Latest / VerkehrsRundschau Funk / #376: Wie Emissionsdaten Transportentscheidungen verbessern
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- 0:17Und ich bin Christian Bonk, freier Journalist und auch schon lange in der Logistik-Branche unterwegs.
- 0:22Heute sprechen wir über ein Thema das in der Transportlogistik zunehmend in den Fokus rückt – die Emissionsdaten.
- 0:29Bisher wurden CO²-Werte vor allem für Nachhaltigkeitsberichte und Scope III-Bilanzen erhoben Doch inzwischen stellt sich immer häufiger die Frage, wie sich diese Daten schon vor einer Buchung für konkrete Transportentscheidungen nutzen lassen – etwa bei der Wahl von Verkehrsträgern, Services oder zusätzlichen Reduktionsmaßnahmen.
- 0:49Die aktuelle Lage zeigt jedoch sehr große Diskrepanz zwischen Anspruch und Umsetzung bei der Verminderung von Treibhausgasemissionen.
- 0:58Die BVL-Studie Trends und Strategien in Logistik & SCM, im Jahr twenty-fünfundzwanzig zu zweit, also Supply Chain Management, kommt zu einem klaren Ergebnis.
- 1:10Rund achtzig Prozent der befragten Unternehmen haben konkrete CO²-Reduktionsziele aber nur achtundzwantig, zwei Prozent bewerten ihren Umsetzungsstand als hoch oder sehr hoch.
- 1:22Gleichzeitig rückt der Kostendruck immer stärker in den Fokus und liegt inzwischen auf Platz drei, der wichtigsten Trends im Logistik- und Supply Chain Management.
- 1:31Und trotz diesen wirtschaftlichen Randbedingungen wächst der Handlungsdruck denn die physischen Folgen des Klimawandels treffen die Lieferketten selbst.
- 1:39Niedrigwasser auf dem Rhein, Dürre am Panama Kanal oder Typhune in Asien können Kapazitäten einschränken, Transporte verzögern und zusätzliche Kosten verursachen.
- 1:51Klimaschutz ist für die Logistik damit nicht nur eine Frage von Berichtspflichten und Nachhaltigkeitszielen, sondern berührt zunehmend auch das eigene Geschäft.
- 2:00Und damit stehen die Unternehmen dann vor der sehr praktischen Frage Wie können Sie Transportemission reduzieren ohne Kosten, Laufzeiten und Lieferzuverlässigkeit aus dem Blick zu verlieren?
- 2:12Damit Emissionsdaten dabei überhaupt helfen können müssen sie vergleichbar und nachvollziehbar sein.
- 2:17Mit der ISO-Norm vierzehntnulldreienachtzig gibt es dafür einen internationalen Standard für die Berechnung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen entlang von Transportketten.
- 2:27Seit Juni zwanzig sechstenzwanzig schafft zudem die Verordnung Count Emissions EU einen einheitlichen europäischen Rahmen, der auf diesem Standard aufbaut.
- 2:36Die Entwicklung geht damit in eine klare Richtung.
- 2:39Emissionsabgaben sollen besser vergleichbar werden und möglichst schon dort zur Verfügung stehen wo die eigentliche Transportentscheidung fällt.
- 2:47Doch selbst mit einheitlichen Standards ist die Sache in der Praxis nicht ganz einfach.
- 2:52Vor einer Buchung liegen häufig noch nicht alle Informationen über den konkreten Transport vor, eine frühe Emissionswert basiert deshalb teilweise auf anderen Daten als der Wert nach Abschluss eines Transports.
- 3:04Für Verlader stellt sich also auch die Frage wie belastbar muss ein Wert sein damit er tatsächlich bei einer Transportentscheidung helfen kann?
- 3:12Ja genau!
- 3:12Selbst dann wenn die Emissionen transparent sind stellt sich die nächste Frage Wo lässt sich tatsächlich reduzieren?
