Latest / Augstein & Blome / Gen Z: Ist das alles nur Selbstmitleid?
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- 0:03Augstein, Sie sehen mich außer Atem. Ich bin die Treppen hochgelaufen,
- 0:08schneller als der Aufzug, faster than the speed of sound.
- 0:12Es ist eine Developing-Story in der Stadt, die immer größer wird.
- 0:17Oh, Backeblume, ja, ich weiß schon, worum es geht, aber spielen wir erstmal
- 0:21das Intro und dann mit die Spannung noch ein bisschen weiter steigen.
- 0:24Ich weiß noch nicht, worum es geht, ich will es jetzt auch wissen.
- 0:27Dann spiel das Intro, Ivy. Ich warte bis aufs Intro.
- 0:51Also Blome, was haben Sie uns denn mitgebracht? Herzlich willkommen zu unserem
- 0:55Podcast erstmal übrigens.
- 0:57Ich habe auch ein herzliches Willkommen mitgebracht und eben die Geschichte
- 1:01von Elif Eralb, der Wahlsiegerin der Linken, anders kann man sie nicht nennen.
- 1:06Und wenn das hier nach normalen, wie soll man sagen, dem klassischen Weg gehen
- 1:09würde, dann wäre sie demnächst regierende Bürgermeisterin in der Hauptstadt
- 1:14der drittgrößten Volkswirtschaft des Planeten, des bewohnten Planeten.
- 1:19Aber nun hat der Spiegel,
- 1:26herausgebracht, dass sie offenkundig echte Angst hat vor Islamisten,
- 1:34radikalen, gewaltbereiten Palästinenser-Freunden in ihrem eigenen Parteiumfeld.
- 1:40Namentlich einen Mann, der auch auf der Wahlparty, auf der Siegeswahlparty ihrer
- 1:47Partei dann war und in dem Gespräch, das das Spiegel geführt hat mit Frau Eralb,
- 1:54wollte sie diesen Namen nicht nennen, beziehungsweise hinterher wollte sie den
- 1:56Namen nicht mehr genannt wissen, weil sie offenkundig, wie sich dann aus internen
- 2:01Notizen ergibt, sie Angst vor diesem Milieu hat, Angst vor diesen Menschen hat,
- 2:05Angst um ihre Familie hat und damit finde ich.
- 2:10Wird offenkundig, wird erkennbar, dass sie aus irgendwelchen Gründen erpressbar ist.
- 2:14Ja, Blume, ich tue mich jetzt ein bisschen schwer mit dieser Geschichte aus
- 2:16ganz vielen verschiedenen Gründen.
- 2:19Sie ist im Spiegel. Eine ist, ja, ich weiß, sie steht im Spiegel,
- 2:24aber ich finde die Geschichte echt schwierig.
- 2:27Einigen wir uns doch mal darauf, dass Frau Ehrer ihre Bürgermeisterqualitäten
- 2:32gerade in diesem Fall nicht so besonders unter Beweis gestellt hat.
- 2:34Darin stimme ich ihnen unbedingt zu.
- 2:36Aber es ist vielleicht nicht so sehr wegen ihrer angeblichen Kontakte,
- 2:41ins kriminelle Milieu oder ihrer Angst vor irgendwelchen Bandenmitgliedern oder
- 2:45dem schlimmen, schlimmen Antisemitismus der Linken, sondern es ist die krachende
- 2:49Unprofessionalität, mit der offensichtlich in diesem Haus gearbeitet wird.
- 2:53Denn was vielleicht eben ganz kurz in ihrem Bericht nicht so ganz deutlich wurde,
- 2:56was man informationshalber für die Zuhörerinnen und Zuhörer sagen sollte,
- 2:59ist, der Spiegel hat ein Interview mit ihr geführt und das wurde dann intern
- 3:02hin und her geschickt auf der Seite von Erev Eralb,
- 3:05mit Anmerkungen versehen und ihre Anmerkungen stehen dann am Rand und dieses
- 3:11Dokument ist zurückgeschickt worden an den Spiegel.
- 3:13Ich meine, blöder wird es dann auf diesem Planeten ehrlich gesagt nicht mehr.
- 3:17Aber Augstein, jetzt hören Sie doch auf, an der B-Note rumzuholen.
- 3:20Das ist nicht die B-Note, für mich ist das die A-Note.
- 3:23Das ist die B-Note. In der Tat ist das natürlich ein handwerklicher, drastischer Fehler.
- 3:27Aber er legt halt etwas offen. Und ob es jetzt ein Whistleblower ist,
- 3:30ein handwerklicher Fehler oder der Heilige Geist, der so eine Geschichte,
- 3:35einen solchen Zusammenhang offenlegt, ist doch letztlich egal.
- 3:40Hauptsache die Geschichte stimmt und sie stimmt.
- 3:43Die Frau hat, muss oder warum auch immer Angst vor diesem Milieu,
- 3:48dass ihre Partei selbst gerufen hat. vielleicht hat ihre Partei dieses Milieu
- 3:52auch groß gemacht oder vielleicht hat dieses Milieu ihre Partei auch groß gemacht.
- 3:57Moment, Moment, Moment. Auf alle Fälle hat sie Angst und eine regierende Bürgermeisterin,
- 4:03den Namen eines stadtbekannten Islamisten, von dem man sich gut fragen kann,
- 4:07warum der hier eigentlich noch rumläuft,
- 4:10nicht aussprechen mag, nicht namentlich beim Namen nennen will,
- 4:14die ist offenkundig unter einem solchen Druck, dass sie dann auch keine gute
- 4:18regierende Bürgermeisterin werden kann.
- 4:20Es geht nicht um ihre Qualitäten, es geht um die Lage. Das ist alles so ausgedacht
- 4:24und so doof und so konstruiert.
- 4:26Natürlich sollen sie den Namen von diesem Mann nicht nennen,
- 4:29weil was soll das? Erstens macht man ihn dadurch wichtiger, als er wahrscheinlich ist.
- 4:33Zweitens rät das BKA, das kann man jetzt ja schon alles nachlesen,
- 4:38in solchen Situationen bei unklarer Bedrohungslage oder ich weiß nicht,
- 4:41ich weiß eh davon ab, Leute namentlich zu nennen, weil das die Sache immer noch schlimmer macht.
- 4:45Aber es ist einfach eine handwerkliche Frage.
- 4:47Dass sie über sowas so lange nachdenken muss. Sie scheint einfach sehr unerfahren
- 4:51zu sein. Können wir uns darauf einigen, diese Frau ist unerfahren. Ach so, echt?
- 4:56Liegt es vielleicht daran, dass sozusagen die Linken gerade hier auch in Berlin
- 4:59in der letzten Zeit gar nicht so viel Gelegenheit hatten, erfahrenes politisches
- 5:02Personal hervorzubringen, insbesondere erfahren, was Landesregierungen angeht?
- 5:06Sie haben an mehreren Landesregierungen teilgenommen. Entschuldigung,
- 5:10mich ärgert diese Geschichte echt maßlos.
- 5:13Kann es sein, dass viele Leute die Linkspartei gewählt haben,
- 5:15weil sie eine andere Form von Politik macht, als die bisherigen tollen Mitte-Parteien,
- 5:20die hier immer so gelobt werden?
- 5:21Die Grünen, die SPD und die CDU. Dass die Grünen inzwischen zu den Mitte-Parteien
- 5:25zählen, da würde ich mich so schämen dafür. Aber so ist es halt,
- 5:28selber schuld, kann ich nur sagen.
- 5:30Und diese Parteien haben doch die Stadt in den Dreck hineingeführt,
- 5:34in dem sie sich befindet. Diese Parteien haben diese Wohnungsmisere hier verursacht,
- 5:38die dann dazu geführt hat, dass so viele Leute die Linkspartei hier gewählt haben.
