Latest / Gin And Talk / Tom Gaebel über Musik, Sinatra und die Pandemie
Transcript
- 0:00Speaker 1: Es war nicht so, dass ich mit fünf, sechs oder zehn schon gedacht habe.
- 0:03Speaker 1: Ich werd mal Musiker!
- 0:04Speaker 1: Also das war nicht ein langfristiger Plan.
- 0:07Speaker 1: In vieles in meinem Leben bin ich so reingerutscht und gestolpert auch mal glücklicherweise.
- 0:11Speaker 1: Oder Leute haben mir einen Tritt in den Hintern gegeben.
- 0:13Speaker 1: Und bisher ist es alles immer Gott sei Dank ganz gut verlaufen.
- 0:16Speaker 1: Ich freue mich allerdings auf den Tag wo es dann endlich wieder losgehen soll.
- 0:20Speaker 1: Das wird mit Sicherheit irgendwo auf einer Bühne draußen sein.
- 0:22Speaker 1: In was für eine Besetzung auch immer.
- 0:23Speaker 1: Dann heißt es mal wieder bisschen Musik machen für die Leute und ich hoffe... Die Leute haben es nicht vergessen, wie schön das ist wenn man Musik sich live mit einer Band anhören kann.
- 0:33Speaker 0: Herzlich willkommen!
- 0:34Speaker 0: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich an unseren heute coronabedingt virtuellen Bartresen gehen möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:42Speaker 0: Tom Gäbel auch bekannt als Dr.
- 0:44Speaker 0: Swing ist Sänger, Musiker und Entertainer.
- 0:47Speaker 0: Seit seinem Debütalbum im Jahr zwei Tausend Fünf begeistert der gebürtige Gelsin Kirchner mit seiner unnachahmlichen Stimme und wird dabei immer wieder mit seinem großen Idol Frank Sinatra verglichen.
- 0:57Speaker 0: Im vergangenen Jahr veröffentlichte er sein aktuelles Album, also mitten in der Pandemie.
- 1:02Speaker 0: Ich freue mich auf ein Gespräch über Musik, Inspiration und darüber wie es sich anfühlt seit nun einem Jahr nicht mehr vor Publikum auftreten zu können.
- 1:11Speaker 0: Viel Spaß beim Zuhören und schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 1:24Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Badresen.
- 1:27Speaker 0: Herzlich Willkommen
- 1:28Speaker 1: zu einer neuen Folge Gin
- 1:31Speaker 0: and Talk!
- 1:32Speaker 1: Mach es dir gemütlich,
- 1:34Speaker 0: lehne dich zurück und tauche
- 1:36Speaker 1: ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 1:49Speaker 0: Hallo Tom ich freue mich sehr dass du heute virtuell bei uns bist ja leider nicht am Badreson aber die Gründe dafür kennen wir alle.
- 1:58Speaker 0: Deshalb virtuell zugeschaltet und toll, dass du dir die Zeit nimmst herzlich willkommen.
- 2:03Speaker 0: Ja
- 2:04Speaker 1: gerne also.
- 2:04Speaker 1: ich freu mich ja überhaupt wenn ich meine welche Termine am Tag habe wieder offizielle Termine wo man sich fast ein bisschen zurecht machen muss.
- 2:10Speaker 0: Ja genau ja du hast in der Corona-Zeit noch dein neues Album aber letztes Jahr auch ausgebracht.
- 2:18Speaker 0: ist es wie war das für dich normalerweise?
- 2:21Speaker 0: würde man ja dann tatsächlich damit auch auf Tour gehen und dieses Album auch promoten, vor allem auch vor Publikum spielen.
- 2:29Speaker 0: Das stelle ich mir durchaus ungewöhnlich vor, wenn man das mal nicht machen kann, sondern eigentlich nur veröffentlicht aber halt das Drumherum was dann eigentlich stattfinden würde so ein bisschen fehlt.
- 2:42Speaker 1: Ja, das war tatsächlich anders geplant.
- 2:44Speaker 1: wir hatten eigentlich zum Fünff... also mit der Band habe ich feierig oder hab' ich zwanzig.
- 2:53Speaker 1: Ich hatte auch eigentlich vor, da eine große Tour zu machen oder viele Auftritte wie man das dann so macht als Musiker.
- 2:58Speaker 1: Das möchte man dann irgendwie begehen und das hat natürlich alles völlig zusammengebrochen Was wir ursprünglich nicht als Idee hatten, dann haben wir gesagt okay.
- 3:08Speaker 1: Wir können nicht vor Publikum spielen aber was wir noch machen können ist eine Platte aufnehmen und eine platte herausgeben und dann aber auch neue Aufnahmen dazu machen.
- 3:16Speaker 1: und ich habe dann so geschaut was ich in den letzten fünfzehn Jahren für Songs gerne für dieses Album nehmen möchte und hab dann einige davon neu aufgenommen in neuen Versionen.
- 3:25Speaker 1: das hat einfach Total viel Spaß gemacht, weil das ein bisschen mal einmal wieder... Das hat glaube ich angefangen im August bis in den September und Oktober rein.
- 3:34Speaker 1: Da haben wir die Aufnahmen so gehabt und die ganze Zusammenstellung.
- 3:36Speaker 1: Und das war einmal so wieder dieses klassische Arbeiten wie ich seit vielen Jahren, also seit fünfzehn Jahren kenne, ein Album machen, Songs schreiben.
- 3:44Speaker 1: Ich habe aber ein paar neue Songs geschrieben dafür!
- 3:46Speaker 1: Und das waren mal wieder mehr oder weniger ein normaler Moment in dem Jahr und es war total super, das zu haben.
- 3:53Speaker 0: Du hast ja in deinem Album immer so einen Mix aus Eigenkompositionen und Dingen, die du von anderen Künstlern übernimmst.
- 4:00Speaker 0: Wie gewichtest du das?
- 4:01Speaker 0: Und wie wählst du die Songs aus, die auch singen möchtest von anderen?
- 4:07Speaker 1: Also ich komme ja eigentlich daher... dass ich angefangen habe Songs von Frank Sinatra zu singen oder dieses Repertoire und es ist natürlich ein riesengroßes Repertoir.
- 4:16Speaker 1: man kann das grob als American Songbook, also die klassischen amerikanischen Songs bezeichnen.
- 4:23Speaker 1: Und das ist natürlich ein riesengroßes Repertoire an vielen, vielen tollen Songs.
