Latest / ntv Wirtschaft / Laut Berichten: VW-Vorstand beschließt Aus für vier deutsche Standorte
Transcript
- 0:05Vier deutschen VW-Werken droht ein konkretes Ablaufdatum. Und der Konzernchef
- 0:10stellt noch einmal zehntausende Jobs infrage.
- 0:14Auch vom Immobilienmarkt gibt es Neuigkeiten. Dort steigen die Angebotspreise
- 0:19in Deutschland zwar wieder, aber deutlich langsamer als im Rest Europas.
- 0:23Und der Glasfaserausbau kommt voran. Trotzdem sind die Aussichten nicht wirklich gut.
- 0:30Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme
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- 0:57Bei Volkswagen bekommt die Debatte über Werksschließungen jetzt konkrete Jahreszahlen.
- 1:02Die Wirtschaftswoche berichtet aus einem Papier für den Aufsichtsrat.
- 1:06Der Vorstand hat demnach einstimmig beschlossen, die Produktion in Emden und
- 1:10Zwickau 2031 auslaufen zu lassen, in Hannover 2032 und in Neckarsulm 2034.
- 1:19Volkswagen selbst kommentiert das interne Papier nicht.
- 1:23Der Konzern begründet den Sparkurs laut Bericht damit, dass die bisherigen Strukturen
- 1:28langfristig nicht mehr genug Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität bringen.
- 1:34Konzernchef Oliver Blume stellt außerdem bis zu 50.000 weitere Stellenstreichungen
- 1:39in den Raum, etwa die Hälfte davon in Deutschland.
- 1:42Die IG Metall kündigt dagegen entschiedenen Widerstand an.
- 1:46Dazu die Einschätzung von Ferdinand Dudenhöfer, Direktor im K-Institut.
- 1:51Was sagen Sie denn zu diesen 147 Seiten Geheimpapier, die der Wirtschaftswoche
- 1:56davor liegen? Das sieht aus wie ein Umbau, wie es ihn vorher noch nie gegeben hat.
- 2:04Absolut. Das ist ja schon einige Wochen im Umlauf, nicht nur des Papiers,
- 2:10sondern auch die Meldung, dass vier Werke geschlossen werden.
- 2:13Jetzt hat man die Sprachbetonung auf Auslaufen gelegt und da wird man sehen,
- 2:20in welche Richtung das geht.
- 2:21Es wird jedenfalls eine sehr schwierige Aufsichtsratssitzung.
- 2:25Ich kann mir nicht vorstellen, dass das, was heute in der Wirtschaftswoche steht,
- 2:30dass das eins zu eins am Freitag umgesetzt wird.
- 2:33Auch die Überlegung, dass man Werke
- 2:37auslaufen lassen kann ohne Aufsichtsratbeschluss, ist natürlich richtig.
- 2:43Aber selbstverständlich wird der Aufsichtsrat, der ja in der Mehrheit IG Metall
- 2:49und Land Niedersachsen ist, dagegen sich wehren und
- 2:53unter Umständen andere Dinge machen, die dann dieses Auslaufen für alle vier,
- 2:59Werke dann eher auslösen.
- 3:02Nicht bringen würden oder nicht umsetzen können. Es ist interessant,
- 3:06dass man jetzt lange Auslaufperioden hat, 2031, 2032, 2034.
- 3:12Das heißt, man versucht, die Brisanz der Schließung, die ja morgen droht,
- 3:17rauszunehmen, das ein bisschen angenehmer zu machen.
- 3:20Aber zum Beispiel Hannover 2034, oder soll das jetzt, glaube ich, sein.
- 3:28Hannover kann die Landesregierung nicht schließen, obwohl es der absolut teuerste
- 3:33Standort ist, dann ist es so, dass bei anderen Standorten in Zwickau nach meiner
- 3:37Einschätzung die Kostenposition nicht so schlecht ist, wie zum Beispiel in Hannover
- 3:41oder in anderen Städten.
- 3:43Möglicherweise kommt es zu einer Schließung, man wird sehen,
- 3:46welche das ist oder auslaufen, besser gesagt.
- 3:49Nach meiner Einschätzung hat vermutlich Schneckers-Ulm die schlechtesten Karten.