- 5:42Und Entschuldigung, aber das mediale, und jetzt muss man es dann doch mal so
- 5:45ganz deutlich sagen, das mediale Milieu dieser Parteien tut jetzt,
- 5:49was es kann, um hier diese Linksbürgermeisterin irgendwie so wegzuschießen.
- 5:53Und zwar ehrlich gesagt wirklich mit fragwürdigen Methoden.
- 5:56Es wird immer auf dem Antisemitismus rumgehackt, der wirklich eine finstere
- 5:59Chimäre ist, ein ausgedachtes Problem, was längst nicht so groß ist, wie hier die Leute tun.
- 6:04Und jetzt wird noch diese in der Tat peinliche, krasse, handwerkliche Panne
- 6:09hervorgeholt, um zu zeigen, dass die Frau nicht fähig ist für dieses Amt.
- 6:12Wissen Sie, wie man das nennt, Blume?
- 6:13Sie waren mal bei einer Zeitung, die sich damit gut ausgekannt hat.
- 6:16Kampagne, das nennt man eine Kampagne. Also erstens würde ich für das Protokoll gerne festhalten,
- 6:22dass das Antisemitismusproblem der Linkspartei, der bestimmter Teile,
- 6:27wichtiger Teile der Linkspartei in Berlin nicht ausgedacht ist, sondern manifest ist.
- 6:33Die Partei scheitert gerade daran, die renitenteste Vertreterin dieser Gruppe,
- 6:38dieser Gruppierung, dieses Parteiteils aus der Partei zu werfen,
- 6:41weil man es eben dann doch nicht will.
- 6:42Denn wenn man es wollte, dann würde man es tun.
- 6:45Aber nein, das will man, ein bisschen möchte man, aber dann auch irgendwie nicht.
- 6:48Und diese Frau möchte ein bisschen eine Erklärung unterschreiben,
- 6:52die sich davon distanziert, von antisemitischen Vorgängen und Vorfällen,
- 6:55aber dann auch wieder nicht.
- 6:57Das ist schon mal eines. Das würde schon lagen zu sagen, ey Leute,
- 7:00wollen wir wirklich das dirigieren?
- 7:03Jetzt kommt noch was Neues hinzu. Wir haben uns doch alle gefragt,
- 7:07warum kommt ein stadtbekannter Islamist und dazu noch ein stadtbekannter Clanchef
- 7:13auf die Wahlparty der Linken?
- 7:16Wie kommen die da hin und warum? Und die Antwort ist doch jetzt ein ganzes Stück
- 7:20klarer. Also Erkenntnisgewinn durch diese Geschichte, weil die ihr Revier markiert haben.
- 7:26Weil die gesagt haben, ihr gehört jetzt uns. Ach, das sind doch ihre Fantasien.
- 7:31Und nun stellt sich heraus, dieser Verdacht wird erhärtet durch diese Äußerung,
- 7:41diese Selbsteinschätzung von, oh Gott, oh Gott, ich kann das nicht machen, weil dann,
- 7:45fühle ich mich bedroht von der Spitzenkandidatin selber.
- 7:48Und was das jetzt für die anderen Parteien bedeutet, denn, naja,
- 7:52wenn ich mich richtig erinnere, ah ja stimmt, es waren nur 25 Prozent,
- 7:56die die Frau gewonnen hat, die die Linke hier gewonnen hat. Sie braucht zwei Koalitionspartner.
- 7:59Und wenn die nicht mehr wollen, dann ist das auch demokratisch.
- 8:02Das ist keine Kampagne, das ist der Versuch, eine Regierung zu bilden,
- 8:06die durch die Partei, die die Wahl relativ mit 25 Prozent gewonnen hat, massiv erschwert wird.
- 8:12Die schießen sich gerade selber die Beine weg. Wissen Sie.
- 8:16Das, was ich so schwierig finde an der Geschichte ist, Sie arbeiten jetzt mit
- 8:20lauter, das sind lauter Begriffe und so Memes, die hier Sie in die Diskussion
- 8:24werfen, von denen Sie so tun, als seien die jenseits jeder Debatte,
- 8:30Tatsachen. Sie tun so, als würden Sie mit Tatsachen handeln.
- 8:33Ich sehe das anders. Ich glaube, dass der Antisemitismusstreit in der Linken,
- 8:36da geht es nicht darum, ob die Juden mögen oder nicht, sondern da geht es um
- 8:39das Verhältnis zu Israel und zu israelischen Besatzungspolitik und zu israelischen Kriegspolitik,
- 8:45die offensichtlich so schlimm war in Gaza, dass Netanjahu wegen des Verdachts
- 8:49auf Völkermord und Kriegsverbrechen.
- 8:52Mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wird.
- 8:54Ich verstehe Sie überhaupt nicht, was Sie hier gerade reden.
- 8:57Merken Sie nicht sozusagen, dass die Instrumentalisierung dieses Themas,
- 9:01sie ist sowieso alt, ich kenne das, ich weiß das,
- 9:04das Antisemitismus-Thema wird schon seit Jahren, seit 20 Jahren instrumentalisiert,
- 9:09um linke israelkritische Stimmen in diesem Land zum Schweigen zu bringen.
- 9:13Okay, daran haben wir uns jetzt gewöhnt.
- 9:15Aber das Ausmaß, das das angenommen hat in Berlin, um jetzt eine linke Regierung
- 9:19hier davon abzuhalten, eine andere Politik in der Stadt zu machen,
- 9:23das ist wirklich erschreckend.
- 9:24Und wenn dann, ich sag's jetzt nochmal, diese Mitte Medien, und das ist ja nicht
- 9:28nur der Spiegel, das sind ja die anderen Zeitungen auch, wirklich versuchen
- 9:31aus allen Rohren zu feuern, um diese Regierung zu diskreditieren,
- 9:34noch bevor sie überhaupt angefangen hat. und zwar immer mit dem Antisemitismus-Vorwurf,
- 9:38dann lesen Sie mal den Artikel.
- 9:39Frau Iralb hat sich vor allen Dingen darüber aufgeregt, dass offensichtlich
- 9:42die Hälfte dieses einstündigen Interviews zum Thema Antisemitismus ging und
- 9:45gar nicht zum Thema Mieten.
- 9:46Fragen Sie mal die Leute draußen auf der Straße, was die Leute interessiert.
- 9:49Meinen Sie, die Leute interessiert das Verhältnis zu Israel oder interessiert
- 9:52die Leute die Frage, ob sie bezahlbare Wohnungen in dieser Stadt haben?
- 9:55Aber lieber Kollege Augstein, Sie waren doch auch mal Journalist.
- 9:57Mag ein bisschen her sein.
- 10:00Diese schrecklichen Journalisten fragen das, was sie interessiert und gucken
- 10:03dann und hoffen dann, dass es ihre Leser auch interessiert. Wenn es nicht der
- 10:06Fall ist, dann gehen sie baden, dann wählt die Auflage, sinken die Einschaltquoten,
- 10:10dann haben sie einen Fehler gemacht.
- 10:11Aber so lange fragen sie, was sie fragen wollen und nicht das,
- 10:14was der Gefragte gerne gefragt werden möchte.
- 10:18Hat die Bild-Zeitung nie Kampagnen gemacht? Hat die Bild-Zeitung immer nur das
- 10:21gemacht, was ihre Leser wollten? Hat sie nie das gemacht, was man sich redaktionell
- 10:25politisch auf die Fahnen geschrieben hat? Lieber Kollege Blome,
- 10:28Sie waren doch auch mal bei der Bild-Zeitung. Sicherlich.
