Latest / Gin And Talk / Magdalena Rogl über Emotionen, Diversität und Mitgefühl
Transcript
- 0:00Speaker 0: Und ich hatte immer das Gefühl, wenn die alle erfahren, dass ich eigentlich nur Kinderpflegerin bin.
- 0:05Speaker 0: Was ein wahnsinnig wertvoller Beruf ist und heute bin ich unglaublich dankbar für die Ausbildung.
- 0:10Speaker 0: Aber damals hatte ich immer das Gefühle, wenn sie alle wüssten.
- 0:13Speaker 0: Und bestimmt finden die das alle bald raus?
- 0:15Speaker 0: Und oh Gott!
- 0:15Speaker 0: Wenn die das dann alle wissen ... Ich hab auch oft in klassischen Kaffee-Küchengesprächen, wo es darum ging, Unis Stories und so weiter, habe ich versucht mich rauszuziehen und das Thema zu wechseln oder so, weil's mir ganz unangenehm war.
- 0:29Speaker 0: Ich glaube, das ist wichtig ein Bewusstsein dafür zu schaffen.
- 0:32Speaker 0: Dass eine Arbeit mir nicht meine Lebenserfüllung geben muss.
- 0:35Speaker 0: und ich finde es ganz schwierig auch dieser Spruch.
- 0:37Speaker 0: Finde einen Job den du liebst und du wirst nie mehr arbeiten müssen.
- 0:40Speaker 0: Nee sorry!
- 0:41Speaker 0: Das ist halt nicht die Realität für ganz viele Menschen und Es ist ein Privileg wenn man in einem Job arbeiten kann der einem großen Spaß macht.
- 0:48Speaker 0: Es is'n Privilegg im Job zu arbeiten der einem Erfüllungen gibt aber realistisch gesehen ist das nur ein kleiner Teil der Arbeitswelt, die so funktioniert und ein großer Teil funktioniert anders.
- 1:00Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 1:01Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürk und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Genetalk begrüßen zu dürfen.
- 1:07Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Magdalena Rogel.
- 1:09Speaker 1: Sie ist Expertin für Diversität und Inklusion und kümmert sich um diese Themen derzeit bei Microsoft in Deutschland.
- 1:16Speaker 1: In ihrem Buch Mitgefühl schreibt sie darüber, warum Emotionen gerade auch im Job so wichtig sind und macht deutlich dass es völlig in Ordnung ist diese auch offen zu zeigen.
- 1:25Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen wie sie es geschafft hat die Sprache ihrer eigenen Emotion zu finden und wie schweres für sie war diese dann auch an ihrem Alltag offen zu zeigen.
- 1:34Speaker 1: Wir haben außerdem über ihre Erfahrungen mit dem Imposter-Syndrom gesprochen und haben gemeinsam überlegt, wie wir gesellschaftlich zu einer authentischeren und wertschätzenderen Kommunikationskultur kommen könnten.
- 1:47Speaker 1: Bevor wir aber gleich in das Gespräch starten noch eine Bitte!
- 1:50Speaker 1: Wenn dir Genintalk gefällt folge uns bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst – hinterlass uns eine Bewertung.
- 1:59Speaker 1: Viele unserer Gespräche, inklusive diesem hier mit Magdalena Ruhgel findest du auch auf YouTube unter Gin & Talk als komplette Video-Version.
- 2:08Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören?
- 2:10Speaker 1: Schön dass ihr alle wieder dabei seid!
- 2:30Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück
- 2:33Speaker 1: und tauche
- 2:33Speaker 0: ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:37Speaker 1: unserer Studio-Bar.
- 2:46Speaker 1: Liebe Lena ich freue mich sehr dass du heute bei uns hier an der Bar bist damit wir ein bisschen über Empathie über Mitgefühl und über dein Buch sprechen können.
- 2:54Speaker 1: herzlich willkommen!
- 2:55Speaker 0: Danke für die Einladung freu mich sehr und danke auch für den leckeren alkoholfreien Gin Tonic
- 3:00Speaker 1: Sehr gerne.
- 3:01Speaker 1: Ich habe vorhin mal versucht zu rekonstruieren wie lange wir uns eigentlich schon kennen Und dann erschrocken festgestellt, dass wir ganz verpasst haben letztes Jahr unser zehnjähriges zu feiern.
- 3:11Speaker 1: Wie
- 3:12Speaker 0: schön!
- 3:13Speaker 0: Wahnsinn!
- 3:15Speaker 1: Einiges passiert seitdem in deinem Leben, in meinem Leben.
- 3:19Speaker 1: Du warst damals glaube ich noch bei Fokus im Social Media Team oder im Community Management Team und dann ging es irgendwann weiter zu Microsoft wo du auch heute noch bist und dich um die Themen Diversity und Inclusion kümmerst.
- 3:34Speaker 1: für diejenigen, die uns jetzt zuhören und sich gar nicht vorstellen können was man da so den ganzen tag macht.
- 3:40Speaker 1: Magst du mal kurz irgendwie versuchen zu erklären?
- 3:42Speaker 1: Was du in dieser rolle eigentlich für Aufgaben hast.
- 3:45Speaker 0: ja total gerne und die betonung liegt auf versuchen tatsächlich weil es immer ganz schwierig ist diese rolle so zu beschreiben in einem satz weil's natürlich nicht ein tag gibt der aussieht wie der andere.
- 3:55Speaker 0: das ist aber auch tatsächlich das spannende an der rolle dass die in sich quasi divers ist was die aufgaben betrifft.
- 4:01Speaker 0: Ich bin eben verantwortlich für Vielfalt und für Inklusion, für Microsoft Deutschland im ganzen Unternehmen.
- 4:07Speaker 0: Tatsächlich auch nicht nur intern sondern natürlich mit vielen Punkten draußen nach
- 4:11Speaker 0: extern.".
- 4:12Speaker 0: Da geht es zum Beispiel in unsere gesellschaftliche Verantwortung als Unternehmen, wie wir die wahrnehmen und wie wir da vielleicht auch mit anderen Organisationen zusammenarbeiten.
- 4:20Speaker 0: Dann geht's natürlich viel darum, wie unsere Technologien auch eingesetzt werden um eben für mehr Inklusion zu sorgen und eben auch digitale Innovationen innovativer zu machen durch diversere Teams.
- 4:33Speaker 0: Und da kommen wir dann natürlich zu dem internen Punkt.
- 4:35Speaker 0: Für uns geht es ganz stark darum, einerseits Menschen für uns als Unternehmen zu begeistern die eben auch diese Diversität mitbringen in allen Aspekten.
- 4:43Speaker 0: In Deutschland spricht man ja viel über Genderdiversität aber das ist wirklich sehr einseitig dieser Fokus weil Diversitäts so viele spannende Aspekte hat.
- 4:52Speaker 0: Genau darum geht's natürlich für uns diese Teams aufzubauen.
- 4:55Speaker 0: und da ist der Knackpunkt und das ist mir auch immer ganz wichtig Diversität an sich auch so, als was ganz Tolles und Wunderbares und bunte Regenbogenwelt sehen.
- 5:05Speaker 0: Für mich ist klar, je mehr Diversitet wir haben, desto mehr Inklusion müssen wir
- 5:09Speaker 0: machen.".
- 5:11Speaker 0: Ich glaube, das ist ganz gut vorstellbar.
- 5:13Speaker 0: Wenn es eben ein Team gibt mit ganz vielen unterschiedlichen Menschen dann müssen wir auch dafür sorgen wie schaffen wir auch wieder Gemeinsamkeit?
- 5:18Speaker 0: Wie schaffen wir es auch diese unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen, wertzuschätzen und dann eben auch zu nutzen.
- 5:25Speaker 0: Und das braucht eben auch viel Fingerspitzengefühl Feingefühl.
- 5:28Speaker 0: da bin ich eben auch viele intern mit eingebunden Mit unseren Communities die wir haben Workshops die Wir haben Management Community wo wir eben auch gucken was machen wir an Weiterbildungen an Trainings um da eben immer weiterzuwachsen und auch weiter voneinander zu lernen.
- 5:44Speaker 1: Jetzt machst du ja was, was für Menschen gerade in diesem Land so ein bisschen verrückt ist, nämlich Emotionen offen zu zeigen ... Wo wir uns ja irgendwie grade hierzulande wirklich irgendwie noch sehr schwer tun?
- 5:58Speaker 1: Gab's bei dir denn einen Schlüsselmoment wo du gesagt hast mir doch egal warum soll ich die ganze Zeit mit einer Fassade von mir rumlaufen oder war das schon immer so in dir drin dass du da sehr offen warst.
- 6:10Speaker 0: Ich glaube, das ist so phasenweise gewesen.
- 6:12Speaker 0: Grundsätzlich bin ich ein sehr emotionaler Mensch und ... Das war ich schon immer.
- 6:17Speaker 0: Ich hab ja eine Karriere vor meiner jetzigen Karrierei wie du weißt.
- 6:22Speaker 0: Ich bin ursprünglich gelernte Kinderpflegerin Und das ist natürlich ein Beruf, in dem Emotionen sehr gefragt sind.
- 6:28Speaker 0: Also da geht es gar nicht ohne Emotionalität und Empathie.
