Latest / ntv Wirtschaft / Industrie unter Druck: Ist Künstliche Intelligenz die letzte Chance?
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- Die Industrie trifft sich in Hannover und will mithilfe künstlicher Intelligenz aus der Krise kommen. Bosch baut Stellen ab und will aber mit KI Arbeitsplätze effizienter machen. Und während viele Unternehmen sparen müssen, verdienen die Chefs der DAX-Konzerne deutlich mehr. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die größte Industrieschau der Welt läuft. Die Hannover Messe. Partnerland in diesem Jahr, Brasilien. Und schon der Auftakt zeigt, worum es gerade geht. Um neue Allianzen und um die Frage, wie die Industrie wieder in Schwung kommt. Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet die Messe mit einem klaren Signal. Deutschland brauche Partner wie Brasilien, gerade in einer Welt, die sich wirtschaftlich und politisch neu sortiert. Im Zentrum der Messe steht ein Thema, das viele Hoffnungen trägt. Künstliche Intelligenz. Sie soll Prozesse effizienter machen und Kosten senken. Doch auch hier steht so manche bürokratische Hürde im Weg, die der Bundeskanzler ausräumen will. Gerade bei industriellen Anwendungen spielt KI eben eine sehr wichtige Rolle. Und ja, ich werde mich dafür einsetzen, die europäische KI-Regulierung zu erleichtern und, wenn möglich, industrielle KI aus dem gegenwärtigen, zu engen Korsett der KI-Regulierung der Europäischen Union herauszulösen, meine Damen und Herren. Beim Rundgang über die Messe schaut sich der Kanzler genau an, wie Unternehmen KI einsetzen. Ein zentraler Stopp traditionell ist der Stand von Siemens. Hier geht es um digitale Fabriken, vernetzte Produktion und um die Frage, wie KI tatsächlich in der Industrie ankommt. Viele Unternehmen setzen sie bereits ein, um Produktionsprozesse zu steuern. Frederik Trien hat auch darüber mit Siemens-Chef Roland Busch gesprochen. Sie wollen als Siemens eine One-Tech-Company sein. Das heißt, Sie wollen die physische und die digitale Welt miteinander verbinden und Sie wollen KI sowohl entwickeln als auch dann in Ihre bestehende Hardware einbauen. Haben Sie mir für mich ein Beispiel, ein Prozess, ein Produkt, wo Sie das schon richtig gut hinbekommen? Also das kann man ganz verschieden Stellen sehen. Also wir sind schon eine One-Tech-Company. Das heißt, der Wert von Siemens, der fundiert auf dem technologischen Basis, die wir haben, die wir übrigens in alle Bereiche eskalieren. Nicht nur im industriellen Bereich, Infrastruktur, Gebäude, Energie, Rechenzentren oder auch Mobilität mit unseren Zügen und Signaltechnik. Es gibt viele Beispiele. Eins, was sehr, sehr offensichtlich ist, ist zum Beispiel ein Pilotprojekt, was wir jetzt hochskalieren mit Audi. Wir haben künstliche Intelligenz eingesetzt, um Schweißpunkte zu überwachen. Wir schaffen das 2000 Stück in der Minute mit künstlicher Intelligenz, mit einer hohen Trefferrate. Wir können genau sagen, welcher Schweißpunkt ist gut, welcher nicht. Es kann nachgearbeitet werden, das könnten Menschen nicht. Vielleicht ein zweites Beispiel, was wir tun. Wir haben einen neuen Agenten entwickelt für Ingenieure, der letztendlich selbst einen Plan macht, ein Programm schreibt, es validiert für die Steuerung von Computern am Shopfloor, vielleicht auch für Roboter. Das heißt, ein Agent, der alleine losläuft. Der Mensch muss halt mit ihm nur noch sagen, das passt so und dann geht's los. Ist dieser ganze Bereich, der uns hier überall auf der Messe begegnet, Industrial AI, die Fabrik der Zukunft, so eine Art roter Faden, an die sich die deutsche Industrie doch wieder entlanghangeln kann, wo wir, wenn wir da wirklich nochmal Gas geben und aufholen, auch wirklich wieder Weltspitze werden können? Glauben Sie daran? Also gutes Stichwort, roter Faden, das ist auch das, was wir sagen. Der rote Faden der Digitalisierung zieht sich durch die Fertigung in ganz verschiedenen Industrien, den bauen wir auf. Wir halten den über unsere Verbindung von digitalen Zwillingen aufrecht. Aber zu Ihrer Frage, ja, industrielle KI ist der Bereich, in dem deutsche, europäische und deutsche Firmen insbesondere in die Führungsposition gehen können. Warum? Man braucht dafür Domänenwissen, man muss wissen, wie man fertigt, man braucht dafür Daten. Wir haben wahrscheinlich den größten Schatz an Daten, an industriellen Daten, Daten, die übrigens diese großen Fundamentalmodelle noch gar nicht gesehen haben. Wir trainieren natürlich jetzt unsere Modelle darauf und man braucht am Ende auch eine Technologie, die wir einsetzen können. Die bauen wir