- 10:30Das beantwortet nur keinerlei der Fragen, die ich gerade gestellt habe.
- 10:33Also, natürlich ist diese Frau, Eralb, weil sie gerade so eklatante Schwierigkeiten
- 10:39haben, eine bekennende Israel-Hasserin aus den Parteireihen zu werfen, obwohl sie es will.
- 10:45Sie selber hätte sie gerne draußen, die Frau Emde, und schafft es nicht.
- 10:50So, und da geht es übrigens nicht um die Frage von ich weiß nicht was,
- 10:52sondern da geht es sehr konkret um das Existenzrecht des Staates Israel.
- 10:55Nein, es tut nicht, das ist eine Lüge. Entschuldigung, sie hat gesagt,
- 10:58kein Staat hat ein Existenzrecht, Menschen haben ein Existenzrecht.
- 11:00Ja, das betrifft dann aber Dänemark genauso. Hören Sie doch auf, das hat so einen Bart.
- 11:06Ich habe nicht das Gefühl, dass Frau Emde eine Dänemark-Expertin ist,
- 11:10aber sie ist eine selbst erklärte Nahost-Expertin.
- 11:13Und darum konnotiere ich in der Tat diese Äußerung auf den Nahen Osten und nicht
- 11:17auf den arktischen Polarkreis. Gut, das ist aber Ihre Interpretation,
- 11:19das ist nicht das, was Sie gesagt haben.
- 11:20Blome, während wir hier unseren, ich möchte sagen, hartnäckigen Kampf um die
- 11:24Wahrheit führen, ist es ja so, dass Frau Eralb selber demnächst vor den Kameras steht.
- 11:28Wir warten jetzt mal ab, was sie sagt und reden vorher über was anderes und
- 11:31kommen dann zu diesem Thema zurück. Das ist total live, was wir hier machen,
- 11:34aktuell. Aber wir betten diesen Streit um Frau Eralb ein in das,
- 11:40womit sie die Wahl gewonnen hat.
- 11:42Nämlich zum Beispiel ja mit der
- 11:43Mietenfrage, also wie kriegt man das Mietenproblem in dieser Großstadt,
- 11:48in dieser Metropole namens Berlin in den Griff und gewählt wurde die Linke ganz
- 11:55stark auch in den jüngeren Altersjahrgängen, in den jüngeren Kohorten,
- 12:00ich glaube bei den unter 25-Jährigen sogar zu 50%.
- 12:04Weil sie Bock hatten auf eine richtig radikale Lösung. Ich finde übrigens,
- 12:09dass ein Schuss durch beide Knie in die beiden Füße auch eine richtig radikale Lösung ist.
- 12:13Und es fügt sich am Wochenende, soll hier große Jugenddemo, junge Leute Demo
- 12:21sein, wegen vermeintlicher oder tatsächlicher Perspektivlosigkeit.
- 12:27Gut, was ich interessant finde, ist, dass die Debatte, ob hier Enteignung und
- 12:30Vergesellschaftung und so hier total durcheinander läuft, weil die meisten Leute
- 12:33gar nicht wissen, dass das zwei verschiedene Sachen sind und um an seinen Infoauftrag zu sprechen.
- 12:39Mal nachzukommen, sollten wir hier mal ein paar Fakten vielleicht vermitteln.
- 12:43Also, es ist nicht so, dass alle reichen Leute in Berlin enteignet werden sollen,
- 12:47erstens, ja, also Entwarnung da draußen nach Zehlendorf, Grunewald und so weiter,
- 12:54sondern, wie wir es hier neulich schon gesagt haben, wer über 10.000 Wohnungen
- 12:57sein eigen nennt, der könnte vielleicht,
- 13:00die Vergesellschaftung, das ist was anderes, beide Sachen, Enteignung und Vergesellschaftung,
- 13:04stehen im Grundgesetz, das eine ist Artikel 14 Absatz 3, das andere ist Artikel
- 13:0815, zwei verschiedene Sachen.
- 13:11Das Entscheidende... Wollen Sie kurz in zwei Sätzen erläutern,
- 13:13was der Unterschied ist aus Sicht desjenigen, der die Wohnungen hatte?
- 13:18Genau. Enteignet können sie zum Beispiel werden, wenn durch ihre Wohnungen,
- 13:21zum Beispiel angenommen durch ihr Wohnzimmer wird eine Autobahn gebaut,
- 13:24was jetzt nicht mehr so häufig vorkommt, aber es kann dann sein.
- 13:26Oder es ist praktisch ein Windpark, wird praktisch auf ihr Schlafzimmer oder so.
- 13:30Dann wird ihr einzelner Vermögenswert enteignet, ein bestimmtes Grundstück.
- 13:35Vergesellschaftung ist etwas anders. Dann werden ganze Wirtschaftszweige Produktionsmittel,
- 13:40Grund und Boden, Naturschätze sozusagen werden vergesellschaftet.
- 13:43Das ist deshalb interessant, weil Aus der Sicht desjenigen, der die Sache hatte,
- 13:48hatte ich gefragt. Das ist deshalb ganz einfach, weil die Enteignung betrifft
- 13:52tatsächlich einzelne Personen, die Vergesellschaftung betrifft meistens.
- 13:57Überindividuelle Körperschaften, Firmen, Institutionen, Konzerne.
- 14:01Ich versuche es jetzt ein allerletztes Mal. Oder nochmal, wenn Sie jemanden
- 14:04haben, wenn Sie jemanden, eine einzelne Person kennen, die 10.000 Wohnungen
- 14:06besitzt, kann es sein, dass der auch betroffen ist.
- 14:09Ich kenne aber niemanden. Ich versuche es ein allerletztes Mal.
- 14:12Bei der Vergesellschaftung darf ich es behalten und bei der Enteignung bin ich
- 14:15es los oder umgekehrt? Ah nein, los sind sie es in beiden Fällen. Jetzt haben wir es.
- 14:20Los, sind wir jetzt in beiden Fällen. So, und jetzt können Sie weitererzählen.
- 14:25Es ist wichtig, Entschuldigung, es ist auch gar nicht so lustig.
- 14:27Bei der Enteignung wird normalerweise zu Marktwert.
- 14:31Vergesellschaftenung, Vergesellung.
- 14:36Ich finde es interessant, dass alle Leute immer das Grundgesetz und das ist
- 14:39doch unsere Bibel und das unterscheidet uns von allen anderen,
- 14:44von den Russen und von den Chinesen. Wir haben doch dieses tolle Grundgesetz
- 14:48als Erfahrung, der schlimmen deutschen Vergangenheit. Haben wir das Grundgesetz?
- 14:51Und jetzt finden sich im Grundgesetz diese Artikel 14 und 15,
- 14:55übrigens relativ weit vorne.
- 14:56Man kann sagen, die stehen verblüffend weit vorne.
- 14:59Meinen Sie, das ist nach Ranking?
- 15:02Ja gut, der Artikel 1, der steht da nicht umsonst von. Vielleicht sollten Sie
- 15:06hier noch wieder mal reingucken.
- 15:08Die stehen da jetzt halt drin, diese beiden Artikel. Aber irgendwie so,
- 15:10ja nee, so richtig und so.
- 15:12Und nochmal, enteignet wurde in Deutschland immerzu vergesellschaftet,
- 15:16soweit ich weiß, noch nie.
- 15:18Und zwar, großer Unterschied zur Enteignung, die nach Marktwert,
- 15:22Verkehrswert erfolgt, Vergesellschaftung kann, weil es das Allgemeininteresse
- 15:27der gesamten Bevölkerung ist, auch unter Marktwert liegen.
