Latest / Gin And Talk / Natalie Spinell über Filme, Serien und Emotionen
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- 0:00Speaker 0: Und das Schicksal schreit dann schon, so läuft's.
- 0:03Speaker 0: Da lauf ich einfach gerne mit, wenn es mich wirklich am Herzen erwischt und ich sage, das will ich machen, dann mach' ich das!
- 0:10Speaker 0: Dann ist mir eigentlich ganz wurscht was das ist, ob Serie oder Film.
- 0:15Speaker 0: Mir fehlt auf dem deutschen Markt ein bisschen dass es nicht schenkeklopfer ist sondern dass es ein bisschen tiefer geht und man genauso lachen und weinen da irgendwie auf eine Art kann man natürlich nicht versprechen, dass das bei jedem so isst aber Das ist so das, was mich berührt.
- 0:32Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:33Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich rüber an den Badresen gehen möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:40Speaker 1: Natalie Spinell ist Regisseurin Schauspielerin Hörbuchsprecherin Und hat etwas geschafft Was den meisten ihrer Zunft verwährt bleibt.
- 0:50Speaker 1: Aus einer Idee für einen Abschlussfilm An der Hochschule für Film- und Fernsehen in München wurde eine ganze Serie, die schließlich in der Primetime des bayerischen Fernsehens landete und ja Kultstatus genießt.
- 1:05Speaker 1: Inzwischen gibt es die zweite Staffel von Servus Baby und die Geschichten rund um vier Frauen, die mit den Herausforderungen des Großstadt-Jungles zu kämpfen haben erfreuen sich großer Beliebtheit.
- 1:16Speaker 1: Natalie?
- 1:17Speaker 1: ist quasi in ihrem Beruf aufgewachsen.
- 1:19Speaker 1: Sie stand schon als Kind vor der Kamera erst für Werbefilme, dann auch für Produktionen wie den Tatort oder Polizeiruf.
- 1:27Speaker 1: Sie gab Lolita und dem Drachentaber Luga ihre Stimme und schreibt die Geschichten, die sie danach auf die Leinwand bringt oftmals selbst.
- 1:37Speaker 1: Ich freue mich auf ein Gespräch über das Filmbusiness, über Emotionen, über Kreativität – und natürlich Servus Baby!
- 1:47Speaker 1: Viel Spaß beim Zuhören und schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:26Speaker 1: Natalie, freut mich sehr, dass du heute bei uns bist hier an der Bar und dir die Zeit genommen hast um zu besuchen.
- 2:32Speaker 1: Es ist ja gerade auch eine spannende Zeit für dich mit der Daffel II von Servus Baby quasi ... Ich weiß gar nicht vor wie vielen Wochen sind schon wieder ein paar Wochen als es quasi die erste Ausstrahlung, die Premiere sozusagen war oder?
- 2:48Speaker 0: Wir hatten Premiere im August beim Pop-Up vom Filmfest und das war Mit der August, der sechzehnte August.
- 2:58Speaker 0: Und ja ist schon ein paar Wochen her tatsächlich.
- 3:01Speaker 1: Genau die zweite Staffel.
- 3:02Speaker 1: nach dem Riesenerfolg der ersten Staffel haben wir mal so ein paar Rezensionen durchgelesen, die alle voll des Lobes sind was ich ganz interessant fand.
- 3:15Speaker 1: Es wurde ja oft dann irgendwie so dieser Vergleich gezogen zu, dass das bayerische Sex in the City – was ich dann ganz sympathisch fand bei der zweiten Staffel haben einige gesagt.
- 3:25Speaker 1: Ja nee jetzt ist es doch wirklich etwas Eigenes!
- 3:29Speaker 1: Hat dich wahrscheinlich auch gefreut oder?
- 3:31Speaker 0: Das hat mich unfassbar gefreudet, dass wir nicht Sex in The City sehen als ich liebe Sex In The City aber ich finde einfach nicht, dass der House Baby Sex in Gar nicht.
- 3:43Speaker 0: Und der einzige Vergleich liegt natürlich nahe, das sind vier Frauen irgendwie in ihrer, sag ich jetzt mal, Desperate-Phase.
- 3:51Speaker 0: aber trotzdem sind die Damen bei Sex and the City auch eine Nummer älter und ja... Ich habe mich sehr gefreut dass wir davon weggekommen sind!
- 4:01Speaker 1: Wie kam es denn überhaupt zu dem Projekt?
- 4:04Speaker 0: Oh, das ist ne ganz spannende Frage.
- 4:07Speaker 0: Es war mein Abschluss von der Filmhochschule war aber ursprünglich nicht als Abschluss geplant, sondern sollte eigentlich... Also an der Filmhochschule macht man vier Filme quasi die offiziell die großen Filme sind.
- 4:21Speaker 0: Das ist der Film Null Eins, das ist ein kleiner Film, Schwarz-Weiß und Film Nulle Zwei.
- 4:25Speaker 0: Man hat immer ein bestimmtes Budget usw.
- 4:28Speaker 0: Und ich dachte ach!
- 4:29Speaker 0: Ich mache als Film Nll drei den Piloten für eine Serie und dann kann ich ja gucken ob ich den verkauft bekomme.
- 4:36Speaker 0: so und weil ich eigentlich gar nicht Lust hatte auf diesen Film Null Drei.
- 4:42Speaker 0: Obwohl man natürlich sehr, sehr viel lernen kann und so.
- 4:45Speaker 0: Aber ich hatte irgendwie ... Ich hatte unfassbar Lust eigentlich diese eine Geschichte zu erzählen eben von einem Mädchen die Desperate ist und hab dann aber festgestellt in der Entwicklung Oh-Oh!
- 4:58Speaker 0: Nee das ist so komplex und es gibt so viele verzweifelte Geschichten von Frauen in dem Alter dass das nicht zu bewerkstelligen ist.
- 5:09Speaker 0: Irgendwie, auch als wir nur den Piloten schon geschrieben hatten, war es so ausufernd.
- 5:14Speaker 0: Weil wir so viele Locations und so viele Schauspieler hatten das es hieß Natalie Vergisses Es ist kein Film Null Drei finanziell gesehen von der Produktion aus Du musst es über deinen Abstoßfilm laufen lassen ums finanzieren zu können.
- 5:31Speaker 0: Und ich dachte oh Gott nein!
- 5:33Speaker 0: Eigentlich will ich ja doch noch üben und Filme drei ist doch ganz toll und ganz wichtig.
- 5:38Speaker 0: Und dann ging es tatsächlich trotzdem in die Runde, dass wir das einfach den Abschlussfilm gemacht haben und durften dann wiederum während wir Film Null Vier quasi gemacht haben.
- 5:52Speaker 0: Den Abschlussfilmen haben wir dann auch schon erfahren, dass das Interesse eben besteht anhand der Muster usw.
