Latest / Erstklassisch mit Mischke - Klassik hautnah / Tenor Benjamin Bernheim: „Ich darf keine Krise haben“
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- Würden Sie für sich 400 Euro bezahlen? Würden Sie für eine Karte für Benjamin Bernheim 400 Euro bezahlen? Ich denke, zum Beispiel, ich werde eine ganz ehrliche Antwort geben. Für den ersten Nemorino von Benjamin Bernheim in der Stadt Superwien, nein. Erstklassisch mit Mischke, der musikalische Podcast des Hamburger Arm. Schönen guten Tag zu einer neuen Folge. Tenor wäre etwas nüchtern und etwas an der Statement. Lyrischer Tenor wäre schon richtiger, ganz wunderbarer lyrischer Tenor, vor allem mit französischen. Das würde ganz gut passen. Benjamin Bernheim oder Bernheim, wie immer man das möchte. In Paris geboren, in Genf aufgewachsen, steile Karriere, Paris, München, Met, you name it. Auftritt bei dem Abschluss der Olympischen Spiele in Paris 24, im Dezember dann in Notre-Dame und jetzt live in Farbe hier dann bei mir vor dem Mikro, kurz vor einem Konzert mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden und dem Verdi-Requem in der Elbphilharmonie. Also erstmal Bonjour. Bonjour. Schön, dass wir uns sprechen. Ich habe zum Einstieg, was möchten Sie, eine einfache oder eine schwere Frage? Ah, schwere Frage. Na gut, eine schwere Frage. Was macht eigentlich mehr Spaß, das Singen oder das Schauspielern? Ah, das ist eine sehr nicht schwere Frage, aber eine gute Frage. Aber das ist eine lange Antwort. Es ist zum Beispiel, ob ich spiele und singe Hoffmann. Ich liebe diese Rolle spielen. Ich denke, es gibt so viel zu geben, so viele Farben, so viele verschiedene Rollen in einer Oper. Aber für Werther zum Beispiel, das ist mehr Singen. Das ist viel, ja, viel Schauspieler zu sein auf der Bühne, aber gibt es mehr von Singen. Als Hoffmann, das ist wirklich der Schauspieler. Ich hätte gesagt, das ist pro, jede Oper ist unterschiedlich. Und ich werde sehen, nächste Spielzeit, ich mache meine erste, ich werde meine erste Mario Cavadarossi singen in Tosca. Ich weiß noch nicht, ob das ist eine Schauspielrolle oder ob das ist eine Sängerrolle. Noch nicht. Ich bin jetzt am finden. Ich suche diese Antwort. Gibt es Schauspielvorbilder, also Sängervorbilder? Kann ich mir denken. Ja, also ich muss sagen, ich habe viel gesehen. Also für mich Placido in der 80er, wenn er hat Hoffmann gesungen und er war unglaublich auf der Bühne. Und dann ich habe Jonas gesehen, Piotr gesehen, Piotr Batschala, Jonas Kaufmann. Und. Diese Sängertenoren waren auch ein gutes Beispiel für mich. Und wenn ich habe gesehen, die alte Tenoren wie Bergonsi und Di Stefano, ja, das war auch anders, weil es war eine Zeit, wo, nur auf der Bühne stehen und ganz nobel anziehen war genug. Jetzt, wir sind auch Schauspieler für die Kamera. Man macht einen HD at the Met. Das ist nicht nur für den Zuschauer oder Publikum, das ist auch für die Kamera. und unsere Arbeit. Ist ein bisschen anders heute. Wir sind mehr eine Mischung zwischen Schauspieler und Sänger. Haben Sie dann auch den Druck, dass jemand aus dem Management oder von dem Opernhaus sagt, also schön und gut singen können Sie ganz ordentlich, aber Sie müssten eigentlich noch vier Kilo abnehmen, dann wäre es noch schöner? Es kann sein. Und ich habe das schon erlebt. Tatsächlich? Und ich denke, das ist ein schwieriger Moment, weil es klingt, Es klingt wie ein sehr schweres, schwieriges Judgment, ich weiß nicht, wie es zu sagen auf Deutsch. Einschätzung. Ja, aber ich muss sagen, am Ende heute, unsere Zeit ist Instagram-Zeit, TikTok, Facebook, Foto, Pictures, HD. Und das ist schwierig. Wir können ein bisschen. Groß oder, wie sagt man das, fat. Wie sagt man das auf Deutsch? Sagen wir mal dick. Dick, ja, ja. Wir können, aber dann, das ist nicht camera-friendly. Und ich muss sagen, dass leider, und das ist so, und es ist auch eine gute Sache, weil viele Sänger von meiner Generation und auch Jünger heute denken mehr an, Sport und, wie sagt man das, das ist schwierig auf Deutsch für mich. Aber self-improvement und, Gedanken an meinen Körper und machen Sport, Yoga, gutes Essen. Das war eine Sache, das war nicht wichtig bevor. Heute ist wichtiger und wir sehen es und ich habe gehört, einen Tag ein Operdirektor hat mir gesagt, ja, Du musst vielleicht ein bisschen abnehmen, weil das ist ein bisschen zu viel und das kann sein. Wie war denn Ihre Reaktion? Haben Sie gesagt, schönen Dank auch, aber dann komme ich schon mal gleich gar nicht? Also ich habe immer gesehen, ich kann mich selbst sehen in einem Spiegel. Das gibt es Zeit, drei Jahre bevor. Ich habe diese Romeo und Juliet in Zürich und Paris neue Produktion gemacht. Ich war sehr dünn, ich habe viel abgenommen. Das war fast zu viel für meine Stimme und dann ein bisschen mehr. Und dann jetzt mache ich viel mehr Weightlifting und ich habe mehr Muskeln. Gibt es immer eine gute Balance zu finden und gibt es immer jemand, der denkt, das ist zu dick oder das ist zu dünn. Am Ende, ich fühle mich okay, es gibt immer besser zu machen, Vorschritte zu machen, das ist immer möglich. Aber am Moment, yes, in diesem Moment, wenn ein Operndirektor, eine Operndirektorin sagt, du bist zu dick, das ist nicht nett, aber das ist auch eine Version von Realität. Und das kann sein. Es kann sein, dass auf der Bühne ein Operndirektor sagt, ich will ein Romeo, ein De Grieux, ein Hoffmann, der nicht dick ist. Das ist möglich. Und das ist