebenrolle bekommt, einfach weil man versucht, den Reach zu holen. Aber es ist nie so, dass einer von denen, auch in den USA, also weisst du, all die Leute, die Weihnachten begannen, King Badge, Daystorm und all die, die haben es immer wieder versucht, zu casten für Filme und Sachen, haben es gemacht.
- 46:20Aber man kennt die Leute so charakterlich von diesen Videos, dass es mega schwierig ist. Das wollte ich nicht werden. Das war mein grösstes Ding, warum ich dort gekündigt habe. Aber es war nie so, dass man irgendwann sagte, es sei fertig und tschüss. Okay, es sei rausgelaufen. Wir haben lange mit dem Team darüber gesprochen, was die Möglichkeiten wären. Es war auch wichtig, dass wir nicht einfach abhauen, sondern eine letzte Staffel haben wir gemacht, noch drei Monate, wo wir
- 46:48Wir haben uns nochmals ein paar Tage aufgeschrieben, was wir alles noch gemacht hätten, bevor wir weg sind. Und dann sind wirklich geile Sachen rausgekommen. Also die Motivation war noch da? Extrem, ja. Und auch jetzt, nach fast eineinhalb Jahren, wo ich weg bin, vermisse ich das extrem.
- 47:09Es war richtig geil in diesem Team zu arbeiten. Ich kenne es auch, in einem Team wächst man dann irgendwann so zusammen, dass man den gleichen Humor hat. Und die Leute wissen ganz genau, was du genau kannst. «Hey, bei diesem Video könnten wir noch ein bisschen auf das eingehen, weil du hast doch letzte Woche...» Und das vermisse ich extrem. Und auch diese Idee auszuleben, weil... Ich weiss noch, am Wochenende fragte ich mich, ob ich etwas erlebt habe.
- 47:30Du kommst am Montag hierher und bringst ein Brainstorming ein. «Hey, wir könnten so und so...» Okay, es wird geschrieben, am Dienstag und Mittwoch wird gefilmt, dann wird sofort geschnitten und am Sonntag ist das Video da oben. Und es ist so eine Kadenz, dass du... Also wir sind wirklich pro Woche... ...sind wir sechs, sieben verschiedene Outputs am Mund geladen gewesen. So geil. Und das macht mit deinem Selbstbewusstsein etwas. Also weisst du, du hast Energie ab dem und so.
- 47:54Freude an dem, was du machst. Extrem. Und die Leute sind dir die ganze Zeit... Also weisst du, du siehst bei jedem Video, dass die Leute wieder schauen und uns rumschicken und kommentieren und so. Und du denkst einfach so, hey, ich bin etwas am gestalten, wo ich den Leuten Freude machen kann. Mhm. Und wo ich etwas zurückbekomme, wo du es nicht kaufen kannst oder so. Weisst du, es ist wirklich so...
- 48:13Auch jetzt, wenn ihr Feedback bekommt oder ich euch sage, «Hey, mega geil, danke vielmals für das Versiegeladen, ich habe mich darauf gefreut.» Es ist etwas, das du dir nicht kaufen kannst. Du musst dir erarbeiten. Du musst mit den Leuten richtig kommunizieren und du musst es produzieren und dranbleiben. Und das vermisse ich extrem, dass wir das dort hatten. Weil jetzt im Schauspiel ist es natürlich anders. Du musst zuerst mal casten und dann bist du deine Sachen vorbereiten, bist immer alleine am Arbeiten, weil du deinen Brand wieder neu aufbauen musst.
- 48:42Es ist anders, es ist nicht schlechter, aber es ist anders. Ich wollte gerade sagen, als Schauspieler, du hast ja nicht eine Agency hinter dir, nehme ich an, du bist selbstständig und musst dir diese Sachen auch selber suchen. Du gehst an Castings. Wie erfährst du von diesen Castings, die da sind und wie bereitest du dich vor?
- 49:05Einerseits muss ich sagen, seit dem Lockdown ist es cool geworden, es hat schon ein paar Vorteile gehabt, dass man E-Castings macht. Man muss nicht, wenn man in England eine Rolle sieht, jedes Mal auf England das Casting machen.