- 4:27Speaker 1: Das sind natürlich Tausende von Songs und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass zu singen, dass ich eigentlich am Anfang gar nicht darüber nachgedacht habe ob ich auch selber Songs für mich schreibe.
- 4:36Speaker 1: Ich hab zwar früher immer mit Bands Songs geschrieben aber eigentlich in andere Sachen.
- 4:41Speaker 1: Es hat mir schon immer Spaß gemacht.
- 4:42Speaker 1: Aber so wie sich der Big Band angefangen habe, dachte ich dass es gibt so viele tolle Songs.
- 4:47Speaker 1: Ich kann das mein ganzes Leben lang.
- 4:49Speaker 1: wenn ich das singen kann dann bin ich schon glücklich.
- 4:51Speaker 1: und da ist aber natürlich doch im lauf der zeit von Album zu Album ist also hat sich ein bisschen reingestlichen hab ich doch mal zwei songs geschrieben und dann nochmal ein paar mehr.
- 4:59Speaker 1: und ich glaube jetzt beim letzten richtigen album perfect day von zwei tausend achtzehn dann waren's glaube ich so ungefähr drei viertel eigenes songs und drei vier cover version also so ungefähr zweitrittel eintritt.
- 5:12Speaker 1: Ich mache halt beides total gern.
- 5:14Speaker 1: Wenn wir live mit der Band unterwegs sind, dann spielen wir eigentlich immer eine Mischung aus eigenen Songs und teilweise Klassiker und teilweise auch einfach irgendwie Songs die ich mal neu rausgesucht habe, irgendwelche verrückten Sachen von denen ich denke das wird immer Spaß machen zu singen.
- 5:27Speaker 1: Und das ist ne super Mischungen.
- 5:28Speaker 1: und das macht total ja total Freude einfach weil ich wirklich genau dass machen kann was ich machen möchte und es ist ein großes Glück.
- 5:35Speaker 1: Das kann ja noch nicht jeder Musiker.
- 5:36Speaker 1: also viele machen ja irgendwas und würden vielleicht auch mal was anderes gerne machen.
- 5:41Speaker 1: Ich bin wirklich in der glücklichen Lage, genau das durchziehen zu können, was ich gerne machen
- 5:45Speaker 0: möchte.".
- 5:47Speaker 0: Was Anderes machen ist ja auch ein gutes Stichwort.
- 5:49Speaker 0: du bist ja quasi von Kindesbeinen auf in die Musik rein gerutscht wenn man das mal so sagen möchte.
- 5:58Speaker 0: Gab's irgendwann in deinem Leben einen Moment, wo du gesagt hast naja irgendwie was anderes wird mir auch mal Spaß machen und wenn ja war es oder war für dich wirklich von Kindesbeinen klar ich will Musiker werden.
- 6:10Speaker 1: Nee das war eigentlich gar nicht klar aber irgendwie gar nicht drüber nachgedacht.
- 6:15Speaker 1: dass ist auch so ein bisschen Eigentlich völlig bescheuert und naiv bin ich da rangegangen.
- 6:19Speaker 1: Ich habe Musik gemacht, Schule hat mir eher keinen Spaß gemacht.
- 6:22Speaker 1: Als ich kleiner Junge war ein total guter Schüler weil ich total viel Stress hatte immer und immer super Angst hatte.
- 6:28Speaker 1: Ich war zwischen liegut in Mathe und hab auch in der Grundschule ständig geheult wenn ich irgendwas nicht verstanden habe.
- 6:33Speaker 1: das ist dann so als ich auf Gymnasium gekommen bin.
- 6:35Speaker 1: komischerweise habe ich mich total da geändert und das war mit alles ganz schön egal und ich habe auch echt ein schlechtes Abi gemacht mit dem ich eigentlich auch was gar nicht hätte machen können, was mir Spaß gemacht hätte.
- 6:48Speaker 1: Ich habe aber auch wirklich gar nicht richtig darüber nachgedacht.
- 6:49Speaker 1: Ich hab einfach Musik gemacht und bin dann reingerutscht und dachte ne ok, ich probiere es einfach mal, mach mal so Aufnahmeprüfung.
- 6:56Speaker 1: Aber es war nicht so dass ich mit fünf sechs oder zehn schon gedacht habe, ich werde mal Musiker.
- 6:59Speaker 1: also das war nicht ein langfristiger Plan.
- 7:02Speaker 1: Ich bin in vieles in meinem Leben, bin nicht so rein gerutscht, auch reingestolpert, auch mal glücklicherweise Oder Leute haben mit Tritt in Hintern gegeben Und bisher ist alles immer Gott sei Dank ganz gut verlaufen.
- 7:13Speaker 1: Es gibt also auch nicht so den Beruf, von dem ich... Also das ist nur nach einem meiner Eigenschaften.
- 7:20Speaker 1: Ich finde total viele Sachen interessant und kann mich für alles irgendwie interessieren.
- 7:24Speaker 1: Für ganz viele Themen.
- 7:25Speaker 1: Deswegen neige ich auch dazu immer Leute selber aus zu quetschen was die so machen.
- 7:30Speaker 1: Aber sodass sich so den ganz klassischen Beruf hätte noch... Das wäre ich auch gern gewesen, wenn ich jetzt nicht Musiker geworden wäre, kann ich es nicht genau sagen.
- 7:38Speaker 0: Deine ersten sozusagen Gehversuche auf der Bühne waren ja auch erst mal gar nicht als Sänger, oder?
- 7:45Speaker 0: Du hast er eigentlich anders angefangen.
- 7:47Speaker 1: Genau!
- 7:48Speaker 1: Ich hab mit dem Gesang.
- 7:49Speaker 1: da war ich schon Mitte zwanzig, als ich damit ernsthaft angefangen habe.
- 7:53Speaker 1: Ja, als Kind habe ich Geige gespielt genau bis zum Abitur das quasi auf meiner eigenen Abiturtfeier... Da hat das Orchester des Gymnasiums, des gültigen Gymnasiums noch mal gespielt.
- 8:02Speaker 1: Da habe ich dann auch noch gespielt.
- 8:04Speaker 1: danach habe ich die Geige wirklich nie mehr angefasst.
- 8:06Speaker 1: ganz komisch Das war halt auch so ein Instrument.
- 8:09Speaker 1: Ich bin nie so richtig warm geworden, obwohl ich streicher und geig' – ich liebe das!
