Latest / LautFunk / Moralisch inkorrekt 006 Bildung TUT mir WEH
Transcript
- 0:00Moralisch inkorrekt. Ein fragwürdiger Podcast. Ein zweifelhaftes Verlassen. Total falsch. Moralisch verwerfen.
- 0:17Haben wir eigentlich einen Intro-Spruch?
- 0:20Nö. Nö.
- 0:22Nö, ne?
- 0:23Brauchen wir einen für dieses Format hier?
- 0:25Ne. Wir sind ja inkorrekt.
- 0:28Jo. Hallo Sascha.
- 0:30Hallo Thomas.
- 0:32Hallo Susanne.
- 0:34Hallo Thomas.
- 0:36Hallo Susanne.
- 0:38Hallo Sascha.
- 0:40Ich hab mir mal gedacht, ich hab mit Susanne vor ein paar Wochen telefoniert und vor ein paar Monaten telefoniert und wir hatten so die dumme Idee, weil wir immer so stundenlang miteinander telefonieren
- 0:54und auch sehr teilweise auch kontroverse Themen diskutieren mit auch manchmal halt gegensätzlichen Meinungen,
- 1:04dass das auch mal eine ganz lustige Idee wäre, wenn wir Susanne einfach mal in dieses Format hier einladen, moralisch inkorrekt,
- 1:14und mit Susanne einfach gemeinsam mal diskutieren.
- 1:18Und ich glaube Sascha, du fandest das eine gute Idee.
- 1:24Klar.
- 1:25Deswegen sind wir heute hier.
- 1:27Und lustigerweise, das muss irgendwie Gedankenübertragung sein oder Quantenverschränkung, keine Ahnung, morphisches Feld, nach Rupert Sheldrake.
- 1:38Susanne und ich haben gestern, als ich ihr beim Einrichten des Audio-Interfaces geholfen habe, haben wir so nebenbei über das Thema Bildung hier in Deutschland gesprochen.
- 1:50Und der Sascha, der von dieser Diskussion gar nichts mitbekommen hat, der hat dann tatsächlich mir vor ein paar Minuten auf unserem Slack,
- 2:02das ist unser Kommunikationsmedium, was wir halt benutzen, um Sendungen vorzubereiten, hat er mir ein Bild geschickt.
- 2:12Und auf diesem Bild, ich schicke dir das mal auf Telegram, Susanne, damit du das auch siehst,
- 2:18auf diesem Bild ist zu sehen ein Twitter-Post, wie heißen die jetzt?
- 2:24"X" heißen die jetzt, oder? Ist zu sehen ein Post von Manuela.
- 2:31Den Namen darf ich sagen, ist kein Nachname dabei.
- 2:34Ja, vor allen Dingen, es ist ja auch noch eine…
- 2:36Nee, das ist kein Twitter-Post, das ist eine Amazon-Kritik, die ist öffentlich.
- 2:41Und bei dieser Amazon-Kritik, da geht es um einen Thermometer.
- 2:46Ja, und auf diesem Thermometer, die Rezession, die sie geschrieben hat, sieht man ein Thermometer, was 21,6 Grad anzeigt.
- 2:57Dann sagt sie, dann schreibt sie hier den Text, Manuela schreibt,
- 3:02"Wie man sieht, werden 21,6 Grad angezeigt und nicht 0.
- 3:07Das heißt, wenn man zum Beispiel Milch auf 90 Grad erhitzen will, muss das Thermometer 111,6 Grad anzeigen.
- 3:13Das entspricht nicht meinen Erwartungen eines Thermometer, Leerzeichen S."
- 3:1942 Personen fanden diese Informationen hilfreich.
- 3:24Zum Thema Bildung.
- 3:27Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Dame dieses Thermometer hier auf ihrem Küchentisch fotografiert hat.
- 3:36Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Außentemperatur in ihrer Küche 21,6 Grad ist.
- 3:45Oder theoretisch könnte natürlich, ich kann das nicht genau erkennen, dieses Thermometer natürlich auch Alternativfahrenheit anzeigen.
- 3:56Aber ich würde jetzt mal sagen, bei dieser Dame hat die Bildung hier in Deutschland nicht geholfen
- 4:04oder beziehungsweise das sagt eine ganze Menge über die Bildung hier in Deutschland oder den Bildungsstand hier in Deutschland aus, oder?
- 4:12Ja klar. Vor allen Dingen, wenn ich die Milch auf 90 Grad erhitzen will, warum muss ich das dann auf 111 Grad anzeigen?
- 4:22Also wenn das hier Grad Celsius sein sollen, dann ist die Außentemperatur 21,6 Grad.
- 4:29Und wenn sie die Milch auf 90 Grad erhitzen will, dann muss sie sie nicht auf 111 Grad erhitzen.
- 4:34Auf 90?
- 4:38Sie kann sie natürlich auch auf 111 Grad erhitzen, aber ich glaube, dann verdampft die Milch, oder?
- 4:44Nein, sie möchte die Milch so weit erhitzen, bis das Thermometer 111,6 Grad anzeigt.
- 4:52Das kann sie natürlich versuchen.
- 4:54Aber wenn sie 90 plus 21,6 grad addiert, also immerhin das kann sie, das ist doch schon mal super.
- 5:00Wenn sie die Milch auf 111 Grad erhitzt, dann hat sie auf jeden Fall ein Stück Kohlenstoff vom Topfboden abzukratzen.
- 5:09Ja, vor allen Dingen, sie hat die Milch ja um 90 Grad erhitzt, nicht auf, sondern um.
- 5:15Hier steht ja, sie will es auf 90 Grad, dann hat sie es nämlich um 90 Grad erhitzt.
- 5:21Aber bei der Recherche gerade, ganz schnell hier, Fahrenheit in Celsius, kommt natürlich bei mir das Plugin,
- 5:31was ich im Browser habe von ChatGBT natürlich rein und sagt sofort,
- 5:36"To convert Fahrenheit in Celsius, you can use the following formula."
- 5:45Die FIOS KI, da kann man erkennen, das ist keine künstliche Intelligenz, sondern künstliche Dummheit.
- 5:53Pass auf, da haut mich jetzt gerade die Formel dafür raus, wie man das ausrechnet.
- 5:58Celsius gleich Fahrenheit minus 32, weil 32 Fahrenheit sind 0 Grad Celsius, mal 5/9.
- 6:10[Lachen]
- 6:15Wunderbar, einfach wunderbar.
- 6:18So, und jetzt stellt euch mal vor, wenn das jetzt mit den KI-Systemen weiter überhandnimmt,
- 6:23wie das dann um die Bildung unserer Mitmenschen bestimmt sein wird zukünftig.
- 6:29Kennt ihr den Film "Idiosecrisy"?
- 6:33Nee.
- 6:34Kennt ihr den nicht? Filmtipp, solltet ihr mal schauen, gibt es glaube ich bei Prime oder bei Netflix, keine Ahnung.
- 6:44Da geht es darum, dass ein Mann, ein Amerikaner, in 100 Jahren in die Zukunft aus irgendwelchen Gründen,
- 6:54keine Ahnung, irgendwie so ein Atomunfall oder keine Ahnung was da passiert,
- 6:58das ist aber wieder eine komödie, oder wird er eingefroren?
- 7:03Ich habe Ausschnitte auf TikTok gesehen, wo dann auch so ein Idiotentest, ein Intelligenztest kommt.
- 7:10Es ist eine Science-Fiction-Komödie.
- 7:12Der Film äußert zu Beginn die These, dass in der modernen Gesellschaft
- 7:17Intelligenz und Bildung keine Selektionsvorteile sein müssen.
- 7:22Und ein Erzähler illustriert das am Beispiel eines Akademiker-Ehepaars.
- 7:27Im Laufe von 15 Jahren finden sie immer wieder neue Gründe,
- 7:30warum Kinder nicht in ihre aktuelle Lebenssituation passen.
- 7:32Bis schließlich der Ehemann stirbt.
- 7:35Kontrastiert wird dieses Bild durch eine chaotische Unterschichtsfamilie,
- 7:39die sich ungeplant und rasch vergrößert.
- 7:42Nennt man das demografisch-ökonomisches Paradoxon.
- 7:47Die Zukunftsvision des Films zeigt daher ein Land,
- 7:50in dem kritisches Denken und Bildung nahezu ausgestorben sind.
- 7:55Dieser Amerikaner, der als Protagonist durch die Geschichte stolpert,
- 8:02nimmt an einem strengen Geheimen Kälteschlaf-Experiment.
- 8:09Er wird dann nach 100 Jahren sozusagen aufgetaut und stellt dann fest,
- 8:19dass er, obwohl er nur ein Durchschnittsamerikaner ist,
- 8:22nach 100 Jahren der intelligenteste Mensch auf dem Planeten ist.
- 8:31Und so geht es halt immer weiter und immer weiter.
- 8:37Ich habe verschiedene Szenen daraus gesehen.
- 8:40Da gibt es tatsächlich auch diesen Intelligenztest,
- 8:43wo du dann so ein Viereck hast, so ein Kreis und ein X vor dir
- 8:47und dann musst du halt das passende Objekt einführen.
- 8:50Genau. Und Susanne und ich hatten gestern genau über dieses Thema gesprochen,
- 8:54über Bildung und über Wissen und über einen französischen Philosophen.
- 9:03Susanne, erzähl mal.
- 9:07Mich soll was über den Philosophen erzählen oder über das, was wir gestern gesprochen haben?
- 9:12Beides.
- 9:15Michel Foucault, ein französischer Philosoph, ist verstorben mittlerweile,
- 9:20der sehr schwierige, also wie ich finde, sehr herausfordernde Texte herausgegeben hat.
- 9:30Bücher, die auch aus meiner Sicht sehr kritisch auf gesellschaftliche Machtverhältnisse gucken.
- 9:41Ich weiß gar nicht, ob ich so viel dazu sagen kann.
- 9:47Ich hatte eines der Bücher in einem Studienseminar.
- 9:52Das war für mich auch sozusagen eine Wahlveranstaltung.
- 10:00Und ein kleines Büchlein, ein Taschenbuch, "Wahnsinn und Gesellschaft".
- 10:09Das ist ein Stück weit auch mein Arbeitsbereich und das ist unter anderem etwas, was mich sehr interessiert.
- 10:16Auch Zusammenhänge, wie wirkt sich, welche Auswirkungen haben
- 10:28gesellschaftliche Mechanismen, Dynamiken auch auf einzelne Individuen.
- 10:37Ja, und über den Foucault kann ich selber gar nicht viel sagen.
- 10:44Ich weiß nur, dass mich das unheimlich fasziniert hat, dass ich …
- 10:49Wir kamen auf Foucault, Thomas, weil ich irgendwann vor zwei, drei Wochen nach dem Dienst am Antiquariat vorbeigegangen bin
- 11:00und da ein Taschenbuch gefunden habe, auch mit Texten von ihm, im Schaufenster, und mich das sehr angesprochen hat.
- 11:09Das habe ich dann gekauft und mitgenommen und hatte dir das geschickt,
- 11:16weil ich mir vorstellen konnte, dass das auch ein Gesprächsthema für uns sein könnte.
- 11:26Wie hieß das Buch noch? "Subversives Wissen"?
- 11:33Ich weiß nicht, ich habe es glaube ich im Rahmen des feiertäglichen Aufräums irgendwo hingepackt.
- 11:43Ich nehme an, das ist da, wo auch meine Fachbücher sind.
- 11:48Da müsste ich es nochmal rausholen. Ich hatte leider auch noch keine Zeit, da reinzulesen.
- 11:53Ich glaube, unterm Strich geht es darum, dass er sich damit beschäftigt,
- 12:00wie wir alle, also wie unsere Denkmuster und unsere Überzeugungen geprägt sind, auch von öffentlicher Meinung.
- 12:16Das ist jetzt nicht Bildung oder Wissen, was ich von mir gebe, weil ich das tatsächlich nicht genau weiß.
- 12:27Das ist das, was ich erinnere.
- 12:34Foucault hat sich in dem Buch, ich weiß nicht, hat er das geschrieben?
- 12:40Ja, hat er geschrieben. Von der Subversion des Wissens ist erschienen.
- 12:46Aktuell gibt es das noch im Fischer Wissenschaftstaschenbuchverlag.
- 12:55Da hat er Gespräche geführt mit verschiedenen quasi Mitstreitern, mit Philosophen.