- 15:30Und das ist natürlich das große Thema jetzt hier. Deshalb haben auch die Vertreter
- 15:35dieser Immobilieninteressen und die Vertreter des Kapitals, die haben jetzt
- 15:39alle auch echt Angst, weil sie denken, fuck, dieser Artikel 15 GG,
- 15:43der kann uns hier richtig reinhauen.
- 15:45Und deshalb hat Alexander Dobrindt jetzt einen Gesetzentwurf gemacht,
- 15:48mit dem im Prinzip dieser Artikel 15 GG ausgehebelt werden soll.
- 15:52Das ist ein Skandal. Nur weil der Artikel 15 da steht, wo er steht,
- 15:56nämlich im Grundgesetz, heißt es ja nicht, man kann ihn jederzeit überall auf
- 16:00alles anwenden und wenn ich morgen meine, ihr Auto gefällt mir,
- 16:03dann wird das halt vergesellschaftet.
- 16:05Also eine gewisse Herleitung, eine gewisse, wie soll man sagen.
- 16:10Irgendeine Not oder dringende Notwendigkeit, Personen beziehungsweise Firmen,
- 16:15Konzernen ihr Eigentum unter Wert wegzunehmen, muss dann ja wohl schon gegeben sein.
- 16:20Das können sie ja nicht mehr nichts dienstlich einfach so machen.
- 16:24Und was Herr Dobrindt probiert, die Absicht ist erkennbar, aber letztlich verständlich
- 16:29und irgendwie auch naheliegend, ist zu versuchen auszutexten,
- 16:33welche Bedingungen von Notlage müssen eigentlich gegeben sein,
- 16:36damit man zu so einem drastischen Schwert greifen soll.
- 16:41Und das ist doch normal, das ist doch vernünftig. Naja, sein Gesetzentwurf sagt,
- 16:47es nachgewiesen sein muss, dass alle anderen Maßnahmen wie Investitionen und
- 16:51Wohnungsbauförderung ausgeschöpft sind, erstens,
- 16:53und dass zweitens die Entschädigung unmittelbar in Geld,
- 16:58zum Verkehrswert erfolgen soll.
- 17:00Also beides im Prinzip Punkte, die diese Vergesellschaftung unmöglich machen.
- 17:05Denn wie wollen sie denn nachweisen, dass tatsächlich alle Maßnahmen ausgeschöpft
- 17:10sind? Das lässt sich sozusagen schlicht nicht nachweisen. Erster Punkt.
- 17:13Und zweiter Punkt, natürlich ist die Entschädigung zum Verkehrswert auch ein echtes Problem.
- 17:17Ich meine, ich habe es hier letzte Woche schon gesagt, ich sage es nochmal,
- 17:19bei der Privatisierung war das ganz einfach. Da hat überhaupt niemand gefragt.
- 17:22Da wurde einfach verkauft und fertig und aus die Maus.
- 17:25Aber wenn man das sozusagen umdrehen will, dann wird plötzlich alles wahnsinnig
- 17:29schwierig und dann kommt halt ein CDU-Minister, der sich ein Gesetz bastelt,
- 17:33was im Prinzip diesen Artikel 15 aushebeln soll.
- 17:36Die Leute haben den damals nicht umsonst da reingeschrieben. Glaube ich.
- 17:39Das waren auch keine finsteren Kommunisten, wie man sich vielleicht denken kann.
- 17:43Auf dieser Insel, wo die sich da getroffen haben. Sie erinnern sich. Es hat einen Grund.
- 17:48Weshalb das noch nie angewandt wurde oder vielleicht in ganz,
- 17:52ganz extremen Ausnahmefällen, weil man offenkundig auch nur ganz,
- 17:56ganz, ganz selten oder noch nie in eine Lage gekommen ist, wo das,
- 18:01dieser Artikel, zu ziehen gewesen wäre.
- 18:03Am Ende, lieber Kollege Augstein, werden das die Gerichte klären.
- 18:07Am Ende wird das Bundesverfassungsgericht diesen Artikel, den es wahrscheinlich
- 18:12noch nie so richtig touchiert hat, austexten müssen.
- 18:16Und das ist auch ein normaler Vorgang, wird halt ziemlich lange dauern,
- 18:19bedauerlicherweise, das finde ich auch schade, denn ich wüsste auch gerne,
- 18:21was da geht und was da nicht geht,
- 18:23das werden wir übrigens bei ganz anderen Fragen ja auch noch,
- 18:26haben wir es kürzlich mal über diskutiert, wenn es um die Verhältnisse zwischen,
- 18:30Bundesländern und meinetwegen einem AfD-geführten Bundesland oder dem Bund und
- 18:34einem solchen Bundesland geht, da werden auch Gerichte austexten müssen,
- 18:37bestimmte Grundgesetzpassagen, die halt ausdrücken,
- 18:40Uncharted Water sind, in die man noch nie gefahren ist.
- 18:43Vollkommen richtig, vollkommen richtig. Denn nach Artikel 15 des Grundgesetzes,
- 18:46weil Sie eben gesagt haben, das offengelassen haben, tatsächlich wurde in der
- 18:50Bundesrepublik Deutschland noch nie etwas vergesellschaftet.
- 18:54Dieser Artikel ist noch nie angewendet worden. Er liegt im Grundgesetz seit 1949.
- 19:00Und wissen Sie, was das Verfassungsgericht dann wahrscheinlich sagen wird?
- 19:04Es wird den Bund beauftragen, ein begleitendes Gesetz zum Austexten der Bedingungen zu formulieren.
- 19:10Und Herr Dobrindt, the humble servant, ich spreche heute da und Englisch,
- 19:14the humble servant of us all.
- 19:17Mach das schon mal. Jetzt sagen Sie doch mal Danke, den CSU-Minister.
- 19:22Also Ihr Zynismus ist wirklich gratis heute. Offensichtlich ist das,
- 19:26was Dobrindt macht, gegen den Geist dieses Artikels. Nein, nein, nein.
- 19:30Es ist gegen den Geist von Elif Erald. Es ist gegen den Geist der Linken.
- 19:35Und das kann ich auch verstehen. Die Linke, das verstehe ich.
- 19:38Die Berliner Mietsituation ist desolat.
- 19:41Die sogenannten Mitte-Parteien hatten jede Gelegenheit, sich dieses Problems
- 19:44anzunehmen. Sie haben es nicht getan.
- 19:46Jetzt kommt die Linkspartei und man versucht von zwei Seiten irgendwie so wegzuschießen.
- 19:50Sie sind Antisemiten und Clan-Sympathisanten, das ist die eine Seite.
- 19:55Und die andere Seite ist, sie wollen den Kapitalisten echt ans Geld und wir
- 19:59müssen juristisch versuchen, das auszuhebeln.
- 20:01Das ist das, was hier passiert. Das finde ich wirklich echt skandalös.
- 20:04Das ist gegen den Wählerwillen.
- 20:05Verdammt nochmal, die Leute haben da draußen eine Wahlentscheidung abgegeben,
- 20:09die Leute wollen das. Und jetzt versucht sozusagen dieses Mittelsystem,
- 20:13was hier so versagt hat in der Stadt, mit so halbgaren Mitteln diese Wählerentscheidung auszuhebeln.
- 20:19Ich meine, das kann man natürlich alles machen, aber dann darf man sich auch
- 20:22nicht wundern, wenn die Leute sich vom Staat abwenden und Entschuldigung,
- 20:24weil sie gesagt haben, die Jugendlichen, dann dürfen sie sich auch nicht wundern,
- 20:27wenn diese Jugendlichen Steine schmeißen,
- 20:30und Autos anzünden, natürlich, wenn der Staat ihnen das Signal gibt,
- 20:33ihr könnt zwar wählen gehen und ihr habt auch ein echtes Anliegen und so,
- 20:36aber wir werden schon Mittel und Wege finden, euch um dieses Anliegen zu betrügen.
