Latest / Im Bett mit Buch / Lieblingsbücher 2025
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- 0:03Okay wir können anfangen, aber wie fangen wir denn eigentlich
- 0:06an? Ich hab wirklich keine Ahnung,
- 0:11fang du an? Ich fang an okay, ich fang an,
- 0:13ich fang an, ich fang an mit Hey, guten morgen, wie geht es
- 0:16dir? Dann kann ich nur sagen, Hallo
- 0:23Liebling. Das ist ein zauberhafter Anfang
- 0:30und ihr Liebe Zorrerschaft, die wir auch einen guten Morgen,
- 0:33guten Tag, guten Abend und gute Nacht wünschen, werdet auch
- 0:35gleich rausfinden, wo dieser Aufhänger herkommt.
- 0:39Oder ihr wisst es schon. Ich danke Monique auf jeden Fall
- 0:42sehr für diese Goldene Brücke, die sie uns gebaut hat.
- 0:44Denn Hey, Guten Morgen, wie geht es dir, ist vielleicht eine
- 0:48Phrase, die mittlerweile einigen unter euch was sagt?
- 0:52Genau. Und bei mir gehört sie auf jeden
- 0:55Fall. Logisch wie bei einer anderen
- 0:57auch, zu einem Buch, ein Buch, das ich in diesem Jahr gelesen
- 1:00habe, und ich glaube, das ist das, worüber wir heute reden
- 1:04wollen. Und zwar nur über dieses eine
- 1:08Buch. Nein, wir werden auch über
- 1:12andere Bücher reden, und bevor wir das aber tun, heißen wir
- 1:16euch tatsächlich noch mal herzlich willkommen zu einer
- 1:19neuen Folge in unserem Podcast. Im Bett mit Buch und genau ihr
- 1:25habt unschwer erkennen können, Hey, guten morgen, wie geht es
- 1:27dir? Ein Buchtitel eines zauberhaften
- 1:29Buches von Madame Hefter, und das ist, wenn ich in moniques
- 1:35glänzende Augen sehen kann, ein Lieblingsbuch von Monique
- 1:40gewesen in diesem Jahr. Ja, ein Buch, das ich sehr, sehr
- 1:44gerne in diesem Jahr gelesen habe, obwohl es ein Buch ist, zu
- 1:47dem. Ich finde es unheimlich schwer,
- 1:50fällt zu sagen, es ist sein Lieblingsbuch, weil es wirklich
- 1:52sehr eigen ist und auch ganz schön hart ist.
- 1:58Also das, das hat mich echt angefasst.
- 2:00Aber ich habe es wirklich sehr gern gelesen.
- 2:02Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich es angefangen habe zu
- 2:05lesen, weil dieser ganze Wirbel im letzten Jahr um den Buchpreis
- 2:09und die Menschen, die ihn nicht bekommen haben und die ihre
- 2:13Verbitterung darüber lauthals loswerden mussten, mich da so
- 2:16ein bisschen vergrätzt hat. Und habe mir ein bisschen Zeit
- 2:20gelassen, damit ich es nicht in dieser Ganzen, in dieser ganzen
- 2:23Wolke der Social Media Bewertung, die ja dann auch
- 2:27abging. Ja, das ist super, Oh, das ist
- 2:28Scheiße und so was da alles los war, und das ist wirklich ein
- 2:32tolles Buch, Ich finde Buchpreis zurecht gewonnen, ich fange
- 2:36jetzt einfach mal an drüber zu reden, oder?
- 2:38Ich finde komm sofort rein ins Thema.
- 2:41Es gibt so viele Lieblingsbücher, wir müssen uns
- 2:43beeilen, wir. Müssen uns beeilen auf Bayern.
- 2:46Ja, Martina Hefter, Hey, Guten Morgen, wie geht es dir ein, ein
- 2:50Buch aus dem Jahr 2024, das ich in diesem Jahr gelesen habe und
- 2:54offiziell oder Klappentext heißt es ja, es ist die Geschichte
- 2:58eines. Eines Love Scams und ich finde
- 3:03aber es ist noch viel, viel mehr die Geschichte einer Künstlerin,
- 3:07das ist ja auch Auto fiktional angehaucht und das ist die
- 3:12Geschichte einer Künstlerin, die nicht so super erfolgreich ist
- 3:15und trotzdem ihr Leben als Künstlerin gestaltet und also
- 3:19Juno heißt sie die Hauptfigur im Buch, ist verheiratet mit
- 3:23Jupiter, auch ein Künstler, ein Schriftsteller, der an Multipler
- 3:27Sklerose erkrankt ist und den sie pflegt.
- 3:29Und so weit ist das, glaube ich, auch autobiografisch.
- 3:32Und die beiden gestalten ihr Leben in ziemlich prekären
- 3:38Verhältnissen und darin, darin ist sie sehr genau in dem
- 3:44Beschreiben, und trotzdem tut sie das mit einer gewissen
- 3:47Leichtigkeit, aber mir tat es weh beim lesen, mir tat es
- 3:50wirklich weh, diese diese prekären Verhältnisse, diese
- 3:55Überlegungen, die sie hat, dieses.
- 3:59Diese Einschränkungen in ihrem Leben, die, die sind schon sehr
- 4:03besonders und sehr, sehr heftig. Das zu lesen.
- 4:06Und dieser Zustand, dass sie ihren Mann pflegt, ist einer,
- 4:12der natürlich das ganze Leben und dieser Künstlerin Juno
- 4:15extrem beeinflusst. Logischerweise, der legt sich
- 4:18über alles andere rüber, was sie, was sie macht, was sie tun
- 4:21kann, und für mich war es ein bisschen so wie dieses.
- 4:28Dieser Eskapismus, um da rauszukommen oder das alles mal
- 4:32zu vergessen, all diese Verhältnisse zu vergessen.
- 4:35Dieser Eskapismus ist für Juno, den Lovescannern, die ihr auf
- 4:39Instagram schreiben, selber einen scam Zurückzuschreiben
- 4:45also sie, ja sie sie verarscht die, und meistens sind das dann
- 4:49relativ kurze Austausche, aber einer bleibt mit dem, mit dem
- 4:56sie eine. Sehr ja.
- 5:01Ist das schon eine parasoziale Beziehung?
- 5:02Ist das in dem Fall ja nicht, aber eben eine, mit dem sie eine
- 5:05Beziehung verbindet, in dem beide irgendwann glaube ich
- 5:08nicht mehr wissen, ob sie sich gerade anlügen oder nicht
- 5:10anlügen und im Rahmen dieser Geschichte wird eigentlich das
- 5:14Alltagsleben erzählt und das fand ich wirklich einen extrem
- 5:18guten Bogen und mich hat das Buch echt echt berührt und ich
- 5:21finde sie hatten sie hatten einen ganz knappen Schreibstil.
- 5:24Es liest sich sehr gut und. Und manchmal sind auch wirklich
- 5:29so, also echt so Brocken, die da so drin stecken, wo man lange
- 5:33drüber nachdenken muss und die kommen in so einem schlichten,
- 5:36einfachen Satz daher und das das das hallt dann lange nach, das
- 5:40Haut dann auch erst mal so richtig rein, ne, das ist dann
- 5:41nicht irgendwie du du, du siehst es nicht immer kommen was dir da
- 5:46als nächstes serviert wird, also. 1.
- 5:49Meiner meiner meiner Top Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen
- 5:52habe. Ja, ich kriegte natürlich auch
- 5:54die Diskussion mit. Ne, das ist ja ein so wenig
- 5:57literarischer Titel, also wir lassen jetzt mal Clemens Meyer
- 5:59außen vor, auch wenn es natürlich unglaublich lustig
- 6:01war, was er gemacht hat, aber diese Kritik, das wäre ja nicht
- 6:05literarisch genug und ich bei so einer Kritik immer denke, ja,
- 6:09wir reden aber auch jetzt nicht vom Büchnerpreis, ne, also wir
- 6:12redeten vom Preis der Leipziger Buchmesse und.
- 6:15Das ist natürlich schon ein Literaturtitel, aber es ist eben
- 6:18nicht die reine Literatur, sondern es geht da ja eher um so
- 6:25n blöder Ausdruck, ne, aber gehobene Unterhaltungsliteratur
- 6:28oder nicht Unterhaltungsliteratur klingt
- 6:30wirklich despektierlich, aber ich finde es gibt verschiedene
- 6:34Preise für verschiedene Situationen und ich fand es ne
- 6:37sehr sehr gute Wahl, die Martina Hefter für den.
- 6:41Leipziger Buchpreis genau wie auch eine wirklich fantastische
- 6:46Entscheidung. Es war jetzt die Holländerinnen,
- 6:48von der Dorothee Elminger den Deutschen Buchpreis zu geben.
- 6:52Auch wenn ich da natürlich denke, auch Gott, mein
- 6:54Schulkamerad Thomas Melle, du bist jetzt zum dritten Mal
- 6:57geshortlistet und ich habe auch in irgendeinem Artikel auch
- 7:00gelesen, er nahm es also sehr stoisch hin, dass er also schon
- 7:03wieder nicht dabei ist. Das ist schon, ich glaube, die
- 7:06Wunicke war auch schon dreimal geshortlistet und ich hätte es
- 7:09ja irrsinnig der Wunicke gegönnt, auch insbesondere im
- 7:13Verlag, dem Berenberg Verlag, der jetzt ja seine Pforten
- 7:16schließt, leider, und ich finde es sehr, sehr toll.
- 7:19Heinrich von Berenberg sagte. Das waren jetzt 30 Jahre, glaube
- 7:23ich ungefähr. Und er hatte auch ein Zitat von
- 7:25dem legendären Schweizer Verleger.
- 7:27Oh Gott, er ist, glaube ich, Schweizer Amman, der seinen
- 7:30Laden auch dicht gemacht hat und nicht weiter hat führen lassen
- 7:33von jemand anderen, und das sagte Halt mit dem Zitat, Es ist
- 7:38auch gut, manche Sachen einfach mal komplett abzuschließen und
- 7:40das Macht Berenberg auch. Und es wäre ja so toll, wenn er
- 7:43sozusagen zum Abschluss seines Verlages noch den Deutschen
- 7:47Buchpreis, was heißt er also, seine Autorin bekommen würde.
- 7:50Nun ist es nicht so, aber es ist dennoch mit der Elmiger auf
- 7:53jeden Fall einer der spannendsten deutschsprachigen
- 7:56Titel des Jahres geworden, ganz andere Nummer als deine Martina
- 8:01Hefter ich finde auch die Hefter, es ist einfacher zu
- 8:05lesen, ich finde fand das Thema toll, ich fand die Umsetzung
- 8:08toll, also. Du, ich bin da ganz bei dir, ne
- 8:11und mit dir. Ich, weil du es gerade
- 8:15angesprochen hast. Ich muss aber sagen, dass ich
- 8:17von den Diskussionen gerade die Diskussion, also ja sowohl im
- 8:20Fileton als eben auch gerade auf Social Media, was ist Literatur,
- 8:23was und ist Unterhaltung, unfassbar gelangweilt bin, dass
- 8:29da dieses, dieses Stempelaufdrücken und ich weiß
- 8:32gar nicht, wo sitzt denn eigentlich dieses Komitee und
- 8:34wer hat dieses Komitee gefehlt? Das festlegt, was in diesem Jahr
- 8:37Literatur ist und was nur Unterhaltung ist.
- 8:41Oder das, was die Frauen beim Tee trinken, lesen es.