- 13:08Er erzählt, wie er sich mit ausgrenzenden Institutionen befasst hat,
- 13:14mit Gefängnissen, mit Schulen, mit psychiatrischen Anstalten.
- 13:20Er erkundet in diesem Buch den Zusammenhang von Macht und Wissen
- 13:25und die Möglichkeiten eines anderen subversiven Wissens.
- 13:30Was mich dazu geführt hat, zu Susanne zu sagen, dass die Menschen hier in diesem Land immer dümmer werden
- 13:39und wissen teilweise, dass man dafür ja auch schon ausgegrenzt wird.
- 13:46Für Bildung und Wissen, oder was meinst du?
- 13:49Genau, wenn du dich als gebildet sozusagen gibst,
- 13:55das passiert ja schon ganz automatisch durch deine Wortwahl,
- 14:00dann wirst du teilweise für einzelne Wörter, die du da benutzt,
- 14:04vielleicht sogar schon diskriminiert oder einfach, wie sagt man so schön auf Neudeutsch, gecancelt.
- 14:13Es gibt beim Duden, wenn man da Wörter nachschlägt,
- 14:17vor allem ich verwende da ja viel die Online-Version,
- 14:20gibt es ja immer so die Erklärung und dann gibt es dann halt noch so die Einstufung,
- 14:24das jetzt halt so Umgangssprache ist und manchmal steht dann auch Bildungssprache oder Bildungsbürger.
- 14:32Und das ist gerade so ein Punkt gewesen, wo ich dran denken musste.
- 14:38Ich war mal in so einer zusammengewürfelten Klasse, das ist schon das graue Steinzeit,
- 14:45das muss so 96 gewesen sein, quasi so Grundschuljahr,
- 14:52also nicht Grundschuljahr, Berufsgrundschuljahr.
- 14:55Und ich hatte nach zwei Wochen den Spitznamen Professor gehabt,
- 15:02weil ich quasi auf jede Frage, die da kam, irgendwie eine Antwort wusste.
- 15:07Und das brachte dann auch im Laufe der Zeit die Missgunst der Mitschüler mit sich,
- 15:13weil ich mich nicht anstrengen brauchte, weil ich die Lösung immer wusste.
- 15:18Weil das für mich etwas war, was man mir vorher schon alles vermittelt hatte,
- 15:22was in den ersten Wochen halt dann wieder aufgekommt, ja gar gekocht wurde.
- 15:27Also Bruchrechnen, der beste Punkt ist Bruchrechnen.
- 15:34Ich habe in meinem Leben x-mal Bruchrechnen machen müssen,
- 15:37weil jedes Mal, wenn ich eine neue Schulform angefangen habe,
- 15:40als erstes immer geguckt wurde, was können die Kinder, was können die Jungs und Mädels?
- 15:45Und dazu gehörte dann halt immer so ein bisschen Mathematik, ein bisschen Deutsch und hier und da und Bruchrechnen.
- 15:52Und weil ich da keine Probleme hatte, konnte ich dann die Lösung.
- 15:58Und ich wurde recht ganz schnell immer als der oberschlaue Meier und so weiter abgestempelt.
- 16:04Das sind auch vielleicht die Wortwahl, wie ich mich ausdrücke oder so, keine Ahnung.
- 16:08Aber das ist so Bildungsbürger.
- 16:14Du hattest mir den "Guten Mann" als Lesetipp am 6. Dezember ins Leck gestellt.
- 16:20Kann sein, ja. Aber du hast auch nicht reingeschaut, ne?
- 16:24Doch, ich habe das überflogen hier von Deutschlandfunk.
- 16:28Ich meine, ich überfliege die ganzen Sachen immer alles so.
- 16:31Und mal hänge ich mal mehr, mal weniger dran.
- 16:35Gehört habe ich von dem "Guten Mann" schon.
- 16:40Ja, das ist ein interessanter Typ, ne?
- 16:43Der hat halt ziemlich viele Thesen aufgestellt.
- 16:46Also ich meine, so Philosophie liegt mir ja auch ziemlich.
- 16:49Und der hat sich da halt hingesetzt und hat halt nachgedacht.
- 16:53Und hat dabei halt sehr gerne gesellschaftskritische Themen aufgefasst.
- 17:02Um das jetzt mal ein bisschen zu verallgemeinern.
- 17:05Normalerweise machen wir ja in diesem Format hier immer,
- 17:12was alles schlecht läuft hier.
- 17:15Haben wir ja letztes Mal, dann sind wir ja schon darüber hergezogen.
- 17:19Und ich glaube, das ist so eins der Dinge, die hier so generell seit,
- 17:24ich weiß nicht, schon seit Längerem irgendwie in eine Schieflage geraten ist.
- 17:32Wenn ich so sehe, ich in meinem Beruf, wenn ich da auf junge Menschen treffe,
- 17:38die bei uns eine Ausbildung machen, da ist also, da ist wirklich alles dabei.
- 17:46Und ich muss tatsächlich sagen, dass die jungen Leute, von denen ich sage,
- 17:50die sind richtig im Beruf, da habe ich das Gefühl, dass das immer weniger wird.
- 17:55Und es werden immer mehr, wo ich mich frage, was machst du hier?
- 18:02Ich habe ja ganz am Anfang meiner beruflichen Laufbahn ja auch mal
- 18:06so was Handwerkliches gelernt, Elektronenstallateur.
- 18:10Und dazu gehört es ja auch, dass man Freitags, nachmittags,
- 18:14so ab 12 Uhr anfängt, die Halle sauber zu machen.
- 18:19Als Auszubildender. Und fegen und so.
- 18:22Und es gab tatsächlich Leute, die nicht, die man nicht wussten, wie man fegt.
- 18:27Nein.
- 18:28Du hast 16-Jährige, 17-, 18-Jährige gehabt, die nicht wussten, wie man fegt.
- 18:32Nein.
- 18:33Und ich habe das früher immer so als Gerücht gehalten.
- 18:37Aber dann ist mir eingefallen, ich kannte auch Leute, die mit so mit 12
- 18:45nicht wussten, wie man ein Bett bezieht.
- 18:51Ja, das ist erstaunlich.
- 18:55Ja, genau. Und ja, dann, okay, ja gut, dann erklärt man das, wie man halt fegt.
- 19:03Und wie das halt so in der Halle ist, kann man nicht einfach so fegen,
- 19:06wenn da jetzt so Geräte aufgebaut werden, da gibt es dann halt so ein Bindemittel.
- 19:10Das sind dann irgendwie so Segelspäne mit irgendeinem öligen Zeug,
- 19:13damit das nicht staubt, wenn du fegst.
- 19:16Dass man das erst auf dem Boden tut, so ein bisschen verteilt,
- 19:19und dann kann man fegen.
- 19:22Und die haben nicht verstanden, dass man im Endeffekt den Staub mit diesem Zeug auffegt.
- 19:27Sondern, ja, wenn ich das vorher verteile, dann ist das kein Wundersicht,
- 19:30das man fegen muss. Also die sind nicht dahinter verstanden.
- 19:35Und da habe ich mir gedacht gehabt, ey, das sind alles Realschüler.
- 19:38Weil die Firma hat nur Realschüler genommen.
- 19:42Realschüler, also, ja, das war schon ein harter Tobak.
- 19:50Bei wem klopft das? Bei mir?
- 19:54Bei mir klopft keiner.
- 19:57Bei mir ist es auch nicht.
- 20:02Dann später, viele Jahre später,
- 20:05Hör mal, wer da hämmert, oder wie?
- 20:08Hab ich selber Auszubildende gehabt.
- 20:11Zwar in einem anderen Beruf, aber ich hatte dann halt immer wieder mal Auszubildende dabei.
- 20:15Dann habe ich dann auch gesehen, das hat sich nicht geändert.
- 20:19Das ist eher schlimmer geworden.
- 20:22Ja, wo durchkommt das?
- 20:24Ist das gewollt, dass die Leute dumm bleiben oder dümmer werden,
- 20:27damit man sie leichter lenken kann?
- 20:29Ist das genau dieses Thema, was der Michel Foucault analysiert hat?
- 20:35Oder die Thesen, die er aufgestellt hat, geht es wirklich darum,
- 20:39durch Nichtwissen mehr Macht über die Menschen zu bekommen?
- 20:43Oder, ich hatte gestern mit einem Freund darüber gesprochen,
- 20:47da haben wir festgestellt,
- 20:49dass vielleicht einfach die Haltungsbedingungen von den Menschen sich verändern,
- 20:55immer mehr abhängig sein.
- 20:58Das erkennst du dann an solchen Sachen wie nicht in der Lage sein, fegen zu können.
- 21:02Okay, dann brauchst du dafür eine Maschine, die das für dich erledigt.
- 21:05Oder auch diese KI-Systeme, die machen ja auch abhängig.
- 21:11Irgendwann lernst du keine Fremdsprachen mehr und machst dir die KI für mich.
- 21:17Das heißt, du trainierst dann auch dein Gehirn nicht mehr und du benutzt dein Gehirn nicht mehr.
- 21:21Und wie jedes Organ, das durch regelmäßige Benutzung trainiert wird,
- 21:29verkümmert es dann.
- 21:32Insofern ist dieser Film, "Idiocracy", fast schon ein bisschen prophetisch.
- 21:40Ja, aber guck dir das doch an.
- 21:44Du hast so viele Situationen im Leben, wo du raus schaust, nach draußen gehst
- 21:51und wo du siehst, stell dich dumm, dann ist das einfacher.
- 21:58Das ist die Mimikrie.
- 22:01Wie hat das Elon Musk mal formuliert?
- 22:07Du musst lügen, um dich anpassen zu können, nach außen hin.
- 22:15Das ist eine Frage, was er mit Lügen meint.
- 22:18Ich glaube, dass das immer ganz wichtig ist, wenn man miteinander im Gespräch ist,
- 22:24sich zu vergewissern, ob man bei den Begriffen, die wir verwenden,
- 22:31ob wir da ähnliche Vorstellungen haben oder ob wir die anders nutzen,
- 22:36ob wir ein anderes Verständnis haben von verschiedenen Begriffen.
- 22:39Die Frage ist ja, was versteht er denn unter Lügen?
- 22:44Vielleicht meinte er aber auch, sich damit zu verstellen.
- 22:47Man muss sich die Situation immer anpassen.
- 22:51Ich passe mich mein Gegenüber immer ganz gerne mal an,
- 22:54um eine einfache Kommunikation zu haben.
- 22:57In bestimmten Bereichen geht das nur.
- 23:00Ich kann jetzt nicht mein Gehirn mittels Lobotomie abschalten,
- 23:04damit ich mich mit jedem unterhalten kann.
- 23:07Du hast es doch in den letzten vier Jahren gesehen.
- 23:15Wenn du dich nicht angepasst hast, wenn du nicht gelogen hast,
- 23:20dann bist du platt gemacht worden.
- 23:23Egal von welcher Seite.
- 23:26Das gilt mittlerweile für die Spaltung der Gesellschaft.
- 23:30Es geht ja bis in die Schlafzimmer hinein mittlerweile.
- 23:34Das hat man ja geschafft.
- 23:36Du kannst ja noch nicht mal mehr deinen Nachbarn auf dem Flur treffen
- 23:39und freundlich grüßen und sagen, das Wetter ist Mist.
- 23:43Da kommt sofort eine politische Antwort.
- 23:46Da kommt nicht politisch, sondern eine ideologische Antwort.
- 23:51Was kommt denn da von der Antwort?
- 23:54Ja, der Klimawandel.
- 23:56Achso, zum Beispiel.
- 23:58Ja, aber das ist doch erst mal nur Wetter.
- 24:01Das können die Leute aber nicht trennen.
- 24:03Nicht mehr.
- 24:04Weil sie so manipuliert werden.
- 24:14Mir geht es halt einfach darum, du musst dich verstellen.
- 24:21In dem Moment, wo du deine eigenen vier Wände verlässt,
- 24:26fängst du an zu lügen.
- 24:28Du bist dazu gezwungen, um mit den Resten von Menschen
- 24:33quasi vernünftig auskommen zu können.
- 24:37Das nennt man Anpassung.
- 24:39Das ist die Frage, wo hat das ein Ende?
- 24:45Wo sind die Grenzen der Anpassung an andere?
- 24:48Wenn wir alle absolute Individualitäten wären,
- 24:54die wir ja trotzdem sind, aber nicht sozusagen …
- 24:59Das verweigert das System uns aber.
