Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM haben wir aufgehört zu lachen
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von zusammen näher. Finden wir es heraus, der Warum Podcast. Heute habe ich wieder eine Interviewpartnerin hier bei mir, die Christine Rump. Die habe ich bei einem Netzwerk treffen kennengelernt, war total interessant. Wir haben uns auf Anhieb auch gleich sehr gut verstanden, sind beides Wassermänner oder Wasserfrauen. haben wir gerade im Vorfeld herausgefunden und die Christine ist heute bei mir zu Gast, weil wir uns über die Frage unterhalten werden, warum haben wir aufgehört zu lachen? Und bevor wir mit dieser Frage starten, liebe Christine, sei du lieb, stell dich doch mal kurz vor, wer bist du, wo kommst du her, was machst du? Christine Rump: Das mache ich sehr gerne, liebe Sabine. Mein Name ist Christine Rumpf. Ich wohne aktuell in Tutzing am Starnberger See, was sehr gut für einen Wassermann passt. Ich bin Tanz- und Bewegungstherapeutin, arbeite als Traumatherapeutin und Trauerbegleiterin. Mein Motto ist Leichtigkeit und Lebensfreude. Deswegen hat mich vor drei Jahren das Lachen wiedergefunden. Ich musste auch noch eine Ausbildung als Lach-Yoga-Leiterin und Lach-Yoga-Business-Trainerin machen und gehe heute in Firmen. in Kliniken und lache dort mit den Menschen. Bringe sie wieder ins Lachen. Sabine Osterauer: Das klingt sehr spannend und stelle ich mir gerade auch so bisschen schwierig vor, so auf Anhieb zu lachen. Erzähl uns doch einmal ganz kurz noch, wie so ein Besuch von dir ausschaut. Wie kann man sich das vorstellen? Christine Rump: Es kommt immer darauf an, wie viel Zeit ich habe. In der Regel ist es eine Stunde. Dann gehe ich hier erkläre kurz etwas zu dem Konzept vom Lach-Yoga zur Entstehung. Dann wärmen wir uns bisschen auf. Du hast recht, ich habe die Frage rausklingen hören. Das ist doch erst mal Lach-Yoga ist eine Methode, wir lachen ohne Grund. Und wir tun erst mal so, als ob wir fröhlich sind. Und über dieses Tun kommen wir dann irgendwann automatisch in das natürliche Lachen und dann läuft es wie von selbst. Also ich animiere, die teile mir erstmal dazu, mit mir zu lachen. Und Lachen ist im positiven Sinne ansteckend. Irgendwann springt der Funke über auch. Akustisch natürlich, wenn du die anderen lachen hörst, lachen alle mit. Sabine Osterauer: ... Ja, das stimmt, das ist wie Gehnen. Das ist wie Gehnen, weil sobald jemand gegenüber von dir anfängt zu gehen, dann musst du das ja auch machen. Und so ist es beim Lachen auch. Ich weiß es jetzt nicht mehr genau, aber ich bilde mir ein, ich habe vor vielen, vielen, vielen, vielen Jahren auch einmal so einen Lach-Yoga-Kurs besucht oder zumindest habe ich einmal reingeschnuppert. Wie gesagt, das ist schon sehr, lange her, aber ich kann mich zum Beispiel erinnern, ich habe mir wahnsinnig schwer getan. Christine Rump: Genau. Sabine Osterauer: da jetzt so einfach zu lachen. Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch und ich lache auch relativ viel, aber so dieses jetzt lachen so ohne Grund. Ich kam mir in der Gruppe doch schon etwas seltsam vor. Wie gehst du mit solchen Situationen ⁓ Christine Rump: Also erstmal ist das wichtigste, ich sehe, dass die Menschen alle ihre persönlichen Umstände haben, dass es ihnen vielleicht auch heute an dem Tag nicht leicht fällt und dass das natürlich persönlich nichts mit mir zu tun hat und dann lasse ich die erstmal und schaue, ob die durch die anderen noch mit animiert werden. Ansonsten nehme ich es mit Humor. Es gibt so viele Gründe und auf Knopfdruck ist es manchmal einfach schwierig. Das erkenne ich an. Sabine Osterauer: Wir unterhalten uns ja heute über die Frage, warum haben wir aufgehört zu lachen. Die Frage kam von dir. Die habe nicht ich ins Leben gerufen, sondern wir haben uns darüber unterhalten. Du hast mir eben an diese Frage geschrieben. Warum hast du diese Frage genauso ausgewählt? Christine Rump: Ich merke, ich habe bei der Vorstellung gesagt, was ich alles mache, aber was aktuell wirklich der Renner ist, ist das Lach-Yoga. Und ich habe so den Eindruck, dass wir die letzten Jahre einfach wenig zu lachen hatten. Es ist auch wissenschaftlich erwiesen, dass zwar die Menschen nach wie vor viel lachen, nur weniger lachen. Also Erwachsene lachen weniger als die Kinder, denn die Kinder, die lachen noch sehr viel, also 400 Mal sagt man am Tag, Wir Erwachsene noch 15 mal und wenn wir dann lachen, nur für drei bis vier Sekunden, weil dann kommt sofort unser wunderbarer Verstand. Und wir haben natürlich auch unsere Themen, mehr Verantwortung als Erwachsene, mehr Stress, gesellschaftliche Erwartungen. Wir müssen funktionieren, sollen kompetent wirken, weniger spielerische Aktivitäten und natürlich auch immer das Thema Sorgen ⁓ die Zukunft. Arbeit, Geld, Gesundheit. Das hält uns dann oft vom Lachen ab. Da ist es wirklich so, dass wir immer so tun, als ob wir einen Grund brauchen. Aber wir brauchen manchmal gar keinen Grund, weil wir haben das Lachen ja in uns, also jeder weiß, wie es geht und du kannst es jederzeit reaktivieren. Sabine Osterauer: Du hast es gerade gesagt, jeder von uns weiß ja eigentlich, wie Lachen geht. Das würde mich jetzt interessieren. Das hast du sicherlich auch gelernt oder gelesen oder wie auch immer, oder dich darüber informiert. Ich weiß natürlich, dass Lachen bestimmte Muskeln im Gesicht braucht und so weiter und so fort. Aber wie entsteht Lachen eigentlich wirklich? Christine Rump: indem du deine Mundwinkel nach oben ziehst. Und das ist auch erwiesen, wenn du eine Minute deine Mundwinkel nach oben ziehst. Auch wenn du es erstmal willkürlich machst und ohne Grund. Dann werden in deinem Gehirn Glückshormone ausgeschüttet. Dein Gehirn kennt diese Bewegung und es ist im Körper abgespeichert unter Freude. Und dann denkt sich das Gehirn, dass sich da wunderbar austricksen lässt, ⁓ hoppala. Die muss ja glücklich sein. Ich fange jetzt mal an mit der Produktion. Ich produziere