- 6:31Speaker 0: die Arbeit mit anderen Menschen alle soziale Berufe sind sehr, sehr gefragt eben auch in den emotionalen Kompetenzen.
- 6:38Speaker 0: Dann habe ich aber mit Mitte zwanzig einen Quereinstieg gemacht und ich sage immer in die Büroarbeitswelt in Anführungsstrichen also eine ganz andere Arbeitswelt als die in der ich sozialisiert war.
- 6:49Speaker 0: Ich hab für mich das Gefühl gehabt hier ... läuft das alles ganz anders.
- 6:54Speaker 0: Hier darf man nicht emotional sein, hier darf man über Gefühle sprechen.
- 6:57Speaker 0: also habe ich versucht die total auszugrenzen.
- 7:01Speaker 0: Überraschenderweise hat das natürlich nicht so gut funktioniert, weil wir alle Menschen sind emotional.
- 7:06Speaker 0: Manche stärker ausgeprägt, manche weniger und ich hab gemerkt dass bei mir ganz viel Lebensfreude verloren gegangen ist aber auch ganz viel Energie die ich eigentlich hätte mit in die Arbeit bringen können.
- 7:16Speaker 0: Weil Emotionen helfen uns ja auch dabei zu begeistern für Dinge und eben auch uns starken Projekte einzubringen.
- 7:24Speaker 0: Und das hat nicht mehr funktioniert.
- 7:27Speaker 0: Das hab ich aber trotzdem einige Jahre gemacht, weil ich in der Situation tatsächlich dachte das liegt an mir.
- 7:33Speaker 0: Weil ich habe kein Abitur, ich hab nicht studiert vielleicht bin ich einfach falsch in dieser Arbeitswelt.
- 7:37Speaker 0: es war dann viel auch mit Imposter-Syndrom verbunden bei mir da sich dachte ne diese Emotionalität die muss ich weghalten.
- 7:45Speaker 0: Ich hab dann vor ... mehr als sieben Jahren jetzt zu Microsoft gewechselt und habe mich das erste Mal in so einer Unternehmenskultur wiedergefunden, wo ich das Gefühl hatte, es wird total gewertschätzt.
- 7:56Speaker 0: Es wird gewerkschätzt, dass ich anders bin.
- 7:59Speaker 0: also meine eigene Diversität auch die Bildungsdiversität, die ich eben mitbringe wurde gewertschätz.
- 8:04Speaker 0: Und ich hatte das Gefühl, ich werde so als Person, als Mensch gesehen und hatte für mich deshalb dann das erste mal das Gefühl ah!
- 8:10Speaker 0: Ich kann wieder so sein wie ich bin und ich kann wirklich wieder atmen im wahrsten Sinne des Wortes.
- 8:15Speaker 0: Und ähm... Ich war dann im Rahmen von Microsoft bei einem Workshop in den USA.
- 8:21Speaker 0: Das fand ich ganz toll und spannend, weil da ging es sehr viel um Persönlichkeit.
- 8:25Speaker 0: Die Aufgabe in dem Workshop war ein eigenes Visionstatement für sich selbst zu entwickeln.
- 8:29Speaker 0: Mir hat das total viel Spaß gemacht, weil's eben wieder so viel persönliche menschliche Arbeit war.
- 8:34Speaker 0: Und mich war auch ganz stolz, dass ich das für mich so geschafft hab, dieses Statement zu entwickeln.
- 8:39Speaker 0: War so ganz beflügelt bin ich aus diesem Workshop rausgekommen.
- 8:44Speaker 0: Dann genau in diesem Moment kam eine jüngere ... Kollegen auf mich zu und meinte, du Lena ich finde du bist viel zu emotional.
- 8:50Speaker 0: Und das untergräbt deine Autorität.
- 8:54Speaker 0: Ich glaube dass hätte mich so getroffen.
- 8:57Speaker 0: in dem Moment hat es mich noch mal extra stark getroffen weil ich gerade das Gefühl hatte ich bin wieder bei mir.
- 9:04Speaker 0: Ich glaube, das war für mich tatsächlich so ein Schlüsselmoment.
- 9:07Speaker 0: Ein großer SchlüsselMoment um über das Thema Emotionalität in der Arbeitswelt noch mal sehr viel reflektiert und auch bewusst danach zu denken.
- 9:15Speaker 0: Davor war es eher mein eigenes Gefühl – ich habe da viel mit mir selbst ausgemacht!
- 9:19Speaker 0: Ab dem Zeitpunkt habe ich dann aber auf wirklich viel dazu recherchiert, ganz viel dazu gelesen.
- 9:24Speaker 0: Ganz viel mich ausgetauscht mit Expertinnen.
- 9:26Speaker 0: Ich kann mich erinnern, South by Southwest du warst auch dabei damals als Brainy Brown Kinotspeakerin und ich sie das erste Mal live gesehen hat und sie ist ja eine Ikone in der Wissenschaft, aber eben auch als Autorin für genau diese Themen Wahnsinnig begeistert.
- 9:44Speaker 0: und je mehr ich mich reingelesen habe, desto mehr ist mir eben bewusst geworden dass es nichts was an mir falsch ist ganz im Gegenteil sondern das ist etwas was in unserer Arbeitswelt an dieser Büroarbeitswelt falsch ist.
- 9:54Speaker 0: Und uns geht ganz viel Potenzial dadurch verloren dass wir diese Emotionalität nicht nutzen Und deshalb hab ich mir das dann zum Ziel gesetzt, es zu ändern.
- 10:03Speaker 0: Letzten Endes ist jetzt auch ein Buch daraus entstanden und das hat mir sehr viel Spaß gemacht im Laufe dieses Buchprozesses noch mal ganz viel dazu zu schreiben, zu recherchieren und ja eben nochmal mehr Klarheit zu haben, dass das absolut die Zukunft für unsere Arbeitswelt sein muss.
- 10:19Speaker 0: Jetzt
- 10:19Speaker 1: kommen wir beide aus so einer Generation in der wir relativ deutlich wohl ... also kann von mir sprechen... Du vermutlich auch recht deutlich gesellschaftlich vermittelt bekommen haben.
- 10:32Speaker 1: Man sollte irgendwie Abitur machen, man sollte irgendwie auf die Uni gehen.
- 10:37Speaker 1: Auch so eine Generation wo unsere Elterngeneration glaube ich in vielen Punkten aus vielen Gründen über viele Ziele hinaus geschossen ist ums mal nett zu formulieren.
- 10:52Speaker 1: aber Wir sind beide glaube ich ein gutes Beispiel dafür, dass man das alles nicht braucht.
- 10:57Speaker 1: Wir haben da glaube ich beiden ähnlichen Bildungshintergrund.
- 11:00Speaker 1: sagen wir es mal so Glaubst du denn?
- 11:02Speaker 1: Dass sich das sonst stückweit verändert hat also dass wir heute auch gerade Du hast auch Kinder Gerade die jetzt nachkommen die jungen Generationen dass die da wieder ein bisschen freier von diesem Von diesen zwangen sind irgendwie Abitur Uni und möglichst eine akademische Laufbahn Dann bestenfalls in einem Bürojob zu landen.
- 11:26Speaker 1: Ich habe vor kurzem im Gespräch gesagt, wenn ich heute nochmal mit dem Wissen von heute irgendwie noch mal anfangen würde dann würde ich glaube ich mittlere Reife machen und eine Schreinerlehre anfangen.
- 11:40Speaker 1: Glaubst du das ist heute wieder ein bisschen zwangloser?
- 11:44Speaker 0: Ja und nein, ich glaube tatsächlich hat sich schon einiges verändert.
- 11:49Speaker 0: Trotzdem wenn wir realistisch uns anschauen wie die Statistiken auch aussehen ist immer noch einen sehr starker Druck auf Abitur- und Hochschulstudium.
- 11:59Speaker 0: Wenn wir uns aber auf der anderen Seite anschauen, wie eben auch die Erfolgschancen dann sind.
- 12:04Speaker 0: Dann ist es tatsächlich so, wie du sagst, dass die Ausbildungsberufe ja sehr viel gefragt da sind und auch sehr viel mehr langfristig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
- 12:14Speaker 0: Ich glaube das Wichtige ist zu verstehen, dass es eigentlich keine so große Bedeutung hat welchen Abschluss wir haben sondern dass es eben vielmehr darum geht was wir fähig sind zu lernen weiterentwickeln, weil Bildung ist ja nichts was aufhört wenn ich meinen Abschluss habe.
- 12:31Speaker 0: Ganz im Gegenteil!
- 12:32Speaker 0: Ich glaube wir beide auch wenn wir noch nicht so alt sind aber ich glaube wie beide können sagen das was danach passiert ist das war das was wirklich Bildung war und ich hab in meinem Job so wahnsinnig viel gelernt und alles was ich jetzt tue habe ich quasi auf dem Beruf gelernt und ich glaube dieses Bewusstsein ist so wichtig für Eltern aber auch für uns gesellschaftlich.
- 12:51Speaker 0: Was natürlich nicht heißt dass wir keine Schulbildung brauchen ganz im gegenteil bessere Schulbildung, als wir es im Moment haben.