- 8:47Wobei in der Jury sitzen auch meistens Frauen, die Tee
- 8:49trinken. Aber du hast ja vollkommen
- 8:52recht, es ist immer abhängig von der Jury, es ist.
- 8:55Auch abhängig davon, was will der Preis eigentlich erreichen?
- 8:59Geht es um mehr Sichtbarkeit, geht es um Literatur und die
- 9:02ewige Frage, diese ewig deutsche Frage, was ist Literatur, was
- 9:06ist Unterhaltung, vielleicht geht auch beides zusammen und
- 9:09zusammen, und ich finde es, ich schließe mich mal direkt an dein
- 9:13Buch an und das finde ich ganz interessant.
- 9:15Thematisch ist nämlich 1 meiner Lieblingsbücher dieses Jahr.
- 9:20Gleiches Thema und auch die gleiche Frage.
- 9:23Literatur versus Unterhaltung. Ich muss zugeben, ich bin noch
- 9:27nicht ganz durch mit dem Buch, ich habe jetzt 2 Drittel durch
- 9:31und ich kann aber jetzt schon sagen, es ist 1 meiner absoluten
- 9:34Lieblinge dieses Jahr. Es ist das jetzt im Herbst
- 9:38erschienene Buch Mama und Sam von Sarah Kuttner.
- 9:42Habe ich noch nicht gelesen. Und ich bin ein riesen Sarah
- 9:46Kuttner Fan spätestens seit ihrem Buch Kurt Klar und Sarah
- 9:51Kuttner hat die Fähigkeit über Themen zu schreiben, die mich
- 9:54wirklich nicht interessieren oder eher abschrecken und ich
- 9:58dann immer Angst habe. In solchen Büchern wird jetzt
- 10:00tief psychologisiert und riesige Problematiken hergestellt.
- 10:05Es wird auch psychologisiert und es ist auch zutiefst
- 10:07problematisch, was in diesem Buch passiert.
- 10:09Aber Sarah Kuttner hat die Fähigkeit, so unterhaltsam,
- 10:14teilweise auch lustig, mit so viel Liebe und so viel Gefühl zu
- 10:19schreiben. Sie kann dir Sachen erklären,
- 10:22die man wirklich nicht nachvollziehen kann.
- 10:24Kurt war n Thema. Ein 7 oder sechsjähriger Junge
- 10:27stirbt, und das ist die Trauer. Was passiert mit dir und sie ist
- 10:31gar nicht die Betroffene, es ist der Sohn ihres Lebensgefährten,
- 10:34der auch Kurt heißt, und das ist typisch Sarah Kuttner, dass sie
- 10:36sagt, Gut, der Vater heißt Kurt, der Sohn heißt Kurt, nun ja, was
- 10:39soll man machen, so gut und wie sie als als Partnerin damit
- 10:43umgeht, ihr neues Buch wieder rum und da kommt jetzt der
- 10:47Zusammenhang zu Martina Hefter. Sarah Kuttner hatte ein sehr,
- 10:51sehr schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter.
- 10:53Ich glaube, es ist sehr autobiografisch geprägt, dieses
- 10:55Buch, auch wenn sie ganz klar sagt, es gibt keine Namen in
- 10:58diesem Buch, es gibt nur die Tochter, die Mutter und die
- 11:00Schwester der Mutter, die Tante, die Freundin und so weiter es
- 11:03gibt keine Namen, sie möchte es generell erhalten und die Mutter
- 11:08fällt einem Love Scammer zum Opfer.
- 11:12Aber nicht wie bei Martina Hefte, dass sie sagt ich Scamme
- 11:15zurück, sondern die Mutter ist auf der Suche nach Liebe und
- 11:21eine unfassbar tragische Geschichte.
- 11:24Die Schwester der Mutter und die Mutter, die ein sehr, sehr enges
- 11:28Schwesterteam waren. Also da geht es auch nicht mehr
- 11:31lange gut und auch mit der Tochter, also mit Sarah und
- 11:33ihrer Mutter, weil natürlich Schwester und Tochter sagen, Hör
- 11:36mal, das ist ein Scammer, das ist der will dein Geld, guck dir
- 11:39mal die Texte an, das ist das ist kein richtiges Englisch und
- 11:42das weiß man doch. Denn, und das ist eigentlich
- 11:46schon wieder lustig, die Mutter von Sarah Kuttner ist ab jetzt
- 11:51zusammen mit Sam human. Ich weiß nicht, ob dir der Name
- 11:54Sam Human was sagt Outlander Diana Gabaldonna die Serie Jamie
- 12:01der Schöne. Jamie von Jamie schon schon
- 12:04vorgeschwärmt hast. Genau.
- 12:05Das ist, das ist Sam Hun. Das ist jetzt der Boyfriend von
- 12:09Sarahs Mutter und das Problem ist, dass natürlich die
- 12:15Verwandtschaft es mitbekommt, sie probieren zu intervenieren.
- 12:18Aber wie intervenierst du bei jemandem, der sich verliebt hat
- 12:21und es führt dazu, dass sowohl die Tochter, also Sarah, als
- 12:25auch die Tante, also die Schwester der Mutter, sagen, wir
- 12:28müssen hier den Kontakt zur Mutter abbrechen, das hat keinen
- 12:30Zweck mehr, und innerhalb dieser Kontaktabrechung passiert.
- 12:34Das wirklich Tragische? Die Mutter fällt tot, um im Flur
- 12:40zu Hause Bum tot, keinem fällt es auf, weil keiner mehr Kontakt
- 12:44zu ihr hat, sie ist eine Frau, die im Winter gerne sich auch
- 12:48zurückzieht, darum, das Wissen alle ihre Freunde auch, die
- 12:52nicht gerne telefoniert, darum wundert es auch keinen, wenn man
- 12:54wochenlang im Winter nichts von ihr hört, das passiert im
- 12:56November, die Nachbarin hat sich wohl irgendwann gemeldet.
- 13:01Und sagt, hier ist das Licht seit 56 Tagen durchgehend an und
- 13:04irgendwann fängt sie auch an zu riechen.
- 13:06Die Polizei kommt, bricht das und findet die Mutter tot im
- 13:09Flur, da fällt mir entschuldige unpassenderweise mein lieblings
- 13:14Cartoon ein, du siehst einen Mann der im Flur liegt und
- 13:17darüber steht seine Frau und sie sagt du tot im Flur Hans, so
- 13:21kenne ich dich ja gar nicht, entschuldige, das ist echt, aber
- 13:27ich hatte dieses Bild die ganze Zeit im Kopf, als ich diese
- 13:30Textstelle sage und. Auf jeden Fall.
- 13:32Die Mutter ist gestorben, Sarah Kuttner als Tochter und
- 13:35natürlich erbberechtigte muss also in die Wohnung und muss
- 13:39sich relativ schnell entscheiden, ob sie das Erbe
- 13:41annimmt oder nicht. Und sie weiß ja von diesem Love
- 13:44Scam und die Mutter hat versichert, ja, hier fließt kein
- 13:47Geld, ihr müsst euch keine Sorgen machen, hier ist nicht
- 13:50eine müde Mark geflossen, alles in Ordnung, das glaubt sie
- 13:53natürlich nicht, Sarah und sie muss also relativ schnell
- 13:56überprüfen, ist hier eigentlich was passiert, kann ich das Erbe
- 13:58annehmen oder nehme ich nur Schulden an?
- 14:00Und es ist natürlich so, wie man es sich denkt.
- 14:03Da floß es ins Sechsstellige hinein, also eine wirklich
- 14:08riesige Katastrophe, und die Sarah Kuttner baut das Buch
- 14:14dahingehend auf, dass sie verschiedene Monate nimmt und
- 14:17der Monat Januar ist, also der, wo sie sich damit beschäftigt,
- 14:20was sie jetzt macht und dass sie auch das verarbeiten muss für
- 14:23sich. Was ist mit ihrer Mutter, und
- 14:25sie stößt, die nimmt sie mit Computer und Handy, ihrer Mutter
- 14:28stößt sie. Über einen Signal Chat mit eben
- 14:33diesem Sam, der über Monate hinweg geht.
- 14:36Und sie liest sich durch diesen kompletten Chat, durch die
- 14:40privatesten Sachen ihrer Mutter. Sie selber ist eine Person, die
- 14:45Privatsphäre über alles achtet, also sie sagt auch, sie würde
- 14:48ist nie bei irgendeinem Boyfriend oder bei ihrem Mann,
- 14:50sie geht nicht ins Telefon, sie geht nicht in Computer, sie will
- 14:52es gar nicht wissen, weil sie weiß, wir alle sagen
- 14:55Privatsachen. Die du vielleicht der andere
- 14:57nicht hören willst. Und sie ist plötzlich mittendrin
- 15:00in der Gedankenwelt ihrer Mutter.
- 15:01Da wird auch über ihre Tochter gelästert.
- 15:03Das tut natürlich irrsinnig weh, wenn du als Tochter liest, was
- 15:06deine Mutter heimlich sozusagen über dich sagt und das in
- 15:10Anbetracht der Tatsache, dass diese Mutter, Tochter, Beziehung
- 15:13wirklich keine sehr, sehr gute war.
- 15:16Und wie Sarah Kuttner das A aufbaut, das finde ich sehr,
- 15:20sehr spannend, denn sie behauptet von sich, sie ist was
- 15:24sagt sie kinderkommissarin, weil sie so gerne mit ihrem Mann
- 15:28zusammen True Crime Sachen hört und sie und sie vermutet
- 15:33irgendein Kriminalfall darin nicht, dass ihre Mutter
- 15:35gestorben ist. Natürlich Herr tot, das nimmt
- 15:37sie an, aber. Zwischen dem es ist dann glaub
- 15:41ich der 4. November, da ist das letzte
- 15:42Lebenszeichen der Mutter irgendwo und dem Tag, wo der Tod
- 15:46bestimmt wurde. Dem 29.
- 15:47Sind irgendwie 34 Wochen dazwischen.
- 15:50Wo keiner weiß, was passiert ist und Sachen in ihrer Wohnung sind
- 15:53auch so, wie Sarah Kuttner das nicht erwarten würde.
- 15:56Und sie denkt halt, ich muss dem jetzt kriminalistisch
- 15:59Hinterhergehen was n toller Trick ist fürs Buch, weil es
- 16:02beugt es, es erzeugt Spannung und du willst wirklich dran
- 16:05bleiben, aber die wirklich große Stärke liegt darin, wie sie
- 16:10probiert ihre Beziehung zu ihrer Mutter zu verarbeiten.
- 16:14Wie sie probiert, ihre Mutter zu verstehen, Sie auch merkt.
- 16:18Die Mutter sieht so viele rote Flaggen, also das ist auch
- 16:21unübersehbar, dass dieser Typ nicht Sam human sein kann, aber
- 16:25wie sie sich dennoch dazu entscheidet und es gibt ein ein
- 16:29ganz ganz, also ein Chat bit, in dem sie sagt, so halb im Scherz,
- 16:37hey, und wenn das hier alles n Betrug ist dann habe ich
- 16:41trotzdem so viel mehr Liebe erfahren in den letzten Monaten
- 16:45für ein paar $1000 als ich je von meinem nächsten Umfeld
- 16:48erfahren habe und das ist auch glaube ich, für die Autorin, für
- 16:54die Tochter, für Sarah Kuttner wirklich so ein Punkt, wo sie
- 16:57denkt, wow, ja, also sie muss ihr Recht geben, und das ändert
- 17:03natürlich auch das Verständnis für jemanden der so offenen
- 17:06Auges in diese Katastrophe reinrennt.