- 3:18Die Möglichkeiten reichen von operativen Veränderungen, etwa einer besseren Konsolidierung oder einem Wechsel des Verkehrsträgers bis hin zum Einsatz alternativer Kraftstoffe.
- 3:28Auch Instrumente wie Book & Claim können eine Rolle spielen – insbesondere wenn sich Route- oder Transportmodus nicht ohne Weiteres verändern lassen!
- 3:37Und genau hier kommt dann die Praxis ins Spiel.
- 3:40Speditionen und digitale Transportplattformen integrieren Emissionsdaten zunehmend direkt in ihre Prozesse, Verlader können dadurch beispielsweise schon bei einer Frachtaufschreibung oder im Buchungsprozess CO-Werte berücksichtigen und teilweise auch Reduktionsoptionen auswählen.
- 4:00Inwieweit das heute schon praktiziert wird, wo die Grenzen liegen und ob Emissionsdaten tatsächlich zur anderen Transportentscheidung führen.
- 4:07Das wollen wir uns heute mal genauer anschauen.
- 4:09Unser Gesprächspartner dafür ist Christian Volp Senior Sustainability Manager bei FORTO und Experte für internationale Transportketten- und Emissionsdaten.
- 4:19FORTO setzt stark auf digitale Technologien und entwickelt unter anderem KI gestützte Lösungen für die Steuerung von Transportprozessen.
- 4:29Über die digitale Plattform des Unternehmens können Kunden ihre Sendungen buchen, verfolgen und zentral verwalten.
- 4:36Herr Volp schön dass Sie heute bei uns sind.
- 4:39Danke.
- 4:39ich freue mich sehr auf das Gespräch
- 4:41Und auch von mir ein herzliches Willkommen Herr Volp.
- 4:44Ja danke schön.
- 4:45Fangen wir gleich an mit der ersten Frage Welche Emissionsdaten können Unternehmen heute schon vor einer Transportbuchung erhalten?
- 4:52Wie verändern sich diese Werte im Laufe und nach Abschluss des Transports?
- 4:58Vor der Buchung arbeiten wir zunächst mit einem Planwert, denn zu diesem Zeitpunkt fehlen zwangsläufig noch Informationen.
- 5:07In der Seefracht zum Beispiel fehlen häufig noch konkrete Daten zum Schiff das eingesetzt werden soll und deshalb basiert die erste Berechnung dann meistens auf standardisierten Durchschnittswerten.
- 5:21Bei uns wird erkundet diesen Wert direkt auf der Sendungsebene in der Plattform Und im Verlauf des Transports werden die Daten dann schrittweise präzisiert.
- 5:30Gerade in der Seefracht haben wir inzwischen einen sehr hohen Reifegerat bei den Eingangsdaten, sobald die Informationen dann verfügbar sind fließen sie beispielsweise gefahrene Distanz aus dem AIS-Shifts Tracking also quasi Satellitentracking und spezifische Emissionsfaktoren in die Berechnung ein und dadurch wird der Wert im Laufe des Transports dann immer granularer.
- 5:55Planwert und später präzisierter Wert erfüllen dabei aber unterschiedliche Funktionen.
- 6:01Der Planwert kann bei Auswert- und Vergabe helfen, der spätere Wert dann beim Reporting unter Analyse.
- 6:08Okay interessant!
- 6:09Und wie sieht das in der Luftfracht aus?
- 6:12Dort arbeiten wir aktuell noch mit standardisierten Branchen Durchschnittdaten.
- 6:18Gemeinsam mit unserem Partnern arbeiten wir gerade schon daran künftig stärker Primärdaten von Yata CO-Connect einzubinden und diese ebenfalls an unsere Kunden weitergeben zu können.
- 6:32Ja, gehen wir mal zu den CO-Daten.
- 6:34Wie werden solche Daten heute tatsächlich genutzt?
- 6:37Fließen Sie wirklich schon in die Ausschreibung und Transportentscheidungen ein oder dienen sie bislang vor allem dem Reporting?