- 49:22Mittlerweile fragen jetzt wirklich für fast alle Rollen zuerst mal ein E-Casting an, das du selbst zuhause aufnehmen kannst. Es hat sich auch eingeliefert, dass mit dem Handy aufnehmen und jetzt ein nicht perfektes Studio zu haben völlig okay ist.
- 49:37Es gibt natürlich verschiedene Plattformen, wo du dich anmelden kannst, wo die Leute auf dich aufmerksam werden. Wo du ganz genau beschreiben kannst, ich bin 1,75m, habe schwarze Haare, ich bin athletisch gebaut, schreibe überall. Würdest du deine Haare rasieren, alles rasieren für den Kurs?
- 49:57eine Stelle für eine Rolle? Das ist eine gute Frage. Ähm, nein. Ich weiss es nicht. Wenn es eine geile Rolle ist, die ich vielleicht mal... Ich sage jetzt einfach, ich hätte ein Krebskranken spielen müssen, die eine tiefgründige Rolle ist. Ja, klar.
- 50:17Ja voll, einfach so etwas, wo du dich so dreivrielen kannst. Aber ich habe mir auch nicht eine Liste gemacht, das mache ich, das mache ich nicht. Das ist wahrscheinlich immer so individuell. Und je nachdem wie es aufgebaut ist und wie lange es dauert. Jetzt zum Beispiel den Bart, den hatte ich noch nie so lange. Und den habe ich jetzt auch für die Rolle, die ich auf...
- 50:43Schmutzli. Für die Rolle auf der Bühne habe ich jetzt auch Bart gewachsen lassen. Ah, der Minion! Ich hatte ja nicht gedacht, dass ich wie der Minion aussehe. Ja, voll. Ich bin ja ein verrückter Professor. Das ist halt schon noch geil. Musst du auch länger wachsen lassen? Nein, nein. Jetzt haben wir noch zwei Auftritte und bis dahin lasse ich noch wachsen. Ich habe mir das schon überlegt. Einfach mal wachsen lassen. Einfach mal machen, schauen was passiert. Ja, es gibt ja auch Filme über Taliban und so.
- 51:11Ja, ich lache auch. Auf diesem Fall hast du wirklich etwas losgelassen in deinem Leben, das mega schön ist, damit du wirklich Platz für Neues machst. Das ist wirklich der Inbegriff dafür. Weil ich finde, wie du auch sagst, viele Leute sind sich gar nicht bewusst, dass wenn sie an dem unbedingt festhalten, sie es gar nicht zu anderen bekommen können oder sich dafür öffnen können, weil sie ja die Hände gar nicht frei haben für anderes. Und da hast du wirklich die Eier gehangen und gesagt, es war mega schön, wenn es am schönsten ist und tschüss zusammen.
- 51:41Jetzt hast du dich in die Schauspielwelt gewagt. Mhm. Ähm... Best Actor? Uh... In welchem Film war das? Wo kann man den Film schauen? Was war das für eine Rolle? Das war eben der Kurzfilm, den ich dir erzählt habe, in dem ich «Depressiv gestört» gespielt habe. Aber der ist noch nicht... Hast du in dem Fall gut gespielt.
- 51:58In dem Fall, ja. Wirklich in dem Fall. Hast du es richtig gemacht. Es war meine erste Rolle. Ah, sogar? Ja, voll. Und ich habe wirklich so gedacht, ja keine Ahnung, es ist gerade eine etwas schwere Rolle. Und auch als ich es gesehen habe, habe ich so gedacht, ja okay, ist jetzt okay. Aber es war wirklich geil, das zu bekommen. Und einfach, dass diese Leute, dass sich jemand das angeschaut hat und gedacht hat, hey, richtig geil dargestellt.