- 8:13Speaker 1: Und auf meinen Alben und Aufnahmen sind immer echte Streicher dabei.
- 8:16Speaker 1: Also ich bin schon geprägt davon.
- 8:18Speaker 1: Aber so mein richtiges erstes Instrument was ich wirklich geliebt habe, was ich mir selber ausgesucht habe, war Schlagzeug.
- 8:23Speaker 1: Und das hab ich mit vierzehn angefangen und hab dann in Bands gespielt oder Big Band aber auch bis zu Rockmusik, Popmusik….
- 8:29Speaker 1: Dann kam Posaune dazu.
- 8:31Speaker 1: Und ich war eigentlich erst die ganze Zeit Musiker und hab auch Musik studiert, Posaunen und Schlagzeug bin dann erst später dann nochmal gewechselt.
- 8:39Speaker 1: Also das war also wieder typisch für mich, dass ich mich so viele Sachen interessiere, dass sich jetzt zum Beispiel auch in mich nicht entscheiden konnte mache ich nur Schlagzeug oder mach ich nur Posaune?
- 8:49Speaker 1: weil man muss sich eigentlich schon... Das ist ja fast in jedem Bereich, man muss auf irgendwas richtig konzentrieren um es richtig gut zu machen.
- 8:56Speaker 1: Ich bin da aber irgendwie entweder bin ich zu oberflächlich oder ich habe Angst davor mich dem zu stellen.
- 9:04Speaker 1: Was könnte ich so wirklich ernsthaft aus mir rausholen, wenn ich mal mich auf eine Sache konzentriere?
- 9:08Speaker 1: Deswegen mache lieber viele Sachen.
- 9:10Speaker 1: Fangen immer gerne wieder was Neues an und dann habe ich so quasi... So könnte man es negativ sagen, sobald's dann schwierig wird und man muss ja irgendwann mal so anfangen, am Anfang geht alles, wird man schnell besser und irgendwann muss man wahnsinnig viel üben und tun damit man die letzten zehn Prozent erreicht.
- 9:26Speaker 1: das kennt man ja.
- 9:27Speaker 1: Da habe ich wahrscheinlich immer schnell aufgegeben und gesagt, komm' ich mache wieder was Neues.
- 9:31Speaker 1: Und im Studium fing es dann an dass ich dann wahnsinnig gern gesungen hab und eigentlich wie dachte so heimlich Ich möchte doch lieber Sänger werden und das hat sich dann auch Gott sei Dank ergeben.
- 9:41Speaker 1: also ich bin da nochmal gewechselt von den Instrumenten zu sagen
- 9:44Speaker 0: Das heißt der Gesang.
- 9:45Speaker 0: warst ihr dann auch wert an diesen letzten zehn Prozent zu arbeiten?
- 9:48Speaker 0: quasi?
- 9:49Speaker 1: Ja da gibt's noch ne...da bin ich nur nicht bei den letzten zehn prozent, da gibts noch viele Prozente davor an denen ich noch arbeiten muss.
- 9:56Speaker 1: Aber es macht mir tatsächlich Spaß, ich habe dann doch tatsächlich das gefunden was ich am liebsten machen möchte.
- 10:00Speaker 1: Also ich hab dann nie wieder gedacht ach eigentlich möchtest du lieber doch Triangles noch spielen lernen oder was weiß ich?
- 10:07Speaker 1: sondern dann dachte ich immer ah doch Gesang mit einer Band vorne auf der Bühne stehen diese Musik singt.
- 10:12Speaker 1: das ist genau das was ich machen
- 10:13Speaker 0: möchte.
- 10:14Speaker 0: Ist es von Anfang an leicht gefallen, auf der Bühne zu stehen oder war das eine Überwindung auch für dich vor Publikum dann wirklich zu spielen?
- 10:22Speaker 0: Egal ob Instrumenten oder Gesang.
- 10:24Speaker 1: Es ist irgendwie komisch!
- 10:27Speaker 1: Ich war eigentlich von Natur aus und bin eigentlich auch... Auch wenn ich schon viel getan habe, bin ich eher Schüchtern gewesen.
- 10:34Speaker 1: Wir sind eine Familie mit vier Brüdern zu Hause gewesen.
- 10:36Speaker 1: wir haben uns immer selber gehabt nach außen hin.
- 10:40Speaker 1: Was uns aber waren wir nicht so locker und zu cool drauf.
- 10:42Speaker 1: Wir haben zwar auch alle Freunde gehabt, also ich war aber nie der Typ, der so großartig irgendwie was weiß ich in eine neue Gruppe reinzukommen, was in der Schule neuer Klasse oder so neuem Kurs zu haben wo sich diese klassische Situationen, wo man einen neuen Kurs hat oder in einer neuen Situation und alle... So jetzt machen wir mal im Kreis rum, jeder stellt sich mal vor.
- 11:02Speaker 1: Das ist für mich fast heute noch die schlimmste Situation, die ich mir vorstellen kann.
- 11:06Speaker 1: Da lauzt mir der Schweiß wirklich schon, wenn ich sage okay gleich also ich bin die Kirsten und ich mach dies und das sind meine Hobbys und ich bin hier deswegen und dann weiß ich ok jetzt noch drei vor mir und dann komme ich gleich dran.
- 11:16Speaker 1: Und das ist so eine klassische Angssituation.
- 11:19Speaker 1: Also bei sowas war ich tatsächlich immer schüchtern Sobald es witzigerweise auf die Bühne ging und da quasi ein mehr oder weniger namennlose Masse, also Publikumzuschauer ist vielmehr das deutlich leichter.
- 11:31Speaker 1: Da hab ich dann... Das war dann halt vielleicht auch so eine Übersprungshandlung und dann bin ich eher zu Rampensau geworden Und das habe ich nach wie vor, dass ich erstaunlicherweise macht es mir nichts aus vor Publikums auf die Bühne zu treten, zu singen, irgendwelche Späße zu machen und quasi je mehr das sind desto leichter fällt's mir.
- 11:48Speaker 1: Also wenn du hier zum Beispiel sagen würdest und da kommt am besten noch jemand irgendwie zwei Leute dazu jetzt sing mal was vor oder mach mal dieses.
- 11:54Speaker 1: Das wäre mir unangenehmer als jetzt im Stadion auch wenn ich noch nie im Stadion quasi gewesen bin.
- 11:59Speaker 0: Du bist ja dann irgendwann auf Sinatra gestoßen, wie ist das überhaupt passiert?