- 6:00Speaker 0: Das war dann alles noch nicht entschieden aber man tatsächlich eine fortlaufende Serie macht.
- 6:06Speaker 0: Und da ging's weiter!
- 6:07Speaker 1: Ja, ich wollte gerade sagen das ist ja also quasi direkt von der Filmhochschule in die Primetime im Bayerischen Fernsehen.
- 6:19Speaker 1: Ist ja auch ein ordentlicher Sprung!
- 6:21Speaker 0: Ein risikoreicher Sprung mit dem man nicht rechnen darf.
- 6:26Speaker 0: Also es war wirklich eine Portion Glück auch dabei dass die Leute tatsächlich da angefixt waren und Bock hatten
- 6:35Speaker 1: Wenn jetzt uns Leute zuhören, die überhaupt nicht wissen worüber wir da gerade sprechen.
- 6:40Speaker 1: Wie würdest du denn Servus Baby in drei vier Sätzen zusammenfassen?
- 6:47Speaker 0: Oh das ist eine
- 6:47Speaker 1: gemeine Frage!
- 6:48Speaker 1: Da dürft noch fünf sein.
- 6:51Speaker 0: Nee eigentlich ist es glaube ich gar nicht so schwer.
- 6:54Speaker 0: aber schau ich erzähle dich jetzt zehn Sätze dazu.
- 6:58Speaker 0: Es ist eine Serie über vier Frauen Und die perspektivisch alle erzählen aus verschiedenen Blickwinkeln, wie sie um die dreißig dastehen.
- 7:11Speaker 0: und die eine will unbedingt Kinder haben.
- 7:14Speaker 0: Die eine kann sich Kinder kriegen überhaupt nicht vorstellen was aber einen anderen Grund hat.
- 7:20Speaker 0: Die andere ist total eingezwingt nur den Gedanken das jetzt eine feste enge Beziehung führen soll.
- 7:27Speaker 0: auf gar keinen Fall wird es ihr festes Leben sein will einfach eine Großfamilie haben, schon ihr ganzes Leben lang.
- 7:35Speaker 0: Und Servus Baby ist eigentlich, würde ich jetzt mal sagen ein Einblick in diese Leben und wir haben das versucht mit Humor...
- 7:47Speaker 1: Viel davon!
- 7:48Speaker 0: Mit viel Humor und auch Liebe zu den Figuren und Nachvollziehbarkeit zu kreieren.
- 7:53Speaker 1: Lass uns doch mal so ein bisschen über dich sprechen.
- 7:59Speaker 1: Ich habe mir mal Natürlich angeschaut, was du so alles machst und gemacht hast.
- 8:04Speaker 1: Es ist ja wahnsinnig viel!
- 8:07Speaker 1: Also du bist Regisseurin?
- 8:09Speaker 1: Du bist Schauspielerin?
- 8:12Speaker 1: Du hast ganz viele Tongeschichten gemacht also deine Stimme quasi für alle möglichen Sachen bis hin zu Tabaluga vergeben.
- 8:23Speaker 1: Das ist
- 8:23Speaker 0: gut regissiert.
- 8:27Speaker 1: Also eine wahnsinnige Bandbreite, die du da machst.
- 8:30Speaker 1: Alles natürlich irgendwie miteinander verknüpft.
- 8:34Speaker 1: aber
- 8:36Speaker 0: war
- 8:37Speaker 1: dir von Anfang an klar dass du alles machen willst oder ist das quasi zufällig passiert?
- 8:45Speaker 1: Und womit hast du eigentlich genau angefangen?
- 8:47Speaker 1: also was war das erste?
- 8:49Speaker 1: ich glaube Schauspielerei oder?
- 8:51Speaker 0: Die Schauspillereine war auf jeden Fall der Beginn.
- 8:54Speaker 0: Nee, ich wusste nicht wo ich lande.
- 8:57Speaker 0: Ich habe mich vom Leben sehr viel überraschen lassen.
- 9:00Speaker 0: Tatsächlich hatte ich ein wahnsinniges Glück weil ich sehr früh vor der Kamera stehen durfte.
- 9:05Speaker 0: Ich hab tatsächlich nicht mit Film angefangen sondern mit Werbung und stand schon als kleiner unter zehn... ich weiß nicht.
- 9:14Speaker 0: sieben, sechs, ich weiß es nicht mehr.
- 9:16Speaker 0: Fünf?
- 9:17Speaker 0: I don't know.
- 9:18Speaker 0: Da stand für viele Werbungen vor der Kamera und fand das total cool!
- 9:24Speaker 0: Und irgendwann bin ich in eine Serie reingerutscht, da war ich dann zwölf.
- 9:29Speaker 0: Das war so toll diese Welt!
- 9:33Speaker 0: Also das war einfach meine Welt und ich habe immer gewusst Ich will in dieser Welt des Schauspiels, des Erzählens sein Und wie ich das anstelle, wusste ich natürlich nicht.
- 9:45Speaker 0: Das Lustige ist ja auch man ist ja als Kind wenn man viel drehen darf.
- 9:48Speaker 0: Ich habe mit sechzehn dann irrsinnig viel gedreht.
- 9:50Speaker 0: Ich hab soviel gedrehte dass ich durchgefallen bin in der Schule und da haben wir gedacht scheiß drauf was soll ich noch in die schule gehen?
- 9:56Speaker 0: Also
- 9:57Speaker 1: kann ich irgendwo etwas anders bei mir aber ähnliches ergebnis
- 10:03Speaker 0: und ich fand es so spannend dass man so bescheuert ist weil man einfach keine ahnung hat wenn man mit sehzehn so größen wahnsinnig ist und sagt who cares?
- 10:12Speaker 0: Ich hab weiß schon, wie die Welt funktioniert.
- 10:14Speaker 0: Also ich übertreib natürlich und ähm... ...ich hatte einen wahnsinnigen Luxus.
- 10:19Speaker 0: Ich habe einfach parallel irgendwie ein Tatort hier gedreht oder noch ein Tat-Ort gedrehen.
- 10:27Speaker 0: Was man halt so macht mit Sechzehn!
- 10:29Speaker 0: Und das war wirklich sehr, sehr luxuriös und sehr wundervoll.
- 10:36Speaker 0: Da habe ich aber auch festgestellt dass ich es wahnsinnig spannend finde was der Regisseur macht und sagt und was der leistet.
- 10:44Speaker 0: Und dann habe ich immer mehr darauf geachtet, was er eigentlich
- 10:46Speaker 0: tut.".
- 10:48Speaker 0: Dann dachte ich mir so, das finde ich schon unfassbar cool, was der macht!
- 10:54Speaker 0: Aber ich hätte mich nie getraut selber Regie zu führen weil ich mir immer gedacht habe, er muss so viel leisten dieser Mensch.
