Latest / Raumrauschen / Wer regiert die Welt?
Transcript
- Hallo und herzlich Willkommen zu Raumrauschen. Wir erzählen uns hier am digitalen Lagerfeuer persönliche Geschichten und blicken hinter die Texte der AutorInnen. Schön, dass ihr dabei seid. Hallo und herzlich Willkommen hier zu einer neuen Raumrauschen-Folge. Mich kennt ihr schon zur Genüge und heute darf ich wieder einen neuen Autor vorstellen. Benedikt, schön, dass du da bist. Hallo Raffo. Benedikt wird heute seine erste Geschichte mit uns teilen, aber bevor es so richtig losgeht, magst du noch kurz was über dich erzählen? Ja, gerne. Ich bin Benedikt, ich bin 24 Jahre alt und studiere hier nach in Informatik und ja, du hast mich gefragt, ob ich Lust habe, ein paar Geschichten mehr Raum drauf schon einzureichen und ich habe Lust, Deshalb Geschichten. Das freut mich natürlich riesig. Danke erstmal, dass du hier bist. Wie gesagt, ich freue mich schon sehr auf die erste Geschichte von dir. Doch bevor es so richtig losgeht, gibt es noch eine Check-In-Frage. Wie immer vom Kartenset Wertvoll Ich, was ich sehr rege nutze, den Link dazu, sowohl zur analogen als auch digitalen Fassung, findet ihr in den Shownotes. Und Benedikt, du darfst jetzt eine Karte ziehen, die ich hier habe. Ja, gerne. Und mal gucken, was für eine Frage dich erwartet. Welches Tier repräsentiert am besten deine Persönlichkeit? Die klassische Frage nach dem Spirit Animal. Ich verstehe, was du meintest vorher, dass einige Leute keine Ahnung haben, was sie auf diese Fragen beantworten sollen. Ja, wir haben kurz darüber schon gesprochen. Ist das jetzt der Moment? Ich denke schon, ja. Ich sage jetzt einfach mal intuitiv, mein Spirit Animal ist die Wülfin im Aachener Dom. Ui, das heißt also, da müssen wir auf jeden Fall mal in den Aachener Dom vorbei. Definitiv. Die steht direkt im Eingangsportal. Auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Ja, dann vielen Dank, dass du dein Spirit Animal erwähnt hattest. Du hast heute deine erste Geschichte mitgebracht. Wie heißt sie denn? Die Geschichte heißt, wer regiert die Welt? Das ist eine ganz schön spannende Frage. Hören wir einmal in die Geschichte rein. Music. Mein Tag heute war lang. Zu lang. Arbeitstage, an denen das Starren auf Bildschirme die körperliche Bewegung überwiegt, trüben meine Wahrnehmung, als sehe ich durch eine milchige Fensterscheibe. Ich kenne das gut. Nur Sport hilft dann. Laufen, schwitzen, atmen. In Voraussicht hatte ich die Sporttasche schon am Morgen gepackt. Nach der Arbeit will ich direkt ins Fitnessstudio. Kurz vor Feierabend schaue ich zum ersten Mal seit Stunden auf mein Handy. Die Nachricht eines Freundes, den ich seit Monaten nicht gesehen habe, erscheint auf dem Bildschirm. Er sei in Aachen, habe Zeit Weil ich mehr von Begegnungen in der realen Welt als von ausschweifenden Telefonaten halte, telefonieren wir nur kurz, Ich frage ihn, ob er ins Fitnessstudio mitkommen will Er sagt zu Der Bus zum Fitnessstudio ist voll Ich stehe, sehe die Stadt an mir vorbeiziehen und denke an die Schulzeit, Vor seinem Umzug waren mein Freund und ich regelmäßig trainieren. Wenn wir uns dazu trafen, gehörten kleine Unpünktlichkeiten zur Regel. Heute bin ich pünktlich. Ich fange ohne ihn an und denke nicht nach. Der Tag soll hinter mir bleiben. Ich will offen für die Begegnung sein. Während ich mich in einer Pause