Latest / Pod und die Welt – Das außenpolitische Update / Die USA vor den Midterms: Wird Trump zur Lame Duck? (mit Klaus Brinkbäumer)
Transcript
- 0:00Es gibt ein vermutlich ungefähr drei Jahre betragendes Zeitfenster, in dem die Demokraten noch eine reelle Chance haben bei fairen Wahlen die Machtverhältnisse wiederzudrehen.
- 0:13Vier Jahre können einem kurz vorkommen oder sehr lang nachdem wie viel so passiert.
- 0:20Für die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump gilt wohl eher Letzteres, die ist in einem halben Jahr zur Hälfte rum.
- 0:26Dann ist tonosgemäß Zeit für die sogenannten Midtermwahlen und auf die wollen wir in dieser Folge von Pod und die Welt vorausblicken!
- 0:32Ich bin Katharina Peetz
- 0:33Und ich bin Marzyn Bialecki.
- 0:35Schön dass Sie zu uns gefunden haben.
- 0:38Am dritten November sind an einem halbem Jahr werden die US-Bürgerinnen und Bürger wenn alles wie geplant läuft erneut wählen dürfen – und zwar die Mitglieder des Repräsentantenhauses und ein Drittel des Senats.
- 0:49Die Wahlen gelten als Stimmungstest und sie könnten je nach Ausgang die Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten spürbar einschränken.
- 0:56Wir wollen deshalb über die aktuelle Stimmung und über die politischen Meichteverhältnisse in den USA
- 1:02sprechen.".
- 1:02Und wir freuen uns sehr, dass Klaus Brinkbäumer zu Gast ist!
- 1:05Er war viele Jahre lang US-Korrespondent für verschiedene Medien – und es heute unter anderem haus des Podcasts OK America von der Zeit gemeinsam mit Rike Harwarz, die ja auch schon hier bei uns zu Gast war.
- 1:15Herzlich willkommen, Klaus Bringbäume!
- 1:21Auf Ihrer Podcast-Seite heißt es Sie und Rieke Havertz.
- 1:24Sie lieben die USA, obwohl sie manchmal daran verzweifeln.
- 1:28zum Einstieg.
- 1:28Die persönliche Frage mit Blick auf die Mütterms.
- 1:31Freuen Sie sich darauf oder sind Sie eher verzweinfelt?
- 1:34Auf die Wahlen jetzt ganz speziell freue ich mich, weil sie ja ein demokratisches Lebenszeichen sein sollten werden.
- 1:42Ich weiß nicht so genau aber Sie sollten es auf jeden Fall sein und das ist ja eine Gelegenheit manche Dinge zu korrigieren.
- 1:48Ich glaube dass diese Wahlen noch weitestgehend fair verlaufen müssten wobei sie merken dass sich da schon langsamer rede.
- 1:57wer weiß ob die Republikaner einen Wahlergebnis akzeptiert werden, wenn die Demokraten an vielen Orten knapp gewinnen sollten.
- 2:05Da habe ich meine Zweifel.
- 2:07Im Wesentlichen habe ich gute Laune, wenn nicht an diese Zwischenwahlen denken!
- 2:11Dankeschön.
- 2:12Wir haben es ja gerade schon gesagt, diese Mittagsgelden sind ein bisschen als Stimmungstest und aktuell ist die Stimmung ja nicht besonders gut in den USA.
- 2:19Trumps Beliebtheit ist auf einen historischen Low also sehr, sehr niedrig.
- 2:23das gilt für die ganze Regierung.
- 2:25Das liegt vor allem im Iran Krieg und den hohen Preisen für die Lebenshaltungskosten, die auch durch Trump's Zollpolitik noch mal teurer geworden sind.
- 2:32dann kommt der Umgang mit den Epstein-Files dazu und vieles andere.
- 2:36Was müsste denn passieren, damit Trump diese Stimmung bis November nochmal rumreißt zu seinen Gunsten?
- 2:43Das ist im Moment schwer abzusehen dass ihm das gelingen wird.
- 2:48Aber um auf die Frage zu antworten er müsste die wirtschaftliche Situation im Land im Wahrheit vom Kopf auf die Füße stellen oder einmal komplett drehen, dahingehend das wieder mehr Menschen glauben würden.
- 3:03Dass es dem Land besser gehe als vor der Trump-Wahl, dass es ihnen besser gehe in der Vergangenheit, dass sie ihren Kindern besser gehen würde als ihnen selbst.