- 52:24Als ich dort war, hat sie von der Jury auch mit mir gesprochen. Sie hat gesagt, das hat mich emotional sehr mitgenommen, weil ich jemanden kenne, der wirklich so ist. Das zeigt mir einfach, dass ich es schon richtig dargestellt habe. Und ausserdem eben die erste Rolle und ich komme hier den fucking Best Actor. Ich möchte dich von Herzen gratulieren. Das ist die Fortbestätigung, dass du auf dem richtigen Weg bist. Weisst du, was ich meine? Absolut, ja. Ich fand es wirklich richtig geil. Es war in Bellinzona.
- 52:54Oscars, aber mein Film war auch noch nicht 20 Millionen Produktion. Dort fühlte ich mich wirklich geil. Ich habe meine geilen Kleider mitgenommen, auf Bellinzona, in der ersten Klasse konnte ich mich nicht leisten.
- 53:10Aber runtergefahren und dann hörst du deinen Namen, läufst vor und Applaus. Ich lebe irgendwie für das. Es ist so arrogant wie es klingt, aber ich lebe für das. So überhaupt nicht. Dass ich den Zuspruch bekomme. Was ist in der Schweiz das Höchste, was man auszeichnen kann im Schauspiel? Der Schweizer Filmpreis. Der Schweizer Filmpreis. Ja, voll. Aber ja, also... Da ist dann nächstes Jahr «Dream24».
- 53:38Aber du bist ja international oder machst du nur Schweizer Produktionen? Nein, ich mache alles. Ich habe vor allem viele Castings für Deutschland gemacht. Der nächste Elias M. Bareck ist bei uns, Leute! Die Schweiz ist noch nicht so gross. Es ist extrem am Kommen, es ist extrem geil. Gerade mit dem Netflix-Gesetz, wo 3-5% der Einnahmen wieder zurück in die Produktionen der Schweiz stecken müssen.
- 54:05Das ist mega cool. Die Rolle, die ich nächstes Jahr habe, wird auch auf Netflix sein. Ah ja? Ja, es ist eine Episodenrolle, aber es ist eine Schweizer Produktion, die mit Netflix zusammenarbeitet. Geil. Ich habe mal gesehen, was man liefern muss, um eine Netflix-Produktion in der Schweiz zu machen. Oder allgemein, was Netflix sagt, was du machen musst.
- 54:29Aber es ist wirklich krass, wir haben den Schuh... Ja, crazy, oder? Aber ich finde, ich feiere solche Sachen. Weisst du, die technischen Sachen, die du alles haben musst. Die speziellen Kameras, die überhaupt erscheinen. Aber wir hatten letzte Woche Michel Fornasier bei uns. Er ist Buch-Comic-Autor. Und er hat ein Handicap, er ist ohne Hand auf die Welt gekommen. Ja, ich kenne ihn, wir haben das schon geschrieben. Genau, und er hat gesagt, Netflix hat seine Geschichte nicht angenommen, weil sie gewaltfrei ist.
- 54:57Das ist wirklich krass. Weil es dementsprechend auch die Anforderungen sind, es muss so eine Art Spannungsfolge drin sein. Wahrscheinlich kommt es auch darauf an, welches Gen du hast. Wenn du jetzt Comic hast, dann brauchst du das. Es gibt auch romantische Sachen, da musst du keine extra haben. Ja, das stimmt.
- 55:17Aber gut, jetzt habe ich noch eine Frage bevor wir eigentlich... Nachher die Frage müssen wir für alle... Ja, das ist dann das andere. Was mir eben mega grosses Anliegen ist, du machst ja auch so Aufklärungsarbeit, ich weiss jetzt nicht, ist das etwas, das du noch weiterhin machst oder war das für ein Projekt im Bereich erstens mal bewusst zu kreieren auf Social Media, was man zeigt, wie man es zeigt, du bist so ein bisschen...
- 55:40Du redest von conscious influence? Genau, aber dann habe ich noch etwas gelesen wegen psychischer, mentaler Gesundheit. Was machst du in diesen Bereichen?
- 55:48Also diese Bereiche habe ich auch angefangen, seit ich eigentlich Social Media mache. Wir haben so früh schon gesagt, als wir an der Uni angefangen haben, wir wollen hier eigentlich keine Werbung machen. Das hat sich dann geändert irgendwann, weil Tagebuch kommen immer mehr. Aber am Anfang haben wir das gesagt, aber wir wollten immer etwas in die Richtung machen und helfen.