- 12:58Speaker 0: Weil die Schulbildung uns eigentlich nicht auf diese Realität und auf diese Arbeitswelt, auf diese Gesellschaft vorbereitet in der wir lernfähig sein müssen und bleiben müssen.
- 13:07Speaker 0: Und am interessantesten finde ich dabei immer die Statistik vom World Economic Forum, die mittlerweile wahrscheinlich auch gar nicht mehr so aktuell ist weil sie ein paar Jahre her ist aber besagt das sixty-fünf Prozent der heutigen SchülerInnen in Berufen arbeiten, die es heute noch nicht gibt Und das zeigt es ja so deutlich.
- 13:23Speaker 0: Mehr als die Hälfte einer Klasse wird Berufe haben, die wir jetzt noch nicht kennen und diese Veränderung wird sich noch potenzieren weil natürlich immer mehr Berufsfelder entstehen und die Veränderungen auch immer schneller ist.
- 13:36Speaker 0: Das ist das Wichtige dass wir unsere Kinder darauf vorbereiten aber dass wir uns selbst darauf vorbereiteten weil wir sind ja auch ein Teil davon du und ich Wir wussten vor zehn Jahren noch nicht als wir uns damals anscheinend kennengelernt haben wo und wie wir jetzt arbeiten werden Und so wird sich das natürlich auch noch weiter verändern.
- 13:54Speaker 0: Ich glaube, es gibt einen positiven Trend aber ich glaube wir müssen ein Bewusstsein dafür haben dass wir alle Teil dieser Veränderungen sein müssen egal ob wir Kinder haben oder ob wir Eltern sind.
- 14:05Speaker 0: Aber es geht ja um die Zukunft unserer Gesellschaft.
- 14:07Speaker 1: Ich finde auch immer Lernen hat ja viel mit ausprobieren zu tun Und für Ausprobieren ist in unserem Schulsystem, in unserem Bildungssystem irgendwie immer so wenig Platz.
- 14:17Speaker 1: Weil man muss rund um die Uhr irgendwie lernen, um irgendwie die Noten hinzubekommen und da sich in irgendwelchen Sachen engagieren.
- 14:26Speaker 1: Man kommt eigentlich gar nicht dazu mal ganz verrückte Dinge auszuprobieren.
- 14:31Speaker 1: Hätte ich das damals nicht mit drei, zehn, vierzehn angefangen einfach ein paar Dinge zu tun?
- 14:38Speaker 1: würde ich heute glaube nicht machen, was ich heute tue.
- 14:40Speaker 1: Sollten wir da auch ein bisschen mehr Raum gerade in unser Bildungssystem einbauen um solche Räume zu schaffen?
- 14:48Speaker 1: Um Dinge auszuprobieren und einfach mal etwas ganz anderes zu machen, das erstmal gar nichts mit dem Lehrplan zum Beispiel zu tun hat.
- 14:54Speaker 0: Ja auf jeden Fall!
- 14:55Speaker 0: Ich glaub es ist ein ganz wichtiger Punkt wirklich dieses Ausprobieren auch sich selbst auszuprobieren, weil ich glaube gerade bei Kindern ist das ganz wichtig.
- 15:03Speaker 0: Auch in der Persönlichkeitsentwicklung mal ganz unterschiedliche Dinge auszubrobieren und vielleicht nicht nur das was ich aus meinem Umfeld kenne oder das was Ich vielleicht auch meine als als Erwartung irgendwie erfüllen zu müssen da sind natürlich auch viele gesellschaftliche Erwartungen Da sind wir dann auch schnell leider beim Gender Thema Und deshalb glaube ich tatsächlich dieses Ausprobieren wäre ganz wichtig!
- 15:22Speaker 0: Ich habe es für mich gelernt um Dinge auszubrobieren Dinge zu tun von denen ich dachte mit denen hab ich gar nichts am Hut war ganz wichtig, tatsächlich nämlich ein kleiner Fun Fact.
- 15:32Speaker 0: Ich habe bis ich Anfang zwanzig war bei allen Digital-Sachen immer meine Schwester angerufen und wenn irgendwas mit meinem Computer war, wenn es nur irgendwie ging dass ich nicht drucken konnte wie gesagt Laura kannst du mir helfen?
- 15:43Speaker 0: Heute arbeite ich in einem der weltgrößten Digitalkonzernen.
- 15:47Speaker 0: Ich hätte mir das nie vorstellen können, dass ich irgendwann mal was mit diesem Thema zu tun habe.
- 15:51Speaker 0: Aber für mich war es auch so, weil ich's ausgeschlossen hatte.
- 15:54Speaker 0: Weil ich dachte, das ist nichts, was zu mir passt und deshalb denke ich dieses Ausprobieren ist etwas ganz Wichtiges um einfach auch mal zu gucken wie fühlt sich das an?
- 16:01Speaker 0: Und wie interessant ist das?
- 16:03Speaker 0: Ich glaube, es gibt sehr spannende Projekte in Schulen schon die das umsetzen.
- 16:07Speaker 0: Mittlerweile gibt's ja hier in Bayern auch die Pflichtpraktika.
- 16:10Speaker 0: ich glaube so was könnte man noch viel mehr ausweiten.
- 16:13Speaker 0: aber eben auch Leute die an Schulen kommen du weißt jetzt zum Beispiel dass ich auch aktiv bin bei German Dream eine Bildungsinitiative.
- 16:20Speaker 0: die gehen ganz aktiv in Schulen rein mit Leuten eben aus ganz vielen unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft aus Politik aus Wirtschaft um einfach mit Schülerinnen zu sprechen und mal zu sagen, das war mein Weg.
- 16:32Speaker 0: Das hab ich gelernt.
- 16:33Speaker 0: Und vor allem in den Dialog zu gehen.
- 16:35Speaker 0: Das find ich so wichtig!
- 16:36Speaker 0: Weil wir aktuell immer noch den Kindern, den SchülerInnen sagen was sie tun sollen, wie sie's machen sollen aber was wir gar nicht nutzen ist von ihnen zu lernen.
- 16:46Speaker 0: Ich glaube da geht uns ganz viel Potenzial verloren weil es ja so spannend ist wenn ich aus diesen Wertedialogen gehe die ich damit German Dream machen kann immer so beflügelt raus viel über diese Generation lerne und auch einfach immer mit so einem ganz, ganz positiven Gefühl dann danach in die Zukunft blicken.
- 17:04Speaker 1: Du hast das vorhin schon angesprochen du hast ein Buch geschrieben Mitgefühl.
- 17:08Speaker 1: Du gehst in den Buch auch ganz intensiv auf das Thema dass du vorhin auch schon angesprachen hast im Poster-Syndrom ein.
- 17:17Speaker 1: wenn uns jetzt jemand zuhört der noch nie davon gehört hat und sich denkt, was reden die denn da eigentlich?
- 17:24Speaker 1: Magst du mal ganz kurz erklären wie sich das äußert und wie auch Du festgestellt hast dass bei Dir auftritt.
- 17:31Speaker 0: Ja sehr gern!
- 17:32Speaker 0: Mittlerweile ist es für mich tatsächlich so mein ständiger Begleiter geworden und es war auch wichtig das für mich glaube ich so zu wahrzunehmen und auch zu akzeptieren.
- 17:42Speaker 0: Also das Imposter-Syndrom, auf Deutsch übersetzt heißt es HochstablerInnensyndrom und das beschreibt eigentlich kein Symptom.
- 17:50Speaker 0: Psychologisch gesehen, aber es schreibt das Phänomen, dass wir uns eben in bestimmten Situationen oder manchmal auch dauerhaft als Hochstapler oder Hochstaplerin fühlen.
- 17:59Speaker 0: Und ich hatte dieses Gefühl schon bevor ich wusste, dass es das als Phänomin oder als Begriff gibt ... Und ich hatte das sicher schon in vielen Situationen davor, aber besonders stark habe ich es wahrgenommen, als ich diesen Quereinstieg gemacht hab.
- 18:13Speaker 0: Weil ich in einer anderen Arbeitswelt plötzlich war, weil ich, wie wir besprochen haben, kein Abitur oder Studium hab und alle anderen um mich hatten das ... Ich hatte immer das Gefühl, wenn die alle erfahren, dass ich eigentlich nur Kinderpflegerin bin, was ein wahnsinnig wertvoller Beruf ist!
- 18:28Speaker 0: Heute bin ich unglaublich dankbar für die Ausbildung.
- 18:32Speaker 0: Aber damals hatte ich immer das Gefühle Gott, wenn sie alle wüssten.
- 18:35Speaker 0: Und bestimmt finden die das alle bald raus.
- 18:37Speaker 0: und oh Gott, wenn die das dann alle wissen.
- 18:39Speaker 0: Ich hab auch oft in klassischen Kaffeeküchengesprächen, wo es darum ging, Uni-Stories zu ziehen und das Thema zu wechseln oder so, weil's mir ganz unangenehm war.
- 18:51Speaker 0: Und mittlerweile weiß ich, dass ganz viele Menschen dieses Gefühl haben.
- 18:56Speaker 0: Auch sehr viele sehr erfolgreiche Menschen von denen man eigentlich denkt hey du hast es doch geschafft.