- 3:11also die Menschen müssten wieder an den American Dream glauben was sie im Moment nicht Und Trump hat seine Wähler und Wählerinnen auf mehreren Ebenen schwer enttäuscht.
- 3:21Zwei davon haben sie schon angesprochen, die Epstein-Files und den Krieg – der Krieg ist das exakte wirklich zu 180 Grad nur das exakte Gegenteil dessen was er im Wahlkampf angekündigt hatte.
- 3:31Und dann gibt es die Konflikte wie denen mit dem Papst wo viele der Anhänger und Anhängerinnen Trumps die religiösen die verwurzelt sind bei den Katholiken oder bei den Evangelikalen, wo sie verstört wurden und wo Sie sich fragen warum jetzt auch noch dieser Nebenkriegs-Schauplatz.
- 3:49Da sind schon ganz schön viele Verstimmungen in sehr, sehr kurzer Zeit.
- 3:53der Kern bleibt aber die Wirtschaft.
- 3:55Die steigenden Preise, die hohen Kosten für ganz besonders Öl und Benzin.
- 3:59an den Gas Stations wird immer wieder gemessen wie es um Amerika steht und im Moment steht das nicht gut
- 4:06Und Sie haben es gerade schon mal so angedeutet oder zumindest gezögert, wenn wir über die Wahlen sprechen wie sie denn so ablaufen werden.
- 4:13Ist davon auszugehen dass sie tatsächlich seriös noch ablaufen?
- 4:17Es gibt ein aus meiner Sicht vermutlich ungefähr drei Jahre Betragendes Zeitfenster, indem die Demokraten noch eine reale Chance haben bei fairen Wahlen die Machtverhältnisse wieder zu drehen.
- 4:31Es laufen auf vielen Ebenen in den USA Versuche am Wahlrecht herumzudoktern viele Bevölkerungsgruppen von Wahlen auszuschließen.
- 4:40Und auch jetzt schon, das läuft während wir reden gibt es Einschränkungen im Wahlrecht, gibt es Personalien die wichtig sind also Wahlleiter und Wahlbeobachter.
- 4:50vor allem geht's natürlich um Wahlleite und Leiterinnen.
- 4:52diese Posten werden mit Trump-Anhängern besetzt und es ist davon auszugehen dass vor allen wenn es knapp werden sollte an bestimmten Orten, die die Republikaner wenn sie die Wahlen knapp verlieren sollten diese Wahlen anfächten werden.
- 5:07Dass Sie demokratisch herbeigeführte Wahlergebnisse im Zweifel nicht mehr akzeptieren das ist ja eine neue Qualität in Amerika und das haben wir am sechsten Januar einundzwanzig auf Bundesebene erlebt.
- 5:18warum sollten Sie also auf der Ebene der Bundesstaaten oder einzelner Wahlbezirke zurückhaltender sein?
- 5:25Ich rechne sehr damit dass die Republicana Überall dort, wo es hauchdünn ist die Wahl anzweifeln werden.
- 5:36Dann spielen wir das doch mal durch!
- 5:37Die Demokraten würden die Mehrheit tatsächlich gewinnen.
- 5:40im repräsentanten Hauses gilt in Senate als relativ unwahrscheinlich.
- 5:44Was würde Ihnen das denn ermöglichen?
- 5:46Inwiefern könnten sie Trump überhaupt beschränken?
- 5:49Die Demokraten könnten zunächst einmal wieder auftauchen und in die Öffentlichkeit zurückkommen.
- 5:56Sie sind ja auch deshalb so still im Moment weil sie de facto machtlos sind weil sie keine Ausschüsse kontrollieren, weil sie die Macht auf allen Ebenen verloren haben und das wirkt sich... Aus.
- 6:08Also sie werden wieder präsenter, das wäre das erste.
- 6:11Sie könnten mit einer Mehrheit im Repräsentantenhaus ein Impeachment Verfahren ein drittes Amtsenthebungsverfahren an den Staat bringen.
- 6:19Das würde dann irgendwann auf der Strecke abgeschossen werden spätestens im Senat käme es nicht durch aber Es würde Trump beschäftigen Es würde Neuigkeiten produzieren Es würde das Thema besetzen Es würde die Regierung schwächen weil ablenken und binden Viele Dinge kämen an die Öffentlichkeit, ein Amtsenthebungsverfahren zum Beispiel wegen des Iran-Krieges.
