Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / Warum Menschen sich tätowieren lassen | Abraham Peroo
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Momentum. Deinem Podcast, der inspirierende Gäste, inspirierende Geschichten erzählt. Er kam mit zwölf Jahren in die Schweiz, ohne ein Wort Deutsch zu können. Er hat innerhalb von einem Jahr fast perfekt Hochdeutsch gelernt. Er musste sich in eine Schule eingeladen haben, die er niemals kannte.
- 0:21Er fand dann ein Gruppchen, machte eine Lehre als Elektroniker und ist heute selbstständig als Tattoo Artist unterwegs. Das ist seine Geschichte. Das ist die Geschichte von Abraham. Und es war mir eine grosse Freude, dass er heute hierher kam und mit mir seine Geschichte teilt hat. Sehr spannend.
- 0:42Und ich bin mir sicher, dass du aus dem einen oder anderen Nacken auch rausziehen kannst. Aber du weisst, wie es läuft. Intro ab! Schaut euch an, bleibt gesund. Ähm... Zieht das durch, was ihr schon immer gemacht habt.
- 0:57Seid glücklich. Das Leben ist einfach viel zu kurz, um nicht glücklich zu sein. Ja, gebt euch nicht zu lange Sachen, die euch gefallen. Weil es kann sein, dass das Morgen vorbei ist und dann habt ihr einfach die letzten Momente unglücklich gewählt. Wenn ich mir auch als Ausländer, eben mehr Ausländer als mich...
- 1:18Gibt es ja fast gar nicht. Und wenn ich mir Gedanken machen muss, ob das jetzt gut ankommt oder nicht, werde ich als *** verzeichnet oder nicht? Weisst du, wie ich meine? Nein, klar. Dass ich mir diese Gedanken machen muss, ist schon traurig. Ich bin in Syrien geboren. Du bist in Syrien geboren? Genau. Ich bin in Syrien geboren und aufgewachsen. Ich bin erst mit zwölf hier in der Schweiz gekommen.
- 1:43Ich bin... Ich habe gar nicht gewusst, was mit meinem Leben anfangen soll. Also, keine Ahnung, ich bin 16.
- 1:52Jetzt kommt die Frage, bist du ready? Ich bin ready, ja. Perfekt, ich bin auch ready. Sehr gut. Abraham, mega geil, wie du hierher gekommen bist und dir Zeit genommen hast. Danke vielmals. Ich kann mir vorstellen, als Selbstständiger bist du halt mega viel ausgebucht. Du hast einen ausgebuchten Terminkalender, nur schon weil du versuchst ja auch Social Media zu gross zu machen. Auf das können wir nachher definitiv noch sprechen. Aber für die, die dich jetzt noch nicht kennen und nicht wissen, wer du bist und was du machst,
- 2:22Ganz kurz deine Worte. Sehr gut. Ich bin Abraham. Ich tätowiere. Ich tätowiere seit 2024. Im August habe ich angefangen. Ich bin hier aufgewachsen. Nein, anders. Ich bin in Syrien geboren. Du bist in Syrien geboren? Genau. Ich bin in Syrien geboren und aufgewachsen. Ich bin erst mit 12 in die Schweiz gekommen. Und...
- 2:49Ja, dann habe ich hier den normalen Ablauf bei jeder Dauermacht, Schule, Lehre. Aber mit 12 kamst du in die Schule, da konntest du kein Deutsch lernen? Nein. Als ich hierher gekommen bin, war es...
- 3:08Deutsch gleich null gewesen. Also weder Hochdeutsch noch Schweizerdeutsch. Gar nichts. Das war eine Herausforderung. Vor allem, weil ich aus einem Land komme, wo auch das Alphabet gar nicht... Wir haben ja ein komplett anderes Alphabet. Wie heisst es dort? Heisst es wahrscheinlich auch nicht Alphabet? Das heisst... Jetzt fragst du mich etwas. Ähm...
- 3:38Ich weiss es gar nicht. Sie sehen ja auch ganz anders aus. Ja, das ist eine komplett andere Schrift. Und das auch lernen zu müssen. Klar, ich hatte dort schon Englisch, aber das hat viel zu spät angefangen. Ich kam ja erst in der 6. Klasse in die Schweiz.
- 4:02Ich war in der 6. Klasse, kam hierher und musste wiederholen. Ja. Genau. Und das Englische hat dort gar nicht wirklich... Die letzten Jahre haben wir gewusst, wir kommen hierher. Dann habe ich die Schule dort auch nicht wirklich... Wann habt ihr euch entschieden? Mit 12 bist du gekommen, aber wann habt ihr euch entschieden? Das ist eigentlich schon immer so ein...
- 4:27war eigentlich schon immer klar, sagen wir es so. Ja, weil mein Vater ist schon kurz nach meiner Geburt eigentlich hierher gekommen. Er hatte eine Diskrepanz mit dem ehemaligen syrischen Regime, sage ich jetzt mal. Er musste dann hierher flüchten. Das war ein sehr politisch korrechter Ausdruck. Ja, ich probiere es. Ja, und...
- 4:56Ich bin quasi ohne Vater aufgewachsen. Weil er immer da war? Weil er immer da war. Er konnte auch nicht zurück. Also ich habe ihn erst mit zwölf Jahren kennengelernt. Das ist so. Krass, weil er nicht zurückkommen durfte? Nein. Wenn er zurückkommen würde, wäre er wahrscheinlich verhaftet worden, weil er weg ist vom Regime, oder? Genau. Und dann habt ihr als Familie... Du bist mit deiner Mutter aufgewachsen? Ja. Geschwister? Keine. Keine. Du bist Einzelkind? Ja.
- 5:25Du bist mit deiner Mutter aufgewachsen. Ist das für euch... Habt ihr politische Probleme, weil dein Vater gegangen ist? Nein, aber das ist... Also politisch jetzt nicht. Am Anfang schon.
- 5:41Ich kann mich vage erinnern. Ich habe auch ehrlich gesagt nicht mehr nachgefragt. Ich weiss nicht, wie es dort voll abgegangen ist. Aber am Anfang war es für meine Mutter sicher schwierig. Politisch gerade nicht, aber es sind einfach gesellschaftliche Probleme. Wenn der Vater in einem Land fällt, in dem eigentlich sehr viele
- 6:08auf den Mann fixiert ist, sage ich jetzt mal. Ja, das ist ein bisschen schwierig. Vor allem dort herrscht eher das Gesetz, dass wenn der Vater zum Beispiel nicht da ist, die Sorgerecht nicht zu der Mutter geht, sondern zu den Geschwistern des Vaters. Also quasi dein Onkel. Wirklich? Heftig? Ja. Also deine Mutter hat eigentlich nichts zu melden.
- 6:40Und das wäre so, wenn ein älterer Teil versterben will, oder besser gesagt, ein vaterlicher Teil versterben will, dann geht es sorgerecht an die Geschwister des Vaters. Und wenn der keine Geschwister hat? Ja, älterer... Einfach die Frau nicht? Einfach die Frau nicht. Einfach mal ausgeschlossen? Einfach mal ausgeschlossen.
- 7:01Es gibt tausende Fälle, wo das Kind der Mutter weggenommen wird, wenn der Vater nicht da ist. Das Kind wächst dann quasi bei den Eltern des Vaters auf. Also bei den Grosseltern sozusagen. Oder beim Onkel oder wie auch immer.
- 7:19Ja, das ist ziemlich krass. Da haben Frauenrechte nochmal eine ganz andere Bedeutung. Ja, definitiv. Heftig. Hättest du mir nie vorstellen können. Ja, das ist richtig krass. Aber dort ist es wie... Aber deine Mutter hatte auch Sorgerecht für dich? Ja. Jein.
- 7:41Vormund wäre jemand anderes gewesen? Sagen wir es so, ja. Also ich habe schon mit ihr gelebt. Aber wenn sie jetzt mit mir ausreisen wollte, zum Beispiel, an der Grenze wären wir angehalten worden. Weil du brauchst eine Vollmacht vom Onkel, weil der Vater ja nicht da ist, zum Beispiel. Dann brauchst du eine Vollmacht vom Onkel, dass das Kind mit der Mutter sprechen darf. Hat es in dieser Zeit, in der wir gesprochen haben, schon Kriege gegeben? Nein, nein. Der Krieg ist ja erst im...
- 8:092011, glaube ich.
- 8:172011 hat der arabische Frühling angefangen, das ist etwas, was Unruhe im ganzen Nahostengebiet gab. Es hat mit Libyen angefangen, ich weiss gar nicht mehr. Es ist dann übergeschwappt. Gut, es hat ja angefangen, noch ganz viel früher. Ja, klar. Aber ihr habt vom Krieg, in dem ihr dort wart, nichts gemerkt? Nein. Nicht? Okay. Nein.
- 8:45Nein. Und jetzt? Nein, seit wir hierhergekommen sind, bin ich nie mehr dort. Ah krass. Die ersten Jahre hatte ich gar keine Möglichkeit, weil ich keinen Schweizer Pass hatte. Wir wollten das vermeiden, dass wenn wir zurückgehen, dann Fragen zu beantworten sind.
- 9:12Du bist mit zwölf hierher gekommen und mit zwölf bist du in der fünften, sechsten Klasse. Ja, da rum. Du bist in eine Klasse gekommen mit fremden Kindern, die schon ein soziales Netzwerk hatten, weil sie sich seit ein paar Jahren kennen. Jetzt kommst du von aussen. Wie war das für dich? Wie lange ging das, bis du dich eingeladen und Kollegen gefunden hast?
- 9:42Ich kann mich erinnern, ich war 11 oder 12 Jahre alt. Dann hiess es, wir könnten nicht direkt in die Schule. Das geht nicht, weil aufgrund der viertelenden Deutschkenntnisse. Dann hiess es, er muss zum ersten Mal einen Deutschkurs suchen.
- 10:03Und dann bin ich lang in die Stadt in die Schule. Wir haben gewohnt in Efretiken. Das erste Mal. Ist das der Ort, wo ihr angekommen seid? Ja, dort hat mein Vater noch gewohnt. Dort hat dein Vater noch gewohnt? Ja, dort hat mein Vater noch gewohnt. Und wir sind dann zu ihm gekommen.
- 10:27Wir haben dann quasi bei ihm gelebt. In einer Einzimmerwohnung. Das dritte. Ein Jahr lang war ich in der Küchenband. Das war richtig krass. In der Küchenband? Kein Kinderzimmer?
- 10:49Nein, die Küche war ein bisschen abtrennt vom Wohnzimmer. Und war ein bisschen grösser, weil es noch eine Art Abstellplatz gab.
- 11:04So ein Redouille-mässig. Ja, genau. Und mein Bett war dann dort. Also Bett kann ich es jetzt auch nicht wirklich nennen. Es war irgendwie etwas zusammengebastelt mit einer Matratze oben drauf. Genau. Dort habe ich dann, ich glaube, ein knappes Jahr dort gebannt. Und irgendwann sind wir dann auf Regensdorf gezögert.
- 11:28Die, die ihr jetzt auch wohnt? Sorry, ich hole dich da hin. Nein, das ist super, ich liebe es. Ich komme dann schon zu mir Fragen, die ich dann irgendwo... Ja, das ist ein bisschen ADHS, wo auch Amixia gekickt ist. Ich schweife gerne ab. Nein, genau. Ja, dann sind wir auf Regensdorf gezogen. Und dort musste ich immer noch in den Deutschkurs in der Stadt.
- 11:53Die ersten paar Male hat mich noch mein Vater begleitet. Und dann hat er irgendwann gesagt, ja. Wo ist der Deutschkurs? War der in Ahlstetten? Nein, der war an der Löwenstrasse. An der Löwenstrasse? An der Löwenstrasse. Und das war von wann bis wann? Das war 2006 bis Ende 2007.
- 12:14Okay, okay. Ja. Genau. Und dort ging es eigentlich noch gut. Dort ging es sehr gut, weil wir gleich waren. Ah, klar. Auch andere Kinder aus Syrien? Nein, nein, nein. Also ich hatte viele... ...lustige Zeiten. Es gab einen Polen dabei, glaube ich.
- 12:412-3 Brasilianerinnen, Frauen, also Mädchen in meinem Alter. Ja, ein wenig älter, ein wenig jünger. Es war alles durchmisch. Musst du dich quasi ein wenig füllen, nicht? Ja, voll. Ja, und grundsätzlich sind wir ja alle am gleichen Stand. Wir hatten jetzt keine Mathematik oder sonst was. Es war wirklich nur rein Deutsch. Du bist in der Schule, hast Deutsch gelernt und bist nach Hause. Ja, und...
- 13:10Das war das. Irgendwann hörte das dann auf. Du hattest vorher schon so lachen müssen, als du über das nachgedacht hast? Nein, weil so lustige Situationen entstanden sind, die uns über uns verreissen haben. Eben, keiner kann Deutsch. Dann hast du probiert mit Händen und Füssen. Du kannst ja auch nicht miteinander reden.
- 13:35Ja, wie? Die Brasilianer sind ja nicht Portugiesisch. Ja, alles. Das ist ja völlig alles. Ja, es war recht krass. Weisst du, auch für die Lehrpersonen muss es mega tricky sein. Und so viele verschiedene Kulturen, also der ist ab dem beleidigt und der ist ab etwas anderem beleidigt und
- 13:55Du musst mal handeln. Das ist sicher sehr anspruchsvoll. Was hast du am meisten gelernt, abgesehen von Deutsch? Weil, obviously, kannst du sehr gut Deutsch jetzt. Aber was hast du, abgesehen von deiner Sprache, am meisten gelernt in dieser Klasse? Hey, mit diesen verschiedenen Leuten. Weil Syrien ist jetzt kein Land von Multikulti. Weisst du, was ich meine? Also Syrien ist alles herab. Klar, man hat verschiedene Religionen und so etc.,
- 14:25Aber schon hauptsächlich muslimisch? Ja, aber das unterteilt sich auch wieder. Du hast sunnitische Muslime, schiitische Muslime, Trausen, Schiiten, Aleviten, dann hast du auch noch einen Teil Christen. Die haben sich auch nicht gut untereinander.
- 14:53Und ja. Und eigentlich nur wirklich glaubenswichtig? Oder hat es noch andere Einflüsse? Nein. Schon das? Eigentlich nur das, ja.
- 15:08Da kommst du in eine Klasse rein, die völlig kulti... Multikulti ist. Voller Hane. Es ist richtig... Ja, ähm... Weisst du, du musst dich schon mega zurechtfinden in so etwas. Und...
- 15:27Es war eine anspruchsvolle Zeit. Ich habe viel gelernt. Also abgesehen von Deutsch, dass ich mit diesen Leuten... Wie gehst du jetzt mit denen um? Keine Ahnung. Zum Beispiel in Syrien neckt man sich, wenn man sich gegenseitig die Zunge zeigt. Zunge zeigen heisst was? Ja. Du neckst dich. Ja.
- 15:52Ja, zum provozieren oder so. Und da kommt es ja komplett anders rüber. Weisst du, wie ich meine? Du kannst doch nicht jemandem die Zunge zeigen. Heisst irgendwie, keine Ahnung, ich kann es sexualisieren oder weiss ich was. Weisst du, wie ich meine? Und dann musst du auf solche Sachen achten. Ja, das war halt recht krass.
