Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / HSV-Experte Bleick: Das ist die größte HSV-Leistung in dieser Saison
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- HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Ballgewinn vor dem Strafraum durch Wuskowitsch. Der spielt links raus auf Muhheim. Der sieht, dass vorne Platz ist. Steilpass, scharf gespielt, in den Lauf von Torpe. Der hat noch einen vor sich. Ein Haken nach links, zieht den Ball scharf rein in die Mitte. Königsdorfer Star, Tor! Tor für den HSV! Direkt den Ball genommen, das hat er gut gemacht. Wie oft hat er das in der Vergangenheit versämmelt? Jetzt ist er da, macht das Tor für den HSV, ein ganz wichtiger Treffer. Sensationell. Ich habe ein bisschen Gänsehaut bekommen eben, muss ich sagen, Kai. Absolut, absolut. Genauso möchte ich das am Sonnabend auch hören. Ein kleiner Vorgeschmack und ihr habt bestimmt die Stimme erkannt. Die habe ich schon so oft gehört, aber wer es nicht richtig zuordnen kann, er ist wirklich eine echte, lebende Radiolegende seit 40 Jahren beim NDR. Und wir freuen uns jetzt sehr, dass er bei uns im Podcast ist, Alexander Blacht. Hallo, freut mich auch. Danke für die Einladung. Auch von meiner Seite ganz herzlich willkommen. Und Alex, also mein Abendlatt Alex, hat es eben schon gesagt, so ein bisschen, das ist die Stimme des Norns, auch aus meiner Kindheit tatsächlich. Also du hast es schon gesagt, da kriegt man ein bisschen Gänsehaut. Genau so möchten wir, dass du das am Sonnabend kommentierst. Bist du denn am Sonnabend vor Ort? Ja, genau. Es wird mein letztes Bundesligaspiel sein, nach 40 Jahren. Das erste war 86, HSV gegen Frankfurt. und das letzte Mal sozusagen in der ARD, in der großen Schlusskonferenz. Und ich hatte mir das gewünscht, nochmal einmal den HSV zum Ende nochmal zu machen zu können, dass sich der Kreis ein bisschen schließt. Und ja, ich freue mich drauf. Also ist kein Spiel, was die Welt erwartet sozusagen. Ist nicht gerade das Highlight des Samstags. Aber für mich ist das nochmal richtig schön. Und da nochmal dabei zu sein, finde ich eigentlich gut. Es wäre ja jetzt gelungen, wenn wir sagen würden, was für ein Zufall. Gut, dass wir dich da haben. Natürlich haben wir das mitbekommen und freuen uns deshalb sehr. Wie geht es dir also? Hast du keine Lust mehr? Bist du jetzt langsam in einem gewissen Alter? Würdest du gerne noch länger machen oder ist genau der richtige Zeitpunkt? Wie fühlt sich das jetzt an? Fühlt sich richtig gut an, muss ich ehrlich sagen. Ich habe früher, als ich jung war als Reporter, ich habe ja relativ jung auch angefangen, mich immer geärgert, wenn die Alten nicht loslassen konnten und immer noch mal und ein Pokal ins Spiel noch und einmal noch dabei sein und so. Da habe ich gesagt, Jungs, ihr seid echt nicht mehr so gut, wie ihr mal wart. Jetzt lasst doch mal die Jungen ran. Dann habe ich immer gesagt, mit 60 will ich nicht mehr Torschreien. Das habe ich fast eingehalten, weil in den vergangenen Jahren habe ich jetzt wirklich fast nichts mehr gemacht. Nur noch eigentlich dann, wenn wir Not am Mann hatten, personell, dass ich nochmal eingesprungen bin. Und ich habe ja auch Weltmeisterschaften, da habe ich 2018 aufgehört und gesagt, komm, Länderspiele auch nicht mehr. Das ist jetzt gut, sollen mal Jüngere machen. Und das fühlt sich gut an. Und jetzt freue ich mich drauf, nochmal ein letztes Spiel sozusagen zu machen. Im Mai gehe ich dann in Pension, dann ist Schluss. Und da freue ich mich auch drauf, dass ich da ein bisschen mehr Zeit habe. Also ich habe mir das auch, ich sage mal, so verdient durch viele, viele angehäufte freie Tage, dass ich ein bisschen eher gehen kann. Also ich bin jetzt 64, ist noch... Ein bisschen Zeit eigentlich hin, aber es ist irgendwie ganz gut, auch dann ein bisschen selbstbestimmt alles zu machen. 