Latest / ntv Wirtschaft / Enteignungspläne der Linken: Kann Berlin das überhaupt bezahlen?
Transcript
- 0:01Wie soll unser Geld künftig eigentlich aussehen? Beethoven auf dem Geldschein?
- 0:06Oder doch lieber ein Weißstorch?
- 0:09Millionen Menschen können noch heute über die neuen Euro-Scheine abstimmen.
- 0:14Ganz andere Entscheidungen sind am Wochenende in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gefallen.
- 0:19Mit heftigen Folgen für die Parteien und möglicherweise auch für den Immobilienmarkt.
- 0:26Und der Abfüllkorn von Behrensen könnte bald aus demselben Haus kommen wie amerikanischer
- 0:32Whisky. Hallo und herzlich willkommen.
- 0:36In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:41die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:46Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:51Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:55geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:59Fangen wir mit etwas an, das wir fast alle irgendwann in der Hand haben. Bargeld.
- 1:04Die Euroscheine sollen ein neues Gesicht bekommen. Und noch bis heute können
- 1:09die Menschen in Europa mitentscheiden, wie dieses Gesicht aussehen soll.
- 1:13Zwei große Themen stehen zur Wahl. Entweder europäische Kultur,
- 1:18dann könnten zum Beispiel Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci auf den Scheinen landen,
- 1:24oder Flüsse und Vögel, dann sehen wir künftig vielleicht einen Eisvogel oder
- 1:30einen Weißstorch beim Bezahlen.
- 1:33Mehr als neun Millionen Menschen haben sich schon an der Online-Umfrage der
- 1:36Europäischen Zentralbank beteiligt.
- 1:39Aber es geht nicht nur ums Aussehen. Die neuen Scheine sollen schwerer zu fälschen
- 1:43sein, länger halten und für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen besser erkennbar sein.
- 1:49Die endgültige Entscheidung über das Design wird Ende des Jahres getroffen.
- 1:54Und wie es danach weitergeht, das hat uns Nils Gerhardt von der Europäischen
- 1:58Zentralbank schon vor einigen Wochen erklärt. Die Auswahl eines finalen Designs
- 2:02ist ein wichtiger und unerlässlicher Schritt auf dem Weg zu neuen Banknoten.
- 2:05Aber es ist noch nicht der finale Schritt.
- 2:07Danach folgen dann unsere technischen Arbeiten. Wir müssen schauen,
- 2:09okay, funktioniert das, da Sicherheitsmerkmale einzuarbeiten.
- 2:12Wir machen Testproduktion, da machen wir Vollproduktion und am Ende müssen die
- 2:15Banknoten natürlich auch noch ausgegeben werden. Und eine neue Serie bei 358
- 2:20Millionen Europäerinnen und Europäern unterzubringen, ist sehr viel Arbeit.
- 2:23Das wird also noch ein paar Jahre dauern, aber wir nehmen uns die Zeit,
- 2:26damit wir letztendlich mit der Banknote der neuen Serie ein Produkt haben,
- 2:30das allen Anforderungen gerecht wird.
- 2:31Also tatsächlich der aktuelle Neugestellungsprozess ist, wenn man es vergleicht
- 2:35mit wie viel der Banknotendruck allein pro Jahr kostet, nicht so groß.
- 2:40Eine Banknote kostet eine Herstellung so 7 bis 10 Cent und wir lassen jedes
- 2:43Jahr ungefähr 3 Milliarden Stück drucken. Also da kommt schon einiges zusammen.
- 2:48Der Neugestellungsprozess ist tatsächlich dahingehend quasi nicht relevant,
- 2:53wenn es um Kosten geht. Aber uns geht es auch nicht um Kosten bei der ganzen Sache.
- 2:56Uns geht es darum, sichere und gute Banknoten zu haben und das ist es auch wert.
- 3:01In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben die Menschen am Wochenende ebenfalls
- 3:04abgestimmt. Und dort geht es um deutlich mehr als um das Design.