- 16:14Und dann irgendwann hat dann der Wechsel stattgefunden in die Primarschule. Dann hat es geheiss, eigentlich kommst du in die 6. Klasse, aber wir könnten dich jetzt irgendwie... Klasse vorne in die 5. Klasse vorne rein. Aber es war auch schon kurz vor der Sommerferie. Da bin ich irgendwie für drei Wochen oder so in die 5. Klasse gekommen. Und dann war es gerade die Sommerferie und dann habe ich gerade in der ersten 6...
- 16:40in den Sechspass wieder gestartet. Aber die von den Sechsen sind trotzdem ein Jahr jünger als du. Nein. Ich bin 1995 angegangen, aber im Februar geboren.
- 16:54Ah, okay. Also wäre ich eigentlich mit diesen 94er, die nach dem Sommer eigentlich eingeschult worden sind. Weisst du, wie ich meine? Ja, ja, voll. Ich war zwar schon noch mit 95er in der Klasse, aber teilweise auch 96er. Und ja, genau.
- 17:16Spannend. Und wie war es in der Schule? War das stark? Das war richtig heftig. Heavy? Wo warst du in der Schule? In Regi. Das war richtig heftig. Das war eine richtig schwierige Zeit. Muss ich sagen. Ja. Kinder sind grausam. Ja. Und dort war so eine Zeit, als ich in die Schule kam. Und dann war es erst mal das Mobbing-Up.
- 17:47Was sind das für Sachen, die du gemobbt worden bist? Die erfindet einfach irgendjemand. Du stinkst. Obwohl es gar nicht stimmt. Ich weiss gar nicht. Vielleicht habe ich schon. Ich weiss es nicht. Aber ja. Du wirst erst einmal gemobbt. Du hast kein Deutsch. Du wirst ausgelacht. Ja, so Zeug.
- 18:14Und die Kinder lernen ja schon sehr schnell Sprache. Bist du etwa ein Jahr in dieser Schule gewesen? Ähm, in dieser... An der Löberstrasse? Ja. Etwa ein Jahr? Ja. Also in einem Jahr kannst du schon relativ, ich sage jetzt mal, Basis lernen als Kind. Das kann schon gut funktionieren. Gerade wenn du so ein bisschen linguistisch ein bisschen affin bist. Aber es ist klar, gegen Natives ist es immer schwierig mit der Sprache. Das ist ganz, ganz klar.
- 18:41Vor allem die haben sich ja schon wie vorher gekannt. Sie hatten so eine Gruppe und dann kommt einer von aussen. Ich kenne sie ja bei uns, das ist ja nicht ganz anders. Wir hatten auch mal zwei, die sind aus Kasachstan gekommen. Mhm. Dumm halt. Und dann haben wir halt... Dann haben wir auch gemobbt. Das ist mega blöd. Sorry, falls ihr das hört. Es tut mir mega leid. Ich würde das niemals machen heute. Aber ja, mega blöd. Ja. Kind. Dafür stärkt das ja auch ein bisschen.
- 19:07Ja, definitiv. Hast du dann angefangen, auch mal schnell zurückzugehen? Nein, nein. Länger gegangen? Nein, nein. Wenn jetzt einer zu dir stechen kommt, du hast einfach extra tief in ihn gesteckt? Wenn jetzt einer bei mir stechen kommt, dann habe ich ihm vielleicht irgendetwas anderes, was er nicht will. Nein, Spaß. Natürlich nicht. Nein, ich kann mich eigentlich...
- 19:36Ich neige dazu, mich schnell anzupassen. Ja. Ich habe das recht gut. Aber es braucht ja gleich eine Weile, bis ich aus dem herauskommen konnte. Die Sprache konnte ich eigentlich mega schnell. Schon. Ja.
- 19:52Ich habe recht schnell Deutsch gesprochen. Hochdeutsch ist eigentlich nach dem Jahr perfekt. Also perfekt. Krass. Ja. Hochdeutsch ist... Aber ich habe mich nicht getraut. Aber ich würde sagen, jetzt, wenn ich das höre, dass du erst mit zwölf in die Schweiz gekommen bist. Ja. Ich kenne...
- 20:10Es sind Kollegen von mir, die sind schon viel früher gekommen und die sprechen nicht so gut Deutsch wie du. Die haben auch noch kein Schweizerdeutsch. Danke, danke. Also von dem her kannst du jetzt... Hochdeutsch habe ich recht schnell gesprochen. Schweizerdeutsch hat doch gebraucht. Mal ging es etwas länger. Aber ich hatte irgendwann so meine zwei, drei Kollegen in der 6. Klasse.
- 20:38Wenn ihr das seht. Ähm... Ja und äh... Wir waren dann so ein Dreiergruppe. Und... Ja. Und so... ...hab ich dann ein bisschen in den Alltag gestartet. Hat dir am meisten Spass gemacht, Joshua? Zeichnen. Macht so scheuch Sinn.
- 21:03Dann hast du die sechste Klasse, da hast du die ersten Kollegen gehabt, dann ist es ein Gruppchen geworden, dann geht es zu den Oberstufen, wahrscheinlich immer besser integriert und irgendwann musst du dich für eine Lehre entscheiden. Hey, ja, also ich muss noch schnell einhalten. Der Wechsel in die Säcke
- 21:25war dann nochmal krasser, weil ich dann plötzlich vom Gemobbten zum Geliebten wurde. Irgendwie bin ich dann in eine Gruppe gerutscht, wo ich sage, du hast die Beliebten und die Nichtbeliebten und die Gemobbten und die Nichtgemobbten. Ja, das ist einfach blöd. Und irgendwie bin ich in dieses Gruppchen gerutscht, wo ich aber auch viel schaffte.
- 21:54Ich habe recht viel Scheiss gemacht. Ich habe richtig schlimm rebelliert. Es war wie ein unterdrückter Geist die ganzen Jahre. Also Jahre waren es zwei, drei Jahre. Aber dann kommt auch ein bisschen Pubertät und so. Und dann bin ich... Sympathisch. Dann ist es komplett ausgeartet.
- 22:19Ich habe viel Scheiss gemacht. Zum Beispiel? Viele Einträge, viele «Hey Jens, das ist schlegelig, Scheiss», während ich drei Geschwälde mache. Aber ich habe nie jemanden anders gemobbt. Weil ich selber die Erfahrung gemacht habe, habe ich gesagt, das mache ich nicht. Das tut mir niemand. Du hast so tief gesessen. Ja. Hast du mit jemandem reden können?
- 22:48Nein. Du musst alles mit dir selber klar machen. Ja. Zuhause war es ein bisschen schwierig. Meine Mutter hat sich schon so Sorgen gemacht. Um mich. Wie macht er sich? Sie wollte noch mehr ihre Sorgen bereiten. Mein Vater ist halt in einer alten Schule. Und von ihm ist eigentlich auch noch mehr Druck ausgegangen. Du musst liefern.
- 23:17Also einfach Schule hängen ist nichts. Er stand direkt schon in der 6. Klasse zur Debatte, dass ich ins Gymnasium muss. Tja. Ja. Schulisch wäre es gegangen.
- 23:34Ja. Krass. Aber ich habe einfach rebelliert in der Schule. Nein, ich bin eigenlobstinkt. Aber
- 23:49Ein guter Schüler? Ja, ich bin ein guter Schüler. Aber ich kann auch nicht in die CK oder in die Gymnasium oder sonst irgendwas. Ich will einfach bleiben, wo ich bin, weil ich mich dort wohlgefühlt habe. Und das ist noch lustig, ich habe immer der Lehrerin gesagt, wenn mein Vater hierher kommt und mich in die Gymnasium oder in die CK schicken will, dann sage ich ihm nein. Wirklich? Er kann einfach nicht mehr gehen? Er kann einfach nicht mehr gehen.
- 24:16Ich habe keine Ahnung, wenn ich diese ZK-Schüler angeschaut habe... Aber ist es wegen diesem Fall? Ja, ja. Du hast dich wie mit diesem Gruppchen, die coolen... Ja, ich wollte das nicht verlassen. Ja, voll, ich verstehe das schon.
- 24:30Im Nachhinein ist es blöd. Ich verstehe es nicht, um die cool zu lassen. Ich verstehe nicht, um so intelligent zu sein, um an ein Gymnastik zu gehen. Denn das war ich nie. Das habe ich wirklich nie angefragt. Ähm, by far nicht. Ich war nie wirklich ein guter Schüler. Also schulisch nie wirklich gut. Aber äh... Aber hattest du solche Fächer, die dir gelingen? Ja, ja, voll. Wie was zum Beispiel? Naturwissenschaften. Okay.
- 24:57Geografie, Geometrie war ich sehr gut.
- 25:02Aber der Rest hat mich einfach null interessiert. Ich war auch sehr rebellisch und mich hat nichts interessiert. Mich hat interessiert, mein Tüftchen frisieren, Sachen lackieren, mit den Händen irgendwas machen, Sport hat mich mega interessiert. Das habe ich geliebt. Alles andere hat mich null interessiert. Ich hätte auf so eine Montessori-Schuhe gehen müssen. Das wäre für mich das Beste. Aber du, schon gut, das hätte irgendwie geklappt. Ja, voll. Ja, voll.
- 25:30Ein gemachter Mann. Eigenlob stinkt, aber man macht sein Bestes daraus. Und auch die Stärken, die man hat, versucht man auszunutzen. Natürlich. Am Anfang schaust du dir vielleicht noch gar nichts an. Weisst gar nicht, was effektiv fähig ist. Von daher mega spannend, dass du nicht in die Gimli und die ZK gehen wolltest, weil du dein Skriptein verlassen wolltest. Was ich gut verstehen kann. Wenn du am Anfang in ein neues Land kommst, in eine internationale Klasse, die völlig durchmistelt ist,
- 26:01Dann findest du hier, mit den ersten zwei, drei Kollegen, das ist ja wie nur mal etwas verlassen. Da verstehe ich total, dass du das nicht willst. Also, er kann wie eine Komfortzone bilden. Und die willst du nicht verlassen. Vor allem nicht so jung. Das ist so wie, keine Ahnung, so Leute, die die ganze Zeit zügeln. Weisst du, wie ich meine? Die ihre Kinder dann die ganze Zeit mitnehmen.
- 26:26Das ist schwierig. Dann hast du aber schon dort gemerkt, dass Zeichnen mega leidt. Das ist eine Passion. Hast du das schnell entdeckt oder ist das mit der Zeit gekommen? Das hatte ich schon immer. Schon in der Schule, in Syrien, in der ersten oder in der zweiten Klasse.
- 26:48Ich weiss gar nicht mehr. Ich bin heimgegangen, weil mir die Lehrerin meine Bücher, also meine Hefte, weggenommen hat. Ich bin heimgegangen und dann hat meine Mutter gedacht, was ist los? Ich sagte, die Lehrerin hat meine Bücher und Hefte weggenommen. Sie fragte, ob wir in die Schule gehen.
- 27:14Sie mit mir in die Schule und dann hat die Lehrerin damals gesagt, er hat eine mega schöne Schrift, er schreibt mega schön, ich habe das einziehen müssen. Sie hat das für sich kopiert, ich weiss nicht, was sie mit dem gemacht hat.
- 27:32weil sie so verblüfft war. Aber eine ganz klare Kommunikationsschwäche der Lehrerin, die einfach nur sagen kann, hey, ich bin lieber Abraham, ich möchte deine Bücher kurz haben, ich würde gerne ein paar Kopien machen. Ja, einfach wegnehmen. Nein, die Kommunikation, die du sowieso in Syrien hast, vor allem Lehrer, Autoritätspersonen und so, das ist so...
- 27:56Ja, also dazu wurde ich zu meiner Zeit noch geschlagen. Du wurdest geschlagen? Ja. Weil, also anstatt einen Eintrag im Heft, weil du nicht zugehört hast oder den Newsky vergessen hast, wurdest du einfach schon verhauen worden. Ja. Und also Schlag auf...
- 28:12Nein, dann, keine Ahnung, hast du einen Scheiss gemacht, dann gehst du ins Klassenzimmer. Dann wirst du entweder, also so eine Bestrafung zum Beispiel ist, du stellst dich an die Wand, mit dem Gesicht zu der Wand. Du tust die Hände hoch, dann musst du die Hände in die Luft halten.
- 28:33und ein Bein oben. Und dann hältst du das 30 Minuten oder 15 Minuten oder wie auch immer, je nachdem, wie der Lehrer da drauf ist. Oder kommst und fängst an, dann haben sie so Plastik-Massstab oder so Holz-Massstab, je nachdem.
- 28:52Ja, aber das war glaube ich auch hier noch ein Thema. So in der Schweiz. Deine Grosseltern wahrscheinlich. Wahrscheinlich, ja. Ja, da hinten. Ja, dann hast du ein paar Finger gefangen. Also Gewalt ist auf jeden Fall verübt worden, ist vielleicht normal gewesen. Das liegt einfach so. Gewalt ist nichts...
- 29:23Nicht verwerflich, sagen wir es so. In der Gesellschaft allgemein. Also Gewalt ist nichts... Also moralisch nicht verwerflich. Nicht verwerflich und Frauenrechte sind auch verwerflich, darum haben sie keine. Schon krass. Also Frauen haben allgemein sehr wenig Recht. Hey, schon ziemlich, ja. Also ist recht krass, ja. Also...
- 29:52Fast traurig, ja. Fast gar nicht darüber. Du kommst in ein Land, wo Frauen recht sehr verankert sind. Wie war das für dich? Hast du gar nicht darüber nachgedacht? Nein, ich bin recht, also weil ich ja bei meiner Mutter aufgewachsen bin, sie hat mir so ein bisschen den feministen Geist mitgegeben. Ja. Und darum halt. Also ich bin befürwortet, dass
- 30:22Ja.
- 30:26Okay. Du hast dich nicht in dieses Gruppchen verlassen, darum bist du von der 6. in die Sekundarschule, wahrscheinlich in der Sek. B. Ah, Sek. B. Ja, ich bin dort in der Sek. B. Sek. B. Ja. Und hast deine Sekundarschule gemacht. Genau. Und dann kommt die Zeit, in der du dich für einen Job entscheiden musst. Was hast du für eine Lehre gemacht? Elektroinstallateur. Elektroinstallateur. Wie kommt denn das... aha.
- 30:54Zuerst wusste ich nicht, was ich mache. Ja. Ich bin... Ich wusste gar nicht, was mit meinem Leben anfangen soll. Ich war 16, 17 Jahre alt. Ich dachte, ich muss mich jetzt für etwas entscheiden, was ich selber lange machen will. Es hat immer geheiss, Job, dann arbeitest du auf dem. Ich fand es zu jung, um mir eine solche Entscheidung zu fällen.
- 31:22Und dann habe ich gedacht, ich mache jetzt einfach das 10. Schuljahr. Dann habe ich das 10. Schuljahr gemacht. Aber auf das hatte ich dann auch keinen Bock mehr. Ich habe dann mit dem Training abgerufen. Jetzt muss ich noch sagen, nachdem ich das 10. angefangen habe, habe ich dann ein bisschen mit den Kollegen gesprochen, was die so machen, lehrmässig. Weil die haben ja schon mit der Lehre angefangen gehabt.
- 31:46Und dann hat es geheiss, ja, also meine drei besten Kollegen von denen, dann hat es geheiss, ja mach, Elektroinstallateur. So, was ist das? Ja, Strom und so. Ja, okay. Und was machst du dann dort? Ja, nichts, Vollschilling und so. Okay, Vollschilling, geil. Mach ich. Vollschilling ist geil. Ja. Nachher habe ich mich beworben. Hey, und komischerweise eine Bewerbung, eine Zusage. Wirklich? Vollschilling. Was hast du dort gemacht?