- 56:11Nachdem ich selbstständig wurde, bekam ich eine super Anfrage von Pro Juventute, mit denen ich zusammen ein Konzept ausgearbeitet habe. Es geht darum, dass dort natürlich mentale Gesundheit, aber vor allem das Männerbild von Sekondos, das so dargestellt wird, als müsstest du der absolut härteste Stein auf der Welt sein, weil sonst bist du kein Mann.
- 56:36Dort hatte ich coole Gespräche mit Leuten, wie EAZ, Taolan, Tyrannimo, die sich auch öffnen konnten. Nächste Woche habe ich noch ein Gespräch mit Benrid. Dort würde mich auch interessieren, ihn kennt man als Comedian, aber in dieser Zeit ist so viel Scheiss passiert,
- 57:00wo er dachte, das kann ich doch nicht auf Social Media preisgeben, weil sonst habe ich das Bild dieser sympathischen Comedian nicht mehr oder dieses albanische Mann nicht mehr. Das finde ich mega cool, um das einfach machen zu können. Ich war nie derjenige, der so mega krass und cool darstellen musste, weil ich von Anfang an so ein klasse Clown war. Natürlich haben wir alle im Ausgang so getan, als wären wir
- 57:27Krass, aber ich konnte immer schon damit umgehen, dass ich sagen kann, «Hey ja, der Bollywood-Film hat mich jetzt sehr mitgenommen. Und Charo Khan hat mich schon ein paar Mal zum Brüllen gebracht.» Das gebe ich auch gerne zu. Darum finde ich es mega cool, dass ich so etwas mitmachen kann. Pro Juventute macht mega viel in diese Richtung. Ich war mal bei ihnen im Büro und wir haben aus dem Gespräch entstanden. Dass wir das jetzt zusammen machen können, ist extrem cool.
- 57:56Das andere Conscious Influence Hub ist eine super Kollegin von mir, Anja Lapschewitsch, die das macht. Mega wichtig. Absolut, ich finde es extrem wichtig und vor allem, dass es jemanden gibt, der sich dafür einsetzt. Weil es reden immer alle davon, man soll es, man soll es, man soll es, aber es macht es niemand. Und dass sie es jetzt macht, finde ich eigentlich mega cool. Und man kann sich dort auch gratis anmelden, dann ist man irgendwie Mitglied beim Conscious Influence Hub.
- 58:23und kommt dann auch an die Einladung für die Events über, wo man mitgestalten und formen kann, wie sich Social Media in der Schweiz verändern soll. Das finde ich eine extrem wichtige Arbeit. Social Media ist gekommen und niemand weiss, wie damit umzugehen. Wir kennen keine Langzeitstudien oder nichts. Es ist einfach da. Wir nutzen es, was für Folgen für unsere Kinder wird. Es sind alles so Sachen, die gar niemand weiss.
- 58:49Es gibt keine Richtlinien, aussen Hassreden. Aber es ist spannend. Es ist eine ganze Industrie. Wir waren ja am Swiss Influencer Awards. Dort haben wir auch so geredet. Das ist etwas Neues, mehr oder weniger. Aber es wird bleiben. Man kann es verherrlichen, dumm finden, was weiss ich. Aber Fakt ist, es ist eine Industrie. Es wird Geld gemacht. Und es sind Leute, die es anschauen, die man inspiriert, beeinflussen.
- 59:18Spannend, was da alles zu machen ist. Ja, und der Tenor wird halt immer grösser oder höher. Ich weiss nicht, wie man das genau sagt. Oder die Stimmen werden immer lauter, dass Influencer nur Geld machen. Aber es ist schlussendlich ein Job. Wenn du irgendwo angestellt bist, bist du auch Sachen am machen, die nicht deine persönliche Meinung sind. Du bist ein Angestellter, der das machen muss, was dir von oben weitergegeben wird.