- 12:04Speaker 0: Das ist jetzt nicht unbedingt das wo man als junger Mensch erst mal organisch drauf stößt.
- 12:11Speaker 0: also klar man kennt Sinatra aber es vielleicht jetzt nicht die klassische Musik wo man Als junger mensch sagt dass es jetzt meine Meine Lieblingsmusik wo ich sofort drauf stoße.
- 12:23Speaker 1: Ja, also ich muss sagen.
- 12:24Speaker 1: Ich habe immer ein Fable gehabt für alte Sachen und ältere Musik.
- 12:27Speaker 1: Ich war nie so der... Also ich bin fünf-sebzig geboren.
- 12:30Speaker 1: Das heißt, ich war so... Wann war das?
- 12:32Speaker 1: ab achtem?
- 12:32Speaker 1: Achtzig?
- 12:33Speaker 1: Neunzig?
- 12:33Speaker 1: So in den Anfang der Neunz?
- 12:34Speaker 1: Das war meine Zeit eigentlich, wo ich tendenziell... Wo viele lernen zu sagen, ah!
- 12:39Speaker 1: Das ist die Jugend, die gollende Jugend.
- 12:41Speaker 1: Ich liebe die Musik aus dieser Zeit.
- 12:43Speaker 1: Und ich war eigentlich immer... Es hat mir alles nicht so richtig gefallen.
- 12:46Speaker 1: Ich weiß noch, es war die Zeit von The Cure U II Depeche Mode, diese ganzen Sachen.
- 12:52Speaker 1: Die neue deutsche Welle war da eigentlich schon vorbei aber so solche Sachen haben die Leute gehört.
- 12:56Speaker 1: dann kam auch sowas wie Head Away und diese ganzen Euro-Dance oder wie.
- 12:59Speaker 1: das heißt Das war alles gar nicht mein Ding.
- 13:02Speaker 1: Ich habe damals Queen gehört Und eher aus den Platten aus den Siebzigern fand ich toll überhaupt ältere Sachen Die Beatles Elvis und so.
- 13:12Speaker 1: Ich war eher schon für altmodisch also für älterem Popmusik aufgeschlossen und ich glaube von Frank Sinatra.
- 13:17Speaker 1: da hatte man natürlich irgendwie Irgendwann hört man mal My Way oder New York, das ist so im Kopf.
- 13:23Speaker 1: Und ich wusste dass mir das gefällt diese Musik.
- 13:25Speaker 1: also ich habe da nicht gedacht was ist das komische Zeug?
- 13:27Speaker 1: Oder so.
- 13:28Speaker 1: und dann hab' ich mal irgendwo in einem Kaufhaus oder wo auch immer so der gab's ja damals noch die vielen CD-Bühltische und da lag dann etwas was ich zehn mag.
- 13:38Speaker 1: das war auf jeden Fall noch zu Markzeiten Demarkzeiten Frank Sinatra, seine großen Erfolge.
- 13:43Speaker 1: Zehn Mark oder vielleicht wahrscheinlich waren es eher neun Marken, fünfneunzig die mich dann haben gut zugreifen lassen und weil ich einfach dachte so das ist irgendwie ein wichtiger Typ Ich kenne so ein paar Sachen die mir gefallen.
- 13:53Speaker 1: Ich möchte mal hören was der so macht Was er so gemacht hat habe ich mir einfach mal gekauft Und dann war ich wirklich so schockverliebt in diese in dieser Musik dass ich dachte dass ich ja genial und vor allen Dingen Das kann nicht alles mit singt das ist endlich mal nicht so hoch Dass sich immer so tief rumbrummen und wie ich dachte immer Ich mir hat Singen immer Spaß gemacht, aber ich dachte immer meine Stimme ist leider zu tief.
- 14:16Speaker 1: Es gab damals keine Rock-Bands oder Bands wo jemand tief gesungen hat.
- 14:21Speaker 1: Das ist alles so ob das U-Two ist oder die Beatles oder was weiß ich Michael Jackson solche Leute Queen Die haben alle so wahnsinnig hohe Stimmen und fand ich auch toll.
- 14:30Speaker 1: Und ich dachte ja gut, meine Stimme ist einfach zu tief um Sänger zu sein.
- 14:34Speaker 1: Bei Frank Sinata war es dann plötzlich so dass es endlich mal alles mit singen, eins zu eins die tiefen Sachen.
- 14:41Speaker 1: Ich kann die hohen Sachen mitsingen und das war perfekt und das gefiel mir auch so gut.
- 14:44Speaker 1: Da habe ich dann einfach eine komplett neue Welt für mich entdeckt an
- 14:47Speaker 1: Musik.".
- 14:48Speaker 0: Du wirst ja oft mit der Stimme von Sinatra verglichen.
- 14:52Speaker 0: Hat dich das eigentlich je gestört?
- 14:55Speaker 0: Ich hab ganz viele Interviews mit dir angeschaut und gelesen.
- 15:02Speaker 0: Die fünfte Frage spätestens, dass die Leute sagen, du hörst dich an wie Sinatra.
- 15:07Speaker 0: Hat ich das je gestört?
- 15:09Speaker 1: Nee es ist immer nur so, dass ich denke... Ich find's quasi maßlos oder fast unverschämt Frank Sinatra gegenüber weil niemand kann natürlich erst mal... Ich bin der großer Verehrer und kann daran herankommen auch ich nicht.
- 15:26Speaker 1: Das heißt ich bebühme mich diese Musik die er so genial gesungen hat, möglichst gut auch zu singen und ich mache es macht mir einfach Spaß.
- 15:32Speaker 1: Und so einfach ist auch bei mir das ist tatsächlich da ist auch... Das ist nichts Intellektuelles.
- 15:37Speaker 1: oder dass ich mir Gedanken mache groß über Sinata.
- 15:40Speaker 1: wie steht ich zu Sinata?
- 15:42Speaker 1: Wie steht Sinata zu mir?
- 15:43Speaker 1: Da bin ich einfach wieder ganz normale Fan von irgendwelcher Musik, dem es einfach Spaß macht das zu singe und dass meine Stimme so ein bisschen Ähnlichkeit hat weil sie das glaube ich selber auch Weil niemand würde jetzt sagen, der Gabriel klingt wie Elvis Presley oder Michael Jackson.
- 16:01Speaker 1: Da wird keiner auf die Idee kommen dass ich so klinge.