- 32:13Bei den Compagnoni. Compagnoni, ja, die kenne ich auch. Genau. Seebach. Ich bin mal in Dübendorf geschnuppert. Hattet ihr auch noch etwas? Boah, nein, Seebach. Ich habe auch eine Schnupper-Lehre bei ihnen gehabt. Das weiss ich. Seebach. Seebach. Genau. Okay. Ähm... Ja, dort habe ich dann die Lehre gemacht. Äh... Ja, es war ziemlich cool. Ähm, aber...
- 32:40Alles andere als chillig. Ja, ey. Also Baustelle, weisst du, kannst du dir vorstellen. Als 17-Jähriger kommst du auf Baustelle. Was hast du dir unter chillig vorgestellt? Ja, keine Ahnung, so PC. Nein, ich weiss es nicht. Ich habe einfach gedacht, so ein bisschen Lämpchen montieren, ein Stück Döschen und so, weisst du. Ja, das gehört natürlich auch dazu, aber das ist vielleicht 10% vom Job. Was alles vorerkommt, weisst du.
- 33:09Einlegen, die frohe Decke bei minus 20. Also ich weiss noch, dort wo ich angefangen habe, war gerade noch Sommer, nach den Sommerferien, war es noch geil und so. Und dann irgendwann so im November oder so, haben wir einlegen müssen. Und dann bist du, also einlegen heisst, du bist auf der frohen Decke, also die...
- 33:33Du bist quasi auf der Decke hier oben und der Beton ist noch nicht gegossen. Du legst Rohre für Kabel, die dann in die Rohre reinkommen. Das heisst, du hast diese Lampen, diese Lampen, die brauchen ja eine Zwischenverbindung. Und dann machst du einfach ein Röhrchen in den Beton hinein.
- 33:56dann verleihst du das Röhrchen, bindest es an den Eiser und so und dann wird Beton drüber gegossen. Also es hat noch Lüftung drin, Sanitärzeug und so. Okay, Lüftung nicht, aber Sanitärzeug und so. Genau. Und dann hast du nichts über dem Kopf.
- 34:18Da bist du einfach... Und lustigerweise habe ich gerade angefangen, vis-à-vis, im UPC. Nein, wirklich? Das war meine erste Baustelle. Krass! Das war meine erste Baustelle. Lustigerweise? Ja. Das war wahrscheinlich eine riesige Baustelle. Hey, riesig. Riesig? Riesig. Riesig. Also für mich riesig. Ich habe ja nichts anderes. Weisst du, wie ich meine?
- 34:47Es war schon gross, ja. Es gibt natürlich viel Größere. Ja, es ist eine riesige Überbauung. Aber du kommst so aus der Schule und du hast nicht mit einem Einfamilienhaus... Bro, das ist schon ziemlich chillig. Was machst du denn für eine Lehre? Ja, aber es gibt ja solche, die in einem Einfamilienhaus oder so. Das ist ja dann voll chillig. Das ist ja dann voll easy. Sagen wir jetzt mal, wenn das Haus schnell gebaut ist, hast du schnell ein Dach über dem Kopf.
- 35:17Und dann bist du halt drin. Wenn du drin bist, ist es geil. Aber solange du nicht drin bist und solange noch nicht die Fenster stehen und der Durchzug... Ist halt kalt. Ich weiss nicht. In der Schweiz oder auch? Also November, Dezember, diese Zeit, kann man den Arsch abholen. Aber wirklich, es war so lustig. Ah, lustig. Es war so kalt. Und ich kann mir nur denken,
- 35:49Wo habe ich mich jetzt eingreifen lassen? Wie lange bist du jetzt geblieben? Oder hast du die Lehre fertig gemacht?
- 35:56Ja, also auf diesem Bau habe ich zwei oder drei Jahre gelebt. Fast deine ganze Lehrzeit? Fast, ja. Und dann irgendwann wurde ich abgezögert, weil ich sagte, ich muss etwas anderes sehen. Ich habe nicht die Abschlussprüfung und... Ja, ja. Ich habe nur gespitzt, geschlitzt und eingeleitet.
- 36:22Ja. Ist das eine vierjährige Lehre? Eine vierjährige Lehre, genau. Irgendwann habe ich die dann abgeschlossen. Wahrscheinlich, wie wir dich jetzt kennen, gut abgeschlossen, weil du bist ein guter Schüler. Ja, solide. Was heisst solide? Ja, ich weiss gar nicht. Ah, sicher weisst du nie Abschlussprüfung. Ich glaube, 4.8. Solide, gut.
- 36:49Aber es hat mich gar nicht interessiert. Es ist mega spannend. So Elektrizität als ich. Ich muss sagen, ich finde so Lehren, alles was so ein bisschen Hand ist, was du eh jeden Tag brauchst, finde ich richtig, richtig geil, wenn man das macht. Ich habe auch Automobil gelernt, also Automonteur. Und was du dort lernst, du hast ja auch trotzdem Elektronik in der Schule, du hast Physik, du hast so viele Sachen, die mega wichtig sind. Cool.
- 37:18Schweissen, all solche Sachen, die mit den Händen arbeiten, irgendwann kann dir das nützen. Ich finde das super. Nein, es war recht geil. Wie du sagst, ich bin so handwerklich gar nicht begabt gewesen. Also man konnte es nicht brauchen. Aber mit der Zeit wurde es immer besser. Mittlerweile kann ich auch in den Ikea-Schrank zusammenbleiben.
- 37:42Der Pax. Der Pax ist Endgegner für jede Wohnung. Der Pax kommt und... Gut, also. Hast du dort schon irgendwelche Touchpoints mit Tätowierungen gehabt? Ja. Mein erstes Tattoo hatte ich, glaube ich, mit 8. Mit 8? In Syrien? Ja.
- 38:12Das ist hier ein Kreuz, also ein christliches Symbol an der Hand. Wer hat dir das gemacht? Das war eine Kollegin meiner Mutter, die hat Pemu gemacht, also permanent Make-up. Wir waren bei ihr im Studio.
- 38:38Ich war mit 8, du kommst auch in die Schweiz und bist schon da. Ich denke so, was ist mit dir? Ich glaube ich bin 8, ich weiss, was das Alter genau ist. Auch wenn du 9 warst. Ich glaube 9 oder so. Egal. Ja, genau. Ja, meine Mutter ist mega locker. Wir sind dort in Kaira. Ich war voll fasziniert von dem.
- 39:00Ich habe dort gesessen und nicht an meinem Platz. Meine Mutter sagte mir «Komm hierhin!» Ich war die ganze Zeit neben ihr und schaute ihr so zu, wie sie Augenbrauen oder Lippen gestochen hat. Ich wollte dann auch immer wieder zu ihr gehen. Jedes Mal «Mami, Mami, gehen wir hierhin!»
- 39:23Weil du auch das Handwerk interessant fandest? Nein, du schaffst auch Menschen mit Maschinentinten. Keine Ahnung, das hat mich mega fasziniert. Und hat sie nie richtig losgelassen? Nicht wirklich, nein. Und weil sie gesehen hat, dass ich so fasziniert von dem bin, hat sie dann irgendwann mal gesagt «Wu Chao»
- 39:50Dann habe ich gesagt, ja. Dann habe ich meine Mutter angeschaut und sie hat gesagt, okay, go for it. Und dann auf die Lippen. Nein, die Augenbrauen. Die Augenbrauen. Nein. Ja, dann hat es das gegeben. Und das hat mich nie wirklich gelassen. Also hier in der Schweiz, dann kann ich immer irgendwie kitzeln. Also ich kenne, ich weiss, vielleicht kennst du es.
- 40:16Hast du vielleicht auch jemanden in der Schule so gehabt? Ja, ja. Ich war der, der die ganze Zeit... Ich war nur am Kreuz. Irgendwie habe ich das aus dem Zeichnen gemacht. Voll. Und das hat mich nie so... Debbie war so jemand in der Schule. Wirklich? Debbie hatte immer eine sehr schöne Shift. Okay. Man kann immer mit ihr vergleichen. Ja, das passt zu ihr. Mega, passt. Das passt sehr gut zu ihr. Ja. Aber ja, nachher... Sie wurde keine Tätowiererin.
- 40:46Vielleicht wird es so. So den Kinder am Tätowieren. Sobald er sechs ist. Nie zu spät, oder? Nein, das hat mich nie so gelohnt. Aber ich habe alles andere gemacht. Mich auf das Zeichnen fokussiert. Also nach der Lehre auch? Ja. Nach der Lehre wollte ich Elektrotechnik studieren.
- 41:15Dann begann die HFA. Wie lange? Zwei Jahre. Und dann abgebrochen, weil? Abgebrochen, weil die Schule Konkurse gemacht hat. Also Konkurse nicht. Wir wurden zu wenig. Wir begannen am 15.
- 41:37Und am Schluss waren wir nur noch drei. Viele sind durchgefallen, viele haben abgebrochen, weil es keine Lust mehr gab. Es ist richtig trocken. Also legt ihr die Technik. Ich glaube, das Trockenste, das es gibt. Du hast das Buch aufgeschlagen und wirklich halbe Stunde gesucht, bis du mal ein Bild gefunden hast. Alles nur Text. Wirklich? Ja.
- 41:59Formeln über Formeln. Alles voll. Und voll Physik, voll Mathe, Integralrechnungen. Keine Ahnung. Da stehe ich wirklich in den Kopf. Das steht irgendwann. Also ja, ich war froh. Ehrlich gesagt, ich war wirklich froh. Ich wollte es durchziehen. Irgendwann hat mich der Ehrgeiz gepackt.
- 42:22Wo ich gesagt habe, nein, ich gebe das jetzt nicht auf. Ich gehe das jetzt durch. Ich habe das angefangen und das mache ich jetzt fertig. Und dann... Aber es hat mich schon interessiert. Es war mega cool. Du hast so viel Wissen mitbekommen, wie die Welt funktioniert. Atöme, bla bla bla und so. Richtig geil. Weil du gehst ja voll in die Materie. Aber...
- 42:54Geht gut, warte mal. Ja, ich bin drin. Sehr gut.
- 43:17Ja, halt mega viel Wissen, das vermittelt wurde, wie die Welt funktioniert. Aber dann hat die Schule einfach zehn Schüler gehabt, die nicht mehr weitermachen konnten.
- 43:26Genau, und dann hat es geheiss, wir haben Durchführungspflicht, aber die Durchführungspflicht ist nicht standortbestimmt. Heisst, wenn ihr weitermachen wollt, dann auf Bern. Joi. Easy. So viel interessiert mich auch nicht. Ja, nein, weisst du, ich kann nur nebenbei arbeiten, 80%. Gehen wir bei den Compagnoni? Nein, warte, ich muss mich wieder überlegen. Ich bin, glaube ich, temporär angekündigt.
- 43:56Nein, nach der Lehre bin ich noch nicht bei den Kumpeln. Sie wollten mich gar nicht behalten. Ehrlich gesagt. Wegen dem Tattoo aufmachen? Nein, sie haben mir gesagt, du bist ein Schlitzhaut. Krass.
- 44:12«Ja, du, was willst du machen?» «Ähm, dann habe ich gesagt, okay, ist gut. Und dann bin ich alles temporär gearbeitet. Ja, und das ist eigentlich echt gut. Ja, mega. Viel besser verdient. Und ich bin viel freier gewesen. Und ich habe dann ein bisschen meine Tricks gemacht und so, dass ich noch mehr verdient habe. Ähm,
- 44:35Ja, es ging mir eigentlich recht gut. Und darum habe ich dann eine Schule neben Pino gemacht. Ja, aber das ist gar nicht mehr gegangen, weil ich habe mich am Freitag noch bis Mittag gearbeitet, dann mich auf den Weg gemacht, noch nach Bern. Nein, vergiss das. Es ist einfach so, nein, vergiss es. Abbrechen. Und das war das Zeichen für mich. So...
- 45:05Dir hat es nicht gepasst, du wolltest dich zwingen, zu weitermachen. Da nimm das jetzt quasi. Du hast gleich wieder von neu angefangen. Und dann habe ich gesagt, okay gut, Neuanfang. Weiter stromieren kann ich nicht mehr. Ich habe mir einen Bandscheibenvorfall irgendwann mal geholt. Durchs Lupfen und... Durch das Baustellen. Und dritte, vierte, Lindewirbel. Das sind die schlimmsten. Ähm...
- 45:35Ja. Das sind drei Stück. Also drei Bandscheiben, die... Die sind ja drei Grad? Ja. Du bist halt als Elektrotechniker oder wenn du auf der Baustelle bist, hast du auch ganz viele komische Verrenkungen, die du machst. Da musst du an Sachen lupfen. Abgesehen davon, ich wollte mich beweisen. Ich habe so einen... Ich weiss nicht, ob ich das jetzt so sagen soll, aber ich habe einen Panner als Bau.
- 45:59Leitende hatte. Ja. Es war ein Junge. Und er wollte sich beweisen. Und er hat die Leute voll unter Druck. Mega gestresst. Ja, typisch. Ja, und ich wollte mich bei ihm beweisen. Und habe den ersten Scheiss einfach gemacht. Irgendwie so Metalltrasse. Ich weiss nicht. Das war schwer. Das war schwer.
- 46:26Und mit meinem noch unausgewachsenen Körper, kennt man das noch? Ja, weiss gar nicht. Ja, ja, ich verstehe. Irgendwie das Zeug gedreht und gemacht und so Kabelbobinen von 60, 70 Kilo, ich weiss gar nicht, wie viel. Du hast das irgendwie noch gelupft und dann in den dritten, vierten, fünften Stock Treppen drauf geschleppt. Ja, und das hat mich kaputt gemacht. Also...
- 46:54Da ist mein Rücken kaputt gegangen. Und ähm... Ja... Die Baustelle war nicht mehr da. Da musste ich weg. Und dann fand ich, ja... Ich muss ins Büro.
- 47:09Dann habe ich angefangen, Umschulung zu machen. Also habe ich bei der HSO eine Umschulung gestartet. Keine Werbung machen. Hast du schon gemacht? Oh ja, da warst du vielleicht ein bisschen. Da habe ich die Umschulung gestartet. Aus was? Ja, Handelsdiplom. HBD? Höhere Wirtschaftsdiplom? Nein, zuerst habe ich das Bürofachdiplom, dann das Handelsdiplom und dann das Höhere Wirtschaftsdiplom. Okay.
- 47:393 Jahre einfach nicht angesetzt. Also ich habe auch Ideen gemacht während des Arbeits. Hast du nicht gebraucht? Also... Ich höre an, dass ich gelernt habe über Buchhaltung. Ja. Selbstständig geworden. Ja. Das Gefühl, das ich hier habe... Nichts hat es mehr gewinnt. Nichts. Es bringt dir einfach nichts. Nein. Ich hatte wirklich das Gefühl, wenn ich das jetzt abgeschlossen habe... Ja, dann bist du sie ja. Die... Ja. Die Leute reissen sich um mich. UBS kommt gerade. Sagt, ey, hör auf, wir brauchen...
- 48:07Wir brauchen einfach jemanden als CFO. Du hast HWD gemacht, ich weiss. Du bist es. Also nicht, um die HWD schlecht zu machen oder so. Überhaupt nicht. Ist ja schon stabil. Du kannst schon etwas lernen. Ja. Jetzt noch so durch.