- 20:41Was jetzt noch fehlte in Ihrer Aufzählung, in Ihrem kleinen Rant,
- 20:44war the enemy of the people.
- 20:47Diese Leute sind the enemy of the people, weil sie eine Wahlentscheidung,
- 20:51Klammer auf, 25% der Leute haben diese Wahlentscheidung getroffen,
- 20:54immerhin, aber so, Klammer zu, mit Füßen treten.
- 20:59The enemy of the people. Und dann können Sie es gleich auf die Richter ausweiten,
- 21:02die womöglich sagen werden, kann schon sein, dass der Wähler gerne wollte,
- 21:06dass wir widerrechtlich irgendwas tun.
- 21:08Wir machen es aber trotzdem nicht. Es ist nämlich widerrechtlich.
- 21:11Kann schon sein, dass die AfD Stimmen bekommen hat von Leuten,
- 21:15die unbedingt wollten, mal alle Ausländer rauszuschmeißen. Scheißegal,
- 21:18was sie vorher gemacht haben.
- 21:19Das geht aber nicht, weil das ist widerrechtlich. Würden Sie dann sagen,
- 21:23aber tut mir leid, 44,4% in Sachsen-Anhalt Wollten alle Ausländer rausgeschmissen
- 21:28sehen und jetzt lassen wir mal die Richter einen guten Mann sein.
- 21:31Das nennt man Gewaltenteilung, Augstein. Gewaltenteilung. Das ist Demokratie.
- 21:36Und daran wird sich auch Elif Ehralb ihre Clans und ihr pro-palästinensisches
- 21:41Milieu gewöhnen müssen.
- 21:43Und was die jungen Leute angeht. Okay, hier reden zwei ältere Herren,
- 21:47dann wie die Blinde von der Farbe, aber wir waren ja auch mal jung.
- 21:51Kann schon sein, dass die Gen Z sich schlecht behandelt fühlt.
- 21:57Das heißt aber nicht, dass sie schlecht behandelt wird.
- 21:59So einfach ist es nicht. Nur weil jemand empört ist, hat er noch nicht recht.
- 22:04Ich würde gerne wissen, ob es wirklich stimmt, dass diese Generation keinerlei
- 22:09Chancen mehr auf Jobs hat, wie sie behauptet, keinerlei Chancen mehr auf,
- 22:13Aufstieg hat, wie sie behauptet und ansonsten sowieso das Bildungssystem mit
- 22:17Füßen getreten wird. Eine kleine Zahl nur dazu.
- 22:21Zwischen 2010 und 2025 haben sich die Ausgaben für Bildung des Bundes und der
- 22:29Länder verdoppelt auf 200 Milliarden, mehr als 200 Milliarden Euro.
- 22:36Und das ist schon eine Menge, finde ich. Blume ist ja toll, dass sie hier mit
- 22:39so Zahlen um sich werfen.
- 22:40Glücklicherweise habe ich bis vor ganz kurzer Zeit noch Kinder im schulfähigen
- 22:44Alter gehabt und kann da nur sagen, schulfähig ist gut, schulpflichtig.
- 22:48Ich kann nur sagen, also zum Beispiel hier in Berlin, ich weiß nicht,
- 22:52da ist das Geld aber irgendwie nicht angekommen, weil hier ist dauernd der Unterricht ausgefallen.
- 22:55Es gibt offensichtlich viel zu wenig Lehrer. Wenn Sie mal ein bisschen gucken,
- 22:59andere Berichte aus anderen Bundesländern, da ist es ganz genauso.
- 23:01Das Schulwesen in Deutschland pfeift natürlich auf dem allerletzten Loch,
- 23:05Die Infrastruktur ist total runter. Ich meine, wir haben jetzt gerade gesehen,
- 23:09wie in Frankreich die Leute auf die Straßen gegangen sind, weil die ganzen Schulen
- 23:12irgendwie praktisch, da regnet es rein und es gibt kein Klo und so.
- 23:15Es ist in Deutschland nicht ganz so schlimm, aber es ist fast so schlimm.
- 23:18Und wollen Sie denn warten, dass es genauso schlimm wird in Deutschland,
- 23:21damit dann die jungen Leute tatsächlich auch genauso ausrasten wie in Frankreich?
- 23:25Das ist doch unverantwortlich. Wir haben doch eine marode Infrastruktur.
- 23:29Wir haben viel zu wenig Digitalisierung in den Schulen.
- 23:31Die Jugendlichen protestieren gegen die soziale Ungleichheit, weil das ein totales.
- 23:36Das Skandalproblem ist, dass in Deutschland immer noch der soziale Aufstieg
- 23:40oder sozusagen die Position, die man hat, davon abhängt, welche Position die Eltern hatten.
- 23:44Das war schon so, als Gerhard Schröder Kanzler wurde, da hat er schon gesagt,
- 23:47er will daran was ändern und es ist nicht passiert, weil dieses Land so strukturkonservativ ist.
- 23:52Die Jugendlichen haben so viel Grund zu demonstrieren und der größte Grund,
- 23:55den sage ich jetzt noch als allerletztes, ist, dass das ganze Geld,
- 23:59was für die Rente ausgegeben wird, was ihre Generation und meine Generation
- 24:03sozusagen verpulvert, weil wir nicht länger arbeiten wollen,
- 24:05das müsste man natürlich den jungen Leuten geben.
- 24:07Wir haben hier einen krassen Generationenkonflikt in diesem Land,
- 24:10lieber Kollege Blome. Und das hat übrigens mit links und rechts gar nichts zu tun. Doch, hat es.
- 24:14Hat es. Denn da gebe ich Ihnen ja völlig recht. 10 Milliarden pro Jahr und mehr
- 24:20für die Rente. Also eine Frühverrentung, sagen wir mal so.
- 24:24Also die Älteren dürfen früher das Arbeitsleben verlassen, als eigentlich geplant.
- 24:29Fünf Milliarden für die Mütterrente, also auch ein sehr spezielles,
- 24:34wie soll man sagen, Beglückungsprogramm, das noch nicht einmal die Ärmsten der
- 24:38Armen dann wirklich erreicht, hatten wir schon ein paar Mal.
- 24:41Das ist natürlich Generationen ungerecht. Das ist weniger wichtig,
- 24:45wäre es das zu tun, als Dinge für die.
- 24:51Jüngste Generation zu tun. Da bin ich völlig Ihrer Meinung. Aber das ist linke Politik.
- 24:56Gucken Sie sich doch mal an, was die Linke für eine Rentenpolitik fordert,
- 25:00womit die Wahlkampf macht. Gucken Sie doch mal an, was der linke Flügel der
- 25:03SPD fordert. Also die schießen sich
- 25:05quasi, die drehen sich im Kreis und widersprechen sich dauernd selber.
- 25:10Und jetzt aber noch einmal zurück zu den Zukunftsaussichten.
- 25:13Sind die wirklich so viel schlechter, als sie meinetwegen für unsere Generation
- 25:18war, als wir in den Arbeitsmarkt gestartet sind?
- 25:20Oder erinnere ich mich richtig, dass wir die 60er Jahre, Boomer-Generation mit
- 25:26den mitgeburtenstarksten Jahrgängen, zu denen ich zum Beispiel zähle.
- 25:33Es aber auch nicht so ganz leicht hatten, in einen Arbeitsmarkt zu kommen,
- 25:36weil wir verdammt viele waren und es auch noch verdammt ordentlich Arbeitslosigkeit herrschte.
