Latest / Gin And Talk / Paul Ronzheimer über Krisen, Politik und Journalismus
Transcript
- 0:00Speaker 0: Wenn man das nicht angepackt bekommt einerseits, also tatsächlich eine neue Hoffnung irgendwie versprühen kann und gleichzeitig eine andere Wahrnehmung auch der Regierung erschafft.
- 0:12Speaker 0: Und eine andere Kommunikation dann könnte die AfD wirklich zwanzig neunundzwanzig auf Platz eins landen.
- 0:20Speaker 0: ich kann mir nicht vorstellen und dass ist die hoffnung auch vieler Ukrainer des Trump dort nicht jetzt Verlierer rausgehen will sondern dass er ja einen Deal will, natürlich.
- 0:32Speaker 0: Dass er keine Beteiligung oder zusätzliche Finanzmittel der USA will aber das er auch nicht will, dass es am Ende so aussieht, dass Putin die Ukraine überrennt und Trump als Verlierer daraus geht.
- 0:43Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:44Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:51Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Paul Ronsheimer.
- 0:55Speaker 1: Er ist Journalist, Kriegsreporter, Autor, Podcaster und stellvertretender Chefredakteur der Bild.
- 1:01Speaker 1: In den vergangenen Jahren war er regelmäßig in der Ukraine und im Nahen Osten unterwegs um sich die Situation vor Ort anzusehen und darüber zu berichten – und das nicht ohne Risiko!
- 1:12Speaker 1: Er war häufig direkt an der Front, er lebte Angriffe hautnahe und wurde zuletzt dem Libanon sogar vorgehend festgenommen.
- 1:19Speaker 1: Ich wollte von ihm wissen, wie es um die geopolitische Weltlage derzeit tatsächlich steht.
- 1:24Speaker 1: Ob wir Nachrichten und Krisen heute anders wahrnehmen als früher?
- 1:28Speaker 1: Und ob es Hoffnung für den Krieg in der Ukraine und die Geiseln in Gaza gibt!
- 1:33Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Jinn and Talk gefällt folge uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:42Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 1:49Speaker 1: Eiskalte
- 1:50Speaker 0: Drinks und eine Menge Zeit für ein
- 1:53Speaker 1: persönliches Bargespräch.
- 1:56Speaker 1: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 1:59Speaker 0: Herzlich Willkommen
- 2:00Speaker 1: zu einer neuen Folge Gin &
- 2:03Speaker 0: Talk.
- 2:04Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück
- 2:07Speaker 1: und
- 2:07Speaker 0: tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:12Speaker 1: unserer Studio-Bar.
- 2:21Speaker 1: Lieber Paul ich freue mich sehr dass wir uns heute hier zusammenschalten können, um über die sich quasi stündlich verändernde Weltlage sprechen zu können und ich freue mich sehr dass du dir die Zeit nimmst.
- 2:31Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 2:32Speaker 0: Ja, vielen Dank für die Einladung.
- 2:33Speaker 1: Du hast es gerade eben schon gesagt Es war viel los dieses Jahr.
- 2:38Speaker 1: Jetzt sagt man ja immer so schnell naja es wird alles schneller es wird Alles turbulenter es wird alles unübersichtlicher und komplexer.
- 2:45Speaker 1: Wie ist denn deine sozusagen professionelle Sicht auf die Dinge?
- 2:50Speaker 1: haben wir da so ein bisschen eine Wahrnehmungsverschiebung, weil wir heute mehr mitbekommen als vorher oder passiert wirklich deutlich mehr.
- 2:59Speaker 0: Also ich glaube beides stimmt.
- 3:00Speaker 0: zum einen können wir durch Twitter und durch Social Media einfach sehr viel schneller alles irgendwie filtern und auch Nachrichten irgendwie viel schneller konsumieren, wie jetzt zum Beispiel in Sachen Südkorea.
- 3:17Speaker 0: Was dort passiert ist oder auch bei allem was in Syrien gerade passiert aber auch in der Ukrainer.
- 3:22Speaker 0: also den Newsfluss ist stärker geworden.
- 3:27Speaker 0: Aber ich glaube auch dass die Weltlage sich massiv verändert hat.
- 3:31Speaker 0: Also das ist schon so Das wenn man sich dort anschaut Wie die ganze Lage sich entwickelt hat in den Regionen dann sind die Nachrichten extremer geworden.
- 3:41Speaker 1: Damit hat sich auch die Berichterstattung verändert, auch für dich ganz persönlich deine Arbeit ein Stück weit verändert.
- 3:47Speaker 1: Du hast inzwischen ja auch einen eigenen sehr erfolgreichen Podcast der deinen Nachnamen trägt und sehr regelmäßig erscheint.
- 3:57Speaker 1: plus wir haben natürlich, du sagst es schon, wir haben Social Media aber auch TikTok wo wir in Kriegsgebiete quasi live mit reinschauen können was das Ganze natürlich noch mal Fühlbarer erlebbar macht aber natürlich auch Algorithmus gesteuert.
- 4:14Speaker 1: er macht was wir denn dann da sehen.
- 4:17Speaker 1: Wie hat sich deine Arbeit in den letzten Jahren tatsächlich verändert?
- 4:20Speaker 1: dadurch?
- 4:21Speaker 0: Also meine Arbeit hat sich immer verändert, auch in den Letzten fünfzehn Jahre von einst rein print oder sagen bei zwanzig jahren von rein print mit bisschen online zu live online zu tv video und dann eben auch podcast.
- 4:39Speaker 0: ich glaube dass es spannende im journalismus, das sich so viel immer so schnell verändert.
- 4:44Speaker 0: Und das podcast muss ich sagen fühlt sich für mich am wenigsten nach arbeit an weil's oft ein reflektieren ist ein nachdenken ein einordnen.