- 16:03Speaker 1: Meine Stimme hat tendenziell eher ein bisschen Ähnlichkeit mit jemandem wie Frank Sinatra aber die Stimme ist ja auch nicht alles dazugehört natürlich Die Art Wie Jemand sinkt und Personality Und was weiß Ich.
- 16:13Speaker 1: Aber es stört mich nicht.
- 16:15Speaker 1: Es stört Mich Höchstens So Dass Es Mir Ein Bisschen peinlich Ist weil ich denke das sollte man Das sollte Man Den Sinatra Nicht Antun Dass Ich So Denke Ich Könnte gut singen wie er das Kann Nämlich Niemand.
- 16:28Speaker 0: Jetzt habt ihr ja quasi die Tour auf nächstes Jahr verschoben.
- 16:33Speaker 0: Wie sehr freust du dich darauf, mal wieder vor Publikum spielen zu dürfen und wie sehr fehlt dir das dann auch wirklich?
- 16:41Speaker 1: Wir haben witzigerweise gerade gestern noch mit der Band einen Witz und auch mit einem Gin Abend gemacht.
- 16:49Speaker 1: Wir haben uns ein paar Mal jetzt zusammengetroffen virtuell, jeder sitzt dann zu Hause über so einen gemeinsamen Link ist man in so einem gemeinsamen Videoraum und quatscht so ein bisschen Und dann gibt es als Motto immer ein Drink.
- 17:01Speaker 1: also jeder kauft sich die Zutaten wer das Spaß daran hat und mixt sich dann.
- 17:04Speaker 1: und gestern war ein Gin Ich weiß gar mehr wie der hieß Mit Zitrone und Zucker.
- 17:10Speaker 1: Also was ganz einfaches und sprudel aber sehr lecker.
- 17:14Speaker 1: Und dann haben wir auch natürlich darüber gesprochen.
- 17:16Speaker 1: Es fehlt uns allen wahnsinnig, weil neben der Tatsache das einfach unser Beruf ist mit dem wir auch unser Geld verdienen, ist es auch einfach unsere Seele.
- 17:26Speaker 1: also wir können uns gar nicht austoben.
- 17:28Speaker 1: Es gibt bestimmt viele Leute die irgendwelche Berufe haben, die sagen naja ehrlich gesagt jetzt kann ich zu Hause oder mal im privaten genau die Sachen machen, die ich gerne machen möchte und meine blöder Büro-Jogg oder was auch immer, da fehlt mir das nicht sonderlich Bei uns ist natürlich im positiven Sinne so, dass wir unser Hobby sozusagen als Musiker zum Beruf gemacht haben.
- 17:48Speaker 1: Und das fehlt uns natürlich wahnsinnig!
- 17:50Speaker 1: Deswegen... Als sie planen und dann ging es aufs Jahr zwanzig, wird das nichts mit der großen Jubiläumstour?
- 17:56Speaker 1: Dann dachte ich erst mal ja gut, da machen wir's halt zwanziger.
- 17:59Speaker 1: und dann kam aber die Leute, die mehr Ahnung davon haben.
- 18:01Speaker 1: Nee, das ist in zweitausend-einzwanzig.
- 18:04Speaker 1: Erstens verschieben gerade alle nach einundzwanziger.
- 18:06Speaker 1: Jeder einzelne Auftritt, der stattfindet, wird um einen Jahr fast schoben.
- 18:11Speaker 1: Lass uns direkt auf Zweiundzwanzig gehen.
- 18:12Speaker 1: Ich dachte, es ist ja völlig absurd wie weit das noch weg ist.
- 18:16Speaker 1: und mittlerweile denke ich bin ich gut froh.
- 18:17Speaker 1: also die große die große Fünfzehnjahres Jubiläumstour von Tom Gabel & His Orchestra wird dann zweiund zwanzig wenn wir siebzehnjähriges Jubilänium feiern endlich stattfinden Und wir freuen uns jetzt schon riesig drauf.
- 18:29Speaker 1: aber ehrlich gesagt hoffe ich dass wir auch in diesem Jahr ein zweitausend Einzwanziger schon ein paar Konzerte spielen können.
- 18:35Speaker 1: Und gerade die Weihnachtszeit, das ist so eine Zeit wo wir jedes Jahr eine große Weihnachtstour machen quer durch Deutschland.
- 18:42Speaker 1: Das ist ich weiß noch in den zwei Tausend Neunzehn hatten wir glaube ich Zweiundzwanzig Konzerte im Dezember und in zwei tausend neunzehnt natürlich null Niente in zweitausend zwanzig kein einziges Konzert.
- 18:52Speaker 1: Das hat uns schon allen sehr gefehlt.
- 18:54Speaker 1: Ich hoffe dass zweitausend Einzwanziger schon ein bisschen was geht.
- 18:56Speaker 0: jetzt brauchst du ja grad für deine Musik natürlich auch so eine gewisse Band im Hintergrund von der Größe allein schon.
- 19:04Speaker 0: Wie hat sich da dein, also unabhängig jetzt von den Konzerten?
- 19:08Speaker 0: Aber du sagst gerade schon ihr macht virtuelle Meetings.
- 19:12Speaker 0: Aber so richtig gut proben und Musik machen geht eigentlich virtuell nicht.
- 19:18Speaker 0: oder wie macht ihr das momentan?
- 19:21Speaker 1: Genau, nee dann muss jeder für sich selber alleine schauen, wie er zurecht kommt!
- 19:25Speaker 1: Wir haben tatsächlich seitdem kein einziges Mal mehr geprobt weil wir so nicht zusammen konnten.
- 19:29Speaker 1: Irgendwann im Sommer haben wir, glaube ich mal... doch da haben wir mal geprobt, dann gab es ja immer wieder so leichtere Lockerungen.
- 19:34Speaker 1: Dann haben wir auch mal so, glaub ich, ein zwei Konzerte gespielt oder drei in einer ganz abgespeckten Version was halt so möglich war.
- 19:42Speaker 1: aber ansonsten Ich habe jetzt seit Monaten keine Musik mehr mit anderen Leuten gemacht sondern nur für mich alleine sozusagen.
- 19:50Speaker 1: und deswegen war auch die Zeit als wir dieses Album gemacht haben.
- 19:54Speaker 1: das war auch so.
- 19:54Speaker 1: Das haben wir alles wie wie wie so kostbaren Neck da eingesogen, dass man sagt okay das können wir jetzt wenigstens machen danach kommt erst mal wieder längere Zeit nichts und es wird auch noch einige Zeit zu bleiben.