- 25:41Da war zum ersten Mal sogenannte Stagflation, also stagnierende Wirtschaft und auch noch Inflation.
- 25:47Ja Blum, ich will jetzt hier nicht anfangen, so wie Großvater vom Krieg zu erzählen.
- 25:51Ich glaube, der große Unterschied zwischen Ihrer und meiner,
- 25:54also erstens sind wir nicht gleich alt darauf, das ist mir wichtig. Mir ist das wichtig.
- 25:58Aber zwischen unserer Generation und den heutigen jungen Leuten ist natürlich,
- 26:02dass es bei uns dieses Aufstiegsversprechen noch gab.
- 26:04Es gab sozusagen, der Horizont war nach vorne hin offen und man hatte das Gefühl,
- 26:09da sind zwar viele Leute, die sich gleichzeitig bewerben um irgendwelche Plätze,
- 26:12weil halt die Kohorten so zahlreich waren, aber es ging irgendwie noch nach vorne.
- 26:16Da war wahnsinnig viel Dynamik und Entwicklung, die vielversprechend und zukunftsversprechend war.
- 26:22Und man hatte auch das Gefühl damals in den 80er und 90er Jahren,
- 26:25dass man die Zukunft prägen kann, dass da sozusagen, da war viel mehr Optimismus.
- 26:31Und heute sind die Leute, glaube ich, mit Grund viel depressiver und verzweifelter,
- 26:35weil sie das Gefühl haben, wichtige Entscheidungen werden im Silicon Valley
- 26:38getroffen, da sind wir hier quasi nur so in der Peripherie. Nein,
- 26:41es ist wichtig zu sagen, wo der Unterschied liegt.
- 26:43Es ist ein mentale, die Situation, in der sich die Leute befinden, ist eine andere.
- 26:47Und die Industrie in Deutschland ist sozusagen in der Kontraktion und so weiter
- 26:53und so weiter. Also die Leute haben doch nicht das Gefühl, dass sie denken,
- 26:56mir muss es besser gehen als meinen Eltern. Diese Generation fürchtet,
- 26:59uns wird es schlechter gehen als unseren Eltern.
- 27:02Augstein, lassen Sie uns mal die Polemik rausnehmen.
- 27:06Das Aufstiegsversprechen. Also jetzt mal übersetzt, und so haben Sie es ja eben auch übersetzt.
- 27:12Mir, dem Jungen, haben mir meine Eltern versprochen, soll es mal so gut gehen
- 27:16oder gar noch besser gehen als meinen Eltern.
- 27:20Das ist der Klassiker. Ludwig Erhard und so weiter und so fort.
- 27:23Das ist aber auch ein sozialdemokratisches Versprechen.
- 27:25Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass dieses Versprechen zu erfüllen naturgemäß schwieriger wird,
- 27:33Wenn es über Jahrzehnte schon erfüllt worden ist, also klassisches Beispiel,
- 27:36als wir Abitur gemacht haben, lag das bei 20 Prozent, maximal 25 Prozent, glaube ich.
- 27:44Und inzwischen, in den Jahren seitdem, ist diese Quote auf 50 Prozent angestiegen.
- 27:52Jetzt können wir uns alle miteinander fragen, wollen wir auf 75 gehen?
- 27:54Macht das Sinn? Ist das möglich? Zu welchen Bedingungen?
- 27:57Und sagt das noch dasselbe über die Gesellschaft und die Aufstiegschancen aus,
- 28:03wie der Schritt von 25% auf 50%?
- 28:05Das können Sie jetzt anwenden auf das Zweitauto, auf das Eigenheim.
- 28:09Überall sind die Quoten, wenn man so will, der Wohlstand gewachsen.
- 28:13Das heißt, das Niveau zu halten bzw. zu übertreffen, wird klassisch immer schwieriger.
- 28:21Oder sehe ich das falsch? Sie haben Tomaten auf den Ohren. Das ist gar nicht
- 28:25das Problem dieser Leute. Die haben Angst abzusteigen, Abstiegsangst.
- 28:28Das ist nochmal ganz was anderes.
- 28:29Ich finde, das sollten Sie mal nicht so kleinreden. Ich glaube nicht,
- 28:32dass die Generation unserer Kinder...
- 28:35Darf ich nochmal einmal dazwischenfragen? Also in dieser Rechnung,
- 28:40gerade was so Bildungspolitik angeht, die ja in irgendwelchen Formen gemessen wird, wie so Tonnage.
- 28:49Ist jemand, der aus einem Akademikerhaushalt kommt oder aus einem Abiturhaushalt
- 28:53kommt, in Anführung nur mittlere Reife macht und dann ein Handwerk erlehnt,
- 28:57ein Abstieg. Aber stimmt das heute noch?
- 29:01Ja, dieses Gespräch können Sie dann ja mal führen mit jemandem,
- 29:03der 22 ist, von der Uni kommt und jetzt gerade irgendwie so einen Job sucht,
- 29:08der angefangen hat, irgendwas zu studieren. Irgendwie, die fangen ja heute schon
- 29:11so früh an, weil die Schule kürzer ist. Weil sie nicht zur Bundeswehr müssen.
- 29:15Oh, übrigens auch ein Thema, das wir gleich nochmal reden können.
- 29:18Und gedacht hat, irgendwie so die ganze Welt steht ihm offen und jetzt irgendwie
- 29:21so merkt, nee, keiner stellt ein, keiner weiß, wie das mit der KI weitergeht und so weiter.
- 29:26Ich weiß nicht, keine Ahnung. Ich finde nicht, dass es ein Grund ist,
- 29:30bei Bulgari die Scheiben einzuschlagen und mit dem Schmuck abzuhauen,
- 29:33wobei das natürlich immer ein lohnendes Projekt wäre, aber davon mal ganz abgesehen.
- 29:37Liebe Kinder, liebe Kinder da draußen. Nicht zum Nachmachen.
- 29:39Hier spricht Onkel Nikolaus. Macht das nicht.
- 29:42Nein, macht das nicht. Der Kollege Augstein hat lange Jahre seines Lebens gesiebte
- 29:47Luft geatmet und das war nicht gut für ihn.
- 29:51Wo Sie gesagt haben, Bundeswehr. Ich kann es nochmal sagen, ich war bei der Bundeswehr und.
- 29:57Es hätte schlimmer kommen können. Es war nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte.
- 30:00Und ich hatte mir wirklich Schlimmes vorgestellt und befürchtet.
- 30:03Aber ich muss auch sagen, es war aber jetzt auch nicht irgendwie so ein besonders
- 30:06kostbares Jahr und davon profitiere ich jetzt auch nicht so.
- 30:09Hören Sie doch auf, das so zu romantisieren, die Bundeswehr und so.
- 30:12Natürlich sind diese jungen Leute auch sauer, wenn man ihnen jetzt noch die
- 30:15Wehrpflicht überhilft. Na klar, und zwar zu Recht.
- 30:18Naja, Alle, die älter sind als 33 in dieser Republik, haben der Wehrpflicht unterlegen.
- 30:27Sie waren der Wehrpflicht unterlegen und mussten gehen oder verweigern oder
- 30:30was auch immer einen anderen Dienst tun. Ich würde aber gerne nochmal auf die
- 30:34KI kommen. Ja, das stimmt.
- 30:36Gerade diese Einsteigerberufe, akademisch gebildet, haben jetzt ein Problem.
- 30:41Da sind die Zahlen der Neueinstellungen, wahrscheinlich auch aus Wachstumsgründen.
- 30:45Deutschland wächst halt oder ist zuletzt halt nicht so doll gewachsen.