- 59:45Und ich finde einfach so, weil es das eben gibt oder weil die Leute das als Job haben, müsste es eben auch wie bei einem normalen Arbeitgeber die Regeln geben. Was kann man und was kann man nicht, was sollte man und was sollte man nicht. Weil der Druck ist halt extrem hoch auf Social Media. Also nur schon, wenn ich sehe, von Kollegen von mir,
- 1:00:09«Ah, da ist mal ein Shooting in Südafrika und jetzt ist er in den Ferien in Hawaii.» Und ich sehe nur das, obwohl es meine Kollegen sind und denke so «Pff, läuft.» Und dann sprichst du mal mit ihnen persönlich, aber es sind ganz andere Struggles. «Ja, es war geil, dass ich zwei Wochen in den Ferien war, aber in dieser Zeit habe ich nichts verdient.»
- 1:00:30Das ist das, was Social Media als Schwierigkeit hat. Die Scheinwelt. Dass man sich den Druck setzt, alle machen das und das. Im Sommer bin ich im Vergleich viel in den Ferien gewesen. Ich war zweimal eineinhalb Wochen weg.
- 1:00:52«Aber was ich alles gesehen habe, was andere Leute gemacht haben, da dachte ich, hey...» Aber jeder zeigt, was er hat, niemand zeigt, was ihm fehlt. Ja, genau. Aber gut, hast du noch irgendwelche Fragen? Ich glaube, ich habe noch tausend Fragen, aber ich glaube, wir müssen langsam zu unserer Frage kommen. Wir haben ein Konzept, und zwar jeder Gast darf am nächsten Gast eine Frage stellen. Das heisst, du hast auch eine Frage bekommen vom vorherigen Gast.
- 1:01:17Hat er gewusst, dass ich es bin? Nein. Und du weisst auch nicht, wer der Nächste ist. Genau. Und wir wollen dich nicht beeinflussen mit deiner Frage. Darfst du die erste Frage am nächsten Gast stellen. Einfach so. Was ist denn das, du hast die Kopf? Lustig. Ja, ich muss mir vorstellen, wer meine nächsten Gastkräfte sind. Nichts viel denken. Okay, nichts viel denken. Nicht aus dem Gefühl. Einfach aus dem Gefühl. Ja. Frage da und da.
- 1:01:43Also meine Frage wäre, wie viele aktive Entscheidungen triffst du pro Tag? Ui. Bewusste Entscheidungen. Mega gut, weil wir wissen ja, wer der nächste Gast ist. Und ich glaube, das sind relativ viele. Von dem her, sehr, sehr gute Frage. Wie viele triffst du? Ich treffe wirklich so, glaube ich, fast keine. Also bist du eher unbewusst mit dem Flow? Nein, ich bin eher wirklich so...
- 1:02:12bewusst am geniessen, sagen wir es so. Also weisst du, dass ich etwas, das gerade passiert, dass ich das gerade so annehme. Weil ich habe so gemerkt, in der Selbstständigkeit hast du mega Höhen und Tiefen. Und wenn du in einem Tief bist, bist du nur daran zu denken, oh fuck, wann kommt das Nächste oder wann blablabla.
- 1:02:29Und sobald du mal im Höchst bist, in der Zeit, in der du vieles tust, denkst du dir, «Wieso habe ich jetzt nicht die zwei Wochen, in denen ich nichts hatte, ein bisschen mehr genossen?» Und mittlerweile kann ich es wirklich so, wenn ich nichts zu tun habe, dann geniesse ich es. Das Beste daraus. Ich schaue mal ein bisschen raus. Ich schaue eine Serie, die ich schon lange nicht mehr geschaut habe. Ein Gast, den wir hatten, ist unter anderem ein guter Kollege, der sagte, dass es in der Selbstständigkeit, wenn man ein Unternehmen gründet, zwei Phasen gibt.
- 1:02:55Euphorie oder Panik. Also entweder bist du so, wow, dieser Auftrag, yes, endlich ist er gekommen. Oder, fuck, ich brauche Geld, ich muss etwas zahlen. Diese zwei. Es ist Achterbahn. Es ist Achterbahn. Ich glaube, das gehört so, so fest dazu. Ist das so dein grösster Learning aus deinen eineinhalb Jahren Selbstständigkeit?