zusammen mit unseren Partnern weltweit auf. Könnte die deutsche Industrie an der Stelle führen sein, vielleicht ein kleiner Kaviat. Dazu müssten wir allerdings weniger regulieren auf europäischer Ebene. Data Act, AI Act, Cyber Security Act, der nicht differenziert zwischen Konsumenten, privaten, persönlichen Daten und Industrietaten. Das bräuchten wir, um schneller voranzukommen. Sie beim Thema Vorankommen sind ja ganz vorne mit dabei. Sie gestalten diesen roten Faden irgendwo auch mit, gestalten die Transformation mit, wissen ganz genau, was gerade State of the Art ist. Wann war denn das letzte Mal, dass Sie wirklich gestaunt haben, wo Sie gesagt haben, Wahnsinn, wie schnell das jetzt doch, mit welcher rapiden Geschwindigkeit die Entwicklung bei KI vorangeht? Kann ich Ihnen genau sagen. Ich war Anfang des Jahres, das mache ich öfter mal, dass ich mal für drei Wochen wirklich mich in den USA einbette und dort bleibe. Und ich hatte dort gesehen, was das nächste Niveau ist von den Modellen, Hier ganz konkret am Tropic. Vorher dachte ich immer, ein Softwareentwickler hat einen Co-Pilot, der ihm hilft zu kodieren. Weit gefehlt. Jetzt sitzt der Entwickler da und hat sechs Agenten, die parallel für ihn arbeiten. Dahinter sitzen weitere zehn Co-Pilots oder andere Agenten, die arbeiten. Und die Geschwindigkeit, mit der Software generiert wird und entwickelt werden kann, und zwar mit der hohen Qualität, ist erstaunlich. ein großer Schritt weiter nach vorne, was Modelle anbelangt und den wir übrigens auch selbst nutzen. So das zum Beispiel bei unserem Eigenengineering Agent, also der Agent, der jetzt wirklich Industrie-PCs programmiert, haben wir genau diese Theorie eingesetzt mit wenigen Menschen in sehr, sehr kurzer Zeit sehr viel erreicht. Auf einer Messe wie dieser wird gerne über Zukunft gesprochen. Doch der Weg dahin ist manchmal sehr steinig, wie man beim Unternehmen Bosch sieht. Der weltgrößte Autozulieferer steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Der Konzern muss sparen, baut Stellen ab und reagiert damit auf den massiven Druck in der Branche. Die Probleme sind vielschichtig. Die Nachfrage schwankt, die Konkurrenz vor allem aus China wird stärker. Gleichzeitig kostet der Umstieg auf neue Technologien, etwa in der Elektromobilität, Milliarden. Bosch versucht, sich neu aufzustellen. Doch dieser Umbau hat seinen Preis. Und der trifft vor allem die Beschäftigten. Nadine Janz hat auf der Hannover Messe mit Bosch-Chef Stefan Hartung gesprochen. Bei der Eröffnungsfeier zur Hannover Messe spricht Bundeskanzler Friedrich Merz von mehr Zuversicht. Herr Hartung, wie zuversichtlich sind Sie denn um den Industriestandort Deutschland? Ja, wenn man sich hier auf der Messe umschaut, muss man ja sehr zuversichtlich sein, weil alle reden über KI, alle reden über neue Industrietechnik. Also ein bisschen was ist da schon noch drin. Wenn man sich allerdings die Zahlen von Bosch anschaut, dann müsste die Zuversicht doch ganz schnell auch wieder ein bisschen sinken. Letzte Woche wurde bekannt, erstmalig rote Zahlen seit 2009. Warum? Dabei haben wir jetzt auf jeden Fall in der Industrietechnik schon wieder Wachstum vor uns. Von daher, nicht überall ist dunkel. Eins ist klar, wir haben ja zwei Aufgaben zu erledigen gerade. Zum einen ist ganz wichtig, dass wir uns um unsere Wettbewerbsfähigkeit kümmern. Deswegen ja auch eine große Restrukturierung, die wir letztes Jahr beschlossen haben. deswegen auch eine große Rückstellung gebildet haben und natürlich dadurch hohe Verluste einbuchen mussten. Dadurch ist unser EBIT in Summe ja nur bei zwei Milliarden ungefähr rausgekommen. Aber man muss ja auch nach vorne schauen. Deswegen haben wir natürlich jetzt viele Chancen, auch unsere Wettbewerbsfähigkeit umzusetzen und neue Innovationen an den Markt zu bringen. Das heißt, Sie hätten es nicht überrascht, dass Sie in die Verlustzone rutschen? Das war das Nachsteuerergebnis. Das ist ein Effekt aus vielen Dingen, insbesondere den Steuereffekten, weil wir ja sehr hohe Verluste in einigen Regionen haben, in anderen Regionen hohe Gewinne. Und wenn man das zusammen mischt, kriegt man natürlich für Gewinne Steuern und für Verluste kriegt man aber keine Steuern zurück. Trotzdem sagen Sie ja, dass Bosch in vielen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Welche Bereiche sind das? Nein, wir wollen natürlich unsere Restrukturierung ausrichten, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit immer behalten. Das heißt auf jeden Fall auch in den neuen Wettbewerbssituationen, die ja weltweit gegeben sind, es