- 25:02Nein, du kannst in einer gewissen Weise individuell sein.
- 25:06Aber die Individualität hört immer da auf,
- 25:09wo die Individualität des anderen anfängt.
- 25:12Wo die Individualität der anderen anfängt,
- 25:16das bestimmt nicht du, das bestimmen auch die anderen.
- 25:20Du wirst quasi ständig bevormundet.
- 25:25Du musst eine Maske aufsetzen.
- 25:28Du kannst dir aber Gott sei Dank auch die Gruppe aussuchen,
- 25:31mit der du interagierst.
- 25:33Um das jetzt mal so auszudrücken.
- 25:35Du hast ja quasi Aussuch mit den Abhängs.
- 25:37Das ist ja sehr relativ, ob ich aussuchen kann oder nicht.
- 25:40Das wird schon schwierig, wenn ich …
- 25:42Auf der Arbeit?
- 25:44Auf der Arbeit kann ich mir das auch nicht aussuchen.
- 25:47Bei meiner Arbeit auf jeden Fall nicht.
- 25:49Und wenn ich in den Supermarkt gehe, geht es nicht.
- 25:53Sobald ich mich in der Öffentlichkeit bewege,
- 25:57suche ich es mir nicht mehr aus.
- 26:00Das sind entweder zufällige Begegnungen
- 26:05oder Kontakte, die gewissen Zwängen unterworfen sind,
- 26:13wie zum Beispiel auf der Arbeit.
- 26:16Ich stelle ja meine Kollegen nicht ein.
- 26:18Das machen dann meine Vorgesetzten und, und, und.
- 26:22Wer mir auf der Behörde begegnet, weiß ich auch nicht.
- 26:26Und entsprechend, je nachdem, welche Ziele wir haben.
- 26:30Wenn ich wohin gehe, habe ich unter Umständen ein bestimmtes Ziel.
- 26:35Wenn ich einkaufen gehe, vielleicht den Zettel abarbeiten.
- 26:39Auf der Arbeit gibt es bestimmte Ziele, Aufgaben,
- 26:43die ich mir teilweise dann auch nicht selber aussuche,
- 26:48wo ich einen gewissen Spielraum habe.
- 26:51Und das bestimmt ja auch die Qualität der Begegnung.
- 26:57Wie gehen wir miteinander in Kontakt, wir Menschen?
- 27:02Das heißt, dass ich als absolutes vereinzeltes Individuum
- 27:11kaum in Kontakt käme mit anderen Menschen,
- 27:17wenn ich nicht aufmache und gucke, wie kann ein Kontakt zustande kommen.
- 27:24Das ist dann mitunter auch ein stetes Aushandeln,
- 27:30was wir mitunter gar nicht bemerken, wo wir Zugeständnisse machen,
- 27:34wo wir uns vielleicht unbewusst überlegen,
- 27:38nicht zu erzählen, wie es uns wirklich geht,
- 27:43oder mit bestimmten anderen Informationen hinterm Berg halten
- 27:49und gezielt auswählen, was wir an Informationen vermitteln.
- 27:55Das machen wir ja auch bei der Bekleidung in der Regel, oder?
- 28:00Oder geht die im Schlafanzug raus, wenn euch gerade Donner ist?
- 28:05Meine Tochter macht das.
- 28:09Hat sie auch schon gebracht.
- 28:13Das ist das rebellische.
- 28:17Das hat sie auch nicht im Winter gemacht, das hat sie natürlich im Sommer gemacht.
- 28:21Aber das ist der Rebell in ihr, das darf sie dann auch.
- 28:25Und sie muss ja mit den Konsequenzen leben, dass ihr den komisch angeguckt wird.
- 28:29Aber generell würde ich sagen, dass das, was du gerade erzählt hast,
- 28:33das bestätigt ja dieses Zitat von Elon Musk.
- 28:37"You must lie to fit in", hat er gesagt.
- 28:41Ja.
- 28:43Und genau das ist es nämlich.
- 28:47Ja, das ist natürlich...
- 28:51Ist das ein Zwang?
- 28:57Wenn du mit der Außenwelt kommunizieren willst,
- 29:01musst du dich natürlich irgendwie dann auch adäquat verhalten.
- 29:05Das sind dann die Verhaltensregeln und so weiter.
- 29:09Aber wie kriegen wir jetzt den Bogen zum Wissen
- 29:13und zur Wissensvermittlung? Egal.
- 29:17Nein, um halt in gewissen Gruppen zu interagieren...
- 29:21Du musst dich dumm stellen.
- 29:25Und bei vielen Leuten, die ich auch kenne,
- 29:29auch in meinem Umfeld, ist es so, dass ich da nicht besonders gut ankomme,
- 29:33wenn ich halt auf einem gewissen Level rede oder auch interagiere.
- 29:39Sondern wenn ich hingehe und dann das da alles ein bisschen runterschraube
- 29:43und auch keine hohe Erwartungshaltung habe,
- 29:47dass das unbedingt verstanden wird, was ich sage.
- 29:51Das heißt, wenn man sich in der Außenwelt bewegt und unter Mitmenschen bewegt,
- 29:55muss man eigentlich quasi immer so ein bisschen Chamäleon sein.
- 29:59Zum Beispiel die Kunst des Smalltalks. Das ist eine ganz wichtige Sache.
- 30:03Absolut, ja.
- 30:05Viel reden, wenig sagen können und dann belanglos. Möglichst belanglos.
- 30:09Das beste Thema ist... Ah, wie geht's? Ah, gestern ging's noch.
- 30:13Das beste Thema ist Wetter. Wetter betrifft eigentlich jeden irgendwie.
- 30:17Ja, das sagte ich ja schon. Auch das ist schon schwierig.
- 30:19Ja, man muss ja gucken, mit wem man das machen kann.
- 30:21Aber ansonsten über Belanglosigkeiten reden und dann möglichst viel.
- 30:25Das geht super in Smalltalk.
- 30:27Wie man schon sagt, Smalltalk ist das kleine Gespräch nebenbei.
- 30:31Belanglosigkeiten. Damit fährst du gut.
- 30:37Was ist denn belanglos? Was verstehst du darunter?
- 30:41Oder was versteht ihr beide unter belanglos?
- 30:44Was sind belanglose Gespräche?
- 30:46Das sind Gespräche, an die du dich zwei Minuten später,
- 30:49nachdem du die Person, mit der du dich ausgetauscht hast,
- 30:53nicht mehr siehst, schon vergessen hast.
- 30:55Ja.
- 30:57Wer zum Beispiel unser Gespräch hier ist, ist zum Beispiel kein Smalltalk.
- 31:01Smalltalk ist sowas wie, na, hast du auch die Tagesschau gestern gesehen?
- 31:08Oder wie fandest du das Essen in der Kantine heute?
- 31:14Oder wie war dein Urlaub? Das ist Smalltalk.
- 31:20Ja, aber wer legt das fest? Das sind ja auch wieder Kriterien.
- 31:23Es gibt Kriterien zur Belanglosigkeit, Kriterien zu Smalltalk.
- 31:28Wer legt denn das fest?
- 31:30Das Quantenfeld.
- 31:32Was ihr darunter, was ihr darüber versteht.
- 31:34Die Allgemeinheit. Deine Umwelt, deine Mitmenschen liegen das Niveau fest.
- 31:40Die Frage ist gut, weil wer legt das fest?
- 31:43Und das ist ja so ein soziokultureller Lernprozess.
- 31:49Übers Wetter reden ist relativ belanglos, wenn ich jetzt nicht unbedingt am Strand gehen will.
- 31:56Weil ich habe da keinen Einfluss drauf, wie das Wetter ist.
- 31:59Ich kann mich nur vernünftig danach kleiden.
- 32:02Also ich kann nur reagieren darauf.
- 32:06Wie das Essen in der Kantine ist, da habe ich auch wenig Einfluss drauf,
- 32:11weil entweder können die Köche ihr Handwerk oder sie können es nicht.
- 32:14Oder ich habe eine persönliche Abneigung gegen das Essen, weil ich bin eine andere Küche gewöhnt.
- 32:23Ich glaube, das lernst du von klein auf, also quasi mit der Muttermilch,
- 32:29was belanglos ist und was eine Wichtigkeit hat.
- 32:35Und in den Kulturkreisen, in denen du dich bewegst.
- 32:40Zum Beispiel, wie viele Wörter für Schnee kennst du?
- 32:45Nur genau eins.
- 32:52Richtig. Vielleicht noch Pulverschnee und Nasserschnee und Matschschnee.
- 32:56Ach so, ja. Ja, ja. Genau. So was magst du angehen.
- 32:59Aber jemand, der halt da lebt, wo es viel Schnee gibt, zum Beispiel ein Inuit,
- 33:04die haben etliche Wörter dafür.
- 33:07Der Schnee beschreibt Eigenschaften und so weiter.
- 33:14Die brauchen das, weil die halt in dem Bereich leben, wo das halt entscheidend ist,
- 33:19wenn man halt sagen kann mit einem Wort, pass auf, der Schnee hat die und die Eigenschaft.
- 33:23Mit denen kannst du das und das machen oder beziehungsweise nicht machen.
- 33:27Für uns ist das nie wichtig, weil Schnee ist Schnee.
- 33:32Vielleicht ist es auch noch ein Pulverschnee, der ist gut zum Skifahren.
- 33:35Der Matschschnee ist gut, um ein Iglu zu bauen.
- 33:38Ich kenne drei Wörter für Wetter.
- 33:41Hier aus dem Hamburger Umfeld.
- 33:43Schietwetter, Kackwetter und Wetterwetter.
- 33:48Ich kenne zwei Wetter.
- 33:50In Berlin bestimmt nicht anders, oder?
- 33:52Also Schietwetter gibt es hier nicht.
- 33:55Also den Begriff zumindest nicht.
- 34:01Weiß ich gar nicht, aber ich glaube, ich habe vielleicht auch nicht so viel Smalltalk in meinem Alltag.
- 34:10Ne, das stimmt nicht.
- 34:15Also das hat eine bestimmte Funktion, so belanglos zu sprechen miteinander.
- 34:22Richtig, das hat eine Funktion.
- 34:24Zumindest in meinem Alltag.
- 34:26Wenn ich Nachbarn treffe, je nachdem wie gut ich die schon kenne, wie oft ich die schon getroffen habe,
- 34:34ob es um auf der Arbeit, wenn ich mit Klienten spreche, Arbeitskontext.
- 34:41Und das erschließt sich einem manchmal nicht so, welche Funktion hat eigentlich gerade der Smalltalk.
- 34:47Vielleicht ist dieser Begriff Smalltalk, das ist ja ein englischer Begriff.
- 34:52Ich weiß gar nicht aus welchem Kulturkreis der kommt, ob der aus Amerika oder aus England kommt, ist auch egal.
- 34:57Ich glaube, dass das von der Begrifflichkeit her vielleicht nicht so genau beschreibt, was eigentlich damit gemeint ist.
- 35:05Da fände ich eigentlich die deutsche Bezeichnung dafür, finde ich eigentlich viel besser.
- 35:12Belanglosigkeiten austauschen oder auch Freundlichkeiten austauschen.
- 35:20Du kannst auch sagen, das ist der kleine freundliche Schnack.
- 35:25Ja, genau, der kleine freundliche Schnack.
- 35:27Wenn ich an der Kasse stehe und bezahle, kann ich ja auch hingehen und da grießgrämig sitzen und meine Ware verpacken und bezahlen.
- 35:34Oder du machst ein kleines Witzchen.
- 35:36Genau, oder halt so.
- 35:37Da ist die Kasse mal wieder leer.
- 35:39Genau, oder heute ist der Laden aber schön gefüllt.
- 35:43Irgendwie sowas, ne? Eine Kleinigkeit.
- 35:45Genau, oder hier in Munzburg sind neulich Schaufensterscheiben kaputtgeschlagen worden und dann kann man sich darüber mit der Bäckereifachverkäuferin unterhalten.
- 35:57Ja.
- 35:59Na, sind bei Ihnen auch die Scheiben eingeschlagen worden und dann hörst du da so eine grießgrämige Antwort, wir haben keine Scheiben.
- 36:05Susanne, du wolltest was sagen.
- 36:10Ich hab mich gefragt, ob das denn noch Smalltalk ist oder schon eher verbindlich.
- 36:21Das ist ja genau.