- 4:54Speaker 0: und auch das was man eben in einen minuten zwei minuten clips nicht erklären kann Kann man dort erklären.
- 5:01Speaker 0: und auch für mich als jemand, der mit vielen Menschen spricht.
- 5:05Speaker 0: Finde ich das eigentlich die Form dem angenehmsten ist ja wenn jemand mal wirklich dreißig Minuten sich Zeit nimmt für ein Thema und man das für und wieder diskutieren kann.
- 5:17Speaker 0: da gibt es eben so viel Grautöne die man in anderen Formaten sowohl im Fernsehen aber eben auch in einem Artikel einen Bericht nicht erreichen kann.
- 5:29Speaker 1: Ich sitze hier bei uns in München im Tonstudio und hier hängt an der Wand eine gerahmte New York Times Original-Ausgabe vom zwölften September, zwei Tausend Eins.
- 5:41Speaker 1: Hintergrund ist das es für mich so der erste einschneidende Newsmoment war den ich irgendwie so ja bis heute wie so ein ja fast schon so einen traumatischen Moment miterlebt habe und mit gefühlt habe voll auf unser Gespräch, so ein bisschen darüber nachgedacht.
- 5:59Speaker 1: Weil ich hab das Gefühl wir haben uns damals vielleicht ist es aber auch meinen, mein Junges Ich, dass da irgendwie damals die Wahrnehmung verklärt.
- 6:08Speaker 1: Aber Wir Haben Uns Damals Wochen und Monate Mit dem Elften September Beschäftigt.
- 6:13Speaker 1: Und Was Passiert Es und Wie Es Passiert Ist Warum Es Passierte Wer Daran Schuld hat und So weiter und sofort.
- 6:18Speaker 1: und Ich habe Heute Das Gefühl wenn irgendwas auf der welt passiert und damit meine ich jetzt gar nicht zwingend derart große dinge wie der elfte september sondern generell schreckliche dramatische entwicklungen dann haben wir so einen kurzen moment der betroffenheit und erleben das mit verfolgen die nachrichten und dann zwitschen wir aber auch relativ schnell nach spätestens eine Woche oder bei ganz gravierenden Sachen vielleicht nach zwei auch schon wieder zum nächsten Thema ist das was du auch wahrnimmst und falls ja wie bewertest du das?
- 6:56Speaker 0: Ja, das ist auch meine Wahrnehmung.
- 6:57Speaker 0: Also tatsächlich ist der Elfe September.
- 7:00Speaker 0: weiß nicht ob wir in einem Alter sind.
- 7:01Speaker 0: ich werde nächste Jahr vierzig also bin jetzt neun.
- 7:03Speaker 0: dreißig war sechzehn als ... Ich erinnere mich genau wie ich dort am Fernseher hing und wie ich damals Süddeutsche Spiegel alles dazu verschlungen habe, was irgendwie passierte.
- 7:20Speaker 0: Jetzt muss man sagen es hat sich natürlich sehr viel durch den Elfen September dann auch verändert und es hat eben Folgeentwicklung gegeben wie dann Afghanistan und Irak die für sich genommen eben so groß waren, dass sie dazu geführt haben.
- 7:37Speaker 0: Dass das ganze Ereignis dann in einer Dauerhaftigkeit betrachtet wurde.
- 7:43Speaker 0: Aber wenn wir mal eine Eregnis nehmen was zumindest für Europa von ähnlicher Tragweite ist der Krieg in der Ukraine.
- 7:51Speaker 0: da habe ich schon gemerkt, dass nach... Ich würde mal sagen Nach der Verteidigung Kievs, also so nach vier Wochen eigentlich danach das Interesse wirklich rapide abgenommen hat.
- 8:02Speaker 0: Also als es dann darum ging was passiert im Süden?
- 8:05Speaker 0: Was passiert im Osten der Ukraine?
- 8:08Speaker 0: Was ist mit Raketen angriffen?
- 8:11Speaker 0: Da wurde schon sehr viel weniger darüber diskutiert oder das Intereste war geringer.
- 8:16Speaker 0: ich glaube in Talkshows und auch in Medien taucht es immer noch sehr viel auf.
- 8:19Speaker 0: aber dieses Ereignis für sich glaube ist in einer größer eigentlich zu bewerten.
- 8:26Speaker 0: wo dann der overdrive so den glaube ich leute dann schnelle haben dadurch dass sie eben bei twitter also man muss ja unterscheiden zwischen medien junkies wie wir sind und normalen leuten die die weiß nicht einmal tach nachricht schauen und dann vielleicht noch mal irgendwie.
- 8:47Speaker 0: auf den nachrichten seiten sind ja also der großteil der deutsch nicht mal zwei prozent die zum beispiel x. Früher twitter konsumieren.
- 8:55Speaker 0: ich glaube wir schauen da manchmal auch ein bisschen mit einer falschen brille drauf, aber ja die tatsache an sich das so viel gleichzeitig konsumierbar ist noch alles so schnell geht.
- 9:07Speaker 0: ja wenn wir zb nine eleven schon x gehabt hätten glaub ich wer auch da dieser Resonanzboden schneller weg gewesen.
- 9:19Speaker 0: Also ich glaube schon, dass das Social Media viel verändert hat weil die Leute auch abgestumpft sind sie.
- 9:23Speaker 0: wir einfach hatten eigentlich alles sofort.
- 9:25Speaker 0: ja wer ist der Täter was es genau passiert?
- 9:28Speaker 0: Was gibt's für Videos und all?
- 9:29Speaker 0: das sorgt natürlich für eine eine Intensität aber im bestimmten Zeitpunkt Aber dann auch wieder für einen schnellen Abfall.