- 6:41Weil das ein illegaler Krieg ist den der Präsident nicht hätte beginnen dürfen.
- 6:44Das ist jetzt die Perspektive der Demokraten aber nach allem was ich sagen kann ist die ja rechtlich gedeckt.
- 6:49Die Demokraten könnten in wirtschaftliche Dinge hinein regieren wenn sie die Mehrheit wieder hätten.
- 6:55Sie hätten die Kontrolle über diverse wichtige Ausschüsse im Repräsentantenhaus Und wenn sie dann noch den Senat, da sind wir ja noch gar nicht dazu gewinnen.
- 7:05Dann wäre eine ja richtig breite Opposition gegen Donald Trump aufgebaut und dieser Präsident wäre eine lame Duck.
- 7:13Er wäre jedenfalls oder ein bisschen vorsichtiger formuliert er würde natürlich weiter Executive Orders verfassen aber er wäre deutlich gebremst
- 7:20Weil sie den Iran-Krieg jetzt gerade angesprochen haben, denen Trump ja auch im Alleingang gestartet hat.
- 7:25und am ersten Mal ist die Frist abgelaufen.
- 7:27Die sechzig Tage Frist, woher er die Zustimmung vom Kongress hätte bekommen müssen.
- 7:31Er sagt jetzt, die Waffenruhe hat diese Frist sowieso ausgehebelt und außerdem haben andere Präsidenten auch nie was auf diese Regel gegeben.
- 7:39Was sagt das aus über die Rolle des Kongresses selbst wenn man dann eine demokratische Mehrheit hätte?
- 7:44Die Rolle des Kongresses ist interpretierbar und dehnbar und wird sehr unterschiedlich ausgelegt.
- 7:50Wir haben das schon öfter mal erlebt in der amerikanischen Geschichte, dass der Kongress zahnlos war und nicht sehr stark eingegriffen hat.
- 7:58wenn die Mehrheiten im Kongress mit der Partei zusammenhängen, die auch den Präsidenten stellten dann ist die Kontrolle immer wieder einmal eingeschränkt.
- 8:06jetzt im konkreten Fall ist es absurd, wie sehr die Republikaner sich unterworfen haben.
- 8:11Wie sehr sie alles mittragen, also auch auf die eigene Rolle verzichten?
- 8:15Wie Sie nicht mehr in wirtschaftlichen Dingen kontrollieren wollen?
- 8:20Wie sie den Krieg einfach so geschehen lassen oder passieren lassen, dass die Regierung Trump von einem Sondereinsatz einer Militäroperation aber nicht von einem Krieg reden will?
- 8:31Die republikanischen Senatoren und Abgeordneten des Repräsentantenhauses eigene Rolle preisgegeben und damit die Kontrollfunktion des Kongresses, die Gewaltenteilung ausgehäbelt.
- 8:45Das wäre sofort wieder anders wenn die Demokraten die Mehrheiten hätten und dann offensiver würden.
- 8:51Man kann also nicht sagen das auf Dauer der Kongresse jetzt geschädigt sei.
- 8:55zur Zeit aber ist erst.
- 8:57Es gibt im Moment keine Checks and Balances, wie wir sie aus den guten Zeiten der amerikanischen Geschichte kennen.
- 9:03Weil die Kontrollfunktion nicht ausgeübt wird auch nicht durch den Supreme Court.
- 9:09Der ja auch auf Trumps Seite steht!
- 9:11Im Moment ist es eine Art gleichgeschaltetes System.
- 9:20Ich wollte noch einmal kurz auf die Demokraten zurück schauen und ein bisschen in die Tiefe gehen.
- 9:25Trump ist ja sehr unbeliebt, und die Republikaner könnten dem mehr tatsächlich verlieren im Haus an die Demokraten.
- 9:30Das heißt aber gar nicht dass die Demokraten irgendwie beliebt wären gerade.
- 9:33Was machen sie denn für Fehler?
- 9:35Die Demokraten haben einen Grund schon genannt grade, dass sie einfach keine Öffentlichkeit haben.
- 9:39das kann man sich als Fehler bezeichnen.
- 9:41Aber welche Fehler gibt es denn und wie könnte eine bessere Strategie für diesen Wahlkampf und vielleicht auch darüber hinaus dann aussehen?
- 9:48Die Demokraten haben eine ganze Menge Fehler gemacht in der jüngeren Vergangenheit.