- 20:06Speaker 1: Ich weiß auch nicht wie.
- 20:07Speaker 1: ich freue mich allerdings auf den Tag wo es dann endlich wieder losgehen soll.
- 20:11Speaker 1: Das wird mit Sicherheit irgendwo auf einer Bühne draußen sein in was für eine Besetzung auch immer.
- 20:14Speaker 1: dann heißt es mal wieder ein bisschen Musik machen für die Leute und ich hoffe die Leute haben das nicht vergessen wie schön das ist wenn man Musik sich live mit einer Band anhören kann.
- 20:24Speaker 0: vielleicht eine Vorsichtige politische Frage in die Richtung.
- 20:30Speaker 0: Wie geht es dir momentan mit den Hilfsangeboten oder diesen Konzepten, wie man die Kultur unterstützen möchte?
- 20:38Speaker 0: Also findest du das ausreichend was da gerade gemacht wird oder würdest du dir wünschen dass das einfacher also vor allem auch mal einfacher wäre und vielleicht umfangreicher?
- 20:50Speaker 1: Wir haben mit der Band und mit den Musikern ich weiß wir haben alle irgendwelche Hilfe bekommen.
- 20:55Speaker 1: das finde Das fängt natürlich nicht das auf, was man in keiner Weise quasi verloren hat dadurch dass man nicht spielen konnte.
- 21:04Speaker 1: Ich finde es aber dann natürlich.
- 21:05Speaker 1: ich finde schon trotzdem eigentlich krass was insgesamt für... Man muss das ja das geht wenn ich schon was da gilt ja nicht nur für Musikerkulturschaffende für alle möglichen Unternehmen und Betroffene was dafür ein Geld rausgehauen wird, auch wenn das vielleicht zu spät kommt und natürlich auch wenig ist.
- 21:21Speaker 1: Das ist schon trotzdem wahnsinniger Kraftakt.
- 21:23Speaker 1: deswegen bin ich da immer so ein bisschen hin- und hergerissen.
- 21:25Speaker 1: Ich habe tatsächlich in dieser ganzen Corona Thematik ich bekomme halt links und rechts oder wo auch Kreuz und quer wie sich Leute immer wieder wahnsinnig raushängen aus dem Fenster um dann zurück rudern zu müssen egal was man so rausposaunt innerhalb von Tagen oder von Wochen stellt sich das als falsch oder als das Gegenteil heraus.
- 21:46Speaker 1: Ich fände mir total schwer, da eine abschließende Meinung zu bilden.
- 21:50Speaker 1: Das werde ich dann lange nachdem die Krise überwunden ist, werde ich mich dann dazu... ...werde ich da glaube ich ein Bild zu haben.
- 21:57Speaker 1: Ansonsten bin ich tatsächlich jemand der immer wieder sagt ja einerseits andererseits, dann liest man wieder was?
- 22:01Speaker 1: Ja das ist krass!
- 22:03Speaker 1: Es geht ja wirklich gar nicht.
- 22:04Speaker 1: und dann wieder aber hört mal hier das Gegenargument und dann ja stimmt auch wieder.
- 22:07Speaker 1: also es ist für mich schwierig da mich eindeutig so positionieren.
- 22:11Speaker 1: Ich kann das nur ganz klein für mich sagen es ist es ist hart eher Im Moment in meinem Fall zumindest, ich habe da vielleicht auch mehr Glück noch als andere Musiker.
- 22:21Speaker 1: Es ist für mich eher gerade eine psychologische mentale Krise als eine krasse finanzielle.
- 22:28Speaker 1: Das hat natürlich irgendwann dann auch seine Grenzen.
- 22:31Speaker 1: also ich muss natürlich auf der Bühne stehen und Leute sollen gerne Karten kaufen für Konzerte das wir alle was verdienen können.
- 22:41Speaker 1: das sollte dann doch irgendwann mal wieder stattfinden.
- 22:43Speaker 1: Sonst, also wenn es in einem Jahr nicht besser ist oder so, dann schrei ich hier vielleicht auch Wut entbrannt irgendwelche Parolen rum was mir jetzt im Moment noch nicht ganz so bitte aufstößt.
- 22:54Speaker 0: Wie gehst du mit diesen mentalen Herausforderungen um?
- 22:57Speaker 0: Hast du da für dich irgendwie ein paar Tricks und Wege gefunden wie du dich da ja vielleicht ablenkst oder wie du den Kopf frei bekommst?
- 23:06Speaker 1: Tatsächlich ist meine große Ablenkung gerade, das Link ist auch wieder bizarr und ich dachte auch schon wieder ob das der schlimmste Fehler ist den ich je in meinem Leben machen würde.
- 23:14Speaker 1: Ich habe mit meiner Frau im Sommer dieses Jahres also im Corona Jahr ein Haus gekauft Und da sind wir quasi immer noch seit seinen Monaten halt dabei das zu modernisieren.
- 23:27Speaker 1: Das ist so ein alter Bungalow aus Ende der sechziger Jahre unser absolutes Traumhaus.
- 23:31Speaker 1: deswegen dachte ich auch wirklich es ist so ab soll das der mein Sacknagel sein, dass wir jetzt in dieser Zeit dieses Haus kaufen.
- 23:39Speaker 1: Wir kamen aber irgendwie nicht mehr los davon gedacht.
- 23:42Speaker 1: Wir haben uns noch nie für Häuser oder so was großartig interessiert außer dass man mal dachte ja irgendwann kann man auch ein bisschen mehr aus Land ziehen.
- 23:52Speaker 1: und dann kam dieser Bungalow daher und wir haben zugegriffen weil es irgendwie nicht anders ging und ich dachte wirklich vielleicht trete ich mir... Das weiß ich natürlich immer noch nicht.
- 24:01Speaker 1: Bevor wir einziehen, sind wir schon wieder raus irgendwann.
- 24:03Speaker 1: Aber das ist so was mich gerade bei der Laune erhält weil ich wenn ich auch sonst nicht großartig etwas machen kann Kann ich immer da hinfahren und muss nach dem rechten schauen mach selber in welche Bauarbeiten oder bin ich sogar weil es auch einen Garten hat?
- 24:17Speaker 1: dieses Haus Bin zum ersten mal dabei gartenarbeit zu erledigen Und dass das hält mich quasi so gesund.
- 24:23Speaker 1: ansonsten sitze ich hier grade in einer, quasi zur Zwischenmiete.