- 19:01Speaker 0: und das ist aber vor allem auch nichts Schlimmes.
- 19:03Speaker 0: Das hat oft zu tun mit so einer inneren kritischen Stimme die uns ja alle begleitet.
- 19:08Speaker 0: bewusst oder unbewusst haben wir immer in uns drin eine Stimme, die sagt was wir alles falsch machen und was nicht funktioniert.
- 19:14Speaker 0: und das kann natürlich nochmal ein bisschen potenzieren.
- 19:18Speaker 0: Für mich war ganz wichtig zu lernen, dass das nichts ist gegen das ich ankämpfen kann oder muss.
- 19:26Speaker 0: Weil das macht's nur schlimmer wenn ich dann die ganze Zeit versuche irgendwie gegen mich selbst anzukämpfen.
- 19:31Speaker 0: Ich habe für mich gelernt, dass die beste Lösung war zu sagen ich akzeptiere es und ich nehme so sage ich das mittlerweile ganz lieb bevor.
- 19:37Speaker 0: ich nehme das Imposter an der Hand und es begleitet mich.
- 19:40Speaker 0: Das ist dabei Und ich muss mich immer ein bisschen drum kümmern damit es nicht zu groß wird und damit sichs nicht aufregt.
- 19:46Speaker 0: aber das isso Ich sehe mittlerweile auch ein paar positive Seiten, weil es mir immer hilft, am Boden zu bleiben in vielen Situationen.
- 19:55Speaker 0: Aber weil's mir auch hilft, mich zu reflektieren und mich auch immer wieder daran zu erinnern, gibt es jetzt wirklich einen Grund, Angst zu haben?
- 20:02Speaker 0: oder woher kommt diese Angst grad?
- 20:04Speaker 0: Was verunsichert mich grade!
- 20:05Speaker 0: Und das erinnert mich dann eben auch an meine eigene Emotionalität und hilft mir dann auch, einen sinnvollen Umgang damit zu
- 20:13Speaker 0: finden.".
- 20:14Speaker 1: Du schreibst über ... Mitgefühl, du schreibst über Empathie.
- 20:19Speaker 1: Empathiekann ja aber auch ab einem gewissen Grad durchaus zu einer Belastung werden.
- 20:25Speaker 1: also wenn man sich die ganze Zeit und ich kenne das ganz gut.
- 20:31Speaker 1: Wenn man sich diese ganze Zeit irgendwie versucht in das Gegenüber auch einzufühlen einzudenken kann es auch anstrengend werden und kann es belastet werden.
- 20:41Speaker 1: wo ziehst du denn da die Grenze, wo du merkst jetzt muss ich mich irgendwie auch mal rausziehen.
- 20:46Speaker 1: Jetzt muss ich irgendwie auch einmal Stopp sagen und auch mal ein Stück weit an mich denken dann in der
- 20:52Speaker 1: Situation.".
- 20:53Speaker 0: Ja, das ist spannend, dass du es ansprichst.
- 20:54Speaker 0: Weil ich auch im Recherche-Prozess zum Buch noch mal ganz viel über Empathie gelernt habe und dass es tatsächlich in der Psychologie ganz unterschiedliche Arten von Empathiek gibt.
- 21:04Speaker 0: Und eben was du beschreibst, ist diese sehr emotionale EmpathIE die dann uns auch tatsächlich lernen kann.
- 21:10Speaker 0: Wenn wir ständig alle Gefühle von allen aufnehmen und uns ständig verantwortlich dafür fühlen Dann sind wir nicht mehr arbeitsfähig, dann sind wir auch ehrlich gesagt nicht lebensfähig.
- 21:20Speaker 0: Das hat es gar nicht nur auf die Arbeitswelt begonnen.
- 21:23Speaker 0: Und ich glaube, was das Ziel ist vor allem in der Arbeitswelt es eine intelligente Empathie zu entwickeln.
- 21:29Speaker 0: Also das wahrzunehmen aber dann auch zu reflektieren okay Kann ich was daran ändern?
- 21:34Speaker 0: Hat das jetzt auch etwas mit meiner Situation, dieser Situation hier zu tun?
- 21:38Speaker 0: und vor allem wie kann ich die andere Person dazu befähigen, was zu ändern.
- 21:41Speaker 0: Weil das ist ein ganz wichtiger Punkt und es interessant, weil für mich immer der Link zu meiner alten Arbeitswelt so pädagogik war, dass der Grundsatz von Maria Montessori ist, hilft mir selbst zu tun.
- 21:51Speaker 0: Und ich glaube, das ist eigentlich ein ganz wichtiges Leadership-Skill, was wir haben sollten.
- 21:57Speaker 0: Was eben dann auch mit Empathie einhergeht.
- 21:59Speaker 0: also es geht nicht darum, damit die sich gut fühlen, sondern es geht darum das wahrzunehmen und dann eben dem gegenüber den Mitarbeitenden, den KollegInnen zu helfen vielleicht eine Situation zu verändern.
- 22:13Speaker 0: Und dass ist eben diese intelligente Empathie, die ganz wichtig ist aber sie braucht auch Training weil gerade Menschen wie du und ich würde uns da jetzt beide mit einschließen Wie ja vielleicht eher darauf gepult sind, wirklich so eine emotionale Empathie zu haben.
- 22:27Speaker 0: Die auch oft berechtigt ist vor allem wenn es um sehr private persönliche Kontakte geht die eigenen Kinder oder Eltern, enge Familie.
- 22:35Speaker 0: aber ich glaube es ist wichtig eben diesen Schritt zur intelligenten Empathies zu finden damit man wirklich handlungsfähig ist und dass diese Empathy ein auch weiterbringt und weiterführt.
- 22:46Speaker 1: Wir haben ja in ganz vielen großen Unternehmen noch so ein paar von diesen, ich nenn sie mal Leadership-Dinosauriern.
- 22:54Speaker 1: Die von Empathie erst einmal nicht so viel verstehen um es mal vorsichtig zu sagen also Menschen die vor allem dadurch in ihre Position gekommen sind dass ihr durch Rücksichtslosigkeit und durch nach unten treten und all diese unschönen Dinge dorthin gekommen sind, wo sie heute vielleicht noch sind.
- 23:17Speaker 1: Wie schaffen wir denn da wirklich auch eine nachhaltige Veränderung?
- 23:21Speaker 1: Dass wir am Ende eben solche Verhaltensweisen nicht wieder fördern – auch wenn Sie vielleicht aus irgendwelchen Abstrusen Gründen kurzfristig zu besseren Ergebnissen führen mögen, also gerade wenn man im Hinblick auf rein die Zahlen vielleicht hier und da schaut.
- 23:40Speaker 1: Aber dass man da auch wirklich in Unternehmen etabliert das, auch wenn der empathische Weg am Ende drei Euro mehr kostet oder zu ein Prozent weniger gewinnt wird?
- 23:54Speaker 1: Wie kriegen wir denn diesen Change hin?
- 23:56Speaker 1: Weil am Ende würde es uns ja allen besser gehen damit, als Unternehmen ein Prozent weniger gewinnen oder wie viel auch immer machen.
- 24:05Speaker 1: Aber es wäre für uns alle auf jeden Fall mal der gesündere Weg, also wir müssten ja einen Weg finden, wie wir da hinkommen.
- 24:11Speaker 1: hast du deine Idee?
- 24:13Speaker 0: Ja definitiv und es gibt da einen sehr einfachen und wichtigen Schlüssel und überraschenderweise ist er die Empathie.
- 24:21Speaker 0: ich glaube nämlich dass das ganz wichtig ist mit diesen Menschen sehr empathisch umzugehen.
- 24:27Speaker 0: Ich bin davon überzeugt, dass die wenigsten das machen, weil sie schlechte Menschen sind.
- 24:31Speaker 0: Sondern weil sie es so gelernt haben und sozialisiert sind und seit Jahrzehnten diesen Leadership-Skill für sich angenommen haben.
- 24:42Speaker 0: Das hilft nicht, wenn wir zu denen jetzt hingehen und sagen du, was du machst ist veraltet, hier kommt empathische Führung.
- 24:49Speaker 0: Dann stehen die auch da und denken, was soll das?
- 24:52Speaker 0: Ich glaube, es ist wichtig eben immer Brücken zu bauen statt Mauern zu bauen aufeinander zuzugehen und niemanden dafür zu verurteilen.
- 24:59Speaker 0: Auch nicht zu sagen ach das sind die alten weißen Männer
- 25:01Speaker 0: usw.,
- 25:02Speaker 0: das bringt uns nie weiter auch nicht in der Diskussion um Diversity.
- 25:05Speaker 0: im Übrigen ich glaube es ist ganz wichtig eben empathisch auf diese Menschen zuzugehnen gemeinsam auch zu gucken, wie schaffen wir eine intrinsische Motivation und eine intrinsiche Überzeugung das zu verändern?
- 25:17Speaker 0: Und eben auch vielleicht diesen eigenen Führungsziel zu verhindern.
- 25:21Speaker 0: Je länger ich das schon so mache, desto schwieriger ist es, weil das natürlich Muster sind die ich gelernt habe.