- 9:36Speaker 1: Führt es eigentlich auch dazu dass und das ist auch so eine Frage die beschäftigt mich Schon recht lange inzwischen führt Es auch dazu, dass wir Politikern heute mehr durchgehen lassen, dadurch dass die natürlich auch genau wissen.
- 9:50Speaker 1: Naja also in zwei Wochen kräht kein Hahn mehr danach.
- 9:53Speaker 1: Ich hatte das Gefühl vor ein paar Jahren Also so die Zeit Gutenberg-Wulf und so weiter.
- 10:01Speaker 1: damals ist er gefühlt jeder nach der kleinsten oder mindestens mal mittelgroßen verfehlung zurückgetreten und wurde aus dem amt buxiert.
- 10:11Speaker 1: wenn man sich heute die auch in der deutschen politik skandale anschaut dann ist da die empörung zwar kurz mal dar aber dann auch schnell wieder weg die Notwendigkeit eines Rücktritts fast schon nicht mehr gegeben.
- 10:25Speaker 1: Und wenn man dann in die internationale Politik schaut mit einem Trump, der sich ja irgendwie gefühlt wirklich alles erlauben kann und man fragt sie so was muss eigentlich noch passieren?
- 10:34Speaker 1: Dann spielt das auch wieder auf das Argument ein wie blickst du da drauf?
- 10:39Speaker 0: Ja ich glaube nicht dass es wirklich mit Medien so viel zu tun hat.
- 10:44Speaker 0: Ich glaube, dass Politiker dadurch durchkommen, dass in den letzten Jahren einfach nicht genügend zur Verantwortung gezogen wurden.
- 10:55Speaker 0: Also ich glaube, der Druck war geringer und Politiker haben gelernt wenn sie ja für bestimmtes einfach durchhalten und weitermachen dann passiert nichts auch bei der Frage der eigenen Verantwortung.
- 11:08Speaker 0: Ich meine wenn wir es auf die Bundestagswahl schauen jetzt nicht das da in jedem Fall ein Skandal dabei wäre der Monokausal dazu führen sollte dass jemand zurücktritt aber dass die gleichen drei wieder antreten die jetzt zumindest dieses Ampel aus zu verantworten haben, auch das ist ja durchaus überraschend.
- 11:26Speaker 0: Also es ist glaube ich ein Grundsatz, dass weniger Politiker Verantwortung übernehmen für ihr Handel.
- 11:35Speaker 0: Ich
- 11:35Speaker 1: habe in den letzten Wochen viel mit Zeitzeugen gesprochen, die auch teilweise den Holograus überlebt haben.
- 11:42Speaker 1: Wir haben viel über Politik gesprochen und wir haben viele über die AfD gesprochen Und es gibt ja zum Beispiel von Margot Friedland da auch dieses erschreckende oder mahnende Zitat, so hat das damals auch angefangen.
- 11:55Speaker 1: Irgendwie wenn man sich heute Politik anschaut in Deutschland merkt man und da haben wir zumindest diese Zeitzeuge auch alle zugestimmt dass Populismus heute eigentlich so gut in jeder Partei angekommen ist und es eigentlich fast nur noch so ein Wettkampf nach der am besten zu verkaufenden, einfachen Lösung.
- 12:14Speaker 1: Das ist aber gar nicht mehr so richtig.
- 12:15Speaker 1: darum geht wirklich die komplexe Themen anzugehen zumindest in der Außenkommunikation wirklich die Komplexen Themen anzugehen und auch die kompletzen Lösungen dazu zu finden und zu erklären.
- 12:29Speaker 1: Nimmst du das ähnlich wahr?
- 12:30Speaker 0: Ich glaube Populismus hat schon immer gegeben.
- 12:32Speaker 0: also wenn man sich Wahlkämpfe anschaut auch der letzten Jahrzehnte von Kohl über Strauß bis Schröder, da gab es immer eine Vereinfachung bei der Frage.
- 12:43Speaker 0: Was tut man nicht?
- 12:46Speaker 0: Der Wahlkampf zwischen Schröda und Merkel, der am Ende so knapp war.
- 12:49Speaker 0: Wir ändern uns an den Professor aus Heidelberg, Paul Kirchhoff die Debatten um den Irakkrieg.
- 12:55Speaker 0: also ich glaube nicht dass sich das so viel verändert hat.
- 12:58Speaker 0: aber es wird durch die Userbeteiligung und damit eben auch Menschen ein bestimmtes politisches Bild haben und die eben nicht journalistisch betrachtet oder wie ist journalistisch sein sollte?
- 13:13Speaker 0: ich glaube auch journalisten leiden darunter dass sie bestimmte.
- 13:18Speaker 0: Zu viel eigene meinung mit reinbringen.
- 13:21Speaker 0: aus meiner sicht dadurch wirkt es natürlich in der öffentlichkeit so das alles noch sehr viel dramatischer und krasser geworden ist.
- 13:30Speaker 0: ich glaube, Natürlich hat's auch mit den politiker Bildern in bestimmten Ländern zu tun.
- 13:34Speaker 0: Also Donald Trump, der X so genutzt hat wie er es nutzt und andere soziale Medien Und das hat auch in Deutschland verfangen dann am Ende mit der AfD.
- 13:45Speaker 0: Du
- 13:45Speaker 1: hast ja auch eine Dokumentation über Ostdeutschland gemacht im Zuge der Wahlen dort und hast dich sehr intensiv mit der AFD beschäftigt.
- 13:54Speaker 1: Wie groß siehst du denn die Gefahr dieser die von dieser Partei ausgeht.