- 11:00Speaker 0: Ich fand aber dann total spannend einfach so, ah, hat er daran gedacht?
- 11:04Speaker 0: Okay ne, der hat nicht dran gedacht dass ich eigentlich das und das in der Hand haben müsste.
- 11:12Speaker 0: Du musst auch die Klappe halten.
- 11:13Speaker 0: Bist ja der Schauspieler, du bist einfach nur die Figur, du ist die Marionette des Regisseurs und das sehe ich bis heute so.
- 11:17Speaker 0: Du bist als Schauspieler... Also trotzdem natürlich gibst du alles
- 11:23Speaker 0: usw.,
- 11:23Speaker 0: aber er kann ja auch einfach sagen, so nicht!
- 11:26Speaker 0: Und einer muss halt der Spieleiter sein, der das letzte Wort hat.
- 11:32Speaker 0: Ich fand es einfach wahnsinnig faszinierend und parallel hatte ich dann auch schon angefangen Hörspieler zu sprechen.
- 11:38Speaker 0: Da hatte ich ein wahnsinniges Glück bei meinen Stiefvater Einfach auch Hörspielerspricht.
- 11:43Speaker 0: Und da bin ich durch ihn auch reingerutscht und durfte dann Lolita sprechen, das war unfassbar toll!
- 11:51Speaker 0: Weil Hörspiele sprechen ohne Kamera muss nicht geschminkt sein, muss nicht toll sagen.
- 12:01Speaker 0: Das war wirklich sehr wundervoll Hörspieler für mich zu sprechen.
- 12:06Speaker 0: Bis heute finde ich das so ein Podcast, wenn du noch mal was anderes als eine Figur spielst oder sprichst oder Prinzessin auf einmal sein darf oder böse Hexe oder die Verführerin oder kleine Sau oder weiß nicht.
- 12:20Speaker 0: man kann ja auch...
- 12:22Speaker 1: Man muss natürlich viel mehr über die Stimme nachdenken, auch wie du Emotionen durch die Stimmel war.
- 12:28Speaker 1: Du hast ja nichts anderes, der bleibt ja quasi nur die Stimme.
- 12:31Speaker 1: also musst du versuchen Alles in diese Stimme rein zu packen und ich merke das immer, wenn wir auch mit professionellen Sprechern für Videoprojekte oder ähnliches zusammenarbeiten.
- 12:43Speaker 1: Das ist halt einfach nicht mal eben so ins Mikrofon gesprochen sondern die müssen sich da echt Gedanken machen und bin dann immer beeindruckt auf wie vielseitig diese Menschen sind in ihrer Stimme.
- 12:56Speaker 1: Also wie viele, wie du gerade schon gesagt hast in wie viele verschiedene Rollen dann auch so ein Mensch mit seiner Stimme schlüpfen kann und die aber mit der Stimme auch komplett ausfüllen kann.
- 13:07Speaker 0: Total, und während meines Studiums zum Beispiel an der Filmhochschule habe ich zum Beispiel auch Werbungen gesprochen.
- 13:12Speaker 0: Und dann war ich auch manchmal total überfordert weil er ein Sitz zu darf für den Werbekunden also nicht vor denen aber sie sind zuschaltet aus Frankfurt und schieß mich tot und dann sind da so ein paar Werbekunden und die verlangen dann etliche Sachen gleichzeitig von ihr kindlich sexy.
- 13:26Speaker 0: Sei noch ein bisschen dess ach und jetzt aber lass dich total reinfallen.
- 13:30Speaker 0: Total genieses total!
- 13:32Speaker 0: Aber sei bitte angespannt und du denkst hier so wie soll ich das alles erfüllen?
- 13:37Speaker 0: mir wollt und das ist wahnsinnig spannend, was du dann natürlich auch schaffst.
- 13:42Speaker 0: Aber was so ein Feld ist, was Du überhaupt nicht mitbekommst weil Du hörst es einfach nur und genießt es und das Gleiche ist beim Film machen.
- 13:48Speaker 0: ich sitze auch zwei Jahre an Servus Baby in der ersten Staffel oder den ersten Büchern und zieht sich das hier mal in die zwei Stunden rein.
- 13:56Speaker 0: Das ist schon so verrückt.
- 13:58Speaker 0: Ich hab's mir angeguckt!
- 14:00Speaker 0: Ich habe doch ganz schön viel Zeit für investiert und das gleiches beim Sprechen auf einer anderen Ebene Natürlich.
- 14:06Speaker 0: Aber es ist alles ein totaler Luxus und wunderschön, sowas machen zu dürfen?
- 14:11Speaker 1: Absolut!
- 14:12Speaker 1: Du bist ja... Das ist dann auch eine wirklich sehr besondere Situation bei dir weil du bist ja quasi in deinem Beruf aufgewachsen.
- 14:21Speaker 1: Genau.
- 14:22Speaker 1: Also du bist hier wirklich.
- 14:23Speaker 1: andere Leute überlegen sich in dem Alter vielleicht mal was sie irgendwann machen und du hast ja dann wie du schon gesagt hast ganz jung angefangen mit Werbung und Schauspielerei bis dann quasi immer weiter in diese Rolle deines Lebens hinein wachsen.
- 14:41Speaker 0: Ja, wirklich?
- 14:42Speaker 0: Also ich kann mir auch gar nicht... Ich wüsste gar nicht.
- 14:45Speaker 0: also klar man hat auf einmal mit Architektur auch als Resort zu tun und so weiter und denkt sich könnte vielleicht auch sowas aber letztlich weiß gar nicht was ich sonst machen würde.
- 14:57Speaker 0: Ausgeliefert in allem.
- 14:59Speaker 1: Hattest du je so einen Moment, wo du wirklich mal überlegt hast, was will ich jetzt eigentlich werden?
- 15:05Speaker 1: Oder war das für dich einfach ab dem Moment, bei dem du diese ganzen Sachen gemacht hast vollkommen klar in der Branche willig bleiben?
- 15:13Speaker 1: oder gab es mal wirklich so ein Moment, an dem du gedacht hast naja es war alles schön und gut.
- 15:16Speaker 1: aber was werde ich denn jetzt eigentlich?
- 15:19Speaker 0: Als ich mich nicht getraut hatte Regie zu machen habe ich mir gedacht, vielleicht wäre es ganz gut zu andere Sachen noch kennenzulernen die vielleicht auch damit zu tun haben.
- 15:28Speaker 0: Fotografie oder Psychologie dass man und letztlich war's alles in die gleiche Richtung gedacht.
- 15:36Speaker 0: Ich hab mich immer fürs Bild interessiert Auch mit... Ich hab' mich für die Psyche der Figuren interessiert.