- 25:28Speaker 0: Das braucht einfach Zeit um das dann vielleicht neu zu lernen und zu verlernen im positiven Sinne.
- 25:35Speaker 0: Aber ich glaube, das funktioniert nicht.
- 25:36Speaker 0: Wenn wir sagen was du machst ist Quatsch!
- 25:39Speaker 0: Sondern es funktioniert nur dann wenn wir Raum geben und wirklich gucken wie können wir voneinander lernen?
- 25:44Speaker 0: Und hier sind wir wieder bei dem Punkt.
- 25:47Speaker 0: Ich habe das ja vorher schon im Bezug auf SchülerInnen gesagt.
- 25:49Speaker 0: Es ist ganz wichtig voneinander zu lernen und für solche Dinge finde ich Reverse Mentoring in Unternehmen eine großartige Sache die man machen kann umsetzen kann um diesen Führungskräften auch wieder ein Bezug zu schaffen Und eben auch gemeinsam zu gucken, wie können wir miteinander lernen und miteinander diese Innovation dann auch nach vorne treiben?
- 26:12Speaker 1: Fürder eigentlich mehr Diversität in jeder Dimensionen.
- 26:16Speaker 1: Jeder Ausprägungsebene automatisch zum Meer mitgefühlt weil uns mehr in die anderen Menschen, in unsere Mitarbeitenden hineindenken müssen.
- 26:28Speaker 1: Um überhaupt verstehen zu können was sie wollen wie sie ticken wie sie funktionieren.
- 26:35Speaker 0: ich würde leider sagen nein Ich glaube, das ist ein bisschen der Trugschluss daran.
- 26:40Speaker 0: Wenn wir mehr Diversität haben, wird alles besser.
- 26:43Speaker 0: Dann haben wir mehr Innovationen und Erfolg.
- 26:47Speaker 0: Bestenfalls ist es irgendwann so.
- 26:49Speaker 0: Aber das ist nicht so ... Wir haben das eine, dann passiert das andere, sondern dazwischen muss ganz viel passieren.
- 26:56Speaker 0: Und ich glaube tatsächlich, dass mehr Diverität auch in vielen Fällen zu weniger Empathie füllen kann.
- 27:01Speaker 0: Weil mit vielen Menschen konfrontiert bin die komplett anders sind als ich!
- 27:05Speaker 0: Und da ist auch eine ganz natürliche menschliche Reaktion, dass ich vielleicht erst mal so einen Schritt zurückgehe und die Arme verschenken mir.
- 27:11Speaker 0: Sagt was wollen die denn jetzt alle?
- 27:13Speaker 0: Oder das man als Führungskraft auch sagt, ich habe echt keinen Bock mehr.
- 27:16Speaker 0: Jeder in meinem Team will irgendwas anderes, jeder hat ne andere Idee.
- 27:20Speaker 0: Deshalb ist es wichtig, dass auch wahrzunehmen, dass Diversität erstmal anstrengend ist.
- 27:24Speaker 0: Es ist sehr viel einfacher wenn ich mit Leuten hier in der Bar sitze, die alle die gleiche Meinung haben wie ich.
- 27:30Speaker 0: Schwierig, aber eben auch interessant wird es wenn hier Menschen sitzen die alle eine unterschiedliche Meinung haben.
- 27:36Speaker 0: Und da ist eben dann diese Empathie gefragt diese intelligente Empathied darauf auch eingehen zu können und damit umgehen zu können das vielleicht auch in bestimmten Situationen nicht zu persönlich zu nehmen wenn jemand ne ganz andere Meinung hat als ich und vor allem auch mit Gefühl, mit mir selbst zu haben.
- 27:52Speaker 0: Und das heißt eben auch zu akzeptieren wenn ich vielleicht erst mal genervt bin mich nicht selbst dazu dafür zu verurteilen sondern das bewusst wahrzunehmen und dann darauf einzugehen.
- 28:03Speaker 0: und ja bestenfalls wenn wir das wirklich bewusst so umsetzen Dann führt das eben auch zu mehr Empathie, weil ich dann irgendwann gelernt habe mit diesen Unterschiedlichkeiten umzugehen und dass dann vielleicht auch bewusster wahrnehme.
- 28:17Speaker 0: Und nicht schon mit meinen unbewussten Vorteilen vor Urteilen reingehe sondern diese unbewusten Vorurteile vielleicht auch mehr und mehr ablegen kann.
- 28:25Speaker 0: Dadurch diesen Schritt überspringen kann, dass es wirklich direkt zu mehr empathie führt.
- 28:31Speaker 0: Ich merke das bei mir selber sehr stark, dass ich immer noch viele Situationen hab wo ich über mich selbst erschrecke Und man, jetzt hatte ich wieder einen Vorurteil.
- 28:41Speaker 0: Ich schäme mich manchmal wirklich dafür es ist mir echt unangenehm aber gleichzeitig finde auch ganz wichtig das Bewusstsein dafür zu entwickeln.
- 28:49Speaker 0: und ich merke eben vor allem auch durch meine Arbeit in der ich mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun haben habe dass tatsächlich meine Empathie Fähigkeit dadurch noch mal sehr geschulter ist professionalisiert wurde, könnte man sagen.
- 29:07Speaker 1: Wir kommen gerade aus einer Pandemie heraus in der wir alle sehr auf Abstand gegangen sind und uns vor unseren Webcamps versteckt haben.
- 29:18Speaker 1: In der Zeit haben wir Masken getragen.
- 29:21Speaker 1: Wir konnten gar nicht so richtig sehen wie die Personen gegenüber eigentlich sich auch mit ihrem Gesicht quasi mit der ganzen Mimik verhält.
- 29:33Speaker 1: Und wir waren eben viel im Homeoffice, was wir heute ja auch noch in vielen Bereichen sind.
- 29:38Speaker 1: Gerade dein Arbeitgeber ist da ja auch pionier kann man fast sagen in dem Bereich wie gut funktioniert denn Empathie virtuell?
- 29:49Speaker 1: Also über ein Bildschirm hinweg.
- 29:51Speaker 0: Ich finde das sehr spannend, weil tatsächlich wie du es jetzt beschreibst, uns viele Dinge verloren gegangen sind.
- 29:58Speaker 0: Wir hatten nicht mehr eben so viel Mimik und Körpersprache, die wir wahrnehmen konnten.
- 30:04Speaker 0: Oft gibt es ja auch das Phänomen, man geht in einen Raum und spürt die Stimmung im Raum.
- 30:08Speaker 0: Und das war dann natürlich schwer möglich, wenn man in so einem Videokoll-Raum reinkommt.
- 30:12Speaker 0: Da spürte man erst mal wenig Spümmung, wenn da vielleicht alleine sitzt.
- 30:15Speaker 0: Aber auf der anderen Seite hat es auch ganz positive Aspekte.
- 30:18Speaker 0: Wir haben uns als Menschen kennengelernt, und ich glaube gerade diese Einblicke in das Zuhause, die persönliche Lebenswelt, hat viel verändert und hat bei vielen Menschen noch mal eine Maske weggenommen.
- 30:32Speaker 0: Wir hatten nicht nur Masken, die wir getragen haben sondern auch Masken verloren gegangen sind weil wir eben nicht nur unsere Arbeitspersönlichkeit sein konnten.
- 30:40Speaker 0: jetzt lasse ich die Gefühle und alles andere daheim.
- 30:44Speaker 0: Sondern wir haben uns gesehen, wie es bei uns zu Hause aussieht.
- 30:48Speaker 0: Wir haben gesehen wo die Kinder mit rumspringen und alle überfordert waren in vielen Situationen.
- 30:54Speaker 0: Wir sind einfach Menschen.
- 30:58Speaker 0: Das hat uns auch so ein Stück Verbundenheit gegeben.
- 31:00Speaker 0: Und eben diese Situation, dass wir irgendwo alle in einem Boot waren Erarchien weggefallen sind.
- 31:07Speaker 0: Es gab nicht mehr die Leute, die in ihrem Eckbüro saßen und die im Großraum saßen sondern wir saßen alle in unserem Videocall-Raum Und das hat natürlich auch eine Chance gegeben für mehr Empathie.
- 31:19Speaker 0: Ich habe das tatsächlich wahrgenommen, dass ich viele Mitarbeiter, viele Kolleginnen noch mal auf eine ganz andere Art und Weise wahrgenommen hab.
- 31:26Speaker 0: Sie mich vielleicht auch anders wahrgenommen haben.
- 31:27Speaker 0: Ich hab auch sehr offen gesagt, ich mach hier Homeschooling mit Kindern und alles ist totales Chaos!
- 31:33Speaker 0: Ich bin überfordert.
- 31:35Speaker 0: Ich weiß nicht wohin mit mir.
- 31:38Speaker 0: Das war glaube ich auch ganz wichtig.
- 31:40Speaker 0: Was ich ... für mich auch ganz spannend fand in der Recherche zum Buch, dass wir tatsächlich rein über die Tonspur am meisten Emotionen wahrnehmen können und auch vermitteln können.
- 31:54Speaker 0: Und deshalb versuche ich nicht immer Video-Calls zu machen sondern auch zu gucken wo können wir dann einfach einen Call ohne Video machen?