- 13:59Speaker 1: Übertreiben wir da in den Medien manchmal oder ist es eigentlich noch viel schlimmer?
- 14:04Speaker 0: Ich glaube, es kommt darauf an um wen es da geht.
- 14:07Speaker 0: also wenn wir uns anschauen was Björn Höcke in der Vergangenheit gesagt hat was er will was zum Beispiel bei der jungen Alternative los war wie sie's geschafft haben Jugendliche eben mit ihren Botschaften zu erreichen Dann darf ich schon, dass die eine Partei einer große Gefahr für die Demokratie darstellt und das in großen Teile dort oder entscheidende Teile rechtsextremen sind.
- 14:35Speaker 0: Und dass sie bestimmte Ideen haben für Deutschland, die verheerend werden.
- 14:40Speaker 0: aber Sie kommen an auch deshalb weil Ihre einfachen Ideen verfangen Aber weil auch eben die etablierten Parteien bestimmte Wählergruppe nicht mehr ernst genommen haben.
- 14:52Speaker 0: Und mein Gefühl ist, dass nicht die jetzige Wahl entscheidend wird sondern tatsächlich die Wahl dann wieder in vier Jahren.
- 15:01Speaker 0: Also zwanzig... was ist es denn?
- 15:03Speaker 0: Wir wählen zwanziger, zwanzierzwanzig, neunundzwanzigt, das die Wahlen entscheiden werden und das ist es glaube ich, was die Lage so brenzlig und gefährlich macht.
- 15:13Speaker 1: Sind wir da eigentlich sowohl auf Seiten der Medien als auch auf Seite der Politik nicht ehrlich genug den Wählern gegenüber, was da in diesen vier Jahren auf uns zukommen kann.
- 15:24Speaker 1: Stichwort Klimaziele erreichen und Klimakatastrophen die schlimmer werden und alles was wir dagegen tun müssen stichwort die geopolitische Lage mit all den aufgeheizten Situationen, die wir haben, die durchaus auch eskalieren könnten müssten wir da vielleicht auch ehrlicher sein und sagen, da ist wirklich eine ganz reale Gefahr.
- 15:48Speaker 1: Da die auch den Wohlstand jedes einzelnen beeinflussen kann.
- 15:53Speaker 1: zumindest mal?
- 15:54Speaker 0: Absolut!
- 15:55Speaker 0: Und ich glaube, wir erleben das gerade wieder in diesem Wahlkampf dass bestimmte Themen nicht so besprochen werden wie Politiker sie im kleinen Kreis bewerten würden.
- 16:05Speaker 0: nehmen wir das Beispiel Krieg in der Ukraine Wo jetzt Annalena Baerbock gesagt hat, natürlich kann man sinngemäß nicht ausschließen dass es irgendwann Friedensgruppen geben könnte.
- 16:14Speaker 0: So und das wird versucht jetzt in der Debatte kaputt zu machen weil das eine unschöne Konsequenz für die gesamte ja demokratische Mitte hätte also SPD CDU aber auch FDP.
- 16:30Speaker 0: Und ich glaube dass es durchaus Sinn machen könnte darüber zu sprechen dass zum Beispiel Für den Fall des Donald Trump Präsident wird und er sagt wir schicken aber kein us-Truppen dahin sondern wir wollen europäische also deutsche.
- 16:45Speaker 0: Dass es da dann darum geht dass man Truppen schicken könnte müsste, aber solche Reizwörter will man eben im Wahlkampf vermeiden.
- 16:56Speaker 0: oder das Beispiel Rente die Frage was mit der Demografie passiert.
- 17:03Speaker 0: da tun sich Insbesondere Parteien wie die SPD, aber auch die CDU schwer klare Wahrheiten auszusprechen und wollen.
- 17:13Speaker 0: Das will ja Klientel der älteren, alternden Bevölkerung nicht verschrecken.
- 17:20Speaker 0: Und das ist jetzt so.
- 17:20Speaker 0: zwei Beispiele glaube ich wo wir wirklich nie wirklich mit offenen Karten spielen weil natürlich auch und dass es jetzt durchaus selbstkritisch gemeint diese Parteien wissen, dass die Medien das aufnehmen würden und über die Konsequenz sprechen würden.
- 17:33Speaker 0: also Auch die headline getriebene Politberichterstattung sorgt natürlich dafür, dass Politiker durchaus Sorge haben bestimmte Themen offen zu diskutieren.
- 17:45Speaker 1: Aber ist es nicht genau die Entwicklung?
- 17:47Speaker 1: Die am Ende des Tages spätestens zwanzig neunundzwanzig dann Parteien wie der AfD oder einem BSW in die Karten spielen weil die ja diejenigen sind die dann behaupten die einfachen Antworten zu haben für das Was dann vielleicht eintritt, wovor die anderen Parteien nicht ehrlich genug gewarnt haben?
- 18:06Speaker 0: Ja das kann passieren.
- 18:07Speaker 0: Ich glaube es kommt jetzt sehr stark darauf an was eine neue Regierung ich denke mal die alte wird zumindest in der Form nicht mehr geben.
- 18:15Speaker 0: also ein Ampel können wir glaube ich ausschließen dass etwas eine neue Regierung schaffen wird an den Problemen diese Probleme wirklich anzupacken wenn wir uns anschauen wo wir im Wettbewerbsvergleich stehen Wenn wir die Entlassungen sehen, die es gibt in Deutschland.
- 18:30Speaker 0: Wenn wir uns anschauen wie
- 18:32Speaker 1: getrieben
- 18:33Speaker 0: da unsere Konjunktur auch ist.