- 9:54Sie fangen damit an, dass sie Kandidaten und Kandidatinnen in entscheidende Wahlkämpfe geschickt haben von denen sie selber nicht wirklich überzeugt waren – einfach weil die dran waren!
- 10:05Das Geld für Hillary Clinton, das Geld für Joe Biden, die waren halt da, die hatten Zeit verdient, die konnte man nicht aus dem Weißen Haus befördern.
- 10:12im Falle Beidens Obwohl, und das merken Sie wenn sie in Washington recherchieren.
- 10:16Wenn sie dort mit Demokraten und Demokratinnen reden die Partei wusste dass die nicht die besten Leute waren, die diese Partei hatte.
- 10:24Schwerer Fehler ne?
- 10:25Dann ein und daraus folgt weil das ihre Frage war was sollten sie tun?
- 10:29einen höchst professionell vorbereiteter Wahlkampf eine Vorwahl bei der Die Besten Kandidaten und Kandidatinnen getestet werden sich beweisen dadurch prominent werden.
- 10:40Obama war zu Beginn seiner Kampagne auch nicht prominent, es ist dann geworden und dann ins Rennen geschickt werden.
- 10:46Und da noch gewinnen können!
- 10:47Also ein Senator wie John Ossoff aus Georgia ist jetzt noch nicht bekannt landesweit der kann das aber werden wenn er in Vorwahlkämpfen sich richtig beweisen muss.
- 10:56Das ist einer von vielen die es potenziell könnten.
- 11:00Ganz wesentlicher Punkt ist dieser ewige Richtungsstreit Liberal oder Moderat?
- 11:05wollen wir links sein und ganz modern, oder wollen in der Mitte sein.
- 11:10Der hat die Partei an die Grenze der Unwählbarkeit getrieben.
- 11:14Die Demokraten sind in wirklich vielen Teilen der USA – das meint einstige Swing-States wie Ohio oder Pennsylvania nicht mehr wählbaren!
- 11:23Warum?
- 11:24Weil sie als zu elitär ostküstig liberal so kulturkriegerisch wahrgenommen
- 11:31werden?!
- 11:32Eine naheliegende Konsequenz.
- 11:34ist, dass sie an den jeweiligen Orten die dort passenden Kandidaten und Kandidatinnen auswählen um dann an viel mehr Orten wieder konkurrenzfähig zu sein und diesen Richtungsstreit zu vergessen.
- 11:47Ist das Opportunismus kein bisschen?
- 11:48Das ist Politik!
- 11:49Dass man versucht überall Wahlen gewinnen zu können.
- 11:53Ein dritter Punkt ich möchte jetzt nicht endlos reden aber ganz ganz wichtig ist eine Kommunikationsstrategie.
- 11:58Die Demokraten haben bisher keinen Mittel gefunden auf das Dauerfeuer Donald Trumps diese Permanente Richtungsänderung dieses Gewinnen von Aufmerksamkeit und Halten von Aufmersamkeit, was Trump ja wirklich beherrscht zu reagieren.
- 12:14Das können die nicht kontern.
- 12:15Gavin Newsland schafft das ein bisschen in Kalifornien aber auf so einer ironischen satirischen Ebene.
- 12:21eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Medienstrategie des Weißen Hauses Donald Trumps ist zwingend nötig.
- 12:30Und das ist schwer, ne?
- 12:31Also integer aber laut zu kommunizieren ist eine echte Aufgabe, aber ohne dass geht es nicht!
- 12:37Aber wenn ich Ihnen zuhöre und das richtig verstehe, dann ist es ja wirklich ein Spagat einerseits zum Beispiel in Sachen Kommunikationsstrategie geschlossen eine Antwort auf Trumps Kommunikationen zu finden.
- 12:48Und trotzdem sagen Sie man muss eigentlich Kandidaten danach auswählen je nachdem wo man versucht gerade die Wahl zu gewinnen.
- 12:54also es gibt eigentlich keine allgemeingültige Lösung.
- 12:57wie kann diese Gleichzeitigkeit gelingen?
- 12:59durch eine klare Rollenverteilung.
- 13:01Und ich sage überhaupt nicht, dass das einfach sein.
- 13:03Die klare Rollenverteilungen könnte sein in den etwas mehr in der Mitte befindlichen ländlicheren Gegenden Industriestandorten wo moderate Kandidaten und Kandidatinnen größere Chancen haben eben solche zu finden die dann sich aber für die regionalen Themen einsetzen Für den Standort einsetzen die sich also an ihre Rolle halten Präsidentschaftskandidatin, hoffentlich eine Frau oder einen Präsidenschaftskandidaten zu finden hinter denen die ganze Partei rückt.