40 Jahre als Reporter, als Radiolegende beim NDR, da gibt es auf jeden Fall viel, worüber wir sprechen können. Wir wollen anfangen mit dem HSV und ich würde mit einer ganz typischen Reporterfrage anfangen, nämlich was für ein Spiel erwartest du denn am Sonnabend HSV gegen Augsburg ausverkauftes Stadion und es geht um nicht so wenig. Nee, ganz genau. Das ist ja für beide die gleiche Situation. Wer gewinnt, kann, glaube ich, planen für die kommende Saison. Ich glaube, das wird wieder so ein Geduldsspiel. Vielleicht ähnlich wie gegen Köln auch. Die Augsburger sind nur auch eine eklige Mannschaft. Ich habe sie im Februar gesehen in Wolfsburg. Und ja, Wolfsburg hat da zweimal geführt und am Ende der Spiel trotzdem verloren, weil die es wirklich geschafft haben, dann, wenn sie Räume haben, gefährlich zu kontern und schnell zu kontern und auch Tore zu machen. Ansonsten ist es so, Augsburg steht da relativ enkelndrin Und es wird davon abhängen, ob es dem HSV gelingt, dann doch auch die Lücken zu schaffen, die man braucht, um dann auch zu Toren zu kommen. Du hast es angesprochen, eigentlich ein Sieg könnte sein, neun Punkte zum Relegationsplatz. Das sollte ziemlich safe sein. Hättest du denn gedacht vor der Saison, der Start verliefer ja auch ein bisschen holprig, dass der HSV jetzt in einer, sie sind ja noch längst nicht durch, aber doch in einer recht guten Ausgangssituation sind vor der Crunch-Time? Also, dass sie noch den gleichen Trainer haben, haben auch nicht alle? Ich muss sagen, ich bin wirklich positiv überrascht von mehreren Dingen. Ich war erschüttert nach dem ersten Spiel gegen St. Pauli mit dem 0 zu 2. Ich dachte, meine Güte, die sind nicht ansatzweise Bundesliga-tauglich. Wir haben das auch in der Redaktion im vergangenen Jahr besprochen. Endlich wieder Aufstieg, ja. Aber mit der Truppe, wie viele Spiele hast du da eigentlich gehabt? Wo man gesagt hat, die hätten auch in einer anderen Bundesliga-Mannschaft einen Stammplatz. Da sind wir auf so drei, vier, vielleicht fünf gekommen. Aber was ist mit dem Rest? Das ist ja nicht das, womit du in der Bundesliga klarkommst. Ich fand gut, dass Polzin das auch erkannt hat und gesagt hat, wir müssen auch ganz anders spielen, wir brauchen dafür andere Leute. Und dass sie dann, als sie gesehen haben, dass das so nicht funktioniert, so schnell reagiert haben und dann ja nochmal nachgelegt haben mit den drei ausgeliehenen Spielern da, mit Vieira, Lukonga oder natürlich auch mit Voskovic. Ohne die drei, glaube ich, hätte das echt anders ausgesehen. Und den Mut zu sagen, hey, wir sehen, das reicht so nicht. Wir müssen was machen und wir haben auch noch einen Plan dafür. Das zahlt sich gefühlt jetzt aus. Sami Lokonga konnte der HSV für kleines Geld sogar fest verpflichten. Die anderen beiden sind ausgeliehen. Was kann man sagen, ist der größte Trumpf des HSV in dieser Saison? Also klar kommt man dann als erstes Luka Wuskowitsch auf Ivera, du hast die beiden angesprochen. Sind das die beiden größten Trümpfe oder fällt dir noch was anderes ein? Also das sind auf jeden Fall zwei Trümpfe. Ich glaube, der größte Trumpf ist, dass es die Leitung der Mannschaft, das Trainerteam geschafft hat, die DNA zu erhalten. Also was wie so ein Teamgeist. Ich meine, wir sind auch nicht in der Kabine dabei. Wir kriegen es ja auch nur mit und was man hört und das so mitzukriegen, dass die doch, obwohl ja auch es enttäuschte Spieler gibt, doch weitgehend die Stimmung gut zu sein scheint. Und das Zweite ist, dass sie es wirklich geschafft haben, die Taktik so umzukrempeln, dass die in der Bundesliga funktioniert. Dass