- 15:43Speaker 0: Also das waren alle so Umwege um ja nicht dahin zu gehen und zu sagen, ich will jetzt Regie studieren weil ich es einfach zu krass fand
- 15:52Speaker 1: Aber am Ende ja vielleicht auch wichtige Umwege, um mehr darüber zu lernen.
- 15:57Speaker 1: Wie tickt ein Mensch was... Also wie gibt er sich?
- 16:01Speaker 1: Wie baue ich so einen Charakter?
- 16:03Speaker 1: oder wie steuere ich so nen Charakter dann auf?
- 16:06Speaker 0: Voll voll!
- 16:06Speaker 0: Es war alles richtig und es ist vollkommen lustig mit halt mit dem Fünfundzwanzig anzufangen.
- 16:12Speaker 0: aber mein Papa zum Beispiel kommt aus einer sage jetzt mal nicht Filmfamilie Der ist ein Südtiroler-Bauerssohn und für den war das halt total, wenn meine Mutter kommt als Tänzerin.
- 16:26Speaker 0: Und er war dann immer derjenige, der sagt na na du kannst ja nicht drei Wochen, also Südtirola kann sie nicht drei Woche nicht arbeiten!
- 16:32Speaker 0: Das geht ja nicht.
- 16:33Speaker 0: und ich war denn immer so krass stündig.
- 16:36Speaker 0: vielleicht musste ich dann doch oh jetzt habe ich mal zwei Monate nicht gearbeitet was ganz normal ist in dieser Welt was ja nicht heißt dass man da nicht arbeitet verdient Und das hat mich dann manchmal auch irritiert, dass es eben diese Ansichten gab.
- 16:52Speaker 0: So muss ich vielleicht doch was anderes machen?
- 16:56Speaker 0: Sollte ich vielleicht jetzt wo wir zwei Monate nichts passiert ist vielleicht mal doch einen anderen Weg einschlagen?
- 17:03Speaker 0: aber gehört halt einfach man muss ja auch lernen damit umzugehen, dass man auch mal Wochen, Monate nicht zu tun hat obwohl man vielleicht für sich doch ganz viel zu tun.
- 17:14Speaker 1: Ja, es ist eine andere Art des Arbeiten.
- 17:17Speaker 1: Es ist jetzt nicht so ich gehe um neun ins Büro und um fünf nach Hause sondern das ist halt... Ich wollte schon fast sagen saisonal aber ein Stück weit ist es ja.
- 17:27Speaker 1: also du hast dann einen Projekt, dann arbeitest du wahnsinnig viel eigentlich schon
- 17:31Speaker 0: fast
- 17:31Speaker 1: wieder viel zu viel und dann ist auch mal wieder eine Zeit lang Ruhe.
- 17:38Speaker 0: So ist es letztlich aber letztlich auch nicht.
- 17:40Speaker 0: Also ich finde jetzt mittlerweile hat sich es so eingependelt, dass ich eigentlich immer zu tun habe.
- 17:45Speaker 0: Das finde ich irgendwie auch verrückt.
- 17:47Speaker 0: also das man nicht wusste, dass man früher so viel Zeit hatte ist eigentlich so schade, dass er die nicht genutzt hat!
- 17:54Speaker 1: Aber das ist ja immer der Meinung, dass das was man gerade macht, das stressigste Job den man überhaupt haben... auch als man in die Schule gegangen ist, dann war man der Meinung.
- 18:04Speaker 1: also Schule ist natürlich schon
- 18:06Speaker 0: wirklich
- 18:07Speaker 1: ganz ganz schlimm.
- 18:09Speaker 1: Und finde ich
- 18:10Speaker 0: bis heute schwerer?
- 18:11Speaker 0: Finde ich tatsächlich schwerer als das was man heute macht.
- 18:13Speaker 0: Also Prüferprüfung lernen ist für mich immer noch hoch.
- 18:16Speaker 1: Ja weil man sich glaube ich in Themen ein denken muss, die man vielleicht zu denen man überhaupt keinen Bezug hat.
- 18:24Speaker 1: Das war bei mir mal so
- 18:26Speaker 0: Genau.
- 18:26Speaker 1: So Sachen wie Physik und Mathe, ganz, ganz schlimm.
- 18:31Speaker 0: Ich schüsse mich auch als Schießen!
- 18:34Speaker 1: Mathe ist für
- 18:35Speaker 0: mich...
- 18:36Speaker 1: Ja, Mathe war dann eine der Gründe für den Ende meiner Schuhkarriere.
- 18:42Speaker 1: Aber das glaube ich schon.
- 18:45Speaker 0: Wegen Mathe bin ich durchgefallen übrigens?
- 18:47Speaker 0: Ja, ich
- 18:48Speaker 1: auch.
- 18:48Speaker 1: Ich auch.
- 18:48Speaker 1: Mathe und Französisch.
- 18:53Speaker 1: mehrfach.
- 18:55Speaker 1: Physik war, habe ich meistens dann am Ende immer noch irgendwie... Franzisisch
- 18:59Speaker 0: bei mir auch witzigerweise, komischer weil obwohl es zu sprachen finde ich so toll und so wichtig.
- 19:06Speaker 1: Ich hab Englisch eigentlich nur im Kino gelernt dann natürlich immerhin diese ganzen Pressevorführungen ganz früh reingegangen bin.
- 19:15Speaker 1: Da gab es natürlich noch keine deutsche Fassung, das heißt ich habe dann teilweise von dreizehn Uhr war die Schule aus.
- 19:21Speaker 1: Dreizehnt und dreißig war die erste Presse-Vorführung und war um sechzehn nur nochmal eine Teilweise.
- 19:26Speaker 1: So
- 19:26Speaker 0: früh hat es angefangen mit diesem Blog?
- 19:28Speaker 0: Ja ja!
- 19:28Speaker 0: Mit dieser Webseite?
- 19:29Speaker 0: Mit dreizehn?
- 19:30Speaker 1: Nein, dreizehnt Uhr aber ich war wo's losging war ich fünfzehn.
- 19:34Speaker 1: Ah
- 19:34Speaker 0: okay wow cool
- 19:37Speaker 1: Das war sehr früh.
- 19:39Speaker 1: Und man kann im Kino gar nicht so gut lernend für die Schule, habe ich festgestellt.
- 19:45Speaker 1: Aber es war voll okay!
- 19:46Speaker 1: Es
- 19:47Speaker 0: ist eigentlich auch der Sinn, dass man dann nicht noch in seine Häft guckt sondern brav auf die Leinwand.
- 19:53Speaker 1: Ja aber auch ein interessantes Thema.
- 19:57Speaker 1: Mir ist nämlich vor Kurzem wirklich ... Nicht wie Schuppen von den Augen gefallen, aber ich hab da echt länger drüber nachgedacht weil Jetzt waren wir ja durch diesen komischen Virus.
