Latest / ntv Wirtschaft / Neuer Gesetzentwurf: Reiche will Solar-Förderung kürzen
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- Auf deutschen Dächern könnte es bald etwas leerer werden. Das Bundeswirtschaftsministerium plant laut einem Arbeitsentwurf, die Förderung kleiner Solaranlagen zu streichen. Bei der Deutschen Bahn dagegen geht es um Planungssicherheit. Bahn- und Lokführergewerkschaft GDL einigen sich auf einen neuen Tarifvertrag. BASF dagegen bereitet sich auf ein weiteres Krisenjahr vor. Und gute Nachrichten für alle Tierfreunde. Bei einer Lufthansa-Tochter sind bald große Hunde im Flieger erlaubt. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die Bundesregierung will die Förderung kleiner Solaranlagen streichen. Konkret Anlagen bis 25 Kilowatt installierter Leistung. Das steht in einem Arbeitsentwurf für eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche hatte bereits deutlich gemacht, neue kleine Solaranlagen auf dem Dach bräuchten keine Förderung mehr, weil sie sich für die Verbraucher bereits rechneten. Allerdings dann, wenn sie hohe Eigenverbrauchsanteile erreichen. Kritik kommt von den Grünen. Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge nennt das einen Solarkiller und sagt, für viele Eigenheimbesitzer werde das Solardach damit unwirtschaftlich. Und genau das ordnen wir jetzt kurz aus Verbrauchersicht ein. Hermann-Josef Tenhagen, Co-Chefredakteur von Finanztipp. Ja, Herr Tenhagen, was bedeutet die geplante Streichung der Solarförderung für Haushalte, die über eine eigene PV-Anlage nachdenken? Also es gibt ja zwei Arten, diese eigene PV-Anlage zu nutzen. Die eine ist, man betreibt damit die eigene Waschmaschine, lädt vielleicht das Auto auf oder die Gefriertruhe oder was man sonst an Elektrik hat. Und der andere Teil des Stroms speist man normalerweise ins Netz ein. Für den Teil, den man es ins Netz einspeist, würde man dann deutlich weniger Geld bekommen. Denn da müsste man, tatsächlich bekommt man ja im Augenblick einen garantierten Preis, um die acht Cent. Und wenn man das jetzt künftig macht, müsste man irgendjemand suchen, der einem den abkauft. Die Netzpreise im Augenblick sind eher so bei 4 Cent oder noch drunter. Und außerdem gibt es praktisch niemand, der einzelnen kleinen Haushalten den Strom so abkauft. Und man müsste auch jede Menge technisches Gerät an den Start bringen, um diesen gesonderten Verkauf auf die Reihe zu kriegen. Das heißt, für viele kleine Haushalte macht es die Solaranlage eher unattraktiver. Ab wann würden Verbraucher die Folgen auf ihrer Stromrechnung oder bei der Finanzierung einer Anlage spüren? Also wenn diese Streichung der Förderung kommt, dann würden diejenigen, die sich so ein Solardach gemacht haben oder machen wollen, einfach merken, dass sie den Teil überflüssigen Strom, den sie nicht unmittelbar verbrauchen können, den sie bisher ins Netz gespeist haben, dass sie da deutlich weniger Geld dafür bekommen. Das können im Jahr dann einige hundert Euro sein und bedeutet, dass die Finanzierung der Solaranlage bei Weitem nicht mehr so sicher attraktiv ist, wie sie das heute ist. Dann kann man als Haushalt hingehen und kann noch mehr selbst versuchen zu verbrauchen, indem man sich einen größeren Akku quasi ins Haus setzt und versucht möglichst viel von dem Strom, also nicht nur 30, 40, sondern vielleicht auch 60, 70 Prozent des Stroms selbst zu verbrauchen. Dann wird es wieder ein Stückchen attraktiver, aber es wird dann noch schwerer, den Rest dieses Stroms zu verkaufen, weil es ist ja dann nur relativ wenig Strom und man braucht eine gesonderte Technik, um das verkaufen zu können. Und die Stromhändler, die das bei einzelnen Kunden mit einer Solaranlage ankaufen, die gibt es für diese kleinen Anlagen im Grunde auch nicht. Was raten Sie jemandem, der überlegt, eine Solaranlage zu installieren? Abwarten, schnell handeln oder ganz neu rechnen? Also ich würde jetzt erst mal, das ist ja erst mal nur eine Ankündigung, wenn ich das schnell hinbekommen kann, würde ich jetzt schnell das Ding aufs Dach machen, weil es wird nicht besser. Die Grenze, die die Ministerin da genannt hat oder die aus dem Ministerium