- 36:23Na ja, es geht ja darum, sozusagen ein gemeinsames Erleben oder ein gemeinsames Sehen mitzuteilen.
- 36:33Zu sagen, so, ich hab das gesehen, dass da Scheiben eingeschlagen worden sind und wie gut, dass das bei Ihnen nicht passiert ist.
- 36:41Das ist eigentlich das, was ich damit implizieren wollte.
- 36:43Und das hat sie dann halt auch irgendwie, das ist dann die Kommunikation, die dann unterschwellig abläuft.
- 36:50Ich versuche mich mit ihr zu sympathisieren.
- 36:53Sympathikus, freundlich.
- 36:57Ne, was heißt Sympathikus?
- 36:59Ich hab vergessen, mein Latein ist so eingerostet.
- 37:04Es geht einfach darum, auf verschiedenen Ebenen mitzuteilen, meine, sozusagen, meine Anteilnahme mitzuteilen
- 37:15und sich quasi so gemeinschaftlich eine Gemeinschaft herzustellen, weißt du.
- 37:23Ich gehe fast jeden Tag zu diesem Bäcker, die kennen mich mittlerweile, die wissen, was ich haben will, ich muss schon gar nicht mehr viel sagen.
- 37:30Es geht einfach so darum, so ein bisschen diese Mitmenschlichkeit, dieses Miteinander zu pflegen.
- 37:38Und ich glaube, dass das auch eines der Dinge ist, die in den letzten Jahren lockdown-bedingt sehr gelitten haben.
- 37:50Und jüngere Mitmenschen kennen das zum Beispiel teilweise nicht.
- 37:56Oder so wie sie in den Social Media miteinander umgehen, haben sie es nie gelernt.
- 38:05Es geht einfach darum, diese Mitmenschlichkeit auch so ein bisschen zu pflegen.
- 38:11Durch die Funktion des freundlichen Wortes.
- 38:16Das ist die soziale Funktion eigentlich.
- 38:18Ich gebe dir mal ein kleines Beispiel, was vor und nach der Pandemie so unterschiedlich ist.
- 38:26Vor der Pandemie sind alle schön feiern gegangen am Wochenende, ne?
- 38:30So ein bisschen Party machen.
- 38:32Dann kam die Pandemie und dann war die Pandemie zu Ende und das normale Leben ging weiter.
- 38:41Trotzdem sind hier in der Gegend etliche Nachtclubs, Diskotheken und so weiter bankrott gegangen.
- 38:48Die es noch während der Pandemie zwar irgendwie noch geschafft haben, aber danach sind sie trotzdem pleite gegangen.
- 38:54Warum? Weil die jungen Leute in dem Zeitraum einfach verlernt haben, Party machen zu gehen.
- 39:00Das sind solche Auswirkungen, die indirekt…
- 39:08Du meinst, die können nicht mehr Party machen?
- 39:10Das ist eine Erziehung gewesen.
- 39:12Die können Party machen, die machen nur anders Party.
- 39:15Aber das ist genau das, was ich meinte.
- 39:17Die Haltungsbedingungen für die Menschen haben sich geändert.
- 39:20Die Haltungsbedingungen wie Käfighaltung oder Freigehege?
- 39:26Im übertragenen Sinne.
- 39:28Im übertragenen Sinne.
- 39:30Du musst das so ein bisschen abstrahieren.
- 39:32Ich gehe mal davon aus, dass auch wir Menschen domestiziert sind und einen gewissen freiheitlichen Rahmen bekommen.
- 39:44Du kannst das gerne Gefängnis nennen, wie du willst.
- 39:47Im Lockdown in den Pandemiejahren hat man ja gesehen, wie viel Freiheit wir eigentlich alle haben oder auch eben nicht.
- 39:56Und wie schnell das verlustig gehen kann.
- 40:02Und dadurch hat man erreicht, dass die jungen Menschen das einfach nicht gelernt haben, Party zu machen.
- 40:09Also gehen sie auch nicht mehr raus.
- 40:11Sie hängen dann lieber zu Hause rum vor der Konsole.
- 40:18Fließen sich nicht zu Gruppen zusammen, vielleicht sogar zu größeren Gruppen.
- 40:22Werden vielleicht sogar politisch aktiv.
- 40:24Oder wenn sie aktiv werden, dann vielleicht nur so, wie es gewollt und gewünscht und geduldet wird.
- 40:31Aber nicht so, wie es vielleicht nicht gewünscht wird.
- 40:36Wie lange war denn der Lockdown?
- 40:38Ich frage mich gerade, das klingt so, als ob wir 20 Jahre Lockdown gehabt haben.
- 40:43Nein, das nicht. Aber das hat ausgereicht, um eine Generation zu versauen.
- 40:48Ja, dann leben wir glaube ich in völlig verschiedenen Welten.
- 40:55Hier in Berlin, also da, wo ich unterwegs gewesen bin, vor dem Lockdown, währenddessen, weil ich auch arbeiten gegangen bin und jetzt danach.
- 41:08Also es wurde auch mittendrin noch Party gemacht. Das ist keine Frage.
- 41:13Und in den Pausen zwischen den Lockdowns, da haben sich Rudeln, das ist vielleicht da, wo du dich aufgehalten hast.
- 41:22Aber das ist ja einmal die Frage, ob das, was wir als Einzelperson hin und wieder beobachten,
- 41:30oder was wir ständig beobachten, ob das repräsentativ ist, sodass wir das verallgemeinern können und da eine Regel ableiten können.
- 41:38Das ist halt die Frage, ob das so eine Relevanz hat.
- 41:45Und was ich beobachte, ist, dass, also ich finde das im Übrigen auch nicht schade, wenn man weniger Party macht,
- 41:53aber das ist mein persönlicher Geschmack, wer es gerne mag, der soll es machen.
- 41:57Aber ich weiß auch nicht, ob das, wir sind mit dem Thema Bildung eingestiegen,
- 42:03ob das dazu führt, dass der Bildungsgrad gesteigert wird.
- 42:09Hier in Berlin ist der Trend dazu gegangen, dass unheimlich viele Spätis aufgemacht haben
- 42:16und die Menschen, auch die jungen Leute, sich da versammeln und Party machen, Musik hören, weil es einfach billiger ist,
- 42:25als in den Club zu gehen.
- 42:27Jetzt musst du doch mal erklären, was Spätis sind für die Nicht-Berliner.
- 42:31Spätkäufe.
- 42:33Bei uns im Ruhrgebiet würde man sagen, das ist eine Bude.
- 42:37Eine Bude, okay.
- 42:39Oder ein Kiosk.
- 42:40Also ein Späti ist ein Spätkauf.
- 42:42Also ein Kiosk.
- 42:44Ja, nee, das ist schon manchmal so ein kleiner Laden.
- 42:47Also was vielleicht mal ein Zeitungsladen gewesen ist.
- 42:51Und das hat sich so in den letzten Jahren, hat sich das zumindest in meinem Wohnumfeld so entwickelt,
- 42:59dass die sich ausgebaut haben, also dass die ein wahnsinniges Angebot an Alkoholiker haben.
- 43:07Und Menschen das gerne und immer mehr nutzen, um da auf Bänken davor zu sitzen
- 43:18und dann eher etwas günstiger Alkohol zu trinken.
- 43:21Dann gibt es Knappereien und was weiß ich, was man sich noch besorgen kann.
- 43:24Pizza, Milch.
- 43:26Genau, das kannst du dir sogar liefern lassen, die Pizza.
- 43:29Cornflakes.
- 43:31Genau, und dann, also ich war mehrere Jahre bei einem Friseur, der sagte,
- 43:38dass er den Jahreswechsel immer gerne an seinem Späti feiert.
- 43:41Also der geht nicht irgendwo hin, also nicht in irgendeinen Club oder so, sondern der findet das toll.
- 43:46Okay, dann hat das ja durchaus auch positive Effekte gehabt, sich da solche Spätis entwickeln.
- 43:53Ja, die gab es vorher auch schon, aber ich meine, dass es zumindest hier im Wohnumfeld noch mal deutlich mehr gibt.
- 44:03Also hier in Hamburg hat sich sowas nicht entwickelt.
- 44:12Also hier bei uns im Ruhrgebiet, hier in Dormer, da gab es das natürlich auch schon,
- 44:17aber es ist wirklich mehr geworden und das Sortiment ist natürlich gewaltig gestiegen.
- 44:22Du gehörst hier in Hamburg an Lieferdienste, das stimmt.
- 44:25Wenn ich vorher hingegangen bin und konnte, sag ich mal, in so einer Späti oder Bude Brötchen kaufen,
- 44:35manchmal sogar Belegte und halt Getränke und dann halt diese typischen Sachen, die man in der Bude so bekommt,
- 44:41kann ich heute hingehen, mir Milch holen, Eier, gekochte sogar ungekochte Eier.
- 44:48Ah, Tante-Emma-Läden von früher. Kennt ihr die noch?
- 44:52Ja, genau.
- 44:53Ich kenne die noch, Susanne auch, das weiß ich.
- 44:55Ich muss mir vorstellen, die haben dann bis 23, 24 Uhr offen und wenn du dann wirklich mal sagst,
- 45:01ey, scheiße, ich habe die Eier vergessen, ich wollte morgen Kuchen backen, ja, dann kannst du da hingehen.
- 45:05Wie gesagt, hier in Hamburg gibt es sicherlich auch Ecken, wo es Kioske gibt und die haben auch sicherlich Sortimente ausgebaut,
- 45:11aber das ist jetzt hier in Hamburg leider nicht so, dass du das in jeder Straßenecke oder in allen Vierteln so hast.
- 45:19Was ich hier beobachtet habe, ist, dass hier vor allem Lieferdienste, Picknick, keine Ahnung, wie sie alle heißen,
- 45:27sind hier wie Pilze aus dem Boden geschossen und alle gesteuert durch die großen Lebensmittelkonzerne,
- 45:37die dich mit allem versorgen, was gut und günstig ist, plus 20 Prozent Aufschlag.
- 45:45Wobei ich sagen muss, ich bin Picknick-Kunde und der ist nicht teurer wie Edeka.
- 45:52Ja, aber Edeka ist jetzt auch nicht gerade so günstig.
- 45:55Ja gut, aber du weißt, wenn ich bei Edeka einkaufen gehe, sage ich das Gleiche.
- 46:00Ja, nochmal um auf den Ausgang zurückzukommen. Ich bin ja groß geworden in einer Familie, Arbeiter.
- 46:11Meine Mutter war medizinischer Fachangestellte, mein Vater war Handwerker zu dem Zeitpunkt.
- 46:19Also so ein ganz normales Malocher-Kind.
- 46:23Und für mich war es immer was Besonderes, wenn das Kindertheater bei uns war und wir da hingegangen sind,
- 46:30dann gab es halt eine schöne Vorstellung und ich fand das besser wie Kino.
- 46:35Natürlich Kino ist was anderes, aber ich fand das geiler.
- 46:39Und dann irgendwann mal sagte meine Mutter, nachdem dann halt so meine mittleren Neffen mal da waren,
- 46:45ja hier in Dortmund haben sie ja auch ein tolles Kinderkino und so, nach meinem Schwager sofort, dafür interessieren wir uns nicht.
- 46:53Und ich denke mir nur so, warum? Und dann ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen.
- 47:00Der kennt das alles gar nicht. Der kennt keine Musikschule, der weiß nicht wie das ist, wenn man ins Theater geht und solche Sachen.
- 47:09Der kennt einfach nur so Kirmes, Freizeitpark und solche Sachen.
- 47:18Aber so die ganzen anderen Freunde, das kennt er alles gar nicht und deswegen ist das auch nicht wichtig.
- 47:26Und du kannst dich mit diesen Menschen zwar über alles unterhalten, aber man merkt halt, dass irgendwo ein bisschen Bildung fehlt.
- 47:36Also ich sage nicht, dass er dumm ist, nein, ganz und gar nicht, er ist ein intelligenter Mensch,
- 47:41nur keine kulturelle Bildung, keine musikalische Bildung, nichts.
- 47:48Das Umfeld hat das auch nicht gefördert.
- 47:50Genau, weil es einfach nicht nötig ist.
- 47:53Hat das Umfeld gesagt.
- 47:55Genau.
- 47:57Und da kommen wir an den Punkt.