du erst mal siehst, dass du hinten gut stehst. Ich meine, die Gegentorbilanz ist echt 1A. Und ich glaube, der HSV hat die zweit- oder drittwenigsten Gegentore nach Ballverlust bekommen. Also das heißt, da ist ein Selbstvertrauen in die eigene Aktion da. Die verlieren nicht die Bälle und werden ausgekontert. Das ist schon mal echt gut. Dass das an der Durchschlagskraft vorne fehlt, dass man nicht Gegner an die Wand spielt, war, glaube ich, klar. Aber diese Basis, also ein System zu finden, das funktioniert, das auch erfolgsversprechend ist, das finde ich schon gut. Und natürlich auch die Tatsache, dass es gelungen ist, die Fans so mitzunehmen. Ich glaube, jedes Spiel ausverkauft bisher. Das hat es vorher ja auch noch nicht beim HSV gegeben. Die waren zwar nahe dran, aber das ist unglaublich. Und dass auch die Kritik, also ... Wirklich vor der Saison gedacht. Na ja, Paul Zin, im Oktober ist der weg, wenn sie dann irgendwie viermal verloren haben. Nein, dass man das bisher sehr tapfer durchgezogen hat, finde ich schon gut. Also ich finde das auch, wenn ihr euch daran erinnert. Entschuldigung, ich habe zu. Nee, nee, so viele Spieler gewechselt, die Aufstiegsmannschaft zerschlagen. Und dann hätte es ja leicht passieren können, dass dann ein sehr, sehr junges Trainerteam, Fußballromantik natürlich pur. Aber da wären noch ganz viele gedacht haben, wenn dann die ersten Rückschläge kommen, Werden sie dann nervös und so weiter. Und egal, was jetzt noch passiert, das finde ich schon, Kai, vielleicht kannst du auch mal, würde mich mal deine Meinung interessieren, du bist ja doch viel näher dran als ich. Dass sie das so hinbekommen haben, finde ich echt erwähnenswert. Absolut. Also du, Alex, hast es ja eben auch schon gesagt, der Trainer hat nicht nur die Taktik gewechselt, er hat das gesamte System und die Spielanlage verändert, was wirklich beeindruckend ist. In der zweiten Bundesliga eine ganz klare Ballbesitzmannschaft, die begeisternden Fußball nach vorne gespielt hat, Tormaschine hatte, ganz, ganz viele Tore geschossen hat, umgeändert im Sommer zu einer Umschaltmannschaft, die jetzt, so wie du es richtig gesagt hast, natürlich einen großen Fokus auf die Defensive legt und dann aber versucht mit vielen Kontern und HSV ist im Moment eine sehr, sehr gute Kontermannschaft, dann vorne das eine oder andere Tor zu machen, obwohl da jetzt in der Offensive ein bisschen der Schuh drückt, aber insgesamt klappt es wirklich sehr gut und diesen Umkehr im kompletten System, das glaube ich, ist eine der größten Leistungen in dieser Saison. Und wir haben es jetzt schon gesagt, der HSV hat eigentlich nicht einmal eine Trainerdiskussion gehabt in dieser Saison. Der 1. FC Köln mit Aufsteiger hat jetzt gerade den Trainer gewechselt. Also Chapeau, ich habe einen Hut auf, den könnte ich jetzt kurz absetzen. Aber Frage an dich, Alex, das alles haben sie geschafft. Gleichzeitig könnte man jetzt, wenn man das Haar in der Suppe sucht, sagen, die Spiele sind jetzt nicht ganz so schön anzusehen, wie es noch in der Zweitligasaison sind. Aber das ist ein bisschen eine Luxusdiskussion, oder? Finde ich auch. Ich meine, womit vergleichst du dich? Wenn du dir die Etats anguckst, dann ist der HSV gestartet und hatte den, ich glaube, 16. Etat in der Bundesliga. Das heißt Relegationsplatz. Du musst dich vergleichen mit Mannschaften wie Mainz, wie Augsburg, die deutlich höhere Fernseheinnahmen haben. Im zweistelligen Millionenbereich. Augsburg spielt die 15. Saison in der Bundesliga jetzt. Oder 14. Die spielen auch kein Zauberfußball. Die bleiben drin. Und bei Mainz ist das ähnlich. Also du musst ja erst mal es dir erarbeiten, drin zu bleiben. Und das ist jetzt Arbeit. Und ich glaube, der größte