Serotonin und dann werden diese Glückshormone im Körper ausgeschüttet. Das führt natürlich dazu, dass du dich dann auch glücklich fühlst. Dann geht es schon ganz leichter oder noch einfacher, Mundwinkel hochzunehmen und du strahlst. Dann nimmst du am besten Augenkontakt mit dazu, wenn jemand in deiner Nähe ist und lächelst ihn an, spiegeln werden aktiviert, wir vorher gesagt, Lachen ist ansteckend, dann lächelt der zurück. Ich liebe den Spruch von Erich Kestner, jedes Lächeln, du aussendest, kehrt zu dir zurück und so ist es wirklich, es ist so befruchtend, wenn man sich mal so die Aufgabe nimmt. Morgens, wenn du aus der Tür gehst und jeder, der dir entgegenkommt, den lächelst du an, du wirst erstaunt sein, wie gut das wirkt. Sabine Osterauer: Da habe ich gleich ein paar mehr Sachen, ich dazu sagen möchte. Das kann ich nur bestätigen. Ich praktiziere das immer noch, immer wenn ich unterwegs bin und ich gehe jetzt einkaufen oder so. Ich lächle immer jede Verkäuferin an. Ich quatsche auch mit den meisten Menschen immer wieder. Wir haben da immer wieder ein Lächeln, auch als Austausch. wie du sagst, das kommt wirklich zurück. mir gibt es zumindest immer ein sehr gutes Gefühl für mich, auch dieses Gefühl, ich habe jetzt jemand anderen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, sagt man ja auch. Dieses Zaubern, man kann also praktisch durch dieses ansteckende Lächeln jemanden wirklich etwas hinzaubern. Ich kenne dieses mit den Mundwinkeln, das wollte ich jetzt noch ganz Christine Rump: Aber genau. Ja, genau. Für mich ist es viel an. Sabine Osterauer: Entschuldige, das wollte ich noch ganz kurz, dass ich diesen Gedanken fortführen kann. Weil du gesagt hast, wenn du die Mundwinkel nach oben ziehst, dann übernimmt das Gehirn diese Bewegung. Und bei dem Gehirn ist es ja wurscht, ob ich jetzt aus einem bestimmten Grund lache oder nicht. Wichtig ist diese Haltung, der Mundwinkel und Serotonin wird produziert. Und ich kenne das aus der Hypnosatherapie. dass wenn ich mit meinen Klienten in der Hypnose arbeite, also in der Trans arbeite, dass ich ihnen zu gewissen Punkten in ihrem Leben, wo wir halt möglicherweise eine Situation aufarbeiten, dass ich das auch mit hochgezogenem Mundwinkel mache, damit eben auch das Gehirn ein anderes Gefühl zu einer nicht so geliebten, nicht so schönen Situation. verknüpfen kann. Also das funktioniert in den Therapieansätzen ja wirklich immer. Was ich aber unbedingt wissen wollte, dass das Mundwinkel nach oben ziehen, ist ja für mich ein Lächeln. Was ich wissen wollte ist, wie entsteht Lachen. Christine Rump: Ja wunderbar. Ja. Lachen entsteht sehr gut. Da lasse ich manchmal die Teilnehmer die Augen schließen und tatsächlich suchen wir dann einen Grund und bitte sie sich an eine Situation zu erinnern, wo sie das letzte Mal in ihrem Leben so richtig herzhaft gelacht haben. und ich stehe dann vor der Gruppe und ich sehe dann, automatisch die Mundwinkel nach oben gehen. Also wenn die sich zurück erinnern, weil es im Körper gespeichert ist, so wie du es machst in der Hypnose, kommt dieses Gefühl wieder und dieses Gefühl zaubert dann das Lächeln ins Gesicht. Sabine Osterauer: Aber da muss ich jetzt noch einmal einhaken. Es gibt ja eben dieses leichte Lächeln und dann gibt es dieses ganz laute Lachen. Und mich wird interessieren, erstens einmal, wo liegt der Unterschied und warum ist es manchmal eher ein leiseres, vielleicht auch verhalteneres Lächeln und manchmal wirklich ein ganz lautes Lachen, richtiges Lachen, das auch sehr lange anhält. wo man sich sagt, man tut schon der Bauch so weh, ich kann vor lauter Bauch weh, ich kann schon nicht mehr lachen, tut schon alles weh oder mir drückt es die Tränen aus den Augen. Was ist da jetzt der Unterschied? Also wie komme ich von einem Lächeln, also Mundwinkeln nach oben ziehen zu einem herzhaften Lachen, dass es mir die Tränen in die Augen schießt? Christine Rump: Mhm. Das ist auch Typ Sache. Es gibt Menschen, die sind bekannt für ihre Lache. Da weiß jeder gleich, wenn der kommt. Oder die habe ich dann in der Gruppe. Und die haben dann so ein Lachen, dann denke ich mir, ja wunderbar, brauche ich gar nicht so viele Lachübungen machen. Die anderen lachen, weil diese besondere Lache da ist ganz wunderbar. Und dann gibt es natürlich Menschen durch die Erziehung, durch Religion, alles was da mit reinspielt, so wie du groß geworden bist, die es sich nicht erlauben, da sich Sabine Osterauer: Mhm. Christine Rump: auch anders auszudrücken und bei denen ist es vielleicht ein bisschen leiser und verhaltener. ist es einfach eine andere Qualität. Sabine Osterauer: Mir ist auch aufgefallen, speziell bei den lauten Lachern, die bewegen sich, also ich glaube ich mache das auch, aber das macht man unbewusst, man bewegt sich ja beim lauten Lachen immer wieder zurück und nach vorne. Man lacht ja so, ha ha ha ha, und dann geht man wieder nach vorne. Weißt du, warum man das macht? Ist das Luft holen oder warum macht man das? Christine Rump: Mhm. Ja. Du aktivierst beim Lachen die tiefe Zwerchfellatmung. Es gibt dann so Übungen, und ich glaube, das ist auch im Lach-Yoga erfunden worden, dass man sich vor Lachen auf die Schenkel klopft. Damit das Zwerchfell sich entspannen kann, brauchst du Bewegung. Ob du dir auf die Schenkel klopfst, vorbeugen, das ist einfach, damit sich der ganze Bereich wieder entspannt. Weil, wie du sagst, sonst kann es auch Muskelkater geben. Sabine Osterauer: Okay. Genau. Christine Rump: Es gibt Schlimmeres als vom Lachen Muskelkater zu bekommen. Sabine Osterauer: Ja, das stimmt. Ja, das sehe ich auch so. Ihr könnt das natürlich jetzt nicht sehen. Ich habe jetzt auch diese Bewegung gemacht. Aber auf Spotify könnt ihr das natürlich jetzt nicht sehen. Das macht nichts. Probiert es einmal aus, wirklich herzhaft zu lachen und ihr werdet sehen, ich gehe jetzt immer wieder zurück und nach vorne und zurück und nach vorne. Und ich wollte jetzt einfach einmal wissen, warum das eigentlich