- 32:01Speaker 0: Wo können wir vielleicht wieder miteinander sprechen?
- 32:04Speaker 0: Ich merke das bei mir selber, ich weiß nicht wie es dir geht aber mich lenkt das Video oft sehr ab Vor allem wenn dann vielleicht auch noch technisch mal irgendwie, dann bleibt das Bild hängen und dann sieht man es nicht.
- 32:14Speaker 0: Oder es sind irgendwelche Hintergründe – ich finde diese Bildschirm-Hintergrunde ganz, ganz schwierig!
- 32:18Speaker 0: Das verwirrt mich immer total.
- 32:20Speaker 0: Und was mich am allermeisten ablenkt ist, mich selbst zu sehen die ganze Zeit.
- 32:24Speaker 0: Es treibt mich in den Wahnsinnen.
- 32:26Speaker 0: Und deshalb finde ich es eben ganz wichtig, auch immer wieder mal zu gucken.
- 32:30Speaker 0: Ist Videocoll jetzt wirklich das richtige Mittel oder schaffen wir's vielleicht auf einem anderen Weg?
- 32:35Speaker 1: Gerade in den letzten Jahren hast du eine wahnsinnige Reichweite generiert mit allem was du so tust.
- 32:40Speaker 1: Du warst in Magazinen und Radio, hast ein Buch geschrieben auf Veranstaltungen, auf der Bühne usw.
- 32:49Speaker 1: Und immer ja auch so ein bisschen in dieser Vorbildfunktion gerade was Diversity angeht, was Empathie angeht.
- 32:58Speaker 1: Ich nenn es mal sinnvolles Miteinander angeht!
- 33:01Speaker 1: Ich stelle mir das manchmal auch ganz schön anstrengend vor.
- 33:06Speaker 1: Was machst du denn wenn's dir alles zu viel wird?
- 33:09Speaker 0: Also ja, es ist manchmal anstrengend.
- 33:12Speaker 0: Aber ich bin ehrlich gesagt auch sehr dankbar und ich merke dass ich gerade in den letzten Jahren in denen ich das so stark tour auch wieder sehr viel mehr bei mir selbst angekommen bin weil das ist meine persönlichkeit und das war's schon immer wenn ich zurück denke In der schulzeit.
- 33:25Speaker 0: ich war im Schüler-Sprecherin Ich war immer ganz aktiv bei allen sozialen Sachen.
- 33:29Speaker 0: Noten waren nicht so meins.
- 33:31Speaker 0: Das war mein Ding, was mir Begeisterung gegeben hat, Dinge zu bewegen und Menschen zusammenzubringen, auch Dinge zum Positiven zu verändern.
- 33:41Speaker 0: Deshalb finde ich das großartig, dass sich das hier zu machen
- 33:43Speaker 1: darf.".
- 33:44Speaker 0: Aber natürlich gibt's für mich Situationen, die mich überfordern.
- 33:48Speaker 0: Um jetzt vielleicht ein bisschen persönlich zu werden ... Ich hatte Ende letzten Jahres eine sehr große private Krise.
- 33:55Speaker 0: Ich hab mich getrennt von meinem Mann und das war für mich natürlich emotional superbelastend und anstrengend.
- 34:01Speaker 0: Und dass alles während mein Buch grad frisch rauskam und natürlich auch viel dazu lief und ich viele Interviews geben durfte und so.
- 34:11Speaker 0: Das hat mich überfordert in vielen Situationen.
- 34:14Speaker 0: Und ich hab für mich gemerkt, dass das Wichtigste ist, das einfach auch zu sagen und das vor allem auch mir selbst zu sagen oder ehrlich zu mir selbst sein und auszusprechen – Ich bin überforderd!
- 34:24Speaker 0: Ich kann nicht mehr!
- 34:28Speaker 0: Allein das Auszusprechen gibt mir oft schon eine totale Erleichterung, daß ich es einfach gesagt habe und aber auch zu wissen, wer in meinem Umfeld sind die Menschen, denen ich mich anvertrauen kann.
- 34:39Speaker 0: Bei mir sind das meine zwei besten Freundinnen, die für mich einfach die totale Sicherheit sind.
- 34:44Speaker 0: Die wissen alles, den kann ich alles sagen.
- 34:46Speaker 0: Und die sind dann aber auch das Support-System und springen eben ein und sagen dann so Lena wie Regeln jetzt wir machen das, wir machen hier und da!
- 34:55Speaker 0: Das finde ich ganz wichtig dass wir wirklich wieder mehr lernen um Hilfe zu bitten.
- 35:00Speaker 0: und das sage ich vor allem zu mir selbst Weil ich glaube, dass das ganz wichtig ist und das Schöne.
- 35:06Speaker 0: Auch darüber habe ich übrigens im Buch kurz geschrieben, dass es vielen Menschen ja so schwer fällt nach Hilfe zu fragen.
- 35:12Speaker 0: Aber wir alle freuen uns eigentlich total wenn uns jemand um Hilfe bittet!
- 35:17Speaker 0: Und das mal umzukehren bei mir im Kopf und zu überlegen wie freue ich mich?
- 35:21Speaker 0: Wenn Daniel jetzt zu mir sagt hey Lena kannst du mir hier helfen Dann freu' ich mich.
- 35:25Speaker 0: Das ist ein schönes Gefühl.
- 35:27Speaker 0: Und mir eben vorzustellen, ich kann anderen dieses Gefühl geben.
- 35:30Speaker 0: Wenn ich offen und ehrlich sage, ich brauche
- 35:32Speaker 0: Hilfe.".
- 35:34Speaker 0: Das ist das, was mir in solchen Situationen wirklich eine Sicherheit gibt nach Hilfe zu fragen.
- 35:40Speaker 0: Natürlich sind es noch ganz viele andere Dinge die mir einfach Spaß ... geben, die mich glücklich machen.
- 35:48Speaker 0: Freunde Menschen um mich herum zu haben und das alles glaube ich ist dann ja in der Summe was ein auch über solche Phasen trägt wo man sich vielleicht auch sehr überfordert fühlt.
- 35:59Speaker 1: Ich glaub wenn ich eins gelernt habe nach einem zwanzig-zwarundzwanzig mit ähnlichen Herausforderungen oder ähnliche Erlebnissen dass ich glaube der erste wichtige Schritt ist dass man irgendwie mal aufhört die ganze Zeit Dieses perfekte Bild von sich selbst irgendwie vor sich herzutragen und dieses perfektes Bild die ganze Zeit verteidigen zu wollen, also dass man auf jede Veranstaltung irgendwie so mit bester Laune auftaucht.
- 36:30Speaker 1: Ich habe einen LinkedIn-Post, glaube ich im Dezember gemacht, wo ich geschrieben hab.
- 36:35Speaker 1: Die wichtigste Erkenntnis in diesem Jahr war dass man auf die Frage wie geht es dir?
- 36:40Speaker 1: einfach mal auch mit einer ehrlichen Antwort antworten sollte und dann meistens auch was Sinnvolles zurückkommt.
- 36:47Speaker 1: im Gegensatz zu mir geht's gut und dir auch blablabla.
- 36:52Speaker 1: also da auch einfach mal authentisch zu einem selbst zu sein und auch nach außen authentisch.
- 36:59Speaker 1: Was viel besser ankommt als Perfektion ist einfach authentisch zu sein.
- 37:04Speaker 1: Und es fällt uns allen aber so wahnsinnig schwer, weil wir alle irgendwie eingedrichtet bekommen haben dass wir alle ein perfektes Leben eine perfekte Welt einen perfekten Instagram Feed brauchen um irgendwie wahrgenommen zu werden.
- 37:20Speaker 0: Ja, ich stimme dir total zu und ich glaube das ist ganz wichtig.
- 37:22Speaker 0: Dass wir das lernen und auch dass wir da aber vielleicht ein bisschen als Vorbild vorangehen so wie du es getan hast mit deinem LinkedIn-Post und dass wir eben bewusst versuchen diese Wie geht's dir?
- 37:33Speaker 0: Frage übrigens für mich auch eine meiner Worst Case Fragen?
- 37:37Speaker 0: Dass wir versuchen die auch wirklich so ein bisschen rauszukriegen aus Konversationen was total schwierig ist weil es ist so ne Standard Sache.
- 37:44Speaker 0: Das kommt schon fast automatisch über die Lippen wenn man sich trifft aber da eben auch bewusst drauf zu gucken.
- 37:51Speaker 0: Ich versuch zum Beispiel, wenn ich eins in eins Gespräche hab immer zu starten mit der Frage wie war dein Tag bisher?
- 37:58Speaker 0: Weil das so einen Raum öffnet demgegenüber auch zu gucken.
- 38:02Speaker 0: okay du kannst jetzt gucken wie du diesen Raum nutzen möchtest.
- 38:04Speaker 0: Du musst nicht irgendwie hier Seelinstriptis machen.
- 38:08Speaker 0: wenn du es möchtest, bitte go for it.
- 38:10Speaker 0: Aber ich mache eben einfach einen Raum auf und dann kann die Person sagen ja war okay bisher?