- 1:03:14Ja, voll. Die Geduld und das Vertrauen in einen selber zu haben, dass das Nächste kommt. Am Anfang war ich so krass mit mir selber am Kämpfen. Alle Woche hatte ich wieder einen Moment, wo ich auf dem Balkon gesessen bin und mich selber so, hey, was hast du gemacht? Du hast einen fucking SRF-Job gekündigt.
- 1:03:34Zum was? Schauspieler sein? Bravo. Und jetzt, was machst du? Jetzt bist du auf dem Balkon. Ich bin jetzt auf dem Balkon. Den Mutigen gehört die Welt. Es macht keinen Sinn, wenn du die Fakten anschaust. Nonsens. Schon nur von Arts zu SRF. Aber es fühlt sich richtig an. Ich glaube, diesem Gefühl müssen wir unbedingt folgen. Ja, voll. Das ist so wertvoll. Das ist meine grösste Erkenntnis aus dieser Zeit. Jetzt die letzte.
- 1:04:02Am Schluss geht es ja immer nur um das Gefühl. Es geht nur um das Gefühl. Auch wenn wir etwas Materialistisches haben, was haben wir für ein Gefühl dabei? Egal was wir machen, es geht ja immer um das Gefühl. Eigentlich müssten wir nur schauen, dass wir immer bei diesem guten Gefühl bleiben oder versuchen einfach auf dieses Gefühl zu kommen. Wie wir das machen, wo, spielt gar keine Rolle. Es geht einfach nur darum, dass dieses Gefühl gut ist. Weisst du, was ich meine? Ja, es ist eben einfacher gesagt als gemacht. Das ist der Fall.
- 1:04:31Negative Gefühle sind immer stärker und du musst einfach so stark sein, dass du wieder ausgleichen kannst. Ich habe es vorhin erwähnt, wenn du 100 gute Feedbacks bekommst,
- 1:04:44kann ein schlechtes Feedback alles zerstören. Und du denkst dann einfach für dich so, ah, fuck, wieso? Ah, und wieso findest du das jetzt nicht gut? Und einfach die 100 Guten, die dich jetzt in den Himmel gelobt haben, lässt du einfach links liegen. Und ich glaube, das ist so ein bisschen die Schwierigkeit von immer wieder aufs gute Gefühl zu kommen. Es ist ein Training schlussendlich, glaube ich. Es ist eine Gewohnheit, eine Dankgewohnheit, eine Gefühlgewohnheit.
- 1:05:06Du hast jetzt ein Beispiel gebracht, wo du sagst, 1 schlecht, 99 gut. Worauf fokussierst du dich? Wenn wir unser Glas so fest füllen mit Selbstwert und allem möglichen, dann können auch 80 kommen. Nein, ich weiss nicht, ob 80 kommen. Die Challenge im Jahr. Nein, Spaß. Aber gut, jetzt die Frage für dich. Ich glaube, ich kenne deine Antwort schon. Die Frage, die du bekommen hast. Wer ist dein Lieblings-Superheld?
- 1:05:33Ah, okay. Oh Scheiße. Mein Lieblings-Superheld ist... Trommelwirbel.
- 1:05:49Ich sehe es aus einer schauspielerischen Perspektive, was am geilsten wäre zum Spielen. Und das wäre Spider-Man, weil er viel aus seinem eigenen Körper macht. Aber rein zum Schauen ist Iron Man mein Lieblings-Superheld. Aber zum Spielen ist viel einfach sein Gesicht, weil alles rundum ist CGI und es wird im Nachhinein gemacht. Aber Spider-Man zum Spielen wäre geil, weil ich komme aus einer Turn-Vergangenheit. Ich war lange im Turnverein und das fand ich immer geil.
