Latest / Spirit Mind Energy – Dein Universum für moderne Spiritualität | Gespräche mit Petra Baum / 059 Tarot in der Literatur - Folge 18: Hänsel und Gretel l mit Tino Wiesinger
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- Petra Baum: Hallo zusammen, Tino und ich begrüßen euch heute zu einer neuen Folge wie Taro und Literatur zusammenhängen. Heute haben wir uns ein Märchen ausgesucht und zwar Hänsel und Gretel, weil wir der Meinung sind, dass wir fast die gesamte Heldenreise darin abbilden können. und ich würde sagen, wir legen einfach los und starten. Lieber Tino, Hänsel und Gretel, deine Bühne. ⁓ Tino Wiesinger: dass wir hier wieder zusammengekommen sind und ja, heute haben wir uns ein Märchen ausgesucht, denn Märchen sind ja, wie wir wissen, archätypische Erzählungen, die Figuren beinhalten, die wirkliche Archätypen sind, die eben auch im Tarot eine ganz wichtige Rolle spielen. Und deswegen haben wir uns gedacht, nehmen wir uns Petra Baum: Mmh. Tino Wiesinger: Märchen vor und insbesondere natürlich eines der Märchen, das mich ganz besonders berührt oder auch betrifft, das ist Hänsel und Gretel von den Brüdern Grimm. Und ich glaube, wir kennen die Geschichte Hänsel und Gretel, die in den Wald geschickt werden, von der bösen Stiefmutter ausgelöst und dann gehen sie in den Wald und finden nicht mehr nach Hause zurück. kommen dann an das Lebkuchenhäuschen und werden von der Hexe sozusagen gefangen genommen und sollen am Ende gegessen werden. Aber glücklicherweise können sie sich retten und kehren nach Hause zurück. Ende gut, alles gut. Ein Märchen, was die typische Heldenreise widerspiegelt. Und ja, darüber wollen wir reden. Aber vielleicht Können wir jetzt erstmal auch sagen, haben wir eine Verbindung zu Märchen, Hänsel und Gretel? Hast du da irgendwas, was dich mit den Märchen verbindest? Petra Baum: es gehörte nicht zu meinen Lieblingsmärchen, weil es ist natürlich irgendwo sehr beunruhigend, würde ich mal jetzt einfach sagen. Also als Kind war tatsächlich für mich die Hexe die Böse. Und alleine, als wir uns jetzt unterhalten haben, sind wir einige Schritte weitergegangen zu sagen, was ist denn da alles im Hintergrund passiert. Den Fokus hatte ich früher nicht, verständlicherweise. Aber es war jetzt auf meiner Welt nicht so ganz mein Lieblingsmärchen. Tino Wiesinger: Mir geht es da total ähnlich. Es war eigentlich sogar fast das Märchen, was mich am meisten verängstigt hat als Kind. Endlich dieses Ausgesetztwerden von den Eltern. Endlich das große Urvertrauen, was verloren geht, was man eigentlich bei Eltern erwarten kann, dass die einen beschützen, dass die immer für einen da sind. Das ist bei Hansel und Gretel nicht so. Und man muss bedenken, dass in dieser Zeit Petra Baum: Wissen. Ja. Tino Wiesinger: Das war oft so, dass die Kinder nicht zu Hause bleiben konnten, weil sie einfach nicht versorgt werden konnten. Da fehlte das Geld und dann wurden die weggeschickt. Nicht unbedingt in den Wald, aber zum Arbeiten weggeschickt und konnten eben nicht zu Hause bleiben. Ich weiß noch ganz genau, dass mich das als Kind sehr verängstigt hat. Natürlich waren immer zwei Personen oder Figuren in diesem Märchen, die bösen. Das ist einerseits natürlich die Hexe und andererseits die böse Stiefmutter. Ich weiß nicht, ihr das alle seht. Das verbinden wir oft mit den bösen Figuren. Petra Baum: Ich bevor wir dann wirklich ins Thema einsteigen, wir wollen hier mit neuen Ansichten, Anregungen, Inspirationen ⁓ Vielleicht auch dazu ⁓ anregen, mit dem Märchen auch