- 3:53Das ist der weiteste, der längste Horizont und man ist relativ weit von Niedersachsen entfernt.
- 3:59Es ist ja, Herr Dunhofer, nicht nur die mutmaßliche, vermeintliche Schließung
- 4:04dieser vier Werke, die wir jetzt ansprechen, wovon die Spatzen ja schon vom Dach gepfiffen haben.
- 4:10Aber jetzt steht ja in diesem Papier eben auch noch viel, viel mehr.
- 4:13Seat soll komplett abgewickelt werden.
- 4:16Der Porsche Taycan, der soll nicht mehr produziert werden. Wie angesprochen,
- 4:19die vier Werke dicht gemacht werden.
- 4:23Es müssen Milliarden eingespart werden. Ist das der einzig richtige Weg,
- 4:27um den Kahn irgendwie noch aus dem Dreck zu ziehen?
- 4:32Ja, jetzt muss man gucken, wo der Kahn im Dreck steckt und wie tief er im Dreck steckt.
- 4:39Porsche, der Taycan, also das wäre eine Riesenüberraschung gewesen,
- 4:44wenn man an diesem Dreckan weiter bleibt.
- 4:46Porsche ist die schwierigste Situation, in der man sich befindet.
- 4:50Aber Seat, Seat ist doch ein allerwelts Auto.
- 4:55Ich spreche ja sicher, Taycan ist ein spezielles Auto, aber Seat,
- 4:59so viele Seat sind unterwegs. Wenn das abgewickelt wird, das ist doch eine Ansage.
- 5:05Jetzt muss man mal gucken, was man mit den Marken macht. Das ist ja Cupra.
- 5:08Seat ist ja immer stärker zurückgegangen.
- 5:10Die Cupra-Modelle und die Rendite von Seat bei Cupra ist gestiegen.
- 5:16Das kann durchaus sein, dass man sagt, man macht eine Konzentration und stützt
- 5:19sich stärker auf Skoda. Skoda ist ja ein Bilderbuchunternehmen, ein Bilderbuch.
- 5:26Profitabilität, die man da hat, die liegt nach meiner Einschätzung Also gut
- 5:30bei 8 Prozent, das war früher mal bei Porsche oder bei Audi der Fall.
- 5:34Also es geht nicht alles den Bach runter, sondern man muss schauen,
- 5:39wo man entsprechende Dinge ändert.
- 5:42Ob das die Werkschließungen des Nonplusultra ist, muss man sehen.
- 5:46Man schreibt ja auch in diesem Papier, dass man, wenn man die Kostenpositionen
- 5:53vom Ausland nicht erreicht, dann diese nicht neue Belegung stattfinden kann bei den VW-Bergen.
- 6:00Also da ist noch sehr viel Spielraum drin. Und so wie sich der Ministerpräsident
- 6:04Lies und auch die IG Metall geäußert hat, die Frau Cavallo, kann man sich nicht
- 6:09vorstellen, dass vier Werke einfach auslaufen gelassen zu werden.
- 6:14Kommen wir zum nächsten Thema. Auf dem Immobilienmarkt steigen die Angebotspreise
- 6:19für Wohnimmobilien wieder, aber deutlich langsamer als im europäischen Durchschnitt.
- 6:24Seit März 2025 legen sie hierzulande laut Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle um 2,5 Prozent zu.
- 6:33Europaweit sind es im Schnitt 6,6 Prozent. Wichtig dabei, Angebotspreise sind
- 6:40nicht automatisch die Preise, die Käufer am Ende tatsächlich zahlen.
- 6:45Sie können aber früher zeigen, wo sich regionale Immobilienmärkte verteuern
- 6:50oder auseinanderentwickeln.
- 6:53Beim Glasfaserausbau geht es in Deutschland weiter voran. Die Netzbetreiber
- 6:57erreichen inzwischen eine Ausbauquote von 62 Prozent.
- 7:01Damit können 28,7 Millionen Haushalte und Unternehmen grundsätzlich auf einen
- 7:06Glasfaseranschluss zugreifen.
- 7:09Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Quote um 9,2 Prozentpunkte.
- 7:14Auch die Zahl der tatsächlich aktiven Anschlüsse wächst. Auf 7,9 Millionen.
- 7:19Ein Plus von 1,3 Millionen.