- 18:35Speaker 0: also ich glaube wenn man das nicht angepackt bekommt einerseits tatsächlich eine neue Hoffnung irgendwie versprühen kann und gleichzeitig eine andere Wahrnehmung der Regierung erschafft und eine andere Kommunikation dann könnte die AfD wirklich auf Platz eins landen.
- 18:56Speaker 0: Wir haben das ja zum Beispiel bei der FPÖ in Österreich bereits gesehen, es bedeutet nicht dass sie dann ab dem Jahr schon regieren könnten aber sie werden oder Sie würden definitiv
- 19:06Speaker 0: stärker.".
- 19:07Speaker 1: Du warst gerade erst wieder in der Ukraine.
- 19:09Speaker 1: du warst über die letzten Jahre sehr viel dort hast auch enge Verbindungen dorthin und bekommst ganz gut mit Wie die Lage dort ist.
- 19:18Speaker 1: Was würdest du denn sagen, wenn wir mal da in die Regionen hineinschauen und auch an die Front schauen?
- 19:23Speaker 1: Olaf Scholz war jetzt gerade die Tage wieder dort.
- 19:27Speaker 1: Wie ist denn die Lage tatsächlich und wie groß ist die Angst vor Donald Trump und den Drohungen, die er ja im Wahlkampf immer wieder deutlich gemacht hat, die du grade auch schon angesprochen hast sich aus der Region zurückzuziehen, die Finanzmittel zu streichen, die Rüstungsgüter Die Lieferung von Rüst- Die Lieferung von Rüstungsgütern einzuschränken.
- 19:47Speaker 0: Also die Lage war tatsächlich noch nicht so dramatisch wie jetzt, das muss man ganz klar so sagen also vielleicht vergleichbar in Wahrheit wie zu Beginn des Krieges wo man dachte dass die Russen KIA überrennen würden.
- 20:01Speaker 0: Das schaffen sie jetzt nicht aber es ist nach dieser Situation die schwierigste warum den Ukrainer fehlen überall Truppen also tatsächlich Männer die an der Front sind und kämpfen.
- 20:14Speaker 0: Die Russen sind ihnen zahlenmäßig wirklich maximal überlegen, das zweite sind die Waffen also die Tatsache dass die Ukraine aus dem Westen zwar noch Waffen bekommen aber was die Anzahl angeht auch was die Munition angeht längst nicht das erreichen was sie Russen erreichen.
- 20:33Speaker 0: da reden wir von einem Ausgleich von zehn zu eins.
- 20:36Speaker 0: das bedeutet wenn die Russen zehn mal schießen können die Ukrainer nur einmal antworten in bestimmten Frontteilen.
- 20:42Speaker 0: Und es fehlt mittlerweile auch in der ukrainischen Bevölkerung immer mehr an Glauben daran, dass es wirklich.
- 20:51Speaker 0: Eine Siegmöglichkeit in dem Sinne gibt wie sie silenzgelange vorgegeben hat.
- 20:55Speaker 0: er hat jetzt seine also der Präsident.
- 20:58Speaker 0: Er hat seine Rhetorik bereits sehr verändert.
- 21:02Speaker 0: Also wenn man sich anschaut ist am Anfang fast jahrelang davon gesprochen hat das ist ausschließlich mit einem Sieg also einer einer Eroberung des gesamten Territoriums ausgehen kann dieser Krieg.
- 21:17Speaker 0: Dann sagt er jetzt bereits, dass die Ukraine bereit wäre zu verhandeln und auch vorübergehend auf Territorium zu verzichten sind gemäß.
- 21:28Speaker 0: Das wiederum zeigt wie die Lage an der Front ist, wie dramatisch sie ist Und es ist aber eben nicht so das die Ukraine in der Hand hat.
- 21:38Speaker 0: Also was macht der Westen?
- 21:39Speaker 0: Was macht Donald Trump?
- 21:41Speaker 0: und vor allem wird Putin auf ein Angebot der Waffenruhe so reagieren, wie sich der Westen das wünscht.
- 21:50Speaker 0: Und was ist wenn er das nicht tut?
- 21:52Speaker 0: Während dann die USA oder Europa bereit, die Ukraine maximal aufzurüsten?
- 21:59Speaker 0: wäre Trump bereit weitere Waffen zu liefern?
- 22:03Speaker 0: also das ist glaube ich die große gefährliche Situation.
- 22:06Speaker 0: und das andere ist eben dass die Ukrainer sagen bedeutet das nicht am Ende, dass die Russen sich so aufstellen, dass sie in drei vier Jahren wieder Kiev angreifen können.
- 22:17Speaker 0: Also das sind die Fragen über die momentan gesprochen wird und dann eben auch die Frage wie eine Waffenruhr zu sichern wäre?
- 22:25Speaker 0: Die Ukraine ist extrem müde erschöpft.
- 22:28Speaker 0: Ich gehe nicht davon aus, dass Sie diesen Druck gerade im Osten- und Süden lange standhalten können.
- 22:36Speaker 0: also wir müssen davon ausgehen Dass wenn es so weiter geht Russland noch sehr viel mehr Städte und Dörfer mit sehr, sehr hohen Verlusten zwar aber doch erobern kann.
- 22:46Speaker 1: Und das in einer Situation wo wir jetzt langsam in die kalten Wintermonate kommen was das Ganze ja noch weiter verschärft.
- 22:54Speaker 1: Olaf Scholz hat gerade erst heute wieder im Bundestag seine Taurus Entscheidung damit begründet dass er ja die Eskalation dieses Konflikts vermeiden möchte oder verhindern möchte.
- 23:08Speaker 1: Wie groß siehst du denn die Gefahr an der Stelle tatsächlich, dass es zu einer Eskalation mit Russland und der NATO am Ende des Tages kommen könnte?