so ist. Sehr interessant. Was ist der Grund, dass man sich manches Mal nicht mehr einkriegt? Also da gibt es ja auch, ich finde das extrem lustig, weil wir auch vorher gesprochen haben, von ansteckenden Lachen. Und manches Mal erwische ich mich, also ich bin ganz selten auf Social Media, aber manchmal bin ich auf YouTube unterwegs und dann gibt es so diese Kurzvideos und da sind manches Mal Sachen dabei, da kannst du gar nicht anders als lachen und zwar richtig herzhaft und du kriegst dich dann oft gar nicht mehr ein. Christine Rump: Mhm. Sabine Osterauer: Oder du siehst zu, wie sich jemand nicht mehr einkriegt beim Lachen. Da gibt es ja dann diese Videos im Bus oder im Zug, wo einer anfängt zu lachen und alle anderen lachen mit, obwohl sie gar nicht wissen, warum der eigentlich lacht. Aber wir lachen halt alle mit. Und das AGE ist, du lachst dann auch mit, obwohl du es dir anschaust. Und meine Frage ist, warum kann es sein, dass das einfach nicht aufhört, dass es immer wieder anfängt? Oder es gibt diese... Christine Rump: Vielen Ja. Ja. Ja. Sabine Osterauer: speziell bei den Nachrichten, bei den Live-Aufnahmen, wenn jemand Nachrichten vorlässt und er hat irgendeinen Versprecher oder der Kameramann macht irgendeinen Blödsinn, die lachen, die können dann oft gar nicht die Sendung weiter moderieren, weil sich die nicht mehr einkriegen. Was steckt denn da dahinter? Christine Rump: Also Lachen ist die schnellste und einfachste Methode, sich zu entspannen. Und ich glaube, dass bei diesen Situationen einfach viel Anspannung abfällt, wenn du als Erwachsener sehr viel im Kopf, im Verstand bist und dann kommst du das Lachen endlich in den Körper. Dann ist es wie eine Befreiung und dann geht es einfach weiter, weil sich diese ganze Spannung auch irgendwie dann abbaut und man durch diese Ausschüttung von den Glückshormonen ermerkt, Es geht mir jetzt besser, wunderbar, die lachen mit. Es wird wieder was an deiner Festplatte gespeichert, dass das ein schöner Glücksmoment ist. Und dann sind einfach alle Bahnen, alle Dämme gebrochen. Sabine Osterauer: Verstehe. Okay, ist dann auch so Adrenalinabbau nehme ich jetzt einmal an. ist dann wie auch bei den Tränen, also auch wenn wir weinen, dann bauen wir ja auch viel Spannung ab. Und ist es dann so, ich dann so einen Lachflash habe und während des Lachflashes rinnen mir die Tränen aus den Augen heraus oder über die Wangen drüber, ist es dann Christine Rump: Ja, genau. Sabine Osterauer: praktisch noch intensiver der Abbau. Wenn ich weine auch noch zusätzlich zum Lachen, man das artieren. Christine Rump: Ja. weil ja noch mehr Kanäle betroffen sind, wobei jetzt deine Tränendrüsen kannst du nicht so steuern. Das glaube ich ist wieder Typ Sache, ob dann die Tränen ab einem gewissen Punkt laufen sie. Und wie du sagst, wenn man weint, dann löst sie was im Körper. Und das Lösen ist halt Flüssigkeit. Ja, es ist wunderbar. Ich freue mich immer, dann Menschen so lachen oder wirklich weinen, weil ich merke, es löst sie was. Und es ist wunderbar, wenn das einfach durch ein Lächeln passiert. Sabine Osterauer: dir. Ja, ich finde das total schön. Wenn ich jetzt sage, weine wahnsinnig gern, dann klingt das jetzt vielleicht ein bisschen komisch. Aber es gibt schon so Situationen, also das muss ich wirklich sagen, es gibt schon so Situationen in meinem Leben, wo es auch einmal viel ist. Wo vielleicht viele Informationen sind oder wo sich vielleicht etwas angestaut hat, wie auch immer. Und dann habe ich so bisschen das Bedürfnis, ich würde jetzt gerne einfach weinen. Christine Rump: Mhm. Sabine Osterauer: Das funktioniert aber nicht immer, auf Knopfdruck weinen ist dann auch schwierig. Dann versuche ich mich mit meinem Mann zu streiten, das geht ja gar nicht, denn mit dem kann man nicht streiten. Und dann schaue ich mir meistens irgendeinen traurigen Film an. Das funktioniert nicht super, weil dann weinen wir dann beide. Also wir brauchen nicht streiten, wir brauchen uns nur einen gemeinsamen Film anschauen, einen Liebesfilm oder irgendeinen Drama. Und dann weinen wir beide. Und da habe ich dann das Gefühl, da hat sich so viel getan, da hat sich so viel gelöst. Also der Körper ist schon wirklich ein Wunderwerk, ⁓ vielleicht Stress, es ist ja eigentlich Stress, abzubauen und ⁓ sich da wirklich zu entspannen. Christine Rump: Ja. Das ist Schwungung. Genau das hätte ich dir auch empfohlen. Sabine, genau das hätte ich dir auch empfohlen, dann einen traurigen Film anzuschauen. Nein, nicht in den Streiten, weil das ist natürlich, da musst du ja wieder einen Grund vielleicht finden, aber wirklich dieses Gefühl dir zu holen, dass du suchst. Tränen, Traurigkeit und dann regt es das an und so ist es mit dem Lachen auch. weil du vorher noch, nochmal ich möchte zurückgehen zu dem Thema, dann einfach nur auf Knopfdruck die Mundwinkel nach oben ziehen. Sabine Osterauer: Mit meinem Mann zu streiten. Ja. Christine Rump: Vormittag in der Psychiatrie als Bewegungstherapeutin. Und es ist mir vollkommen klar, dass die Menschen dort ganz andere Probleme haben als alle wir außen rum. Da kann ich nicht einfach sagen, ja lach doch mal jeden Tag, Minute braucht das Gehirn bis dann die Produktion losgeht. Stell dich vor, spiegel, lächel dich an. Das geht in der Situation ja nicht. Dann gibt es auch natürlich Tricks, dass du dir dann einen Stift, am besten einen Bleistift aus Naturholz, einfach zwischen die Lippen klemmst, weil dann gehen die Mundwinkel nach oben. Zumindest ⁓ es ein bisschen zu unterstützen, aber da braucht es natürlich dann noch viel mehr. Sabine Osterauer: Okay, heißt, grundsätzlich, da muss ich ein bisschen in meine Arbeit auch wieder reinschauen, weil ich empfehle zum Beispiel meinen Klienten, ich meine auch diese Spiegelübung für die Selbstliebe, sich so ein, zwei, drei oder zehnmal am Tag, wenn es halt möglich ist, für mindestens 102 Minuten sich wirklich bewusst in den Spiegel zu schauen. Und damit meine ich jetzt nicht, ob jetzt die