- 48:00Also meine Frau arbeitet ja in einem Kindergarten und in diesem Kindergarten, der Kindergarten hat angeboten bekommen,
- 48:12dass sie kostenlos einmal im Jahr mit einer Gruppe von Kindern, das wird allen Hamburger Kindergärten angeboten,
- 48:21dass sie einmal im Jahr kostenlos das Miniatur Wunderland besuchen dürfen.
- 48:28Für Nicht-Hamburger.
- 48:31Miniatur Wunderland ist die größte Modelleisenbahnanlage der Welt.
- 48:36Die geht über mehrere Ebenen.
- 48:39Und Gebäude.
- 48:41Und Gebäude, genau.
- 48:44Ich weiß gar nicht, wie viele Millionen Besucher da jedes Jahr sich das angucken.
- 48:48Ist auf jeden Fall sehr, sehr, sehr, sehr viel für alle Altersklassen zum Angucken und zum Staunen.
- 48:58Und die Kindergartenleitung hat zu meiner Frau gesagt, nein, das wollen wir nicht.
- 49:06Wir wollen nicht daran teilnehmen.
- 49:08Da frage ich mich, warum nicht?
- 49:11Weil es ist ein kostenloses Angebot, für das sich der Kindergarten natürlich erst mal bewerben muss,
- 49:16für die entsprechenden Termine.
- 49:19Argumentation war, ja, dann müssen wir für den Ausflug ja Personal bereitstellen.
- 49:26Wo du dir echt nur einen Kopf fassen kannst, ja, aber das ist doch gut für die Kinder.
- 49:31Und ich glaube, dass die Bildung in unserem Land schon lange nicht mehr als etwas Wichtiges erachtet wird.
- 49:48Sondern es geht nur noch um betriebswirtschaftliche Faktoren.
- 49:55Da ist das Personal, die müssen bezahlt werden, da müssen Tickets gekauft werden für die Fahrkarten für die Kinder.
- 50:02Und dann ist ja noch das Thema Sicherheit, was ist mit der Versicherung und bla bla bla.
- 50:07Aber dass vielleicht bei dem einen oder anderen Kind, dass dort vielleicht ein Funke entfacht wird,
- 50:18der mal irgendwann zu einem lodernden Feuer werden könnte.
- 50:22Und vielleicht dafür sorgt, dass eines von diesen Kindern, die dieses Miniaturwunderland besucht haben,
- 50:28vielleicht irgendwann mal, keine Ahnung, Lufthansa-Pilot werden oder Zugführer oder, was weiß ich, Bundeskanzler oder Kanzlerin.
- 50:41Das wird einfach weggewischt aus wirtschaftlichen Faktoren.
- 50:47Und ist vielleicht auch der Grund, dass dieser Eindruck, den ich habe, dass meine Mitmenschen immer dümmer werden,
- 50:54einfach der Grund, weil wir dem Kapitalismus hinterherlaufen?
- 51:02Frage ich.
- 51:04Mein mittlerer Neffe, wo ja gesagt wurde, das interessiert uns nicht, war jetzt mal mit meiner Mutter in so einem Schattentheater-Vorführung für Kinder.
- 51:16Und der war auch vor, im Kino gewesen.
- 51:19Und weißt du, was der gesagt hat?
- 51:21Er möchte noch mal zu so einer Kindertheater-Vorführung.
- 51:25Er möchte gerne mehr davon sehen.
- 51:27Und das Resultat war davon gewesen, dass der sich quasi in der Grundschule,
- 51:32die haben da auch schon so was ähnliches wie AGs, in einer Musik-AG angemeldet hat und da jetzt Instrumente spielt,
- 51:43weil ihn das interessiert.
- 51:45Und das ist für mich der Punkt.
- 51:47Du musst Angebote schaffen, damit jemand, der auch erstmal auf die Idee kommt, das könnte ihm ja gefallen.
- 51:56Und dafür muss er halt auch eine gewisse Offenheit haben.
- 51:59Mir ist aufgefallen, dass sobald du dich irgendwie als jemand, der halt Ahnung hat, bautest, dir oft ja, Ummut entgegenschlägt.
- 52:17Also in meiner Frage.
- 52:19Du meinst so wie du mit deinem Doktor in Mathematik?
- 52:22Zum Beispiel. Das ist etwas, womit ich halt nicht hausieren gehe, weil man wird schon manchmal echt doof deswegen angeguckt.
- 52:31Und ja, in meiner Vergangenheit habe ich halt erfahren, dass, warum auch, ich habe keine Ahnung, warum ich das Glück hatte.
- 52:43Ich musste nie großartig lernen.
- 52:45Und mir ist das alles so zugeflogen.
- 52:47Und Hausaufgaben kenne ich auch nur halt in Deutsch und in Englisch.
- 52:51Ansonsten habe ich nie Hausaufgaben gemacht, weil ich die nicht brauchte, die konnte ich einfach.
- 52:55Und das hat den Neid meiner Mitschüler auf sich gezogen.
- 53:00Das muss man sich mal vorstellen. Ich kann nichts dafür.
- 53:06Das ist dieser klassische Streber, der auch in den früheren 70er, 80er Jahren halt immer das bebrillte Nerdkind, das hat sich ja Gott sei Dank ein bisschen geändert.
- 53:23Nicht zuletzt durch diese eigene Fernsehserie. Wie heißt die denn noch?
- 53:28Big Bang Theory.
- 53:30Du meinst Big Bang Theory.
- 53:32Ja, aber vorher schon bei YouTube wurde ja auch das Nerdtum schon gefeiert.
- 53:37Es gab jede Menge Leute, die sich öffentlich als Nerd bezeichnet haben, aber jetzt nicht Nerd in diesem wissenschaftlichen Typ, sondern als Nerd, der halt komische Hobbys hat.
- 53:50So wie Manga sammeln oder YouTube machen und solche Sachen.
- 53:56Und da ist das ja angefangen, dass das halt schon so normaler wurde, dass man halt auch ein Nerd sein darf.
- 54:03Aber ich kann mich noch erinnern, es gab diese Serie "Vier Fäuste".
- 54:08Ja, ein Trio mit vier Fäusten.
- 54:12Genau.
- 54:13Die hatten auch einen Nerd.
- 54:15Genau. Brille, komischer Typ.
- 54:18Kaputten Brillenbügel, konnte Computer programmieren, aber keine Hubschrauber fliegen.
- 54:25Hubschrauber konnten nur die coolen, die zwei coolen Typen, die ständig die Frauen auch abgekriegt haben.
- 54:32Das sind ja eher Beispiele, dass das in früheren Zeiten, also als wir noch jung waren, jugendlich waren, vor 30, 40 Jahren, das auch nicht so gern gesehen war, wenn Menschen gebildet waren.
- 54:50Etwas überdurchschnittlicher, besser mit Bildungsinhalten umgehen konnten.
- 55:00Das würde ich jetzt so sehen.
- 55:05Ich denke, dass das auch Ängste hervorruft bei Menschen, die zum Beispiel Schwierigkeiten hatten in der Schule mit Mathematik oder die Lateral nie begriffen haben.
- 55:17Ja, überhaupt mit der Schulbildung nichts anfangen konnten, weil sie vielleicht Lehrer hatten, die ihnen das nicht vermitteln konnten, die vielleicht keine Freude an der Pädagogik hatten.
- 55:35Pädagogik bedeutet ja, dass man sich Gedanken macht, wie Inhalte transportiert werden können, dass die auch verinnerlicht werden können.
- 55:46Ich stelle mir das vor, dass das bei vielen Menschen auch Ängste auslöst und unangenehme Gefühle, die wir ja alle nicht haben wollen.
- 55:58Also wer möchte schon gerne unangenehme Gefühle haben und das hat sich ja bewährt.
- 56:09Entschuldige, wenn ich dich unterbreche, aber hat das nicht auch eine Methode, dass auch das Umfeld dafür geschaffen wird?
- 56:19Ich würde mal sagen, dass das Biotop dafür gesät wird, dass diese Angst auch schön gedeihen kann.
- 56:28Oh, der ist klug, der ist gefährlich.
- 56:33Ja, wir nehmen jetzt mal einfach das Beispiel Länder, dritte Welt, wo halt ein ziemlich niedriges Bildungsniveau ist der der Bevölkerung.
- 56:45Also der überwiegende Teil der Bevölkerung ist schlecht gebildet.
- 56:49Die sind relativ einfach kontrollierbar, weil denen fehlt das Wissen, um sich vernünftig wehren zu können, um sich politisch zu engagieren,
- 56:58um sich auf eine nicht, ich rede jetzt mit der Mistgabel hinter dir her, sondern auf eine zivilisierte Art und Weise zu wehren.
- 57:06Denen fehlt einfach das Wissen dafür, weil sie keinen Zugang dazu haben und weil sie auch nicht wissen, wie sie Zugang dazu bekommen.
- 57:13Oder weil es technologisch gesehen nicht die Möglichkeit dazu gibt.
- 57:17Und je funktioneller ich eine Bevölkerung halte, das ist ein doofer Begriff dafür, aber je funktioneller ich sie halte…
- 57:26Das passt doch, das ist doch genau, worauf ich hinaus wollte. Die Haltungsbedingungen haben sich gestaltet.
- 57:32Habe ich folgsame Arbeiter, die zufrieden sind, Brot und Spiele.
- 57:40Das hat in alten Rom funktioniert und das funktioniert heute auch.
- 57:44Nur unser Brot und Spiele, das ist einmal der Lieferando und Lieferdienst und das andere ist RTL2.
- 57:51Sag mal, was ist denn hier los? Das ist doch von mir, glaube ich.
- 57:55Das sind wahrscheinlich die Böller.
- 57:58Ja, das sind wohl die Böller.
- 58:00Ich wundere mich, dass das bei mir vor der Tür so ruhig ist.
- 58:05Bei mir ist es auch schon die ganze Zeit rumknallen.
- 58:08Aber Sascha, das ist ganz interessant, was du da sagst, weil das klingt wieder nach Foucault, der Zusammenhang zwischen Wissen und Bildung und Macht.
- 58:17Aus dem Grund hat man ja auch Frauen lange von der Schulbildung, von der universitären Bildung ferngehalten.
- 58:26Gerne auch verstanden, dass die Gehirne ja viel zu klein sind dafür, Frauen zu emotional und so weiter.
- 58:33Ganz genau, ja.
- 58:35Und auch die Bevölkerung ist, wenn überhaupt, in die Volksschule gegangen, um dann vielleicht aus der Bibel etwas lesen zu können.
- 58:50Da ging es nicht darum, irgendeine Form von Bildung zu erreichen, dass sie selbstständiger werden.
- 58:58Ich glaube, man muss auch nochmal gucken, was verstehen wir unter dem Begriff Bildung.
- 59:05Ich glaube, gebildet oder bildsam sind ja ganz viele.
- 59:09Selbst wenn da keine Schulbildung und auch keine universitäre Bildung in dem Sinne, dass das gemeinsam geteilte Bildungsinhalte sind,
- 59:24wie Naturwissenschaften, Mathe oder Fremdsprachen oder was auch immer.
- 59:28Aber man kann sich schon vorstellen, dass auch Menschen, Kinder, wenn die irgendwo auf dem Dorf groß werden,
- 59:36dass die natürlich auch über andere Formen von Bildung verfügen.
- 59:49Vielleicht auch so ein intuitives Wissen, was Pflanzen betrifft, was Ernährung betrifft oder so andere Sachen.
- 59:58Aber das wird ja auch bekämpft.
- 1:00:00Was ich meinte, war ja das Funktionelle.
- 1:00:03Also jemand, der halt in gewissem Rahmen lesen kann, in gewissem Rahmen mathematische Fähigkeiten hat,
- 1:00:10dass man halt alltagsfunktionell ist.
- 1:00:13Ja, das kann ich mir…
- 1:00:16Das kann auch jemand auf dem Dorf.
- 1:00:18Ja, meinst du jetzt ein deutsches Dorf?
- 1:00:23Doch, ein deutsches Dorf.
- 1:00:25Ich glaube nicht, dass in den Großstädten die Schmieden sind, die Kaderschmieden für große Geister oder so.
- 1:00:37Das kannst du in den Dörfern genauso haben.
- 1:00:42Aber woran ich gerade denken muss, ist, dass das natürlich politisch auch gesteuert wird,
- 1:00:54was an Bildungsinhalten vermittelt werden müsste, damit der Arbeitsmarkt bedient wird,
- 1:01:01damit die Wirtschaft weiter so läuft oder sich weiterentwickeln kann, wohin auch immer das denn gehen soll.