- 6:45Beides!
- 6:46Das Skupdreireporting ist nach wie vor ein sehr wichtiger Anwendungsfall.
- 6:51Wir sehen aber deutlich, dass Kunden die Daten zunehmend schon vorher abfragen.
- 6:56In Ausschreibungen oder bei einzelnen Preisanfragen und teilweise auch bei konkreten Sendungen.
- 7:02Bei einigen Luftfrachtkunden werden die Emissionen beispielsweise zusammen mit dem Angebot abgefragt und fließen dann auch in die Vergabeentscheidung mit ein.
- 7:12Man muss aber natürlich realistisch bleiben.
- 7:14Preis, Superlässigkeit und Service haben heute meist noch ein deutlich höheres Gewicht in der Entscheidung.
- 7:21Trotzdem verändert sich was.
- 7:24Vor einigen Jahren waren detaillierte CO-Zweifragen in Tendern eher eine Randnotiz, inzwischen enthalten nach unserer Erfahrung rund zehn Prozent der größeren Ausschreibungen konkrete Fragen zu CO-Transparenz und Reduktionsmöglichkeiten.
- 7:41Und nehmen wir mal an, zwei Logistik-Dienstleister nennen für denselben Transport unterschiedliche CO² Werte.
- 7:48Woran kann ein Verlader dann erkennen welcher Wert belastbar und vergleichbar ist?
- 7:53Das ist tatsächlich eine der wichtigsten Fragen.
- 7:56Ein Wert kann nämlich mit zwei Stellen nach dem Komma sehr präzise aussehen und trotzdem schlecht vergleichba sein wenn dahinter unterschiedliche Methoden oder Systemgrenzen stehen.
- 8:07Ich würde deshalb auf einige grundlegende Dinge achten.
- 8:11Erstens wird nach einer anerkannten Methodik gerechnet, beispielsweise nach dem GLEC Framework, welches auf der ISO- fortheziohn-nulldreiundachtzig basiert.
- 8:21Das GLECK Framework ist ein international etabliertes Rahmenwerk für die Berechnung und Berichterstattung von Logistikemissionen.
- 8:29Zweitens sollte man darauf schauen welche Transportabschnitte sind in der Emissionsberechnung enthalten?
- 8:34Nur der Hauptlauf oder auch Vor- und Nachlauf?
- 8:38Und drittens wird nach dem World to Wake Ansatz gerechnet, also werden die Emissionen entlang der gesamten Kraftstoffkälte erfasst von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung des Kraftstoffs bis zu seiner Nutzung oder eben nicht.
- 8:54Ja daraus ergibt sich natürlich wirklich die Frage nach der Qualität der Eingangsdaten.
- 9:00ist es richtig?
- 9:03Im Kern brauche ich pro Transportabschnitt drei Aspekte Distanz die transportierte Frachtmenge und einen geeigneten Emissionsfaktor.
- 9:14Bei diesem Faktor kann es dann aber große Unterschiede geben vom Durchschnittswert, den man zum Beispiel auch im GLAG Framework findet bis hin zu schiffsspezifischen Faktoren oder detaillierten Kraftstoffmodellen.
- 9:26Und ganz wichtig ist an der Stelle auch wenn man Durchschnitzwerte benutzt, dann sollten solche auch erkennbar gemacht werden als Transparenz ist aus meiner Sicht mindestens genauso wichtig wie die Zahl selbst.
- 9:40Seit Juni gibt es mit COUNT EMISSIONS EU einen einheitlichen europäischen Rahmen, Ist das Problem der Vergleichbarkeit damit im Grunde gelöst?
- 9:49Es ist auf jeden Fall ein toller und großer Schritt nach vorn aber ich würde nicht sagen dass dieses Problem damit komplett gelöst ist.
- 9:58COUNT EMISSIONs EU schafft eine gemeinsame methodische Grundlage, die auf der ISO.