- 17:09Es ist manchmal extrem schwer zu lesen und schwer zu ertragen,
- 17:13denn auch wir sind plötzlich ein Einbrecher in dieser
- 17:17Privatsphäre der Mutter und andererseits, und das ist die
- 17:21Kuttner und ich liebe sie so dafür.
- 17:24Mit welcher psychologischen Raffinesse und mit welcher
- 17:28Versöhnlichkeit und liebe sie auf Menschen guckt und probiert,
- 17:32eben nicht das schlimme und das Böse herauszustellen.
- 17:35Und sie empfindet extrem viel Wut auf ihre Mutter.
- 17:38Sie könnte also einerseits Eduard Louis sein und einfach
- 17:41ihrer Wut freien Lauf lassen und alles kaputt, alles Scheiße, das
- 17:45System, alle sind böse oder sie ist eben Sarah Kuttner und
- 17:48probiert diese Wut zu überwinden, weil sie weiß, Wut
- 17:51ist nicht das Gefühl, mit dem ich mein Leben verbringen
- 17:53möchte. Wie kann ich diese Wut loslegen?
- 17:54Werden. Also ich bin zutiefst berührt
- 17:57gleichzeitig bei diesem Thema erstaunlicherweise wirklich sehr
- 18:01gut unterhalten und amüsiert und muss wieder sagen, also Sarah
- 18:06Kuttner, die ja gar nicht so viel schreibt, ist tatsächlich
- 18:09eine meiner Lieblingsautorinnen im Deutschen, und ich danke ihr
- 18:13sehr für dieses Buch. Ich finde den Titel.
- 18:17Er ist klar, sehr sprechend. Ich find ihn trotzdem doof.
- 18:20Ich finde Mama und Sam ist kein Buchtitel, den man gerne
- 18:23verkauft, also jetzt nur der Titel, aber es ist dennoch ein
- 18:27Buch, was ich also nicht nur dir, sondern jetzt auch in den
- 18:31laufenden Wochen glaub ich sehr vielen Menschen ans Herz legen
- 18:34werde, dass sie es unbedingt lesen müssen und unbestreitbar 1
- 18:37meiner Lieblingsbücher des Jahres 2025.
- 18:41Ich hab jetzt ne, ich hab ne Gänsehaut.
- 18:43Also dieses dieses, das hast du sehr sehr andrücklich
- 18:46geschildert, dieses eindringende Privatsphäre der Mutter, dann
- 18:49den den Leser, die Leserin auch noch dabei mitzunehmen und das
- 18:53ganze Versuchen zu verarbeiten und auch diese andere Ebene
- 18:56jemanden bewusst Fehlentscheidungen treffen zu
- 19:02lassen, weil man es ohnehin nicht ändern kann, das gibt es
- 19:05ja, und das begegnet uns ja in in so vielen Büchern, Liedern,
- 19:10sehr ihren Film, und ich fürchte leider Gottes auch im.
- 19:13Im echten Leben aber das das ist ja ein riesiges Thema, egal ob
- 19:19es um Lovescam geht oder andere falsche Entscheidungen oder
- 19:24Dinge, die nicht gut sind, was auch immer, und gleichzeitig
- 19:28ist, diese ist das ja eine zentrale Frage, habe ich das
- 19:34Recht, mir selbst zu schaden, oder habe ich das nicht, also
- 19:37eine der Zentralsten Fragen finde ich auch gerade wieder in
- 19:40der gesellschaftspolitischen Debatte.
- 19:43Es ist, sie setzt es sehr gut gleich.
- 19:45Auch ihre Mutter lebt sehr, sehr, sehr ungesund, ernährt
- 19:48sich eigentlich nur von Zigaretten und Kaffee und ihr
- 19:51ist natürlich bewusst. Und Sara Kuttner selber sagt
- 19:53auch, ich rauche auch mir ist das auch bewusst.
- 19:55Ich tausche einfach ein bisschen Lebenszeit für ein gutes Gefühl,
- 20:02das ist sozusagen der Tausch, den wir selber mit uns selbst
- 20:05ausmachen, und darf ich von außen, habe ich überhaupt das
- 20:10Recht dazu von außen? Klar als Familienangehöriger.
- 20:14Ich fand einen anderen interessanten Punkt, das noch
- 20:16mal mit dieser Privatsphäre, da kommt sie halt irgendwann an
- 20:19diesen Chatverlauf, wo über sie selber gelästert wird, und sie
- 20:22ist zutiefst verletzt, und gleichzeitig sagt sie auch, aber
- 20:24es ist ja klar, es ist wirklich dieser Chatverlauf ist der
- 20:28ultimative Safe Space einer Konversation und sie bricht da
- 20:31hinein, es ist ja nicht so, sagt sie auch.
- 20:34Natürlich lästert sie auch manchmal über ihre Freundinnen
- 20:37ihrem Mann gegenüber, denn du brauchst ja n Ventil und du
- 20:40suchst dir ja genau diesen Safe Space dafür aus, um eben nicht
- 20:44deine Freundinnen oder deine Mutter oder wen auch immer zu
- 20:47beleidigen oder zu verletzen, sondern du bist halt gerade
- 20:50wütend oder genervt, das sind wir ja alle.
- 20:53Und wie furchtbar. Das ist eigentlich, wenn alles
- 20:56an die Öffentlichkeit gezogen wird, also selbst das Privateste
- 21:00von einem, und wie delikat sie damit umgeht, das ist eine so
- 21:05große Kunst. Delikat ist ja auch ein
- 21:07zauberhaftes Wort, das ich so lange nicht gehört habe.
- 21:11Danke dafür, tolles Buch und jetzt du.
- 21:18Und jetzt ich? Ich glaube, es gibt jetzt
- 21:20überhaupt gar keinen guten Übergang.
- 21:22Ich, ich komme einfach zu meinem Buch des Jahres.
- 21:26Es ist auch in diesem Jahr rausgekommen, ich habe es aus
- 21:29deinem Laden, es ist Carl Owe knauskat, die Schule der Nacht,
- 21:34ich habe sehr lange. Alle alle, die diesen Podcast
- 21:37schon etwas länger her werdet, sagen, Huch, Monique, Carl Owe
- 21:41knauskat, das habe ich jetzt nicht vermutet.
- 21:44Genau, ich habe. Ich habe mir viel Mühe gegeben,
- 21:46das geheim zu halten. Und ich glaube auch wir saßen
- 21:52hier im Podcast Gespräch, als du mir gesagt hast, dass morgen
- 21:56irgendwie der neue Knaus gerade im Laden liegt und am nächsten
- 21:59Tag stand ich bei dir im Laden. Das ist ein Buch aus der
- 22:04Morgenstern Serie, Ich sag das mal ganz kurz für die die
- 22:09aufmerksam kann Uwe Knaus gerade lesen, wissen, dass es seit ein
- 22:11paar Jahren Bücher gibt, die. Die also eben eine Reihe sind.
- 22:16Eine Reihe, in der in der ein neuer Stern am Himmel erschienen
- 22:19ist. Es klingt schon sehr nach
- 22:21Religion, es hat auch viel, viel religiöses, und mit dem
- 22:26Erscheinen dieses neuen Sterns fängt die Natur an, sich seltsam
- 22:34zu benehmen. Also sie gerät im Grunde aus der
- 22:39bei. Balance, das kann man sagen.
- 22:41Die Tiere verhalten sich sehr auffällig.
- 22:45Ein paar Naturgesetze scheinen außer Kraft gesetzt und die
- 22:52Menschen sterben nicht mehr und in diesen, ich glaube 2 oder 3
- 22:55Wände sind vorher erschienen, ich glaube 3, da gibt es
- 22:58verschiedene Erzähler, denen wir da, denen wir da verschiedene
- 23:02Protagonisten, mit denen wir unterwegs sind und besonders
- 23:04spannend ist es natürlich, wenn du dann quasi in so einer.
- 23:08Mini Erzählungen drin bist von jemandem und es ist ganz klar,
- 23:13dass das auf einen Tod hinausläuft und du weißt dann
- 23:16aber schon, hier stirbt keiner mehr, wie was bedeutet das denn
- 23:20eigentlich für jemanden, der sterben müsste, also auch wenn
- 23:23wir uns auf der anderen Seite natürlich immer wünschen, dass
- 23:25es so was wie Unsterblichkeit geben sollte, aber was konkret
- 23:28bedeutet das? Und ich glaube, das ist das, was
- 23:30er da erzählt. Ich weiß es noch nicht genau,
- 23:32weil das ist so eine Reihe, ähnlich wie die Stephen King
- 23:35Reihe, um den dunklen Turm, die er ja Gott sei Dank irgendwann
- 23:38mal zu Ende geschrieben hat, aber das hier die
- 23:40morgensternreihe ich keine Ahnung, vielleicht schreibt er
- 23:41am Ende 20 Bände, jedes davon 1000 Seiten soll mir recht sein,
- 23:45Hauptsache er schreibt sie an und dieser 4.
- 23:48Band, der steht eigentlich für sich, also den den kann man auch
- 23:52super gut lesen, wenn man noch nichts aus der Morgensternreihe
- 23:54gelesen hat, weil das an sich keine Rolle spielt, aber wenn
- 23:58man es gelesen hat und natürlich.
- 23:59Natürlich weiß, das ist in dieser Reihe, und das heißt,
- 24:02das, was hier passiert, wird auch an diesen Punkt kommen,
- 24:04dass dieser Stern erscheint. Dann gibt es demnach mal eine
- 24:06ganz andere Ebene mit rein, eine ganz andere Tiefe, das das Buch
- 24:12ist die Geschichte, und sie ist auch mit einer ich erzähl
- 24:16Perspektive erzählt von einem Fotografen Christian Hareland,
- 24:22der kommt, der kommt aus Norwegen und geht.
- 24:26Nach London an eine Kunsthochschule für Fotografie.
- 24:30Irgendwann in den Achtzigern. Und das ist wirklich, das ist
- 24:33total schön beschrieben, ich war ja nicht ich, konnte ja leider
- 24:36nicht in den Achtzigern nach London, das noch mal so zu
- 24:39entdecken und auf all seinen Wegen mit dabei zu sein, er ist
- 24:42dann auch dankenswerterweise viel mit dem Fahrrad unterwegs,
- 24:44sieht viel von der Stadt, aber man merkt aber schon, Christian,
- 24:48Du bist schon irgendwie Special, so, der ist der ist, der ist
- 24:52sehr eigen. Er ist dann noch einmal an
- 24:55Weihnachten, glaube ich, um Weihnachten herum zurück bei
- 24:59seiner Familie und benimmt sich sehr seltsam gegenüber seiner
- 25:05Familie. Also er ist ja schon, er ist
- 25:06recht abweisend, kann, kann nicht so richtig mit den
- 25:10Connecten, auch mit seinen früheren Freunden nicht und dann
- 25:14passiert was sehr, sehr tragisches.
- 25:16Seine Schwester versucht sich das Leben zu nehmen und.
- 25:21Seine Eltern sind dann also mit im Krankenhaus.
- 25:23Er ist alleine zurück in dieser Wohnung.