auseinanderzusetzen, weil ich glaube, jetzt in unserem Alter hat es nicht mehr die Dimension, die es natürlich als Kind hatte. Heute kriegen wir es eher in Nachrichten mit, dass in Ländern der dritten Welt diese Sachen auch noch so funktionieren. ⁓ dass Kinder schlicht und einfach nicht ernährt werden können und in Städte geschickt werden, der Hoffnung, dass sie dort gut versorgt sind. Und ich glaube, es wäre sehr naiv zu behaupten, dass das immer gut ausgeht, das Ganze. Also das heißt, die Thematik an sich hat ihren Schrecken nicht verloren. Dieses Märchen, was wir als Kinder erzählt bekommen haben, hat es hoffentlich für uns jetzt schon. Aber alles, was wir jetzt erzählen... sind unsere Gedanken dazu und unsere Anregungen dazu. Vielleicht habt ihr noch andere Inspiration oder Impulse dazu. Wir freuen uns. Schreibt sie uns rein in die Kommentare. Tino Wiesinger: unsere Interpretation und wir freuen uns natürlich auch über eure Interpretation, wie ihr es wahrnehmt. Ja, fangen wir doch einfach mal an. Also ich glaube, wir kennen das Märchen. ⁓ Es beginnt ja damit, dass Hänsel und Gretel schon abends im Bett liegen und der Vater und die Stiefmutter darüber sprechen, wie es denn weitergehen kann. ist nicht genug Geld da, das Brot reicht nicht, das Essen reicht anscheinend nicht. Und die Stiefmutter kommt auf die Idee, die Kinder müssen weg. Lasst uns in den Wald hinausgehen und die Kinder in den Wald schicken, sodass sie nicht mehr wieder zurückfinden. Währenddessen liegen die Kinder aber noch relativ ruhig im Bett, kriegen vielleicht noch gar nicht so viel mit, außer natürlich Hänsel, der dann irgendwann zuhört. Aber beide sind unschuldige Kinder, die ja ihren Weg noch vor sich haben, die vielleicht auch bisschen naiv sind und denken, ja, wir werden schon beschützt und alles wird gut. Narrenenergie. das ist definitiv. Da beginnt im Prinzip alles. Aber wer hört da schon ein bisschen besser zu und hört was die Eltern reden? Das ist Hensel. Der kriegt vielleicht einzelne Bruchstücke mit und hört naja Kinder in den Wald, wir haben nicht genug Geld und er Petra Baum: Wir fangen an mit der Heldenreise. ⁓ Tino Wiesinger: hat den Einfall, ja dagegen muss ich was tun. Ich sammle letztendlich Gieselsteine und tu was dagegen, dass uns irgendwas passiert. Und am Ende ist das die Magier. Denn ohne diesen Einfallsreichtum von Hensel wäre das Märchen relativ schnell schon vorbei. er versucht etwas dagegen zu tun. Und zwar nicht indem er irgendwie manipulativ agiert, indem er für sich und seine Schwester alle Möglichkeiten ausschöpft, die vorhanden sind. Und nur hat er diese Möglichkeiten. Und ja. Letztendlich geht es dann weiter und Gretchen scheint diejenige zu sein, die erstmal im Hintergrund bleibt. Hänsel kümmert sich ⁓ Gretchen, aber Gretchen hat so eine gewisse Intuition. Sie spürt, dass mit der Stiefmutter und vielleicht auch mit dem Vater etwas nicht stimmt. Aber noch bleibt sie im Hintergrund, sie tut noch nichts, dass Gretchen dann später im Märchen noch eine ganz ganz zentrale Rolle spielt. Das wissen wir, aber am Anfang ist sie die hohe Priesterin, die intuitiv spürt, stimmt etwas nicht, aber Petra Baum: haben. Tino Wiesinger: Noch passiert nichts, es ist ein Geheimnis, wie die Geschichte jetzt ihren Lauf nehmen könnte. Das Problem ist, dass die Herrscherin, die sich vielleicht auch intuitiv ⁓ die Kinder kümmern könnte, die wirklich echte Mutter, die lebt nicht mehr. Es ist mittlerweile die Stiefmutter da. Die Herrscherinnenrolle, die übernimmt dann später offensichtlich