- 24:27Speaker 1: In der kleinen Dachwohnung in Köln.
- 24:28Speaker 1: Wir hatten uns gedacht so bevor wir ein bisschen aufs Land ziehen dann gehen wir noch mal so richtig weil wir haben den Fehler gemacht.
- 24:34Speaker 1: ich habe viel zu früh meinen unsere alte Wohnung aufgegeben und da war auch ein Studio.
- 24:40Speaker 1: Da hab' ich mich eigentlich immer ausgetobt.
- 24:42Speaker 1: Das war aber jahrelang sehr glücklich gewohnt, weil ich dachte okay das geht viel schneller.
- 24:46Speaker 1: Ich kündige jetzt schon mal wir sind in ein paar Monaten sind wir in diesem Bungalow.
- 24:50Speaker 1: Das hat sich jetzt herausgestellt als völlig völlig wahnsinnig naiv von mir und seitdem sitzen wir halt im Köln bei der kleinen Wohnung in Ehrenfeld und dachten so jetzt genießen wir nochmal so richtig das Stadtleben.
- 25:02Speaker 1: zumindest es war so im Oktober ging das los und dann kam natürlich der Lockdown Und seitdem sitzen wir halt hier und wir können im Wohnen nix machen, man kann nicht rausgehen.
- 25:11Speaker 1: Das einzige Highlight ist der Besuch beim Reheweb am Supermarkt.
- 25:16Speaker 1: Ansonsten ist es wirklich traurig und deswegen bin ich froh, dass sich diese Ablenkung habe.
- 25:21Speaker 1: Dass ich da quasi wenn ich raus will dann fahre ich halt zum Haus und gucke mir da den schönen Garten an und sammle Laub und so ein Zeug was man als Gartenbesitz
- 25:29Speaker 0: machen muss.
- 25:29Speaker 0: Man freut sich ja inzwischen wirklich, wenn man mal in einen Supermarkt gehen kann.
- 25:33Speaker 0: also das hätte ich glaube ich vor ein paar Jahren auch nie gesagt, dass ich mich jemals darauf freue einfach mal durchs Supermarkt zu laufen und bewusst... Ich hab glaub ich noch nie supermarkt so bewusst wahrgenommen wie im letzten Jahr.
- 25:45Speaker 0: Das geht dir wahrscheinlich auch so, oder?
- 25:48Speaker 1: Ja herrlich!
- 25:49Speaker 1: Dann sieht man mal auf die Angebote oder was sich da so tut.
- 25:51Speaker 1: Ach guck mal hier und ich bin schon früher gerne einkaufen gegangen.
- 25:55Speaker 1: also super es gibt ja so Leute die hassen das eins kaufen.
- 25:57Speaker 1: Ich gehe sehr gerne in den Supermarkt.
- 25:59Speaker 1: für viele Männer glaube ich ist das eine lässige Pflichterfüllung aber mir hat das total Spaß gemacht und deswegen finde ich das jetzt umso schöner da ein bisschen rum zu streunern und dann sehen wir mal paar Leute.
- 26:09Speaker 1: es ist wirklich das einzige was man machen kann.
- 26:12Speaker 0: Große Krisen waren ja in der Vergangenheit auch immer so ein gewisser Inspirationsquell für Künstler aller Art, ob das jetzt Musiker waren Dichter Maler wie auch immer.
- 26:25Speaker 0: Ist es momentan auch was wo du merkst?
- 26:28Speaker 0: da kommen dir vielleicht auch Ideen wenn's gerade um deine deine Eigenkomposition geht.
- 26:33Speaker 0: ist es vielleicht etwas wo du merkst, da kommen dir auf einmal Themen in den Kopf oder Texte.
- 26:40Speaker 0: Auf die du vorher vielleicht nicht so gekommen wärst aus dem Kontext der Krise heraus?
- 26:46Speaker 0: Oder auch weil man durch die Krise Dinge wieder zu schätzen lernt, die man davor vielleicht so übergangen ist und als selbstverständlich wahrgenommen hat?
- 26:55Speaker 1: Also ich glaub bei mir ist es eher so dass das sich dann durch die Hintertür zeigen wird.
- 27:01Speaker 1: also ich hab jetzt nicht bewusst Ich verarbeite das nicht bewusst in irgendwelchen Songs oder Texte, oder schreibe jetzt Corona-Lieder.
- 27:09Speaker 1: Oder machen wir da in der Richtung Gedanken?
- 27:11Speaker 1: Das ist mir auch... Es ist nicht so persönlich mein Stil.
- 27:14Speaker 1: Also jetzt den großen Corona-Zon, oder wann sehen wir uns alle wieder?
- 27:18Speaker 1: Das wäre irgendwie glaube ich... Ich hätte so jetzt... Ich weiß gar nicht, dass ich mich auch niemand damit unrichtet.
- 27:23Speaker 1: Aber es käme jetzt ein bisschen Platt vor, dass jetzt... Ah!
- 27:26Speaker 1: Da mache ich jetzt einen Zorn draus Aber das ist nur mein persönliches Gefühl.
- 27:31Speaker 1: Aber was schon so ist, ich mache natürlich jetzt mehr... Ich habe dann auch zum ersten Mal in meinem Leben jetzt ein Song für jemand anders geschrieben und ich arbeite auch an neuen Songs.
- 27:44Speaker 1: Auch mehr als ich es machen würde wenn ich jetzt noch viele Auftritte hätte.
- 27:49Speaker 1: Normalerweise mich immer davon abhält mal hinzusetzen.
- 27:52Speaker 1: Ich hab auch am Anfang der Corona-Krise total viel wieder geübt und an Sachen gearbeitet und konnte mal einmal wieder so wirklich so back to the roots gehen.
- 28:01Speaker 1: Und habe auch Schlagzeug wieder geübt, weil ich das hat mich immer gestört dass man so durch dieses tägliche die täglichen Arbeit, die man zu tun hat viele Sachen einfach vernachlässigen muss, die einem eigentlich Spaß machen würden.
- 28:13Speaker 1: Das im Corona war man dann gezwungen oder war ich auch gezwung wie jeder andere?
- 28:17Speaker 1: Dann halt zu sehen was mache ich mit meiner Zeit, die ich Zuhause habe und die hab ich dann genutzt.
- 28:22Speaker 1: zum Ich war endlich mal wieder richtig gut auf der Posaune, ich war auch endlich mal wirklich gut im Singen und habe alles so weiterentwickelt.