- 38:15Speaker 0: Dann kann die person aber auch sagen oh gut dass du fragst totales Chaos super stressig oder mein Tag bisher war mega!
- 38:22Speaker 0: Ich habe ein super Projekt abgeschlossen hat total Spaß gemacht und ich glaube das ist eben wichtig dass wir das in unserer Sprache lernen Wie du es auch sagst in unserer Wahrnehmung und auch in unserer Außenwahrnehmungen.
- 38:34Speaker 0: Es ist lustig, weil du Instagram Feed beschreibst.
- 38:37Speaker 0: Ich habe letztens von einer Followerin eine Nachricht bekommen, die geschrieben hat, Lena, du siehst immer so toll aus bei deinen Vorträgen!
- 38:46Speaker 0: Das war natürlich total nett gemeint und ich hab mich im ersten Moment geschmeichelt gefühlt.
- 38:50Speaker 0: aber dann dachte mir ja, wenn die Würste ... Und dann dachte ich mir im zweiten, nicht wenn die wüsste sondern wenn sie weiß und zwar wenn es alle wissen.
- 38:58Speaker 0: Dann habe ich ein Post gemacht und hab gesagt so sehe ich aus wie ich meine Vorträge vorbereite und so seh ich aus, wenn ich meine Verträge halte.
- 39:05Speaker 0: Ich habe bei diesem Wenn ich Vorbereite-Foto wirklich noch mal dreimal überlegt oh Gott Lena willst du das posten?
- 39:10Speaker 0: Und ich fand selber so krass zu sehen, wie schwer mir das gefallen ist, das zu posten.
- 39:14Speaker 0: Weil es war halt ein Foto wo ich ungeschminkt gestresst Haare zerzaust, faltig wie noch mal was Zuhause saß und meinen Vortrag vorbereitet habe.
- 39:25Speaker 0: Aber ich finde es ganz wichtig, dass wir eben diese Realität zeigen.
- 39:28Speaker 0: Wie du sagst das wir das Authentische auch zeigen und zwar nicht das authentisch vermeintlich authentisch.
- 39:34Speaker 0: Ich tue jetzt mal so und mache einen schönen Spruch auf Instagram oder auf LinkedIn und schreib was kluge ist dazu sondern wirklich auch eben unsere ja unsere vermeintlichen Schwächen zu zeigen und zu zeigen, dass wer alle nur Menschen sind.
- 39:47Speaker 0: Ich
- 39:47Speaker 1: glaube ein weiterer wichtiger Punkt der mir auch im letzten Jahr sehr aufgefallen ist Wir je schneller sich irgendwie dieses hamsterrad dreht indem wir da drin sind, je mehr in unserem leben passiert.
- 40:00Speaker 1: Je größer vielleicht auch die Dinge sind die im Leben irgendwie passieren dass du desto mehr verlernen wir uns über kleine dinge auch wirklich tatsächlich zu freuen.
- 40:11Speaker 1: also wir gehen dann so schnell schnell darüber hinweg obwohl wenn man dann mal überlegt irgendwie vor zehn jahren vielleicht hätte man sich über diese nachricht noch Wahnsinnig gefreut und hätte wahnsinnig Leute angerufen erzählt, was tolles passiert ist.
- 40:28Speaker 1: Und heute geht man so schnell darüber hinweg also da auch vielleicht ein bisschen mehr wieder zu schätzen lernen, was man eigentlich alles irgendwie im Leben hat, auch wenn es heute vielleicht mehr ist als vor zehn Jahren.
- 40:41Speaker 1: Was ja gut ist aber dann auch wirklich die kleinen Dinge genauso wie die großen, die einem vielleicht als große Dinge heute erscheinen.
- 40:50Speaker 1: Das ist ja so eine Abnutzungserscheinung, wo man irgendwie merkt naja irgendwie wird das immer immer komplexer?
- 40:57Speaker 0: Ja definitiv und ich glaube dass hat tatsächlich viel mit Selbstbewusstsein im wahrsten Sinne des Wortes zu tun also dass wir uns bewusst sind darüber wer wir selbst sind und auch was eben gerade in unserem Leben passiert.
- 41:10Speaker 0: es ist ganz ganz essentiell und ich kann es so gut nachvollziehen was du beschreibst weil ich habe oft so Situationen wenn ich mir dann denke okay mir das vor zehn Jahren erzählt hätte, ich dachte, du spinnst.
- 41:21Speaker 0: Und jetzt sind so Situationen, dass man denkt, okay hier Interview in der und der Zeitschrift zu Jetzt geht es da weiter?
- 41:28Speaker 0: Das ist aber alles ganz großartig!
- 41:30Speaker 0: Es ist wichtig, das auch festzuhalten und eben bewusst wahrzunehmen um dann wirklich im wahrsten Sinne des Wortes diese Selbstbewusstsein zu haben.
- 41:40Speaker 0: Ich versuch mir das einfach wirklich aufzuschreiben, dass ich jeden Morgen kurz da sitze und sage okay was waren meine drei Highlights von gestern.
- 41:47Speaker 0: Und mir fallen fast immer mehr als drei Highlight ein und das ist ein Riesenprivileg.
- 41:52Speaker 0: aber es ist eben auch so wichtig das zumindest einmal kurz festzuhalten.
- 41:55Speaker 1: Und übrigens auch im Sinne des Mitgefühls.
- 41:59Speaker 1: mal Leuten Anerkennung geben über ein Instagram oder LinkedIn-Like hinaus, also dass man den Leuten wenn man irgendwo was mitbekommt.
- 42:08Speaker 1: Was bei Menschen im Leben irgendwie passiert?
- 42:11Speaker 1: Dass man dann auch wirklich mal in positiven wie negativen den Leuten einfach mal eine Nachricht schreibt oder mal anruft oder mal irgendwie und wenn es nur ein öffentlicher Kommentar ist aber was Persönliches einfach mal den Leuten gibt als als irgendwie nur schnell auf gefällt mir klicken weil man das irgendwie so gelernt hat.
- 42:31Speaker 1: Also auch mal wirklich echte Sympathie, Mitgefühl, Anerkennung oder Ähnliches zu geben.
- 42:37Speaker 1: Da sind wir alle ziemlich schlecht drin geworden, hab ich das Gefühl in Zeiten von vollen Social-Media-Streams und Erfeats und wo wir nur so irgendwie durchscrollen?
- 42:47Speaker 0: Ja definitiv!
- 42:49Speaker 0: Ich glaube auch wie du sagst es ist schon fast so ein Automatismus geworden.
- 42:52Speaker 0: So ja Like super und passt schon aber oft ist ja schon Kommentar eigentlich zu viel Zeit.
- 42:59Speaker 0: deshalb muss ein Like reichen Und ich muss mich da auch selbst immer wieder daran erinnern, weil wie du sagst unsere Social Media Feats sind natürlich voll.
- 43:06Speaker 0: Dann haben wir alle irgendwie auch noch ein Job und ein Privatleben.
- 43:10Speaker 0: Und dann muss man immer gucken.
- 43:12Speaker 0: Natürlich funktioniert es nicht, dass sich bei jedem Post den ich toll finde einen Kommentar drunterschreib oder die Person bestenfalls persönlich anschreibe.
- 43:19Speaker 0: aber da eben Bewusstsein dafür zu schaffen und auch zu gucken ganz unabhängig von Social Media einfach auch mal zu schauen, so hey wofür bin ich denn dankbar und wer hat mir dann irgendwie geholfen?
- 43:33Speaker 0: Und ich versuch das für mich tatsächlich einfach auch so als positiven Wochenabschluss immer freitags so zu gucken.
- 43:40Speaker 0: Wer war der Mensch, der mir diese Woche am meisten geholfen hat oder inspiriert hat?
- 43:45Speaker 0: Es kann ja auch sein, dass man nur was gelesen hat.
- 43:48Speaker 0: Und dann einfach mal kurz zu schreiben oder zumindest einen Kommentar zu haben und zu sagen hey das war richtig toll!
- 43:56Speaker 0: Wir machen das bei uns intern auch im Team, dass wir so Prays machen.
- 44:02Speaker 0: Das ist natürlich auch schön in den Tools eingebunden.
- 44:04Speaker 0: aber auch das finde ich ganz wichtig dann einfach mal zu sagen hey danke und es war cool und wie du sagst dann eben auch so in einer gewissen Öffentlichkeit vielleicht auch dem ganzen Team gegenüber das so auszusprechen Das ist ganz wichtig.
- 44:17Speaker 0: Und das Schöne ist ja, dass es nicht nur für die andere Person gut ist sondern psychologisch gesehen macht uns das auch glücklich.
- 44:24Speaker 0: also wenn wir eben auch bewusst unsere dankbarkeit ausdrücken dann macht uns dies auch glücklicher.
- 44:30Speaker 0: also es ist eigentlich eine win-win situation und Wir sollten das viel öfter tun auch für unsere eigene mentale gesundheit.
- 44:38Speaker 1: jetzt haben wir beide ja den vorteil dass wir in arbeitsumfeldern unseren alltag verbringen In denen all diese werte zumindest mal gefördert werden, versuche ich zumindest in meinem eigenen Unternehmen.