- 10:06Das hilft, weil der Markt sich stärker auf eine gemeinsame Sprache und Berechnungslogik verständigen kann.
- 10:12Weil ständig vergleichbar werden die Ergebnisse dadurch aber noch nicht, denn auch innerhalb eines einheitlichen Rahmens können Berechnungen auf unterschiedlich granularen Datengrundlagen beruhen.
- 10:23D.h.,
- 10:24drei Anbieter können beide die Vorgaben einhalten und trotzdem zu unterschiedlich belastbaren Ergebnissen kommen.
- 10:31Ich glaube deshalb, dass sich der Wettbewerb ein Stück weit verschieben wird.
- 10:36Wenn die Methodik stärker standardisiert ist werden die Qualität und Aufbereitung der Daten umso wichtiger.
- 10:43Entscheidend wird künftig wer sie so bereit stellt.
- 10:47das verladert damit tatsächlich fundierte Transportentscheidungen treffen können.
- 10:51Jetzt kommen wir nochmal zur Basis.
- 10:53quasi welche konkreten Möglichkeiten sind aus ihrer Sicht denn die wichtigsten die Unternehmen heute haben?
- 10:59um ihre Emissionen in der See- und Luftfracht zu reduzieren.
- 11:02Welche Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht besonders wirksam?
- 11:07Ich würde immer zuerst auf die operativen Ansatzpunkte schauen, kann ich Transporte vermeiden oder Sendungen besser konsolidieren?
- 11:15Kann ich einen anderen Verkehrsträger wählen?
- 11:18oder gibt es bei Route oder Service eine emissionsärmere Alternative?
- 11:23Das sind so Fragen wie man sich da stellen kann.
- 11:25Gerade beim Verkehrsträter liegen enorme Unterschiede.
- 11:29Bei einer typischen zehn Tonnensendung von Fernostasien nach Nordeuropa reden wir grob über eine Tonne CO-II-Equivalente, die in der Seefracht anfallen.
- 11:39Auf der Schiene sind es etwa drei Tonnen in der Luftfracht mehr als fünfzig Tonnen.
- 11:44Das heißt natürlich nicht dass man Luftfrachten einfach ersetzen kann.
- 11:47wenn ein Ersatzteil beispielsweise dringend gebraucht wird oder eine Lieferkette auf eine bestimmte Laufzeit abgestimmt ist dann brauche ich möglicherweise weiterhin die Luftkracht.
- 11:57Aber vielleicht muss eben nicht jede Sendung per Luftfracht laufen.
- 12:02Und dort, wo die Transporte sich operativ nicht verändern lassen kommen alternative Kraftstoffen ins Spiel Bio-Fuel in der Seefracht oder SAF in der Luftfrucht.
- 12:13damit gibt es auch für zeitkritische Transporte Möglichkeiten zur Emissionsreduktion ohne Route Laufzeit oder Transportmodus verändern zu müssen.
- 12:23Hätten Sie ein Beispiel aus der Praxis, bei dem Emissionsdaten tatsächlich zu einer anderen Transportentscheidung geführt haben und sich vielleicht sogar Emissionen und Kosten gleichzeitig reduzieren ließen?
- 12:35Ja.
- 12:36Ein gutes Beispiel ist hier ein Unternehmen das größere Mengen an Komponenten aus Asien nach Europa importiert.
- 12:43Da schauen wir eben nicht nur auf eine einzelne Relation und fragen was es hier die Emissionsärmste Option sondern Wir betrachten Lieferkette insgesamt und steuern je nach Strecke, Dringlichkeit und Inkoterm unterschiedlich.
- 12:58Auf der Hauptstrecke zur See setzen wir zum Beispiel gezielt Biokraftstoffe ein.
- 13:03Das senkt die fossilen Emissionen und kann sich gleichzeitig wirtschaftlich rechnen weil wir das bei FORTO mit den Kosten für den europäischen Emissionshandels errechnen.