- 1:01:10Und dass dazu natürlich auch bestimmte Bildungsinhalte vermittelt werden müssen.
- 1:01:15Aber das ist ja genau das, was ich zumindest immer wieder lese und höre.
- 1:01:19Und ich glaube auch, Thomas, was ihr beide auch meintet, dass das offensichtlich immer schwieriger wird.
- 1:01:26Also selbst dafür, Nachwuchs zu finden, weil es so große Lücken bezogen auf bestimmte Bildungsinhalte gibt.
- 1:01:38Ich hatte, um ein Beispiel zu nennen, ich hatte im vergangenen Jahr eine Auszubildende,
- 1:01:47die hat von uns einen Lehrplan bekommen, wo Aufgaben drauf sind, die sie selbstständig erledigen konnte.
- 1:01:57Und die war nicht in der Lage, sich mit dem Thema so weit auseinanderzusetzen, dass sie Fragen sich notiert
- 1:02:09und selbstmotiviert vielleicht mit den Fragen zu uns kommt und uns diese Fragen stellt,
- 1:02:17sondern sie hat die einzige Erwartungshaltung gehabt, dass sie von uns die Lösung bekommt für die Aufgabenstellung.
- 1:02:31Das war ihre einzige Frage, wenn wir sie denn gefragt haben, brauchst du Hilfe?
- 1:02:36Da hat sie nur gesagt, ja, wie ist denn die Lösung jetzt?
- 1:02:41Das ist so Psychiatrie.
- 1:02:44Sie war unfähig, und das war eine Gymnasiastin, sie war unfähig, sich selber dazu zu bringen,
- 1:02:54in die Lage zu versetzen, dass sie die richtigen Fragen stellt, um dann selber auf die Lösung zu kommen
- 1:03:00oder sich selber die Lösung zu entwickeln.
- 1:03:03Sie war nicht in der Lage, die Problematik in Teilaufgabenstellungen zu zerlegen und die dann abzuarbeiten.
- 1:03:11Das konnte sie nicht.
- 1:03:14Bei dieser Beobachtung habe ich schon vor vielen Jahren gemacht.
- 1:03:18Sascha ist 16.
- 1:03:21Sascha verdient sich ein bisschen Geld dazu, indem er manchen Leuten erklärt, wie ein Computer funktioniert.
- 1:03:27Damals war DOS noch ein ganz großes Thema.
- 1:03:31Da komme ich zu einem Sohnemann hin von einem Arzt, der hatte einen nagelneuen Computer geschenkt gekriegt,
- 1:03:39so eine absolute Traummaschine damals.
- 1:03:41Natürlich war da auch MS-DOS 6 drauf.
- 1:03:44Und jetzt mach was damit.
- 1:03:48Und dann habe ich ihm gesagt, hier, lies das Buch, lies das Buch, und dann kapierst du, was du mit der Kommandozeile machen kannst.
- 1:03:57Er war nicht in der Lage gewesen, das umzusetzen.
- 1:04:03Er hat einfach erwartet, dass ich ihm jetzt einen Haufen Sachen erzähle oder am besten noch aufschreibe, dass er was machen kann.
- 1:04:12Jeder, der damals mit einem Rechner gearbeitet hat, weiß, die unglaublichen, faszinierenden Möglichkeiten der Eingabezeile bei DOS, die eigentlich nicht vorhanden sind.
- 1:04:30Das Ding ist einfach das, was du mittlerweile alles mit der Maus machst.
- 1:04:35Das musste man halt dort in einzelne Befehle zerlegen und die dann mit Variablen versehen und parametrisieren.
- 1:04:46Und dann hast du im Prinzip dieselben Sachen machen können.
- 1:04:49Die grafischen Oberflächen sind natürlich schon eine große Erleichterung.
- 1:04:53Jetzt modernere Übersetze, die Touch-Gestiken, die man auf so einem Smartphone machen kann, sind ja nichts anderes als der hinterliegende Befehle, die der Computer ausführt.
- 1:05:06Genau. Und da habe ich schon gemerkt gehabt, egal wie gut das Elternhaus ist, egal wie viel Geld da ist, wenn du da nicht das Interesse hast oder auch die…
- 1:05:21Das ist, glaube ich, der Punkt, das Desinteresse, das vorhanden ist.
- 1:05:26Provokative Frage. Jetzt haben wir ja so ein bisschen auch an Beispielen besprochen oder haben Beispiele gehört, was Menschen oder auch was junge Menschen alles so nicht können.
- 1:05:47Also am Beispiel von jungen Menschen in der Ausbildung.
- 1:05:52Auch alte Menschen übrigens. Da differenziere ich jetzt nicht unbedingt.
- 1:05:57Genau. Die Frage ist ja, ob der Bildungsgrad tatsächlich so abgenommen hat oder was sich da ansonsten noch verändert hat.
- 1:06:06Was denkt ihr denn, woran das liegt? Könnt ihr euch da hineinversetzen in die Betreffenden, wenn ihr in Kontakt seid und feststellt, da versteht jemand was nicht. Könnt ihr das nachvollziehen?
- 1:06:26Ich höre ganz oft, wenn ich da mal so nachhake oder so weiter, das brauche ich nicht. Das muss ich nicht können.
- 1:06:35Desinteresse.
- 1:06:37Ganz oft ist da Desinteresse.
- 1:06:39Oder es ist halt bequemer, das nachzuplappern, was das Fernsehen einem erzählt, als mal selber sein Gehirn einzuschalten.
- 1:06:49Das ist halt anstrengend. Denken ist anstrengend. Es verbraucht viel Kalorien.
- 1:06:53Überleg doch mal, seit der Einführung von diesen ganzen Infotainment-Klamotten auf dem Privaten vor allen Dingen, also nicht, dass es das nicht auf dem Öffentlich-Rechtlichen gab.
- 1:07:01Knopfhoff ist das beste Beispiel für Infotainment gewesen.
- 1:07:05Diese Wissenschaftssendungen damals, die ersten oder zweite?
- 1:07:09Keine Ahnung. Ist schon so lange her.
- 1:07:13Aber das kam ja nochmal richtig groß auf O7 und RTL und so weiter hervor.
- 1:07:21Und diese Formate vermitteln ja ein bisschen Wissen mit einer tollen Show dabei.
- 1:07:29Man merkt so wirklich, dass da auch so dieser Einbruch passiert ist, dass man halt auf einem gewissen Level etwas weiß, aber wenn es weiterführt, also wenn es interessant wird, dann bricht es meistenteils ein.
- 1:07:42Ich versuche das ja mal so zu erklären mit der Mathematik.
- 1:07:46Du lernst ja auf der Hauptschule alles, was wichtig ist, bis zur 10. Klasse.
- 1:07:51Und dann, wenn es so quadratische Gleichungen kommen, so diese schönen Sachen in der Mathematik.
- 1:07:58Das lernst du alles nicht mehr.
- 1:08:00Du lernst Lineare Gleichungen.
- 1:08:02Wenn du einen guten Lehrer hast, der bringt dir noch die ersten Sachen für eine quadratische Gleichung bei.
- 1:08:07Aber danach, alles was interessant ist oder auch was einen wirklich weiterbringen würde, das kommt ja nicht mehr.
- 1:08:16Und wenn du da kein Interesse hast oder so, dann geht das alles an dir vorbei.
- 1:08:22Nehmen wir mal das Beispiel Klimawandel.
- 1:08:26Da wird den Leuten erzählt, ja das böse CO2 und wir hier in Deutschland, wir müssen mit Beispiel vorangehen.
- 1:08:34So ja, okay. Wie viel CO2 sind denn in der Atmosphäre?
- 1:08:39Ja, du meinst die Prozentzahl, das hatten wir ja schon mal aufgedröselt.
- 1:08:45Ja, aber wenn du das den normalen Leuten auf der Straße, wenn du sie danach fragst, da kommen dann solche Antworten wie ja so 20% oder 30%.
- 1:08:56Die wissen nicht, dass das nur 0,04% sind.
- 1:09:02Und das ist nun wirklich ein wichtiges, ein kleines, aber ein wichtiges Detail, was in dieser kompletten Berichterstattung halt immer weggelassen wird.
- 1:09:16Und dass Deutschland, anteile ich nur mal gerade eben, 4% davon, also von 0,04% Gesamtsjahreserzeugung, davon nur Deutschland, nur 4%.
- 1:09:33Das wird den Leuten nicht erklärt, das lässt man einfach weg.
- 1:09:42Ja, das ist aber auch der Komplexität dieses Themas geschuldet. Also wenn das alles richtig aufdröseln würde.
- 1:09:49Ja, dann muss man den Leuten das nochmal ein bisschen genauer erklären, damit die Leute da auch mal eine andere, und du musst vor allem auch andere Meinungen und andere, nicht nur andere Meinungen, du musst auch mal andere Fakten zu dieser ganzen Thematik auf dem Tisch legen.
- 1:10:04Und nur dieser eine Bericht, den mal so gerade eben irgendwie so 120 Wissenschaftler unterschrieben haben, das wird immer so als Konsent, als der wissenschaftliche Konsent, nee, das stimmt nicht.
- 1:10:16Das ist nicht wahr. Und das ist das Schlimme an dieser ganzen Geschichte.
- 1:10:24Das geht ja mittlerweile so weit, dass dieses Thema an sich schon den Status einer Religion erreicht hat. Die Leute gehen nicht mehr in die Kirche, sondern jetzt gehen sie halt zu welchen Veranstaltungen auch immer und tanzen und hüpfen.
- 1:10:39Was mich in der Diskussion um diese Sache so tierisch abfuckt, um das mal so zu sagen, ist, dass andere Meinungen gar nicht geduldet werden.
- 1:10:50Wenn du jetzt hier auf die Straße, du gehst nach draußen und läufst mit offenen Augen herum, dann solltest du eigentlich mal verstehen und feststellen, dass sich in der Umwelt etwas verändert.
- 1:11:02Die Blütenzeiten haben sich nach vorne verschoben. Manche Sachen blühen länger, andere Sachen blühen wesentlich eher.
- 1:11:13Jetzt gerade diese Regenmengen, viele andere Sachen. Das sind nur ein paar Beispiele von vielen Veränderungen, die wir so haben.
- 1:11:22Also, dass irgendetwas da passiert auf größerer Ebene, das sollte wohl eigentlich irgendwie jedem auffallen. Was ist der genaue Grund dafür?
- 1:11:30Lassen wir mal ausgeklammert, ob es das CO2 ist oder ob es rülpsende und furzende Kühe sind, ob es Sonnenaktivitäten sind, ist egal.
- 1:11:41Alleine die Tatsache, wenn man erwähnt, dass sich da etwas verändert, bringt Leute schon zum Explodieren.
- 1:11:50In die eine oder in die andere Richtung, ganz genau.
- 1:11:55Und das ist egal, ob das jetzt der Nachbar ist oder halt der Assi von der Tankstelle oder sonst was. Jeder hat dazu irgendwas zu sagen und jeder explodiert.
- 1:12:10Also, um deine Frage zu beantworten, Susanne, die du gestellt hast, wie wir uns das erklären, dass die Leute so sind.
- 1:12:21Zum einen ist das das Desinteresse. Das Fernsehen erklärt mir ja alles, nimmt mir das Denken ab.
- 1:12:27Ja, wieso? Hat doch hier der Onkel in den Nachrichten gesagt, dass das so ist.
- 1:12:33Oder der Wettermann oder wer auch immer, ist auch egal. Irgendein Experte, heute wird ja gerne mit Experten gearbeitet, die werden das schon wissen.
- 1:12:43Also muss das auch so sein.
- 1:12:47Ich sag mal so, vor 40, 50 Jahren ist die Religionsgläubigkeit, die Kirchengläubigkeit ersetzt worden durch Experten, durch Wissenschaftsgläubigkeit.
- 1:13:04Die haben A gegen B ausgetauscht. Das Ganze ist jetzt quasi eine Ersatzreligion.
- 1:13:14Ich könnte es auch als Aberglauben bezeichnen, ich weiß es nicht.
- 1:13:18Aber das wäre meine Erklärung, warum die Menschen sich so verhalten.
- 1:13:24Und das ist das, was ich meinte, die Haltungsbedingungen haben sich geändert.
- 1:13:31Ja, aber das ist aber auch die Suche nach einfachen Erklärungen. Einfache Erklärungen sind immer gut.