- 1:06:19Iron Man ist die Rolle einfach sehr geil. Er ist der coole, gescheite, reiche Spieler, der eigentlich alles hat. Und er ist auch der Leader von den Avengers. Aber zum Spielen finde ich Spider-Man geil. Als Kind, das diese Perspektiven noch nicht hatte, hattest du auch schon Lieblings-Superhelden?
- 1:06:44Als Kind war es einfach Superman, aber ich war nicht so drin, dass ich Leute gekannt habe. Also Son Goku eigentlich, aber ich weiss nicht, ob man den als Superheld sehen kann. Ich hätte gemeint, du seist dein Vater. Aha! Nein, ich bin noch nicht so per trainiert, dass ich so eine Antwort darauf habe.
- 1:07:08Wenn du mich irgendwann bei den Oscars redest, dann sage ich das wahrscheinlich schon. Dann lassen wir dich auch so. «Hä, gesagt, Spider-Man.» Ja, Ramin. Extra am Anzünden bei meinem Papi so. «Aber schau, ey, dort hat er Spider-Man.» Wir sehen uns dann im Fall allerspätestens bei deiner Filmpremiere, wo du deinen eigenen Film in die Rolle spielst. Aber ich hoffe nicht, dass wir so lange warten müssen, um dich wiederzusehen. Nein, hoffe ich auch nicht. Ja.
- 1:07:35Es war mega inspirierend. Danke vielmals, dass du da warst. Danke auch. Der Background, die Leute, macht sich ein Bild und dahinter steckt noch so viel mehr. Danke für den Einblick.
- 1:07:50Ja, danke vielmals. Und es ist ein angenehmes Ambiente hier mit euch. Gut, hören wir auf. Danke. Vor allem hören wir es gerne. Vor allem hören wir es gerne. Danke vielmals. Sehr gerne. Wie gesagt, nochmal schön bist du da gewesen. Sehr inspirierend, sehr cool war es mit dir zu sprechen. Ich wünsche dir alles, alles Gute. Hörst du, da ist deine Kamera. Ich muss nur noch die Schaure halten.
- 1:08:12Dann kann ich den Knopfhahn zuhelfen. Gibt es irgendetwas, was du noch möchtest sagen? Wie kann man dich unterstützen? Wo kann man dich sehen? Wo kann man deine Filme schauen? Wie kann man für dich da sein?
- 1:08:25Für mich das, indem ihr das macht, was ihr wollt. Denn dann sind die Leute am glücklichsten. Aber im Moment bin ich auf der Bühne, ich bin in Syrien. Ich bin mich selber noch am finden, was ich genau machen will und was die nächsten grossen Dinge sind. Unterstützen kann man mich gar nicht im Moment.
- 1:08:49Ich bin irgendwie dazwischen, ich suche und sobald etwas raus ist, wird es auf meiner Instagram-Seite gesehen werden. Und sonst bist du wieder mal zu Gast bei uns. Unbedingt, ja. Und wenn du wieder mal auf dem Balkon bist und fragst, wieso ich das gemacht habe, dann schaust du dir die Fotos an.
- 1:09:06Vielen lieben Dank. Danke auch euch, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei «Du entscheidest», deinem Podcast für Erfolg, Business und persönliche Weiterentwicklung. Heute mit Ramin. Schön, dass ihr da seid. Danke vielmals. Ich konnte den Nachnamen nicht aussprechen, darum habe ich ihn gar nicht erwähnt.
- 1:09:22Das ist auch noch ein grosses Ziel von mir, so berühmt zu werden, dass die Leute mich nachher ganz einfach... Wie nennt man ihn? Yusuf Zay. Yusuf Zay? Ja. Kennt ihr zum Beispiel Malala Yusuf Zay? Ich kann noch denken, weil ich das Buch von ihrem Vater auch noch gelesen habe. Wir sind vom gleichen Clan. Also kennst du sie? Nein, nein. Malala. Und ich sage malala. Malala, ja. Ja, andere Dinge. Wir sind mit dem Ramin Yusuf Zay. Sehr schön, wie stark sie ist. Danke vielmals. Alles Gute. Tschüss. Tschüss.
- 1:09:53Hey, see you.