Fehler, der hätte passieren können, ist eine Erwartungshaltung, die heißt, jetzt sind wir wieder in der Bundesliga, jetzt spielen wir wieder in Europa mit, jetzt müssen wir diesen... Wahnsinnig klasse, toll anzuschauen, sehenden Fußball aus der 2. Liga. In der 1. Liga spielen wir die alle an die Wand. Die werden geschlachtet worden. Und Gott sei Dank ist das nicht passiert. Gott sei Dank, mit Blick auf die Zukunft, so kannst du vielleicht jetzt schrittweise was aufbauen, was dann auch dauerhaft eine Entwicklung ermöglicht. Ich finde es ganz gut, dass du gerade diese Marktwerte und den Etat ansprichst. Wir hatten am Montag ein langes Interview mit Vorstand Erik Huber. Wird am Sonnabend im Abendblatt zu lesen sein oder auch schon vorher bei Abendblatt.de. Da war er nicht ganz ohne Stolz, dass es dem HSV in dieser Saison das erste Mal seit mehr als zehn Jahren gelungen ist, in der tatsächlichen Tabelle am Ende, also statt jetzt, besser dazustehen, als es die Italien-Tabelle verraten würde. Und das ist ihnen nie gelungen. Sie waren immer, sogar in der zweiten Liga, immer unter den Erwartungen, sie sind das erste Mal, jetzt, stand jetzt, über den Erwartungen. Das muss man ihnen hoch anrechnen. Finde ich auch. Und ich meine, wir ändern uns noch alle an die Zeiten, die so 10, 15 Jahre zurück sind. Da war es immer umgekehrt. Da hat der HSV im Etat eher große Ambitionen gehabt und was weiß ich, was bewegen wollen. Und am Ende wurden die Erwartungen enttäuscht. Und ich meine, letztendlich hat ja auch diese Entwicklung dazu geführt, dass sie irgendwann in der zweiten Liga gelandet sind. Dass man irgendwie das Gefühl hatte, ja, wir gehören zu den Top 20 Mannschaften in Europa, wir kaufen Stars ein. Aber wir spielten ja leider nicht im Europa Cup und dann ging es irgendwie nach hinten los. Trotzdem, wenn man noch ein Haar suchen will, Offensive, also da fehlt natürlich schon noch ein bisschen was. Und um mal zurück zum Augsburg-Spiel zu kommen, wen würdest du denn spielen, wenn wir mal Trainer aufstellen? Da uns vielleicht doch mal Glatzl, auch wenn Glatzl sich natürlich ein bisschen, durch seine öffentlichen Äußerungen wahrscheinlich geschwächt hat beim Trainer. Ja, wen würdest du denn nehmen diesmal. Ja, ich weiß, dass die Menschen, die uns jetzt hören, die wollen natürlich was wissen, die wollen irgendwas, was sie bereichert, aber ich finde es so unredlich, wenn ich als jemand, der natürlich auch nicht in der Kabine ist und nicht jedes Training sieht oder ganz, ganz selten Mobmann-Training sieht, jetzt sagen würde, muss Glatzel spielen oder Königsdörfer oder wie sollte es denn sein? Könnt ihr mir vorstellen, dass gegen eine Mannschaft wie Augsburg, die eher defensiv spielen wird, die irgendwie vorne auf Konter lauert, dass dort einer, der eine Strafformpräsenz hat, von Vorteil sein könnte? Mich hat Downs bisher nicht überzeugt, gar nicht. Ich meine, der hat ja in Köln vor drei Jahren, zwei Jahren, hat er ja auch, ich sage mal, leidlich funktioniert. Ich glaube, in einer Saison irgendwie auch da zehn Einsätze gehabt und zwei Tore gemacht und so. In der zweiten Liga hat er ganz gut funktioniert. Da hat er gut funktioniert, aber wie gesagt, auf dem Erstliga-Level ja bisher eigentlich nirgendswo. Und das, was ich bisher von ihm gesehen habe, hat mich jetzt nicht überzeugt, als dass ich das Gefühl hätte, der könnte helfen. Laufstark ja, weiß ich nicht, ob du das gegen Augsburg so brauchst. Also ich würde dort eher sehen, dass ich einen zentralen Stürmer habe und dass ich die Flügel so gut besetze, dass ich versuche, darüber Lücken zu reißen. Die Augsburger spielen hinten mit der Dreierkette und haben dazu ein defensives Vierer-Mittelfeld davor, machen also auch