- 25:26Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es so wie der
- 25:27Weihnachtsmorgen ist oder irgendein anderer Tag davor und
- 25:31man sieht in dieser ganzen Wohnung diesen Aufbruch und er
- 25:34fotografiert das ja, und dann geht er mit diesen Bildern
- 25:38zurück nach London, wortlos und bricht den Kontakt ab zu seiner
- 25:42Familie, wow, und diese Bilder verleihen ihm so einen gewissen
- 25:48Ruf, was zu können als Fotograf. Und er kommt dann aber an der
- 25:53Kunsthochschule relativ schnell an den Punkt, dass es dann nicht
- 25:57weitergeht. Also da kommen dann halt auch
- 26:00berühmte Fotografen, die dann da eben mal Dozenten sind, und er
- 26:03ist wahnsinnig von von sich überzeugt, und das ist schon,
- 26:06also du bist ja im Kopf dabei, du bist ja nicht nur in der 1.
- 26:09Reihe dabei bei Knaus, Ich glaube du bist im Kopf dran und
- 26:12in diesem Fall bist du im Kopf eines Psychopathen so und es
- 26:15stellt sich nach und nach heraus, dass.
- 26:16Der davon überzeugt, dass das ein sehr genialer Fotograf ist.
- 26:19Feststellen muss, dass er das nicht ist.
- 26:20Diesen Gedanken nicht ertragen kann.
- 26:22Also wirklich alles, alles, alles, alles dafür tun würde, um
- 26:26ein genialer Fotograf zu werden. Das fängt an mit, dass er
- 26:31natürlich viel versucht, dann mit Abwertung der anderen
- 26:34Fotografieschüler und Schülerinnen, die da sind mit
- 26:36Abwertung der der Dozenten, die da sind, aber davon macht er
- 26:39nicht halt und was passiert? Wenn wir in der Literatur einen
- 26:42Mann haben, der wirklich alles tun würde, um ein
- 26:45Genialitätslevel zu erreichen. Wir sind bei Faust.
- 26:48Und genau das, das Macht Knaus gerade.
- 26:51Es gibt eine Parallelhandlung mit einem mit einem
- 26:54Theaterstück, Die inszenieren Doktor Faustus von Christopher
- 26:59Marlow und einem Dramatiker aus dem 16 Jahrhundert, und Hadeland
- 27:03denkt auch total viel über Marlow nach, und das ist so eine
- 27:071000 Seiten müssen ja gefüllt werden, so eine Nebenebene, die.
- 27:10Die sich da durchspielt. Und er lernt Hans kennen, einen
- 27:13Holländer, der ein bisschen seltsam ist.
- 27:17Aber Hans gibt ihm immer das Gefühl und sagt das auch ganz
- 27:19deutlich. Also wenn irgendwas ist,
- 27:21Christian, du kannst immer zu mir kommen, du kannst immer,
- 27:23immer zu mir kommen und irgendwann ist natürlich was,
- 27:27also unser Christian Selbstverliebtes arrogantes
- 27:30Arschloch fährt mit nachts, mit dem Fahrrad, ich glaube zu einer
- 27:35Liebschaft oder so spielt auch nicht die Rolle und fährt an dem
- 27:37Friedhof vorbei und. An diesem Friedhof, da steht ein
- 27:43Obdachloser, und dieser Obdachlose fragt ihn nach, und
- 27:47er hält an, um zu rauchen, und dann meldet sich der Obdachlose,
- 27:50und dieser Obdachlose fragt ihn nach einer Zigarette, und er ist
- 27:55zutiefst angewidert von diesem Obdachlosen überhaupt und so,
- 27:58und dann wirft ihm aber eine Zigarette über die Mauer und so,
- 28:03und dann sagt er ja, Feuer bräuchte ich auch noch, und dann
- 28:05will er aber sein Feuerzeug nicht hergeben.
- 28:07So und dann, und dann gibt er ihm das und dann gibt der
- 28:10Obdachlose ihm das nicht zurück und dann denke ich ja, es ist
- 28:13aber mein Feuerzeug und und schubst diesen Obdachlosen gegen
- 28:16eine Wand und er stirbt und Hadeland steigt aufs Fahrrad und
- 28:26fährt los, so also, dass das sozusagen das ist jetzt, ich
- 28:31muss gar nicht alles erzählen, was danach kommt, aber das ist
- 28:33sozusagen der Moment, der Wendepunkt, der Große.
- 28:37Was passiert jetzt? So wird er gefunden, stellt er
- 28:40sich selber, wir können es uns vielleicht ein bisschen denken,
- 28:42bei dem, wie ich ihn schon charakterisiert habe, was
- 28:45passiert mit seinem restlichen Leben und was ist seine faustlos
- 28:48Geschichte im Grunde, welchen Deal geht er ein und all das
- 28:56mit, Wir wissen am Ende, es ist aus der Morgensternreihe, was
- 29:01auch immer ihm passiert, er oder irgendjemand in seinem Umfeld
- 29:03oder was auch immer. Also es endet mit dieser
- 29:06Änderung der Naturgesetze der Welt, in der die Menschheit
- 29:09nicht mehr in der die Menschen nicht mehr sterben, grandioses
- 29:12Buch wirklich, wirklich toll und so unfassbar gut erzählt, also
- 29:17wirklich, dieses, das tut weh, dabei zu sein, es tut weh, im
- 29:22Kopf von von Hadeland zu sein, zu sehen, was er denkt, und
- 29:25gleichzeitig hat es eben auch etwas Faszinierendes, weil viel
- 29:30davon drin steckt, wie wir uns selber belügen.
- 29:32Wie wir uns selber was vormachen, wie wir uns selber
- 29:34Sachen schönreden, hoffentlich beileibe nicht alle Menschen in
- 29:38diesem Ausmaß. Wir hardenand aber etwas davon
- 29:40haben wir alle mit mit, wie gehen wir mit einer
- 29:43Konfrontation und mit Dingen, die uns, die uns nicht lieb
- 29:45sind, was was, was quatschen wir uns selber irgendwie ins reine,
- 29:49wo es eigentlich da vielleicht gar nicht hingehört oder so, ja.
- 29:55Meine Herren. Das ist allerdings ein
- 29:59tatsächlicher Brong. Ich freue mich natürlich sehr,
- 30:01wenn jemand auch mal auf Christopher Malow eingeht, der
- 30:03ja sehr untergeht neben Shakespeare.
- 30:05Das ist Wow, das klingt wirklich nach einem unfassbar guten Buch,
- 30:10wie eigentlich alles, was du von Knauf Bart erzählst.
- 30:13Nicht schon mal drüber. Gesprochen vielleicht 23 mal.
- 30:17Ich gehe mal, weil ich also von hier aus wirklich nicht einfach.
- 30:22Eine Sekunde irgendeinen eleganten Übergang wüsste zu den
- 30:25nächsten Büchern, darum mache ich das einfach gar nicht,
- 30:28sondern erwähne nur mal ganz kurz auch an euch da draußen
- 30:31alle Informationen, alle Bücher, alle Titel, Übersetzer und so
- 30:34weiter kriegt ihr natürlich mit in unseren Show Notes und ich
- 30:37habe noch eine kleine Geschichte zu erzählen aus unserem Podcast
- 30:40zu leben. Ich habe nämlich eine SMS eines
- 30:42Hörers bekommen und ich finde das eine so schöne Geschichte
- 30:46von, also vielen Dank für diese SMS, Alessandro und zwar kam die
- 30:50Frage, hör mal. Das Buch von Jennifer Clement in
- 30:53eurer New York Reihe das Buch auf der Zunge Wer ist denn da
- 30:57der Originalverlag? Denn meine Buchhändlerin findet
- 31:00das nicht und ich so okay wir Buchhändlerin, wo Thalia oder
- 31:05was? Nein, nein, nein, das war, und
- 31:07dann dachte ich okay, ich guck mal nach und er schrieb auch,
- 31:09ich sag dir dann danach, warum ich das wissen muss und es war
- 31:13interessant, weil ich dachte, also entschuldige mal, also was
- 31:15ist denn das für eine wirklich so easy Frage?
- 31:17Ich habe dann auch 2030 Minuten mit der Frage verbracht.
- 31:21Und bin am Ende zu dem Schluss gekommen, das Buch auf der Zunge
- 31:24von Jennifer Clement hat einen Originaltitel Stormy People, und
- 31:30das war das einzige, was wir dazu zum Englischen finden.
- 31:33Dieses Buch ist nie auf Englisch erschienen, wow, nur auf
- 31:37Deutsch, ich bin am Ende auf die Seite von Jennifer Clement
- 31:40gegangen und habe geguckt nach ihren Büchern und da stehen dann
- 31:44alle ihre Bücher da, da da mit Bildern und dann kommt der Titel
- 31:47Stormy People und das einzige Bild was du hast ist Surka.
- 31:51Trump die deutsche Ausgabe auf der Zunge.
- 31:54Das passiert meine. Ich kenne das einmal, das ist
- 31:57Joey Goebelen, Diogenes Autor, der in Amerika ist.
- 32:01Sein amerikanischer Verlag Pleitegegangen, und das wurde
- 32:04also nicht mehr verlegt, und nur die deutsche Übersetzung, ich
- 32:06weiß nicht, was jetzt bei diesem Clement Buch da dran war, aber
- 32:10ich fand es spannend, ich schreibe das also zurück und
- 32:12sage, also, es sieht wirklich so aus, es gibt es nicht im
- 32:15Original. Es gab so ne kleine Info, dass
- 32:18das vielleicht auf Spanisch geschrieben worden wäre, weil
- 32:20wohl Jennifer Clement auch spanisch schreibt, aber auch
- 32:23nicht. Also das gibt s nur auf Deutsch
- 32:25und dann schrieb er zurück, wofür er das brauchte und das
- 32:27fand ich so schön, denn er wird heiraten ah und er und sein
- 32:32Partner werden also heiraten und es gibt eine Trauzeugin, die
- 32:35kommt aus New York. Und diese Trauzeugin aus New
- 32:38York, die also extra Einfliegt nach Europa, ist eine
- 32:42unglaubliche Leseratte. Und er dachte, Na ja, so wie
- 32:46kann man Leseratten schöner beschenken als mit Büchern, und
- 32:49er hat sich einfach durch unseren New York Podcast
- 32:51durchgehört sozusagen, und wollte ihr da die gesammelt
- 32:56Ausgabe und und nicht Ausgabe, aber die gesammelten Werke
- 32:59unseres New York Podcasts. Also vielen Dank für diese
- 33:02Geschichte als. Das heißt, wir haben mehr wert.
- 33:07Wir, wir sind sozusagen ein ein ein Trauzeugen Podcast.
- 33:12Und das fand ich, fand ich sehr, sehr schön.
- 33:15Also immer her mit den Infos per e Mail, SMS, also alle Infos wir
- 33:19uns erreichen können. Die SMS muss ich zugeben weil
- 33:21privat aber alle Infos wie ihr uns erreichen könnt auch mit
- 33:24Geschichten vielleicht was ihr mit unseren Büchern erlebt habt,
- 33:28freuen wir uns immer riesig drüber zu hören.
- 33:30Ihr könnt uns auch über unseren Insta Kanal im Bett mit Buch,
- 33:32also eben unterstrich Bett und. Und so weiter.
- 33:34Ihr könnt auch einfach n Bett mit Buch eingeben und übrigens
- 33:38in unseren Shownotes findet ihr natürlich auch Informationen,
- 33:41wie ihr so ihr denn wollt, uns unterstützen könntet und bei
- 33:45Unterstützung rede ich von Penunzen.
- 33:49Jetzt muss ich von deinem Wahnsinns Wahnsinns diesem.