- 30:49Ganz erklärlich runter, 20, 30, in manchen Bereichen vielleicht sogar noch mehr. Ja,
- 30:54Das ist ein Problem, da wird etwas, eine Prognose tritt da nicht ein,
- 30:58die Sie richtig beschrieben haben. Ich kann mir das ja nachher aussuchen,
- 31:01wenn ich das entsprechende studiert habe.
- 31:03Ja gut, live with it. Ist das nicht das normale Lebensrisiko,
- 31:07dass bestimmte Prognosen nicht eintreten?
- 31:11Und was ist die Schlussfolgerung daraus? Wer soll diese Jobs schaffen?
- 31:14Gegen wen muss man adressieren, damit diese Jobs erhalten bleiben?
- 31:20Also was nutzt eine Demonstration vor dem Kanzleramt bei der Frage,
- 31:26ob ein technologischer Wandel diese Jobs, bestimmte Sparten dieser Jobs in Teilen überflüssig macht?
- 31:32Naja, das Bildungssystem, wie gesagt, in Deutschland ist marode.
- 31:36Schau sich doch diese PISA-Zahlen an, die immer schlechter werden.
- 31:40Sie werden überall immer schlechter, aber in Deutschland ist es ganz besonders
- 31:43peinlich, weil wir halt ein Land sind, was keine Rohstoffe hat.
- 31:45Anders als die Russen können wir halt kein Gas verkaufen.
- 31:47Sondern sind sozusagen auf das Humankapital hier angewiesen.
- 31:51Und was Sie versuchen, ist die Legitimation dieser Jugendproteste,
- 31:56dieser Unzufriedenheit wegzureden. Nochmal.
- 31:59Das stimmt nicht. Im Moment, darauf möchte ich antworten. Weil Sie und ich von
- 32:02unserer Generation. Augstein, darauf möchte ich antworten. Ich diskutiere nicht die Legitimation weg.
- 32:06Will ich gar nicht. Jeder hat das Recht, auf die Straße zu gehen,
- 32:10solange er nicht dabei Bulgari entglast oder ein Auto anzündet.
- 32:14Selbstverständlich. Und besser, die Leute gehen auf die Straße,
- 32:17und machen ihrem Unmut Luft, als dass sie irgendwelche superradikalen Parteien wählen.
- 32:23Ich frage aber trotzdem, ist der Befund, auch der Selbstbefund,
- 32:28die Selbstwahrnehmung dieser Generation richtig im Sinne von nachvollziehbar?
- 32:33Und da habe ich exakt meine Zweifel. Ich verstehe manchmal nicht,
- 32:36warum diese Generation...
- 32:39Und pessimistischer ist, übrigens als erste überhaupt in der Abfolge der Generation,
- 32:44pessimistischer ist als die ihrer Eltern.
- 32:47Und zwar jetzt pessimistischer. Weil sie, ich glaube, weil sie Selbstwirksamkeit,
- 32:52das ist ja das schreckliche Wort, ein fürchterliches Wort, Selbstwirksamkeit,
- 32:55nicht so erlebt hat wie sie und ich.
- 32:58Glaube ich tatsächlich. Und außerdem hängen die alle viel zu viel an ihren blöden
- 33:01Geräten und ich glaube, die sozialen Medien brennen ihnen auch das Hirn weg.
- 33:05Aber jetzt fange ich auch an, als alter weißer Mann zu reden und wechsle hier
- 33:09noch den Kurs kurz vor Ende des Themas.
- 33:11Egal, ich bin jedenfalls auf der Seite dieser jungen Leute und wenn meine Kinder
- 33:15hier in Berlin wären, zu der Zeit würde ich ihnen sagen, geht hin zu der Demo,
- 33:18macht mit. Wenn ihr unbedingt wollt, macht mit, Kinder.
- 33:22Kommen wir aber zu einem Thema, das ist wesentlich brutaler,
- 33:24weil es auch wesentlich gesellschaftlicher ausgeladen ist. Da gibt es vier Frauen für nur einen Job.
- 33:30Ich meine, das ist hart. Das heißt, 75 Prozent der Bewerberinnen um diesen Job
- 33:35werden in die Röhre schauen.
- 33:37Dagegen ist irgendwie Schlaraffenland bei den jungen Leuten.
- 33:39Und das sind alles Frauen mittleren Alters. Wer spricht über diese Frauen,
- 33:43die sich gerade um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier mehr oder minder
- 33:46öffentlich bewerben als Bundespräsidentin.
- 33:49Denn es muss ja eine Frau sein, das hatten wir schon. Also reden wir nur noch
- 33:52über vier Frauen. Frau Klöckner, Frau Klaus, die bis dato nicht so viele kannten,
- 33:56aber die soll auch ganz toll sein.
- 33:58Frau Prien und die vierte.
- 34:03Achso, die eigentliche Favoritin. Frau Aigner aus der CSU, aus Bayern.
- 34:08Vier Frauen für einen Job. Das ist brutal.
- 34:12Kennen Sie dieses Lied von Anne Margit? Thirteen Men von 1962.
- 34:16Es ist the last night I was dreaming.
- 34:19There were thirteen men and only one girl in town.
- 34:23Okay, egal, lassen wir das. Vier Frauen, ein Job.
- 34:28Wer wird Bundespräsident? Muss es eine Frau werden? Wer wird Bundespräsidentin?
- 34:31Ja, liebe Krankenschwestern und Krankenschwesterinnen, ich bin dafür,
- 34:35dass wir eine Bundespräsidentin bekommen. Mann, Blume, was ist denn heute mit
- 34:38Ihnen los? Das ist ja schrecklich.
- 34:40Sie werden immer älter und weißer, je länger wir hier das machen.
- 34:43Natürlich können wir jetzt mal eine Frau vertragen als Bundespräsidentin.
- 34:47Sie wollen jetzt nicht sagen, dass die das irgendwie schlechter macht als die
- 34:49Bundespräsidenten, die das bisher gemacht haben. Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?
- 34:53Und Sie meinen, es gibt keine Frauen, die das können? Oder wollen Sie das jetzt
- 34:56sagen? Nein, das will ich nicht sagen. Ich will auch nicht über die Kandidatinnen
- 34:59rechten oder die Kandidatin. Ich will über die Suche richten.
- 35:03Die Suche, die sich ausschließlich nach einer Frau gesucht hat.
- 35:08Ja, das ist so. Wenn Sie eine Frau besetzen wollen, das ist so.
- 35:11Das habe ich früher, als ich noch mit solchen Fragen beschäftigt war,
- 35:14auch immer den Leuten gesagt, wenn ihr eine Chefredakteurin sucht,
- 35:17dann sucht eine Chefredakteurin und sucht nicht lauter Männer und sagt dann,
- 35:21ihr habt keine Frau gefunden.
- 35:22Das ist tatsächlich so. Also wenn man eine Frau haben will, dann muss man einfach
- 35:25eine Frau suchen. Ich frage mich, ob in diesen Zeiten und die Zeiten sind schon
- 35:29ein bisschen anders. Die Qualifikation.
- 35:32Das ausschlaggebende Kriterium, ich suche eine Frau, das Erste sein soll.
- 35:39Das Wichtigste. Ist das so?
- 35:40Denn das postulieren sie ja. Es muss eine Frau sein und dann suchen wir die beste Frau.
- 35:45Nein, wir suchen den besten Bundespräsidenten. Und das haben wir in den letzten
- 35:485.595 Jahren auch so gemacht. Es war halt immer ein Mann. Es ist erstaunlich,
- 35:55dass immer der Besten, wir suchen immer den Besten.