der Wald, in dem die Kinder dann übernachten. Denn im Wald könnten sie theoretisch Beeren finden, sie werden im Wald genährt und sie finden daher dann letztendlich auch den Weg, ⁓ beschützt zu werden. Absolute Herrscherinnenenergie. Klar. Ja und Was ist eigentlich, wenn die Mutter nicht da ist, was ist denn mit dem Vater? Und jetzt kommen wir zu einer ziemlich kontroversen Sache, wir uns vorher überlegt haben. der Vater ist ja der typische Herrscher, der normalerweise sich ⁓ das Wohlergehen der Familie sorgt, der eine gewisse Autorität zeigt. Aber was ist denn mit dem Herrscher bei Hansel und Gretel, ⁓ macht mich ja persönlich manchmal ziemlich aggressiv, muss ich sagen. Er macht mich wirklich wütend, weil ich denke, du als Vater, wenn du doch ein Vater bist, der sich wirklich seine Kinder kümmert, warum lässt du dich auf die Worte dieser bösen Stiefmutter ein, die einfach ohne Weiteres sagt, ja, die Kinder müssen in den Wald? Ich glaube nicht, dass der Vater das auch will, aber er ist zu schwach. gegen diese Stiefmutter anzukämpfen. Das heißt, von wegen Herrscherenergie, der hier ziemlich rot mit einem roten Mantel begleitet ist, aktiv ist dieser Herrscher überhaupt nicht. Also der Herrscher in Hänsel und Gretel, der ist alles andere als aktiv, der ist passiv, der trägt in meinen Augen gar keinen Mantel und schon gar keine Krone. Ich weiß, dass Ist ziemlich kontrovers, kann man das so sehen, aber mir fehlt das Königliche am Vater. Definitiv. Und ja, dann geht die Geschichte im Prinzip weiter. Warum muss denn die Stiefmutter sagen, wir schicken die Kinder weg? Im Prinzip hat das was mit den gesellschaftlichen Normen zu tun. Es ist so, dass Ja, kein Geld da ist. Die Kinder dürfen den Eltern nicht auf der Tasche liegen solange und können nicht versorgt werden. Und es gehörte zu gesellschaftlichen Normen, dass die Kinder irgendwann sagen, wir müssen unsere eigenen Wege gehen oder im schlimmsten Fall, auch wenn sie noch klein sind, wir können sie nicht weiter versorgen. Das ist der Hierophant. ja, der bringt manchmal Normen ins Spiel. uns nicht gefallen, die auch vielleicht heutzutage überhaupt nicht mehr tragbar sind. Ich glaube heute würde man die Kinder eben nicht mehr einfach wegschicken, man würde alles tun, damit man als Familie zusammen bleiben kann. Petra Baum: in unserer Kultur definitiv. Tino Wiesinger: unserer Kultur ja, aber damals war das eben noch nicht so wirklich immer der Fall. Also eigentlich ein Böser, für uns aus heutiger Perspektive ein Böser Hierophant oder zumindest ein sehr strenger Hierophant, der das Gefühl außen vor lässt, der wirklich nur nach Ratio und nach der Norm geht und sagt, es muss jetzt so sein und es geht nicht anders. Petra Baum: Das Dogmatische, was eben leider auch dahinter stecken kann. Tino Wiesinger: Schattenseite des Hierophanten. So, der Hierophant, der sitzt nämlich in seinem Tempel, aber er schmeißt jetzt die Kinder raus und die sind jetzt außerhalb des Tempels ungeschützt, scheinbar nicht mehr versorgt, aber sie sind zu zweit. Das sind die Liebenden. Genau. die letztendlich jetzt ihren Weg gehen können und die entscheiden müssen, wie gehen wir denn jetzt vor, was machen wir denn jetzt? Glücklicherweise hat Gretchen Hänsel an ihrer Seite und ist da wirklich beschützt und Hänsel hat auch Gretchen, denn ohne Gretchen glaube ich, hätte Hänsel vielleicht gar nicht die Energie, das alles so durchzustehen. und würde da auch einsam irgendwo liegen und würde denken, was soll ich denn jetzt tun? Also die beiden haben