- 3:10Vor allem Mecklenburg-Vorpommern liefert einen Wahlabend, der auch in Berlin
- 3:14noch lange nachheilen dürfte. Die AfD wird stärkste Kraft.
- 3:18Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig landet dahinter.
- 3:23Nach einer bemerkenswerten Aufholjagd.
- 3:26Für die CDU wird es dagegen richtig bitter. Sie scheitert an der 5-Prozent-Hürde
- 3:32und fliegt damit erstmals aus einem deutschen Landesparlament.
- 3:36In Berlin verliert die bisherige Regierungskoalition aus CDU und SPD ebenfalls ihre Mehrheit.
- 3:43Dort gewinnt die Linke deutlich die Wahl.
- 3:46Und damit landet der Druck direkt bei Bundeskanzler Friedrich Merz.
- 3:50Was bedeuten solche politischen Verschiebungen eigentlich für die Börse?
- 3:54Darüber hat unser Börsenreporter Frank Mayer mit Askan Iredi gesprochen.
- 3:59Er ist Leiter des Portfolio-Managements bei der Plutos-Vermögensverwaltung und
- 4:04politisch aktiv in der FDP.
- 4:06Dem DAX ist es eigentlich Schnucke, der reagiert eher auf die Vorgaben.
- 4:09Aber so unter der Oberfläche diskutiert man das natürlich schon auch hier,
- 4:13dass die Mitte weniger wird.
- 4:15So ist das. Dieses Land wird aktuell getragen von Investitionen des Bundes auf Schulden.
- 4:21Das ist noch die gute Nachricht. Die wahre Investitionsbereitschaft wird bestimmt
- 4:24nicht gestärkt dadurch, dass die Ränder vor allem von den Wählern gewählt werden.
- 4:28Also die Ränder ganz links und ganz rechts sind das, was momentan das probate
- 4:33Mittel ist, um diesen Einheitsbrei, den wir seit Jahren haben.
- 4:36Die Große Koalition als Lösung, nein, sie ist das Problem. Deswegen darf auch
- 4:40CDU und SPD keinesfalls mehr so weitermachen.
- 4:43Weil sie stärken nur diejenigen, die alles verändern wollen.
- 4:46Aber sie wollen ja weitermachen, sind ja auf Gedeih und Verderb drauf angewiesen.
- 4:50Sonst würden wir ja wieder neu wählen.
- 4:52Also wortelt man sich durch mit dem üblichen Politikersprech,
- 4:55den eben die Ränder nicht mehr hören können?
- 4:56So ist das. Und das, was Merz gestern gesagt hat, war ja letzten Endes auch
- 5:00ein Weiter-So. Und ich glaube, das ist genau der Fehler.
- 5:03Die CDU muss wieder dahin zurückkehren zu ihren Werten.
- 5:07Die Werte werden nicht vertreten. Und die Wählerinnen und Wähler fühlen sich letztlich verkauft.
- 5:11Gleichzeitig ist es auch so, dass die SPD ja auch nicht gestärkt wird mit der
- 5:14kleinen Ausnahme jetzt Mecklenburg-Vorpommern.
- 5:17Das hat aber einen anderen Grund. Und ich glaube, dass man da auch sieht,
- 5:20dass man dann lieber ganz starke Thesen auf der ganz linken Seite haben möchte.
- 5:23Die Börse hört es nicht gerne, weil es geht um Verstaatlichung,
- 5:26wenn die Linken in Berlin antreten werden. Also so kann es halt eben auch nicht sein.
- 5:32Bezahlbaren Wohnraum zu finden, das gehört in Berlin ja inzwischen für viele
- 5:36fast schon zur Lebensaufgabe.
- 5:38Und mit dem Wahlsieg der Linken rückt eine alte Debatte wieder ganz nach vorne.
- 5:43Die Vergesellschaftung großer Wohnkonzerne.
- 5:47Die Idee ist nicht neu. Schon 2021 sprach sich bei einem Volksentscheid eine
- 5:52Mehrheit dafür aus, große private Wohnungsgesellschaften mit mehr als 3000 Wohnungen
- 5:58in Berlin zu vergesellschaften.