kommt mit den 25 kW Peak, das ist eine Grenze, die man, also man kann zwischen 25 und 29,9 kW Peak immer noch als privaten Mensch so eine Anlage betreiben, sehr günstig mit sehr viel weniger Regularien. Aber 25 bis 29 kW Peak, da müssen Sie schon ein sehr ordentliches Dach für haben, um das machen zu können. Also wenn Sie drei Doppelgaragen haben und Ihr Haus, dann kriegen Sie das womöglich hin. Aber so mit einem normalen Einfamilienhaus klappt das dann nicht. Förderung, Anreiz, Wirtschaftlichkeit. Das sind ja am Ende immer Fragen von, lohnt sich das? Und diese lohnt sich Frage stellt sich gerade auch an einer ganz anderen Stelle. Bei der Bahn, im Tarifvertrag. Mit der ganz handfesten Ansage, wie viel mehr am Ende auf dem Konto landet. Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL einigen sich auf einen neuen Tarifvertrag. Und damit auf mindestens zwei Jahre ohne Warnstreiks. Wie beide Seiten mitteilen, steigen die Entgelte am 1. August 2026 und am 1. August 2027 jeweils um 2,5 Prozent. Dazu kommt im April eine Einmalzahlung von 700 Euro, für Auszubildende und Dualstudierende 350 Euro. Außerdem setzt die GDL eine zusätzliche Entgeltstufe für Beschäftigte mit besonders langer Berufserfahrung durch. Zwei Jahre Ruhe auf der Schiene klingen erstmal nach Stabilität. In vielen Bereichen der Wirtschaft kann von Ruhe keine Rede sein. BASF erwartet ein hartes Jahr und schraubt die Erwartungen runter. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF stellt sich nach einem Gewinneinbruch auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. In China liefe es ganz gut, in anderen Regionen aber nicht. Zudem prüfe man, nach der Entscheidung des obersten Gerichtshofs in den USA, eine Klage auf Rückerstattung von Zöllen. Ulrich Reitz dazu im Interview mit BASF-Chef Markus Kamit. Herr Kamit, die Chemieindustrie schwächelt. Der Marschendruck ist auch bei Ihnen enorm. Wie stark ist diese Krise zu spüren? Ist das eine strukturelle Krise oder wird das schnell wieder? Die Chemieindustrie ist immer eine zyklische Industrie gewesen. Es ist eine Industrie, die durch Margenzyklen typischerweise durchgeht, weil sie assetintensiv ist, also investitionsintensiv. Wir erleben aber im Moment eine Krise oder einen Zeitraum von niedrigen Margen, der länger dauert als in der Vergangenheit. Und deswegen ist der Druck auch auf die chemische Industrie im Moment, insbesondere in Europa, besonders groß und besonders tief. Was heißt das für BASF? Wie ernst ist die Lage? Ich glaube, BASF ist ein großes Unternehmen. Wir sind weltweit tätig mit einem diversifizierten Portfolio. Wir sind in den Geschäften, in denen wir unterwegs sind, auch weltweit führend. Deswegen spüren auch wir die schwierige Marktsituation. Insbesondere in 2025 hatten wir sehr starken Margendruck durch einen sehr gut versorgten Chemiemarkt in fast allen Bereichen. Aber wir haben natürlich auch besondere Stärken. Das sehen Sie daran, dass wir in allen Märkten in 2025 auch über dem Markt gewachsen sind. Selbst im schwierigen Markt Europa sind wir zwar leicht zurückgegangen, aber weniger als der Markt. Also wir gewinnen Marktanteile. Und daran zeigt sich die relative Stärke von BASF. Aber auch wir haben in fast allen Geschäften mit den rückgehenden Margen und dem Überangebot zu kämpfen. Was macht Ihnen mehr Sorge, die Weltkonjunktur oder der Standort Deutschland? Ich würde sagen, in der Kombination ist es eigentlich die große Sorge, weil wir natürlich mit einem sehr starken europäischen und auch deutschen Fußabdruck unterwegs sind. Unser größter Standort steht in Ludwigshafen. Wir haben immer noch ein Drittel unserer globalen Belegschaft, etwa am Standort Ludwigshafen. Und Deutschland bleibt auch unser größter Markt. Deswegen ist die wirtschaftliche Entwicklung von Deutschland von uns von sehr großer Bedeutung. Und die Rahmenbedingungen in Europa sind für uns besonders wichtig. Und auch die haben sich natürlich die letzten Jahre nicht unbedingt positiv entwickelt. Aber die Weltkonjunktur spielt, würde ich sagen, insgesamt für uns als BASF-Gruppe schon die dominierende Rolle. Und Deutschland ist ja ein lebender Teil dieser Weltkonjunktur