sich absolute Energie, die Liebenden, definitiv. Dann kommen wir zum Wagen. Sie liegen da im Wald in der ersten Nacht und keiner kommt zurück. Die Mutter kommt nicht, die Stiefmutter kommt nicht zurück. der Vater auch nicht, obwohl sie es versprochen haben. ganz oft wird ja der Wagen als etwas wahrgenommen, was schon längst in Bewegung ist. Aber wenn wir uns diesen Wagen noch mal genauer angucken, der steht noch. Der Wagen steht, der ist noch nicht in Bewegung. Und das ist genau die Situation, wenn Hänsel und Gretel da mitten in der Nacht im Wald liegen und Hänsel zu Gretchen sagt, warte ab, wir müssen den richtigen Zeitpunkt abwarten. Morgen früh, wenn die Sonne scheint, dann werden wir den Weg nach Hause finden. Sie haben letztendlich sich, aber offenbar in der Nacht, naja, was kann da im Wald passieren? Sie sind da glaube ich nicht ganz allein. Da gibt es auch ein paar Tiere, die da auf Hänsel und Gretel treffen könnten oder auf die Hänsel und Gretel treffen könnten. Da sind Gefahren. Da muss man sich vielleicht verteidigen können, man muss wachsam sein. Petra Baum: vor allem es sind Kinder, Tino Wiesinger: Aber dadurch, dass sie zu zweit sind und offenbar unter einem göttlichen Schutz stehen, können sie im Wald auch überleben. Sie überleben die Nacht. Und das ist die Kraft, die sie haben. Und du hältst die Karte schön hoch, da sehen wir im Hintergrund diese gelbe Farbe. Und die Farbe gelb steht auch immer für das göttliche letztendlich. ⁓ Das Licht, was scheint, die Sterne der Mond, was dann immer noch leuchtet und die Nacht auch erhellen kann. Und dementsprechend kommen sie auch mit diesen wilden Tieren, mit diesen Löwen klar und kriegen das hin. Aber sie sind dennoch allein und haben keine Hilfe. Sie sind da auf sich allein gestellt. Denken vielleicht drüber nach, sah denn das Leben aus, bevor wir da in den Wald geschickt wurden? Wie kann unsere Zukunft aussehen? Wie überleben wir das Ganze? Und welche Aufgabe habe ich jetzt? Wer bin ich jetzt in diesem Wald? Werde ich gewinnen, werde ich verlieren. ist der Eremit. Da sind wir schon bei der neunten Karte, beziehungsweise Arcanum 9 und dementsprechend sind wir jetzt schon relativ weit in der Heldenreise vorangeschritten, aber die Frage ist, sie müssen sich jetzt den gegebenen Gegebenheiten im Wald eben ausliefern. Sie können Petra Baum: Ja. Tino Wiesinger: jetzt gerade in der Nacht nicht viel machen. Sie sind da und müssen einfach sich dem Leben im Wald anpassen. Genau, das Rat des Schicksals. Petra Baum: Unausweichlich, hm? Tino Wiesinger: Und das dreht sich immer weiter. Und das Problem ist, naja, das Essen geht zur Neige. Sie haben auch nicht mehr viel. Sie müssen ihr Brot teilen. Das heißt, die Zeit arbeitet auch gegen die Kinder. Je länger die im Wald sind, umso schwieriger wird es. Aber vielleicht werden sie da auch ein Stück weit, sie lernen dadurch auch mehr. Das heißt, sie passen sich dem Rat des Schicksals an und Wir sind auch noch zu klein, diesem Rad in die Speichen zu greifen, ⁓ irgendwie alleine da jetzt rauszukommen. Das heißt, das ist Arkanum 10. Aber... Es ist ja so, dass die Kinder nicht viel, nichts Schlimmes getan haben. Die Kinder sind unschuldig. Und wir wissen, in Märchen geht es immer gerecht zu. Wo sind wir? Ja, bei der Tate der Gerechtigkeit. Das heißt, jeder bekommt letztendlich das, was er verdient und erhält auch ein salomonisches Urteil, etwas, was uns hilft. Jeder kriegt nur das, was er verdient und was er tragen kann. Deswegen können wir schon davon ausgehen, diesen