- 48:32Ja, nein, stabil. Auf jeden Fall gut. Mich ins Wunder, wann ist das passiert mit den Tätowieren? Wann hast du gesagt, weisst du was, ich habe mega viele Schuhe gemacht in meinem Leben, viele Fusillade hierher gekommen, habe mega viel durchgestanden, habe mich beweisen müssen, habe mir meinen Rücken gebrochen, um mich zu beweisen,
- 48:55ich folge jetzt dieser Passion des Zeichnens und möchte auf die Haut zeichnen. Wann ist das passiert? Ja, eigentlich genau so um 24 Uhr.
- 49:09Das Tätowieren hat mich immer fasziniert. Ich habe meine Vertiefungsarbeit in der Lehre über das Tätowieren gemacht. Ich habe mich damals noch jemanden angeschrieben, der ich glaube auf Netlog oder so ist. Krass, Netlog, ja.
- 49:30habe ich angeschrieben, eine, die tätowiert war, und dann so, hey, ich möchte dich interviewen und so, bla bla, dies, das, was für ein Haus hast du und kannst du mich mal... Dann hat sie gesagt, ja, ich kann dich mal mitnehmen und so, ich habe bald einen Termin und so, da in einem Tattoo-Studio in der Stadt und so. Ja, geil, unbedingt. Und so.
- 49:50Dann bin ich dort hingegangen und dann laufe ich in das Tattoo-Studio rein und sehe eine, die so Implantate, weisst du, mit so Hörnern unten dran und so. Ich so, ah, wie geil. Weisst du, so das voll tätowiert, Gesicht tätowiert, Hals tätowiert, alles tätowiert. Hörner. Hörner, auch so Implantate in den Händen und so. Richtig crazy. Und ich so, okay, krass. Und dann ist die tätowiert worden und ich habe mir so Notizen gemacht
- 50:20macht so zwei und so, bla bla, weisst du. Und dann auch den Tätowierer irgendwie interviewt auf Englisch gemacht da. Ja, es war richtig nice.
- 50:32Und dann eben lange das nicht mehr verfolgt. Aber irgendwie so Corona-Zeit habe ich, weil du zuhause warst, nichts gemacht hast. Also gerade in dieser Zeit war ich an der Umschulung. Und war wie zuhause eingesperrt. Und ja, habe ich gefunden, komm, zeichne wieder. Und dort habe ich wieder auch angefangen zu zeichnen.
- 50:59Das war richtig cool. Ich habe mich voll wieder eingesteigert. Ich habe angefangen Bücher zu kaufen. Und dann... war das wieder kein Thema mehr. Ich habe dann einen Job bei Dorma Caba angefangen. Ja. Riemlang. Genau. Rundfuss.
- 51:31Sehr gut. Genau, bin dann dort als Techniker angefangen und irgendwann bin ich dann Projektleiter geworden. Habe das dann vier Jahre gemacht. Also wenn du sagst, während Corona warst du zu Hause, war das Start-Corona 19, 20 etwa? Ja, mit dem Anfangen zu zeichnen war gerade Start-Corona. Ja.
- 51:59Dann haben wir gleichzeitig HBD gemacht. Wirklich? Ja. Weil ich habe gerade... Ich habe... ...im 18. angefangen, im 19. bin ich glaube ich fertig geworden. Und dann aber schon den Businessplan für die Offset-Lab geschrieben. Ja. Und deshalb habe ich dann gar nicht abgeschlossen, weil ich gesagt habe, ich mache jetzt mein Geschäft. Ich habe keine Zeit für die Schule. Okay. Also ich habe alles gemacht, ich gehe zur Schule, aber die Prüfung habe ich nicht überlegt.
- 52:27Okay. Okay. Trotzdem. Ja, in dem Fall waren wir ziemlich gleich. Ja. Aber trotzdem hat es noch nicht ganz gelungen, um das weiterverfolgen zu können, sondern du bist noch der Erste, der mal kam. Ja, ich habe gefunden, ich will Geld verdienen. Dann habe ich es recht gut verdient. Jetzt als Projektleiter. Habe ich.
- 52:56Ich konnte dort gut beweisen. Ich war ein grosser Fan von mir. Es war eine ziemlich coole Zeit. Mir ging es tiptop. Mir ging es wirklich super. Ich konnte meine Freiheiten geniessen. Du warst wie dein eigener Chef im Unternehmen. Es war ziemlich cool. Und...
- 53:25Aber dann hat der Funk noch nicht gesprungen. Und dann war irgendwann mal ein Tätowierer bei uns zuhause. Meine Freundin wollte sich irgendwas tätowieren. Wie lange sind ihr schon zusammen? Boah, äh... 2000... Jetzt... Jetzt hast du mich.
- 53:47Was gibt es jetzt? Beef-Dihei? Ach, er meint es. Das ist nur wegen dem Druck, wegen den Kameras. Ja, ich bin nervös. 2013. 2012. Ah, schon. Das ist ein bisschen weit. Ja, es sind 13 Jahre mittlerweile. Und dann sind ihr zusammen auf Regensdorf gezogen? Du warst schon dort? Nein, ich war schon dort. In der Familie? Ja.
- 54:08Und wir sind dann... Ja, sie hat dort wieder weggefahren. Und dann sind wir im...
- 54:212022, glaube ich. Oder 2023, ich weiss es gar nicht mehr. Sind wir dann zusammengezogen. Okay. Genau. Und dort irgendwann hat sie dann gesagt, hey, ich möchte mir irgendetwas tätowieren. Meine Cousine kennt da einen Tätowierer, der so Hausbesuche macht und so. Okay. Ja, der kommt heran, macht uns da irgendwie einen guten Preis, bla bla bla. Ja, weisst du. Go for it. Und dann ist der Typ gekommen
- 54:51Als ich mit dem angefangen habe, über Tattoos zu sprechen, hatte ich den Arm schon voll. Ah wirklich? Ja. Ich bin eigentlich schon recht tätowiert. Und ich habe mir damals, also jedes Mal, wenn ich mit einem Tätowierer war, habe ich immer gesagt, ich möchte auch irgendwann mal anfangen. Ich möchte auch irgendwann mal anfangen. Aber das kann ich nicht.
- 55:13Ich habe nie angefangen. Immer so in der Komfortzone geblieben. Irgendwie so, ich konnte die Sicherheit immer brauchen. Und so. Ja. Und dann, nachdem der Typ bei uns war, hat mir dann Zahar irgendwann mal gesagt. «Wieso machst du das nicht auch?» «Gute Frage. Weil du zeichnen kannst. Dir fehlt so nichts. Also weisst du. So jetzt starte ich.»
- 55:42Und dann, am gleichen Tag bin ich gerade ins Internet, habe mir da eine Maschine bestellt und so. Wirklich? Ja. Ich habe angefangen, YouTube-Videos zu schauen. Krass. Und dann redest du... Also zuerst immer etwas rausgezogen, wegen Sicherheitsaspekts. Ja. Nie wirklich... Zwar immer gesagt, ich fange jetzt an, ich fange jetzt an, aber immer so etwas rausgezogen. Und dann, als die Frau, die Freundin, gesagt hat, mach doch, dann ist... Darf ich eine Bestätigung für dich brauchen?
- 56:14Nein, aber... Aber es hätte Kraft gegeben für das? Ja, erstens. Es ist nicht Bestätigung, sondern wie so... So, bist du blöd eigentlich. Weisst du? Du bist so wie ein Wachhauf. Du bist so ein Blätterer. Ich sage es jetzt mal. Mach doch, weisst du. Und dann habe ich gesagt, ja, ich mache. Dann habe ich gestartet. Und dann eben angefangen auf so Kunsttut und so. Aber das ist mir recht schnell... Nein.
- 56:46Keine Ahnung. Dann habe ich mit meinem Oberschenkel angefangen. Ich habe ihn komplett auseinander genommen. Mit voller Haare. Weil, keine Ahnung, das mit der Haut ist... Nein, das ist nicht cool. Ja. Das ist eine Kunstschule, die Tätowierer zum Lernen brauchen. Aber ist das wirklich völlig verschieden als normale? Ja, also ich sage jetzt so, für die Basics reicht es. Ähm...
- 57:15Aber dann solltest du nicht allzu lange daran arbeiten. Weil es ist nicht das Gleiche wie Haut. Es ist nicht das Gleiche wie ein Hund, der sich bewegt, atmet, zuckt. Blüht. Ja, Blüten. Die verschiedenen Hauttypen, Hauttonen. Du hast einen dunklen Typen, einen hellen Typen. Das musst du alles beachten. Wie viele verschiedene Kunsthautfarben?
- 57:44Ja, aber das ist... Der wäre rassistisch, wenn nicht. Das wäre völlig der Nebel. Hey, ich weiss nicht. Ich kann mich da... Ich kann immer die gleiche Farbe stellen. Rosa. Ich habe so ein bisschen meine Präferenzen. Rosa. Okay, krass. Sorry, mein Kopf ist angesehen. Ja.
- 58:08Nein, es hat einfach Spass gemacht. Und dann habe ich gedacht, jetzt muss ich... Ich fange jetzt einfach an mir an. Bist du 24? Ja, Anfang 25.
- 58:22Ja, Ende 24. Also, als ich an mir selber angefangen habe, war es gerade nach einem Monat. Weil es mich angeschissen hat. Ich habe viel Scheiss gemacht an meinem Oberschenkel. Richtig. Aber irgendwann habe ich mal gesagt, ich mache jetzt etwas Größeres. Zuerst habe ich mir einen kleinen Mond gemacht, der voll verwackelt ist. Und
- 58:44Und dann irgendwas anderes probiert, dann eine Schrift probiert und so. Und dann irgendwann... Vielleicht die Unterschrift am Lernen vom Oberschenkel. Nein, nicht gerne. Und das ist, weisst du, wie schlimm es war? Du bist dir schmerzsam zufügen und gleichzeitig musst du dich konzentrieren, um gerade Linien zu machen. Weisst du, wie ich meine? Dein Kopf muss damit klarkommen, ich muss jetzt funktionieren, ich muss jetzt...
- 59:12Die Muskulatur im Arm muss ich richtig beanspruchen, damit die Linie gerade wird. Aber gleichzeitig tue ich mir weh. Also du hast eigentlich wirklich nur mit dir selber gelernt. Du bist nicht in einem Studio und hast gesagt, hey los, you're a pro. Ich nicht. Ich habe viel gechattet mit vielen Tätowierern.
- 59:34und Online-Kurse. Ja. Und dann einfach an mir selber gebe, die ganze Zeit. Krass. Krass. Und ich meine, unterdessen hast du dein eigenes Studio. Ja. Du empfängst Leute. Ja. Du bist voll im Social-Media-Game drin, machst dort sehr viel Werbung. Ich finde das sogar noch cool, wenn man nicht nur
- 59:59keine Herausforderung damit, was man macht, sondern wenn man auch etwas mitgibt auf den Weg. Im Sinne von, letztes Mal hast du ein Reel gemacht, wo du sagst, hey, was haben das Gefühl ist das Wichtigste, wenn man ein Portrait tätowieren würde.
- 1:00:11Und ich hätte jetzt wahrscheinlich die Augen gesehen wegen dem Ausdruck. Nein, es ist eigentlich der Nase. Es ist in der Mitte. Also weisst du, dass du das schön erklärst, dass man auf das heute achtet, was schlussendlich mega Sinn macht. Ja. Darum, ich finde, du hast ein richtig geiles Social Media Game. Danke, danke. Und die Detaillierungen sind auch mega schön von dem her. Danke, danke, danke. Wann hast du das erste Studio eröffnet?
- 1:00:36Ich sage «ich» als Erster, denn es kommen noch ganz viele mehr. Ja, definitiv. Im Moment habe ich hier einen kleinen Raum für mich. Ich bin eingemietet in einem Coiffeursalon. Also nichts Spektakuläres. Ich habe gedacht, für den Start wäre das super.
- 1:01:05Dann bin ich dort drin. Hey, nein, warte. Ich muss ganz schnell meine Aussage revidieren. Ich habe angefangen im Jahr 1923. Kannst du das sagen? Ich habe angefangen im Jahr 1923. Ich habe dann die Befüllung verwirrt. Aber ich glaube, du hast früher angefangen. Ja, ja, ja. Ich habe angefangen im Jahr 1923.
- 1:01:24Als wir uns kennengelernt haben, warst du schon Tätowierer. Ja, stimmt. Jetzt, wenn ich zurück überlege, jetzt, als ich studiert habe, als ich mich dort eingemietet habe, ist mir das in den Sinn gekommen. Nein, sorry, angefangen habe ich im Sommer 23. Stimmt. Ja. Crazy. Genau. Und dann, ja, das Studio habe ich dann im April 24.
- 1:01:53Und seitdem bin ich da drin, ja. Hey, schau, für... Ich stelle mir auch gerne die Frage, für Leute, die da zuschauen, die sagen, hey, ich würde mich gerne selbstständig machen, ich habe eine Idee, ich weiss nicht, wie ich so in die Umsetzung gehe. So, jetzt, wo du seit ein paar Jahren selbstständig bist, hast du eine Firma gegründet, hast du ein Studio gegründet, was würdest du eigentlich so das Wichtigste? Oder wie bringst du jemanden dazu, zu sagen, hey, los, mach jetzt den Shit? Ähm...
- 1:02:26Ich glaube, Komfortzone ist ein Stichwort. Angst ist ein Stichwort. Risiko ist ein Stichwort. Und
- 1:02:44Authentizität. Auch ein Stichwort. Würde ich sagen. Ich habe einfach gemerkt, ich bin nicht authentisch. In meinem vorherigen Job habe ich gemerkt, dass das, was ich gemacht habe, mich gar nie glücklich gemacht hat, ehrlich gesagt. Also, weil ich nicht authentisch war, ich habe wie eine Rolle...
- 1:03:08gespielt. Und all die Anerkennung, die ich überkommt habe, war immer für die Rolle. Darfst du nicht meinen? Und darum hat es mich nie befriedigt. Also nicht, dass ich... Weisst du, was ich meine? Aber klar, irgendwann streben wir alle nach Anerkennung. Aber ich glaube, dass...
- 1:03:38Ich hatte immer das Gefühl, dass das, was kommt, nicht wirklich für mich ist. Es ist eher dieser Rolle zugeschrieben. Und das war der ausschlaggebende Punkt. Plus, ich finde, man sollte sich nicht viel schöner reden. Wenn du nicht glücklich bist, dann tue ich dir keine Ausreden. Weil oft...
- 1:04:09Ich habe vor kurzem darüber gelesen, etwas, was heisst kognitive Dissonanz. Das ist quasi eine Spannung, die in einem entsteht, weil das reale Ich und das gelebte Ich nicht übereinstimmen. Warum kognitiv? Das ist ja nur in deinem Kopf. Genau.
- 1:04:39Und du wirst erst glücklich, wenn diese zwei Bilder übereinstimmen. Und das Problem ist aber, wir eignen uns irgendwie ein Weltbild an oder wir nehmen eine Persönlichkeit an, die wir gar nicht wirklich sind. Und sobald irgendetwas von aussen kommt, das gegen das spricht,
- 1:05:05nimmt die Spannung in einem zu. Weisst du, was ich meine? Die Spannung nimmt dann zu und um diese Spannung zu reduzieren, suchen wir Ausreden in uns. Also heisst... Keine Ahnung. Ein gutes Beispiel jetzt. Es gab ein Experiment von einem Typ namens
- 1:05:35Ich weiss nicht mehr. Leon irgendetwas. Ich habe mir seinen Namen ehrlich gesagt nicht gemerkt. Was darum ging, ein mega lustiges Experiment. Ähm... Er gab an zwei Gruppen eine langweilige Aufgabe. Ja. Richtig langweilig. Und dann haben die Leute aus den verschiedenen Gruppen
- 1:06:01die nächsten, die dann quasi die Aufgaben erfüllen mussten, mussten sie überzeugen, dass das, was sie gemacht haben, eigentlich mega spannend ist. Weisst du, was ich meine? Und der eine Gruppe gab 20 Dollar, um die anderen zu überzeugen. Also Gruppe A hat 20 Dollar bekommen und Gruppe B hat nur 1 Dollar bekommen.