Haare sitzen und ob das geschminkte Christine Rump: Ja. Sabine Osterauer: sondern wirklich in die Augen zu schauen, also wie wenn ich ein anderes Gegenüber hätte, dass ich mir wirklich in die Augen schaue. Das heißt, da kann man eigentlich jetzt auch, also ich sag dann schon immer lächelig an, aber ich denke mir, wenn ich dann auch diese Übung verbinde mit, wie du sagst, einem Naturbleistift, der, wir ja auch kein Gift abschlecken, genau, und dann damit sich auch in den Spiegel zu schauen, ⁓ das wirklich alles zu aktivieren. Christine Rump: Mhm. Sabine Osterauer: Man kann schon mit sehr kleinen Handgriffen, finde ich, schon sehr, viel bewirken. Christine Rump: Wollen wir mal eine Lach-Yoga-Übung machen, Sabine, zu dem Thema Selbstliebe? Können auch die Zuhörer jetzt, ohne dass wir uns sehen, machen? Du legst mal die linke Hand auf dein Herz. Die rechte Hand legst du dir auf die...und jetzt habe ich es genau andersherum gesagt, weil meine Spiegel...rechte Hand bitte aufs Herz. Die linke Hand auf die rechte Schulter. Jetzt ziehst du den Mundwinkel hoch, lächelst dir selbst zu. Sabine Osterauer: Ich esse gerne. Auf dem Bauch. direkt jetzt schon. Christine Rump: und wiegst dich so bisschen im Arm, fühlst dich geborgen bei dir selbst und lächelst dir zu. Sabine Osterauer: Ja. Ja, das stimmt. Ja, es ist eine sehr, sehr beruhigende... Christine Rump: Du hältst dich selbst in den Augen. Auch fürs Nervensystem finde ich. Wenn du sitzt, kannst du die Fußsohlen nur gut auf den Boden aufstellen. Verbindung auch zur Ehrlichkeit. Und dann kommt vielleicht ein tiefes Aufatmen. Sabine Osterauer: sind sie ja. Christine Rump: Genau. Ich habe ja gelernt während meiner Ausbildung, also Dr. Madan Katharya, ein indischer Arzt, hat das Lach-Yoga erfunden. Und es gibt auch noch einen weiteren Satz, ich sehr genial finde. lachen nicht, weil wir glücklich sind. Wir sind glücklich, weil wir lachen. Durch das Lachen kommst du wieder in Lebensfreude, in Glück. Es ist eine Einstellung, die man wirklich fördern kann, ⁓ dann hoffentlich ein besseres Leben zu haben. Sabine Osterauer: Das ist ein wunderschöner Satz und da möchte ich gleich ein bisschen drauf eingehen. Nämlich unsere Ursprungsfrage, warum haben wir aufgehört zu lachen, bedeutet das, dass wir nicht glücklich sind, dass wir deshalb auch weniger lachen. Also dass sie auch gar keine Gründe haben zu lachen. Christine Rump: Ich denke, viele Menschen suchen nach Gründen, ⁓ glücklich zu sein. Nach Gründen im Außen. Wenn ich dann den neuen Job oder das neue Auto oder dies und jenes passiert, dann bin ich endlich glücklich. Aber das ist dann oft zu kurz im Moment, du, dann hast du vielleicht das neue Auto gekauft, dann ist es da. Das ist einmal und dann verpufft. Was kommt denn als nächstes? Also brauchst du wieder einen Grund und Uns geht da die Leichtigkeit, vielleicht die wir als Kinder hatten, verloren, wo wir noch alles im Hier und Jetzt angenommen haben. Das Leben wird komplexer, die Aufmerksamkeit richtet sich auf andere Dinge und du siehst man mit die Momente gar nicht mehr, worüber du früher vielleicht gelacht hast. Sabine Osterauer: Ja, da bin ich auch total bei dir. In meinem Haus, dort wo ich jetzt gerade wohne, im wunderschönen Salzburg, ich eine liebe kleine Familie über mir in der anderen Wohnung drüber. Und die haben einen einhalbjährigen Sohn. du hörst ihn entweder rauzen und plärren, klar. Christine Rump: Hahaha! Sabine Osterauer: Weil so ganze Sätze kann er noch nicht sprechen. heißt, wenn er irgendwas möchte, dann gibt er natürlich Vollgas. Aber es ist ganz egal, ich ihn sehe. Ich sag zu 95 Prozent, hat er immer einen Grinser. Also er lacht einfach immer über alles. Ob er jetzt unsere Katzen sieht oder ob der Papa mit dem Auto heimkommt oder ob er draußen irgendwas machen kann. Also er lacht grundsätzlich über alles. wenn er beim Balkon runterschaut und mir zuwinkt. Christine Rump: Mhm. Sabine Osterauer: Er lacht eigentlich über alles und das ist auch so ansteckend. Und ich denke mir dann ganz oft, hoffentlich darf er sich das noch ganz, ganz lange behalten, bevor, und das ist auch so ein blöder Spruch, ich, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Ja, der Ernst des Lebens beginnt. Und ich habe mir früher über solche Sätze überhaupt keine Gedanken gemacht, also viel früher natürlich, aber ich beschäftige mich jetzt schon. Christine Rump: Die Ernstet-Lebensjahre, Gott, das will ich nicht. Sabine Osterauer: immer vermehrter mit solchen Aussagen, was die eigentlich im Kern wirklich aussagen. Und ebenso bevor der Ernst des Lebens beginnt, denke ich immer, okay, aber muss denn der Ernst wirklich beginnen? Und was ist denn oder wer ist denn der Ernst überhaupt so in unserem Leben? Also wirklich jetzt, Genau. Muss direkt einmal nachschauen, wo die Redewendung herkommt. Christine Rump: Ja, da bin ich voll bei dir. Das ist, wenn du dann, also ich mache es gerne an der Schule fest, wenn die dann aus dem Kindergarten vielleicht auch noch viel lachen erlaubt, aber dann ist es wirklich so die Erwartungshaltung, ab jetzt bitte still sitzen, zuhören und dann haben die gar nicht mehr so viel Raum, so viel Möglichkeit dieses Freilachen und weil sie dann den Leistungsdruck vielleicht erspüren, gute Noten, gar keine Zeit mehr haben für Spiel und Spaß und ja, dann wird es irgendwie abtrainiert. Sabine Osterauer: Ich habe das total spannend gefunden. Ich bin ja auch Mama. Mein Sohn ist aber schon 22 mittlerweile. Der ist schon selbstständig. Aber ich kann mich noch gut erinnern und wir reden auch immer wieder darüber. Und er sagt dann immer zu mir, ich bin so froh, dass du da so entspannt warst und dass du mir nie Druck gemacht hast in der Schule. Weil er sagt, das hätte ihm auch sehr viel von seiner Kindheit gekostet. Weil ich kann mich noch erinnern, speziell in der Volksschule, also wir hatten teilweise Aufgaben, die haben bis zu drei Stunden gedauert am Nachmittag. Und da ging es aber jetzt nicht darum, dass wir