umschaue, erkenne ich ihn vom anderen Ende des Raumes. Er sieht aus wie immer und wir sprechen, als hätten wir uns gestern das letzte Mal gesehen. Nahtlos knüpfen wir an alte Erinnerungen an und informieren uns gegenseitig über die kleinen und großen Neuigkeiten. Später kündigt er an, will er mir noch etwas zeigen. Draußen, auf dem Parkplatz. Vor uns die Luxuslimousine eines deutschen Automobilherstellers. Er lächelt. Ich sehe die Freude in seinen Augen. Beim Einsteigen begrüßt der Wagen ihn mit seinem Namen. Ich schaue mich um. Ohne Zweifel, das Auto ist schön und ich freue mich, ihn glücklich zu sehen. Trotzdem weiß ich nicht, wie ich reagieren soll. Für das Auto hat er einen Kredit aufgenommen. Zehn Jahre lang wird er ihn abbezahlen. Während er mich nach Hause fährt, verliere ich zum Kredit wenige Worte. Er weiß selbst, um welchen Betrag es geht. Und jeder gibt sein Geld dafür aus, was ihm wichtig erscheint. Am späteren Abend bin ich noch mit Freunden verabredet. Vor meiner Tür frage ich, ob er mitkommen will. Er lehnt ab und wir verabschieden uns. Zu Hause dusche ich, ziehe mich an und gehe los. Drei meiner Freunde sind bereits am Treffpunkt. Wir sind verabredet, um in einer neuen Aachener Zähnebar etwas trinken zu gehen. Es sind die letzten warmen Nächte des Sommers. Wir sitzen draußen. Eine Decke auf meinen Schultern. Die Uhrzeit ist fortgeschritten. Die Kaffeemaschine der meisten Lokale längst im Feierabend. Doch ich habe Glück und kann einen Kaffee bestellen. Schwarz, ohne Zucker. In der Ferne blitzt es. Dann Regen. Wir gehen rein. Im Lokal treffen wir auf einen Arbeitskollegen meines Freundes mit Begleitung. Wir setzen uns zu ihm. Er hat gute Laune und bestellt eine Flasche Champagner. Auf dem Etikett der Name eines französischen Benediktinermönches, der im 18. Jahrhundert ein Verfahren zur Herstellung von Schaumweinen entwickelte. Die Flasche ist hochpreisig. Dennoch lädt er uns ein. Die sechs Gläser füllen sich. Und während ich trinke, steigt in mir ein unangenehmer Gedanke auf. Denn der Verkaufspreis des Glases entspricht mehr als der Hälfte meines heutigen Tageslohns. Nach zwei Stunden politischer Diskussion und guter Gespräche kommt Müdigkeit in mir auf. Ich verabschiede mich und gehe nach Hause. Kurz vor meiner Wohnung höre ich eine Stimme. Meine Namen. Ich drehe mich um. Verena steht vor mir. Ihr Haar ist nass vom Regen. Sie ist vor Jahren nach Aachen gezogen. Früher hatte sie Hoffnungen. Heute sieht man ihr die Wunden an. Äußerlich wie innerlich. Ausnahmsweise, sagt sie, gebe es gute Neuigkeiten. Das Sozialamt habe sich gemeldet. Noch dieses Jahr bekommt sie eine Wohnung. Ihre erste eigenen Aachen. Ich freue mich für sie. Danke dir, Benedikt, fürs Vorlesen. Sag mal, das war ja ein ganz schön voller Tag. Ist das bei dir üblich? Ich lege mir meistens schon relativ viele Sachen in den Tag, weil ich die Sachen auch immer loswerden möchte und ich versuche auch immer regelmäßig zum Sport zu gehen, damit ich den Kopf frei bekomme. Das ist mir sehr wichtig. Und wie ist es dir so ergangen, als du diese Geschichte aufgeschrieben hattest? Die ist ja, finde ich, sehr vielschichtig. Also ich mache mal ein bisschen das Fass größer auf. Du nimmst uns wirklich mit. Du nimmst mich auch mit in einen sehr vollen sowohl Arbeits- als auch Freizeittag. Und der ist vollgepackt. Gehen wir das Ganze