am Ende eine Möglichkeit. Es gibt viele Tenoren, ich bin nicht allein, wir sind viele in dieser Welt, gibt es viele Möglichkeiten und vielleicht ich bin zu blond, zu graue Haare, zu alt, zu jung, zu das, zu das. Das ist möglich. Und in diesem Moment, nicht jetzt, aber in dem Moment, wo ich diese Kritik höre, Es ist schwierig, aber niemand stirbt. Okay. Ich habe in der Vorbereitung gelesen, was ich gar nicht wusste. Sie haben zwei Pausen gemacht. Sie haben mit 25 acht Monaten pausiert und mit 28 sechs Monate. Warum, wenn Sie das sagen mögen und was haben Sie da gemacht? Und wie schwer war es dann wieder zurück aufs Pferd zu steigen und zu sagen, so jetzt singe ich wieder? Also diese, das ist eine schwierige Frage. Warum ich habe diese zwei Reset gemacht? Ich bin in einer Familie von Oper, Senner und Musiker geboren. Das klingt schön und die Wahrheit, die Realität ist, dass es nicht immer schön ist, in einer Familie von Musikern zu, wie sagt man, aufzuwachsen? Aufzuwachsen. Es war ein sehr schöner Moment, aber ich habe gesehen in der ersten Reihe, was ist für ein Künstler, ein Sänger, eine Sängerin, Oper zu lieben und dass, diese Industrie sagt, nein, das war, das habe ich gesehen. Ich habe viele, nicht nur meine Eltern, ich habe auch viele Freunde von meiner Familie gesehen, die haben gewartet. Das ist jetzt eine Zeit, ich bin bereit für die Vorsingen, ich bin bereit für diesen Wettbewerb. Und ich habe gesehen Leute, die haben 15, 15, fast manchmal 20 Jahre gewartet, um bereit zu sein. Und die hatten sehr schöne Stimmen, die waren perfekt auf der Bühne. Aber der Timing war nicht gut. Ich hatte Angst, das ist richtig, und ich habe keine Angst zu sagen, oder Schand zu sagen, dass ich hatte Angst, dass diese Arbeit, dieser Beruf, diese Industrie. Antwortet an mir, nein. Ich hatte diese Angst, weil ich weiß, dass es manchmal gibt, Also für. Leute, die haben ein bisschen Glück, gibt es einen Zug, der kommt und man muss diesen Zug nehmen. Es kommt nicht zweimal und ich war nicht bereit. Meine Stimme war da, aber meine Hochnoten, meine Stimme war nicht in total Kontrolle. Und ich hatte so viele Sachen im Kopf, so viele Gedanken, so viele von meiner, Jungheit, ich musste wirklich ein Reset machen, weil ich wusste, dass ich mein, Gesang, meine Stimme, Ich weiß nicht, wie das auf Deutsch zu sagen, belongs to me. Gehört zu Ihnen. Gehört zu mir, mich. Ihnen, also zu mir. Zu mir, gehört zu mir. Und diese erste Pause, diese erste Reset, war wirklich toll. Weil für mich, ich müsste dieses Gefühl haben, dass ich kein Opernsänger war. Ich war nur Benjamin. Keine Arbeit, kein Singen, kein Opernsänger, kein Tenor, kein Hochnoten, kein Auftritt, kein Einsingen, kein Professor. Das war wirklich ein Druck für mich. Ich brauchte eine Pause, ich habe in einer Bank gearbeitet und für Real Estate gearbeitet, für jemanden in meiner Familie. Ich habe viel gelernt, das war sehr interessant. Aber nach zwei, drei Monaten, ich wusste, dass ich zurück in die Oper kommen, werde. Aber meine Frage, was ich wusste nicht, ist, wie? Weil ich hatte die Schlüssel für meine Stimme und Und auch für meine Gedanken nicht jetzt. Ich müsste wirklich zurückkommen und denken und finden eine Lösung. Wie kann das mein Gesang sein und nicht der Gesang von meinen Eltern, meiner Familie, meiner Geschichte. Und es war ein Moment sehr wichtig. Das war am Ende die zweite Pause. Ich hatte diesen Auftritt in Salzburg, mein erster Auftritt in Salzburg 2012, also ich war 27, 26, 27, das war die zweite Pause. Und ich hatte diese Rolle in Cleopatra von Masnay, das war der Pfingstenfestspiel 2012. Und ich konnte nicht schlafen, weil ich hatte Angst, diese Hochnoten und ob ich, was man denkt und der Pereira ist da und Frau Bartoli ist da und es war so viel, Stress, dass ich dachte, das lohnt sich nicht. Also, okay, wir können ein bisschen Stress haben, Leben ist nicht einfach, aber ob ich mache etwas, ich will unbedingt, dass ich bin der Fahrer und nicht eine Victime, wie sagt man das? Opfer. Opfer. Und ich wollte unbedingt der Pfarrer von meiner Gesang und meiner Karriere sein. Und in Salzburg 2012 war dieser Moment, wo ich habe gedacht, okay, heute Abend ist diese Vorstellung. Ich habe zwei Möglichkeiten. Es ist zu stark für mich und ich mache das nicht mehr. Oder es wird schwierig, es wird nicht einfach, aber jetzt, das ist mein Gesang. Kein Professor, kein Coach, ob etwas geht nicht gut, das ist mein Fehler, das ist meine Verantwortung. Das war sehr wichtig für mich, weil es war dieser Gedanke, das ist sehr stark für junge Sänger, ist, dass du darfst nicht allein gehen, du darfst nicht independent sein. Du musst eine Kontrolle haben, du musst einen Professor haben, du musst einen Guru haben. Es war sehr stark in meiner, wie sagt man das, Evolution? Entwicklung. Und ich musste wirklich von. Diesen Kabeln schneiden. Und dann kamen sie auf die Bühne und... Es war nicht perfekt. Aber es war okay genug. Es war okay genug für mich zu denken, dass, ja, für das erste Mal, das war der erste Auftritt auf der Bühne für mich und das erste Konzert, wo ich habe gedacht, ich habe das nicht gut gemacht, weil ich bin nicht gut vorbereitet. Ich habe das gut gemacht, weil ich habe das viel vorbereitet. Und am Ende, das ist nicht gut genug für meinen Geschmack, aber ich werde arbeiten. Aber für Salzburg reicht es. Das war knapp, aber das ist, wo, alles angefangen hat für mich in Salzburg in 2012, wirklich. Das ist, wo die Presse, die Journalisten haben meinen Namen geschrieben, manchmal für das erste Mal. Und das war eine Découverte, wie sagt man das. Für die Leute in diesem Beruf. Und ich wüsste von diesem Tag, dass es nicht klappt, das ist nicht eine Schuld von meinem Professor, dass ich nicht gut geschlafen habe. Das kann sein, dass ich nicht gut schlafe. Das ist so, ob ich ein Tennisspieler oder F1, Formule 1 Fahrer bin, das passiert auch. Aber am Ende, ich will der Fahrer sein und ob es etwas falsch ist, das ist mein Fehler. Wenn ich mit dem Timing richtig bin, dann war das so, dass Sie 2010 ins Opernstudio nach Zürich gekommen sind. 2008. 