- 6:00Die Linke unterstützt diese Forderung und machte das Thema auch im Wahlkampf zu einem Schwerpunkt.
- 6:06Für Immobilienkonzerne wie
- 6:08Vonovia hängt damit weiter ein politisches Damoklesschwert über Berlin.
- 6:13Börsenreporter Frank Mayer dazu mit den Einzelheiten.
- 6:17Über der Vonovia-Aktie schwebt seit Jahren schon das Damoklesschwert der Enteignung.
- 6:21Pardon, das nennt man ja Vergesellschaftung.
- 6:24Aber zwischen Enteignung und Vergesellschaftung gibt es rechtlich große Unterschiede.
- 6:29Fakt ist allerdings, die Aktie hat dieses Jahr 28 Prozent verloren.
- 6:33Das Wohnungsproblem in Berlin ist eklatant. Die Linke haben dadurch auch gewonnen.
- 6:37Vonovia aber selbst zieht sich als Teil der Lösung.
- 6:42Man baut ja gerade 1.000 neue Wohnungen und hat seit 2013 6.000 neue Wohnungen
- 6:47gebaut. Also ein Tropfen auf den heißen Stein.
- 6:50Wer hat eigentlich damals diesen Wohnungsbestand, sprich die GSW und 65.000
- 6:56Wohnungen verschleudert beziehungsweise verkauft für 405 Millionen Euro?
- 7:02Da hat man auch die Schulden noch losbekommen von 1,7 Milliarden.
- 7:05Das Geld ist verfrühstückt. Zugestimmt haben die SPD, die PDS und auch die Stimme der CDU mit dabei.
- 7:13Damals kostete übrigens eine Wohnung 32.000 Euro, heute ein Vielfaches.
- 7:18Es geht insgesamt um 220.000 Wohnungen. Die Frage ist, was sind die wert?
- 7:23Schätzungen gehen von 8 bis 18 Milliarden Euro aus. Man ist aber auch schon
- 7:28bei 30 Milliarden in anderen Berechnungen.
- 7:31Der Rechnungshof hat mal 42 Milliarden Euro genannt.
- 7:35Nun ist die Frage, woher nimmt man das Geld, um diese Wohnungen in den eigenen Bestand zu nehmen?
- 7:41Die Kasse ist ja chronisch leer und wenn man das dann gemacht hat und das Geld los ist,
- 7:47hat man dann eigentlich eine einzige
- 7:49neue Wohnung gebaut und damit das Wohnungsproblem in Berlin entschärft.
- 7:53Vom großen Streit um Eigentum zu einem sehr konkreten Eigentümerwechsel.
- 7:59Und der betrifft eine Marke, die wahrscheinlich viele kennen, Behrenzen Apfelkorn.
- 8:04Genau dieser Traditionshersteller könnte bald einem amerikanischen Whisky-Riesen gehören.
- 8:10Der US-Konzern Cesarac will die Behrenzen-Gruppe übernehmen.
- 8:14Er bietet 5,55 Euro je Aktie.
- 8:18Der Vorstand von Behrenzen unterstützt das Angebot und spricht von einer hervorragenden Chance.
- 8:24Und die kommt für das Unternehmen durchaus zu einem wichtigen Zeitpunkt.
- 8:28Behrenzen kämpft mit einer schwachen Nachfrage nach Hochprozentigem.
- 8:32Der Umsatz ist zuletzt gesunken, der Betriebsgewinn sogar sehr deutlich eingebrochen.
- 8:38Für Verbraucher dürfte sich also zunächst vor allem eines ändern.
- 8:42Hinter bekannten Namen wie Behrensen, Dornkart oder Bommerlunder könnte künftig
- 8:47ein amerikanischer Eigentümer stehen.
- 8:50Wenn genügend Aktionäre mitmachen, soll die Übernahme noch in diesem Jahr abgeschlossen sein.
- 8:56Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den
- 9:00Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV.
- 9:03In der App, im TV oder hier im Podcast.