- 13:36Hinter dem sich alle versammeln können der oder die dann auch den Spielraum bekommt, den demokratischen Kandidaten und Kandidatinnen in der Vergangenheit oft nicht hatten weil die Parteien immer sofort gezweifelt haben so ein bisschen wie die deutsche SPD.
- 13:48Ist Kamala Harris die richtige?
- 13:50Ha, jetzt haben wir sie nominiert.
- 13:52Wollen wir wirklich hinter ihr stehen?
- 13:54und dann vergeht wieder eine Woche und wieder ne Woche und widerne Woche und dann wird Kamal Harris natürlich nicht gewählt.
- 14:01Wenn Sie zu spät nominieren wird und dann angezweifelt wird und denn dann führt das dazu dass viele Menschen in den USA die Kandidatin noch nicht mal wirklich wahrgenommen haben.
- 14:11Die kannten Kamala Harris nicht nur.
- 14:13Die demokratische Partei hat eine Entschlossenheit vermissen lassen, die die Republikaner seit vielen Jahrzehnten haben.
- 14:20Die Republikana sind die härtere Partei, die sind kälter im Umgang mit der Macht, die versammeln sich dann im Zweifel selbst hinter jemandem wie Donald Trump den sie gestern noch verachtet haben aber weil das dann ihr Mann ist alle hinter Trump.
- 14:35das schaffen die Republicaner und das müssten die Demokraten auch schaffen wenn Sie wieder gewinnen wollen anders werden sie es nicht gewinnen.
- 14:47Publikane sind kälter und härter im Umgang mit der Macht.
- 14:50Sagen Sie, nun haben sie vorhin auch gesagt es gibt ja schon so Fragmentierungen und Absetzbewegung in Ärzte zu erkennen.
- 14:56wie stark ist denn der Rückhalt noch wirklich für Trump wenn man auch ein bisschen die MAGA Bewegung also make America great again reinzoomt?
- 15:03Wie viel Rückhalt hat er noch?
- 15:05Ist ganz schwer zu sagen weil's zwei unterschiedliche Wahrnehmungen gibt die nicht beide gleichermaßen wahr sein können.
- 15:12Die eine isst und da steht im Moment ich dass das so eine Themenbezogenes Skepsis gibt, aber nicht Personen bezogen.
- 15:20Also dass es viele Menschen gibt die Trumps Politik in Sachen Iran ablehnen weil er etwas anderes versprochen hatte?
- 15:26Weil sie nicht sehen wohin dieser Krieg führen soll und weil die Preise in den USA steigen?
- 15:31Die aber trotzdem hinter Trump bleiben!
- 15:34Weil die Alternative wäre dann die Demokraten zu wählen oder weil Sie sich so sehr mit Trumpspolitik verschränkt haben das sie im Prinzip weiterhin alles mittragen was dieser Präsident macht.
- 15:45Die andere Wahrnehmung ist, da bricht gerade etwas.
- 15:49Weil Trump den Krieg begonnen hat, weil er den Papst angreift, weil die Wirtschaftsdaten sind wie sie sind, weil der Präsident langsam krank oder sehr alt zu werden scheint und immer noch erratischer redet als gestern – vielleicht stimmt auch beides ein bisschen!
- 16:04Dass manche Menschen bei der zweiten Position sind und die Loyalisten der Kern-der-Mager-Bewegung bei der ersten Position.
- 16:12Es muss aber auf jeden Fall ein Alarmzeichen für die Trump-Mannschaft sein, dass Leute wie Tucker Carlson von Trump wegrücken.
- 16:19Also wirklich richtig wuchtig auftretende Podcaste, die zu Trumps Wahl aufgerufen hatten und die treu hinter ihm waren und plötzlich sagen es war ein Fehler, Trump jemals unterstützt zu haben.
- 16:32Leute wie Carlson sind wichtig bei den Republikanern und das spielt eine Rolle auch für Trump selber.
- 16:39Man hat ja gemerkt, wie sehr ihn das getroffen hat
- 16:41Und wenn Sie das so beschreiben, dass man ... Ich hab's ja gesagt.
- 16:46Es gibt auch eine große Verschränkung mit Trump und ich frag mich so ein bisschen, gibt es denn überhaupt noch eine Alternative für die Republikaner?