als starke Exportnation. Und deswegen ist die Weltkonjunktur schon das Überdeckende. Aber kurzfristig muss es auch in Deutschland und in Europa anders nach vorne gehen. Es gibt Reformbedarf. Wie groß ist Ihre Zuversicht, dass man diesen Reformbedarf auch wirklich umsetzt? Das zieht sich ja schon lange hin. Ja, ich glaube, ich versuche immer einen balancierten Blick auf den Reformprozess, sage ich mal, zu nehmen, weil ich weiß, dass auch gerade im politischen und regulatorischen Umfeld Dinge nicht in Lichtgeschwindigkeit funktionieren können. Wir haben aber sowohl auf europäischer Ebene mit dem New Industrial Deal oder dem Clean Industrial Deal als auch mit der neuen Bundesregierung, glaube ich, viele Ansätze gesehen, wo man wirklich sehr, aus meiner Sicht, auch sehr ernsthaft interessiert daran ist, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu bewahren oder zu verbessern. Sie bauen Arbeitsplätze ab seit den letzten zwei Jahren um die 5000. Wie geht es da weiter? Sie verlagern aktuell auch Stellen nach Indien, was in Berlin für Ärger sorgt. Wie gehen Sie da weiter vor? Ja, wir stehen natürlich insgesamt unter dem Druck, unsere Kosten weiter zu optimieren, wettbewerbsfähig zu bleiben. Und gerade weil sich in der Chemieindustrie auch Dinge strukturell verschoben haben, müssen wir eben auch auf unsere Firma schauen und strukturelle Veränderungen angehen. Und das hat damit zu tun, dass wir zum Teil Kapazitäten anpassen müssen in der Produktion. Aber wir müssen auch im Nicht-Produktionsbereich eben schauen, dass wir immer wieder im Benchmark mit unseren Wettbewerbern uns anpassen. Und dazu gehören auch ein Zurechtstutzen sozusagen auch von bestimmten Kapazitäten, die wir im Nichtproduktionsbereich haben. Kurzer Blick in die USA. Da gab es diese Zollentscheidung. Wenn es da jetzt die Möglichkeit gibt, die Zölle zurückzufordern, werden Sie die einklagen? Es ist noch zu früh, das genau zu bewerten. Das ist gerade eine Woche her. Alle Experten schauen sich jetzt genau an, was sind die Konsequenzen. Ist auch ein sehr komplexes Feld, wie ich gelernt habe in den letzten Tagen. Aber zu dem Thema Rückforderungen ist natürlich klar, wenn es einen Rechtsanspruch gibt, der sich eben durch die neuen Regelungen dort in den USA ergibt, dann ist es natürlich auch unsere Pflicht, unsere treuhänderische Pflicht, dem Rechtsanspruch nachzugehen. Ob das allerdings tatsächlich kommt, kann ich aus heutiger Sicht nicht sagen. Gegenwind in der Industrie. Und jetzt einmal ganz wörtlich Richtung Luft. Beim Fliegen geht es heute um eine Frage, die viele Tierfreunde sofort triggert. Darf mein Hund mit an Bord oder nicht? Als erste Fluggesellschaft in Europa lässt die italienische Lufthansa-Tochter ITER Airways künftig größere Hunde an Bord. Die Airline kündigt in Rom an, in ITER-Maschinen sollen Haustiere bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm mitfliegen dürfen. Also zum Beispiel Schäferhunde, Daimantiner oder Bullterrier. Den Platz für den Vierbeiner müssen Halter extra bezahlen. Bislang setzen die meisten Fluggesellschaften beim Mitnehmen in der Kabine ein Maximalgewicht von 8 Kilogramm an. In der Branche gilt das Vorhaben für schwerere Tiere manchen als Pilotprojekt. Von Seiten des Mutterkonzerns heißt es allerdings, für die Lufthansa gebe es aktuell keine ähnlichen Pläne. Die Airlines entschieden grundsätzlich eigenständig über Details ihres Produktangebots. Angebots. Zunächst begrenzt ITER das Angebot auf Inlandsflüge innerhalb Italiens. Mit klaren Regeln. Die Hunde tragen einen Maulkorb, Halter leihen sie an und ITER teilt den Tieren immer einen Fensterplatz zu. Dort liegen sie auf einem besonders saugfähigen Teppich auf dem Boden, der Besitzer sitzt auf dem Platz daneben. ITER begründet die Neuerung mit dem Wunsch vieler Passagiere, ihre Tiere mit in den Urlaub zu nehmen. Und Ida weiß auch, große Hunde in der Kabine gefallen nicht jedem. Nach einem Testflug vor einigen Monaten von Mailand nach Rom kündigt die Airline an, dass Passagiere den Sitzplatz wechseln dürfen, wenn sie Angst vor Hunden haben oder eine Allergie. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.