drei Stunden gebraucht haben, weil das Kind herumgezappelt hat und das nicht machen wollte, sondern das waren drei Stunden Vollgashausübung. Ich bin daneben gesessen. Und irgendwann habe ich dann gesagt, so jetzt sage ich dir was. Alles das, wo ich das Gefühl habe, dass du damit nichts lernst. Also Entschuldigung bei allen Pädagogen, die das jetzt hören und sagen, ich bin total verrückt. Aber ich habe dann einfach so Sachen wie einen Clown ausmalen mit den Zahlen oder irgendetwas ausschneiden, irgendetwas einkleben und lauter solche Sachen. Das habe ich dann alles am Abend gemacht. Ich habe gesagt, mir ist es lieber, du gehst jetzt raus. Du bist jetzt im Garten und triffst dich mit Freunden oder wie auch immer. Du darfst Kind sein, das ist ganz, ganz wichtig. Und wir haben auch nie bis zur Vergasung gelernt. Christine Rump: Mhm. Sabine Osterauer: Ist auch so ein blöder Spruch eigentlich, gell? Fällt mir jetzt gerade auf, wo ich ihn so sage. Aber mir war das nicht wichtig. Mir war das überhaupt nicht wichtig. Mir war wichtig, dass er ein glückliches, ein fröhliches Kind ist. Und mir waren die Noten sowieso immer total scheißegal, muss ich auch sagen. Weil ich einfach die Erfahrung gemacht habe, auch bei mir selber. Und auch natürlich sehr viel im Laufe meines Lebens mitbekommen habe. Ich habe sehr viel mit Lernkindern gearbeitet, mit Kindern, die Lernschwächen hatten, Discalculi, Ligastini, habe ich eine Zeitlang, also einige Jahre, sehr intensiv gearbeitet. da habe ich gar nicht an der Lernschwäche gearbeitet, sondern am Selbstbewusstsein und an der Freude übers Lernen. Weil die Kinder verlieren die Freude. Und das ist etwas, was ich unserem Schulsystem schon sehr angreide, dass dieses leichte Lernen Christine Rump: Mhm. Mhm. Sabine Osterauer: und vor allem auch dieses sinnvolle Lernen total verloren geht. Dass die Kinder viel zu wenig lachen. Wenn du dir die Kinder anschaust, speziell im Zug oder wenn ich sie in Wien sehe, wenn ich da wieder mal zu Gast bin. Heute schauen sie sowieso größtenteils nur aufs Handy. Das ist ja auch so etwas. Und sie sind alle irgendwie so bisschen grau. Also es fehlt dieses Lachen richtig stumpfter, richtig abgestumpfter. Christine Rump: Ja. Ja. Ja, ein bisschen abgestimmt. diese spinnerische Leichtigkeit. Im Lach-Yoga sagen wir dazu, wir erlauben uns kindliche Verspieltheit wieder, weil ja auch da diese Wertungen, kindisch ist ein Wort, das mag ich überhaupt nicht. Weil es ist eine Wertung, du bist kindisch, bist jetzt irgendwie, das darfst du nicht. Aber kindliche Verspieltheit hat für mich schon wieder sowas von einer Leichtigkeit. Die gute alte Zeit, wie es früher war, mir das zu erlauben. Aber das muss ich ja bewusst machen, weil manche fühlen sich dann beobachtet. Sabine Osterauer: Mh. Christine Rump: Darf ich das? Kann ich das? Aber mit der Schule geht es mir genauso. Ich habe zu meinen Kindern gesagt, das ist mir egal. Ich möchte, dass ihr gute Menschen werdet. Und es muss am Nachmittag noch Zeit zum Spiel sein, sonst sind die wirklich nur für manche Fächerthemen, wirst du gar nicht, wofür brauchen die das später mal im Leben. Das wird ihnen eingetrichtert, damit sie es im richtigen Moment wieder auskotzen können. Entschuldigung, in irgendeiner Schulaufgabe. Aber ich möchte jetzt nicht Bulimie. Sabine Osterauer: Ja, ich auch Millionär. Christine Rump: jemand der droh erkrankt ist, also vollkommen wertfrei, schwere Erkrankung, dann ist das Thema weg, abgehakt und dann geht es zum nächsten. ja, was habe ich denn dafür? Kann ich damit später mal ein selbstständiges Leben führen? Nein! Da müssen wir uns über andere Themen unterhalten. Lernt in den Kochen, soziale Kompetenzen, sowas ist für mich wichtig. Vielleicht auch fächer wie Glück, Freude, wie Komplizierung. Sabine Osterauer: Natürlich nicht. Christine Rump: kommunizieren wir richtig miteinander. Sabine Osterauer: Ja, das geht ziemlich verloren. Ich habe in der Erziehung auch meinem Kind sehr viel gesprochen. Wir haben versucht, das Leben einfach und auch lustig zu gestalten, wenn man da auch viel gelacht. Ich habe auch viele Jahre Kinder tunen. gemacht, also veranstaltet und wir haben immer geschaut. Also mir ging es nicht darum, welches Kind kann jetzt den besten Purzelbaum schlagen oder machen oder ein Rad schlagen, sondern mir ging es wirklich darum, dass die Kinder Spaß haben. Das war mal ganz, ganz wichtig. da hat man gesehen, je mehr die Kinder, da komme ich jetzt wieder auf das Thema Lachen zurück, aber je mehr Kinder lachen, umso gelöster sind sie, umso fröhlicher wirken sie auch. Christine Rump: Mhm. so leichter geht es auch. Sabine Osterauer: Und ich glaube, ist es auch umso leichter geht es. Ich glaube schon, es gibt ja, das ist vielleicht auch noch eine Frage, die ich mit dir gerne diskutieren würde. Das ist mir jetzt gerade so eingefallen, aber weil wir von Kindern sprechen, ist ja jetzt, haben wir ja, dass das Wort Mobbing ganz oft auch in Gebrauch. Ich bin überzeugt, das gab es früher auch schon. Jetzt hat es halt einen Namen. Denkst du, dass dieses Mobbing, also abgesehen davon, dass wir jetzt Christine Rump: Ja. Sabine Osterauer: mehr Kinder sind, dass die Vielfalt eine andere ist der Kinder. Aber glaubst du schon auch, dass Mobbing gehäufter auftritt, weil die Kinder und Jugendlichen verlernt haben zu lachen? Christine Rump: ob ich jetzt das am lachen festmachen würde. Ich Kommunikation ist eher so das Thema. Kommunikation kann ich auch wieder auf Lachen zurückführen. Wie ist es mit einer wertschätzenden, leichten Kommunikation? Da ist vielleicht auch viel Platz für Lachen, aber das lernen die nicht. dann ist so das Thema, du hast vorher die Smartphones angesprochen, das sehe ich ja so, das ist das neue Übel unserer Zeit, das halt auch viel. Zeit, Energieaufmerksamkeit da in dem Gerät festhängt und man teilweise ja gar nicht mehr was, weil man immer nur wischt und irgendwas konsumiert. Wie geht es denn eigentlich aktiv zu sein mit anderen