- 23:17Speaker 0: Also ich glaube das Russland zu einem bereit ist gerade Vladimir Putin.
- 23:24Speaker 0: Und dass wir uns psychologisch da immer noch nicht darauf eingestellt haben, dass wir das Ziel sind, dass der Westen das Ziel ist, dass westliche Staaten angegriffen werden könnten den Das wäre natürlich der nächste Schritt.
- 23:36Speaker 0: Ob das am Ende so kommt, liegt auch glaube ich daran wie breit wir sind in Abschreckung zu investieren oder ob wir Putins Lügen wieder glauben dass er an einer bestimmten Stelle aufhören würde und glaube ich das ist gerade eine sehr entscheidende Phase des Krieges wo es hingeht.
- 23:54Speaker 0: Das kommt natürlich am ende auch sehr darauf an was die USA tun werden denn denke ohne die USA wird es sehr schwierig.
- 24:02Speaker 1: Schätzen wir dann Donald Trump eigentlich an der Stelle richtig ein.
- 24:06Speaker 1: Den Schaden, den er diesem Land zufügen wird das werden wir in den nächsten Jahren sehen.
- 24:11Speaker 1: aber wie siehst du denn überhaupt die gesellschaftliche Situationen in den USA und die Gefahr die damit einhergeht dass wenn wir zum Beispiel das Thema Zölle was ja ja ganz groß die letzten Wochen auch immer wieder angesprochen hat Wenn das Thema tatsächlich so kommt wer es propagiert dass wir ja dann auch sehen werden, dass die Inflation in den USA vermutlich noch weiter angetrieben wird und das vermutlich zu noch mehr Unruhen oder zumindest mal zu einer größeren Spaltung im Land führen wird.
- 24:43Speaker 1: Wie groß siehst du denn die Gefahr für die US-amerikanische Gesellschaft durch eine Trump-Regierung?
- 24:49Speaker 1: Und vor allem die Gefahren für das Miteinander in diesem Land?
- 24:53Speaker 0: Also ich bin kein Wirtschaftsexperte was den Zoll angeht aber wenn man sich anhört, wie das analysiert wird.
- 25:00Speaker 0: Dann muss man davon ausgehen dass Trump eben darauf aus ist eine Art von Deal zu schaffen beziehungsweise es dann darauf ankommen zu lassen dass die europäer bereit wären gegen Zölle zu erheben was besonders deutschland schaden würde.
- 25:14Speaker 0: also tatsächlich ist das was trump macht schadet und wirkt am meisten in Deutschland etwas uns natürlich gerade angesichts der eigenen Angeschlagenheit im wirtschaftlichen Sektor durchaus Sorgen machen muss und das hat natürlich großes Potenzial.
- 25:29Speaker 0: Was die Frage des Umgangs mit der Ukraine angeht, ich glaube nicht dass die USA bereit sind US Soldaten in die Ukraine zu schicken.
- 25:37Speaker 0: auch zur Absicherung des Friedens ist das was ich am Anfang gesagt habe also dass es dann eine Friedenstruppe aus europäischen Soldaten wäre.
- 25:45Speaker 0: allerdings ist die andere Frage Zu was sind sie überhaupt noch bereit?
- 25:51Speaker 0: Was sind Sie bereit zu zahlen?
- 25:53Speaker 0: Was sind sie bereit zu
- 25:54Speaker 0: tun?".
- 25:54Speaker 0: Da sind jetzt mal die ersten Nominierungen, die er vorgenommen hat.
- 25:58Speaker 0: Also gerade sein Sondergesandter für die Ukraine der ehemalige General oder auch der Verteidigungsminister oder die Verteilungsminister über die jetzt diskutiert werden.
- 26:06Speaker 0: Das sind keine Hazardöre im Sinne dass man die Ukraine im Stich lassen sollte.
- 26:11Speaker 0: also ich kann mir nicht vorstellen und das ist die Hoffnung auch vieler Ukrainer des Trump dort nicht als Verlierer rausgehen will sondern dass er ja einen Deal will, natürlich.
- 26:24Speaker 0: Dass er keine Beteiligung oder zusätzliche Finanzmittel der USA will aber das er auch nicht will, dass es am Ende so aussieht, dass Putin die Ukraine überrennt und Trump als Verlierer daraus geht.
- 26:34Speaker 1: Wie bewertest du in dem Kontext denn die naja zumindest mal indirekte Kriegsbeteiligungen Nordkoreas auf bisher vor allem russischem Gebiet?
- 26:44Speaker 1: Und die damit verbundene Meldung heute, dass Russland Nordkorea nun wohl bei seinem Atomprogramm unterstützen möchte.
- 26:53Speaker 0: Das ist absolut besorgniserregend weil es zeigt einmal mehr das dieser Krieg längst auf einer weltebenden Konsequenzen hat und auch dort spielt.
- 27:02Speaker 0: Und das ist glaube ich etwas was man dringend mehr diskutieren muss.
- 27:09Speaker 1: Jetzt haben wir ja noch so ein anderes... Pulver fass, nämlich den Nahen Osten und alles was sich dort so ereignet.
- 27:17Speaker 1: Du warst auch dort in der Region viel unterwegs, hast auch ne zumindest mal kurze Haft im Lieberneuen hinter dir.
- 27:26Speaker 1: Wir haben jetzt den Waffenstillstand.
- 27:29Speaker 1: ehrlicherweise ich war zumindest mal ansatzweise beeindruckt dass beiden als sozusagen Lame Duck hier das mehr oder weniger zumindest teilweise durchgedrückt hat.
- 27:42Speaker 1: Siehst du da Hoffnung, dass wir eine Entspannung in der Region in den nächsten Monaten sehen werden?