- 33:56Einfällt. Ich habe ein Bild von Carlowe
- 33:58knorskat und mir, vielleicht poste ich das mal auf unserem
- 34:00Insta. Bitte mach das.
- 34:02Ich würde auch so gerne wissen, wie groß er ist.
- 34:05Ich weiß gar nicht, warum ich immer so besessen darauf bin, so
- 34:07rauszufinden, wie groß Leute sind, manchmal google ich auch
- 34:10einfach größer, größer als ich, er ist größer als du, okay das
- 34:14poste doch auf jeden Fall mal ich.
- 34:18Würde gerne zu einem Buch jetzt kommen.
- 34:23Was mich dieses Jahr auch sehr, sehr, sehr beeindruckt hat und
- 34:27das ist 1 der Bücher. Ich ticke ja so, wenn alle Leute
- 34:30es mögen, finde ich es per se schon mal Scheiße und so auch
- 34:35das neue Buch von Ferdinand von Schirach, der stille Freund, ich
- 34:40glaube, wir haben noch nicht in unserem Podcast drüber
- 34:42gesprochen. Ich hatte das da liegen.
- 34:44Es ist n ganz schmaler Band und wenn man es wirklich böse sagt,
- 34:47es ist im Endeffekt eigentlich mehr oder weniger ne Resterampe
- 34:51seiner Texte, Ideen, kleine Kurzgeschichten, kurzbiografien
- 34:57und ich wollte eigentlich nur so 23 Seiten reinlesen und doof
- 35:01finden. 2 Stunden später hab ich es dann durchgelesen und war
- 35:05begeistert. Denn die Kunst ist ja, seine
- 35:08Resterampe so zu arrangieren und zu choreografieren, dass ein
- 35:12Werk draus wird. Und Schirach hat es einfach
- 35:17drauf, unfassbar elegant und amüsant zu sein.
- 35:21Er hat auch eine gehörige Portion Arroganz, die mir bei
- 35:24Autoren tatsächlich ab und an gefällt, also das ist, und
- 35:28gleichzeitig sind so viele kluge, kurze Texte drin.
- 35:34Er lebt natürlich immer mit dem Auge des Strafverteidigers auf
- 35:38Sachen. Das heißt also, viele seiner
- 35:39Texte beinhalten auch immer juristische Fragen und zählt
- 35:43gerade in dem in den Kurzbiografien schreibt er von
- 35:47dem berühmten Tennisspieler, von Kramm, Gott, wie ist der
- 35:50Vorname? Der war, der ist eigentlich das
- 35:54Sinnbild für Fairplay im Sport. Also der ging so weit, dass er
- 35:58bei einer sehr wichtigen Tennisspiel ihm ein Punkt
- 36:01zugesprochen wurde und er war der einzige, der gesehen hat.
- 36:04Dieser Punkt kann nicht meiner sein und sich vehement dafür
- 36:07eingesetzt hat, dass dieser Punkt ihm nicht zugeschrieben
- 36:09wird, was dazu führte, dass man am Ende auch verlor und er als
- 36:12deutscher Tennisspieler und Athlet in der Nazizeit, oh, das
- 36:16mochten die Nazis nicht, er war sowieso kein Freund von denen
- 36:19und die auch nicht von ihm, er war.
- 36:21Was man heute im Zweifelsfalle B nennen würde.
- 36:24Also er hatte Beziehungen mit Frauen, er hatte aber auch
- 36:26Beziehungen mit Männern. Das eine ist ihm zum Verhängnis
- 36:29geworden, er ist in den Knast gewandert, unter den Nazis wegen
- 36:33dem Paragraph 175 natürlich war seine Familie doch vernetzt
- 36:36genug, dass man ihn dann über Göring oder wie auch immer
- 36:40einfach rausbekam. Mit aber dem absurden Ergebnis,
- 36:44dass er einen Eintrag in sein Strafbuch hatte und darum auch
- 36:47nach dem Zweiten Weltkrieg, nach 45 als Tennisspieler gar nicht
- 36:50mehr richtig reüssieren konnte, weil er nicht in die USA
- 36:52einreisen durfte, weil er ja im Knast war, ja als schwuler Mann
- 36:56bei den Nazis, ja Arschlöcher. Der hat aber trotzdem war.
- 37:00Ein erfolgreicher Mann, war dann Geschäftsmann, hat geheiratet,
- 37:04dann in zweiter oder dritter Ehe die Woolworth Erbin, also so
- 37:08schlecht ging es ihm dann auch nicht, aber eine strahlende
- 37:11Figur, elegant, gutaussehend, bestens vernetzt, hervorragender
- 37:15Weltklasse Sportler, aber halt dann dieser tiefe Fall unter den
- 37:19Nazis, also das ist eine kleine Geschichte, eine andere kleine
- 37:22Geschichte geht. Über einen berühmten Wiener
- 37:24Architekten des 19. Jahrhunderts, der leider eine
- 37:28sehr ungesunde Vorliebe für sehr, sehr, sehr kleine Mädchen
- 37:31hatte. Und ein Mädchen, das dann auch
- 37:34öffentlich machte. Und wer wurde bestraft?
- 37:37Natürlich das Mädchen, ja, weil die ja so früh sexualisiert war
- 37:41und all solche Fragen, es kommen sehr, sehr ernste.
- 37:45Auch auch Texte zu Israel, Palästina, kurze Gedanken und
- 37:50dann aber immer wieder gemischt mit wirklich sehr amüsanten
- 37:53Kurzgeschichten und Erzählungen. Also ich war hochgradig
- 37:57begeistert, es ist wirklich etwas, was man auch so
- 38:00zwischendurch mal lesen kann, wenn man auch nicht viel Zeit
- 38:02hat, dann nimmt man sich einfach nur eine Geschichte vor, aber
- 38:05mal wieder hat der Ferdinand von Schirach bewiesen.
- 38:10Dass er ein wirklich fantastischer Autor sein kann,
- 38:14wenn er will, und in diesem Falle wollte er selbst nur mit
- 38:17seinen kleinen Resterampetexten kann ich also wärmstens
- 38:19empfehlen. Der schöne Freund.
- 38:22Ja, klingt schon. Klingt, klingt schon fast nach
- 38:26dem Buch fürs Bett, aber da sind wir ja noch nicht.
- 38:28Das sind wir noch nicht. Ja, ist schon was denn hier, als
- 38:32ich was von Ferdinand von Schirach gelesen habe, aber ich
- 38:34mochte es auch sehr ich. Ich habe noch 2 Lieblingsbücher
- 38:39auf der Liste. Soll ich mal weitermachen?
- 38:41Mach mal gerne okay. Kein kein Buch aus diesem Jahr,
- 38:45aber ein Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.
- 38:47Und ich weiß, du hast es auch schon gelesen, ein bisschen
- 38:49länger her bei dir, und zwar cosan Whitehead Underground.
- 38:54Railroad ja eher fantastisch. Ausgezeichnet mit dem Pulitzer
- 39:01Preis schon 2017 und. Und der Roman spielt im 19
- 39:05Jahrhundert in den Südstaaten der USA und ist ein ist ein Buch
- 39:11über eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte der USA.
- 39:16Ein Buch über Sklaverei, und es ist das heftigste, emotionalste
- 39:24und intensivste, was ich je dazu gelesen habe.
- 39:28Das hat mich wirklich, wirklich. Erfasst, komplett erfasst, nicht
- 39:35mehr losgelassen und trotzdem ist es etwas, was man unheimlich
- 39:39gut lesen kann. Also coston Whitehat ist ja ein
- 39:41begnadeter Schriftsteller, also Geschichte spielt im 19
- 39:47Jahrhundert, und es ist die Geschichte der jungen Sklavin
- 39:49Cora, die auf einer Plantage in Georgia lebt und von dort
- 39:54flieht. Dieses Leben auf der Plantage
- 39:57wird sehr eindrücklich geschildert.
- 39:59Was das heißt. Ich hatte quasi parallel im Kopf
- 40:02dazu immer so eine Serie, die ich als Kind geguckt habe,
- 40:04Fackeln im Sturm und dachte also, es war so wie wie größer
- 40:10können die Gegensätze nicht sein, so dieser dieser Clash,
- 40:13wie wie selbst wenn dort Gewalt dargestellt wurde oder oder was
- 40:18ist, wie verherrlicht das Ganze doch mal.
- 40:21Das ist so so so krass so so ich.
- 40:26Ehrlich bei bei Whitehead also Wahnsinn.
- 40:31Also Cora flieht. Das Besondere an Cora ist im
- 40:36Grunde, dass ihre Mutter schon geflohen ist und ihre Mutter ist
- 40:38die einzige Sklavin, die von dieser Plantage geflohen ist und
- 40:41nicht wieder zurückgebracht wurde, da gibt es eben auch so
- 40:44einen sehr zu der Zeit sehr bekannten Kopfgeldjäger, der das
- 40:49nicht geschafft hat, in denen es immer noch.
- 40:52Umtreibt, dass er eben die die Mutter Coras nicht zurück
- 40:55bringen konnte. Er nimmt es sehr persönlich
- 40:57genau und Cora fliegt zusammen mit einem anderen Sklaven,
- 41:00Caesar und sie begeben sich auf eine, ja Flucht, gefährliche
- 41:04Flucht, ganz klar über die sogenannte Underground Railroad
- 41:08und ich hab das dann erstmal gegoogelt.
- 41:11Das war ja ein Fluchtnetzwerk, aber keine tatsächliche
- 41:14Untergrundbahn. Whitehead beschreibt es aber,
- 41:17als wenn es wirklich eine Untergrundbahn gäbe mit.
- 41:20Stationen. Mit Stationen und allem.
- 41:23Und diese Stationen sind unterschiedlich luxuriös bis
- 41:29zusammenfallend je nachdem, wo sie sich gerade befinden und
- 41:33wieviel Zeit und Energie sozusagen dort in die
- 41:37Sklavenbefreiung reingesteckt werden konnte und.
- 41:39Und er, also Cora, macht sich dann Gedanken darüber, wer diese
- 41:42Tunnel gegraben hat und sagt natürlich, wir waren das, also
- 41:45wir Sklaven in diesem ewig dauernden, unfassbar
- 41:51unermesslich viel Kraft kostenden Befreiungskampf, und
- 41:54es ist, als ob quasi hinter Cora alles zusammenbricht, also alle
- 41:58Wege, die sie geht, ist sie im Grunde die letzte, die sie gehen
- 42:01kann, die sie auf diese Art und Weise gehen kann und man viel.
- 42:06Liefert natürlich total mit und das brachialer.
- 42:09In diesem Buch ist, dass es diese diese Erlösung nicht gibt,
- 42:13also wenn sie es dann endlich da rausgeschafft hat und dann den
- 42:16nächsten Start geschafft hat oder so, ist es nicht so, dass
- 42:19da auf einmal alles gut wäre, auch wenn es erst mal so
- 42:22aussieht, sondern da gibt es wieder noch eine ganz andere
- 42:25Form von Verrat. Es ist also worden, mich hat es
- 42:28so getroffen, also diese medizinischen Experimente, die
- 42:31dann gemacht werden und alles und.
- 42:33Und ich saß wirklich dann beim Lesen auch ständig da und habe
- 42:36mir das dann noch mal angeschaut in der Geschichte.