Kindern, wenn wir es im Märchen haben, den Kindern wird wahrscheinlich nichts passieren. Nichts Schlimmes, sie kommen da wieder raus, denn Märchen führen immer wieder zur ursprünglichen Ordnung zurück. Das ist Ziel von Märchen letztendlich. Aber es wird natürlich trotzdem spannend, denn noch sind sie da und können immer noch nichts tun. Sie liegen im Wald, sind antriebslos erst mal, müssen ja erst mal schlafen und kommen da nicht raus aus der Situation. Die einzig wahre Lösung, die es gibt, bleibt erst mal ruhig. Wir warten ab und bleiben in der gehängten Situation. Vielleicht sagt Hänsel zu Gretchen jetzt chill doch mal, wir kriegen das alles schon hin. Also hier in dem Fall eigentlich ein Gehängter, der dann sich auch drehen kann. Richtig. Am nächsten Morgen wird sich das Blatt vielleicht wenden. Aber ja, Pustekuchen, das Blatt wendet sich nicht, denn jetzt beginnt die Nachtmerfahrt. Sie gehen dann am nächsten Morgen weiter und kommen an das Lebkuchenhaus. Und mit diesem Lebkuchenhaus ist sehr viel verbunden. Da einerseits natürlich Der Teufel mit verbunden, der ein bisschen später noch kommt. Die Verführung. Ich esse jetzt dieses Ledkuchenhaus auf. Ich nehme mir was vom Dach und du nimmst dir was vom Fenster. Und dieses Typische. Jetzt können wir erst mal genießen. Und das haben wir uns auch verdient. Das ist die Teufelskarte. Aber Vorsicht, wir dürfen nicht so viel essen. Denn sonst tut uns vielleicht der Bauch weh und wir müssen uns bisschen zurückhalten und nicht, dass das Haus auch noch einstürzt, wenn wir uns da komplett voll essen. Die Mäßigkeit, auch die spielt da eine wesentliche Rolle. Und es kommt, wie es kommen muss, die Hexe schaut aus dem Fenster raus. Klar ist das der Teufel, der die Kinder natürlich dann auch in das Haus lockt, aber andererseits auch vermutlich erstmal so ein Endpunkt für die Reise darstellt. Jetzt ist erstmal diese Reise ein Stück weit zu Ende, jetzt ist auch eine Gefahr da, dass etwas passieren könnte. Der Tod, Und wir wissen aber, ⁓ Der Tod ist nicht unbedingt immer das komplette Ende, sondern es ist auch ein Neuanfang, der dann da auch mit eine Rolle spielt. Wie es weitergeht, wissen wir. Hänsel wird eingesperrt. Kommt da nicht raus. Und Gretel muss sich ⁓ alles kümmern, die Hexe da versorgen, muss kochen und so weiter. Und vor allem Hänsel füttern. damit er richtig fett wird, ⁓ dann von der Hexe gegessen zu werden. Für die Kinder scheint das erstmal aussichtslos zu sein. Alle ihre Hoffnungen sind jetzt erstmal verloren. Alles ist zusammengebrochen. Der Turm. Da sind wir wieder bei der Turmkarte. Aber auch so ein Zusammenbruch kann die Kinder glücklicherweise nicht komplett zerstören. Sondern jetzt kommt Gretel, die letztendlich sich erst zurückgehalten hat, kriegt es hin, diese Hexe in den Ofen zu schubsen. dann kommt die Hoffnung auf, jetzt sind wir wieder ⁓ frei. Der Stern, die größte Hoffnungskarte überhaupt im Tarot. Der Wendepunkt letztendlich. Wir können uns befreien. Aber auch der Rückweg. Man muss sich überlegen, die Kinder wissen ja immer noch nicht, wie es zurückgeht. immer noch wissen sie nicht, wie komme ich wieder nach Hause. Und eindeutig die Kinder. ⁓ Petra Baum: Ja. Tino Wiesinger: kommen dann an einen See und da wartet eine Ente auf die Kinder, die sagt, komm steig auf, ich helf dir über diesen See und dann wird alles gut. Und welche Karte könnte besser passen als der Mond? da ist der See. Die Ente ist zwar hier eine wirkliche Ente, aber letztendlich muss man über diesen See rüber, ⁓ nach Hause finden zu Und