nochmal so Stück für Stück durch. Ich glaube, das hilft auch ganz gut. Aber ich reiße nochmal auf. Wie ist es dir so ergangen, nachdem du die Geschichte fertig geschrieben hattest? Naja, mir ist wichtig gewesen, das Ganze für mich auch schon alleine aufzuschreiben, bevor du überhaupt gefragt hast, ob ich hier anfangen möchte. Weil diese drei Sachen einfach zufällig zusammengefallen sind. Und ich finde, das sagt relativ viel nicht über die einzelnen Menschen aus, die in der Geschichte vorkommen, sondern es sagt sehr, sehr viel darüber aus, wie diese Gesellschaft eben funktioniert. Und das wäre mir eben ein Anliegen, das runterzuschreiben. Und ich glaube, mit der Geschichte habe ich den Kern getroffen von dem, was ich sagen wollte. Und dementsprechend war das erstmal zufriedenstellend für mich, diese Geschichte in der Form eben aufzuschreiben. Gehen wir nochmal ganz an den Anfang. Dieser Freund, der sich da bei dir meldet, der jetzt plötzlich in Aachen sei, da beschreibst du ja sehr, wie er sich ein Auto gekauft hat, dessen Name wir natürlich jetzt nicht nennen. Aber wer weiß, wenn ein Auto jemanden begrüßt, dann kann es ja sein, dass es da spezielle Automarken gibt. Da schreibst du ja schon auch noch mal ziemlich nachdenklich, wie was das für ihn bedeutet persönlich. Magst du uns da noch mal gedanklich mitnehmen, was dir da noch in den Sinn gekommen ist? Ich kann das schon sehr gut nachvollziehen, weil ich glaube, da schreibe ich auch im Text drin, jeder gibt sein Geld für irgendwelche Sachen aus und, Es ist normal, dass Leute sich auch fragen, wie kann das nur sein, dass du gerade für diese Sache so viel Geld ausgegeben hast. Das passiert immer. Mein Kollege ist einer, der mag Autos definitiv, deswegen habe ich diese Freude nachvollzogen und kann dem eben auch nachgeben. Ja, du schreibst so eindrücklich, ich weiß nicht, wie ich reagieren soll und natürlich ist es naheliegend, bei einem guten Freund erstmal die Freude zu teilen, aber es hat dich ja, so habe ich es gelesen, es hat dich auch ratlos zurückgelassen. Es war auf jeden Fall ein fünfstelliger Betrag, der da eben das Auto eben gekostet hat. Und als guter Freund sehe ich mich dann auch irgendwie in der Verantwortung auch zu sagen, ist das wirklich jetzt die beste Idee? Zehn Jahre einen Kredit, fünfstelliger Betrag, den du auch bezahlen musst? Oder gäbe es da nicht gute Alternativen? Vielleicht einen gebrauchten Wagen zu holen oder sonst etwas? Aber anscheinend, und das war eben auch bewusst, das habe ich kurz angesprochen, Aber anscheinend war ihm dieser Wunsch nach dem Auto so wichtig, dass er gesagt hat, okay, ich gebe diese, es waren 20 oder 30.000 Euro für dieses Auto aus, damit ich es einfach habe. Und was soll man dagegen sagen? Also wenn das so ist, dann ist das so. Der Wunsch eben nach diesem Reichtum, obwohl man diesen Reichtum eigentlich gar nicht aus seinem Konto hat, der war eben so groß und, In gewissen Teilen kann ich das selbstverständlich auch nachvollziehen. Und du als Freund hast dich dann ja entschieden, diese Frage nicht zu stellen, richtig? Also diese eben gestellte Frage, wie kann man das Geld ausgeben oder gibt es nicht auch Alternativen? Ich habe es schon angesprochen. Ich habe ihm schon gesagt, dass es sehr viel Geld ist und so weiter. Aber das Thema breitzutreten und zu sagen, ihn darzustellen, dass eine