- 13:12Im Nachlauf schauen wir uns dann sehr konkret die Emissionsdaten an und prüfen wie ein Modalschift von der Straße auf die Schiene sinnvoll ist.
- 13:21Je nach Relation lässt sich dann damit ein erheblicher Teil der Emissionen im Hinterland Transport einsparen.
- 13:29Und wir arbeiten bewusst nicht nur mit einer Einheitslösung, je nach Dringlichkeit, Lieferbedingungen und Budget kommen unterschiedliche Reduktionsstufen zum Einsatz.
- 13:39Am Ende entsteht also eine Art Entscheidungsmatrix.
- 13:43Welche Transportlösungen passt zu welcher Sendung?
- 13:45So lassen sich CO₂-Emissionen deutlich reduzieren regulatorische Kosten im Blick behalten und gleichzeitig Frachtkosten und Zuverlässigkeit der Lieferkette austarieren.
- 13:56Ja, da sind wir genau bei einem der wichtigsten Themen der Branche, der intermodale Verkehr einfach, der Wechsel der Verkehrsträger.
- 14:05Wie ist es aus Ihrer Erfahrung wenn eine bestimmte Route nicht auf einen anderen Verkehrsträger übertragbar ist, kommen alternative Kraftstoffe ins Spiel.
- 14:16Wie funktioniert dabei Book & Claim konkret?
- 14:20Book and Claim bedeutet im Grunde dass der alternative Kraftstoff nicht physisch genau das Schiff oder Flugzeug antreiben muss auf dem meine Ware transportiert wird.
- 14:31Der Kraftstoff wird dort eingesetzt wo er verfügbar und die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist.
- 14:37Daraus entstehende Emissionsreduktion werden dann über ein dokumentiertes Registrierungssystem einem Kunden bzw.
- 14:44einer Transportmenge zugeordnet.
- 14:47Für den Verlader hat das einen großen operativen Vorteil, rote Laufzeit- und Transportmodus müssen nicht verändert werden.
- 14:56Bei FORTO setzen wir diesen Ansatz sowohl für nachhaltige Biokraftstoffe in der Seefracht als auch für SAF in der Luftfracht ein.
- 15:05Die Reduktionsoptionen sind direkt in unsere Plattform integriert Und Kunden können also bei der Buchung auswählen, ob und in welchem Umfang Emissionen über alternative Kraftstoffe reduziert werden sollen anstatt dafür einen separaten manuellen Prozess aufbauen
- 15:20zu müssen.
- 15:21Gerade Book & Claim ist für viele noch erklärungsbedürftig denke ich.
- 15:26wie stellen Sie sicher dass die ausgewiesene Reduktion nachvollziehbar ist?
- 15:31Der entscheidende Punkt ist die Dokumentation.
- 15:35Bei Book&Claim findet eine reale Emissionsreduktion im Transport- und Kraftstoffsystem statt.
- 15:40Die Reduktion muss dabei eindeutig zugeordnet werden und darf nicht mehrfach beansprucht werden.
- 15:47Wir arbeiten deshalb mit zertifizierten Kraftstoffen und entsprechenden Nachweisen, die eingesetzten Kraftstoffe sind nach anerkannten Standards wie zum Beispiel ISCC-Zertifiziert Und außerdem lassen wir unsere Produkte und die Serviceabwicklung unabhängig prüfen.
- 16:04Okay, und wie läuft das dann bei Ihren Kunden weiter?
- 16:08Wie weist der Kunde eine solche Reduktion aus wenn sein konkreter Transport physisch möglicherweise weiterhin mit fossilen Kraftstoff durchgeführt wurde.
- 16:21Im Rahmen des sogenannten Dual Reporting ist hier eine getrennte Darstellung von Emissions- und Emissionsreduktionen besonders wichtig.
- 16:29Auf der einen Seite steht der fossile Footprint des konkreten Transports und auf der anderen die über Book and Claim zugeordnete Reduktion.