sie schaffen das, sie finden nach Hause. Petra Baum: Ja. Tino Wiesinger: Sie kommen nach Hause zurück. Die Stiefmutter ist mittlerweile glücklicherweise gestorben und sie kommen zum Vater zurück. ich bin immer noch der Ansicht, ein wirklicher Vater hätte so nicht handeln dürfen. Und die Heldenreise ist ja noch nicht vorbei, aber das Märchen endet und das finde ich übrigens traurig. Wenn ich könnte, ich würde das Märchen noch weiter schreiben. So wie die Heldenreise auch noch weitergeht, die endet ja nicht mit der Sonne. Das Gericht fehlt noch im Märchen. Vielleicht findet noch ein Gespräch statt mit den Kindern, die mittlerweile gereift sind, die durch diese Heldenreise gegangen sind mit dem Vater. Vielleicht bereut der Vater es und dann wissen wir, wenn man wahre Reue empfindet, dann wird einem auch verziehen. Aber, und das muss ich sagen, ist auch das wirklich, was mich an diesem Märchen stört, das Märchen endet da. Und es gibt in diesem Märchen keine Aussprache und Petra Baum: Ja. Tino Wiesinger: Ende gut, gut. Aber es ist eben nicht Ende gut, alles gut. Erst muss das Gericht folgen und dann können wir wirklich frei sein. Dann können wir in die Welt hinaus. Dann kann der Vater nämlich auch sagen, Kinder, ihr seid so gereift, ihr schafft das alleine. Ihr seid alleine in eurem Leben und ihr schafft es auch zu zweit. Und ihr braucht mich vielleicht gar nicht mehr. Diesen Herrscher der sowieso viel zu schwach ist, ⁓ den Kindern wirklich einen Halt zu geben. Die Kinder geben sich aus sich heraus Halt. Und das finde ich so berührend in diesem ganzen Märchen und bringt uns auch irgendwie so viel weiter, als immer nur zu sagen, die Stiefmutter ist die Böse und die Hexe ist die Böse. Dieses Schwarz- und Weißdenken, sondern wie im Tarot. Ja, es gibt eine Dualität, aber letztendlich geht es darum, auch mit den Schattenseiten zu leben und die zu integrieren. Und das schaffen Henschen und Gretel. Petra Baum: Ja, wir hatten ja gerade auch im Vorfeld darüber gesprochen. ist genau dieses Weiterführen klar. ist einfach zu sagen, die Hexe hat die Gunst der Stunde, dass sich die Kinder bis zu ihr verirrt haben, ausgenutzt, ⁓ ihren Vorteil zu ziehen. Aber die Geschichte beginnt eben schon viel weiter vorne. mit der verstorbenen Mutter, mit der Stiefmutter, die ihre eigenen Interessen verfolgt, mit einem Vater, der zu schwach ist, eigentlich Paroli zu bieten und sie gewähren lässt. Das heißt, das Ganze eskaliert dann eigentlich erst in dieser Situation und zeigt dann auch nochmal, wo man vielleicht selber auch gucken kann, wo sieht man jetzt tatsächlich den Anfang schicksalhaften Entwicklung Wo hätte man einschreiten können, ⁓ etwas zu verhindern? ⁓ Tino Wiesinger: Ja, was hätte man tun können, beispielsweise der Turm gar nicht so heftig ist, der Zusammenbruch dieses Turmes oder das Herausfallen aus dem Turm nicht so heftig ist. Und dass der Tod vielleicht auch nicht als so schlimm wahrgenommen wird, mehr nicht auf diesen Verlust, auf diese Auferstehung hin gedacht werden kann. Petra Baum: Ja. Ja. Wo haben dem Vater vielleicht auch Perspektiven gefehlt, vielleicht auch andere Menschen dass er nicht, wie als Gehänkter ja schon geschildert, sozusagen da gar nicht mehr aus der Situation rausgefunden hat. ⁓ Was hat eigentlich geführt? ⁓ Tino Wiesinger: Wie im Tarot können wir eben auch aus Märchen eine ganze Menge lernen. Es ist nicht einfach nur eine Kindergeschichte, die ganz spannend ist und am Ende wird alles gut, sondern auch dieses Märchen spiegelt wieder sehr, sehr viele