- 42:38Und ich dachte, wie kommt es, dass ich das bisher noch nicht
- 42:40gelesen habe? Wie kommt es, dass es kein Teil
- 42:44unserer täglichen gesellschaftlichen Diskussion
- 42:48ist, auf irgendeiner Ebene, wo auch immer, warum, warum wissen
- 42:52wir so wenig darüber, also es hat mich wirklich, wirklich
- 42:54erschreckt und man ahnt, dass da noch viel mehr schrecklich ist.
- 42:59In diesem Buch passiert, wenn man an diesem Punkt ist und
- 43:01trotzdem. Kann man es nicht weglegen und
- 43:03man sollte es auch nicht weglegen, weil das eben ein
- 43:07Gesamtkunstwerk ist und weil das auch, weil man sich dieser,
- 43:12dieser diesem barbarischen Kapitel auch einfach stellen
- 43:15muss. Das kann man gar nicht anders
- 43:16sagen und. Weißt du die Kunst?
- 43:19Entschuldigung kurz von Whitehead, das ist ja auch
- 43:20wieder dieser schriftstellerische Kniff mit
- 43:22diesem Kopfgeldjäger, der es persönlich nimmt, denn.
- 43:26Wir haben das, wir werden ja durchs Buch getrieben,
- 43:29letztendlich, denn wir sind ja mit auf der Flucht, und der
- 43:32kommt immer näher. Und dieser Kniff, als
- 43:34Schriftsteller durch diesen, durch diese Ebene so einen Drive
- 43:39in das Buch zu bekommen, wo man einfach weitermachen muss, und
- 43:42du gehst durch diesen ganzen Horror durch und du kannst nicht
- 43:44aufhören, fantastisch. Fantastisch, fantastisch und
- 43:49auch letztlich. Also, wenn man so will, ne.
- 43:51Das ist also es gibt nicht diesen einen Ort, der dich
- 43:53erlöst, der. Der dir auf einmal Freiheit
- 43:56schenkt oder oder was auch immer, sondern das ist etwas,
- 44:00das das erkämpft werden muss. Immer wieder.
- 44:05Also man kann es ja auch noch mal ein bisschen übertragen
- 44:07sehen und und und. Und auch auf andere, auf andere
- 44:10Ebene nehmen. Es ist nichts, was irgendwo
- 44:13gesetzt ist und dann für immer dort existiert, sondern etwas,
- 44:17was permanent permanent eine Sache von Kampf und
- 44:21Verhandlungen ist und. Und phänomenal geschrieben.
- 44:26Ganz, ganz irre Geschichte. Es gibt auch ne Verfilmung,
- 44:28guckt die nicht, lass es bleiben, lest das Buch es.
- 44:32Ist ja wie bei vielen Verfilmungen.
- 44:34Ich hab probiert von Gentlemen in Moskau mir die Verfilmung.
- 44:37Oder die Serie. Anzuschauen ja, die Serie.
- 44:40Ich versuche mit Human MC Gregor Just don't OK, es ist nicht das
- 44:44Buch. Wow.
- 44:45Ich bin froh, dass du das noch mal in Anführungsstrichen
- 44:47ausgegraben hast. Und wie gesagt, es ging ja
- 44:49darum, die Lieblingsbücher, die wir 25 gelesen haben und nicht
- 44:52die 25 geschrieben wurden. Wir kommen gleich beide ja noch
- 44:58zu einem gemeinsamen Projekt eines Buches, ich muss aber
- 45:01einen dazwischen schieben, weil ich diesen Autor so so toll
- 45:05finde und ich weiß, er ist streitbar und ich weiß, er hat
- 45:07auch wirklich nicht, er hat auch seine nicht Freunde, nennen wir
- 45:10sie mal so. Es ist der holländische Autor
- 45:13oder niederländische Autor Leon de Winter, also schon seit
- 45:17Ewigkeiten, und ich glaube, seit Anfang aller Zeiten bei Diogenes
- 45:21verlegt und sein neues Buch heißt statt der Hunde und Leon
- 45:24de Winter ist ein Knochen, also Leon de Winter definiert sich
- 45:27sehr, sehr, sehr übers Jüdischsein, das führt bei ihm
- 45:31auch, das ist das Problematische an der Diskussion über den
- 45:34Winter, er ist nicht unbedingt nur Anti Islamist, sondern er
- 45:38geht auch noch diesen Schritt weiter in Holland, der.
- 45:42Das ist in diesem Buch jetzt aber gar nicht so großartig
- 45:44Thema, nur dass man weiß, dass er also dafür auch Leute hat,
- 45:48die ihn nicht so besonders schätzen.
- 45:50Aber ich glaube auch die, die ihn nicht besonders schätzen,
- 45:52müssen zugeben, dass er ein fantastischer Autor ist.
- 45:55Und er hat das neue Buch, Die Stadt der Hunde, das handelt von
- 45:58einem Neurochirurgen Gehirnchirurgen ein unangenehmer
- 46:03Mann, ein Arschloch, ein. Also mal der gibt es doch selber
- 46:08zu. Also es ist wirklich nichts nett
- 46:10an ihm. Also er hatte ne Frau vergrault,
- 46:12das einzige an dem ihm eigentlich was lag ist seine
- 46:15Tochter, diese Tochter aber ist hat also er ist selbst ein ein
- 46:19jüdischer Holländer der nicht viel mit Religion am Hut hat,
- 46:23also es ist es halt, aber bedeutet ihm jetzt nichts, hat
- 46:26auch gar keine Ahnung über die Riten und so weiter.
- 46:29Und aber irgendwie hat er an seine Tochter doch das
- 46:31Interesse, da zum jüdischen Leben übergeben und sie steigt
- 46:36voll drauf ein. Sie geht also mit 18 oder 19
- 46:39nach Israel und liebt es dort, will dort auch bleiben, trifft
- 46:44dort irgendwie einen jungen amerikanischen Studenten, die
- 46:47verstehen sich gut, beide machen eine Tour irgendwo in die
- 46:50Negerfüste und verschwinden weg und.
- 46:56Dann bekommt das Buch sozusagen eine neue Ebene, denn dieser
- 47:01unser Neurochirurg, den lässt das als Vater nicht los.
- 47:05Natürlich, das Einzige, was er liebt, seine Tochter ist weg, er
- 47:09nutzt alles und er ist sehr gut vernetzt, er ist einer der
- 47:13berühmtesten und wichtigsten Neurochirurgen, also er kann
- 47:15sich auch schon gefallen sozusagen holen, hat auch genug
- 47:18Geld, fährt jedes Jahr immer wieder nach Israel, immer wieder
- 47:22an diese Stelle, das ist ne alte Schlucht.
- 47:25Man nimmt an, dass durch einen plötzlichen Regenfall einfach
- 47:28eine Sturzflut kam und einfach die beiden weggespült hat.
- 47:31Aber man findet keine Leichen, kein gar nichts und er verrennt
- 47:34sich in diesem Projekt rauszufinden, was mit seiner
- 47:37Tochter passiert ist, Jahr für Jahr, für Jahr, für Jahr, immer
- 47:40wieder an der gleichen Stelle und irgendwann kommt er
- 47:43natürlich auch an den Punkt, wo er nicht weiterkommt und an
- 47:45diesem Punkt spricht ihn eine Frau an, die ihn im Hotel
- 47:50besucht, dort in der Negerfüste und sagt.
- 47:54Ich komme aus einem Büro, dass ich nicht näher beschreiben
- 47:59kann. Sagen wir mal so, ich habe hier
- 48:02eine Aufforderung vom Premierminister direkt an sie,
- 48:07und zwar die Aufforderung ist, wir haben hier eine junge
- 48:09Patientin, die hat ein Gehirnaneurysma und alle Ärzte
- 48:13sagen, das ist nicht operabel, das ist so tief im Gehirn drin,
- 48:17die wird schon alleine beim Versuch, sie zu operieren, wird
- 48:20sie sterben. Wenn man aber nichts macht, wird
- 48:21sie garantiert auch sterben. Du, wenn du das machst und du
- 48:26sie rettest, dann bekommst du so viel Kohle, dass du einfach
- 48:31ganze Suchtrupps durch ganz Israel schicken kannst.
- 48:34Für den Rest deines Lebens, um deine Tochter zu suchen.
- 48:37Ihm selber ist auch klar, wenn er es nicht schafft, das weiß er
- 48:41schon Intrinsel von Anfang an, dann braucht er nicht
- 48:44weitersuchen, weil dann hat auch sein Leben ein Ende gefunden und
- 48:49er. Er darf am Anfang, bevor er
- 48:50zusagt, gar nicht erst erfahren, um wen es sich handelt.
- 48:53Es handelt sich um die Tochter eines sehr, sehr wichtigen
- 48:55Menschen und ich werde jetzt nicht spoilern, weil es einfach
- 48:58zu fantastisch ist, wen er da retten soll und er nimmt den Job
- 49:03sofort an, weil ihm ist es eh egal.
- 49:05Also ohne seine Tochter ist er auch sein Leben nichts mehr wert
- 49:09und dann allerdings findet er in Israel und auch während dieser
- 49:12Arbeit und während der Vorbereitung auf diese
- 49:14Operation, die er übernehmen soll, doch wieder Freude am
- 49:17Leben und. Und dann passiert etwas
- 49:20Erstaunliches, denn das ist bei Leon de Winter auch gar nicht
- 49:24üblich. Wir landen in einer Form
- 49:26magischer Realismus, also an einem Abend sitzt er noch in
- 49:30dieser Schlucht, und da spricht plötzlich jemand mit ihm und der
- 49:33so hä, wer spricht hier mit mir? Und das Einzige was er sieht ist
- 49:36ein Hund, ah ein sprechender Hund und dieser sprechende Hund
- 49:39lässt ihn nicht mehr los, also er ist dann in seiner Wohnung in
- 49:42Tel Aviv und wer steht vor der Tür und so ey lass mich mal
- 49:44rein, das ist der sprechende Hund.
- 49:46Und wir fragen uns die ganze Zeit, was ist das?
- 49:48Und dann merken wir, Ah, die Hunde sind dort sozusagen
- 49:52Begleiter zwischen Leben und Tod, und das ist wirklich so
- 49:56fein und sauber verarbeitet wie plötzlich und ganz langsam diese
- 50:00Ebene in diese sehr realistische Ebene reinkommt, und da will ich
- 50:05jetzt auch das gar nicht weiter auflesen, man will ja nicht
- 50:07spoilern, nur so vieles ist. Wie bei Leon de Winter immer
- 50:10sehr unterhaltsam, sehr bildreich.
- 50:13Der hat eine sehr kräftige, sehr mitreißende Sprache.
- 50:17Er ist ein Erzähler, dem du wirklich den Spaß anmerkst,
- 50:22Geschichten zu erzählen, der auch keine Angst davor hat,
- 50:25einfach manchmal gnadenlos zu übertreiben.
- 50:27Es gibt ja die Bücher, das kennen wir ja beide, wo es sehr
- 50:30wichtig ist, dass es sehr psychologisch genau ist und man
- 50:33ganz tief in die Köpfe aus seiner Protagonisten reinkommt,
- 50:35und es gibt diese Bücher, wo man denkt, geil, erzähl mir ne
- 50:38räuberkanone. Und das ist eine Räuberkanone
- 50:41mit sehr ernstem Hintergrund, aber mit großartigem Spaß zu
- 50:45leben und mit so vielen überraschenden Wendungen und
- 50:48einem so überraschenden Ende, dass man es wirklich nur jedem
- 50:50ans Herz legen möchte. Klingt nach einem super super
- 50:54Tipp für die nächsten Wochen. Ich glaube ich habe noch gar
- 50:56nichts von leonder Winter gelesen oder ich habe es.