- 1:13:37Ja, weil es bequem ist.
- 1:13:40Ist das nicht vielleicht auch eine einfache Erklärung, die auch einfach erklärt, warum Menschen eine andere Meinung haben als ich selbst.
- 1:13:49Das ist die Krux an der Sache.
- 1:13:51Darauf wollte ich eigentlich hinaus. Das ist die Krux an der Sache.
- 1:13:55Das ist eine provokative Frage, weil ich finde es immer ganz wichtig, sich immer wieder an die eigene Nase zu fassen und sich Gedanken darüber zu machen, inwieweit ich selber verkürzt denke, ob ich gerade einen Tunnelblick habe.
- 1:14:16Das kann ja manchmal auch ganz nützlich sein und trotzdem ist es ja wichtig, den Blick weiterzustellen und zu kontextualisieren.
- 1:14:25Und das ist nicht immer einfach.
- 1:14:28Und in diesem Zusammenhang finde ich es auch wichtig zu schauen, was lösen eigentlich andere Meinungen in mir für Gefühle aus.
- 1:14:38Wie gehe ich damit um? Bemerke ich das überhaupt?
- 1:14:43Wenn ich das nicht bemerke, dann stelle ich mir die Frage wahrscheinlich nicht.
- 1:14:46Garantiert nicht.
- 1:14:48Ja, und ich glaube, das betrifft alle Menschen, ganz egal für CO2, gegen CO2, in welchem Lager auch immer sich jemand verortet oder ob jemand meint, ein ganz eigener Individualist zu sein.
- 1:15:11Das hat halt dazu, dass sie sich auf die Straße kleben.
- 1:15:14Ja, warum die das machen, das findest du vielleicht eher heraus, wenn du dich intensiv beschäftigst.
- 1:15:25Also nicht so viel deuten, sondern hinterfragen, was bewegt die eigentlich.
- 1:15:33Ich glaube, dass das ganz viele sind, die auch echt Angst haben. Viele junge Leute, die Angst vor ihrer Zukunft haben oder Angst davor, keine Zukunft zu haben.
- 1:15:43Oder einfach das machen, was die Gruppe ihnen sagt.
- 1:15:47Aber das machen ja auch ganz viele und es ist meiner Meinung nach auch Teil des Menschseins, macht das ja aus.
- 1:15:54Das haben wir ja schon festgestellt.
- 1:15:58Also "you lie to fit in", wie Elon Musk gesagt hat. Also machst du es halt mit.
- 1:16:11Lässt sich da von welchem Verein auch immer bezahlen, dass du dich da halt auf die Straße klebst.
- 1:16:17Ja, aber die Susanne hat da gerade richtig was Wichtiges gesagt.
- 1:16:20Wir Menschen sind Herdentiere, das hat man zu vergleichen.
- 1:16:26Es gibt genügend soziale Experimente, echte Experimente, keine YouTube-sozialen Experimente,
- 1:16:32wo man nachgewiesen hat, wenn einer so einen Leithammel macht, dann laufen viele hinterher.
- 1:16:36Die Leute, die sich auf der Straße kleben, die haben eine reelle Angst, dass sie die letzte Generation sind, die etwas verändern kann, um halt einen schlimmen Klimawandel zu verhindern.
- 1:16:55Das ist eine real existierende Angst.
- 1:16:58Und deswegen kleben sie sich fest, um den maximal unangenehmen Eingriff zu machen, um uns alle wach zu rütteln.
- 1:17:07Ja, aber wie können sie sich so sicher sein, dass das, was man ihnen da erzählt …
- 1:17:12Ja, weil die Leute auch draußen rumrennen und wehnen.
- 1:17:15Thomas, wie kannst du dir denn sicher sein, dass das, was du denkst, die Wahrheit ist?
- 1:17:20Niemand weiß, was wahr ist, weil wir so beschränkt sind.
- 1:17:27Also ich weiß, was Propaganda ist und was Lüge ist, das weiß ich mit Sicherheit.
- 1:17:33Und wenn ich das alles weglasse, wenn ich die Propaganda und die Lügen weglasse, dann habe ich die Wahrheit.
- 1:17:40Nicht unbedingt. Aber worauf ich jetzt hinaus wollte, war der Punkt gewesen, dass die Leute genauso draußen rumrennen und genauso Veränderungen in der Umwelt feststellen wie du und ich.
- 1:17:50Nur sie sehen halt so, dass etwas Schlimmes auf uns zukommt. Das sehen andere Menschen auch.
- 1:17:56Ja, weil man ihnen das eingeredet hat.
- 1:17:58Ja, weil es halt die plausibelste Erklärung dafür ist, was gerade passiert.
- 1:18:05Ja, aber du weißt nicht, was passiert. Du hast irgendwelche Computermodelle, die du mit irgendwelchen Daten gefüttert hast.
- 1:18:12Und wie wir schon festgestellt haben, Machine Learning Algorithmen sind doof und sind keine zuverlässige Quelle für eine Zukunftsvorhersage.
- 1:18:22Die Zukunft können wir nur erleben.
- 1:18:24Jetzt kommen wir zu etwas, dass wir halt in einem deterministischen Universum leben.
- 1:18:29Das sind ja tolle mathematische Begriffe.
- 1:18:32Ja, aber sie erzählen uns ja, dass es hier teilweise bis zu 80 Grad werden soll. Und das ist Quatsch. Das stimmt einfach nicht.
- 1:18:37Wer sind denn Sie, Thomas? Das ist auch was, was ich finde.
- 1:18:41Das finde ich schwierig, weil das spaltet auch. Als ob du dich separierst von dir und von den anderen.
- 1:19:00Reden wir mal ganz konkret. Ich will jetzt hier keine Namen nennen, damit wir hier keine Schwierigkeiten kriegen.
- 1:19:06Aber es gibt so gewisse Fernsehprofessoren, die sich halt hinstellen im Öffentlich-Rechtlichen und behaupten, dass wir in 20 Jahren, das war übrigens vor 20 Jahren, dass wir in 20 Jahren in Teilen der Welt über 80 Grad haben werden.
- 1:19:24Das ist Bullshit. Jetzt, 20 Jahre später, wissen wir, dass das Bullshit war. Trotzdem wird dieser Bullshit weiterhin verbreitet. Und die Leute glauben weiterhin daran.
- 1:19:34Und wenn du dir Interviews anschaust mit Leuten von der letzten Generation, wie sie sich nennen, dann wiederholen sie immer wieder diese Propaganda von vor 20 Jahren.
- 1:19:47Das ist einfach eine Lüge. Und deswegen hat das den Status einer Religion. Und du kannst mit religiösen Fanatikern nicht diskutieren und auch nicht argumentieren, weil die das nicht hören wollen.
- 1:19:59Ja, aber das kannst du mit jeder Art von Fanatikern. Und das ist die eine und die andere Seite.
- 1:20:03Genau, das sage ich ja.
- 1:20:06Wir sind uns einig, dass irgendetwas draußen vor sich geht, was nicht normal ist, weil der Rhythmus sich…
- 1:20:12Na klar, Klimawandel findet statt. Der findet statt, ob wir nun nicht mehr Auto fahren oder doch. Das spielt keine Rolle. Der wird stattfinden, so oder so.
- 1:20:22Aber die Auswirkung, ob das so schlimm wird, wie behauptet wird, das bezweifle ich. Weil nämlich so viele andere Faktoren da auch noch eine Rolle spielen.
- 1:20:34Der Golfstrom zum Beispiel. Was passiert, wenn der Golfstrom zusammenbricht? Kriegen wir eine Eiszeit.
- 1:20:40Ja, das hatten wir zweimal gehabt.
- 1:20:43Da ist dann nichts mit 80 Grad, sondern dann wird es in vielen Teilen der Welt einfach deutlich kälter.
- 1:20:49Wir sind aber auch klimatisch gesehen in einer Warmphase während einer Eiszeit. Also das ist der aktuelle Stand, wissenschaftlich gesehen. Es ist eine Warmphase innerhalb einer Eiszeit.
- 1:21:03Und wenn man da mal so schaut, an der Position, wo wir sind, ist Wasser flüssig möglich, aber eher gefroren.
- 1:21:13Genau, also das heißt, als nächstes kriegen wir wahrscheinlich wieder eiszeitliche Verhältnisse.
- 1:21:18Dann sind ja alle Vorhersagen, was das Thema Klimakatastrophe angeht, irgendwie nicht so richtig, wie es eigentlich tatsächlich dann wahrscheinlich stattfinden wird, oder?
- 1:21:29Die meisten Modelle gehen davon aus, dass es halt erst schlimmer wird, was Temperaturen angeht, und dann passiert ein Zusammenbruch.
- 1:21:38Weil das ist oft bei solchen Systemen. Dann passiert ein Zusammenbruch und dann kommt die Eiszeit.
- 1:21:47Genau.
- 1:21:50Pass auf, wir nehmen ein Pendel und das schwingt. Und du kannst so jederzeit voraussagen, in welchem Zustand das Pendel ist.
- 1:21:58Wenn du jetzt hingehst, aber eine zusätzliche Achse an das Pendel anbringst, wird das Pendel nicht mehr vorhersehbar.
- 1:22:08Genau so funktioniert unser Klima, weil wir nämlich pendeltechnisch, astrophysikalisch, auch an der Sonne mit dranhängen.
- 1:22:19Und die Sonnenwinde haben auch einen starken Einfluss auf unser Klima.
- 1:22:23Zum Beispiel.
- 1:22:25Und das, was mit den Sonnenwinden dann auch im Zusammenhang mit den anderen Planeten in unserem Sonnensystem auch passiert, weil wir da dann nämlich auch teilweise abgeschirmt werden, weil die Sonnenwinde auch abgelenkt werden.
- 1:22:36Zum Beispiel durch die Saturnringe.
- 1:22:38Durch das starke Magnetfeld der Saturn.
- 1:22:41Und der Jupiter hat ja auch nur sein Ding und so weiter.
- 1:22:44Richtig. Deswegen ist es eigentlich nicht vorhersehbar, oder was heißt ja eigentlich, es ist nicht vorhersehbar, was passieren wird.
- 1:22:50Ja genau, aber worauf ich hinaus wollte ist, du kannst bei einem normalen Pendel jederzeit vorhersagen, wo das Pendel sich befinden wird.
- 1:23:00Und dann machst du eine zusätzliche Achse dran, oder einen zusätzlichen Attraktor, dann wird das Pendel unvorhersehbar.
- 1:23:07Und das schlägt im Chaos aus.
- 1:23:09Aber du wirst immer wieder zwischendurch Perioden feststellen, wo das Ganze symmetrisch sich bewegt.
- 1:23:15Im Einklang.
- 1:23:17Und dann bricht irgendwie, durch irgendetwas, bricht das wieder ins Chaos aus.
- 1:23:23Und das gleiche ist, wenn man diese Wettermodelle durchrechnet und durchführt, hast du das auch.
- 1:23:28Du hast immer wieder Phasen, wo es gleichmäßig ist, stabil ist, und dann bricht das wieder ins Chaos aus.
- 1:23:34Und jetzt haben die Leute Angst, dass dadurch, dass wir der Atmosphäre ermöglichen, immer mehr Energie aufzunehmen,
- 1:23:42und das ist ja durch das CO2 und durch andere Klimagase, dass wir diesen Prozess beschleunigen,
- 1:23:50dass wir schneller in dieses Chaos wieder zurückfallen.
- 1:23:53Und dass dann die stabile Warmzeit, nein, Eiszeit zu Ende ist.
- 1:23:59Genau. Und du hast jetzt was Wichtiges gesagt.
- 1:24:02Die Leute haben Angst.
- 1:24:05Was ist ein sehr mächtiges Werkzeug?
- 1:24:08Angst.
- 1:24:10Wie steuert man Massen?
- 1:24:12Und man kann das Verhalten von Massen vorhersagen, dem man ihnen Angst macht.
- 1:24:19Ja, sie sind einfacher zu lenken, wenn sie Angst haben.
- 1:24:22Richtig. Deswegen, die Haltungsbedingungen haben sich verändert.
- 1:24:29Du willst Kontrolle ausüben, du willst bestimmte Strukturen neu auferrichten,
- 1:24:38du willst die Menschenhaltung verändern. Wie machst du das? Mit Angst.
- 1:24:45Ja, weil es effektiv ist und gut funktioniert.