Facetten des menschlichen Lebens wieder. Petra Baum: Und ich könnte mir auch vorstellen, dass sie für jeden von euch auch etwas unterschiedliches widerspiegelt. Also wir freuen uns drauf, wenn ihr auch eure Sichtweise zeigt, wenn ihr vielleicht eine Karte nochmal komplett anders zuordnen und auch sagt, ich habe da noch einen vollkommen anderen Zugang zu, sei es aus eigenen Erfahrungen oder sei es aus einer anderen Interpretation. Also über sowas freuen wir uns sehr. Tino Wiesinger: Klar. ich glaube, es ist noch nicht festgelegt, wie wir jetzt hier diese großen Akanen zugeordnet haben, sondern da sind viele, viele Möglichkeiten und auch es hängt auch mit unseren eigenen Erfahrungen zusammen. Für mich persönlich ist es dieser Herrscher, der da eine ganz wesentliche Rolle spielt, dieser schwache Herrscher. Für andere ist es vielleicht die Stiefmutter. Für andere ist es vielleicht aber auch die Ente. Ich kann auch die Ente sagen, die einen große Angst macht. Und weil wir ja gerne auch eine Botschaft für euch hätten, was möchte uns dieses Märchen, was möchte euch dieses Märchen vielleicht noch ganz besonders mit auf den Weg geben, haben wir auch wieder Karten gezogen. ja, schon im Vorfeld haben wir die Karte gezogen und ich habe Wie sollte es anders sein, fast? Die Karte des Herrschers gezogen. Und das ist genau das, was ich ja sowieso auch schon gesagt habe. Für mich ist es dieser schwache Herrscher, der mir eine ganz klare Botschaft hinterlässt und der mich besonders berührt. Petra, du hast auch eine gezogen. Petra Baum: Ich habe auch eine gezogen. Ich habe den Erdemiten gezogen. Also zum einen waren wir schon beide ganz überrascht, dass sie gesagt haben, wow, es sind 78 Grad. Wir ziehen wirklich zwei große Arkane. Das Thema hat eine Wichtigkeit für uns. Und der Erdemit hat natürlich eine andere Energie und trotzdem zeigt er das so schön. Zum einen Mein Gott, die Kinder sind im Wald, ein Licht alleine hätte ihnen geholfen. Das ist natürlich eine sehr vordergründige Deutung, aber dazu kommt noch mal das ⁓ ⁓ was man hätte auch vielleicht in sich selber spüren und wissen können. Eigentlich auch wieder ein Aspekt zum Vater, der Herrscher, der eigentlich schwach war, jemand, gar nicht mehr auf sich selbst gehört hat, der seine eigenen Kinder in den Wald geschickt hat. Vielleicht hätte ihm dieses Mal zurückziehen und zu überdenken, wessen Interessen erfüllt er hier gerade und was ist mit seinen eigenen... inneren Ansichten oder dem, er spürt zu den Kindern. Und da ist der Ehre mit eigentlich auch nochmal eine sehr schöne Unterstützung zu sagen. Wenn es eine Situation gibt, in der du dich vielleicht ausgenutzt fühlst oder nicht genau weißt, wo dir die Player sind, vertrau auf deine innere Stimme. Du brauchst es gar nicht von außen. Tino Wiesinger: Man braucht niemanden, der einen da unbedingt leitet, wenn man auf die innere Stimme hören kann. Das innere Licht ist genug. Man braucht nicht unbedingt immer diesen Herrscher, der einem den richtigen Weg zeigt. Hensel und Krekel haben es bewiesen. Sie haben den Weg gefunden, einen Herrscher an ihrer Seite. Und ich finde, ist das, was uns dieses Märchen auch heute mitgeben kann. Und tarot natürlich. Petra Baum: Vielen für's Ja. Das war es für heute von uns. Ich hoffe es hat euch gefallen, inspiriert, zum Nachdenken angeregt und was auch immer ihr noch dazu habt. Wir freuen uns über eure Kommentare und sagen Tschüss, bis zum nächsten Mal. Tino Wiesinger: Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Petra Baum: Tschüss!