- 20:09Speaker 1: Alle schon recht lange, nicht mehr so oft im Kino wie normalerweise und haben aber unfassbar viel Netflix und Prime und Disney Plus und wie sie alle heißen geschaut.
- 20:24Speaker 1: Aber man schaut ... nie so fokussiert und so konzentriert wie im Kino einen Film an hat immer irgendwie.
- 20:32Speaker 1: dann leuchtet das Handy auf, dann ist irgendwas auf dem Tablet.
- 20:37Speaker 1: Dann hat man im schlimmsten Fall vielleicht noch ein Notebook auf dem Schoß macht ja und macht tausend Dinge nebenher.
- 20:43Speaker 1: geht es dir?
- 20:44Speaker 1: Das auch so?
- 20:44Speaker 1: oder schaffst du das irgendwie dich dazu also aus Berufsgründen dazu zu zwingen Zuhause konzentriert einen film anzuschauen ohne dich ablenken zu lassen?
- 20:53Speaker 0: Ich versuch das schon sehr stark.
- 20:55Speaker 0: Also es kommt drauf an, was ich gucke.
- 20:57Speaker 0: Wenn ich jetzt weiß, ich guck die Schmonzette an, die ich sehr selten angucke ... Aber dann lasse ich mich eher ablenken als wenn ich weiß, dass ich mir mal Magnolia anschaue und rein ins Erlebnis denke.
- 21:10Speaker 0: Und da hab' ich Beamer auch zu Hause.
- 21:12Speaker 0: Ich mach quasi eher Kino zuhause damit, dass sich anders anfühlt.
- 21:17Speaker 1: Ja, ein Popcorn-Maschine braucht man dann auch nicht!
- 21:23Speaker 1: Aber was schaust du denn eigentlich selbst wirklich gerne an?
- 21:28Speaker 1: Bist du eher so, also ich... Ich schau zum Beispiel wahnsinnig gerne so wirklich alte Klassiker.
- 21:35Speaker 1: So diese ganzen siebziger, achtziger Jahre Sachen könnte ich mir glaube ich rauf und runter in jeder Variante irgendwie anschauen.
- 21:43Speaker 1: Und ich finde oft modernes Kino ist Oft, natürlich nicht immer.
- 21:50Speaker 1: Es gibt auch ganz viele andere Sachen.
- 21:53Speaker 1: aber so diese moderne Mainstream-Kino ist so wahnsinnig austauschbar geworden.
- 21:58Speaker 0: Im Mainstream schaue ich fast gar nicht also wirklich sehr selten ausser es sind irgendwie so sage jetzt mal alternativere Mainstream Schinken, aber ich bin eigentlich schon eher arthaus ganz klar irgendwie.
- 22:16Speaker 0: Mir ist dann egal, welche Sprache gesprochen wird und ich gucke aber auch gerne jetzt Serien derzeit.
- 22:24Speaker 0: Was früher überhaupt nicht mein Ding war vor Servus Baby.
- 22:27Speaker 0: witzigerweise dachte ich mir Serie Gott, das willst du tatsächlich eine Serie machen dabei interessieren die Serien ja überhaupt nicht.
- 22:35Speaker 0: Also außer so gewählt.
- 22:36Speaker 0: Aber Ich bin eigentlich nicht der Typ serie gewesen und Kino Ist wirklich Besonders, weil man so fokussiert da drin sitzt.
- 22:47Speaker 0: Das ist nach wie vor so... Aber ich lasse mich einfach wahnsinnig gerne überraschen und ich bin aber nicht jemand der gerne einen Film anguckt, der brutal ist oder so Thriller?
- 22:57Speaker 0: Oder das schaffe ich nicht!
- 22:59Speaker 0: Dann kann ich nicht nachts alleine ausraden wenn es ganz schlimm ist.
- 23:06Speaker 0: Also ich habe mich tatsächlich auch für das Genre tragisch komisch sage ich jetzt mal entschieden, weil ich das wahnsinnig gerne gucke und ich das Gefühl hatte mir fehlt es auf dem deutschen Markt ein bisschen dass es nicht schenkeklopfer ist sondern dass es ein bisschen tiefer geht.
- 23:24Speaker 0: Und man genauso lachen und weinen darf irgendwie auf eine Art.
- 23:27Speaker 0: also kann man natürlich nicht versprechen dass das bei jedem so ist.
- 23:30Speaker 0: aber das ist so.
- 23:32Speaker 0: das was mich berührt und was für mich ein wahnsinnigt schöner Schlüssel ist.
- 23:38Speaker 0: und wenn mir jemand sagt wo ich hab Ich hab fast geheult, aber der war so tonkend.
- 23:42Speaker 0: Der war so lustig dieser Film.
- 23:43Speaker 0: Dann bin ich sofort angefixen und denke mir ... Wie ist der Film?
- 23:47Speaker 1: Ist ja auch wirklich eine Kunst dass du in... Also das du wirklich tiefgründige Geschichten auch am Ende mit Humor erzählen kannst und trotzdem eben diese Emotionen, diese Tiefe und alles irgendwie in so einen Film reinpackst.
- 24:03Speaker 1: Das ist vielleicht ja mit das Anspruchsvollste was man irgendwie machen kann aus meiner Sicht?
- 24:11Speaker 0: Vielleicht ja aber ich glaube auch also dass es wahnsinnig schwer ist auch Suspense zu kreieren.
- 24:21Speaker 0: Ich glaube, es ist auch wirklich eine Typ-Sache und ich bin einfach ein Typ der einfach wahnsinnig gerne lacht aber auch gerne weint.
- 24:32Speaker 0: Und ich finde das irgendwie wichtig!
- 24:37Speaker 0: Dass man auch weinen darf – das finde ich so interessant an unserer Gesellschaft, dass man nicht so weinen kann.
- 24:42Speaker 0: Das finde ich komisch.
- 24:44Speaker 0: und warum darf ich laut lachen?
- 24:49Speaker 0: Was mich dann auch bewegt, dass man sagt, ach komm ist doch nicht schlimm wenn da ein Tränchen läuft.
- 24:54Speaker 0: Falls ich es schaffen würde oder sollte das jemand wirklich gerührt daraus geht, dann bin ich wahnsinnig geerrt.
- 25:00Speaker 0: Das ist das Schönste was mir passieren kann als Regisseurin und Geschichten Erzählerinnen.
- 25:06Speaker 1: Wir sind spannendes Thema weil tatsächlich wenn ich so darüber nachdenke... Man darf sich aufregen!
- 25:13Speaker 1: Man darf verärgert sein!
- 25:16Speaker 1: Alles machen, man darf sich freuen.
- 25:18Speaker 1: Man darf lachen aber weinen ist dann tatsächlich wirklich so.