- 27:48Speaker 0: Ich habe die Hoffnung das auch die Präsidentschaft von Donald Trump dazu führen könnte, dass es einer Art von Entspannenung gibt.
- 27:57Speaker 0: warum?
- 27:59Speaker 0: weil das Verhältnis von beiden und Netanyahu sehr angespannt war.
- 28:03Speaker 0: Das glaube ich.
- 28:04Speaker 0: das Wort von Netanyahou bei der Frage was den Krieg angeht doch höher zu bewerten ist.
- 28:10Speaker 0: und trump hat in seinem wahlkampf auch sehr viel muslimische wähler angesprochen, auch mit dem Mit den versprechen dass er kriege beenden wird.
- 28:23Speaker 0: gleichzeitig hatte in seinem umfeld viele die nithaniao nahe stehen wie er selbst aber auch kuschner der selbst jüdisch isst und andere in seinem Umfeld.
- 28:34Speaker 0: von daher bleibt abzuwarten ob israel dann darauf reagiert.
- 28:39Speaker 0: ich glaube dass diese maximal eskalation Die wir befürchtet haben auch in den vergangenen monaten gerade was den iran angeht jetzt erst einmal abgeschwächt ist.
- 28:48Speaker 0: Ich glaube weder der iran noch israel haben ein interesse an einem wirklich großen krieg.
- 28:54Speaker 0: das wird sich ändern denke ich wenn der irane wirklich kurz davor steht atom macht zu werden.
- 28:59Speaker 0: ich kann mir nicht vorstellen Dass israel bereit dazu ist Dass man das zulässt und dann wird es eine neue Eskalation geben.
- 29:11Speaker 0: Der Krieg zwischen der Hezbollah und Israel, der wird weitergehen in unterschiedlicher Form Mal heiß mal kalt davon gehe ich ganz stark aus.
- 29:21Speaker 0: Ich glaube nicht dass stand jetzt ist wirklich dort einen Dauerhaften Waffenstillstand Denes ja gibt aber der dann wieder gebrochen wurde insbesondere eben an der Grenze gibt.
- 29:32Speaker 0: denke Das wird weiter lodern, das macht die Lage natürlich gefährlich.
- 29:37Speaker 0: Und in Gaza ist das Problem oder das Drama, dass die Geiseln immer noch dort tunneln oder wo auch immer von der Hamas versteckt werden, dass es da weiter keinen Deal gibt und auch die Frage der politischen Zukunft Gases eben ungelöst bleibt.
- 29:55Speaker 0: also dass wir dort auch wenig Diskussionen oder sagen wir mal... konstruktive Vorschläge aus Israel hören, wie es denn in Gaza weitergehen kann.
- 30:06Speaker 0: und das ist glaube ich schon länger das Problem.
- 30:17Speaker 1: Wir reden ja noch über sehr viele Geiseln die dort gefangen gehalten werden.
- 30:21Speaker 1: Wie groß siehst du denn?
- 30:22Speaker 1: Die Chance dass da wirklich ein großer Teil dieser Geisel überhaupt lebt bzw.
- 30:27Speaker 1: im gesundheitlichen Zustand ist der sie befähigt ist noch weiter durchzustehen und dass wir diese Geiselen dann auch tatsächlich frei bekommen werden?
- 30:36Speaker 0: Also wie es den Geisen dort wirklich geht, kann ich nicht sagen.
- 30:41Speaker 0: Aber natürlich müssen wir davon ausgehen dass das dramatisch ist.
- 30:45Speaker 0: also das was wir auch dort von Augenzeugen also von freigelassenem Geise gehört haben und jeder Tag jede Woche jeder Monat der vergeht ist die Wahrscheinlichkeit geringer denn wir hören ja auch dass einige von denen bedachten sie seien noch im Leben dass sie längst tot sind.
- 31:01Speaker 0: Auch da wird die Frage sein, wie viel Druck macht die US-Regierung sowohl auf die Hamas und möglicherweise auch auf Israel dort jetzt zu einer Lösung zu kommen.
- 31:11Speaker 0: Trump hat jetzt in den letzten Tagen noch einmal getwittert und gesagt dass er verlangt das diese Geisen jetzt umgehen freigelassen werden müssten.
- 31:20Speaker 0: Man wird sehen.
- 31:20Speaker 0: ich glaube es hängt sehr von der neuen US-Administration ab.
- 31:24Speaker 0: ob jetzt kurzfristig noch etwas passiert also unter Joe Biden kann nicht mich schwer vorstellen.
- 31:29Speaker 1: Während da vielleicht ein bisschen Hoffnung am Ende des Tunnels irgendwo aufflampt, haben wir die Tage wieder neue Nachrichten und neue Meldungen aus Syrien bekommen.
- 31:40Speaker 1: Dass sich dort die Lage auch wieder verschärft.
- 31:44Speaker 1: Wie blickst du auf Syrien momentan?
- 31:47Speaker 0: Also Syrien hat mich wirklich absolut überrascht.
- 31:55Speaker 0: Ich hätte nicht gedacht, dass sie in so einer kurzen Zeit tatsächlich es schaffen würden, ein großes Gebiet zu erobern.
- 32:01Speaker 0: Da wird die Frage sein wie mächtig und wie wirkungsvoll ist die Unterstützung Russlands oder des Iranens noch für das Regime?
- 32:10Speaker 0: Oder ist Russland so geschwächt auch durch die eigenen Verluste im Krieg in der Ukraine, dass man den syrischen Diktator Assad dort nicht in der Form unterstützen kann, wie man das noch vor fünf Jahren konnte?
- 32:25Speaker 0: Das werden wir in den nächsten Tagen vielleicht Wochen sehen.