- 1:24:48Richtig. Und es funktioniert super.
- 1:24:50Insofern kann man eigentlich den Menschen, so wie sie sich jetzt verhalten, kann man ihnen das nicht vorwerfen.
- 1:24:58Nein.
- 1:25:01Sie werden programmiert und sie merken es gar nicht. Und sie machen es sogar teilweise freiwillig mit.
- 1:25:07Ja, weil es einfacher ist. Das ist es.
- 1:25:11Genau. Und dann sind wir wieder bei dem Foucault.
- 1:25:13Macht und Wissen.
- 1:25:17Ja, also wenn man das dann abstrahiert, dann müsste man eigentlich zum Schluss kommen.
- 1:25:29Also ich komme für mich jedenfalls zum Schluss, dass ich glaube, dass das hier alles gesteuert wird.
- 1:25:40Es werden neue Haltungsbedingungen für uns Menschen errichtet gerade. Wir sehen das. Wir können das sehen überall.
- 1:25:45Ich glaube nicht, dass das gesteuert ist. Ich glaube, dass es ein dynamischer Prozess ist, der einfach alleine läuft.
- 1:25:54Weil es gibt so eine Ökonomie-Theorie, dass ich immer das durchsetze, wo ich am wenigsten Energie reinstecken muss.
- 1:26:07Also wenn ich jetzt ein Problem habe und ich finde eine Lösung, die am wenigsten Energie, also Ressourcen oder Energie verbraucht,
- 1:26:13wird sich dieses als Lösungsansatz durchsetzen.
- 1:26:16Und ich glaube einfach, weil sich selber Gedanken über alles Mögliche zu machen aufwendiger ist,
- 1:26:24als wenn ich das akzeptiere, was mir vorgesetzt wird als Lösung.
- 1:26:30Das ist ein einfacher Weg, dass wir deswegen in der Bredouille sitzen, in der wir zurzeit sind,
- 1:26:37was Bildung angeht und die Wichtigkeit, weil die Lösung so einfach ist.
- 1:26:44Ich weiß es nicht, wer hat das gesagt mit der Ökonomie?
- 1:26:51Mit was?
- 1:26:56Das Gesetz der Ökonomie, dass Lösungen, die wenig Ressourcen verbrauchen, immer die sind, die sich durchsetzen werden.
- 1:27:06Das klingt ja auch ganz logisch, wenn du wenig reinsteckst.
- 1:27:10Das scheint mir ja das Gesetz des Kapitalismus zu sein.
- 1:27:15Ich stecke wenig rein und bekomme maximal was raus.
- 1:27:20Das sind zehn fundamentale ökonomische Gesetze von Ludwig von Nises.
- 1:27:27Siehst du?
- 1:27:29An dem Punkt bin ich auch.
- 1:27:31Du guckst auch parallel.
- 1:27:33Ich hab die jetzt gemeinsam gegoogelt.
- 1:27:35Aber es gibt auch hier diese Verhandlungsformel der Ferenghi und da gibt es auch solche Grundsätze.
- 1:27:42Wie viele Regeln sind das?
- 1:27:4598 oder waren es 99?
- 1:27:4999 oder 298?
- 1:27:51Das ist eine total krumme Zahl.
- 1:27:54Verhaltensregeln.
- 1:27:57Wie heißen die bei den Ferenghi?
- 1:28:01Das gucke ich jetzt, der nächste.
- 1:28:03Ferenghi Erwerbsregeln der Ferenghi.
- 1:28:06Hier ist Star Trek, oder?
- 1:28:08Ja, das ist aber auch Star Trek.
- 1:28:10Die Erwerbsregeln der Ferenghi.
- 1:28:13Gelegentlich auch heilige Regeln des Erwerbs sind ein Leitwerk für die Geschäftsbeziehungen der Ferenghi und haben in der Ferenghi-Allianz in etwa den Status von Gesetzen.
- 1:28:21Die Einhaltung der Regeln wird ebenso wie die Einhaltung der Ferenghi-Satzung von den Liquidatoren der Ferenghi-Handelsbehörde überwacht.
- 1:28:28Ja, wir wollten mal wissen, wie viele Regeln es gibt.
- 1:28:31Die Regeln sind gar nicht so viele.
- 1:28:34Es sind nur 289.
- 1:28:36Siehst du, ich meinte, das war doch 89.
- 1:28:38Erst schießen, dann den Profit ausrechnen.
- 1:28:41Siehst du, selbst die haben, selbst eine fiktive Rasse hat halt quasi Regeln dafür.
- 1:28:51Regel Nummer eins.
- 1:28:53Geld und Gold, das mag ich sehr und habe ich es erst von anderen, gebe ich es nicht mehr her.
- 1:28:59Ja.
- 1:29:01Regel Nummer drei.
- 1:29:04Gib niemals mehr für einen Erwerb aus, als es unbedingt sein muss.
- 1:29:09Regel Nummer sieben. Halte deine Ohren offen.
- 1:29:12Hat das tatsächlich jemand 298 Regeln aufgeschrieben?
- 1:29:18Naja, also die haben aus den verschiedenen Deep Space Nine Folgen, haben sie die Sachen zusammengetragen.
- 1:29:26Die Sachen zusammengetragen und es sind 289 Regeln, aber sie haben nicht alle 289 hier, sondern es sind dann vielleicht 20 oder 30.
- 1:29:37Aber selbst da gibt es ja eine Regel, ich weiß gar nicht, wie die ist, aber die sagt ja aus, dass man halt nur so und so viel reinstecken soll, um das Maximale rauszuholen.
- 1:29:48Also ich muss schon sagen, Chapeau an die Drehbuchautoren von Star Trek.
- 1:29:54Die haben halt dort, ich sag mal nach allen Regeln der Kunst mit viel Wissen und auch Witz den Kapitalismus auf die Schippe genommen.
- 1:30:06Bei den Ferengi definitiv.
- 1:30:08Genau, bei den Ferengis.
- 1:30:10Und da sind wir auch wieder an dem Punkt, Frauen dürfen keine Kleidung tragen.
- 1:30:14Ja genau, genau das ist dann nämlich der Fall. Die dürfen die Frauen nämlich keine Kleidung tragen. Und oh, ein Weibchen, das Geschäfte macht, das geht ja gar nicht.
- 1:30:23Genau.
- 1:30:25Und wenn man heutzutage mal an der Universität guckt, dann siehst du halt mehr Kommilitonen als Kommilitonen.
- 1:30:35In vielen Bereichen.
- 1:30:37Ja und ich finde halt die Regeln, die sie da genannt haben, die sind sehr interessant. Regel 190, höre alles, glaube nichts.
- 1:30:50Ja, das ist eine schöne Regel, oder? Finde ich.
- 1:30:57Oder Regel Nummer 203, das sollte man auf jeden Fall beherzigen. Neue Kunden sind wie Greywürmer mit rasierklingenscharfen Zähnen. Sie können sehr saftig sein, aber manchmal beißen sie auch zurück.
- 1:31:09Und manchmal ist das einzige, was gefährlicher als eine Frage ist, eine Antwort.
- 1:31:17Ja, deswegen ist es besser, wenn man fragt, erst gar nicht.
- 1:31:24Ich finde es wichtig, ich finde das hat Susanne auch schön auf den Punkt gebracht, man sollte nicht aufhören, Fragen zu stellen und sich auch selber natürlich zu fragen.
- 1:31:34Sich selber zu hinterfragen, das ist ganz wichtig.
- 1:31:36Sich selber zu hinterfragen.
- 1:31:38Aber andere Leute haben eher so die Mentalität, ich stelle erst gar nicht die Frage, weil die Antwort könnte mir ja nicht gefallen.
- 1:31:44Richtig.
- 1:31:46Das ist so wie früher, Papa, darf ich heute länger Fernsehen gucken? Ja, muss Mama fragen. Nee, da traue ich mich nicht.
- 1:31:55Weil du die Antwort weißt. Nö.
- 1:31:57Aber ich glaube, das ist jetzt ein gutes Schluss-Zitat-Wort.
- 1:32:07Wir haben jetzt 90 Minuten.
- 1:32:14Ich denke auch, wir sind damit quasi mit dem Regeln der Ferengis quasi wieder zum Anfang des Gesprächs gekommen.
- 1:32:23In der Ferengi-Gesellschaft hat sich ja im Laufe der Deep Space Nine Staffeln auch eine Revolution vollzogen, die Frauen haben sich dort auch emanzipiert.
- 1:32:33Stimmt, die war sogar großer Nagus.
- 1:32:39Pass auf, ich finde das so interessant, weil sie dort nämlich festgestellt haben, 50 Prozent unserer Ferengi-Bevölkerung macht keinen Profit.
- 1:32:51Wäre es nicht besser, wenn 100 Prozent konsumieren würden und arbeiten gehen würden?
- 1:32:57Genau dasselbe ist bei uns Menschen auch passiert.
- 1:33:00Die Menschenhaltungsbedingungen haben sich geändert.
- 1:33:04Frauen dürfen auf einmal arbeiten gehen, dürfen ihr eigenes Einkommen haben.
- 1:33:09Okay, dann haben sie keine Zeit mehr für die Aufzucht von Kindern.
- 1:33:13Das muss da halt irgendwie anders geregelt werden.
- 1:33:15Damit kann man auch Profit machen.
- 1:33:17Das hat schon sehr, sehr starke Parallelen zu unserer Realität, würde ich sagen.
- 1:33:27Da haben sich schon sehr viele Beobachtungen einfließen lassen, über die man, finde ich, mal nachdenken könnte.
- 1:33:34Das wäre ein gutes Thema für eine einständige Folge. Die latente Misogynie in der Gesellschaft.
- 1:33:40In der deutschen Gesellschaft.
- 1:33:42Ich lebe nur in der deutschen, vielleicht noch im Internet.
- 1:33:49Vielleicht auch bei den Schweizern. Die Österreicher sind ja auch immer schlecht drauf, oder? War das nicht so?
- 1:33:59Das weiß ich gar nicht. Müssen wir Tobi fragen, der kennt sich daraus.
- 1:34:02Ich kenne nicht so viele Österreicher.
- 1:34:04Ja.
- 1:34:07In diesem Sinne.
- 1:34:09Bedanken wir uns bei Susanne.
- 1:34:13Vielen Dank, Susanne.
- 1:34:15Danke, dass ich dabei sein durfte.
- 1:34:18Du kannst ruhig öfters kommen.
- 1:34:19Ja, gerne. Das macht, glaube ich, Spaß. Kann ich mir vorstellen.
- 1:34:25Ja, das ist gut. Ich fand deine Wortbeiträge sehr gut. In einer sehr eloquenten Art und Weise.
- 1:34:34Danke.
- 1:34:36Beim Thema Misogynie bin ich gerne mit dabei. Keine Frage.
- 1:34:43Da freut sich auch NRW Vision, weil die sagen immer, ja, ihr müsst doch mal eine Frau fragen.
- 1:34:48Wobei Misogynie kein spezielles Frauenthema ist, oder?
- 1:34:55Das ist ja die allgemeine Übellaunigkeit.
- 1:34:59Ne, das ist der krankhafte Hass von Männern gegenüber Frauen.
- 1:35:02Genau.
- 1:35:04Und das ist natürlich auch ein Männerthema, weil...
- 1:35:08Weil Männer kranker Frauen hassen.
- 1:35:12Genau, deswegen...
- 1:35:13Das muss ich jetzt googeln. Misogynie, Misogynie Substantiv, ist feminin übrigens.
- 1:35:19Krankhafter Hass von Männern gegenüber Frauen.
- 1:35:22Aber das geht auch andersrum, habe ich gelernt.
- 1:35:26Natürlich. Es geht alles vorwärts und rückwärts und andersrum.
- 1:35:31Hat nur einen anderen Namen. Läuft aber etwas selber hinaus.
- 1:35:36Ja, dann sind wir wieder bei der Spaltung der Gesellschaft.
- 1:35:41Ja, das ist übrigens auch ein Thema für eine andere Sendung.
- 1:35:44Macht's gut.
- 1:35:46Macht's gut.
- 1:35:48Bis zum nächsten Mal. Tschüssi.
- 1:35:50Tschüss.
- 1:35:52Moralisch inkorrekt. Ein fragwürdiger Podcast. Ein zweifelhaftes Verlauf. Total falsch und moralisch verwerfend.
- 1:36:06Untertitel von Stephanie Geiges