Latest / Hamburg-News – der aktuelle Nachrichten-Überblick um 17 h / Hamburg-News: Jetzt hat die SPD die Wahl
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- Music. Ich bin Lars Heider. Heute geht es um die Bürgerschaftswahl, nach der Bürgermeister Peter Tschentscher jetzt die Wahl hat und eine Präferenz, wer der neue und vielleicht alte Koalitionspartner seiner SPD wird. Weitere Themen. Die CDU bietet sich offensiv für eine Regierung an. Beim BSW gibt es einen Rücktritt und eine linken Politikerin muss sich entscheiden. Dazu gleich mehr. Zunächst, wie immer, die Top 3, die drei meistgelesenen Themen und Texte auf abendblatt.de. Platz 3, Wählerwanderungen. An diese Parteien haben SPD und Grüne verloren. Platz 2, warum die AfD in Hamburg chancenlos war. Und auf Platz 1, was Tschentscher in den Koalitionsgesprächen von den Grünen erwartet. Das waren, das sind die Top 3 auf abendblatt.de. Leben wir in Hamburg auf einem anderen Planeten? Wenn man heute Morgen die Tageszeitung aus Deutschland durchsah, konnte man diesen Eindruck bekommen. Immer wieder war dort angesichts des Ergebnisses bei der Bürgerschaftswahl die Rede davon, dass man von Hamburg kaum etwas für andere Bundesländer ableiten könnte, weil die Lage in der Hansestadt sich viel zu stark unterscheide von der Lage im Rest der Republik. Das gilt auch für die Wahl, die vor allem ein Sieg der demokratischen Mitte war. Während im Deutschen Bundestag die politischen Ränder in der neuen Legislaturperiode so stark sein werden, dass sie auf eine sogenannte Sperrminorität kommen, wurde die AfD in Hamburg nicht einmal zweistellig. Worüber sich Bürgermeister Peter Tschentscher fast so freute wie über das eigene Ergebnis. In Hamburg bekam seine SPD mit 33,5 Prozent doppelt so viele Stimmen wie bei der Bundestagswahl. Was vor allem das Verdienst Schenschers ist, der Beliebtheitswerte hat, auf die Olaf Scholz und Friedrich Merz nicht einmal zusammenkommen. Ganz dem Bundestrend entziehen konnte sich aber auch die Hamburger SPD nicht. Im Vergleich zur Bürgerschaftswahl vor fünf Jahren verlor sie 5,7 Prozentpunkte. Und nicht vergessen, 2015, also vor zehn Jahren, hatte sie sogar noch fast 46 Prozent, jetzt knapp 34 Prozent. Tschentscher hatte vor der Wahl gesagt, dass er am liebsten die Koalition mit den Grünen fortsetzen möchte, denen aber auch einen Senatorenposten respektive eine Behörde abnehmen möchte. Beides scheint jetzt möglich. Die Grünen erreichten 18,5 Prozent. Ein Ergebnis, dass Spitzenkandidatin Katharina Fegebank höchst emotional aufnahm. Offenbar hatte sie echt die Befürchtung gehabt, dass Rot-Grün keine Mehrheit mehr haben könnte. Die ist jetzt da, aber die Grünen sind nach dem Ausnahmejahr 2020, in dem es zwischenzeitlich ja so ausgesehen hatte, als würden sie tatsächlich die Bürgermeisterin stellen können, wieder auf Platz 3 in der Bürgerschaft gerückt. Davor steht jetzt mit 19,8 Prozent die CDU, die unter dem Spitzenkandidaten Dennis Thering 8,6 Prozent Punkte zugelegt hat. Thering bot Tschentscher noch am Wahlabend an, dass man zusammen regieren könnte. Und er sagte, ich zitiere, wir stehen für eine stabile Regierung mit positiven Veränderungen, vor allem in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Verkehr. Der Bürgermeister selbst kündigte an, zwar zunächst mit den Grünen, aber auch mit der CDU reden zu wollen. Wir haben mit den Grünen einiges zu besprechen, sagte Tschentscher, aber auch, meine Prognose ist, dass es am Ende wieder eine Koalition mit den Grünen gibt. Eine der großen Gewinnerinnen der großen Wahlwoche ist Shansu Özdemir. Die linken Spitzenkandidatin kann jetzt nämlich selbst wählen. Entweder bleibt sie als Fraktionsvorsitzende ihrer Partei in der Bürgerschaft oder sie zieht zusammen mit dem Hamburger Jan van Aken in den Deutschen Bundestag ein. Für beides hat sie Mandate gewonnen und eigentlich wollte sie ja nur in Hamburg einen Erfolg, der auf Bundesebene war dann mehr ein Zufall. Und Shansu Özdemir sagt jetzt auf die Frage, wie sie sich entscheidet. Ich zitiere, ich hatte bisher keine freie Minute, das familiär und parteiintern zu klären, aber mein Herz hängt an Hamburg. Wir sind gespannt. Das sagte sie übrigens in einer Sondersendung des Hamburger Abendblatt zur Bürgerschaftswahl, die sie sich in voller Länge, dreieinhalb Stunden, jetzt noch angucken können auf abendblatt.de. und in der trat auch Joachim Lux auf, der Intendant des Thalia-Theaters. Er fand klare Worte zu den Ergebnissen der Bürgerschaftswahl, die ich ihm nicht vorenthalten möchte, weil sie so schön auch sind. Er sagte, der Populismus hat in Hamburg keine Chance, 75 Prozent haben die demokratische Mitte gewählt. Naja, und auch das Bündnis Sarah Wagenknecht hat in Hamburg keine Chance gehabt, ist nicht in die Bürgerschaft gekommen, so ähnlich wie beim Bundestag sogar noch schlechter abgeschnitten. Und der Co-Vorsitzende und Bürgerschaftsspitzenkandidat des Hamburger BSW, Jochen Braag, ist jetzt zurückgetreten. In einer Erklärung an Parteifreunde, die dem Abendblatt vorliegt, erhebt der Psychiater dabei schwere Vorwürfe gegen andere Teile des Landesvorstandes. Er spricht von einem tiefgreifenden Zerwürfnis zwischen ihm und dem restlichen Vorstand um Konstantin Graf zu Eulenburg. Das Leben im Vorstand sei geprägt durch Diffamierung und durch das Nachaußentragen von Gerüchten. Mehr dazu auf abendblatt.de und einen politischen TV-Tipp habe ich für Sie auch noch. Heute Abend sendet die ARD eine große Doku über Aufstieg und Fall von Olaf Scholz, in der Sie neben dem Kanzler jemanden wiedersehen werden oder hören werden zumindest, dessen Stimme Sie aus diesen Hamburg-News kennen. Und ich sage jetzt nicht, wer es ist, aber ARD heute, ich glaube, ganz spät in der Nacht, kann man auch in der Mediathek sehen, lohnt sich einmal noch mit Olaf Scholz beschäftigen. Und dann gucken wir nach vorne. Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend. Wir hören uns morgen wieder um 17 Uhr mit den Hamburg News. Bis dahin. Tschüss.