- 44:51Speaker 1: Aber wo sowas auch möglich ist?
- 44:54Speaker 1: Ganz viele die uns zuhören sind vielleicht noch in sehr tradierten Unternehmen, in sehr patriarchisch geführten Unternehmen in Team-Situationen, wo ja sehr, sehr strenge Hierarchien herrschen also kurzum Arbeitssituationen, in denen das Leben nicht ganz so einfach ist und in denen auch diese Veränderung über die wir jetzt viel gesprochen haben gar nicht so einfaches.
- 45:23Speaker 1: Hast du denn für die Leute, die in so einer Situation stecken einen Tipp wie sie da den ersten Schritt machen können?
- 45:31Speaker 1: oder ist die Kündigung am Ende der einzige Weg um daraus zu kommen?
- 45:36Speaker 0: Nee, das glaube ich nicht.
- 45:37Speaker 0: Das würde uns ja auch nicht weiterhelfen wenn alle dann einfach kündigen weil es sind oft Unternehmen die sehr wichtig sind.
- 45:42Speaker 0: also gerade wenn wir jetzt an den Mittelstand denken... Ich will nicht sagen dass nur der Mittelstand so ist keineswegs.
- 45:49Speaker 0: Es gibt auch im Mittelstand ganz viele moderne Unternehmen.
- 45:52Speaker 0: aber ich glaube es ist auch wichtig zu sehen dass wir ja auch alle Teil einer Veränderung sein können und das Veränderungen nichts auf was wir warten müssen sondern was wir auch gestalten können.
- 46:04Speaker 0: Jetzt ist mir klar dass es natürlich sehr auf die Rolle, vielleicht auch das Alter, vielleicht eben auch das Unternehmen ankommt.
- 46:11Speaker 0: Ob ich das mitgestalten kann?
- 46:13Speaker 0: Aber ich glaube im Kleinen können wir das immer tun.
- 46:16Speaker 0: und wenn es nur ist für unser Team, wenn es nun ist, dass wir vielleicht mit unseren direkten Kollegen und Kolleginnen einfach wertschätzender und empathischer umgehen.
- 46:24Speaker 0: Das ist ja meistens was, was dann vielleicht auch ein bisschen anstecken kann.
- 46:27Speaker 0: Und man kann vielleicht eine Community im Unternehmen gründen in den Arbeitskreis gründen bringen in Projekte.
- 46:36Speaker 0: Und dann finde ich aber auch ganz wichtig, dass eine gesellschaftliche Veränderung ja nicht nur in der Arbeit stattfinden muss und dass wir unsere Selbstverwirklichungen nicht nur an der Arbeit machen können.
- 46:49Speaker 0: Sondern dass wir eben sehen, dass alle Teil einer großen Gesellschaft sind.
- 46:54Speaker 0: Wir können uns politisch engagieren.
- 46:57Speaker 0: Das heißt nicht, dass wir einen Amt übernehmen müssen, aber zumindest diese Veränderungen vielleicht mitbegleiten.
- 47:06Speaker 0: Das können ganz viele unterschiedliche Sachen sein.
- 47:08Speaker 0: Aber ich glaube, das ist wichtig ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass eine Arbeit mir nicht meine Lebenserfüllung geben muss.
- 47:14Speaker 0: und ich finde es ganz schwierig auch dieser Spruch.
- 47:17Speaker 0: Finde einen Job den du liebst und du wirst nie mehr arbeiten müssen.
- 47:20Speaker 0: Nee sorry!
- 47:21Speaker 0: Das ist halt nicht die Realität für ganz viele Menschen und Es ist ein Privileg wenn man in einem Job arbeiten kann der einem großen Spaß macht.
- 47:28Speaker 0: Es is'n Privilegg im Job zu arbeiten der einem Erfüllungen gibt.
- 47:31Speaker 0: aber realistisch gesehen ist das nur ein kleiner Teil der Arbeitswelt, die so funktioniert.
- 47:37Speaker 0: Ein großer Teil funktioniert anders und deshalb ist es mir wichtig, dass nicht zu glorifizieren sondern eben auch darauf zu gucken.
- 47:45Speaker 0: wie kann man das dann im Kleinen vielleicht anstoßen?
- 47:47Speaker 0: Und wie kann ich das auch außerhalb der Arbeits Welt tun?
- 47:51Speaker 1: Außerhalb der arbeits welt?
- 47:52Speaker 1: auch ein gutes stichwort weil wir glaube ich auch nach der pandemie wieder ein Stück weit lernen müssen dass es da draußen noch ganz viel anderes gibt als unsere emails und unsere arbeit die Termine, die wir da jeden Tag von früh bis spät haben.
- 48:07Speaker 1: Also auch da vielleicht wieder ein bisschen mehr weil das ist ich hab das Gefühl war letztes Jahr viel unterwegs und bin ja auch recht oft in euch schon lange nicht mehr gesagt in diesem Podcast.
- 48:19Speaker 1: Habe ich mir mal selber auf die Finger geklopft weil es eine Zeit lang ziemlich oft erwähnt habe.
- 48:23Speaker 1: aber ich bin eigentlich ja relativ oft auch in den Nordics unterwegs und findern unterwegs.
- 48:28Speaker 1: Da ist die Kultur einfach eine andere.
- 48:31Speaker 1: Also auch die Arbeitskultur, da ist Arbeit nicht der bestimmende Faktor des Lebens.
- 48:37Speaker 1: und hier in Deutschland habe ich immer das Gefühl wir leben quasi für die Arbeit und wenn noch ein bisschen Freizeit übrig bleibt es schön.
- 48:44Speaker 1: aber eigentlich soll's ja genau anders um irgendwie sein.
- 48:47Speaker 1: also wir sollten ja irgendwie arbeiten.
- 48:49Speaker 1: damit wird die Freizei uns irgendwie auch... leisten können, aber die sollte ja schon irgendwie der eigentliche Sinn im Leben sein und nicht die Arbeit.
- 48:57Speaker 0: Ja definitiv!
- 48:58Speaker 0: Und ich glaube das ist eben schon auch sehr stark unsere Leistungsgesellschaft, die wir in Deutschland ziemlich extrem haben da stimme ich dir absolut zu.
- 49:06Speaker 0: Es ist sehr interessant es zu sehen wie das in unseren Nachbarländern muss man ja gar nicht weit gucken Auch aussieht und ich glaube dass müssen wir auch wieder lernen.
- 49:14Speaker 0: Ich hoffe dass sich dann Zukunft ganz viel ändern wird.
- 49:17Speaker 0: es wird ihr gerade auch viel über Arbeitszeit gesprochen.
- 49:20Speaker 0: warum haben wir überhaupt noch eine?
- 49:22Speaker 0: Das entspricht einfach überhaupt nicht mehr der Realität und dem auch, was wir für die Zukunft brauchen.
- 49:28Speaker 0: Und ich glaube da wird es ganz viele positive Veränderungen geben.
- 49:33Speaker 0: Auch hier ist wieder der Punkt Wir sind alle Teil von Veränderung und können das mitgestalten.
- 49:37Speaker 0: Es hat nichts damit zu tun ob jetzt die junge Hipster Generationen sind oder nicht.
- 49:42Speaker 0: Ich glaube vor allem auch die älteren brauchen wir um eine Veränderungs dann auch sinnvoll und nachhaltig umsetzen.
- 49:48Speaker 1: Also quasi der Appell zum Ende, egal in welcher Situation man steckt Veränderung ist möglich und man sollte durchaus mal den Mut haben da auch ein Stück weit ran zu gehen.
- 50:00Speaker 1: Und sich zu trauen auch dafür einzustehen Auch wenn es vielleicht der erste schritt schwierig ist und die Hürde unüberwindbar groß erscheint, aber der erste Schritt wenn man den mal gemacht hat dann wird es leichter.
- 50:13Speaker 0: Ja definitiv!
- 50:14Speaker 0: Und das alles funktioniert natürlich am besten mit Mitgefühl.
- 50:20Speaker 0: Nee, Spaß beiseite.
- 50:21Speaker 0: Aber ich glaube das ist echt ganz wichtig eben hier das Mitgefühl mit uns selbst zu haben auch nicht zu hohe Erwartungen an uns zu haben.
- 50:28Speaker 0: Ich glaube dass es dann auch oft wenn so ein Aktionismus passiert dass man denkt ich muss das und ich muss mich noch ehrenamtlich engagieren Und ich muss noch das tun.
- 50:34Speaker 0: wir müssen das tun was sich für uns auch richtig anfühlt und was sich gut anfühlen Und eben dieses Mitgefühl mit uns selbst und dann auch das gesunde Mitgefühle mit anderen Menschen hilft, eine Veränderung so anzustoßen.
- 50:47Speaker 0: Dass wir bestenfalls alle davon profitieren.
- 50:50Speaker 0: Ich danke dir!
- 50:51Speaker 0: Danke dir!
- 50:53Speaker 1: Das war's leider schon... Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 50:56Speaker 1: – das Gespräch zu Ende.
- 50:59Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 51:01Speaker 1: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar verlässt Aber vergiss auf keinen Fall, den abonnieren Button zu klicken.