- 16:53Also wie abhängig ist man von Trump?
- 16:55Wir sprechen öfters dann mal über J.D.
- 16:56Vance, der ja nun wirklich einfach zumindest was als Charisma angeht nicht ebenbürtig Trump isst und auch grade immer wieder in ganz unmögliche Jobs- und Situationen gebracht wird von Trump.
- 17:07Wie sehr brauchen die Republicana Trump auch?
- 17:10Ich habe im vergangenen Jahr sehr viel Zeit in den USA verbracht, bei der Recherche für ein Buch und war sehr überrascht darüber.
- 17:18Wirklich?
- 17:18Warte ich, ich hätte das nicht erwartet!
- 17:19Wie sehr sich auch 25-jährige Trump unterworfen haben?
- 17:23Und wie sehr sie sagen, der weiß etwas was wir nicht wissen können?
- 17:26Bestens ausgebildete Menschen in Washington DC Anwälte, Anwältinnen, Leute die für Parteistiftungen oder Medienunternehmen arbeiten.
- 17:36Die Traumdrops in Washington haben sagen der Mann führt uns in eine bessere Zukunft und wir können nicht alles wissen was der war ist.
- 17:43das ist eine religiöse Verklärung die mich tatsächlich an faschistische Zeiten erinnert hat und diese Menschen sind ganz treu bei Trump auch weiterhin.
- 17:52Die entscheidende Frage ist, wie groß die Gruppe derer, die treu bei Trump sind.
- 17:57Der Kern der MAGA-Anhängerschaft steht zu diesem Mann weil für die Donald Trump diese Bewegung ist.
- 18:04Der personifiziert diese Bewegungen.
- 18:06Der ist die Leitfigur, der sie hinterherlaufen und Sie haben sich entschieden das zu tun.
- 18:13Diese Anhänger sind leidensbereit.
- 18:15Die nehmen auch in Kauf dass die Preise höher sind, die nehmen im Zweifel sogar in Kauf, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren Weil sie sich so emporgehoben wähnen und als Teil einer Bewegung sehen.
- 18:26Das passiert ja nicht zum ersten Mal in der Geschichte, ist das aber die Mehrheit?
- 18:30Das ist die ganz entscheidende Frage.
- 18:31oder wie groß diese Gruppe ist im Moment?
- 18:34Und jetzt komme ich zum Kern ihrer Frage hat sich die Partei Donald Trump unterworfen Wenn Sie mal die Bilder sehen, wie im Kongress die Republikaner jubeln wenn Trump deine State of the Union-Speech hält dort.
- 18:45Wie sie die Fäuste empor recken und USA USA brüllen, wenn Trump den Angriff auf Grönland ankündigt oder dergleichen?
- 18:53Da ist keinerlei Kritik mehr!
- 18:55Und wenn jemand Trump kritisiert wie Marjorie Taylor Greene vor einiger Zeit eine Abgeordnete im Repräsentanten aus dann tritt sie sofort danach zurück.
- 19:03Dann äußert sie einen kritischen Satz und weg ist sie.
- 19:05Das baut natürlich keinen Widerstand in der Part... Die Partei ist ideologisch hinter Trump, sie fühlt sich bestätigt durch Trump.
- 19:15Sie hat an ganz entscheidenden Stellen Migrationsgesetze betreffend, Abtreibungsgesetzen betreffen das Bekommen was sie wollte.
- 19:23Trump hat bereits geliefert.
- 19:25Das ist ganz wichtig für die Einschätzung der Loyalität.
- 19:28Die Partai sieht oder hat gesehen dass Trump Dinge eingelöst hat?
- 19:32Die stehen zu ihm!
- 19:33Und was die Nachfolge angeht, die Suche läuft hinter den Kulissen schon.
- 19:37Im Moment glaube ich dass es eher Rubio sein wird als Vans das auch Trump sich eher bei Rubio einsortiert.
- 19:45der hat ihm sehr viel Macht gegeben.
- 19:46zwei wichtige Posten National Security Advisor und Außenminister.
- 19:51wann gab es diese Machtballung jemals?
- 19:53Rubio scheint derjenige zu sein der dann irgendwann noch ein sogenanntes Endorsement also eine Empfehlung von Trump kriegen könnte.
- 20:00Das ist noch ein bisschen weit weg, aber das könnte kommen und dann so als Nachfolger aufgebaut werden.
- 20:06Und dann wird es weitergehen.