- 28:29Speaker 1: Das ist jetzt wieder ein bisschen eingebrochen weil hier halt nicht so laut Musik machen kann sonst rasten die Nachbarn aus.
- 28:36Speaker 1: aber das ist glaube ich schon eine Sache aus der ich auch einiges ziehen kann.
- 28:40Speaker 1: also dass es jetzt nicht komplett schlecht die Zeit Corona für mich gewesen.
- 28:44Speaker 0: Momentan machen ja ganz viele so eine Art Bucket List, was sie danach sofort machen wollen.
- 28:51Speaker 0: Wenn wieder alles möglich ist.
- 28:54Speaker 0: Hast du sowas auch oder hast du irgendwie irgendein Ziel?
- 28:57Speaker 0: Was du sagst jetzt wenn es wieder geht dann erst recht irgendwas, was du vielleicht vor Corona immer sofort hergeschoben hast?
- 29:05Speaker 1: Ich kann leider nichts Großhochdrabenlister sagen.
- 29:09Speaker 1: bei mir sind das wirklich ganz banale Dinge.
- 29:11Speaker 1: ich weiß einfach dass ich mal einfach mal wieder Wir haben den Film der Sturm geschaut.
- 29:21Speaker 1: So ein Katastrophenfilm aus was weiß ich, zweitausend oder so und da gibt es relativ lange Szenen wo die Leute einfach in einer amerikanischen kleinen Stadt an der Bar sitzen.
- 29:30Speaker 1: Und dann dachte ich...und das auch quatschen!
- 29:32Speaker 1: Das ist auch gar nicht positiv, sie sitzen da halt irgendwie einfach so unter sich.
- 29:36Speaker 1: Ich habe jetzt mal wieder richtig Lust einfach an eine Bar zu sitzen völlig unspektakulär Und so ein bisschen rumzugucken, links und rechts unterhalten.
- 29:45Speaker 1: Einfach mal wieder auf eine selbstverständliche Art unter Leuten zu sein.
- 29:50Speaker 1: Da hätte ich total Lust drauf.
- 29:53Speaker 1: Ich hätte mal wieder Lust irgendwo in der Stadt zu fahren zum Beispiel nach Amsterdam.
- 29:57Speaker 1: Da habe ich lange Jahre gelebt um solche Sachen mal wiederzumachen.
- 30:02Speaker 1: Ansonsten größere Sachen die vielleicht jetzt klüger und intelligenter klingen würden da fällt mir jetzt gerade nichts ein.
- 30:08Speaker 1: also ganz banal wie wie andere Leute auch mal wieder ganz normalen Alltag irgendwie haben.
- 30:14Speaker 0: Hast du eigentlich so eine Art Sehnsuchtsort, wo du sagst das ist ne Stadt oder irgendein Ort?
- 30:20Speaker 0: Wo du gerade für deine Musik einfach irgendwie Inspiration herziehst, wo Du gerne bist...
- 30:27Speaker 1: Nee!
- 30:27Speaker 1: Das kann ich nicht so richtig festmachen.
- 30:30Speaker 1: Ich weiß dass es mir immer gut tut wenn ich irgendwie in Bewegung bin zum Beispiel rumlaufe in Parks oder irgendwie so.
- 30:38Speaker 1: für mich einfach, wenn ich in Bewegung bin dann summe ich und singe eigentlich irgendwas immer vor mir her.
- 30:43Speaker 1: Dann fühle ich mich immer inspiriert.
- 30:44Speaker 1: Wenn ich hier so am... Einfach irgendwo rumsitze zum Beispiel in der Wohnung, dann kommen mir eher weniger Gedanken.
- 30:50Speaker 1: Dann ist man auch schnell irgendwie abgelenkt mit dem Handy oder guckt sich etwas an oder was weiß ich?
- 30:55Speaker 1: Also ich mag es schon einfach rumzufahren.
- 30:59Speaker 1: So ein aktueller Sehnsuchtsort wäre für mich jetzt... Ich weiß gar nicht, das muss vor zwei Jahren gewesen sein als wir Ich mit meiner Frau mal in Italien Urlaub gemacht habe und wir sind so ein bisschen durch Italien gefahren.
- 31:09Speaker 1: Und ich dachte, ich war noch nie so richtig in Italie, hab komischerweise nie Urlaub da gemacht... ...und ich fand es einfach nur genial!
- 31:15Speaker 1: Ich dachte Boah Italien, Italien Italien wie schön war das?
- 31:18Speaker 1: Wie nett waren die
- 31:19Speaker 1: Leute?!
- 31:20Speaker 1: Und dass ist so'n bisschen so'en Sehnsuch, dass ich ganz oft jetzt denke man, dann komme ich etwas was ich... Zum Beispiel aus dem Supermarkt und komme nach Hause und sagt dann zu meiner Frau, boah ich hatte so ein Gefühl.
- 31:30Speaker 1: Als das jetzt so ein bisschen wärmer wieder wurde... Ich habe total Lust, so einen Flash gehabt!
- 31:35Speaker 1: Ich möchte einfach in Italien sein irgendwo rumfahren, wir es angucken oder so.
- 31:40Speaker 1: Dieses Gefühl ist so was... ich kann's gar nicht richtig benennen aber das hab' ich schon paar mal jetzt überkommen.
- 31:47Speaker 0: Das heißt, kommendes Jahr werden wir dann hoffentlich spätestens dich in deiner Tournee oder in der Jubiläumstournee sehen.
- 31:56Speaker 0: Hoffentlich vielleicht dieses Jahr schon mal irgendwo auf einem schönen sonnigen Outdoor-Konzert mit
- 32:05Speaker 1: einem
- 32:05Speaker 0: schöner Glas kühlen Wein in der Hand am besten.
- 32:10Speaker 0: Man muss ja an die guten Dinge im Leben irgendwie denken.
- 32:14Speaker 1: Ja tatsächlich!
- 32:15Speaker 0: Genau, also in dem Sinne hoffentlich bald.
- 32:19Speaker 0: Und ich danke dir sehr für deine Zeit und die vielen Einblicke!
- 32:23Speaker 1: Ja, dankeschön und gerne schön.
- 32:25Speaker 1: Das war es leider schon.
- 32:27Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 32:29Speaker 0: das Gespräch
- 32:30Speaker 1: zu Ende.
- 32:31Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 32:34Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise
- 32:37Speaker 1: wenn du die Bar verlässt Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.