2008, okay, na gut. Sagen wir mal 2008. Es meint, dass die erste Pause war 2010, ich war 25 und es war ein Jahr später. Aber gut, aber dann liegen nur ein paar Jahre zwischen Open Studio in Zürich, das ist im Prinzip Ausbildung. Ich war ein Jahr in Open Studio 2008 bis 2009. Dann ich war ein Jahr Freelance, wo ich habe für Open House Zürich gearbeitet als Freelance. Und dann ab 2010 und für fünf Jahre ich war Ensemble-Mitglieder, zwei Jahre mit Pereira und drei Jahre mit Andreas Homoki. Aber dann ein Engagement bei den Salzburger Festspielen zu kriegen, das ist ja wie ein Siebener im Lotto mit drei Zusatzzahlen. Das ist ja ein unglaublich steiler Aufstieg in einer kurzen Zeit. Ja, aber ich muss sagen, das war mein Glück, dass ich Alexander Pereira in Zürich und dann in Salzburg kenne. Und er hat gesagt, das ist perfekt für dich, diese Rolle. Und ich habe A Genore in Il Repastore gesungen mit Rolando Villason und Bill Christie in 2012. Dann, ich habe in 13 auch gesungen, 14, ich denke 15 auch. Das war, weil Pereira war da. Das war mein Glück. Aber ich hatte eine große Rolle in dieser Manon, in dieser, Entschuldigung, Masne Cleopatra. Und dann kleine Rollen, die waren sehr, sehr wichtig für mich, weil ich könnte wirklich mit tollen Sängern singen auf der Bühne und die Leute könnten meine Stimme, wie sagt man, discover. Discover. Das war wirklich wichtig für mich. Ich war glücklich, aber ich müsste auch gut sein. Nun sind Tenöre ja dazu verdammt, immer auf diese Höhe hin beobachtet zu werden. Träumen Sie manchmal davon, ob nun buchstäblich oder metaphorisch, dass immer irgendwer da sitzt und sagt, wo ist das verdammte hohe C und wieso klappt das nicht so richtig? Oder ist das für Sie nur ein Ton von vielen? Es ist ein Ton, aber das ist ein Ton, das kann problematisch sein. Zum Beispiel ein Hoch C oder ein B, ein C-Naturel, kann auch ein Problem sein. Der B von Ducca di Mantua ist nur ein B. Und es gibt drei in Hoffmann. Die sind kein Problem für mich. Aber in Ducca di Mantua, es ist kompliziert. Aber für alle Tenoren, das ist kompliziert. Weil es ist so exposé, das ist so... Am Ende des Opers für Ducca di Mantua ist es sehr schwierig. Aber das ist so. Und Hochze, ja, gibt es diese Hochze in La Bohème. Und heute, wir singen keine normale Hochzeh, weil mit der Stadtkapelle Dresden oder Berliner Stadtkapelle oder mit der. Wiener Philharmoniker, wir sind nicht in 440 Hertz 1a, wir sind höher. Ja, das ist, dieses Problem ist auch für Sopranen, die singen Königin der Nacht oder Gilda, das ist sehr hoch. Aber das ist heute unsere Welt und mit Zeit, es ist weniger ein großes Thema. Es ist ein Thema, weil es ist ein wichtiger Moment in einer Vorstellung. Es gibt ja im Deutschen das Wort Höhenangst für Leute, die ohnmächtig werden, wenn sie auf dem Berg stehen und runter gucken oder so. Aber für Tenöre ist dann die Höhenangst mit dieser Note verbunden Ja. Und das ist ganz richtig, ich denke auch für Athlete gibt es diesen Moment, wo wir denken, dieser Tennisspieler ist Nummer 5, Und er hat kein Great Slam gewonnen, aber er ist toll, er spielt so gut. Aber wenn der Moment kommt und er ist in die Finale, er gewinnt nie. Aber das ist so. Jetzt ist Ihre Karriere ja momentan und schon länger toll. Also Sie singen an den ersten Häusern, Sie singen die großen Rollen. Alle wollen Sie haben, alle wollen Sie engagieren. Können Sie sich eigentlich noch freuen, wenn, sagen wir mal, die Oper in Paris anruft oder die Oper aus New York oder Covent Garden oder sonst wer und sagt, kommen Sie vorbei, wir haben hier eine Rolle für Sie oder ist das für Sie Normalität? Nein, das ist keine Normalität, weil ich weiß, wo ich komme und ich war ganz, frustriert, wenn ich 25 Jahre alt war. Ich war 25, ich war in Oper Zürich, ich war ganz glücklich, aber ich habe viel gesehen. Andere Tenoren, die waren meiner Alter und die waren besser und die hatten bessere Rolle und bessere Möglichkeiten. Ich war ganz frustriert. Ich wollte diese Möglichkeiten für mich und ich habe viel gewartet. Meine Karriere war nicht früh, nicht spät. Meine Karriere ist gekommen, wann es ist gekommen. Und ich bin glücklich, es ist gekommen mit, wie sagt man das, Patience, Geduld. Aber ich hatte keine Geduld, ich wollte mehr. Das ist normal, ich wollte unbedingt mehr. Jetzt, wenn es kommt, ich erinnere mich, dass zehn Jahre bevor ich, Ich wollte unbedingt Manon oder Romeo oder Hoffmann singen und die Openhäuser haben gesagt, nein, das war nicht einfach, wenn ich war 23, alle Openhäuser haben gesagt, Benjamin Bernheim muss alles singen. Nein. Ich hatte sechs verschiedene Manager, mit sechs verschiedenen Agenturen in Deutschland, in England, in Amerika, in der Schweiz. Und es ist nicht einfach, wenn etwas kommt von Zürich, Wien, Stadtsoper