Menschen? Das glaube ich so das Thema. Sabine Osterauer: Ja, das ist natürlich ein Riesenthema. Ich bin ja eine Generation, ich bin ja ohne Smartphone groß geworden. Ich glaube, habe mein erstes Handy mit 23 Mein Kind allerdings, ich habe gesagt, ist jetzt 22. Aufgewachsen klingt jetzt auch bisschen komisch. Sein erstes Handy bekam er mit 11. Christine Rump: Mhm. Sabine Osterauer: Der Grund war eigentlich nur der Schulwechsel, ⁓ einfach anrufen zu können, wenn irgendwo steht, ganz altes Handy, also eben nur zum Telefonieren, also nicht wischen oder so, sondern wirklich nur zum Telefonieren. Ich glaube das erste Wischhandy gab es da mit 14, 15 oder so, also wo es sich dann selber erarbeitet hat, was ich mich noch erinnern kann. Genau und hat auch gereicht. Christine Rump: Mhm. Sabine Osterauer: Aber es ist halt etwas, was halt mit uns mitgeht. ich glaube oder das ist so meine Meinung, ich glaube, durch diese Smartphones ja auch die Möglichkeit oder die Idee, die Fantasie auch etwas anderes zu machen ja gar nicht gegeben ist. Weil wenn du dir, wenn du dein Handy hast und du schaust jetzt irgendwelche Videos auf TikTok oder YouTube an, ich glaube nicht, dass da irgendwelche Videos vorkommen, wo Kinder oder Jugendliche draußen ohne Handy spielen. Oder so. eine Freizeitgestalt. Dass du dir was anschaust und sagst, okay, das ist urcool, das will ich jetzt auch machen, aber da brauch ich ⁓ keine Handy dazu, weil da bin ich auf irgendeinem Bach und tu irgendwas bauen oder bin draußen im Wald oder keiner. Wir waren als Kinder permanent irgendwo. Wir waren einfach draußen, ständig mit dem Radl gefahren, natürlich mit einer Dreigangsschaltung, nicht mit ... Christine Rump: Re! Hipp-Hack und 20 Dinge. Sabine Osterauer: Mit E-Bike oder so, wir waren bergauf, bergab super trainiert. War kein Thema. Wir sind weggefahren in den Ferien ⁓ 9.10 Uhr und sind heimgekommen. Wenn es finster war und keiner hat gewusst, wo wir sind, war wurscht. Da könnte man neue Folge aufnehmen. die Kinder kriegen über das Smartphone keine Ideen geliefert, wie sie sich ohne Handy beschäftigen können. Und wenn jetzt niemand da ist, der ihnen das beibringt Christine Rump: Mh. Ja, genau. Sabine Osterauer: Ja, dann ist es blöd. Oder wie siehst du das? Christine Rump: Die Kreativität geht dir heute verloren, weil du den ganzen Tag berieselt wirst. Und wie du sagst, die suchen natürlich auch nicht aktiv nach irgendwelchen Videos, wie kann ich mir ein Baumhaus bauen oder so, sondern was machen die da gerade. Es ist erleichter geworden, weil es anonymer ist. Natürlich da irgendwelche Kommentare. Du kriegst keine Rückmeldung. Ist das wertschätzend? Wie geht es anders? Und es ist einfach alles zu... Technisch, genau. Und ich merke das bei mir, Gott sei Dank. Ich will auch ein gutes Vorbild sein. Manchmal regt es mir dann echt auf, wenn abends das Smartphone nochmal ... dann sage ich das, ich schmeiße das Ding jetzt echt mal weg. Ich arbeite natürlich damit. Aber das glaube ich ist so der Punkt. Dann richtig mal raus in den Wald und zurück zum Lachen zu kommen. Das ist das gleiche Thema, im Außensein, im Smartphone, da was anschauen. Anstatt zu gucken, wo bin ich im Hier und Jetzt, wo finde ich in mir ein Lächeln? Wo habe ich was erlebt? Wo kann ich was bewirken? Und nicht immer schauen, wer kann gerade was für mich. Sabine Osterauer: Wer lächelt mir jetzt gerade aus dem Smartphone entgegen und gibt mir einen Grund, mitzulachen? Weil es ist ja dann auch oft gar nicht ein Mitlachen, sondern ein Auslachen. Also ich habe jetzt, genau, habe jetzt, ja, ich glaube, ist ja, ist, ich weiß jetzt nicht, also ich denke mir aus, fürs Gehirn ist es wahrscheinlich jetzt irrelevant, ob es ein Auslachen oder ein Mitlachen ist. Christine Rump: oder nicht. Ja. Auslachen, genau. Wertend wieder. Sabine Osterauer: Oder sind denn schon andere Emotionen gespeichert? Ich denke jetzt selber gerade nach. Wie siehst du das? Christine Rump: Du hörst es an der Qualität manchmal schon, ob das jetzt verspielt ist, ob das jetzt höhnisch gemeint ist, aber fürs Gehirn kann nicht so großartig unterscheiden, weil es ist das Lachen da, es ist die Bewegung im Mundwinkel da und das ist unter Freude gespeichert. Da sind natürlich sicher auch noch andere Botenstoffe mit dabei. Wir haben ja mehr Serotonin, wir Oxytocin, haben das Dopamin und wir haben Endorphine, die ausgeschüttet Sabine Osterauer: Aushaft. Mhm. Schauen wir. Christine Rump: Wenn du jetzt einen Wissenschaftler fragst, dann gibt es noch viel, viel mehr. Ich kann mir schon vorstellen, dass beim boshaften Lachen, wie du es jetzt genannt hast, sicher natürlich auch noch die eine oder andere Substanz, das merkt man in den Körperzellen. Wenn jemand sehr negativ ist oder an der Körperhaltung, natürlich hast du da andere biochemische Zusammensetzungen als jetzt sehr fröhliche, aufgerichtete Menschen. Sabine Osterauer: Ja, denke ich auch. Aber das ist etwas, was mir schon auffällt, dass da sehr viele Sachen halt auch bei den Videos dabei sind, einfach andere Menschen ausgelacht werden oder über sich eben lustig gemacht werden. Bietest du deine Kurse auch an Schulen an? Wird das angenommen? Christine Rump: noch nicht. Ich habe selber ja noch zwei Kinder, die noch groß werden wollen und ich mache aktuell nur mit Erwachsenen. Also egal, ob ich jetzt Einzel- oder Kurse mache, ich habe gesagt, ich fokussiere mich jetzt auf die Erwachsenen und bin ansonsten für meine Kinder da, aber ich kann es mir schon vorstellen. Ich habe ja kreativen Kindertanz und alles gemacht, aber ich habe einfach gemerkt, ich möchte momentan am liebsten meine Energie für meine Kinder verwenden und für die Wachsenen bin ich gerne da. Mir ist jetzt gerade noch was Eichwein-Sapine zu dem Auslachen. Sabine Osterauer: Aber, hm. Christine Rump: Beim Lach-Yoga ist das Motto, wir lachen nicht übereinander, wir lachen miteinander. Das finde ich auch sehr schön und wertfrei, genau weil es hat etwas von Gemeinschaft, Gemeinschaft