Außen dann zu. Und du musst gucken, dass du über die Flügel, durch die Mitte ist das schwer, du musst versuchen, über die Flügel was zu machen und dann irgendwie dadurch Chancen zu kriegen. Aber du hast gerade gesagt, du möchtest sozusagen nicht hier Trainer spielen und dich für den Stürmer entscheiden. Dann ist mal deine Journalistenmeinung gefragt. Alex, Abend mit Alex hat es eben schon angesprochen. Glatzel hat sich so ein bisschen durch sein Interview vielleicht ins Hintertreffen gebracht. Das hat eine große Diskussion nach sich gezogen. Ich sage mal so, jedes Medium hätte wahrscheinlich gerne dieses Interview, was die Mopo geführt hat, gehabt. Wir hätten das auch genauso gedruckt. Wie siehst du es als Journalist? Was ist da deine Meinung zu? Also ich habe mich darüber gefreut. Weil ich meine, du, Kai, bist doch so schön jung. Aber Alex, wir beide haben ja nur schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Und wir erinnern uns noch an Zeiten, wo wir auch ganz selbstverständlich mit Spielern sprechen konnten. Und wo wir anders informiert waren, als wir das heute sind. Weil die Vereine zumachen, weil sie alles absegnen, weil du alles vorher anmelden musst und so. Und da hat einer mal den Mut gehabt. Offen, halbwegs offen, wie offen kann ich nicht beurteilen, aber das habe ich gerne gelesen, mal seine Meinung zu sagen. Und das hat eine Diskussion ausgelöst und es war erfrischend. Mir hat es gut getan. Ich verstehe, dass die beim HSV wahrscheinlich in der Medienabteilung durchgedreht sind. Wie kann das sein? Was hat er nicht abgesprochen mit uns? Muss eine Geldstrafe kriegen? Ich finde es erschütternd, weil es nimmt der Bundesliga dem Phänomen, deswegen warum wir alle so gerne ins Stadion gehen, nimmt es so viel, weil das alles so klinisch rein ist. Und wer will in seinem Leben nur klinisch rein? Ich will das nicht. Ich glaube, keiner will das. Keiner, der da draußen steht, eine Bratwurst isst, ein Bier trinkt, will klinisch rein. Wir alle lächeln doch danach, dass man auch mal eine Emotion bekommt. Stehe ich voll dahinter. Wir haben ja auch darüber diskutiert danach, nachdem das Interview erschienen ist. Und haben dann gesagt, wie war denn so die Temperatur seiner Antworten? Und die war ja nicht verletzend und nicht böse. Und jeder weiß natürlich in so einer Situation, der Spieler ist enttäuscht, ist frustriert und so weiter. und er hat es einfach gesagt, natürlich ist es angreifbar, wenn man sagt, okay, man macht das an dem Verein entlang. Ja, aber bei mir hat er da Sympathiepunkte gewonnen und ich verstehe sowieso nicht, das ist ja auch so eine Sache, ein Spieler, der so gut in den vergangenen Jahren funktioniert hat, dass er auch in den Spielen, wo du. Rausgehst und weißt, du bist wahrscheinlich auch mitspielbestimmend und du brauchst jemanden da vorne drin, trotzdem so wenig Chancen gekriegt. Das wird Gründe geben. Ich meine, wir haben gerade gesagt, Merlin Polzin hat so viel richtig gemacht, der sieht ihn jeden Tag und sein Trainerteam und die werden sagen, reicht nicht, warum auch immer, ich kann das nicht beurteilen, aber es ist erstaunlich, weil der hat ja eine Präsenz. Du hast eben, das ist jetzt ehrlicherweise ein perfekter Übergang, du hast eben gesagt, ja und ich konnte früher noch, genauso wie Alex mit den Spielern konnten wir Kaffee trinken, konnten noch sprechen, freier sprechen. Jetzt möchte ich mal wissen, wie war es denn früher? Also du hast eben schon gesagt, erstes Spiel 1986 gegen Eintracht Frankfurt. Ich vermute mal, dass die Bedingungen andere waren, als sie heute sind. Mach mal das Kopfkino an und wie war dein erstes Spiel im Volksparkstadion? Was erinnerst du? Was erinnere ich? Also erstmal erinnere ich, dass wir vor