Berlin, Covent Garden, Metropolitan, Zürich, La Scala. Ich fühle mich glücklich, weil ich weiß, wie es war, wenn ich diese Möglichkeiten nicht hatte. Ich denke, das war heute. Es ist einfach, das zu sagen, dass es war eine Chance, dass ich musste warten, weil ich weiß, was es kostet. Nicht das zu haben. Haben Sie sich dann regelrecht belohnt und gesagt, okay, jetzt habe ich ein Engagement für mein erster Hoffmann, jetzt gehe ich los und kaufe mir eine Uhr. Fertig. Zu belohnen, weil ich es mir wert bin. Nein, das habe ich nicht. Ich war hier für mein erster Hoffmann, ich war hier in Hamburg in 2021. Das war schwer. Ich erinnere mich. Das klang aber ganz leicht. Das ist diese Fassung auch mit der Maestrofahrt. Es war kompliziert. Aber ich müsste es zum ersten Mal singen. Aber nein, ich kenne viele Leute, die sagen, das ist ein Milestone. Ich kaufe mir selbst ein Auto, eine Uhr, etwas. Für mich, das ist ein bisschen wie Leute, die viele Fotos mit dem Handy machen. Und sagen, ich muss mich selbst erinnern, das ist ein Souvenir und mein Souvenir ist viel im Kopf und ich erinnere mich, dieses Gefühl auf der Bühne in Hamburg zu sein, bevor mein erster Auftritt als Hoffmann in Wien, bevor mein erster Auftritt als Nemorino, und einen Tag, ich werde das sicher vergessen, aber die sind für mich die Milestones, die sind keine Objekte, aber ich verstehe, dass für ein Milestone, Ich kaufe mich, sechs Flaschen von, ich weiß nicht, einer schönen Bordeaux. Aber das mache ich nicht, weil dieses Gefühl, diese Mehlstunde ist im Kopf, im Herz. Was ist denn so ungefähr die dümmste Idee, die Sie je von einem Regisseur gehört haben? Das ist die gefährliche Frage, weil in jetzt... Was habe ich, ich habe so viele, so viele, ich habe viel gesehen, viel gehört von meinen Kollegen. Ich hatte, ich habe das Gefühl, dass ich habe viel, ich war der, wie sagt man, Witness. Zeuge. Zeuge von Sachen, ich dachte, aber bitte nein, bitte nein, nein. Und ja. Ja, doch, doch, das ist die Idee, das ist eine tolle Idee. Wir werden, es sagt blau, wir werden rot. Es sagt schön, wir werden schrecklich. Okay, das ist ein bisschen einfach. Dummste Idee? Ich denke, ich denke, es war... Vielleicht ich bin glücklich, weil ich habe kein gutes Memoir, Souvenir von das, weil es war viele von diesen Ideen und ich vergesse. Ich erinnere mich nur an die guten Ideen, aber ich war in vielen Produktionen, die waren nicht ein Erfolg. Und ich habe ein großes Problem heute mit neuen Produktionen. Ich mache keine mehr, neue Produktionen. Ich habe eine neue Produktion in ein Sommerfestspieler in zwei Jahren, weil ich diese Produktion, ich denke, existiert schon, ich habe schon etwas gesehen, aber ich sage Nein an alle neue Produktionen, ob das in Paris, in München, in New York, in Zürich, keine neue Produktion. Ich vertraue nicht mehr. Ich denke, es gibt diese, wir sind zu weit gewesen. Am Ende wir sind die Sänger auf der Bühne und die Ideen, wir müssen diese Ideen singen, spielen, schützen, Und es geht weiter und weiter. Ich habe das Gefühl, jede Spielzeit, die Ideen sind dummer und dummer. Nicht, dass alle Regisseure dumm sind. Das ist nicht die Sache. Ich habe das Gefühl, dass es eine Kompetition, einen Wettbewerb gibt. Wir müssen weiter und weiter nach der Grenze gehen als Regisseur. Und das, was es bevor gewesen ist, wir haben das schon gesehen, wir müssen etwas neu. Und wir sind in der Mitte, uns Sänger, und ich habe das Gefühl, dass es zu weit geht. Und das ist warum jetzt gibt es, ich bin eben in Bernheim, und auch andere Sänger, die ich kenne, in meinem Niveau, die sagen, genug mit neuen Produktionen. Ich werde die Premiere sehen, ob ich, mag es, ich werde das machen als Wiederaufnahme. Und das mache ich jetzt. Ich werde zum Beispiel in München, in Berlin neue Produktion sehen und sagen, okay, das mache ich. Okay, die Presse kommt nicht, so viel für eine Wiederaufnahme. Dann mache ich Konzerte und mache andere Sachen für die Presse, für Journalisten. Aber ich vertraue nicht mehr, weil der Prozess zum Vorbereiten der Produktion funktioniert nicht. Dieser Prozess ist das zwei, drei, vier Jahre bevor. Ein Open House fragt mein Manager, kann Benjamin diese Rolle singen in diesem Open House in 2031? Okay, ja, das wäre schön. Schön Open House, schön Rolle. Wer macht die Regie und wie ist es? Ah, das ist viel zu früh zu sagen, dieses Konzept ist noch nicht da, aber ich muss schon sagen, ob ich kann diese Rolle singen, ich muss schon vorbereitet sein, aber das Konzept ist nicht bereit. Okay, wir können sagen, vielleicht, wir machen eine, wie sagt man das, eine provisorische Ja, aber... Und definitiv ja kommt, wann ich kann mit dem Regisseur oder Regisseurin reden über dieses Konzept. Und die Antwort ist immer nein, weil wir müssen jetzt wissen, ob Bernheim macht es. Und das ist eine, wie sagt man das, Tyrannie, das geht nicht für mich. Das klingt so ein bisschen, als ob in Ihnen so ein kleiner Regisseur steckt, der raus will. als ob sie selber sagen würden, bevor ich mir diesen Blödsinn antue, mache ich doch selber lieber die Regie. Ist das so? Für mich? Ja, ja. Das ist ein bisschen das Gefühl, ich muss sagen. Aber ich denke auch, unfortunately, gibt es viele Regisseurinnen, die akzeptieren, einen Vertrag, ein Konzept, nicht ein Konzept, ein Opa, und haben keine Idee, was zu machen. Das ist okay, aber am Ende, das ist ein Blind Date für uns. Und die sind sehr, wir haben keine