- 20:07Der wird die Trump-Politik im Zweifel weiterverfolgen.
- 20:10Aber das ist alles noch nicht ausgemacht.
- 20:12Wir sind da gerade im spekulativen Bereich.
- 20:14Sie haben dieses Heilsversprechen, diesen praktisch messianischen Charakter angesprochen oder bringt Bäume ab.
- 20:20Nun wird auch der beste Heilige irgendwann mal älter und bei Trump sieht man das ziemlich zurzeit, finde ich spielt das irgendeine Rolle in seiner Anhängerschaft dass sein Gesundheitszustand offensichtlich nicht mehr der Allerbeste ist?
- 20:33Kernanhängerschaft erstaunlich wenig?
- 20:36Die Diskussion, die bei Joe Biden geführt wurde über den Gesundheitszustand und die Fähigkeiten des Präsidenten erleben wir jetzt nicht.
- 20:45Jedenfalls nicht von diesen Leuten!
- 20:47Die lassen Trump sehr viel durchgehen Und halten das eher für Verunglimpfung durch die Demokraten.
- 20:54Ein polarisiertes Land, und das sind die USA ja.
- 20:57zweifellos bringt die Menschen immer wieder dazu dass sie sich so fundamental entscheiden zu welcher Seite Sie gehören wollen.
- 21:04Und wenn ich mich entschieden habe auf der republikanischen Seite zu stehen dann höre ich es nicht.
- 21:10Dann will ich das nicht wahrhaben dass Donald Trump möglicherweise in den Demenz abgleitet.
- 21:16Da muss man vorsichtig sein, weil es keine gesicherte Diagnose gibt.
- 21:20Aber es wird in den USA von neutraleren Medien und natürlich sowieso auf der demokratischen Seite längst darüber spekuliert warum Trump innerhalb von dreißig Sekunden manchmal den selben Satz drei Mal sagt.
- 21:33Also wirklich identische Sätze wiederholt und Trump hat immer schon erstaunliche Reden gehalten, das hatte aber vor acht Jahren nicht getan.
- 21:41Das ist neu.
- 21:41Dieses sehr, sehr redundante Repetitive ist eine neue Qualität.
- 21:47Sehen das seine Anhänger?
- 21:48Nein, kein bisschen!
- 21:53Wenn man sich diese ganzen Entwicklungen und Verschiebungen, Dynamiken vor Augen führt dann würde ich Sie zum Schluss gerne nochmal fragen.
- 21:59Was glauben sie?
- 22:00Wir sind jetzt ein halbes Jahr vor den Midterms.
- 22:03wie viel kann sich da noch verändern verschieben vielleicht doch nochmal eine ganz andere Richtung nehmen.
- 22:09Oh
- 22:09amerikanische Politik und Prognosen.
- 22:12die wahrscheinlichste Abfolge der Dinge ist für mich die das Trump nicht aus diesem Krieg herausfindet, dass er schlicht den Ausweg nicht findet und das es ein nächster endloser Krieg wird.
- 22:24Vielleicht mit einem dauerhaften Waffenstillstand aber keiner wirklichen Lösung dieses Konfliktes.
- 22:29Und dann müssten die Demokraten eigentlich die Wahlen gewinnen können im Repräsentantenhaus allemal?
- 22:36Und selbst im Senat, Sie haben das Eingangst gesagt wo es nur um ein Drittel der Sitze geht und vor allem um Sitze die eigentlich fest in republikanischer Hand sind.
- 22:44Ich glaube dass das das Wahrscheinlichste ist.
- 22:46Trump wird also nicht den Ausweg finden und die Republikaner werden bestraft werden bei den Midterms.
- 22:52Es sind viele Dinge möglich aber zwei andere Szenarien sind auch noch denkbar.
- 22:56einmal dass Trump es schafft, dass er morgen diesen Krieg beendet und einen Sieg verkündet.
- 23:02Und dann ist irgendwie wieder hinkriegt sofort andere Narrative ins Blickfeld der Öffentlichkeit zurück.
- 23:10Das hat er ja schon oft geschafft, das dann Dinge sehr schnell vergessen waren.
- 23:14Nur so konnte er überhaupt wiedergewählt werden weil Dinger aus seiner ersten Amtszeit vergessen oder abgehakt oder irgendwie bei Seite geräumt worden sind.
- 23:22Dafür ist schon noch genug Zeit!
- 23:24Das kann ihm gelingen.