- 1:06:32Gruppe A hat die kognitive Dissonanz nicht so gross, weil sie sich als gute Menschen empfunden haben, aber sie mussten lügen.
- 1:06:53Weisst du, was ich meine? Ah, okay, ja. Und das hat ja eine Spannung ausgelöst in einem. Aber sie haben sich das, weil sie 20 Franken bekommen haben, haben sie das mit den 20 Franken eigentlich ausgeglichen, also die 20 Dollar. Wederum Gruppe B hat ja nur einen Dollar bekommen.
- 1:07:15Und die haben sich dann angefangen, wirklich vorstellen, dass die Aufgabe, die sie gemacht haben, wirklich spannend war. Weil diese Spannung mit diesem einen Dollar nicht ausgerechnet wurde. Aber wie wurde diese Spannung gemessen?
- 1:07:28Man hat einfach nur die Leute interviewt, also von der Gruppe B. Wie haben sie die Aufgabe empfunden? Und die waren dann wirklich überzeugt, dass die Aufgabe eigentlich mega spannend war. Weil eben die Dissonanz mit dem einen Dollar gar nicht ausgeglichen wurde.
- 1:07:48Und darum mussten sie sich irgendwie wieder schönreden, dass sie eigentlich Lügner sind. Heisst, du bist im Vorherigen, vor deiner Selbstständigkeit, in dieser kognitiven Dissonanz gewesen, weil du Arbeiten gemacht hast, die du eigentlich nicht so geil gefunden hast, du aber einen monatlichen Lohn bekommen hast und dir damit gesagt hast, was ich mache, ist wichtig, ist gut. Und...
- 1:08:14Vorhin warst du schon am Umtippen, weil etwas, das du schon mega oft erwähnt hast, ist, ich musste mich beweisen. Das heisst, ich habe das Gefühl, in deinem Leben ist es bis jetzt mega fest um Beweisen gegangen. Arbeitgeber, der ... Heisst der Polier, der Chef dort auf der Baustelle? Ja, der Baulärter. Du hast gesagt, wir müssen bei diesen Menschen beweisen. Darum ist jetzt meine Frage, welchen Menschen möchtest du am meisten etwas beweisen?
- 1:08:46Mittlerweile mir selbst. Mittlerweile mir selbst. Darum existiert die Dissonanz nicht mehr. Weil das, was du... Früher wollte ich die Anerkennung von draussen holen. Wenn ich eine Arbeit gut gemacht habe, wollte ich eine Bestätigung. Du hast die Arbeit gut gemacht. Ich wollte, dass mein Chef zu mir kommt und mir auf die Schulter klopft. Geil, super gemacht. Kannst du dich selbst auf die Schulter klopfen?
- 1:09:17Amix vielleicht sogar zu viel. Geil. Finde ich gut. Macht man eh viel zu wenig. Ich habe das Gefühl, es macht man viel zu wenig.
- 1:09:29Warum meinst du das? Also, wie kommst du darauf? Weil... Also ich mache das auch mega oft und bewusst. Okay. Dass ich wie... Ob das dankbar ist, keine Dauer strahlen, oder wenn ich im Auto bin und dann meine Sachen sage, die ich mir sage... Ähm... Und dann erinnere ich mich zurück an was ich erreicht habe, was ich geschafft habe in den schlimmsten Zeiten, wie ich nie aufgeht habe. Und dann sage ich mir, «Hey Kevin, gut gemacht.»
- 1:09:57Und ich glaube, man macht das zu wenig. Und dadurch, dass man das nicht macht, passiert eines, und zwar man vergisst vergangene Erfolge. Und durch vergangene Erfolge vergessen, baust du dir einen Druck auf, dass du zu wenig gut bist. Ja, das ist es. Und wenn man nur schon die kleinen Sachen anerkennt, die man macht,
- 1:10:20Es gab eine Zeit, da habe ich mir jeden Morgen aufgeschrieben, was ich den Tag durch möchte erreichen. So To-Do-Listen. Das mache ich immer wieder, wenn ich vor allem mega viel auf einmal komme, mache ich mir eine To-Do-Liste und arbeite die Sachen ab. Am Ende des Tages sehe ich, ich habe das, das, das, das und das gemacht. Erreicht. Kleine Steps gemacht. Kevin, jetzt kannst du ins Training, jetzt kannst du in die Sauna, jetzt kannst du das, jetzt kannst du auf eine Gasse mit der Frau. Du hast etwas gemacht.
- 1:10:50Ich glaube, dass Höcklis jetzt... Das Höcklis jetzt ist so wichtig. Ja. Das erfüllt irgendwie nicht. Boah, mega. Ja, weil sonst... Wir sind so in einer schnelllebigen Gesellschaft. Voll. Du vergisst so schnell, was passiert ist. Voll. Voll. Voll. Das stimmt. Von daher, ich finde es super, wenn du das wirklich aktiv und genug machst. Das ist wichtig. Ja, aber ich habe auch wiederum Tage, wo ich nicht schlafe. Weil ich... Keine Ahnung. Irgendwie...
- 1:11:20eine Linie für mein Auge zu wackelig ist. Etwas beschäftigt mich teilweise wochenlang. Mein Selbstvertrauen, das habe ich vor Kurzem mit einem Reel angesprochen, mein Selbstvertrauen, das ich mir über die Woche aufgebaut habe, windet einfach. Windet innerhalb von...
- 1:11:45Sekunden. Aber wenn jetzt all die anderen Striche, die du perfekt gemacht hast, in deiner kurzen Zeit... Ich muss mich wieder... Dann überwiegt ja diese Waage. Aber bis das wieder... Ja, überwiegt. Die Seiten der Waage. Du hast es für durch. Ja, verstanden. Wir Ausländer, ihr versteht uns. Äh...
- 1:12:11Nein, ja, aber bis das wieder, weisst du, teilweise wirklich habe ich so zwei, drei Tage, wo ich wie so depressiv bin, weisst du. Aber das kommt halt mit dem Verantwortungsbewusstsein, weil du irgendetwas machst, was permanent dann nicht wegzubringen ist. Würdest du Sachen machen, wo oder wo gibt es eine Grenze für dich an Kundenanfragen, wo du sagst, das mache ich nicht?
- 1:12:43Ja, also es ist ganz klar so rassistische Sachen und Augenkreuz kann es sicher nicht blasphemische Sachen kann es sicher nicht ja und sonst, keine Ahnung ich habe auch schon das Aussehen von so Serienmördern und so, wenn wir es denken, hey
- 1:13:10Wieso lässt du dir den Band stechen? Weisst du? So Zeug. Ist der innere Kompass wie grösser, der ethische Kompass grösser als der wirtschaftliche? Ja, definitiv. Ich lerne auch viel...
- 1:13:33Teilweise kommen die Kunden, vor allem Junge, ich will mir die Hand tätowieren oder den Hals tätowieren. Und ich muss sagen, mit 19 weiss ich nicht. Und dann sage ich das meiner Freundin, dann sagt sie, mach doch einfach, du bist ein Dienstleister. Ich sage, nein, ich habe eine Verantwortung. Weisst du, was ich meine? Das kann ich einfach machen.
- 1:14:02Klar, ich will es jetzt nicht schlecht darstellen, überhaupt nicht, aber sie denkt so wirtschaftlich halt. Du bist auf das Geld angewiesen, weisst du, wie ich meine. Du brauchst das Geld. Du musst Miete zahlen, du musst dein Essen zahlen. Aber ich denke mir, nein, das Geld kommt schon. Aber macht mir wirklich nie Gedanken um Kunden oder Kundenanfragen oder kommt jetzt genug oder
- 1:14:29Wie du, bevor wir den Podcast gestartet haben, weisst du, mit dem Glauben, ich kann einfach wirklich volles Vertrauen in mich selber. Und weil ich mir nie Gedanken mache, es ist bis jetzt immer alles gut gekommen. Weisst du, wie ich meine?
- 1:14:48Klar, es gab schlechte Tage. Ja, klar. Aber am Ende ist es immer gut gekommen. Du musst anwachsen. Du wachst nicht von den tollen Wochen, wo alles immer läuft und jeder Strich zieht und jeder Strich ist perfekt und Kundenanfragen sind da und du hast gefüllte Bücher. Du wachst ab den Tagen, wo das alles nicht ist. Das muss man einfach durchleben. Ja, das musst du machen. Das gehört dazu.
- 1:15:15Und ich wünsche mir, dass der Erfolg, den ich mir wünsche, dass der nicht so früh kommt. Wie definierst du den Erfolg? Gute Frage. Ja, so ein bisschen Meilenstein, wo man sich sieht. Dass man die erreicht.
- 1:15:45Erfolg passiert eigentlich jeden Tag.
- 1:15:49Also, Erfolg ist klar, ich habe ein Ziel, wo ich mich in 10 Jahren sehe, wie ich mich in 20 Jahren sehe. Visionen, sage ich jetzt mal. Aber ich bestimme eigentlich immer für den Tag, ob der Tag erfolgreich ist oder nicht. Okay, schön, fair. Weil ich weiss nicht, was morgen ist. Es kann sein, dass ich irgendwie
- 1:16:18bewahren wollte, einen Autounfall hatte, mir die Hand abgeht und ich plötzlich nicht mehr tätowieren kann. Weisst du, dann ist das halt so. Weisst du, wie ich meine? Aber...
- 1:16:32Ich denke einfach, habe ich heute das Beste aus dem Tag herausgekommen? Habe ich alles gemacht, was ich hätte können machen? Oder habe ich zu viel Zeit im Scrollen, im Machine Managing? Eigentlich ist Erfolg für dich mehr so eine sich kontinuierlich verändernde Variable, wo sich kann, wo mit der Zeit sich anpasst und
- 1:17:02Weil, ja, ich habe einfach gelernt, Ziele, wo man sich steckt und die dann irgendwann erreicht, die sind dann irgendwann erreicht. Und was ist dann? Weisst du, was ich meine? Und darum...
- 1:17:22Das sollte man eigentlich wirklich, wie du gesagt hast, die kleinen kurzen Momente, das Abhacken der Tattoo-Liste, jedes Hackchen, das du setzt, irgendwie feiern. Und dir mal dort dann auf die Schulter klopfen. Ich mache das nicht immer, leider. Ich bin aber auch kein Roboter und bin auch nicht perfekt. Nein, also klar. Das Ziel ist schon das.
- 1:17:49Vorhin fragte ich, ob es Tätowierer gibt, die du nicht machen würdest, wo du sagst, dass dein ethischer Kompass zu gross ist. Was ist aktuell das grösste Projekt, das du auf eine Haut bringen durftest? Ja, Sleeves bin ich so viel dran. Full Sleeves? Ja, genau. Also eigentlich so ein Arm.
- 1:18:17Das Bein durfte ich leider noch nicht. Aus dem Eis? So ein ganzes Bein. Aus dem Eis? Aus dem Eis, genau. Mit einem schrägen Mund. Im Moment ist es noch damals. Irgendwann nehme ich mir vielleicht noch das andere Bein. Dann ist mein erstes Bein vielleicht noch da. Dann weisst man so, links ist Start, rechts ist Profi. Genau. Nein, ähm... Ja, so Sleeves hauptsächlich. Ähm... Und an dem habe ich eigentlich recht viel Spass.
- 1:18:45Das macht mir extrem Freude, weil ich mich einfach komplett entfalten kann. Kleine Tattoos kann ich auch nicht. Man kann auch immer wieder anfragen, kleine Schriften, kleine Sprüche. Aber das ist schon cool, wenn man sieht, dass der Kunde Freude hat, wenn er sich im Spiegel anschaut und sagt «Wow, geil!»
- 1:19:06Das macht auch mega Freude. Hast du das Gefühl, wenn man sich den Spiegel anschaut, hast du das Gefühl, die Bedeutung der Tätowierungen haben in den letzten Jahren abgenommen, dass es nicht mehr gross um Bedeutung geht, sondern immer mehr um die Kunst dahinter um etwas zu haben?
- 1:19:27Ich frage das, weil bei mir war es so, am Anfang wollte ich Tätowierungen haben, die mega Bedeutung haben. Unterdessen, ich glaube, für ein paar Jahre möchte ich mir eh keine mehr stechen. Ich habe wie so ein bisschen...
- 1:19:49Ich habe ein Problem mit meinem linken Arm. Ich würde am liebsten sagen, weglassen. Lasern und dann wieder etwas Neues machen. Anderes Thema können wir dann off-camera anschauen. Auf jeden Fall ist es bei mir immer so,
- 1:20:07«Künstler, zeig mir deine Kunst und bring mir deine Kunst auf den Körper.» Weisst du, was für eine Bedeutung das hat? So, Alain, du bist in meinem Gelände noch. Hat es auch. Du verschenkst mich. Hat es auch. Also ich habe so Anfragen, wo Leute kommen und sagen, ich will einfach etwas von dir. Ja. Kreieren wir etwas. Hast du Spass daran?
- 1:20:33Schwierig. Wenn man keine richtige ist, ist es schwierig. Was mir gefällt... Ich muss ehrlich sagen, ich habe meinen Stil noch nicht zu 100% gefunden. Es ist nicht so, dass ich sagen kann, das ist mein Ding und die Leute kommen zu mir nur wegen dem. Hast du eine Finanz?
- 1:20:55Ja, ich glaube Porträts. Es geht schon richtig, Porträts. Aber ich will mich dort etwas finden. Ehrlich gesagt, ich will nicht einfach 0815 Porträts stechen. Das sollte schon ausgefallen sein. Aber je mehr Porträts ich mache, desto mehr kommt etwas in die Richtung, die ich entwickle. Ja klar, mega.
- 1:21:22Ja, ich glaube, so einfach eine kleine Richtung muss man schon geben, was genau haben wird. Aber ja, das Problem ist einfach, du bist mega von deiner Kreativitätsphase abhängig in diesem Job. Also ist...
- 1:21:45Ich sage jetzt wie ein Schriftsteller. Du hast Monate, teilweise Wochen, in denen ich nichts aufs Papier bringe. Wenn ich anfange zu zeichnen, dann löse ich wieder alles. Arbeit von fünf Stunden. Bist du noch voll aufs Papier? Nein, ja, auch. Aber auch viel auf dem iPad.
- 1:22:06Dort bist du einfach viel flexibler. Du kannst Layer erstellen. Klar kannst du das auch auf Papier machen. Papier über Papier über Papier. Digital zeichnen ist nochmal etwas anderes. Klar hast du nicht das Gefühl wie auf Papier. Aber ja, es kommt langsam so.
- 1:22:34Die Kreativitätsphase ist schwierig. Teilweise zeichne ich fünf Stunden. Gott sei Dank haben wir mittlerweile KI. Ich nutze das, ich bin offen und ehrlich. Das hilft mir sehr, weil teilweise suchst du... Ich weiss nicht, bringst du eine Hand nicht so sauber hin, wie du sie zeichnen willst.