Versicherung. Ob ich zwei Monate, ich absage zwei Monate von Arbeit, Niemand wird meine Elektrizität, mein Wasser, meinen Lohn zahlen. Das ist meine Verantwortung. Und am Ende, ich finde es, das ist nicht unfair, das ist childish, aber das geht nicht mehr. Weil am Ende im Konzeptionsgespräch, sechs Wochen bevor die Premiere, ich sehe, dass, ich weiß nicht, ich werde ein Clown sein, ich werde nackt sein, ich werde das sein. Ich werde das Konzept erzählt, die Gegenteile von was es erzählt. Und ich sage, Entschuldigung, viele Leute können das machen, aber das ist nicht für mich. Und dann die sagen, aber das ist zu spät. Ja, aber sechs Monate bevor, ich habe gesagt, ich möchte gern das Konzept sehen. Ah, das ist zu früh, aber wir müssen das Programm jetzt, die Name, wie sagt man, Print. Ich sage, okay, das ist nicht zu spät für das Programm, aber es ist zu spät, um zu wissen, was das Konzept ist. Ich finde es, dass in 2026, wo wir Google, Teams, wir haben alle Möglichkeiten, um zu kommunizieren, das geht nicht, heute zu sagen, nein, nein, nein, das ist ein Blind Date und die Sänger, die Sänger, die singen auf der Bühne. Die brauchen nicht, die brauchen keine, wie sagt man das, Information. Und ich finde, das ist genug. Und nicht nur für mich. Mhm. Ein Etikett, was Sie, ich nehme mal an, acht bis zwölf Mal gehört haben, ist, dass irgendwann stand mal in der Süddeutschen Zeitung, Sie hätten die schönste Tenorstimme seit Pavarotti. So ein Etikett wird man ja nie wieder los. Wie sehr nervt das? Es nervt mich? Ja, weiß ich nicht, ob es Ihnen nervt. Nein, also ich habe mehr gehört, dass Benjamin Bernheim der neue Alanya ist, weil es immer diese Need für der neue etwas ist. Der neue Nadal, der neue Federer, der neue Alanya, der neue Kaufmann, der neue Placido. Weil ich habe das Gefühl, viele Leute können nicht nur sagen, das ist sein Name oder ihr Name. Nein, das ist der neue Etwas. Und das ist sehr schön und sehr nett von diesem Journalist, das hat das gesagt. Vielleicht das war, was er dachte und denkt. Aber ich denke nicht, das ist ein Problem. Ich denke, das ist eine sehr gute Sache für mich. Vielleicht ein Druck, vielleicht ein Pressure, dass ich gut sein muss und meine Stimme schützen muss. Aber ich finde nicht, das ist ein Problem. Können Tenöre eigentlich mit Tenören befreundet sein? Oder kommt dann immer sofort dieser kleine Konkurrenzgedanke hinten im Kopf? Oh Mann, der hat mir da die Rolle weggeschnappt und an und für sich habe ich es doch verdient. Ich denke, es kann sein. Es gibt immer einen Moment in der Karriere, wo es hoch geht und alle geht gut und der Wind, wie sagt man, blows in die gute Richtung. Das ist ein gutes Gefühl und es gibt dann einen Moment, wo es mehr Konkurrenz gibt. Jüngere Sänger, jüngere Tenoren, die jungen Generation kommen und die Leute denken, du bist immer noch gut, aber die Neue kommen. Und dann man muss sehen, dass das nur ein Moment im Leben ist und. Karriere ist nicht, wer ich bin. Ich habe gesehen, auch mit Roberto zum Beispiel, mit Placido, mit vielen anderen Sängern, die ich getroffen habe, dass man wirklich nett sein, kann und mit Humor und denken, ja, okay, gibt es Konkurrenz, aber am Ende morgen. Ich singe Manon in Paris, gibt es eine andere Manon in Wien? Ich kann nicht in beiden sein, dann gibt es Platz für alle. Freundschaft, es kann sein, aber es ist ganz selten, dass zwei, drei, vier Tenoren in dem gleichen Zimmer sind. Ich habe diese Frage einmal an einen Maestro gefragt, kennst du diesen Maestro? Er sagt, nein, weil wir uns Maestro nie treffen. Ich bin da, er ist da. Ich bin da, sie ist da. Aber wir treffen uns nicht. Das ist auch die Sache. Aber wir kennen uns heute. Wir haben Social Media, Instagram, Facebook. Ja, wir kennen uns und manchmal gibt es Freundschaft und manchmal diese Konkurrenz. Und wir sind nicht von der gleichen Wood, wie sagt man, Holz, gemacht. Das kann sein. Ich habe ein Zitat von Ihnen gefunden. Sie haben, wenn es denn stimmt, mal gesagt, als Kind war ich sehr scheu, ich wollte nicht singen. Ich weiß nicht, ob Sie jetzt noch scheu sind, aber singen tun Sie ja nun. Wie sind Sie aus dieser Misere rausgekommen? Oder wie, wann hat es Klick gemacht? Ich wollte nicht singen. Die erste Frage war für meine Jungheit. Jugend. Ja, ich habe gesehen, was ist eine Karriere oder was ist eine nicht-keine Karriere oder eine keine Karriere und ich hatte Angst. Eine andere Sache ist, dass ich liebte Tennis und Fußball. Ich wollte Fußball und Tennis spielen. Ich wollte keine Geige spielen und kein Chor singen. Das war dumm. Ich war in der Schule und alle meine Freunde hatten etwas cool zu tun und ich wollte etwas cool zu tun. Und cool war Tennis und Fußball. Chor, Kinderchor, mein Gott. Was machst du am Mittwochnachmittag? Gar nichts. Das war ein bisschen ein Schand. Ich muss sagen, und das ist dumm, weil das ist sehr schön und ich habe viel, viel, viel, viel gelernt, mehr gelernt ins Chor als im Fußball zum Beispiel. Aber das war ein problem für mich weil ich wollte unbedingt sport machen ich liebte tennis und fußball und das war ein deal mit meinen eltern und meiner familie, du kannst fußball und tennis machen aber auch musik und ich habe diese diese diese, corco ist speziell war in corp wir sind eine gruppe wir haben keine verantwortung an als, Solo, als eine Identität. Wir sind wirklich eine große Gruppe. Und das war okay als Chor-Member. Ich habe auch viel Chor