dem Anpfiff wie selbstverständlich im Innenraum waren und vor der Kabin im alten Volksparkstadion gelungert haben und gelauert haben und wenn die Spieler rauskamen, hat man die auf dem Weg zum Warmmachen angesprochen. Und hast du deine Spezies gehabt, die dich kannten? Und hast du mal kurz geschnackt und sagst so, wie ist und was ist drin? Und was hat die Trainer gesagt? Und natürlich bin ich hochgegangen und wusste Bescheid. Und ich war die Woche vorher beim Training. Ich konnte da hinterher mit Spielern sprechen. In der Regel habe ich nur noch mit einem oder zwei ein richtiges Interview geführt. Da hat keiner zugehört aus einer Medienabteilung. Da hat man in Ochsenzoll draußen gestanden. Und wenn die vom Training kamen, hat man die angesprochen und hat sich so zehn Meter weitergestellt und mit einem Aufnahmegerät und das Interview geführt. Selbstverständlich. Und das gefragt, was einem in dem Moment wichtig war. Und es war natürlich auch unter den Medien Konkurrenzkampf, die Jungs von BILD, Schnitte damals noch, Jürgen Schnittke, Hans und seine Crew, die dann da waren und Mopo. Ja, jeder wollte natürlich die exklusiven Informationen haben. Also, das war das Erste im Stadion. Du hast nochmal da mit den Spielern gesprochen. Dann bist du kurz vorm Anpfiff in die Kabine gegangen, hast die Reportage gemacht. Und hinterher bist du auf direkten Wege auf der alten Haupttribüne runtergegangen. Die haben dir den Zaun und die Tür aufgemacht. Und du bist in den Innenraum gegangen und bist aufs Spielfeld gegangen und hast Interviews geführt. Aufs Spielfeld, rauf. Drahtlos, am Anfang noch mit einer umgehängten Aufnahmegerät. Dann hatten wir Drahtlos-Technik, konnten das machen. Und direkt zur Trainerbank und du hast die alle angequatscht. Und die kannten dich ja auch dadurch. Also heute, ich glaube, von den heutigen HSV-Spielern kennt mich kein Mensch mehr. Es gibt gar keine Chance, dass die mich irgendwo sehen können. Also da geht bei mir natürlich auch das Kopfkino an. Ich habe das ein bisschen später auch so. Ich bin 96 als Reporter eingestiegen und da war es auch so, du bist halt zehn Minuten vor Spielende. Das ist einer von uns, ich war da Volontär damals, sind wir schon mal runtergegangen, um dann auch rechtzeitig die Stimmen einfangen zu können. und ich habe regelmäßig die letzten 10, 15 Minuten des Spiels direkt hinter dem Tor erlebt. Und die ganze Atmosphäre, so dieses schon abgekämpfte, aber leidenschaftliche, auch jetzt geht es um die Entscheidung, ich habe das wirklich geliebt, so nah dran zu sein. Und nach dem Spiel bist du halt direkt, du hast voll die Emotionen abgekriegt mitnehmen können, ungefiltert mitnehmen können, es gab natürlich auch keine Autorisierungen und so weiter. Du hast einfach so dann rausgehauen, wie es auch gesagt wurde. Nebenbei, das war ja der Filter, den du hattest. Du konntest ja nicht irgendwas verfälschen, weil dann hast du die am nächsten Tag, was hast du denn da für einen Mist transportiert. Es war natürlich völlig, ist ein bisschen wie Opa erzählt vom Krieg jetzt, aber es war eine völlig andere Bedingung. Aber jetzt haben wir 84 erstes Spiel, 96 erstes Spiel und bei mir ist es 2006. Deswegen ist die Frage vielleicht blöd, aber gab es denn eine Mixed Zone? Nein, es gab keine Mixed Zone. Der Innenraum des Stadions war die Mixed Zone. Jeder hat auf dem Weg in die Kabine. Das einzige war eine offizielle Pressekonferenz, da war aber nur der Trainer hinterher. Das war, mein erster Hüter war Ernst Happel ja noch, da war sehr kurz die Pressekonferenz, weil ich versachte dann nur einen Satz, ja, ich danke Ihnen, schönes Wochenende und so, aber nein, der ganze, und du hast ja auch vor den Kabinen dann gewartet, bis die nach dem