Entscheidung absolut dumm und irrational ist, Das möchte ich mir auch nicht zumuten. Das soll jeder für sich selber in erster Linie entscheiden. Also ich kann nicht gut nachvollziehen, wie man jetzt bei so einem Freund, den man sehr lange nicht gesehen hat, auch die richtigen Worte findet. Aber das war ja nicht die einzige Sache, die dir an diesem Tag passiert ist. Sondern die zweite war dann der Punkt, dass du ja nochmal in ein Lokal gegangen bist. Und in diesem Lokal hast du ja nochmal jemanden getroffen. Da seid ihr in der Aachener Szenebar, Trinken gegangen und habe dann etwas, also nochmal so ein ähnliches Erlebnis, glaube ich, nochmal erlebt. Nimm uns nochmal mit in die Situation. ich finde das ist ein guter kontrast zur ersten geschichte also bei der ersten geschichte gab es eine person die das geld offensichtlich nicht hatte den reichtum offensichtlich nicht hatte und da war der wunsch ebenso groß eben ein auto zu haben was sie in erster linie auch ein status symbol ist ehrlicherweise um zu zeigen dass man eben dieses geld irgendwie eben hat und in dem fall eben über einen kredit eben bekommen hat in der zweiten geschichte war es ja eigentlich etwas anderes der zweiten geschichte war eine person eben vor ort die hat das geld und Und die konnte sich das problemlos leisten. Und das war eine Flasche, die war 300, 400 Euro wert. Die stand so eben in der Karte drin. Und das ist ein großer Kontrast, finde ich. Also auf der einen Seite Menschen, die eben dieses Bedürfnis nach Reichtum haben. Auf der anderen Seite eben Leute, die eben in unfassbarem Maße diesen Reichtum besitzen, dass sie sich an einem normalen Donnerstagabend warst, genannt wurde es der kleine Freitag, dass sich Leute am kleinen Freitag eine Flasche eben dieses Schaumweines bestellen können. Und dann auch noch das Teilen. Das ist ja auch nochmal anders. Also dieses, dass da so eine Flasche ist, die geteilt wird mit eben auch spontan getroffenen Leuten, die man natürlich kennt, aber die jetzt erstmal unerwartet waren, während ja das Auto ein sehr aufs Individuum zugeschnitztes Produkt auch ist. Und da warst du auch Teil davon. Also einmal hast du ja die Freude wahrgenommen. Und so wie ich es jetzt hier nehme, hast du ja auch miteinander geteilt. Und ihr seid ja dann anschließend in Gespräche, ihr habt euch in Gespräche verwickelt. Das war mir auch wichtig eben zu untermauern. Also ich finde diesen Reichtum per se überhaupt nicht schlimm. Gerade auch dieses Teilen von der einen Person, was diesen Schaumwein angeht, zeigt er im Endeffekt nur eine freundliche Haltung gegenüber den anderen Menschen. Genauso auch beim Kollegen, dass er sich diesen Kredit genommen hat. Ich finde das in erster Linie nicht schlimm. Ich würde es persönlich auf jeden Fall nicht machen. Aber ich finde an der Tatsache, dass man Geld besitzt oder sich Geld irgendwie anholt, dass man Schulden erstmal macht, ist per se erstmal nichts Schlimmes dran. Überhaupt nichts Schlimmes dran. Die Gegenseite, die andere Seite der Medaille, das ist eigentlich das Schlimme, dass einige Leute eben gar kein Geld haben oder sehr wenig Geld haben. Und das ist eben dann der Sprung, eben die Brücke, die ich versuche mit der dritten Geschichte zu bauen. Der erste Teil ist alles vollkommen in Ordnung. Aber als ich dann am Ende des Tages diese Frau gesehen habe, dachte ich mir, das ist