gesungen in Lausanne und Genf, wenn ich war im Conservatoire Lausanne. Das war schön. Und dann, ich bin scheu, das ist meine Natur, also ich war scheu, ich bin weniger und weniger scheu, ich denke, weil. Mit diesem Beruf, ich habe gelernt, wie nicht scheu zu sein, aber mit Zeit, es hat Zeit genommen, aber am Anfang, ich muss sagen, ich war 17 oder 18 und... Es gibt jemanden, ich bin mit meinem Professor und es gibt zwei Leute, die kommen und deinen Unterricht hören. Das war kompliziert für mich. Das war sehr kompliziert. Aber dann gab es dann einen Moment, wo es bei Ihnen Klick gemacht hat und Sie gesagt haben, in mir ist gar kein John McEnroe oder kein Björn Borg, in mir ist ein Tenor. Da muss es doch einen Punkt gegeben haben, wo Sie gemerkt haben, das könnte es sein. Weil ich habe gesehen, dass ich mehr Potenzial als Sänger hatte. Dass ich gut Tennis spielen konnte, aber wie sagt man das, was ich machen müsste, um einen professionellen Tennisspieler zu machen, war viel und ich hatte nicht die Möglichkeit, das zu machen. In meiner Familie die Richtung war Musik, und ich müsste es nicht machen aber das war nicht einfacher, aber das war mehr logisch und aber ich muss sagen, ich hasste es ich hasste es, weil meine Familie weil, ich es erlebt und gesehen habe und das ist warum ich brauchte diese zwei Pausen diese zwei Resets um meinen Gesang zum, wie sagt man das. In meine Hand nehmen. Das war wichtig. Und dieser Punkt, wo ich hatte nicht mehr Angst, war ein bisschen, wenn ich habe die erste kleine Rolle gesungen in Bohem, in Trovatore, in Zürich und in Lausanne und ich müsste singen und ich müsste die Gesichter, ins Publikum sehen und das war ein, Exerzis, Übung, Übung, ist richtig? Ja. Für mich jede Vorstellung, Zwei, drei, ein Gesicht mehr und direkt in die Augen sehen, schauen. Das war meine Übung, um weniger Angst zu haben und weniger scheu zu sein. Wie schnell können Sie sich eigentlich verzeihen nach einer Aufführung, die jetzt nicht optimal war? Weinen Sie sich in den Schlaf? Treten Sie die Hotelzimmertür ein? Nach einer Katastrophevorstellung? Eine Katastrophe, also schon mal so eine, mittelgute bis nicht ganz so gute Vorstellung. Ich hatte 2024 eine Vorstellung, wo ich meine Stimme nicht verloren habe, aber es hat wirklich nicht geklappt. Und ich habe gesehen, ich war in Salzburger Sommerfestspiele. Diese Produktion war viel für mich. Ich war immer, immer, ich habe gelaufen, gelaufen. Ich hatte vielleicht 2000 Kalorien gebrennt pro Vorstellung. Vorstellung. Und am Ende, das war so viel für meine Stimme. Ich hatte das Gefühl, das ist beyond die Grenze, was ich kann machen. Und die zwei nächsten Tage war eine Frage. Was muss ich tun? Muss ich weniger auf der Bühne machen? Muss ich eine Pause? Muss ich absagen? Ich habe gesagt, die letzte Vorstellung, aber das war, weil ich müsste in der Schweiz schnell fahren für familiengründe aber gibt es diese momente wo ich frage mich. Wie können wie kann ich das besser machen diese diese gefühl wenn ich denke, eine formule 1 fahrer ist und die die die straße nicht die straße aber der rallye ist zu heiß und alles brennt und das ist zu, die die die Die Runde pro Minuten sind zu hoch und das war ein bisschen das Gefühl, aber es ist eine Verstellung, ich mache es fertig, es ist viel. Und ich denke nachher, ich muss einen Weg finden, dass es weniger kostet. Aber es gibt Zeit, wo es kompliziert ist, für mich zu schlafen, weil ich zu viel die Lösung suche. Aber dann kommen Sie relativ schnell wieder auch runter und beruhigen sich. Ja, weil wir haben keine andere Möglichkeit. Show must go on. Ich habe, wir haben eine Verantwortung. Wir müssen auf der Bühne. Ich muss sagen, wir haben Zeit, aber wir haben keine Zeit für eine Krise. Leute kommen aus, ich weiß nicht, überall in der Welt oder von Salzburg oder München oder Berlin, um eine Vorstellung zu sehen, die haben bezahlt für diese Vorstellung. Manchmal das ist 100 Euro, aber manchmal das ist 400 Euro plus Hotel, plus Flug, plus Restaurant. Meine Verantwortung ist, dass ich bin auf der Bühne und ich muss das höchste Niveau geben. Ich darf nicht eine Krise haben. Es kann sein, dass ich singe nicht, das ist das perfekste, höchste Niveau. Aber meine Verantwortung ist nicht für mich und mein Plaisir, ich singe nicht für mich selbst. Ich singe, weil ich eine Verantwortung habe und es gibt eine. Institution, ein Festspieler oder ein Open House und es gibt ein Publikum und die Zahlen für, also wir sind wie in Rom mit Gladiator, die Zahlen, die wollen etwas sehen. Wie sagt man, du pain des jeux, Brot und Spiele. Brot und Spiele, ja. Naja, bei Ihnen sterben die wenigsten dann wirklich am Ende. Ich sterbe nicht, aber am Ende, das ist ein Show. Und ich habe keine Entschuldigung. Wir haben keine Entschuldigung. Und man, ich muss sagen, wir Männer sind glücklich. Wir haben die Probleme nicht, dass Frauen haben. Wir haben keine, wie sagt man das. Die Regel. Jede Monat. Wir haben nicht das. Wir sind nicht schwanger. Wir müssen nicht Brust breastfeed. Wir Männer haben weniger Probleme. Wir haben viel Druck. Speziell als Tenor. Aber ich muss sagen, wir haben ganz wenig Entschuldigung. Weil am Ende, wir sind Show-Männer-Women. Manchmal Es ist ein großes Problem, was in der Realität ein kleines Problem ist. Aber das ist unser Kopf, das ist normal. Vielleicht mal eine gemeine Frage. Würden Sie für sich 400 Euro bezahlen? Würden Sie für eine Karte