- 50:59Vergessen also einiges gutes. Kommen Sie doch mal zu mir ins
- 51:03Geschäft. Und da können wir ja mal gucken.
- 51:06Vielleicht sollte ich das mal tun.
- 51:08Darf ich noch über ein Buch reden, bevor wir auf das
- 51:10gemeinsame Lieblingsbuch 25 kommen?
- 51:13Und zwar ist das ein Buch, das wir hier schon mal im Podcast
- 51:15hatten, und zwar, das war unser allererstes im Bett mit Buch,
- 51:22Unser Buch fürs Bett Hörerinnen Tipp gewesen.
- 51:26Ja, ja. Alina Bronski Pi mal Daumen, das
- 51:29habe ich mir tatsächlich danach. Ich habe es geschenkt bekommen,
- 51:32ich habe es mir gewünscht nach diesem Tipp.
- 51:34Hab es gelesen in weiß ich nicht 3 Stunden oder so und das Buch
- 51:37ist einfach wirklich der Hammer und ich wollte jetzt auch damit
- 51:41meine anderen beiden Bücher waren ja ein bisschen nur 3
- 51:43Bücher, waren ja ein bisschen härterer Tobak, und das ist
- 51:46wirklich, es ist so, so lustig, noch mal ganz kurz, Oskar, der
- 51:52ich Erzähler, ist frisch an der Uni für Mathematik
- 51:55eingeschrieben, er ist absolut von sich überzeugt, sozial sehr
- 51:59unbeholfen, eingeschränkt auch, also sozial eingeschränkt,
- 52:02vielleicht im autistischen Spektrum.
- 52:04Es wird nicht so richtig aufgelöst und er kann überhaupt
- 52:07nicht zugeben, wenn er Hilfe braucht und bei Gott, dieser
- 52:09Junge braucht Hilfe. Moni Kosinski, die zweite
- 52:13Person, die zweite Hauptfigur in diesem Buch, ist schrill, sie
- 52:16ist über 50, sie ist schon Oma, und sie ist absolut beschäftigt
- 52:20damit, das Leben ihrer Familie zu organisieren, weil die
- 52:22absolut nichts alleine auf die Reihe bekommt, also sie hat eine
- 52:25Tochter. Die, die wirklich absolut
- 52:27hilflos im Leben steht. Diese Tochter hat 3 Enkelkinder,
- 52:30die eigentlich jetzt noch mal die Kinder von Moni kosinski
- 52:33sind. Sie hat einen sehr schwierigen
- 52:35Ehemann, um es vorsichtig zu sagen und einige Nebenjobs, um
- 52:38eben ihr Leben und das Leben dieser anderen Personen allesamt
- 52:41zu finanzieren und moni über 50 Jahre alte hat sich entschlossen
- 52:46sich auch noch mal für Mathematik einzuschreiben, um
- 52:47herauszufinden, ob diese Sache mit der Mathematik und ihr
- 52:51vielleicht doch was Ernstes. Sein könnte oder gewesen wäre,
- 52:54wenn sie es früher gekonnt hätte.
- 52:56Dabei begegnet ihr Oskar und sie merkt, der Junge braucht Hilfe
- 53:00und dann adoptiert sie ihn quasi gleich noch mit was für beider
- 53:04Leben erstmal eine sehr große Komplikation ist.
- 53:08Aber am Ende, es ist ein schönes Buch, Es ist ein amüsantes Buch,
- 53:11ist es natürlich ein Segen, dass dass die beiden aufeinander
- 53:16getroffen haben und nicht nur so, dass jetzt Moni den Oskar
- 53:18rettet, sondern natürlich rettet die der Oskar auch die Moni und
- 53:21so und das ist zauberhaft. Und Alina Bronski ist eine
- 53:24Teilerzählerin an dieser Stelle noch mal Danke an Sabine war's,
- 53:28von der wir dieses Leserinnen Buch fürs Bett bekamen und auch
- 53:33an euch da draußen, wenn ihr Lust habt auch ein Buch fürs
- 53:36Bett zu präsentieren, wie ihr das machen könnt sind alles
- 53:39Infos die ihr in unseren Shownotes findet.
- 53:42Wir freuen uns auch über eure Beiträge.
- 53:44Und wir lesen es dann auch. Richtig.
- 53:46Zumindest einer von uns beiden. Und wir kommen.
- 53:52Ich denke mal, eigentlich, vielleicht können wir sagen, ja,
- 53:54das ist sozusagen unser Preis des Jahres 2025 und nicht nur
- 53:58wir sind der Meinung, sondern auch zur Buchmesse im Oktober in
- 54:01Frankfurt gibt es ja immer 700000 Preise, dann gibt es noch
- 54:05den Nobelpreis, und ich weiß nicht, was alles.
- 54:07Und also unser Freund, von dem wir gleich reden wollen, hat
- 54:10nicht den Deutschen Buchpreis gewonnen.
- 54:12Er war noch nicht mal geshortlistet großer Fehler.
- 54:15Ich weiß nicht, ob rowold ihn überhaupt eingereicht hat, aber
- 54:18er hat den nicht minder wichtigen Preis gewonnen,
- 54:21nämlich den das Lieblingsbuch des Unabhängigen Buchhandels,
- 54:25das ist ein Preis, den eigentlich der dumont Verlag für
- 54:28sich reserviert hat. Eigentlich gewinnt immer
- 54:30irgendein dumont Autor oder Autorin, in diesem Falle war es
- 54:34Rowold, ein Buch, was ich schon besprochen habe, nämlich.
- 54:37In unserer Folge Familie und ein Buch, Was jetzt Monique gelesen
- 54:42hat. Und darum übergebe ich an dich,
- 54:44denn ich bin sehr gespannt, wie du dazu stehst.
- 54:48Ja, also als ich das Buch gelesen habe, war es mitten in
- 54:53diesem Hype um Nelio Biedermann. Ich hatte, ich hatte dich schon
- 54:58gehört, mit mit deiner Begeisterung, ich hatte einen
- 55:00riesen Artikel in einer Zeit über ihn gelesen und ich dachte,
- 55:03Oh mein Gott, der Junge ist 22. Er wurde gleich in 20 Sprachen
- 55:08übersetzt, so mit mit dem Erscheinen des Buches.
- 55:12Das das ist ein Hype, das kann doch nicht, das kann doch nicht,
- 55:16das kann doch nicht echt sein, aber es ist wirklich real.
- 55:19Man kann es nicht anders sagen, es ist ein grandioses Buch, es
- 55:23ist ganz, ganz toll erzählt, es ist natürlich ein.
- 55:30Anders erzählt als jetzt ein Familienroman von einem 60
- 55:33jährigen Mann, der jetzt auch schon 60 Jahre tot ist oder
- 55:37sowas. Also es ist frisch, es ist
- 55:39wirklich frisch erzählt und es ist die eine Familiengeschichte,
- 55:43die quasi in Ungarn beginnt und sich dann quasi der heute Zeit
- 55:48bis in die Schweiz vorzieht. Das hast du alles schon erzählt,
- 55:51da kann ich nur sagen, hört mal rein in die Familienfolge, die
- 55:53ist ja, die ist ja immer noch da, die ist ja immer noch frisch
- 55:56in diesem Internet. Und wir sind uns beide auch
- 55:59einig an dem Punkt, wo wir gesagt haben, Oh, lieber nelio
- 56:03Biedermann, hier gibt es eine Stelle, da fällst du aus deiner
- 56:07üblichen Erzählerrolle raus, da hast du was drin, was eigentlich
- 56:11nicht so richtig in deinen Rhythmus rein passt, obwohl es
- 56:14auch eine sehr, sehr süße Stelle ist.
- 56:16Eine. Unglaublich gut erzählte Stelle.
- 56:18Nur ich mache dem Lektor eher den Vorwurf als die Motoren, da
- 56:21hätte ein Lektor oder Lektorin sagen müssen.
- 56:23Super Nummer, mach mal ne Kurzgeschichte draus oder aber
- 56:26das durchbricht. Aber ich bin so froh weil ich
- 56:29hatte dir ja nicht gesagt um welche Stelle es ging und wir
- 56:31haben beide die gleiche Stelle. Genau als ich es gelesen habe,
- 56:33habe ich sofort ne SMS an Kurt geschrieben.
- 56:35Meinst du das? Und übrigens auch hier, liebe
- 56:39Hörer und Hörerinnen, also wenn ihr es gelesen habt und bitte
- 56:43teilt uns mit, ob es gibt diese eine Stelle, die irgendwie nicht
- 56:46in dieses Buch passt. Seid ihr der gleichen Meinung?
- 56:49Wisst ihr, welche Stelle wir meinen und.
- 56:52Und wenn ihr schon mal bei Insta seid, teilt uns doch auch mal
- 56:54einfach eure Lieblingsbücher mit des des Jahres 2025.
- 56:58Ich bin mal gespannt, ob es da Überschneidungen gibt oder ob es
- 57:03vielleicht sogar Bücher sind, die ihr von uns kennengelernt
- 57:05habt. Das wäre natürlich das
- 57:06Sensationellste und würde einen so wunderschönen Abschluss
- 57:10unseres Jahres bedeuten. Ja, vielleicht noch einen Satz,
- 57:14den ich noch sagen wollte zu Nelio Biedermann.
- 57:16Was mir aufgefallen ist und wo ich dachte, daran merkt man,
- 57:18dass es ein recht junger Autor ist und gar nicht als Kritik,
- 57:22sondern als Besonderheit ist, dass er die verschiedenen
- 57:26Figuren, die er durch diese lange Zeit verfolgt, begleitet,
- 57:30dass er nicht sozusagen einen hat mit dem, mit dem das Buch
- 57:33auch alt wird. Sondern er ist immer wieder bei
- 57:36den jungen Figuren, die Nachkommen.
- 57:38Und das ist, das ist in nem Familienroman schon besonders,
- 57:41da kann ich mich jetzt gerade an keine anderen.
- 57:43Melden interessant, du hast vollkommen recht, er geht.
- 57:46Er beschreibt auch die alten, aber er bleibt bei der Jungen.
- 57:48Generation. Er bleibt immer bei der jungen
- 57:50Generation. Vollkommen recht.
- 57:52Ich habe 2 Stimmen im Laden gehabt, die also vehement gegen
- 57:55dieses Buch, lustigerweise ein sehr junger 118, 19 jähriger,
- 58:00also mit dem, und das find ich so toll, wenn man sich über
- 58:02Bücher streiten kann und ich so, ah du hast doch gar keine
- 58:04Ahnung, das hab ich nicht gesagt, das ist doch gar nicht
- 58:05wahr und er so doch, und dieser ganze Sex und ich, so welcher
- 58:08Sex denn, was habt ihr denn für Probleme mit Sex, das gehört
- 58:11doch zum Leben dazu, das sagte Nilo Biedermann auch, der wurde
- 58:15auch interviewt, irgendwo, da ist ja sehr viel Sex in dem
- 58:18Buch, und ich denke so. Wow.