- 25:22Speaker 1: dieses dieses also verpönt als das ultimative Schwäche zeigen Das eigentlich eigentlich schade.
- 25:32Speaker 0: Es ist wahnsinnig schade.
- 25:33Speaker 0: Also ich meine es gibt Unterschiede.
- 25:35Speaker 0: Ich kann am set nicht losholen wenn ich Regisseurin bin Aber der meistens gibt es dann auch nicht den Grund oder ich muss halt dann auch mein Mann stehen.
- 25:43Speaker 0: Das geht nicht, also dass sich da stehen und sagen funktioniert alles gar nicht.
- 25:47Speaker 0: Das funktioniert nicht als Regisseurin aber es funktioniert durchaus das ich da sitzen darf und sagen kann wo.
- 25:55Speaker 0: ich habe.
- 25:55Speaker 0: heute finde ich eine krasse SMS bekommen von meiner Tante die gerade stirbt und das berührt mich und jetzt muss ich gerade heulen und trotzdem schäme ich mich dafür dass man dann gerade holen muss weil man's dann in dem Moment keine Ahnung nicht halten kann.
- 26:10Speaker 0: Aber ich finde es eigentlich ganz, ganz wichtig, dass wir das dürfen.
- 26:15Speaker 1: Jetzt musst du ja gerade in der Regie wie du schon gesagt hast als quasi Marionettenspielerin wirklich wahnsinnig viele Fäden erhalten.
- 26:26Speaker 1: Du hast die Kamera, du hast das Licht, du hasst den Ton und du hast die Schauspieler.
- 26:31Speaker 1: Du hasst das ganze Set um dich herum.
- 26:34Speaker 1: also du musst ja auf so unfassbar vielen Ebenen denken Wie kriegst du das hin?
- 26:44Speaker 0: Ich hol mir wirklich ganz tolle Menschen an meine Seite.
- 26:49Speaker 0: Die ziehen mir deinen Kopfhörer auf, dann kann ich hören... ...ich habe tolle Kamera-Leute mit denen ich vorher alles nur auf Kamerebene erarbeitet habe,... ...dann kann ich noch beim Lichtmanöver mitmischen und sage halt, halt, wo ist das Augenlicht?
- 27:03Speaker 0: Es fehlt mich jetzt gerade!
- 27:04Speaker 0: Ich will den in die Augen gucken.
- 27:08Speaker 0: Wundervolle Menschen, mit denen ich mich dann spezifisch über das Szenenbild austausche.
- 27:12Speaker 0: Alles vorher passiert.
- 27:14Speaker 0: Es ist mir auch schon passiert dass man am Set sitzt und sagt zu einem Kind was macht die denn?
- 27:19Speaker 0: So eine Regisseurin die macht ja gar nichts!
- 27:22Speaker 0: Und es fand nicht so ganz süß weil es wirkt natürlich als hätte man gar nichts gemacht.
- 27:27Speaker 0: aber man hat den Dreh vorbereitet und zwar in jedem Gewerk.
- 27:32Speaker 0: und dann ist meine Hauptaufgabe im Set sind die Schauspieler Und die zu führen und das ist meine Lieblingsarbeit.
- 27:44Speaker 0: Mit denen dann durch die Emotionen zu gehen, um die zu unterstützen und mit denen dann zu finden was funktioniert oder nicht.
- 27:51Speaker 0: Und die manchmal auch zu quälen.
- 27:53Speaker 0: leider
- 27:54Speaker 1: gibt es ja gerade in der Branche auch ganz viele Leute die ja durchaus die ein oder andere Star Allure haben und vielleicht sich ungern irgendwie was sagen lassen, weil sie der Meinung sind.
- 28:07Speaker 1: Sie wissen es ohnehin besser als die anderen oder wollen sich auch vielleicht dann gar nicht mit den Anderen am Set so wirklich abgeben.
- 28:17Speaker 1: wie gehst du mit sowas um?
- 28:19Speaker 1: Wie gehst Du mit solchen Situationen um?
- 28:21Speaker 0: Ich habe sowas so spezifisch als Schauspielerin viel erlebt als Regisseurin dann weniger.
- 28:29Speaker 0: Ich habe immer das Gefühl, dass dieses Verhalten Unsicherheit ist und dass man sich nicht aufgefangen fühlt.
- 28:35Speaker 0: und ich weiß wo gehöre ich jetzt gerade hin?
- 28:37Speaker 0: Und es ist tatsächlich so, dass ich auch als Schauspielerin erlebt habe ,dass ich am Set saß und gemerkt habe hey Regisseure hallo hallo es geht doch jetzt nicht nur um die Kamera!
- 28:46Speaker 0: Ich heul grade und du sagst stopp und lässt mich noch mal probieren.
- 28:50Speaker 0: aber dabei wäre ich jetzt grad drin und du siehst gar nicht was ich gerade leiste zum Beispiel.
- 28:56Speaker 0: Und ich habe das Gefühl, man muss halt eine ganze Aufmerksamkeit.
- 29:01Speaker 0: Also natürlich musst du mal multitasking sein.
- 29:03Speaker 0: Natürlich muss ich sagen was hab' ich da gerade gehört?
- 29:05Speaker 0: Das ist ja ... Moment es geht nicht!
- 29:06Speaker 0: Wir drehen das sofort nochmal... Da war ne Kirchenglocke drin.
- 29:08Speaker 0: oder weißt ihr guck guck Aber sag mir der Tonmann auch.
- 29:12Speaker 0: aber Ich hab's gefühlt immer wenn man Schauspieler nicht mehr sieht und die nicht greift und das is auch des schwereren Massens sehen dass man wirklich jeden sieht Wahnsinnig anstrengend, wenn ich dann sieben Leute gleichzeitig führen muss und die alle anders agieren.
- 29:29Speaker 0: Und dann musst du rausfiltern.
- 29:32Speaker 0: Warte!
- 29:32Speaker 0: Du warst gerade mein Problem ohne dass ich aber sage, du warst mein Problem.
- 29:36Speaker 0: Sondern das dem schmackhaft vermittelte, dass wir da zusammen jetzt eine Lösung finden oder ich die Lösung habe besser gesagt was wir verändern damit das Gleichgewicht dieser siebender achter Situation irgendwie funktioniert.
- 29:55Speaker 0: Also das ist eigentlich so, dass man... Ich glaube mir ist es eigentlich nicht passiert und wenn ich so einen Ausraster oder so am Set hatte dann schnappe ich mir die Leute schon auch.
- 30:09Speaker 0: also jetzt nicht so, daß ich immer nur liebdann bin Es geht nicht.
- 30:14Speaker 0: Also ich mag auch nicht, dass an meinem Set rumgeschrieben und geschimpft oder irgendwas wird.
- 30:18Speaker 0: Da werde ich total fuchsig weil ich habe Total Lust auf ein positives coole Set und ich hab Lust das jeder gut behandelt wird.