- 1:23:02Vor Jahren hast du noch... Ich kenne es nicht, weil ich nicht so lange dabei bin. Ich habe immer auf Papier gezeichnet. Aber du hast... Ja, eigentlich auf Papier gezeichnet. Du hast googeln müssen, 10 Stunden lang, bis du eine Hand gefunden hast, die so ist, wie du es dir vorstellst. Mittlerweile kann ich grobe Skizzen machen, wie ich die Hand ungefähr haben möchte.
- 1:23:33Lattasur. Würdest du sagen, deine Zeichnungskünste haben sich in den Jahren auch massiv verbessert? Ja, definitiv. Du könntest jetzt einfach aus dem Kopf eine Hand zeichnen? Ja. Ich frage über die Hand, weil ich finde, aus dem Kopf ist immer ein bisschen schwierig. Vom Schwierigsten, sorry. Ja, Hand ist eigentlich fast das Schwierigste. Man sieht das auch oft bei so
- 1:24:03Alte Gemälde und so. Und bekannte Künstler. Du hast oft, dass die Hand immer irgendwo ist, wo man sie nicht sieht. Irgendwie im Kleid oder hinter... Ja, da siehst du sie auch, oder? Auf dem Titelbild von Michelangelo. Oben dran ist klar der Touch sozusagen. Aber unten sind die Hände fast immer versteckt. Genau.
- 1:24:27Es kostet auch sehr viel Zeit, so Hände. Die meisten Künstler haben sich dann einfach Zeit genommen, um das Portrait, das Gesicht schön hinzubringen und die Hände einfach so positioniert, dass wir sie nicht sehen. Ja, Hände sind immer ein bisschen schwierig. Hände sind sehr schwierig. Und ich habe auch immer so... mega Respekt, wenn ich weiss, kommt jetzt ein Tattoo auf mich zu, wo eine Hand drin ist.
- 1:24:57Also, weil Porträts mittlerweile so sind, okay, ja, cool, freu mich. Und Hand ist immer so, okay, ja, gut, freu mich, aber okay. So, ja, das ist so ein bisschen das. Challenging. Ja, aber ich liebe das. Wo holst du die meisten Anfragen her?
- 1:25:18Hauptsächlich aus dem Social Media. Social Media. Ja. Ist gleich gut. Aber auch viel Mund-zu-Mund-Propaganda ist auch so. Ja, das glaube ich. Wenn jemand glücklich und dankbar ist für die Arbeit, dann empfehlen wir dich auch gerne weiter. Social Media hast du angesprochen. Ich finde, wie gesagt, du hast schon vorher gesagt, du machst ein mega geiles Social Media Game. Also du bist da voll dabei. Und ich glaube, ich glaube, ich glaube, ich weiss noch, wo du mit dem angefangen hast, es ist noch nicht so, so lange.
- 1:25:48Also mit Social Media? Ich habe angefangen, zuerst habe ich einfach plump ein Foto vom Tattoo hochgeladen. Interessiert niemand, oder? Was interessiert Leute? Persönlichkeiten.
- 1:26:06Deine Persönlichkeit. Weil Menschen folgen Menschen. Und ich glaube, das ist so eine Botschaft, die ich immer sehr gerne raustrage. Und ich merke es beim Pilotenstudio von der Frau auch mega.
- 1:26:21Menschen folgen Menschen. Das heisst, desto mehr du von dir Preise gibst, desto mehr kommen die Leute. Und sie, und welche Scheiss-Posts, lustige Sachen, lustig, die Reels, wo irgendwie nach einem Workout musst du die Leute raustragen und dann inszenieren sie das und machen eine lustige Sache, wo der ich, der einen Bölle in die Rinde bekommt.
- 1:26:43Es läuft automatisch. Humor kommt immer gut an. Wenn sie ihre Workouts posten, wie «Solltest du die Hüfte richtig anziehen und hier...» Interessiert niemand. Interessiert niemand. Ich kann hinsitzen und sieben Stunden lang erklären, wie ich ein Statustich, wie tief, wie hoch, wie dies, wie das... Who the fuck cares? Es interessiert niemand. Ich glaube, mittlerweile interessiert auch das Ergebnis nicht.
- 1:27:10Das ist etwas, was mich verstörend fühlt, wenn ich ehrlich bin. Weil teilweise sehe ich so Dinge, wo ich sagen muss, Alter, nein. Aber trotzdem hat er irgendwie 10'000 Follower. Und ist komplett ausgebucht. Es hat ihm gegönnt.
- 1:27:33Aber ja, das Ergebnis leidt mich gar nicht, weil ich weiss nicht, wir sind sowieso so überreizt von überall und so reizüberflutig in diesem Sinn. Und darum ist das eigentlich irrelevant. Was machst du am liebsten auf Social Media oder wie kommst du zu diesen Ideen, was du alles machst?
- 1:27:58Hey, ähm... Ich habe jetzt so eine Serie gestartet mit dem Tagebuch, wo ich so quasi öffentliches Tagebuch führe. Ähm...
- 1:28:10Ich mache das ja sowieso privat für mich. Keiner bleibt mir Gedanken hinterher. Und dann fand ich, wieso mache ich das auch nicht öffentlich? Ich habe das oft gesehen, das so Day in Live und so. Hast du sicher auch schon gesehen. Aber das ist zu plump. Das ist so, ja, ich bin hier am Wassertrinken.
- 1:28:33«Ja, ich bin hier am Essen.» Und dann habe ich gedacht, «Ja, nein, es muss ein bisschen tiefer gehen.» Weil in meinem Tagebuch schreibe ich auch meine Gedanken her. Ich schreibe nicht nur, was mir tagsüber passiert ist, sondern ich schreibe auch ein bisschen, wie ich mich dabei gefühlt habe.
- 1:28:52Wo waren die Unsicherheiten? Wo war der Erfolg? Und das war der Moment, wo ich dachte, ich mache das jetzt öffentlich. Klar, ich gebe nicht alles bei mir. Ich versuche meine Privatsphäre zu schützen.
- 1:29:15Das mache ich mich mittlerweile sehr gerne. Und ich mache einfach sehr gerne Sachen mit Humor. Also so unerwartete Plot-Twists. So Sachen wie... Ähm... Das, was du vorhin angesprochen hast mit dem Portrait-Gesicht und so. Und die Nase. Und dann habe ich einfach mal schnell geswitcht auf... Ja, die Nase ist sehr wichtig im Portrait-Stechen und so. Aber gleichzeitig musst du auch schauen, dass sie...
- 1:29:44am Platz behältst und nicht in fremden Angelegenheiten einsteckst. Love it. Einfach gleich noch Humor einbauen und so. Das mache ich mega gerne. Ich bringe mega gerne Leute zum Lachen.
- 1:29:58Ich glaube, Humor ist so das Ding. Mit Lachen bringst du Schmerzen weg, bringst Depressionen weg. Ich habe von Leuten gehört, die mit Lachen Krebs geheilt haben. Weisst du, wie ich meine? Weil das Lachen innerlich heilend ist. Ja, definitiv.
- 1:30:22Das ist crazy. Und darum ist mir auch Humor mega wichtig. Das merkt man auch, wenn man mit dir redet. Du hast immer einen Spruch auf der Lippe. Ja, ich bin jetzt nicht so schlagfertig, wie ich es mir gerne wünsche. Wirklich? Ja. Aber... Ja, ich... improvisiere. Amings kommt der Bus, amings nicht. Hey, wir sind schon anderthalb Stunden dran.
- 1:30:50Ah, krass. Wir sind schon anderthalb Stunden dran, aber noch nicht ganz fertig, weil ich habe noch ein paar Schnellfragen, eine Schnellfragenrunde vorbereitet. Ja.
- 1:31:01Ich muss schauen, ob ich die Themen noch... Aber ja, jetzt haben wir alles angekündigt. Mega schnell vorbeigehen. Mega, gell? Es fliegt an mich. Crazy. Ich habe noch ein paar Fragen. Wie gesagt, sie heisst «Schnell-Feuer-Runde». Ganz ehrlich, irgendwie klappt es nie. Meistens wird die Tür aufgemacht, wenn man wieder reingeht. Das ist einfach so never ending. Darum... Ich schreibe mir... Ich probiere es. Ich schreibe mir meistens viel zu viele Fragen auf.
- 1:31:30Abraham? Ja. Are you ready? Yes. Abraham ist übrigens... Hast du gerade etwas am Bildschirm verändert? Ich frage mich, was es ist. Nein, ist alles gut. Du? Nein, ist alles gut. Abraham ist ein syrischer Name. Ist ein biblischer Name? Ein biblischer Name. Ja. Eigentlich Ibrahim. Ibrahim. Ah, das wäre der... Das kommt vom Islamischen. Mein Grossvater heisst er so. Ibrahim. Ja.
- 1:32:00Genau. Weil dein Grossvater ist Muslim. Nein, aber das ist, weisst du, die Christen haben sich mittlerweile auch opost. Also weisst du, wenn es so biblische Namen gibt. Ich habe einen biblischen zweiten Namen. Wirklich? Weiss fast niemand. Und ich bin auch gecancelt worden, wegen dem in den Schuhen. Joshua. Mega schöner Name. Aber ich habe mir immer gesagt, ich kann es...
- 1:32:30Verwetschen. Nein, nein. Watch me now. Ähm, ich habe das Joshua-Syndrom, haben sie mir gesagt. Ich hatte schon immer mega viele Falten. Ich bin so wie ein Faltenhund. Okay. Ich habe meine erste Falte mit vier Zehnern kassiert. Keine Ahnung. Danke für die Hygiene. Aber äh, ja. Sie haben immer das Joshua-Syndrom, dass ich das Joshua-Syndrom habe. Anyway. Ich bin stark aus dem herausgekommen. Sehr gut, sehr gut. Ja, das...
- 1:33:00Also... What doesn't kill you makes you stronger? Ich schwöre, so ist es. Erste Frage in der Schaaführerrunde. Sehr gut. Das erste Tattoo, das du jemals geschossen hast? An mir selber. Was? War das der Mond? Ja, der Mond. Das sind etwas random Fragen, können wir auch ein paar andere, gell? Sehr gut. Wie zum Beispiel diese. Bitcoin oder Bargeld? Wow. Crazy. Bargeld. Bargeld? Bargeld. Wieso?
- 1:33:29Nur Bares ist wahres. Bargeld? Hey, nein, obwohl Bitcoin ist eigentlich auch nicht schlecht. Es ist beides. Aber ich rede nicht von Buchgeld. Also nichts, was auf dem Konto ist. Weil das ist für mich kein Geld. Ich rede wirklich von Bar. Okay. Aha, okay, ja. Also Noten. Noten. Münzen. Wie findest du die neue Schweizer Banknote? Hey, ich weiss nicht. Ich sage nicht dazu.
- 1:33:55Politisch und so bist du engagiert? Ja, mega. Ja? Was hast du jetzt so abgeschoben, wenn du das so sagen willst? Ja, kann ich gerne sagen. SRG? Nein. Hast du mehr geschoben? Ja. Nein, sorry. Also, ja, doch, ja. Ich wollte das...
- 1:34:10Dass es tiefer wird? Dass es tiefer wird. Okay, gut. Freiheitsstraf. Individualbestimmung. Heiratsstraf, ja. Da habe ich auch Ja gesungen. Dass sie abgeschafft wird? Ja. Okay, das ist ein Erfolg. Und dann gab es noch die Klima-Dings. Ja, genau. Und die habe ich Nein gesungen. Bei der SRG, findest du es blöd, dass das nicht geklappt hat? Schon ein bisschen, ja. Fühlt mich schon ein bisschen an.
- 1:34:40Ich finde das richtig unnötig. Schon? Ja. Geil. Maximal, ja. Maximalismus. Ja. Nein, ich... Ich habe ehrlich gesagt auch zwei Reels dazu gedreht. Ja. Aber nie veröffentlicht. Wegen? Weil es politisch ist? Ja, ich habe gefunden... Sie werden das schon durchdecken. Ja. Ich habe gefunden, das ist zu politisch. Ich will nicht in die politische hinein mit meinem Profil. Okay, ja, verstehe ich schon. Weil ich habe zu vielem eine Meinung.
- 1:35:08Hoffentlich auch, ja schön. Was da so politisch abgeht. In der Schweiz, in der EU, überall auf der Welt. Amix habe ich das Bedürfnis, also das Bedürfnis zu mich äussern, weil es mir einfach auf der Brust sitzt. Und wiederum denke ich mir, vielleicht tue ich mir keinen Gefallen damit.
- 1:35:37Ja, hey, mega schwieriges Thema. Mega schwieriges Thema. Ich glaube, wir haben einfach verlernt zu streiten. Oder anders. Wir haben verlernt zu diskutieren. Ich glaube, sobald meine und deine Meinungen nicht genau gleich sind, ist der ein oder andere ein Arschloch. Und das kann es einfach nicht sein. Ich meine, ich kann dich doch ein geiler Sieg finden.
- 1:35:56Auch wenn du doch irgendwie für etwas anderes stimmst. Es ist deine Meinung. Du hast eine andere Vergangenheit, eine andere Situation. Wir haben alle andere Situationen. Dann lass doch einfach diese Meinung zu. Und darum sind wir in einer Demokratie, wo wir wählen können und das, was am meisten wählen, das gewinnt. Und wenn dann meine Meinung nicht gewonnen hat, fair enough. It's a game. Ja, voll. Ich bin voll deiner Meinung. Aber ich weiss, es ist...
- 1:36:21Ich habe mir letztens eine Sendung über Meinungsfreiheit eingezogen. Meinst du, es gibt Meinungsfreiheit beim Trinken? Ja, ich glaube, immer weniger mittlerweile. Sie ist noch nicht ganz abgeschafft, Gott sei Dank. Aber wir bewegen uns leider dort hin. Wenn ich mir Gedanken machen muss, ich bin weder rechts noch links. Ich bin Ausländer.
- 1:36:50mehr Ausländer gehen gar nicht, glaube ich. Ausser ich wäre gestern von Syrien gekommen und hätte noch keinen Schweizer Pass. Das wäre so ein Next Level Ausländer. Und
- 1:37:05Ich bin nicht gegen Ausländer, aber ich bin einfach für Dankbarkeit. Sind dem Land einfach Gott... Ich will nichts sagen, aber sind dem Land einfach dankbar. Hundertprozentig. Sind dem Land einfach dankbar. Und 90% von den Problemen, die wir hier draussen haben, sind einfach ausgemachte Probleme. Und das schiesst mich auch noch mehr an. Das schiesst mich einfach. Der Wohlstand
- 1:37:36die die Leute in den Wahnsinn treibt und die irgendwo einfach aus irgendeinem Loch irgendwelche Probleme herausziehen und das Gefühl haben, das muss jetzt ausdiskutiert werden. Und ich finde, hey, Alter, wir haben komplett andere, weisst du, noch viele andere Themen, die wir behandeln müssten.
- 1:37:58Und wir fokussieren uns jetzt wirklich auf so banales Zeug, weisst du? Das ist crazy. Nein, weisst du, die ist auch etwa tags im Podcast. Die hat früher im Radio gearbeitet, die ist jetzt selber Moderatorin. Mit ihr haben wir das Thema auch recht durchgekatscht mit der SRG. Das habe ich gesehen. Und es gibt auch mega Diskussionen. Und auf TikTok kommt es so nachher so, «Ja, wie kann es denn sein, dass die Geschäftsführerin...»