- 35:57Wir brauchen diese Quoten nicht, aber wir suchen einfach immer den besten Kandidaten
- 36:01für den Job, ist klar. Und es sind immer Männer. Es ist ein riesen Zufall.
- 36:03Augstein, Sie wissen doch, Augstein, Sie wissen ganz genau, dass wir nicht,
- 36:07jahrzehntelang hat dieses Land nicht nach einer Frau gesucht.
- 36:10Sie hätte eine Frau gar nicht zugelassen bei der Suche. Das ist ein total toller
- 36:13Dreh. Pass auf, Leute, das finde ich stark.
- 36:16Das wissen Sie doch ganz genau. Leute, hört zu. Bisher haben wir nur Männer
- 36:20gesucht und deshalb nur Männer gefunden. Jetzt machen wir es so.
- 36:22Jetzt suchen wir einfach den besten Kandidaten und finden trotzdem auch nur Männer.
- 36:26Hey, aber wir sind total emanzipiert, weil wenn wir eine Frau finden würden,
- 36:29würden wir die auch nehmen, aber es sind halt trotzdem nur Männer.
- 36:30Aber Sie merken schon, dass wir nur über Geschlechtergerechtigkeit,
- 36:33Emanzipation oder was immer wir darunter verstehen, reden.
- 36:36Wir reden nicht darüber, was sind eigentlich die Anforderungen,
- 36:40die veränderten, wie ich finde, an diesen Posten.
- 36:45Und dann gucken wir im gesamten deutschen Gehenpol. Ich hätte nicht gedacht,
- 36:49dass ich im Jahr 2026 irgendwie, wo ich jetzt, ich meine immer,
- 36:53fairerweise muss man ja sagen, ich werde ja bald 60, da ist ja der Spaß bekanntlich echt vorbei.
- 36:57Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Gespräch nochmal führen muss.
- 37:00Es kommt mir wirklich so vor, als wären wir irgendwie so Anfang der Nullerjahre.
- 37:03Ich sitze einem alten weißen Mann gegenüber, der sagt, ja, er findet das Wichtigste
- 37:06ist die Qualifikation und nur die soll das Kriterium sein und ob es ein Mann
- 37:11oder eine Frau spielt dann gar keine Rolle.
- 37:13Dieses Denken, jeder Mensch weiß, dass das falsch ist. Es hat sich als falsch,
- 37:16falsch, falsch herausgestellt. Das ist der Grund, warum in den DAX-Konzernen
- 37:19immer nur Männer sind. Warum in den ganzen Chefredaktionen bis,
- 37:22ich weiß nicht, ob es heute immer noch so ist, aber bis vor kurzem überall nur
- 37:24Männer saßen und so weiter. Das kann doch nicht ihr Ernst sein.
- 37:28Wir hatten eine Bundeskanzlerin, die war ehrlich gesagt, ich finde sie war keine
- 37:31gute Kanzlerin, weil ich ihre Politik nicht mochte. Aber als Politikerin war
- 37:34natürlich Angela Merkel wahrscheinlich die beste Politikerin,
- 37:38die wir hier überhaupt ich weiß gar nicht, seit wann hatten.
- 37:40Handwerklich und so. Also Also, lass es uns mit einer Frau versuchen,
- 37:44lass es uns mit Ilse Aigner versuchen. Ich habe auch nichts dagegen,
- 37:47wenn es die CSU macht. Ich habe auch heute nicht mehr so viel gegen die CSU
- 37:50wie früher. Soll sie es doch machen und Klammer auf.
- 37:52Übrigens glaube ich, wenn Ilse Aigner als CSU-Politikerin Präsidentin ist,
- 37:58senkt das die Wahrscheinlichkeit, dass jemals Markus Söder als CSU-Politiker
- 38:01Kanzler wird. Glauben Sie das nicht?
- 38:04Das glaube ich nicht, denn in dem Augenblick, wenn die CDU so runtergerockt
- 38:07ist, dass sie Markus Söder ruft, dann ist es auch Hupe ab M.
- 38:11Bundespräsidialamt zu dem Zeitpunkt eine Bayerin, ein Marsmännchen oder ein Auto wohnt.
- 38:15Das ist dann einfach vollkommen gleichgültig. Also dann sind wir halt so im
- 38:18Eimer, dann geht das beides auch. Wir hatten übrigens schon mal zwei Ostdeutsche.
- 38:21Insofern, das geht doch. Die Ostdeutschen sind im Grunde auch nur so eine Art wie die Bayern?
- 38:28Das haben Sie gesagt, lieber Kollege Augstein. Und mit dieser Frage nach tribalen
- 38:32Strukturen im Deutschland der Gegenwart, möchte ich Sie entlassen.
- 38:38Sie und Sie, liebe Hörer, an Zuhörerinnen.
- 38:43Aber wir haben noch, wir müssen noch zurück in die Aktualität.
- 38:46Wir müssen noch zurück in die Aktualität. Augstein googelt gerade vor meinen
- 38:49Augen, was Elif Eralb gesagt hat in ihrem Statement.
- 38:55Derweil wir hier gesprochen haben. Ich sehe es, pass auf. Elif Iralb hat bei
- 39:00einem Presse-Statement im Abgeordnetenhaus, hat sie gesagt, ich habe ganz klar
- 39:05gesagt, ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen.
- 39:08Aha, also dann ist ja alles doch okay, oder? Ja, das hat sie bezogen ursprünglich
- 39:13auf die von ihnen sogenannte Kampagne der scharstigen bürgerlichen Medien,
- 39:18die sie da weghaben wollen, wollten oder so unterstelltermaßen.
- 39:23So hat sie schon mal argumentiert. Das bezieht sich jetzt auch auf den Clan-Chef
- 39:26und den Islamisten, oder?
- 39:29Aber ich meine, wenn ich Ibrahim Ibrahim wäre, denn so heißt dieser Mann,
- 39:32das ist ja auch ein lustiger Name. Ich habe den Namen Voldemort,
- 39:35Voldemort, Voldemort, Voldemort. Genau, der Name, den man nicht nennen darf.
- 39:38Ich meine, gut, wenn ich Ibrahim Ibrahim wäre, heute wäre ja der schönste Tag meines Lebens.
- 39:45So viel Zuspruch, ich möchte sagen, Respekt ist doch auch in diesem Kreis eine
- 39:50wichtige Währung. Respekt habe ich doch in seinem ganzen Leben noch nicht bekommen.
- 39:55Ich meine, es ist doch toll.
- 39:58Ich küsse ihre Augen. Ja, und ich küsse dein Herz. Und das Grüße geht raus an
- 40:03den Spiegel. Tschüss, bis nächste Woche.
- 40:05Okay, auch wenn die zwei Herren sich schon verabschiedet haben,
- 40:07Elif Erepp hat ein bisschen mehr gesagt.
- 40:09Das möchte ich jetzt einfach nur der Vollständigkeit halber nochmal hier hinzufügen.
- 40:13Also sie sagt, es seien private interne Inhalte veröffentlicht worden und sie
- 40:17lasse sich von niemandem einschüchtern.
- 40:19Und dass man sich Sorgen um seine Familie macht, sei normal.
- 40:22Und sie verspricht ganz groß, sie wird sich um die Sicherheit von allen Berlinerinnen
- 40:26und Berlinern kümmern. Und dazu gehöre, dass sie mit allen Mitteln,
- 40:29die ihr zur Verfügung stehen, gegen organisierte Kriminalität und gegen Gewalt vorgehen werde.
- 40:33Und das schließe selbstverständlich alle Menschen ein, die Gewalt verherrlichen.
- 40:38Und dabei geht es ihr genauso um die individuelle wie um die soziale Sicherheit.
- 40:42Okay, und jetzt auch von mir.