- 16:39Sie wird also nicht einfach mit dem ursprünglichen fossilen Footprint verrechnet und abgezogen, sondern separat ausgewiesen und dokumentiert.
- 16:48Okay nun wissen wir alle dass viele Unternehmen derzeit stark unter Kostendruck stehen.
- 16:55Wie sollten diese vorgehen, wenn Sie Ihre Transportemission reduzieren wollen aber nicht unbedingt für jede Sendung zusätzliche Budgets zur Verfügung haben?
- 17:06Wenn die operativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und es um kostenpflichtige Reduktionsoptionen geht dann muss man nicht sofort auf maximale Reduktion setzen.
- 17:17Wir sehen bei unseren Kunden häufig dass sie mit einem kleineren Anteil beginnen und ihr Budget über die Zeit erhöhen.
- 17:23Bei uns können Kunden in der Seedracht beispielsweise zwischen unterschiedlichen Reduktionsstufen wählen.
- 17:30Mit fünf Prozent, fünf bis fünfzig Prozent oder achtzig Prozent Emissionsreduktionen, das ermöglicht einen schrittweisen Einstieg, der zum verfügbaren Budget passt.
- 17:41Hilfreich ist auch Einkauf und Nachhaltigkeit bei der Budgetplanung zusammenzubringen.
- 17:47Manche Unternehmen schaffen dann ein separates Klimabudget zusätzliche Ausgaben für Emissionsreduktionen nicht unmittelbar im Konflikt mit den klassischen Kostenzielen, die der Einkauf hat.
- 18:00Jetzt sind Bio-Fuel Lösungen zunächst natürlich mit mehr Kosten verbunden.
- 18:05Verändert der EU-Emissionshandel diese Rechnung inzwischen?
- 18:10Ja!
- 18:10In der Seefracht Herr Ursacht.
- 18:12CO² über den EU-Emmissionshandeln in der Tat konkrete Kosten bei Inner-EU-Transporten, EU-Import und EU-Export.
- 18:21Bei den BioFuel-Optionen, die wir anbieten kann aber der entsprechende EOETS Zuschlag entfallen und damit einen Teil des Mehrpreises kompensieren.
- 18:31Man sollte also nicht nur auf den Aufpreis für die alternativen Kraftstoffe schauen sondern die Gesamtkosten.
- 18:39Das waren jetzt schon wirklich viele Einblicke.
- 18:43vielleicht als abschließende Frage wenn Sie einige Jahre nach vorne schauen Werden Emissionsdaten künftig bei Transportentscheidungen genauso selbstverständlich berücksichtigt wie Preis, Laufzeit und Zuverlässigkeit?
- 18:56Ich glaube das CO²-Transparenz zunehmend zu einer Standardanforderung wird.
- 19:02Aber ich rechne nicht damit dass der CO² Wert kurzfristig genau so stark gewichtet wird wie preis, laufzeit oder zuverläßigkeit.
- 19:10Dafür ist auch gerade der wirtschaftliche Druck einfach zu hoch.
- 19:15langfristig wird CO² aus meiner Sicht aber ein selbstverständlicher Teil dieser Abwägung werden.
- 19:22Die großen technologischen Veränderungen in See und Luftfracht werden Zeit brauchen, und deshalb müssen wir in den kommenden Jahren zweigleisig fahren.
- 19:30Zum einen müssen wir die Transportentscheidungen mit den Möglichkeiten verbessern, die wir heute schon haben und zum anderen gleichzeitig die Umstellung auf neue Kraftstoffe- und Antriebstechnologien weiter vorantreiben.
- 19:46Dann Herr Volp, danken wir Ihnen für Ihre Zeit und die Einblicke.
- 19:51Sehr gerne!
- 19:51Vielen Dank für die Einladung.
- 19:54Ihnen allen ganz herzlichen Dank fürs Zuhören – das war Verkehrsrundschau-Funk für heute.
- 20:00Bis zum nächsten Mal auf unserem Kanal.
- 20:02Tschüss.