die sich trägt. Und manchmal kommen Menschen zu mir in die Kurse, ich bitte bei der VHS Kurse an und die sagen dann, ja es ist gerade irgendwie mein Frau gestorben, habe Angst, dass ich in die Depression abrutsche. Und da finde ich es so wunderbar, egal was passiert, Sabine Osterauer: Mit einander. Christine Rump: Du darfst dir trotzdem erlauben, eine Stunde zu lachen. Auch das hätte dein Verstorbener wahrscheinlich gewollt oder wünscht es sich für dich. Sich dieses wieder erlauben, dir auch mal einen Glücksmoment zu schenken. Sabine Osterauer: Ja, das sehe ich genauso. Ich arbeite ja auch als Trauerrednerin und bin natürlich da sehr oft bei Familien, bei Hinterblieberinnen. Das kriege ich ganz oft gefragt. Die erste Frage ist immer, wie kann man das überhaupt machen? Und die zweite Frage ist dann, wie hältst das aus, wenn du ständig bei Familien sitzt, die gerade in Trauer sind? Und ich sage immer, du erstaunt, dass eigentlich, ich würde sagen 95 sogar 98 Prozent dieser Gespräche, wo mindestens einmal gelacht wird, mindestens, weil wir ja über den Verstorbenen sprechen und ⁓ Gottes Willen, da muss ja irgendwas hoffentlich dabei gewesen sein, was lustig war. Wenn das nicht ist, dann ist es ⁓ schwierig. Also solche Fälle habe ich auch immer wieder. habe heute erst zufälligerweise wieder so ein Gespräch gehabt, wo gar nicht gelacht wurde, überhaupt nicht. Sehr traurig. Christine Rump: Mhm. Positiv. Sabine Osterauer: muss ich dann überlegen, wie schreibe ich das jetzt am besten. Aber grundsätzlich höre ich das dann schon noch immer. Ja, jetzt haben wir so viel gelacht und es ist gerade die Mama verstorben oder der Papa gestorben und jetzt haben wir da gelacht und ich Gott sei Dank, weil genau das hätte der Verstorbener oder die Verstorbener auch gewollt. Da bin ich total bei dir. Aber das ist etwas, das wurde uns mitgegeben. Trauer hat immer etwas mit nicht lachen zu tun und das finde ich total Christine Rump: Mhm. Mhm. Sabine Osterauer: blöd, weil auch hier ja diese Spannungen dann auch viel mehr loslassen könnten. Viele weinen und lachen ja in einem auch. Also das gibt es ja auch in der Trauer ganz häufig. Das erlebe ich auch am Friedhof sehr, sehr häufig, dass Menschen einfach weinen und gleichzeitig lachen und sich dann dafür schämen, wo ich mir denke, hey, alles ist gut. Also lach dich, wein dich aus. Jede Emotion ist herzlich willkommen, weil der Körper produziert sie ja nicht zum Spaß. Christine Rump: Ja. Ja. Und du bist ja überflutet. Sabine Osterauer: Also schon, aber ich finde nutzen. Christine Rump: Du wirst überflutet von den Gefühlen. Gerade so kurz, wenn jemand, alle geliebte Person, verstorben ist. Ich finde das wunderbar. Ich habe diese Ausbildung als Trauerbegleiterin und habe mich da auch beschäftigt, weil ich habe mir früher immer gedacht, wie kann man denn aufs Trauermal gehen? Erst ist jemand gestorben, es stehen alle am Grab und tun so, als ob alles ganz schlimm ist. Und dann sitzen sie da wieder beim Lachen. Bis ich verstanden habe, dass das Sabine Osterauer: Richtig. Christine Rump: wichtiger Prozess ist, weil wir sitzen zusammen, unterhalten uns im besten Fall noch mal über den Verstorbenen, an die gemeinsamen schönen Momente, die wir uns erinnern und das bringt uns zum Lachen, weil es darf doch beides da sein, ja das Leben ist doch immer alles. Sabine Osterauer: Ja, das stimmt. kann aber auch, ich habe auch immer wieder Familien, mir ganz deutlich sagen, sie möchten im Anschluss an eine Trauerfeier heimgehen. Also die wollen einfach dann mit niemandem mehr irgendwas reden oder so. Die bieten auch immer ⁓ Abstand bei Leitsbegründungen. Also die gehen wirklich gleich nach Hause. Die gehen auch wirklich aus der Halle oder vom Friedhof weg. Christine Rump: Vielen Sabine Osterauer: setzen sich ins Auto und fahren. Und auch das ist legitim. Also es ist beides. Ich mag dieses Einkasteln nicht. Das gehört sich jetzt, das gehört sich nicht, das darf man, das darf man nicht, da man aufpassen, da muss man sich schämen. Dass sich wer hinstellt und sagt, so geht's und so geht's nicht. Das finde ich einfach schlimm, weil mein Körper ja weiß, wie er Christine Rump: Ja. Mhm. Mhm. Sabine Osterauer: mit Stresssituationen, und es ist ja Stress, richtig umzugehen hat, damit es mir wieder gut geht oder besser geht. Und dann kommt irgendwer daher und sagt, das geht nicht. Christine Rump: Ja. Ich finde es teilweise... Ich finde es teilweise richtig scheinheilig. Ich bin ja in einem kleinen Dorf aufgewachsen und man kriegt ja dann doch immer so bisschen was mit. Und dann, wenn jemand verstirbt, dann musst du ein Jahr Schwarz tragen und alle tun so, als ob es ganz schlimm war. Da wenn vorher schon irgendwie Rosenkrieg und was war. Und dann denke ich mir, wie scheinheilig ist das denn? Also dann seid doch bitte ehrlich. Du musst doch jetzt nicht jahrelang so tun. Freu dich doch dann bitte, wenn es dir danach ist. Oder wenn Sabine Osterauer: Ja. Christine Rump: Verstorbene sich das wünschen, dass man da Feier macht, in den Bund kommt. Ja wunderbar, respektiert das doch bitte. Das kann man doch alles so gestalten, sie sich das wünschen. Ruhe oder Rest. Sabine Osterauer: Ja. Man darf ja nicht vergessen, richtig Ruhe oder eben dann die Feier. Man darf ja nicht vergessen, meistens ist der Tod ja eine Erlösung. Also herzlich willkommen, weil wenn der Mensch sehr krank ist und nicht mehr gesund werden kann, also wenn es gar nicht mehr geht, also irgendwann noch immer, dann ist der Tod doch herzlich willkommen und dann gehört er doch eigentlich auch gefeiert. Christine Rump: Ja. Ja. Ja. Sabine Osterauer: Ich glaube, ich kriege das schon mit in meiner Branche, dass da schon ein Umdenken stattfindet. Aber du und Lachen finde ich auch in solchen Situationen wirklich ganz, ganz, ganz wertvoll. Da bin ich absolut bei dir. Aber denkst du ⁓ wieder unsere Frage? Christine Rump: Schulthema wohl? Ja, mir fiel nur zum Schulthema ein, auch mal diesen