für Benjamin Bernheim 400 Euro bezahlen? Ich denke, zum Beispiel, ich werde eine ganz ehrliche Antwort geben. Für den ersten Nemorino von Benjamin Bernheim in der Stadt Super Wien, nein. Weil ich dachte, ich denke vielleicht, das ist zu früh, ich kenne nicht. Aber für die 10. Nemoreno oder die 10. Bohème oder für die 4. oder 5. Romeo, ja. Ja, aber vielleicht nicht 400 Euro. Ich möchte gerne vielleicht eine gute Karte, eine gute Lösung finden, vielleicht ich kann 30 Prozent Rabatt haben für zwei Personen und dann komme ich mit einem Freund. Aber yes, ja, ich denke, dass gibt es eine Welt, wo ich werde, ich möchte vielleicht gerne zahlen für meine Vorstellung, vielleicht mehr als, in Französisch Repertoire, aber vielleicht... Als Überraschung für den ersten Lohengrin von Benjamin Bernheim. Vielleicht. Ich bin neugierig. Die Frage hatte ich auf dem Zettel. Was ist jetzt mit Lohengrin? Ja, nein, vielleicht. Vielleicht? Sicher in vier oder fünf Jahren. Ich habe wirklich Zeit für das. Die nächste Frage ist ein paar Jahre her, dass Sie hier in Hamburg waren mit dem Hoffmann. Nun haben wir hier einen neuen Intendanten, Herrn Kratzer. Der könnte ja sagen, ich hole den Hoffmann wieder aus dem Keller. Gibt es irgendwelche Termine für einen Hamburger Auftritt von Ihnen? Ja, sicher. Also Hamburg ist jetzt, ich habe viel gehört und gesehen, es gibt viele neue Organisationen, viele Leute sind weggegangen und Tobias hat wirklich ein neues Team. Ich habe mit Tobias gearbeitet in Paris. Wir haben diese Faust in Paris-Oper gemacht. Es war toll für mich. Ich liebte diese Produktion. Es war schwierig für die Sänger, der zweite Akt, weil wir ganz weit waren und für uns war es sehr schwierig. Aber diese Produktion war ein großer Erfolg, wirklich. Für uns Sänger, aber auch für das Publikum. Aber ja, ich habe immer Zeit. Ich komme hier in Hamburg für die Elbphilharmonie und für den Staatsoper Hamburg. Es muss die richtige Rolle, richtige Zeit. Aber ich bin immer noch sehr fokussiert an französischem Repertoire. Und was ich möchte gerne, ob ich in Hamburg singe, ist, dass ich kein Vertair, ein Romeo vielleicht, weil ich habe Manon und Hoffmann hier gesungen. Dann hätte ich gerne auch eine andere französische Rolle, um diese Musik und diese Art zu bringen in Hamburg. Aber Sie haben noch nicht mal miteinander gesprochen darüber. Noch nicht, aber the day is young. Okay, okay, okay. Ich habe noch ein paar kleine kurze Fragen. Wissen Sie noch, was Sie mit Ihrem ersten professionellen Honorar gemacht haben? Also das erste Geld, was Sie jetzt wirklich als Sänger verdient haben. Haben Sie damit etwas Spezielles veranstaltet oder ging das einfach aufs Sparbuch? Das komplizierte Erste, Erste, ich erinnere mich, das war eine Messe de Gloria di Puccini in einer kleinen Kirche in der Nähe von Sion in Wallis, Schweiz. Ich denke, ich habe sicher dieses Geld getrunken. Das ist sicher. Aber ich war immer sehr, sehr vorsichtig mit Geld, weil ich weiß, dass es gehen kann, eine Karriere ist ganz fragil. Und ja, ich spare viel, weil ich denke, das ist besser für die Zukunft und wir wissen nicht, eine Karriere ist ganz, wie sagt man, fragil auf Deutsch? Zerbrechlich. Zell? Zerbrechlich oder empfindlich. Dann, das ist warum, ja, ich habe das immer, immer ein bisschen gemacht, mehr heute, weniger bevor, weil vielleicht die Gage waren kleiner, aber heute, ja, ich sehe, das ist nötig und ich denke, das ist kluger. Das zu machen und ich hätte gesagt, ob ich kann mit mir selbst, 20 Jahre alt, mitreden. Ich hätte gesagt, mach das mehr, weil das ist besser für die Zukunft. Gibt es einen Rat, den Sie mal bekommen haben, ob nun von einem anderen Sänger, ob von einem Dirigenten oder einem Regisseur, einen guten Rat, wo Sie gedacht haben, das merke ich mir jetzt für den Rest meines Berufslebens? Ja, ein. Ich habe gehört, wenn ich war 14 Jahre alt, ein alter Mann, Freund von meiner Familie, hat gesagt, die liebte Oper und Sänger, hat gesagt, das ist sehr einfach ein, ich muss das auch aus Französisch zum Deutsch übersetzen. Es ist sehr, man muss die Tendanz kreieren und nicht das Event. Das ist sehr einfach ein Event zu machen. Aber das ist sehr schwer, eine Tendanz lange Zeit zu erhalten. Und das habe ich gehört und ich war 14 Jahre alt. Ja, weil wenn man ein großes Event macht, mit toller Gesang und toller Technik und toller Hochnoten, dann, das ist die Tendanz. Das muss jede Vorstellung sein. Und das ist sehr, ich habe das gefühlt in meiner Karriere, eine Vorstellung, wo ich kann alles geben. Zu viel, viel zu viel, 150 Prozent, aber ich kann nicht die sieben Vorstellungen machen. Ich muss klug sein, wir müssen, man muss klug sein und wissen, wie die Beste zu geben, ohne sich, wie sagt man, burn, zu brennen, zu verbrennen. Und das war ein sehr guter Rat, weil ich habe das immer gedacht, kann ich eine tolle Vorstellung machen? Ja. Aber kann ich sieben Vorstellungen so machen? Ich denke, ich muss kluger sein, ich muss vorsichtig sein, weil dann eine Karriere ist ganz kurz. Aber vorsichtig sein und Sänger, das ist so ein Widerspruch in sich, ne? Ja, Vorsichtig ist ein Konzertsänger, wir sind auf der Bühne und die Stimme kann heute zum letzten Mal da sein, hoffentlich. Wenn Sie jetzt auf Ihre Karriere zurückblicken, dann haben Sie ja schon wahnsinnig viel erreicht. Also sind Sie jetzt schon in einer Phase, wo eigentlich gar keine Wünsche mehr noch da sind, weil Sie jetzt schon