Duschen rauskamen und konntest dann mit jedem irgendwie sprechen. Also ein Radiointerview mit Ernst Happel, das stelle ich mir sehr schön. Kannst du das mal? Darf ich noch mal einmal Opa erzählen vom Krieg? Nur weil mir gerade zwei Sachen einfallen. Das eine, also es war natürlich auch nicht alles toll. Ich erinnere mich an mein allererstes Interview mit Manfred Kaltz damals noch. Oh, schwieriger Interviewpartner. Da war ich noch nicht Live-Reporter. Das war irgendwie noch Anfang der 80er Jahre und so. Sollte ich einen Vorbericht machen und ich habe ein Interview mit ihm geführt. Ich habe es hinterher angehört. Ich habe ihm neun Fragen gestellt. Das Interview war, ich glaube, am Ende 1,45 Uhr lang. Und von diesen 1,45 Uhr war ich 1,15 Uhr und seine neun Antworten waren insgesamt 30 Sekunden lang. Der hat mich so absolviert, das war unglaublich. Aber zu dieser Atmosphäre, die natürlich auch mich als Reporter mit ausgemacht hat. Eines der ersten großen Highlights war das Saisonfinale 92. Mit drei Mannschaften konnte Meister werden, mit Stuttgart, mit Dortmund und mit Frankfurt. Und Frankfurt musste nur beim schon feststehenden Absteigen an Rostock gewinnen. Und so. Und ich war der Reporter da in Rostock. Und ich war allein. Es gab nicht noch einen Interviewreporter und ähnliches und so. Mir war klar, also wenn die Frankfurter dann am Ende, da Meister werden und dann Rostock steigt ab, wer weiß, du kommst da gar nicht mehr auf den Platz, die regeln alles ab oder so. Dann bin ich irgendwie mit einem Drahtlosequipment, zur Schlusskonferenz runtergegangen und ich habe die gesamte, Schlusskonferenz neben dem Pfosten von Uli Stein, der damals Torwart in Frankfurt war, von da kommentiert, weil ich dachte, naja, wenn die jetzt gleich, die mussten ja noch ein Tor machen, dann habe ich schon mal Uli Stein, den habe ich dann schon mal aufsichert, dass ich gleich ein Interview führen kann. Dann gab es diese strittige Szene mit dem nicht gegebenen Elfmeter für die Frankfurter sozusagen. Auf der anderen Seite habe ich natürlich überhaupt nicht erkennen können. 100 Meter flach auf Rasenhöhe. Einschätzung auf Schiedsrichterfehler oder nicht. Aber am Ende das entscheidende Tor, das die Rostocker machten, direkt da vor meinen Augen. Und das war natürlich eine irre Situation. Also heute unvorstellbar. Also unsere jüngeren Hörer werden das natürlich nicht mehr wissen, aber denen sollte man es vielleicht nochmal gesagt haben. Das war eigentlich die besonderste Schlusskonferenz der Bundesliga-Geschichte oder eine der Besondersten. Eine der Top 3, würde ich sagen. Also Schalke, Schalke, Bayern. Schalke, Bayern 2001. Schalke mit der Mainz durfte ich auch machen, da war ich sozusagen, das war eins meiner Highlights hier mit der Meisterschaft der Herzen mit dem Tor, erst Barbares von HSV und dann der Ausgleich anders. So, das war schon, und dann diese legendäre Abstiegskonferenz 99, wo dann noch vier Mannschaften absteigen. Genau, Günther Koch, netter Kollege aus Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund und so. Aber ein Dreikampf am letzten Spieltag in der Meisterschaft, das war schon was Besonderes. Das war richtig. Tatsächlich, ich war zwölf Jahre und erinnere mich auch noch an die Radiokonferenz, weil damals gab es keine Sky-Konferenz und das werden die jüngeren Hörer von heute gar nicht mehr in Erinnerung haben, aber eine ganz, ganz besondere Konferenz. Nochmal einmal ganz kurz zurückgespult, ich habe nach einer Mixed-Zone gefragt, vielleicht weiß der ein oder andere Hörer das gar nicht, also nach dem Spiel kommen die Spieler auf den Weg in die Kabine, da kann man dann mit den Spielern sprechen, wenn man Glück hat. Beim HSV ist es mittlerweile so, dass dann