wiederum nicht in Ordnung. Ja, du hast sie ja genannt, also Verena, die dann nochmal ein ganz anderes Bild, du hast es so schön beschrieben, das ist die andere Seite der Medaille, der Kontrast. Ich nehme nochmal das auf, also nachdem du so viel Luxus und so viel Reichtum erlebt hast, also sowohl passiv, als auch dann eben aktiv im Teilen, kommt dir Verena entgegen. Und das ist ja nochmal eine ganz andere Person. Magst du uns kurz mal sagen, wer das ist nochmal in deinen Worten und vielleicht auch, wie ihr euch begegnet seid? Wie bei Aktenzeichen XY sind die Namen in dem Fall natürlich auch geändert. Also Verena ist nicht der echte Name von der Person. Die Person heißt eigentlich anders. Ist aktuell eine Obdachlose nicht mehr. Die Wohnung hat sie jetzt mittlerweile, aber eine Obdachlose, die ich vor sechs Jahren in Aachen ungefähr hier kennengelernt habe. Die hat vor dem Rewe hier am Markt eben gesessen und hatte am Anfang sehr viel Hoffnung, hatte einen neuen Freund gefunden hier in Aachen, für den sie auch nach Aachen gekommen ist. Und dann sind sehr, sehr viele Ereignisse passiert, die auch sehr persönlich sind. Deswegen würde ich die jetzt nicht ansprechen, aber sehr schlimme Ereignisse passiert, weswegen man auch die Flucht dann in den Drogen irgendwie gewissermaßen gesucht hat. Und du hast mit ihr Kontakt aufgenommen, beziehungsweise ein Kontakt ist entstanden zwischen euch beiden und jetzt ist sie in der Geschichte an diesem einen Tag, ist sie auf dich zugekommen und hat dir wirklich diese von ihrer Seite aus frohe Nachricht gegeben, zu sagen, ich habe da jetzt eine Wohnung bekommen oder es ist die Wohnung in Aussicht, was ja nochmal Hoffnung gibt. Wenn wir uns sehen, dann quatschen wir immer kurz, dann begrüßen wir uns immer, reden ein bisschen miteinander, daten uns immer ab, was so an neuen Sachen in unserem Leben eben passieren. Und das hat mich sehr für sie gefreut. Also das war ein Moment, auch wenn ich mich gewissermaßen auf jemanden Freund gefreut habe, der das Auto geholt hat, hundertprozentig, ich gönne ihm das ja auf jeden Fall, habe ich mich in dem Moment erinnert. Nochmal mehr fast gefreut, weil das eine wirklich lebensverändernde Sache für diese Person gewesen ist, die auf der Straße lebt, ausgeraubt wird von Jugendlichen, beschimpft wird, dass diese Person jetzt wenigstens ihr eigenes Eigenheim hat. Und das ist ja eine schiere Zahl von Leuten in Deutschland, die freiwillig, zum Teil aber auch unfreiwillig auf der Straße leben und einer unfassbaren Gewalt eben ausgesetzt sind. Und dieser Gewaltszenerie hat jetzt hier Verena mit der Option der eigenen Wohnung ja ein Stück weit, ist sie davon ja befreit dann, weil sie jetzt auch einen eigenen Schutzraum auch hat für sich. Benedikt, so eine letzte Frage, bevor wir die Geschichte abschließen. Du hast die Folge genannt, also mit einer Fragestellung, wer regiert die Welt? Benedikt, ich frage dich mal, wer regiert die Welt? Ich glaube, implizit ist die Antwort ja schon gegeben mit der Frage. Ich glaube, Geld ist schon ein gewisser Motor, der uns auch antreibt und das ist ja auch gut so. Ich meine, es gibt ja auch Gründe, warum sich gerade der Kapitalismus gegenüber anderen Wirtschaftsformen eben durchgesetzt hat. Ich hinterfrage aber nur, ob das gerade der richtige Weg ist. Wenn ich mir anschaue, wie die Tendenzen gerade in der