- 1:38:28Ja, ich weiss, die hat 330'000 Franken verdient. 500'000. Aber ganz ehrlich. Ich, das ist jetzt meine Meinung, ich sage, wenn du so eine Verantwortung hast, ich meine, mit einer halben Kiste. Ja.
- 1:38:42Ich kenne andere Leute, die mehr verdienen. Und die haben weniger Verantwortung. Wenn du Verantwortung hast, dann solltest du auch verdienen. Ich kenne Leute, die bei Apple gearbeitet haben, die so viel verdient haben. Die hatten aber nicht so einen Impact wie jetzt sie. Ich finde,
- 1:39:08Es gibt so Levels. Ja, das ist ein fairer Punkt. Muss ich dir geben. Ich möchte nicht sagen, dass sie wenig verdient. Das ist ein massiver Droh. Ja, definitiv. Aber es ist immer noch... Wir befinden uns nicht im Privatsegment. Es ist immer noch Staatsangestellte. Also irgendwo durch. Und dass ein Staatsangestellter
- 1:39:38so viel verdienen muss. Ich finde auch die Löhne dieser Politiker absurd. Hey, absurd. Das ist crazy. Und dann treffen sie noch so schwachsinnige Entscheidungen.
- 1:39:52Ohne dafür belangt zu werden. Also, weisst du, ich sage jetzt, wenn die Verantwortung ist, dann müsste man doch die Leute auch belangen. Zur Verantwortung ziehen. Zur Verantwortung ziehen, wenn es irgendeine Falschentscheidung gibt. Absolut, ja. Oder? Absolut. Aber gewisse Politiker haben einfach keine Konsequenzen. Oder kennen die einfach gar nicht. Oder weisst du, treffen einfach...
- 1:40:18Blöde Entscheidungen verdienen sich dumm und dämlich. Also weisst du, wenn du das jetzt rechtfertigst, mit, ja sie hat so viel Verantwortung. Aber ich bin der Meinung, dass wenn sie, selbst wenn sie etwas verkackt, du wirst einfach so unter den Teppich gekehrt werden. Ja, ja, genial. Weisst du, was ich meine? Und das fisst mich an. Das ist der Privatsektor, den verstehe ich mega. Entschuldige, nicht der Privatsektor.
- 1:40:46Im Privatsektor, wenn ein CEO ein Geschäft führt mit 10-15 Mitarbeitern, dann ist der Lohn auch da. Dann ist der Lohn sehr gut möglich, dass er auch da ist. Wenn dann aber etwas passiert, dann bist du der Garste. Und so viele Leute, die mehr verdient haben als das,
- 1:41:13Fehlentscheidungen getroffen haben, das hat einem den Kopf gekostet, nicht im wahrsten Sinne des Wortes, aber die waren dann weg, mussten die Posen zahlen, mussten... Darum... sage ich, there are levels to that. Aber ja, I see, ich sehe deinen Punkt, und ich finde so Diskussionen können doch... dürfen doch sein, man darf sich doch austauschen, ohne dass wir jetzt nachher damit rauslaufen und sagen,
- 1:41:36«Abraham, was für ein Wichser!» Oder? Wieso denn? Es muss nicht auf etwas hinaus... Also, wir müssen uns ja nicht finden. Das sagt ja niemand. Es gibt Konsens, wir können Konsens finden, absolut. Aber ich glaube, wir haben einfach ein bisschen verlernt, diskutieren, ohne persönlich zu werden. Ja, und andere Meinungen akzeptieren. Voll, geht eh nicht. Das ist der Punkt. Also...
- 1:42:01Warum? Also weisst du, man verliert auch die Menschlichkeit irgendwie so, weisst du. Also der andere hat eine andere Meinung, der andere hat eine andere Religion, der andere hat eine andere politische Einstellung, der andere hat... Und dann wird er einfach ausgeschlossen, er ist nicht mehr gleich wie ich.
- 1:42:17Ja, und Cancel Culture ist einfach böse. Böse. Das ist heftig. Maximal. Maximal. Auch mit den Sachen, die jetzt mit Gusti am Passieren sind. Hey, das hat mir so leid da, Mann. Das hat mir so leid da. Er macht seinen Weg und er hat seinen Weg im Griff. Er weiss, was er tut, aber wirtschaftlich. Ja, sie haben ihm voll die Beine geschnitten.
- 1:42:45hat er einen Vollbekommen. Wenn du auf so viele Getränke nachher noch sitzt, und warum? Wegen einer Meinung. Das verstehe ich einfach nicht. Es gibt immer noch die Privatperson und dann gibt es das Geschäft. Das Problem ist, wenn du heute als Privatperson etwas sagst, das ist ein Personal Branding, wenn ich als Kevin Keller-Mazza im Podcast Dinge erzähle, die irgendjemandem nicht passen, das kennt mich nicht.
- 1:43:12Also davon muss man ja eben Angst haben. Das kann mich Sponsoren kosten, das kann mich Gäste kosten, das kann mich Kunden kosten von meiner Eventlog. Gut, das ist eh immer so. Sorry, wenn ich dich verliere. Nein, nein, nein, ist gut.
- 1:43:28Gerade auf das Thema P. Didi zum Beispiel. Würdest du dem seine Musik noch hören? Du hast ein Reel gemacht. Ich konnte es nicht mehr. Hast du das gemacht? Nein. Willst du das nicht sein? Nein, das bin ich nicht. In diesem Reel war so, wisst ihr was legal ist, sich aber illegal anfühlt?
- 1:43:52Und dann siehst du jemanden im Auto an einem PDD Song hören. Ist legal, aber es ist eigentlich mega so verwechslungsreich. Ob ich seine Musik aktuell hören kann? Ja. An dieser Stelle muss ich sagen, seine Musik hat ein paar, die ich geil fand.
- 1:44:16Aber nehmen wir das gleiche Beispiel mit einem R. Kelly. R. Kelly. Weil in seiner Musik habe ich recht gefühlt. Sehr gut. Aber jetzt mit diesen Hintergründen, die ich habe, finde ich so mega schwierig, das zu hören. Ja, aber das ist jetzt auch wieder so ein Punkt, wo die Privatperson von ihrem Künstler oder ihrem Geschäftlichen nicht trennen kann. Und darum ist es mega schwierig. Aber ich finde jetzt am...
- 1:44:46Und am Gusti seine Aussage. Ich finde das jetzt... Also sorry, es ist eine legitime Meinung. Absolut. Er hat niemanden vergewaltigt. Er hat kein Kind missbraucht. Es ist eine Meinung. Und sogar mit Fakten basiert. Eine Meinung, die er mit Fakten untermauert hat. Sorry, ich denke, du solltest keinen Migros-Vertrag und Co-Vertrag verlieren. Nein, finde ich auch nicht. Ich finde es auch voll überreicht.
- 1:45:14«Hey, wenn du wirklich willst, dann mach eine Abmahnung.» «Sagst, hey los, Gusti, wir haben eine Partnerschaft.» «Wenn, dann sollte ich «You» sagen, bitte nicht.» «Sonst gibt es Konsequenzen.» «Aber direkt etwas...» «Ja, das finde ich ein bisschen heftig.» «Ja, das ist...» «Aber ja, das ist eben so ein bisschen Cancel Culture.» «Was ist möglich?» «Wie weit hast du deine Meinung äussern?»
- 1:45:34Und jetzt in anderen Reels, die wir gepostet haben, auch mit Birneweich, jetzt kommen so Diskussionen von «Hey, deine Meinung darfst du ja äussern. Du darfst ja alles sagen. Du darfst ja weitermachen mit deiner Meinung.»
- 1:45:47Aber wenn du dann eben Angst hast, dass du dann gecancelt wirst, dass du Aufträge verlierst, ja, schon klar, darf ich meine Meinung sagen, und werde nicht verhaftet für das, aber verliere dafür meine ganze Existenz. Also, great success. Super. Weiss auch nicht. Ja, aber das ist genau der Punkt, den ich jetzt vorher ansprechen wollte. Eben,
- 1:46:11Wenn ich mir auch als Ausländer, eben mehr Ausländer als mich, gibt es ja fast gar nicht. Und wenn ich mir Gedanken machen muss, ob das jetzt gut ankommt, ob das nicht gut ankommt, werde ich als Nazi bezeichnet oder nicht? Weisst du, wie ich mich meine? Dass ich mir die Gedanken machen muss, ist schon traurig.
- 1:46:33Dass ich meine Meinung nicht einfach in mein Handy führen kann, in die Kamera schweizen kann und sage, was ihr hier macht, ist blödsinnig. Voll, voll, voll. Ja. Das ist verrückt. Was habe ich gesagt? Kann man uns in den Trick steigern. Aber war das die zweite Frage? Das war die zweite Frage. Das war wirklich die zweite Frage.
- 1:46:58Aber die Frage war, Bargeld oder Bitcoin? Mega krass. ADHS war am Kicken.
- 1:47:05Boah, das ist wirklich krank. Da musst du schauen. Hast du das auch? Ja, ständig. Da gibt es sicher einen Psychologen, der zuschaut und sagt, das ist so. Das ist vielleicht das, was dann passiert. Und du hast uns voll am analysieren. Also, ich mache schon weiter mit der nächsten. Und zwar ein Tattoo-Trend, der deiner Meinung nach verschwinden darf. Die neue... Ich weiss nicht mehr, wie man das sagt. Ähm...
- 1:47:34So tribal-mässig. Ich weiss nicht, ob du es schon gesehen hast. So gothic. Es geht so in die gothic-Szene. Aber tribal ist jetzt schon... Tribal ist ausgestorben. Ja, das schon, Gott sei Dank. Jawohl. Aber mittlerweile hat es nochmals etwas Neues, das auch in diese Richtung geht.
- 1:47:56wo ich jetzt schon sehe, dass das nichts wird. Spätestens seit 10 Jahren werden die Leute die Mästerin beruhigen. Lasern für dich ein Thema? Ja, ich bin dran. Dein Mond. Nein, ich habe einen Laserkurs bereits absolviert. Geil. Es war recht cool, recht spannend. Mittlerweile musst du eben so ...
- 1:48:2413 Tage oder so, einen Kurs besuchen. Früher konntest du einfach einen Laser kaufen und drauf loslegen. Aber es hat so viel... Und die Technologie dahinter ist gut. Seht man noch Narben und all das? Es kann sein, dass du schwach noch etwas siehst. Narben sollte es eigentlich nicht geben. Aber einfach so ein kleiner Schimmer, ganz scheu.
- 1:48:49Aber man kann dann etwas darüber tätowieren, was man nicht sieht. Ja, natürlich. Das geht. Natürlich, natürlich. Also das ist auch das Ziel von mir. Das ist das, was ich auch in Zukunft anbieten möchte. Einfach für Cover-Ups. Ja. Weil, ja, das ist auch so etwas, Leute kommen, haben irgendwie schon etwas Kleines. Sie wollen ein Cover-Up mit etwas Kleinem. Top. Dumped-up, ja. Top. Hast du so eine Maschine?
- 1:49:17Nein, die kommt jetzt. Hast du die bestellt? Ja. Die kommt jetzt. Das ist nicht so schwer, oder? Ja. Nicht günstig, aber auch nicht teuer. Ja gut.
- 1:49:30Geil. Das kommt aber jetzt bald. Also wenn sie kommt, zeigst du mir, sie kann etwas zum Wegnehmen. Sie ist nicht zu gross. Okay, sehr gut. Aber ich muss... Sehr gut, aber nein, das kommt... Du kannst gleich bei mir testen. Ich wollte sie leisen, sonst war sie mir zu hoch. Ich habe nicht gefunden... Die Klaus. Ja. Geil. Also... Jetzt habe ich es bei mir... Oh, nein, sorry.
- 1:49:55Nein, äh, jetzt habe ich es... Okay, das ist knapp. ... habe ich es... Ich habe einfach einen Kredit beantragt. Ah, super, ja. Perfekt. Ja, ist ja gut, du hast es geschafft, super. Ja, voll. Nein, ich habe investiert. Natürlich. Natürlich. Ja. Die nächste Frage ist, investieren oder ausgeben? Ja. Logisch, investieren. Perfekt. Äh, finde ich ja. Und nein, aber das zeige ich mir wirklich, sobald es kommt. Ja. Weil, weisst du, es ist ja so ein Ort, wo...
- 1:50:24Scheiss egal, wenn es nicht schön wäre. Aber ist gut. Der häufigste Fehler von Tattoo-Kunden?
- 1:50:34Überstürzen. Überstürzen? Ja. Ich kann es machen oder überlegen. Ja. Ich komme auf das Thema Schnelllebung. Alles muss schnell passieren. Teilweise, wenn ich jetzt den Kunden sage, sorry, du musst einen Monat warten, die sind am Hüpfen. Ohne Scheiss. Was, einen Monat? Nein. Sag mir jemand anderes. Ja, sorry, weisst du.
- 1:50:58bei Ausbucht, weisst du, wie ich meine? Die nächsten drei Wochen habe ich keine Zeit für dich. Ich muss noch Designerstellen machen. Ja, nein. Gar nicht. Und dann überlegst du dir, oder teilweise kommt es, ich will das und das. Willst du das wirklich? Ja, ja. Oder eben so junge, 18, 19-Jährige, ich will die Hand, ich will den Hals. Machst mir noch Tränen im Gesicht. Bro, nein. Krass, ja.
- 1:51:29Heftig. Social Media in einem Satz. Geil. Ein Wort sogar. Ein Wort. Geil. Etwas, das du dir niemals stechen würdest. Gothic Tribal. Ja, wahrscheinlich. Nein, ja. So etwas, ja. Wahrscheinlich so etwas. Oder könnte ich mir nie stechen?
- 1:52:00Ich würde mir auch, wie du sagst, mit der Wille... Ich überlege gar nicht, was ich... Was ich will. Am Anfang musste es immer Bedeutung haben mit der Wille. Ich mache einfach, was mir gefällt. Okay. Für die nächste Frage musst du bitte ganz gut überlegen. Gut. Das ist mir mega wichtig. Sehr gut. Wirklich wichtig. Sehr gut. Ananas auf der Pizza. Boah. Wieso nennt ihr das so persönlich?
- 1:52:29Nein, nein, das ist keine Frage. Das ist keine Antwort. Ich stelle mal eine Gegenfrage. Warum nehmt ihr das so persönlich? Die erste Antwort ist die Frage. Bevor wir das Gespräch weiterführen können. Eigentlich müsste ich die Frage immer am Anfang des Podcasts stellen. Dann entscheide ich, reden wir weiter oder nicht. Jetzt muss ich auch schon wieder aufpassen, was ich sage. Nein. Ich muss ehrlich gestehen, eine Zeit lang habe ich es geil gefunden. Mhm.
- 1:53:00Mittlerweile muss es nicht. Ja. So, du, der Podcast ist fertig. Okay, nein, aber in diesem Fall ist es schon passiert. Ja, also ich finde, ich weiss...
- 1:53:19Italos sind... Einfach keinen Werbevertrag mit Buitoni. Besser nicht. Ich weiss, die Italos nehmen das mega persönlich. Aber hey, es gibt mittlerweile Hummus mit Avocado. Oder weisst du, Hummus nimmt das auch nicht persönlich. Darum frage ich mich, warum ihr das so persönlich nehmt. Ja. Das reden wir in einem anderen Podcast.