- 23:25Und dann das Dritte, dass etwas ganz Überraschendes passiert.
- 23:28Etwas womit wir alle nicht rechnen.
- 23:30Eine gesundheitliche Diagnose ein... Ich mag's jetzt gar nicht aussprechen aber Attentatsversuch.
- 23:35Wir haben ja gerade erst einen weiteren erlebt im Hilton in Washington DC.
- 23:39Solche Dinge sind in den USA in diesen hitzigen Zeiten selbstverständlich auch immer
- 23:44möglich.".
- 23:45Mit dem Journalisten Klaus Brinkbäumer haben wir auf die Zwischenwahlen in den USA im November vorausgeblickt.
- 23:51Vielen Dank für das Gespräch!
- 23:53Sehr gerne, es war eine Freude.
- 23:57Und jetzt nehmen wir uns noch mal einen Moment um über das Gespräch, dass wir übrigens am vierten Mai aufgezeichnet haben.
- 24:03Das muss man ja in diesen Zeiten immer dazusagen zu reflektieren.
- 24:06ich fange mal an.
- 24:07also ich fand es ein sehr interessantes Gespräch mit Klaus Brinkbamer und vor allem fand ich interessant wie er so gegenübergestellt hat einerseits die Demokraten und dann die Republikaner.
- 24:17also die Demokraten diesen ganz schwierigen Spagat schaffen müssen zwischen irgendwie eine Antwort auf Trump finden, geschlossen dastehen hinter einem Kandidaten sich versammeln.
- 24:25Aber gleichzeitig individuelle Lösungen finden je nachdem wo man gerade versucht eine Wahl zu gewinnen.
- 24:31und bei den Republikanern ja finde ich ist er deutlich geworden dass dieser Rückhalt hinter Trump natürlich der ganz große Vorteil und Unterschied zu den Demokraten ist, dass daraus aber auch so eine Abhängigkeit entstanden ist.
- 24:44Und eben den Punkt fand ich wichtig wie verklärt er auch einfach von normalen Menschen teilweise ist?
- 24:50Ich glaube das hilft auch aus einer deutschen europäischen Perspektive nochmal zu verstehen warum weiterhin Trump eigentlich doch auch sehr viele Anhänger hat.
- 24:58Martin Wie ging's dir?
- 24:59Ja Katarina Danke!
- 25:01Wieso viele Analysen über Die USA?
- 25:03müsste man auch diese Anfang mit normalerweise.
- 25:07Und dann sehr schnell sagen, normal gibt es halt nicht mehr in diesen Zeiten denn normalerweise würden die Demokraten abräumen bei dieser Wahl und mit Schimpf und Schande würde Trump schon längst zum Hof gejagt worden sein.
- 25:16Ob das so sein wird im November?
- 25:18Das bringt man hat selber gesagt amerikanische Politik und Prognosen.
- 25:21Das wissen wir nicht.
- 25:22Es sieht jetzt alles danach aus aber es kann einfach so wahnsinnig viel noch passieren.
- 25:26und da wollte ich auf zwei Aspekte heraus einmal diese extrem lenkbare Öffentlichkeit Trump, sondern weil das System so ist wie es sehr, sehr einfach zu manipulieren und zu steuern ist.
- 25:37Weil die Medienlandschaft extrem fragmentiert ist, weil die Bereitschaft zur Erregung so hoch ist.
- 25:42und Stichwort System – Trump spiegelt einfach in sehr vielm ein Land, einen Zustand an Systemen, dass sich an ihn gewöhnt
- 25:50hat."
- 25:50dass sich nicht dann ändern wird, wenn er einfach weg ist.
- 25:54Es gibt auch so eine Sehnsucht nach dieser Spiegelung und nach einem Zustand in dem sich Amerika, finde ich ein bisschen verloren hat.
- 26:00bei allem Respekt vor und bei aller Liebe zu diesem großen Land, das ein gesundes Zustand sogar keine Rolle spielt für die, die wirklich so Heiserwartungen haben oder ihn als einatmen.
- 26:09Das finde ich nach wie vor einfach krass, wenn man das so platt sagen darf!
- 26:17Und damit sind wir am Ende der heutigen Folge von Port und die Welt, die im außenpolitischen Update der Zeitschaft internationaler Politik.
- 26:23Danke fürs Zuhören und sagen Martin Bialecki.
- 26:26Und Katharina
- 26:27Peetz.
- 26:27Tschüss und bis zum nächsten Mal.