Welt sind, dass eben der Kapitalismus, der Kapitalmarkt immer viel wichtiger wird, als jetzt wirklich irgendwelche Güter zu produzieren, also dass das reine Anliegen in Aktien, die einen sehr, sehr hohen, sehr hohen Renditen eben bringt, würde ich hinterfragen, ob diese Regentschaft des Geldes oder dieser Hyperkapitalismus, in den wir jedenfalls in einigen Staaten der Welt eben hereindriften, Ob das wirklich der richtige Weg ist oder ob eben in dieser Form eben die Gesellschaften auseinanderbrechen, wegen einer zu großen Schere eben zwischen Arm und Reich. Deswegen würde ich sagen, eine gewisse Regentschaft des Geldes ist auch gut, das ist wichtig. Aber es kann nicht der einzige Alleinherrscher sein. Das darf nicht passieren. Ich setze da nochmal meine Sicht drauf, weil als ich dir die Frage gestellt habe, ist natürlich ein bisschen auch geschummelt, wenn ich dann die Frage dich beantworten lasse. Deswegen, ich nehme da meine Antwort, meinen Versuch mit rein. Ich sehe es auch, so wie du es geschrieben hast, dass Geld einen großen Faktor spielt. Aber als ich die Geschichte gelesen habe und von dir nochmal gehört habe. Habe ich noch so wahrgenommen, dass wir vielleicht auch überlegen könnten, dass Freude einen großen Teil unseres Lebens ausmacht. Und natürlich kann Freude kein Brot bezahlen und auch keine Wohnung. Aber in diesem Moment, wo du diese drei Geschichten hier stehen hast, habe ich schon einen Unterschied der Art von Freude wahrgenommen. Also du hast dich für alle drei Situationen sehr gefreut und das hast du auch für mich zumindest gut wiedergegeben. Aber ich glaube die letzte, diese Situation gerade bei der hoffnungslosesten, ist noch ein Quäntchen mehr Freude dabei gewesen. Und vielleicht ist das so der Punkt, also von meiner Interpretation her und meinem Gefühl nach, dass wir einer solchen Freude mehr Regentschaft geben sollten. Vielleicht auch mehr Kapital. Ich glaube auch, ich glaube auch, wenn du der Freude mehr Regentschaft zulässt, dann lebst du tendenziell auch besser, als wenn du nur dem Geld hinterherjagst, dem Mammon hinterherjagst. Ich glaube, das ist für uns alle gesund. Das ist doch ein sehr schönes Schlusswort zur Geschichte. Von daher vielen lieben Dank dafür. Ich danke dir. Ich habe jetzt noch eine Checkout-Frage. Noch eine? Ach Gott, ja. Es gibt nämlich nicht nur Check-in, sondern auch Check-out-Fragen. Und da bitte ich dich, ganz unabhängig von der Geschichte und von unserem Gespräch, dir eine auszusuchen und dann beenden wir auch die heutige Folge. Bitteschön. Die Frage ist, herausgefordert hat mich heute die Anfangsfrage, würde ich sagen, weil das Spirit Animal, der Wolf im Aachener Dom, noch immer nicht die beste Antwort auf die Frage gewesen ist. Ansonsten hat mich heute nichts herausgefordert. Okay, ja, das heißt, wir haben mit dem Löwen angefangen, wir enden mit dem Löwen. Vielen lieben Dank, dass du dabei warst heute. Danke dir. Danke auch für deine allererste Geschichte. Ich hoffe, da kommt noch so einiges. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute und mach's gut. Mach's gut. Tschüss. Den Blog und die Geschichte findet ihr unter www.raumrauschen.de Folgt uns auf Instagram unter raumrauschen-ac Raumrauschen ist ein Angebot der Berufungspastoral im Bistum Aachen. Musik Robert Niegel, Produktion, Social Media und Podcast Agentur Kunden fokussiert.