wird ja viel auch auf der Hannover Messe von den chinesischen Wettbewerbern gesprochen, die sind auch faktisch da und die müssen natürlich auch mit unserer Gegenwehr rechnen. Wir sind ja auch in China ein sehr starker Lieferant der Automobilindustrie und dementsprechend muss die Wettbewerbsfähigkeit weltweit in allen Standorten gegeben sein, sonst wäre Bosch in Zukunft nicht leistungsfähig. Das heißt, was genau ist da geplant? Da sehen Sie ja, dass wir in vielen Standorten ja Stellen abbauen müssen, in vielen Standorten neue Technologien einsetzen und das kann man auch hier sehen. Das, was man auf der Industriemesse sieht, was wir hier anbieten für andere Industriespieler, ist natürlich auch das, was wir in den eigenen Werken einsetzen. Das heißt, insbesondere die intensive Nutzung von KI in der Produktion ist ein Thema, welches ganz entscheidend ist. Das heißt, es ist geplant, dass durch KI noch weitere Arbeitsplätze wegfallen sollen? Nein, die Arbeitsplätze, die wir jetzt angekündigt haben, sind der Restrukturierung geschuldet. Die KI wird dennoch immer gebraucht werden, weil sonst können diese Arbeitsplätze, die wir haben, ja gar nicht richtig leistungsfähig sein. Moderne Industriearbeitsplätze nutzen KI. Das ist dieses sogenannte physische AI. Das heißt, die AI, die ja aus den klassischen großen Sprachsystemen uns allen bekannt ist, die wird jetzt umgesetzt in technische Systeme, die dann natürlich besser produzieren können, besser Fehler beseitigen können, besser dokumentieren können und einem Werker in der Produktion oder einer Leitung in der Produktion deutlich bessere Informationen zur Verfügung stellen. Man konnte mit ein paar Verbänden schon sprechen und die sagen, naja, man hat das Gefühl, man wird nicht so richtig gehört von der Politik, weil sie eben gebetsmühlenartig immer wieder den Ruf nach Reformen wiederholen. Angenommen, da passiert nichts. Wohin steuert dann Bosch mit seinen deutschen Mitarbeitenden? Die Industrie grundsätzlich steuert ja immer den Rahmenbedingungen entsprechend. Das heißt, weltweit sind alle Industriespieler, die hier auf der Hannover Messe sind. Und natürlich wird immer dort die Leistung auch projiziert, wo die Rahmenbedingungen günstig sind. Das heißt, dort macht man Gewinne. Und das sollte auch aus Deutschland heraus möglich sein. Ich bin fest überzeugt, als Wissensstandort haben wir auf jeden Fall eine Zukunft. Als Produktionsstandort haben wir jetzt auch noch eine klare Zukunft. Allerdings, wir sollten gewarnt sein, Produktion ist immer da möglich, wo die Rahmenbedingungen optimal sind. Das heißt, Sie sind für einen Mindestlohn, darf nicht weiter steigen oder was genau fordern Sie da? Also die Löhnenfrage ist ja nun völlig getrennt zu betrachten, weil da geht es eher um die Gesamtarbeitskostenfrage, die wir zu diskutieren haben. Wir sind genau an den Themen ja dran. Also von daher, die Politik hört schon zu. Und ich bin auch davon immer ausgegangen und gehe auch immer noch davon aus, dass die Politik die Chance hat, die Rahmenbedingungen richtig einzustellen. Und dann werden wir als Bosch-Gruppe in Deutschland mit Rexroth in unserem Industriebereich, aber auch mit Bosch in der Automation bereit sein, um auch die Leistungsfähigkeiten dann darzustellen, weil unsere Produkte werden gebraucht. Ob das nun in der Industrie Hydraulik ist oder ob das in der Automation ist, egal in welchem Bereich Sie schauen, wird modernste Technologie gebraucht weltweit und auch aus Deutschland kommen. Während also in den Werkshallen gespart und umgebaut wird, zeigt ein Blick in die Chefetagen, dass dort von Krise oft erstaunlich wenig ankommt. Die Vorstandschefs der DAX-Konzerne haben im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient. Im Schnitt liegt das Gehalt bei rund 6,9 Millionen Euro, ein Plus von 14 Prozent. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Sonderzahlungen und Boni, die stark an die Entwicklung der Aktienkurse gekoppelt sind. An der Spitze steht SAP-Chef Christian Klein mit mehr als 16 Millionen Euro Jahresgehalt. Fast drei Millionen weniger als vor einem Jahr. Größter Aufsteiger ist Rheinmetall-Chef Armin Pappberger. Dank des Rüstungsbooms verdiente er mit 10 Millionen Euro zweieinhalbmal so viel wie ein Jahr zuvor. Kritiker sehen in den Gehältern der Manager ein wachsendes Ungleichgewicht. Während viele Unternehmen Stellen abbauen oder Kosten senken müssen, steigen die Vergütungen an der Spitze weiter. Die Diskussion über faire Bezahlung, sie bekommt damit neuen Auftrieb. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.