- 58:21Im Gegensatz zu struwwelpeter, ja und übrigens alter Fehler von
- 58:30Menschen, die über Bücher lesen, die sie beide schon gelesen
- 58:32haben. Wir haben nicht einmal den Titel
- 58:33erwähnt, das Buch heißt Lazar, also du hast zumindest gesagt,
- 58:36es ist Fornelio Biedermann, ich hab gesagt es ist bei Rowold
- 58:39verlegt, aber es ist das Buch Lazar, das Lieblingsbuch des
- 58:42Unabhängigen Buchhandels. Und das Lieblingsbuch von
- 58:45vielen, vielen Menschen außer 2 von mir sehr geschätzten Kunden
- 58:49im Laden. Aber es gibt ja nichts
- 58:50Schöneres, als sich auch so richtig über Literatur zu
- 58:53streiten, aber die beiden sind wirklich die Mindermeinung.
- 58:56In und unnormal an der Stelle. Also macht euch jetzt keine
- 58:59Sorgen, es ist kein Softporno, also es sind es gibt n paar
- 59:01Sexszenen und die sind absolut in Ordnung.
- 59:04Ja, und da wird jetzt nicht besonders.
- 59:06Definitiv überhaupt nicht. Überhaupt nicht, also eher auch
- 59:11häufiger mal so, dass es Sex gibt und.
- 59:14Spoiler. Im Leben ist es auch so.
- 59:17Es gibt es manchmal ja erschreckenderweise wow 2025, du
- 59:25warst ein gutes Bücherjahr. Ja, ich finde auch 2025 war ein
- 59:28gutes Bücherjahr und ich habe. Ich habe echt viel gelesen in
- 59:31diesem Jahr. Also ich bin so insgesamt im
- 59:33Jahr auf 50 Bücher gekommen, das ist für meine Verhältnisse viel.
- 59:38Ich habe noch nicht gesehen wieviel.
- 59:41Ich hatte auch ein ganz gutes Serienjahr, da sind es manchmal
- 59:45weniger Bücher. Aber bevor wir jetzt hier über
- 59:49Serien Quackeln, denke ich, erfreuen wir uns einfach neue
- 59:53Lieblingsbücher, die zumindest bei mir schon auf dem Stapel
- 59:56stehen, bei dir wahrscheinlich auch und bin gespannt, mit was
- 1:00:00wir demnächst um die Ecke kommen.
- 1:00:02Ja, aber mit einer Sache musst du jetzt noch um die Ecke
- 1:00:05kommen, nämlich mit unserem Buch fürs Bett.
- 1:00:08Ah, unser Immobilien Podcast. Okay liebe Freunde, die beliebte
- 1:00:13Rubrik Ein Bett fürs Buch Okay okay okay der Witz ist alt, also
- 1:00:19ein Buch fürs Bett. Ihr kennt die Regeln, es ist ein
- 1:00:23Buch, was man irgendwie ansatzweise im Bett lesen kann,
- 1:00:26jeder kann daraus machen, was er will, Monique bricht sich gerne
- 1:00:29Nasen in Betten, darum liest die O.
- 1:00:30Karl Uwe Knauskort im Bett ich habe die Prämisse, es muss
- 1:00:34leicht sein und damit meine ich erstmal die Gewicht und das
- 1:00:38Gewicht und nicht unbedingt den Inhalt, aber aber ich finde auch
- 1:00:41ein Buch fürs Bett sollte jetzt nicht unbedingt die schwersten
- 1:00:45Probleme der Welt wälzen, weil man will ja danach auch
- 1:00:47irgendwie schlafen können und ich habe ein Buch mir
- 1:00:50ausgesucht, was auch ein Lieblingsbuch des Jahres 25 für
- 1:00:54mich ist und 1 der wenigen Bücher, auf das sich die gesamte
- 1:00:58Belegschaft des Ladens einigen konnte, und das ist interessant,
- 1:01:01wir haben recht, verschiedene Leseverhalten und manchmal gibt
- 1:01:05es dieses eine Buch, wo alle sagen, Yes, das ist großartig.
- 1:01:10Und ich rede von dem Buch, Die Perfektionen oder ich glaube nur
- 1:01:15Perfektionen von Vincenzo La Tronico, einem italienischen
- 1:01:19Autoren, der, ich überprüfe es noch mal, aber ich sag es
- 1:01:22einfach mal so hinein. Ich glaube, er hat den
- 1:01:24international man Booker dafür gewonnen, aber wenn nicht, dann
- 1:01:27hätte er es auf jeden Fall verdient.
- 1:01:29Es ist ein Berlin Buch, man kann es nicht anders sagen, Berlin
- 1:01:34ist der Hauptprotagonist dieses Buches.
- 1:01:39Und zwar handelt es von der Welle der Expats, die nach
- 1:01:45Berlin in den 2000 ern und 2010 ern gekommen sind und wie sie
- 1:01:50diese Stadt hier beeinflusst haben, AB, wie die Stadt sie
- 1:01:53beeinflusst hat und C was sie hier so die ganze Zeit gemacht
- 1:01:57haben. Und er macht es fantastisch,
- 1:02:00denn er nimmt ein Pärchen, Anna und Tom.
- 1:02:03Die sind irgendwo aus Südeuropa. Es wird gar nicht näher gesagt,
- 1:02:06sind die jetzt Italien, Spanien, Frankreich, man weiß es gar
- 1:02:09nicht so genau und die kommen nach Berlin und sie machen das,
- 1:02:12was alle Leute machen, Sie sind Frontend Entwickler, Back End,
- 1:02:17Entwickler, Grafikdesigner, Webdesigner, Start Uper.
- 1:02:22Ich glaube, ich kenne beide. Also wirklich im Endeffekt etwas
- 1:02:26natürlich, was Berlin sehr geprägt hat, immer noch
- 1:02:29irgendwie deutsche oder europäische Start Hauptstadt,
- 1:02:31aber. Es ist natürlich auch das, was
- 1:02:34Berliner extrem genervt hat, die irgendwann sagen, so, liebe
- 1:02:37Experts, schön, dass ihr es so geil hier findet, aber es sind
- 1:02:40so treffende, lustige Beschreibungen da drin, zum
- 1:02:43Beispiel ein kleiner Punkt, der so richtig ist.
- 1:02:46Alle Experts nehmen an, sie leben in Ostberlin.
- 1:02:50Die Leben in Kreuzberg Neukölln, das ist für sie aus Berlin, das
- 1:02:54heißt, sie haben es noch nicht mal probiert, sich irgendwie für
- 1:02:57die Stadt und ihre Geschichte zu interessieren.
- 1:03:00Die Leben in Ostberlin, weil Westberlin ist spießig, da
- 1:03:02können wir ja gar nicht leben und.
- 1:03:05Was er macht? Also er nimmt an an Tom, setzt
- 1:03:07sie herein und geht mit ihnen durch die Jahre der Freude, des
- 1:03:10Aufbeginns, die großen Freunde, man kennt über Leute, und kein
- 1:03:14Mensch lernt Deutsch, weil warum zur Hölle sollen wir deutsch
- 1:03:16lernen, diese scheiß Sprache, und dann merkst du langsam hakt
- 1:03:20es, einige Leute gehen schon wieder weg, die Winter sind doch
- 1:03:23härter als man denken sollte und erstaunlicherweise kälter und
- 1:03:25Herrscher und auch der Berliner an sich ist gar nicht so nett
- 1:03:28und wie dann Probleme ins Leben hineinkommen und wie sie dann
- 1:03:32probieren. Das A abzuändern, wenn das nicht
- 1:03:36mehr geht, Berlin zu verlassen, dann sind sie plötzlich alle in
- 1:03:39Lissabon, kommen aber doch irgendwann nach Berlin zurück
- 1:03:42und das Ganze ist in einem so nüchternen, nur dokumentarischem
- 1:03:48Stil geschrieben, dass du gar nicht merkst, wie bösartig es
- 1:03:52einerseits ist, was er dort macht, weil er wirklich mit dem
- 1:03:55Finger immer genau rein zeigt in all die Punkte.
- 1:03:59Die, die treffen, dass er es schafft, auch sozusagen aus
- 1:04:03einer vielleicht Berliner Sicht heraus über diese Experts zu
- 1:04:06schreiben, obwohl er ja eigentlich Teil dieser Expert
- 1:04:08Szene ist. Und er macht am Ende eine
- 1:04:12unglaublich kluge Conclusio, die, glaube ich, für uns alle
- 1:04:17zutrifft nach Berlin, die nach Berlin gekommen sind.
- 1:04:20Ich bin jemand, der in den 90er Jahren nach Berlin gekommen, die
- 1:04:23sind jetzt Ende der Nuller oder 2010 er reingekommen, und zwar
- 1:04:26sagt er, dass die die. Die dann noch hier sind.
- 1:04:30Die ganzen Jahre über probieren, dieses Lebensgefühl nachzuholen.
- 1:04:35Und selbst wenn sie woanders hingehen, möchten Sie dieses
- 1:04:38Lebensgefühl nachholen. Es ist aber nicht nachholbar,
- 1:04:41denn seine Beobachtung ist die Richtige.
- 1:04:43Es war der Moment ihrer eigenen Jugend mit dem ganz spezifischen
- 1:04:48Moment der Berliner Geschichte, in dem sie zusammenkamen.
- 1:04:50So wie für mich, als ich in den Neunzigern kam, war natürlich
- 1:04:54dieses Berlin der 90er und das Glück, dass man in seinen 20er
- 1:04:57Jahren auch noch dorthin kam. Und egal, was du machst, du
- 1:05:00wirst es nicht wiederholen können, denn a wirst du nicht
- 1:05:02jünger und b hat sich die Stadt verändert und es brauchte
- 1:05:05sozusagen das Zusammentreffen deiner eigenen Jugend und dieser
- 1:05:09Besonderheit der Stadt in eben diesem Moment.
- 1:05:11Und dass er auch sagt, 25 Jährige jetzt erleben ein ganz
- 1:05:14anderes Berlin natürlich als 25 Jährige in den Zehnern oder auch
- 1:05:17in den Neunzigern unglaublich klug, sehr amüsant in seiner
- 1:05:22Bösartigkeit und wirklich schön auch leicht zu lesen durch
- 1:05:25diesen wirklich dokumentarischen Stil fasst der eigentlich gar
- 1:05:30keine Gefühle beschreibt, sondern nur Tatsachen
- 1:05:32großartiges kleines Buch Perfektionen.
- 1:05:39Klingt klingt zwar, ich hab n bisschen Sehnsucht nach meiner
- 1:05:41Jugend, das hab ich eigentlich selten, vielleicht auch mehr
- 1:05:44nach Berlin aus den Neunzigern. Es ist es ist das Berlin.
- 1:05:47Ja, du hast das gleiche wie ich und das Gefühl haben auch Anna
- 1:05:50und Tom dann und merken, OK, damit wird man wohl leben
- 1:05:53müssen, so wie auch wir jetzt damit leben müssen, euch alleine
- 1:05:57zu lassen, von euch alleine gelassen zu werden.
- 1:05:59Ihr seht uns am Boden liegend und leise vor uns hinwimmernd
- 1:06:02ich kann gerade noch sprechen, aber ich werde gleich in Tränen
- 1:06:05ausbrechen. Und bevor das passiert.
- 1:06:07Bevor das passiert, sagen wir euch, sagen wir euch Goodbye bis
- 1:06:11zum nächsten Mal in 2 Wochen und zwischendurch sehen wir uns auf
- 1:06:14Insta. Das hoffe ich sehr und von mir
- 1:06:17auch für Monique ein bussi Papa im Wetten mit Buch ist eine
- 1:06:24Produktion von was ist immer Konzept und Produktion Götz
- 1:06:28Gring Modeimer Redaktion und Hosts Monique Lukas und Kurt von
- 1:06:33Hammerstein.