- 1:53:49Gut, ja. Sympathisch. Okay. Was treibt dich mehr an? Kunst oder Geld? Kunst. Kunst, definitiv. Ich weiss gar nicht, warum ich so lange überleite. Ich weiss auch nicht, warum du so lange überleitest. Nein, nein, ich bin immer noch bei der Ananas. Ah, wirklich? Ich wollte schnell weg von diesem Thema.
- 1:54:16Nein, Kunst definitiv. Geld ist... Ich verdiene wahrscheinlich die Hälfte von dem, was ich vorher verdient habe. Im Moment. Aber es juckt mich. Also interessiert mich gar nicht, weil... Das ist die richtige Einstellung. Absolut die richtige Einstellung. Musik im Studio.
- 1:54:39In einer Laut-Leis-Licht-Background-Referenz? Ich orientiere mich hier immer an den Kunden. Ich habe einen Fernseher im Studio, den ich frei schieben kann. Teilweise wollen die Kunden den Fernseher anschauen.
- 1:54:55Die schauen sich hier im Netflix ein und sehen sich ihre Serie ein. Du öfters am Schauen. Das passiert oft. Der Strich wurde schräg, aber die vier drei waren voll geil.
- 1:55:11Nein, mittlerweile habe ich schon ein paar Filme und Serien durch. Es kommt darauf an, teilweise drehe ich auf. Aber ich drehe meistens auf, wenn ich alleine bin.
- 1:55:27Beim Putzen, beim Zeichnen, wenn es auftritt. Wenn die Kunden da sind, dann schlafe ich lieber mit den Kunden. Dann ist die Musik gerecht. Du bist auch sehr angesprächig. Man kennt auch die, die wir jetzt schon dran sind. Ich suche auch das Gespräch von den Leuten. Ich finde das mega geil. Den Austausch finde ich mega geil. Ich fühle jeden Tag neue Erkenntnisse durch die Leute, die ich bei mir im Studio habe.
- 1:55:58Ich verstehe immer mehr, wie die Leute denken, wie sie fühlen, warum sie fühlen, wie sie fühlen. Ich bin eine Art Hobbypsychologe, aber das bringt meinen Job auch ein bisschen mit. Die Leute öffnen sich auch mehr, wenn ihnen... Ich weiss nicht, ob das irgendwie einen psychologischen Zusammenhang hat, dass wenn du ihnen Schmerzen zufügst, dass sie gerne über ihre Schmerzen sprechen.
- 1:56:25Baby. Ja. Aber Leute haben dann oft das Bedürfnis, sich mitzuteilen. Okay. Das sehe ich schon, ja. Das macht Sinn für mich. Ich habe noch zwei Fragen für dich. Und zwar die erste ist, also die zweite, die letzte besser gesagt, der schwierigste Ort oder der schmerzhafteste Ort für eine Tätowierung.
- 1:56:54Also schwierigste als Tätowierer? Ja, für dich halt zum Stechen. Hals ist so ein Ding? Ja. Hals ist mega schwierig. Rippen ist mega schwierig. Ist auch mega schmerzhaft. Hals ist auch mega schmerzhaft. Ja.
- 1:57:14Ja, ich habe jetzt selber geheisst, aber so bin ich die Kundenwahrnehmung. Aber Rippen ist auch so ein Ding. Rippen musst du auch als Tätowierer mega aufpassen. Mega deine Haut, mega... ...recht schwierig. Also musst du extrem vorsichtig sein.
- 1:57:38Dann richtet die auch dazu, den Preis hochzuschrauben, wenn es um das Repertoire geht. Ja. Ja, weil es einfach anspruchsvoller ist, mehr Zeit braucht. Genau. Okay. Ja. Gut. Dann die letzte Frage. Der Podcast heisst Momentum. Was heisst für dich Momentum?
- 1:58:19Sehr gute Frage. Krass, habe ich gar nicht erwartet. Momentum. Momentum ist eigentlich der Moment, wo du dich dazu entscheidest, dein Leben in deine Hände.
- 1:58:50Dann haben wir genau so. Schön. Der Moment, wo du dich entscheidest, um dein Leben in deine eigenen Hände. Schön. Es gibt nichts daran. Das wäre ich. Megaschön. Weil oft geben wir uns... Also, ich muss das eigentlich gar nicht kommentieren. Top.
- 1:59:15Mega schön. Ich habe noch drei Kundenfragen. Äh, Kundenfragen. Ich habe noch drei Fragen von Social Media, die ich ausgewählt habe. Ja. Und zwar, die erste steht vielleicht ein bisschen kritisch. Was bewegt einen, das zu machen, auch wenn man weiss, dass es schädlich sein kann? Wahrscheinlich die Farbe. Es ist schon eben ZT. Ja, ich glaube. Schädlich kann es sein.
- 1:59:43Das ist so eine Frage, die ich mir oft gestellt habe. Eine Frage, die ich mit mir vereinbaren musste. Es war ziemlich schwierig, muss ich ehrlich sagen. Auf der einen Seite ist es einfach...
- 2:00:13gewisse Leute sehen das halt aus der religiösen Seite und empfinden das für falsch, eben das Tätowierungen tragen. Auf der anderen Seite ist es halt wirklich tatsächlich schädlich. Also es ist jetzt nichts Gutes, was du deinem Körper antust. Die Tinte gelangt halt in dein Lymphsystem, setzt dich auch in deinen Lymphknoten ab.
- 2:00:40Man weiss nicht, ob sie ausgeschieden wird oder nicht komplett. Aber ich habe gefunden, wenn ich es selber tragen kann und mit mir selber vereinbaren kann, dass es schädlich ist, aber sicher keinem, der sich bei mir tätowieren kann, kommt, der...
- 2:01:10wie soll ich sagen, eigentlich voll dagegen ist und findet, ja nein, ist zwar schädlich, aber ich tätowiere jetzt gleich. Ja, voll. Ja, und die, die zum Tätowieren kommen, die haben sich auch damit abgefunden, dass sie ihrem Körper schaden. Und da eigentlich auch die Eigenverantwortung des Menschen selber noch so eine grosse Rolle spielt. Ja, 100%.
- 2:01:40Dann die nächste wäre «Schon mal das Motiv abgelehnt». Ja. Super.
- 2:01:47Ja, also weil es einfach teilweise, also bis jetzt habe ich noch keine so komischen Anfragen bekommen, so rassistische Motive oder sonst irgendetwas. Aber einfach, weil der Stil nicht zu mir passt. Okay. Du bist keine so Maori-Zeug oder so. Da habe ich auch schon Anfragen bekommen, wo ich muss sagen, hey, sorry, erstens ist das nicht mein Stil, zweitens, das Zeug hat Bedeutung, hat einen kulturellen
- 2:02:17jeder Strich kann anders deutet werden und vielleicht tätowiere ich dir etwas, wo ich nicht weiss, ob es ein Arschloch ist. Ich weiss es nicht. Ich würde lieber sagen, egal, lieber zu einem, der sich damit auskennt. Ja, finde ich fair.
- 2:02:34Und dann die letzte Frage, die ich hier noch aufgehört habe. Vielleicht ist es jemand, den du kennst. Ich habe es gedacht, es ist etwas Persönliches. Und zwar, inwiefern hat ihn One Piece auf seinem Lebensweg inspiriert? Wow. Krass. Ja, das ist schon etwas Persönliches. Vielleicht kennt man mich. Ja, wahrscheinlich. Ich bin ein mega Anime-Fan. One Piece ist ein Anime. Ich weiss nicht, ob du es kennst.
- 2:03:02ja ich bin ja wahrscheinlich ähm
- 2:03:09Ich bin mega Anime-Fan. One Piece, Naruto und solche Sachen. Ich bin damit auch aufgewachsen. In Syrien gab es nicht die Cartoons, also Mickey Mouse und so. Wir sind ja richtig asiatisch orientiert. Im Nahen Osten. Da ist nicht viel mehr zu fahren. Da ist eher Mitsubishi und Toyotas. Weisst du, wie ich meine.
- 2:03:36Und deshalb sind Fernsehsendungen auch mehrheitlich Anime. Das ist halt übersetzt. Vorabisch. Ich wurde damit so gross. Und... Bis später Alter mittlerweile. Ich schaue immer noch Anime.
- 2:04:03Du bist 30 und schaust «Verwil 31» und schaust immer noch so Kinderserien. Ob man das heisst, wirklich nichts mit Kindern zu tun? Klar, es ist animiert, ja. Aber teilweise die Botschaften, die dir dort mitgegeben werden... Auf wann schon? Auf wann Kinder? Ja, ja, sicher. Nein, es geht mir nicht darum, mich jetzt rechtfertigen zu lassen.
- 2:04:26Kinder in die Küche schauen. Überhaupt nicht. Es geht mir nur darum. Ich lege es jedem ans Herz. Man kann dort so viel mitnehmen. Also statt OI Towning. Meine Freundin schaut Bridgerton. Das ist mit den Alten da. Also mit denen so altertümlich. Ja, wo schwarze Adlige drin sind, wo ich auch sagen muss, wir wollen die Geschichte noch mehr verfälschen. Weisst du so.
- 2:04:55Aber okay. Was darf man Schwarz noch sagen? People of Color? Keine Ahnung. Was sagt man jetzt? Weisst du, was ist es? Wir können ja eh nicht alles wissen, was richtig und falsch ist, aber wir werden auf jeden Fall belehrt. Wahrscheinlich würdest du es hinüber sagen, wenn es nicht... Sehr gut, bin ich froh. Danke.
- 2:05:18Und dort nimmst du einfach nichts mit. Nichts. Gar nichts. Es geht um Betrügen, es geht um ... Hintergehen. Hintergehen, Lästen und ich weiss nicht was. Gibt es auch im Anime. Aber es gibt auch viel Schönes, das dir mitgegeben wird. Dass du ... Dass du zielstrebig sein sollst. Dass du an deine Träume glauben sollst. One Piece ist für mich das beste Anime.
- 2:05:46Es geht um einen kleinen Jungen, der den Traum von Piraten zujagt. Und er gibt den Traum nie auf. Er will Piratenkönig werden. Und...
- 2:06:03Ja, Luca Gansahut. Geil. Es ist eine richtig inspirierende Story. Er hat seine Leute um sich herum. Willst du dich mit dem identifizieren? Ja, er hat seine Crew. Das sind für mich meine Kollegen zum Beispiel. Leute, denen er vertraut. Seine Vision, die er nie aufgibt. Egal, wie schwierig es wird. Und...
- 2:06:32Das hat mir mega viel mitgegeben. Dass ich nicht aufgeben darf, dass ein Neustart nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Ja. Nein. Also, one piece. Also.
- 2:06:47Danke vielmals für die Beantwortung dieser Fragen. Mega cool war das. Wir sind schon fast am Ende und ich muss wirklich sagen, einfach mal ein grosses Dankeschön, dass du dir die Zeit genommen hast, um hierher zu kommen. Wir sind jetzt schon über zwei Stunden dran. Und für jeden Zuschauer, der zuschaut, danke auch dir, dass du seit zwei Stunden hier schaust. Auf jeden Fall ganz viele coole Sachen, die du erzählt hast, auch von deiner
- 2:07:12von deiner Reise hierher, wie das war, um mit zwölf in die Schweiz zu kommen, in ein Land, das du nicht gekannt hast, mit einer Alleinerziehenden-Mami. Dein Vater war halt da und wir hatten in dieser Zeit wenig Kontakt, wenig gesehen, du hast ihn erst mit zwölf kennengelernt.
- 2:07:28um dann in eine Schule zu gehen, in der du innerhalb von einem Jahr Deutsch gelernt hast, in einer Multikulti-Klasse, die du auch nicht von vorher gekannt hast, um dann in eine 5. oder 6. Klasse zu kommen, die nicht einfach war, um dich zu integrieren.
- 2:07:44und da viele Entscheidungen getroffen wurden, die dich jetzt geprägt haben, zu dem zu werden, zu dem du heute hier bist. Aber nie diesen Glauben zu verlieren und deine Passion wirklich auszuleben, die zu zeichnen ist, jetzt in Form von Tätowierungen, mit einer Tante, die das erste Tattoo mit 8, 9 gestochen hat. Ich fand es einen richtig coolen Tag.
- 2:08:10Danke vielmals an dieser Stelle für das. Aber ich möchte dir noch ein Wort geben, um in deiner Kamera etwas zu sagen, an deine Leute, deine Community oder sonst einfach eine Message zu holen.
- 2:08:22Sehr gerne. Bevor ich hier in die Kamera rede, möchte ich mich zuerst einmal bei dir bedanken. Danke vielmals für die Einladung. Danke auch für deine Zeit. Es war mir eine riesen Ehre, dass ich hier sitzen und mich äussern durfte. Es hat mega Spass gemacht. Es ist das erste Mal für mich. Auch noch nie sofort. Klar, ich rede vor meiner Handykamera, aber...
- 2:08:42Es ist eine ungewohnte Situation. Ich war am Anfang auch ein bisschen nervös. Vielleicht hat man es mir angemerkt. Aber danke wirklich viel, viel Mal. Ich habe mich mega gefreut, als du mir gesagt hast, komm mal vorbei. Ja, also es hat auch da total mega Spass gemacht. Wir kennen uns ja auch schon privat.
- 2:09:05Nein, es war wirklich mega cool. Danke dir vielmals. Und die Kamera möchte ich sagen, schaut auf euch, bleibt gesund, zieht das durch, was ihr schon immer gemacht habt. Seid glücklich. Das Leben ist einfach viel zu kurz, um nicht glücklich zu sein. Ja, gebt euch nicht zu lange Sachen, die euch nicht gefallen, weil es kann sein, dass das Morgen vorbei ist und dann habt ihr einfach die letzten Momente unglücklich gelebt.
- 2:09:35Schaut, dass ihr glücklich seid. Verbleibt Liebe. Liebe ist Stichwort. Liebe ist alles. Mit Liebe erreicht man sehr, sehr viel. Und ja, das ist alles. Ich musste das gerade aufnehmen, weil es ein richtig schönes Beispiel war, das du da gemacht hast. Danke vielmals für das. Und an dieser Stelle...
- 2:09:55Meine Lieben, Ragazzi, danke vielmals, hast du wieder zugehört. Bei Momentum, deinem Podcast, der inspirierende Menschen, inspirierende Geschichten erzählt. Heute mit Abraham, der sehr viel durchgemacht hat. Heute an dem Punkt ist, wo er sagt, ich bin der Person, der am meisten etwas beweisen will, bin ich selber und das Tag für Tag wieder umsetzen. Danke vielmals an dieser Stelle.
- 2:10:21Ihr kennt das Game, wie das Ganze läuft. Hier hat es ein paar Knöpfe. Ich erkläre es euch ganz kurz. Einer ist der Abonnieren-Button. Ich liebe es, die Gespräche für neue Menschen kennenlernen, tiefe Verbindungen schaffen, euch neue, inspirierende Menschen vorstellen können. Dadurch drückst du den Abonnieren-Knopf
- 2:10:39habe ich noch viel mehr Möglichkeiten, weil die Community wächst. Und wenn du gerade dabei bist und hier schon gedrückt hast, dann gibt es nochmal einen. Ein Glöckchen. Dann verpasst du einfach nichts mehr, was hier auf dem Kanal passiert. Und wenn du eh schon dran bist, einen kleinen Kommentar, wie dir der Podcast gefallen hat. Oder falls du noch weitere Fragen hast, würde mich sehr, sehr freuen. Von daher alles Gute, bis bald und a presto. Ciao zusammen.