- 32:29Speaker 0: Allerdings scheinen die Jihadisten, Islamisten wie auch immer man sie nennen will das Wort Rebellen zu romantisieren oder verharmlosen denn sie stehen eben für eine Form des Islamismus.
- 32:43Speaker 0: dass sie sehr schnell vorankommen liegt auch an der Unterstützung der Türkei Und ich gehe davon aus, dass wir eine gewisse dauerhafte Teilung dort erleben werden.
- 32:56Speaker 0: Also ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es schaffen tatsächlich das gesamte Land zu überrennen und zu erobern
- 33:04Speaker 0: bzw.,
- 33:04Speaker 0: dass Assad es schaffen könnte bestimmte Bereiche wieder zurückzuerobern.
- 33:11Speaker 0: aber die Frage wird sein reicht das also?
- 33:16Speaker 0: was passiert mit den anderen Gebieten?
- 33:18Speaker 1: könnte das Engagement Russlands für das Assad-Regime vielleicht auch ein Indikator dafür sein, um uns zu bewerten wie es dem System Putin am Ende des Tages wirklich geht bzw.
- 33:34Speaker 1: wie groß da die Kapazitäten auch noch sind Konflikte weiter voranzutreiben oder dann an anderer Stelle auch Verbündete zu unterstützen?
- 33:44Speaker 0: Also das Russland-Geschwäch des Militärisches ist glaube ich vollkommen klar, dass sie jetzt nicht unbegrenzt unterstützen können.
- 33:51Speaker 0: Ich meine wir sehen ja daran, dass Sie Hilfe aus Nordkorea brauchen und dass Sie eben den Ukraine-Krieg alleine nicht gewinnen können und Sie wahnsinnig viele Truppen dort verloren haben!
- 34:00Speaker 0: Ich glaube auch diese Debatte die wir am Anfang sehr intensiv geführt haben nach der Nicht-Eroberung Kievs, wie schwach die russische Armee tatsächlich ist.
- 34:09Speaker 0: Dass sich das jetzt wieder ein bisschen ins Gegenteil verkehrt hat und wir ganz viel über die Schwäche der Ukraine sprechen aber eben weniger über den Zustand der russischen Armee.
- 34:19Speaker 0: Und zur Wahrheit gehört eben auch, dass sie große Probleme haben, Soldaten zu finden.
- 34:25Speaker 0: Dass Sie Kursk immer noch nicht innerhalb Russlands zurückerobert haben und ja ich glaube nicht, dass Sie in der Lage sein werden, Assad wirklich großflächig dort zu unterstützen.
- 34:36Speaker 1: Wenn wir zum Abschluss nochmal selbstkritisch auf die Rolle der Medien schauen.
- 34:42Speaker 1: Wir haben wahnsinnig viele komplexe Konflikte, wir haben Herausforderungen die in den nächsten Jahren sich weiter verschärfen werden und auf uns zukommen und auch auf diese Gesellschaft zu kommen.
- 34:52Speaker 1: was müssen wir als Medien denn aus deiner Sicht und ich weiß das ist eine sehr allgemeine Frage aber was müssen wie als Medien dann besser machen?
- 35:00Speaker 1: Wo müssen wir besser werden um Menschen besser aufzuklären um Menschen vielleicht auch nicht mit Zu reiserischen Headlines sage ich jetzt mal in die falsche Richtung zu locken, wenn der Inhalt des Artikels vielleicht aber doch ein anderer ist oder die Kernaussage vielleicht auch eine andere Richtung geht wie auch immer.
- 35:20Speaker 1: Also siehst du Punkte wo du sagen würdest da müssen wir in der Rolle der Journalisten in der rolle der Medien besser werden.
- 35:28Speaker 0: also erstens weniger meinung mehr Nachrichten, klarer Analyse.
- 35:34Speaker 0: Zweitens glaube ich mehr Stimmen zulassen im komplexen Gebilde?
- 35:42Speaker 0: Ich glaube das zu oft die gleichen Leute zu Wort kommen.
- 35:46Speaker 0: Ich meine damit jetzt nicht Politiker sondern eher auch Journalisten oder Analysten.
- 35:50Speaker 0: und das dritte mehr eigene Reflexion und auch durchaus einmal zugeben wenn wir bestimmte Dinge noch nicht abschließend bewerten können Noch nicht wissen.
- 36:01Speaker 0: mehr Reflexion, mehr Klarheit und Transparenz wenn bestimmte Fragen ungeklärt sind.
- 36:08Speaker 0: Das verträgt sich nicht immer mit schnellen Headlines.
- 36:10Speaker 0: aber ich glaube es gibt einerseits die Frage... ...einer Nachricht die klar ist.
- 36:16Speaker 0: dann gibts auch kein Problem mit einer Headline.
- 36:18Speaker 0: und wenn eine Nachricht nicht klar ist da muss man sie eben offener formulieren mit einer Frage oder mit einer gewissen Zurückhaltung.
- 36:26Speaker 0: und ja, da hast du vollkommen recht.
- 36:28Speaker 0: Da sind natürlich die Medien mitgefragt!
- 36:31Speaker 1: Dann danke ich dir erstmal für deine Zeit und dass wir so ein etwas wilden Ritt durch die Weltlage machen konnten und wünschst dir alles Gute für deine Arbeit und gutes Durchhalten in all den Krisenregionen, in denen du dich so bewegst.
- 36:47Speaker 0: Daniel, danke dir sehr, dass ich bei dir zu Gast sein durfte.
- 36:49Speaker 0: Dankeschön Das war's leider schon.
- 36:53Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken,
- 36:55Speaker 1: das Gespräch zu Ende.
- 36:57Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!