in der Bonusrunde sind und Erfolge immer nur noch wiederholen können? Oder gibt es noch einen Wunsch, den Sie haben, wo Sie sagen, ums Verrecken, das will ich noch schaffen? Ich denke, dass es sehr schwierig ist, alles zu machen und gut, eben in 20 Jahren, weil in der Open-Welt, gibt es viele Opern der Welt, ja, höchsten Niveau, Great Slam, die großen Open-Häuser sind toll, aber gibt es Open-Häuser in Südamerika, in Asia, in Australien und man kann nicht alles machen, das ist wichtig. Und es gibt viele Sachen, die wir als Opernsänger nicht denken, dass es eine andere Welt gibt. Es gibt eine Konzertwelt, es gibt diese Liederabendwelt. Und dann, wenn man sich in diese anderen Welten öffnet, man sieht ganz schnell, dass das Leben zu kurz ist. Und ich freue mich, neue Repertoire zu singen. Eben wiederzukommen in Wiener Staatsoper oder Musikverein oder Konzerthaus oder Philharmonie de Paris, El Philharmonie, ich freue mich wiederzukommen, neue Sachen zu singen, nein, ich freue mich, ich freue mich. Aber gibt es ein Risiko? Ein Risiko ist diese Press-Repeats. Der Press-Repeat ist das, ach, eine neue Traviata, ach, eine neue Boheme. Und das ist ein Risiko, das ist, warum ich nicht mehr singe Traviata zum Beispiel. Weil ich habe das so viel gesungen. Ich dachte, ich muss nicht auf der Bühne sein, ob ich das Gefühl habe, dass es langweilig ist. Und ich sehe das mit vielen Kollegen, die sagen, ach, noch eine Tchinerentola, ach, noch eine Barbiere, ach, noch ein Lohengrin, ach, okay. Wenn man fühlt das, ich denke, dass man muss nicht auf der Bühne sein, soll nicht auf der Bühne sein. Man muss wirklich auf der Bühne sein, wenn es eine Urgence, eine Passion und, sich freuen, sagt man das. Und ich freue mich manchmal, ich freue mich weniger für das und das und das aber ich freue mich, weil das ist vielleicht ein. Neues Publikum ich freue mich sehr ich fahre diese Spielzeit in Princeton University University of Virginia Puerto Rico in, Buenos Aires Teatro Colón Teatro Municipal de Lima die sind nicht die größte Halle für Oper oder für Konzerten. Aber das war toll, ein neues Publikum zu treffen. Jetzt fällt mir dazu noch eine blöde Frage ein, weil wo immer ich hinfahre, ich besorge mir immer Kühlschrankmagnete, also Fridge-Magnets. Machen Sie auch so einen Quatsch, wenn Sie irgendwo sind, das erste Mal? Was kann ich sagen? Vielleicht, aber vielleicht, ich sehe nicht. Ich bringe Sachen zurück, meine Frau, meine Tochter, die Mutter von meiner Tochter, weil meine Frau und die Mutter von meiner Tochter sind zwei verschiedene Personen. Zum Beispiel, wenn ich bin, nein, nicht für mich selbst, aber für Leute, zum Beispiel, ich bin in Wien, ich bringe zurück Imperial- und Sachertorten, für meine, und Würfel für meine Freunde aus, ich denke aus Frankreich, vielleicht Wein oder Käse, aber immer für die anderen Leute, ich finde es immer toll, ich kann das haben, sehr einfach, weil ich reise viel, aber für die Freunde, für die Familie, die reist weniger, Das ist immer mein Weg, um ein bisschen diese Leute mitzubringen. Wenn ich Dirigent wäre, ich würde manche Stücke nicht mit der Kneifzange anfassen. Ich kann Carmina Burana von Orff nicht ausstehen. Das würde ich nie dirigieren, wenn ich Dirigent wäre. Gibt es Musik oder einen Komponisten, wo Sie sagen würden, im Leben nicht werde ich das singen? Gibt es Zeugs, was Sie wirklich nicht ausstehen können und sagen, das kann jeder andere singen, aber ich nie? Ich denke, vielleicht, ich weiß nicht, ob Messia hat für Stimme komponiert, Aber ich denke nicht, dass es meine Musik ist, um zu singen. Schönen Berg, kompliziert. Ja, ich denke, gibt es Musik, die ich werde nicht singen? Nicht, weil ich denke, das ist nicht interessant oder schön. Ja, ich finde, es gibt Musik, das ist schöner als andere. Aber vielleicht nur, das ist nicht meine Musik, das ist nicht, wie ich will die Musik. Ich liebe Eleganz in Linie, ich liebe Legato, ich liebe romantische Musik. Von Puccini, Verdi, Masné, Gounod, Bizet, aber auch Wagner und Strauss. Und Strauss ist kompliziert, sehr kompliziert, um zu lernen. Aber ich liebte Capriccio zu singen. Flamand in Capriccio war eine tolle Erfahrung für mich. Matteo in Arabella nicht. Das will ich nicht mehr singen. Gut, aber Sie haben, um mal zum Abschluss zu kommen, Und Sie haben dann jetzt Gelegenheit, genau das zu tun, was Sie demnächst machen. Sie haben im Juni, jetzt im Juni am 10. haben Sie das Konzert hier in Hamburg in der Elbphilharmonie mit der Nordwestdeutsche Philharmonie. Und es gibt nur so ein schönes Buffet Franz-Französischer Oper. Französische und Italienische auch. Okay, wunderbar. Dann sind Sie im Juli in Salzburg. Da gibt es den Werther, Konzertan. Ja, Konzertan mit Alain Tino Blu, ja. Und Sie sind im September in Bremen beim Musikfest. Da gibt es Du's France, also ein Liederabend. Also auch das noch? Es wird eine Mischung. Ich werde nicht das ganze Du-se-France-Album singen. Ich werde auch vielleicht von deutschem Repertoire und italienischem Repertoire singen. Aber 60% wird französischem Repertoire. Gut, jedenfalls haben Sie gut zu tun und ich freue mich darauf, Sie zu hören. Und womöglich, hoffentlich, reden Sie mit Herrn Kratzer, dass noch ein Platz frei sein soll für Sie im Spielplan. Ja, ich möchte gern. Dann auch hier in der Oper und möglichst flott und möglichst off. Vielen Dank. Vielen Dank. Danke. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de.