- 30:25Speaker 0: Jeder am Set!
- 30:26Speaker 0: Und nicht nur meine Schauspieler sondern jeder soll sich da wohlfühlen.
- 30:30Speaker 0: und wenn sich der einer nicht wohl fühlt dann werde ich da... Das gefällt mir nicht.
- 30:34Speaker 0: also ich bin immer so eine Mama.
- 30:39Speaker 1: Ist ja bei vielen deiner Kollegen gerade auch deiner männlichen Kollegen, oftmals ganz anders.
- 30:46Speaker 1: Also da ist ja wirklich dieses massive Machtgefälle und der eine will so und der andere will so.
- 30:52Speaker 1: Und Ausraster und alles Mögliche sind ja in der Branche durchaus
- 30:58Speaker 0: bekannt
- 31:00Speaker 1: und auch nach wie vor an der Tagesordnung.
- 31:03Speaker 0: Ja nee ich glaube dass man auf Augenhöhe miteinander arbeiten kann Man kann immer Zusammenlösungen finden.
- 31:11Speaker 0: Und ich finde auch total wichtig, dass mich jemand dann nicht anlügt und sagt, ich habe es nicht geschafft sagen darf, sondern eher... Also das man dann wirklich sagen kann?
- 31:19Speaker 0: Ich weiß jetzt nicht was ich machen soll!
- 31:21Speaker 0: Aber wenn jemand da steht, weiss ich nicht, sagen wir von der Requisite und hat nicht genug Schüsseln für die Leute oder weiß der Kuckuck.
- 31:29Speaker 0: Da finden wir denn zusammen eine Lösung?
- 31:30Speaker 0: aber ich fände es dann doof, wenn ich auf den Tisch gucke und dann stimmt es mit den Schüsselen nicht und ich sage, siebt ihr
- 31:36Speaker 0: Schüssel?!
- 31:37Speaker 0: Dann finde ich es schade, dass der Menschen sich nicht getraut hat zu mir zu kommen weil er sich dachte die schreibt mich wahrscheinlich gleich an.
- 31:44Speaker 0: Ich würde niemals jemanden anschreien also wirklich gar nicht.
- 31:48Speaker 0: Das finde ich ganz furchtbar am Set.
- 31:52Speaker 0: Ich kann nicht die Kontrolle über mich über so einen Quatsch verlieren.
- 31:57Speaker 0: das hat natürlich auch immer ganz viel mit... Damit zu tun, dass du wahnsinnig viel auf dem Buckel hast und wahnsinnigen Druck das Pensum an einem Tag schaffst.
- 32:06Speaker 0: Du hast wahnsinn nicht viel zu tun!
- 32:08Speaker 0: Und es ist zuviel auch.
- 32:10Speaker 0: Ich bin auch nicht ganz Fan davon wie derzeit in der Branche ist, dass so viel an einem tag und alles muss geschaffen werden.
- 32:19Speaker 0: Das ist halt das Pensrum und dangdangdang.
- 32:21Speaker 0: Sondern ich will auch dafür kämpfen, dass es für alle fair ist.
- 32:24Speaker 0: Weil Teammitglieder zum Beispiel die drehen das ganze Jahr über Und ich mache dann irgendwie meine ganzen Überstunden und der nächste, das macht auch seine ganze Überstunde.
- 32:35Speaker 0: Der nächste vielleicht auch die nächsten sechs Wochen, die er dreht und schwuppt sieht ja deine Familie nicht mehr.
- 32:40Speaker 0: Also es ist nicht cool!
- 32:41Speaker 0: Es muss für alle Menschen cool sein immer und nicht nur bei mir am Set denke ich.
- 32:47Speaker 0: Das hat nichts mit den Arbeitszeiten zu tun.
- 32:50Speaker 0: Auch mit dem Umgang zu tun und mit Respekt gegenüber den Menschen.
- 32:55Speaker 1: Wie bekommst du das dann momentan für dich selber hin?
- 32:58Speaker 1: Also wenn du, vorhin hast du ja gesagt, du bist jetzt eigentlich in so einer Phase wo du diese großen langen Pausen eigentlich nicht mehr hast.
- 33:06Speaker 1: Sondern wo die ganze Zeit irgendwie irgendwas ist.
- 33:10Speaker 1: Wie kriegst du es für dich selbst hin dass du nicht irgendwann mal sagst, also jetzt brauche ich aber mal ein Ja, sabbatical oder so.
- 33:19Speaker 0: Ich habe quasi gerade einen Sabatical.
- 33:21Speaker 0: Deswegen kann ich wahrscheinlich zu gut davon reden, in Anführungsstrichen.
- 33:25Speaker 0: Weil wir gerade schreiben – also der Felix und ich mit dem ich schreibe – und das ist schon sehr viel entspannter miteinander zu schreiben als Regie zu führen.
- 33:38Speaker 0: Ist es einfach wenn man ohne Zeitdruck ist so?
- 33:42Speaker 0: Und deswegen haben wir eine feste Zeit und dann hört man auch zu einer festen Zeit auf und das is eigentlich sehr entspannt!
- 33:50Speaker 0: Sag ich jetzt mal, aber am Set ist das natürlich eine ganz andere Situation.
- 33:54Speaker 0: Da rennen wir einfach was geht!
- 33:57Speaker 1: Wie schwierig fällt dir das Schreiben?
- 33:59Speaker 1: Also ich fand es ganz interessant.
- 34:01Speaker 1: Ich habe mal ein Interview mit Doris Dörr hier gelesen oder gehört und ich weiß es gar nicht mehr.
- 34:06Speaker 1: Die gesagt hat man muss irgendwie so einen Modus finden wo man jeden Tag, ich glaube sechs Seiten hat sie immer gesagt, jeden Tag sechs Seiten schreibt Und man auch nicht den Anspruch haben sollte irgendwie da was Perfektes total verkünstelt, das in seiner eigenen Wahrnehmung total kreatives Weltbewegendes aufs Papier zu bringen.
- 34:28Speaker 1: Sondern einfach der Fakt dass man sich hinsetzt und einfach schreibt wie machst du das?
- 34:33Speaker 1: Also hast du wenn du schon sagst ihr habt feste Zeiten aber ist es dann wirklich so?
- 34:37Speaker 1: jetzt sagt hier freitag dreizehn Uhr und wir schreiben einfach
- 34:41Speaker 0: Ja, schreiben, schreiben.
- 34:42Speaker 0: Und auch wenn Käse rauskommen, man schreibt einfach und dann liest man sich es vielleicht ein paar Tage später durch den Sack.
- 34:50Speaker 0: Was haben wir denn da geschrieben?
- 34:51Speaker 0: Aber prinzipiell dat ich das... Ich schreib nie alleine!