- 7:23Gleichzeitig verschlechtert sich allerdings die Marktlage zunehmend.
- 7:27Wie das zusammenpasst und was das für Verbraucher bedeutet, dazu Erol Burak-Tergek,
- 7:32Telekommunikationsexperte bei der Verbraucherzentrale NRW.
- 7:37Herr Tergek, schön, dass Sie Zeit für uns haben. Ich grüße Sie mal vorweg.
- 7:40Die Grundfrage, warum brauche ich überhaupt Glasfaser als Endkunde oder auch als Unternehmen?
- 7:49Glasfaser, muss man sagen, ist die Technologie der Zukunft.
- 7:53Der stetig steigende Bedarf an schnellem Internet wird in der Zukunft weiter
- 7:58wachsen und diese hohen Bandbreiten können im Grunde nur von der Glasfaser realisiert werden.
- 8:05Bin ich denn gezwungen, Glasfaser zu nutzen, wenn es einmal verlegt wird?
- 8:12Im Grunde nicht. Man könnte auch erst mal nur den Anschluss verlegen lassen
- 8:17und dann weiterhin den alten Anschluss nutzen,
- 8:20und dann später, wenn man den Bedarf hat, einen entsprechenden Internetvertrag
- 8:24abschließen, sodass man erst, wenn der Bedarf da ist, die Leitungen nutzt.
- 8:28Bis dahin kann man auch erst mal nur den Anschluss legen lassen.
- 8:32Wenn das die Leitung der Zukunft ist, wie weit sind wir denn mit dem Glasfaserausbau
- 8:38hier bei uns in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern zum Beispiel?
- 8:44In Deutschland, muss man sagen, hinken wir etwas zurück, wobei es in den letzten
- 8:49Monaten, in den letzten Jahren schon einen Anstieg gab. Mittlerweile sind wir
- 8:53zum Beispiel in NRW mit einer Versorgung von bei 40 Prozent schon weiter vorangeschritten.
- 8:58Und auch in nächster Zeit können
- 9:00wir damit rechnen, dass weiter der Glasfaserausbau vorangetrieben wird.
- 9:05Ob das Ziel der Politik bis 2030, die gesamte Region, das gesamte Land zu versorgen
- 9:11mit Glasfaser realistisch ist, das ist aber eine andere Frage.
- 9:15Was bedeutet der Stand der Dinge, der jetzige Status quo eigentlich für den
- 9:19Industriestandort Deutschland, wenn da noch Luft nach oben ist beim Glasfaserausbau?
- 9:25Der Glasfaser ist auch wichtig für die Industrie. Schnelles Internet ist auch
- 9:30in diesem Bereich wichtig, nicht nur für Verbraucherinnen und Verbraucher.
- 9:33Das heißt, im Grunde sind alle darauf angewiesen, dass diese digitale Infrastruktur
- 9:37besteht und alle haben ein Interesse daran, dass der Ausbau weiter beschleunigt wird.
- 9:42Herr Terger, kommen wir nochmal zum Endkunden. Was muss ich eigentlich zahlen,
- 9:45wenn ich das haben möchte? Was kostet mich das?
- 9:49Das variiert, je nachdem, was für einen Anschluss man haben möchte.
- 9:53Es gibt auch bei Glasfaser, wie auch vorher schon, verschiedene Tarife,
- 9:58kleinere Bandbreiten, größere Bandbreiten.
- 10:00Und das kann von 30 Euro im Monat bis zu 50, 60 Euro im Monat gehen,
- 10:05je nachdem, für welchen Tarif man sich entscheidet.
- 10:08Ist das dann zusätzlich zu dem, was ich ohnehin schon zahle?
- 10:13Nein, das wäre dann der Tarif. Man müsste den alten Vertrag kündigen,
- 10:17damit man keinen Doppelvertrag hat.
- 10:20Das heißt, man muss den alten Kabelvertrag kündigen und hätte dann nur noch
- 10:23Glasfaser. Das wäre aber dann die Gebühr, die man jeden Monat zahlen muss.
- 10:27Herr Tergerk, ich bin gespannt, wie sich das Ganze entwickelt.
- 10:30Danke für Ihre Einordnungen und beste Grüße nach Düsseldorf.
- 10:33Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 10:38Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.