Kreislauf, ja, wir kommen auf die Welt, wir werden geboren, wir gehen irgendwann wieder. Ist ganz natürlich, aber auch das wird nicht thematisiert, ja, und dann oft, du darfst dann die Oma vorher nicht mehr sehen oder so, es wird alles so bisschen ausgesperrt. Wie soll man denn dann überhaupt umgehen mit den Emotionen? Nächstes Schulfach, bitte. Sabine Osterauer: Sprechen wir, Christina? Richtig, ja. Ja, richtig. Und ich glaube schon, dass der Weg wieder zurückgeht. Also ich glaube schon, dass wir wieder so ein bisschen zurückkommen zu diesen Sachen, das denke ich schon. Dass es nicht mehr so dieses ganz große Tabuthema ist und dass es auch in der Sterbebegleitung mittlerweile auch viel mehr Möglichkeiten gibt als noch vor einigen Jahren. Also wir kommen wieder möglicherweise vielleicht auch dorthin, wo wir irgendwann schon einmal gewesen sind, wo die Menschen hauptsächlich zu Hause gestorben sind und dann auch noch zu Hause geblieben sind für eine gewisse Zeit, bis dann jemand gekommen ist und den toten Körper mitgenommen hat. Also ich denke schon, dass wir da auch wieder zurückkommen, hoffentlich. ⁓ auf unsere Ursprungsfrage wieder zurückzukommen, warum haben wir aufgehört zu lachen? Christine Rump: Ja. Ja. Sabine Osterauer: Wenn es ein Mensch kommt und sagt, ich weiß auch nicht, mir ist das Lachen mittlerweile vergangen, welchen Tipp würdest du als Expertin auf diesem Gebiet, diesen Menschen mitgeben? Christine Rump: Als erstes würde ich ihn fragen, was ihm Freude macht im Leben und worüber er früher denn gerne gelacht hat. Weil da komme ich wieder in den Körper, in die Erinnerung und dann kommt vielleicht schon eine Idee. Ach ja, stimmt, das habe ich einfach nur vergessen. Und da schaue ich doch jetzt mal, wo kann ich denn vielleicht in der Nachbarschaft mit Freunden so einen Moment, so ein Erlebnis noch mal gestalten? Wen kann ich anrufen? Mit wem habe ich mich da früher getroffen? Nachricht ist, ⁓ nochmal darauf zurückzukommen, wir haben es nicht verlernt, wir sind einfach nur erwachsen geworden. Und da braucht es manchmal einfach nur so kreative Idee. Am liebsten ist mir, wenn jemand durch Fragen von mir selber drauf kommt. Was war es früher? Was könnte es jetzt sein? Und ansonsten unterhalten wir uns ein bisschen und dann gebe ich ihm so Ideen mit. Aber ich empfehle sehr gerne, sich Menschen zu suchen, die positiv sind, mit denen man sich gerne umgibt und mit denen dann was zu unternehmen, mit denen zu lachen. Sabine Osterauer: Ja. Mhm. Ich bin jetzt wahrscheinlich nicht die Expertin, wie du, aber ich hätte auch einen Tipp. Also wenn ich etwas zum Lachen brauche, grundsätzlich kann ich über alles lachen. bin ein sehr fröhlicher Mensch. Aber ich habe auch so Phasen oder Tage, wo ich mir denke, boah, das ist alles so anstrengend und ich habe nicht gut geschlafen. Außer Schokolade, aber was mir extrem hilft. Das sind Haus, also sind meine Katzen. Ich weiß, ich immer wieder vielleicht beim Smartphone oder so, aber ich zum Lachen bringe mich auch immer irgendwelche Babytiervideos, muss ich ehrlicherweise sagen. Oder wenn ich draußen bin, wenn es nicht regnet, wenn es halt ein bisschen schöneres Wetter hat, weil bei uns regnet es jetzt gerade wieder so stark. Wenn du dir zum Beispiel Enten im Fluss also das sind so Kleinigkeiten. Christine Rump: Mhm. Mhm. Sabine Osterauer: Also überall dort, wo es natürlich miteinander umgegangen ist, da gibt es immer irgendetwas zum Lächeln, zum Schmunzeln oder ansonsten gehe einkaufen und lächle doch einmal die Kassiererin an, denn die ist dankbar und die lächelt zurück und das gibt auch ganz, ganz viel Energie, finde ich. Christine Rump: Genau. Ja. Und so wie du abends auch Dankbarkeitstagebuch schreiben kannst, finde ich, man abends sich mal überlegen, welche drei Situationen habe ich heute gelacht. So kurz bevor du ins Bett gehst, ja, dann noch mal positiven Impuls für den Körper. Aber bei dir bin ich mit der Verkäuferin, mit der Kassiererin. Es geht mir manchmal so, wenn ich dann mit meinen Kindern einkaufen bin und ich sehe schon, die hat den anstrengenden Tag. Man sieht sie an der Körpersprache. Und dann sage ich zu meiner Tochter, du lächelst die bitte jetzt mal, ⁓ wie Sabine Osterauer: Mhm. Christine Rump: dann sag ich, die ist K.O. und die freut sich. Und das funktioniert wirklich. Und dann denke ich mir, könnten uns, also ein Lachen ist ein Geschenk für die Welt. Einfach ein bisschen mehr Lachen verschenken, weil es kommt wieder. Du kriegst alles zurückgeschenkt. Sabine Osterauer: Ja, das stimmt. heißt, wir sind jetzt ⁓ schon wieder am Ende dieser Folge. haben schon wieder fast 50 Minuten miteinander geplaudert. Das heißt, als Schlusswort, ich überlasse dir mal das Schlusswort für heute. Was würdest du unseren Zuhörern da draußen mitgeben wollen zu unserer Ursprungsfrage? Christine Rump: Werdet wieder wie die Kinder. Wer hat Jesus gesagt? Mein Motto ist, lacht wieder wie die Kinder. Sabine Osterauer: sehr schönes Schlusswort finde ich und damit würde ich sagen, haben wir es zusammen wieder mal herausgefunden. Der Warum Podcast hat wieder eine Folge aufgenommen. Liebe Christine, ich bedanke mich wirklich bei dir. Es war eine sehr kurzweilige Folge, die wir beide aufgenommen haben, obwohl wir wieder 50 Minuten geplaudert haben. Ich danke dir sehr, dass du dir heute die Zeit genommen hast, auch wenn ich dich jetzt aus technischen Gründen bildlich nicht sehen konnte. Aber es war mir ein Fest, es war mir eine Freude und wer weiß, vielleicht darf ich dich hier wieder mal bei mir im Podcast begrüßen. Christine Rump: würde mich freuen, liebe Sabine, mir tut jetzt wirklich von unserem Gespräch ein bisschen das Gesicht, das heißt, ich habe heute zu wenig gelacht. Ich hoffe, du spürst auch ein bisschen die Gesichtsmuskulatur vom Lachen. Sabine Osterauer: Auf jeden Fall. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge, wenn wir es zusammen wieder herausfinden. Christine Rump: Lachts gut und auf Wiederlachen!