- 34:56Speaker 0: Das ist nicht so meins.
- 34:57Speaker 0: Also ich finde Schreiben ganz toll und ich liebe es so einfach aus dem Bauch heraus zu schreiben.
- 35:01Speaker 0: aber ich schreibe bewusst jetzt zum Beispiel mit dem Felix weil der Felix Hellmann, der auch Servus Baby mit mir geschrieben hat und der auch eine tragende Rolle darin spielt, eine Männerrolle.
- 35:16Speaker 0: Die hat einfach mehr Systeme.
- 35:18Speaker 0: Ich bin wahnsinnig bauchig!
- 35:20Speaker 0: Also wirklich durch-und-durchbauchig.
- 35:21Speaker 0: Und ich finde Schreiben wunderschön aber ich bin ganz schlecht im Korrigieren dessen und dann das wieder besser machen nochmal.
- 35:33Speaker 0: Und dann...ich brauche immer wirklich Luft um zu sehen wo war der Fehler?
- 35:37Speaker 0: Ich kann es nicht so schnell schnell entscheiden.
- 35:40Speaker 0: Das war jetzt nicht so gut.
- 35:43Speaker 0: Und deswegen haben wir einen Ping-Pong-System gebaut, der eine schreibt und der andere geht über den anderen drüber.
- 35:53Speaker 0: Art miteinander zu arbeiten und auch zu sagen, nee, nee.
- 35:57Speaker 0: Das würde der jetzt niemals sagen, warte was heißt du davon?
- 36:00Speaker 0: Und dann läuft man in die Richtung und diese Szene.
- 36:01Speaker 0: lasst mich die schreiben.
- 36:02Speaker 0: bitte bitte bitte dies voll meines sehen oder dies für dich?
- 36:05Speaker 0: die musst du schreiben.
- 36:06Speaker 0: ja ich glaube das recht ist super emotional die muss bei dir liegen und es ist so einfach so ein Spiel.
- 36:13Speaker 0: aber ich persönlich bin trotzdem Ich muss halt einen Drehbuch haben ums drehen zu können.
- 36:21Speaker 0: Einfach, dass es eigentlich mein größtes Glück ist am Set zu stehen.
- 36:27Speaker 1: So.
- 36:27Speaker 1: Vorhin hast du ja gesagt, eigentlich wolltest du immer vor allem Kinofilme machen oder Filme machen und weniger Serien machen.
- 36:35Speaker 1: dann bist du mit Servus Baby bei den Serien gelandet?
- 36:39Speaker 1: Hat das deine Einstellung dazu grundsätzlich verändert?
- 36:43Speaker 1: oder sagst du naja eigentlich das nächste soll schon irgendwie?
- 36:46Speaker 1: also ich meine du schreibst da gerade Soll das jetzt eher eine Serie werden oder soll es eher ein Film werden und wie siehst du das generell?
- 36:54Speaker 0: Ich glaube, es muss immer das sein was die Geschichte braucht.
- 36:58Speaker 0: Und in dem Fall von Servus Baby war's einfach ne Serie und das habe ich dann so selber gecheckt, dass er eigentlich jetzt ne Serie kreiert!
- 37:07Speaker 0: What?!
- 37:09Speaker 0: Aber das nächste ist ein Kinofilm... Von der Idee her.
- 37:13Speaker 0: Aber man weiß immer nicht, was passiert.
- 37:15Speaker 0: Ich weiß nicht, ob der finanziert wird und ich will mich auch gar nicht verschließen.
- 37:21Speaker 0: Weil ich finde es schön zu leben, dass etwas schon passiert.
- 37:26Speaker 0: Und das Schicksal schreit dann so läuft's ... Da lauf' ich gerne mit, wenn's mich am Herzen erwischt und ich sage, das würde ich machen, dann mache ich das.
- 37:36Speaker 0: Dann ist mir ganz wurscht, was das ist.
- 37:38Speaker 0: Ob Serie oder Film?
- 37:40Speaker 1: Man darf wieder lachen und weinen.
- 37:44Speaker 0: Wenn ich schriftlich damit zu tun habe, dann unbedingt.
- 37:48Speaker 0: Ich finde das ganz, ganz wichtig!
- 37:50Speaker 0: Also für mich ist es essentiell dass man gerührt ist auf eine Art und Weise und dass man nicht irgendwas Unterkühltes erlebt oder so sondern dass man ... ich hab die Aufgabe eines Entertainers, ich habe die Aufgabe jemanden mit einem guten Gefühl zu entlassen So, ich will dass jemand nach Hause geht oder zuhause sitzt und danach sagt ach das hat jetzt irgendwie gut getan so.
- 38:16Speaker 0: Und das finde ich irgendwie einen wichtigen Ansatz für mich.
- 38:19Speaker 0: Ich mag nicht dass jemand rausgeht und sagt Gott es war so furchtbar und da wurde dieses Kind mit dem zehnmal die Kähle durchgeschnitten ist.
- 38:27Speaker 0: Ich denke immer noch dran und mich packen solche Sachen auch wenn's irgendwie ein Krebstrama ist oder so.
- 38:32Speaker 0: Ich habe ein wahnsinnig schönes Krebstrahmen auch schon gesehen von Johannes Fabrik Oder jetzt ist gut.
- 38:41Speaker 0: Oder von Harnicke natürlich, wo ich dann auch zum Wasser heule und dann auch stundenlang nicht aufhören kann und mir denke, das hat mich so extrem berührt!
- 38:50Speaker 0: Das ist unfassbar und es ist Wahnsinn was man dann so schaffen kann.
- 38:57Speaker 0: aber ich glaube ich selber könnte mich damit nicht befassen weil mir das als Mensch nicht gut tun würde.
- 39:05Speaker 0: vielleicht wäre's auch wundervoll Kennst ja noch nicht.
- 39:11Speaker 1: Ja, dann können wir jetzt mal alle die uns jetzt zuhören quasi von diesem Gespräch direkt in die Mediathek der ARD leiden.
- 39:22Speaker 1: Ich glaube man kann es nach wie vor an der Mediatek anschauen.
- 39:25Speaker 1: das heißt wer Servus Baby immer noch nicht gesehen hat aus welchen Gründen auch immer kann man jetzt anschauen kostet auch nix außer GZ.
- 39:35Speaker 1: und ja deshalb Kann man da jetzt mal direkt rüber klicken und ich danke dir, dass du vorbeigekommen bist.
- 39:42Speaker 0: Vielen Dank für das schöne Gespräch!
- 39:45Speaker 0: Das war es leider schon – die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 39:51Speaker 0: Vielen dank fürs Zuhören.
- 39:54Speaker 1: Bitten
- 39:54Speaker 0: im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn
- 39:57Speaker 1: Du die
- 39:58Speaker 0: Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.