meistens zwei Spieler einen Journalisten zugeführt werden. Alex, wie ist das jetzt bei dir am Sonnabend? Denn wenn das Schlusspfiff ertönt, dann bist du durch bei der Arbeit oder bist du dann auch noch irgendwo im Stadion und führst Interviews? Nee, Interviews führe ich nicht, weil wir das auch durch diese Regularien, die es jetzt gibt, gar nicht schaffen. Also du kommst nicht rechtzeitig von der Kabine weg. Also diese Schlusskonferenz läuft ja inzwischen nicht nur UKW in den Radiowellen, also in 25 Sendern in Deutschland, sondern ja digital auch bei sportschau.de. Und da haben wir hinterher natürlich noch eine Runde, wo wir nachbesprechen, die Highlights und so weiter. Also ich habe da noch gut zehn Minuten, eine Viertelstunde oft zu tun mit den anderen Reporter-Kollegen. Und dann habe ich noch ein paar Gespräche mit einzelnen Sendern hinterher. Normalerweise immer, die kannst du bestellen, wenn du noch Interesse hast. Also der Bayerische Rundfunk will natürlich nochmal ein Gespräch zum FC Augsburg dann führen. Und natürlich, weil es mein letztes Spiel ist, gibt es noch ein paar Sender, die wollen mit mir dann nochmal reden. so ein bisschen bilanzierend insgesamt gesehen. Das kommt auch noch, also bis 18 Uhr bin ich da in der Kabine. Oder Kabine ist ja nicht mehr, wir sitzen ja draußen auch schon seit ein paar Jahren da gebunden. Und deswegen haben wir auch jemanden, also wir haben ja nur noch auch aus Ersparnisgründen, wir haben nur noch eine Interviewperson. Das ist der Mensch, in dem Fall Michi Maske, der für die Sportschotte Interviews führt. Die nehmen wir im Radio mit. Die werden in der ARD für alle Ausspielwege angeboten und so weiter. Der ist komplett unten während des Spiels, dreht ein paar Bilder, die der Kommentator dann braucht. Natürlich noch so spezielle Naheinstellungen von Spielern oder von Trainern oder so und führt dann die Interviews. An welches Interview erinnerst du dich denn besonders gerne? Manni Kals, vielleicht aus anderen Gründen nicht so sehr, aber trotzdem auch legendär irgendwie. Er hatte früher auch den Spitznamen der Schwätzer, nicht ironisch natürlich. Aber welches war denn besonders schön? Ach, es waren so viele. Ich denke, beim HSV gab es ja wirklich sehr viele intelligente und nette Spieler. Also ich kann mich an ... Tolle Gespräche mit Thomas von Hesen, mit Richard Gollz, auch Benno Möhlmann, als er noch Spieler war, auch hinterher als Trainer immer reflektiert und abwägend und so. Das fand ich wirklich richtig, richtig gut, immer so. Und es fiel mir gerade noch was ein, gerade in dem Moment jetzt weg, wo ich sagen wollte. Da überbrücke ich an, also deine Stimme ist halt immer noch natürlich sehr markant. Und ich kenne die, weil ich Radiohörer war in der Konferenz, jeden Sonnabend. Passiert dir das häufiger, dass du am Telefon, wenn du rangehst oder in der Supermarktkasse, wenn du bezahlst, dass die Leute sagen, die Stimme, die kenne ich, kenne ich sie aus dem Radio oder passiert das selten? Es ist schon selten, muss man sagen. Es passiert ab und an und es dann auch ganz lustig manchmal gibt es so Begebenheiten. Aber es ist schon so muss man einfach sagen die Menschen gucken, wir sind in einem visuellen Zeitalter, die erkennen Gesichter, aber stimmen in der Regel nicht es ist selten, es passiert ab und zu und war eine schöne Geschichte, ich hatte vergangenes Jahr, ein Freund von mir hat geheiratet nochmal, wir hatten Junggesellenabschied, alles gesetzte Herren und wir hatten uns im Lindner Hotel in Harburg, waren dahin gewandert und nächsten Tag weg und es regnete und wir wollten, sagen wir, wir sollen mal ein Foto machen. Und es checkte da jemand ein und ich sagte, darf ich Sie mal bitten, können Sie einmal von unserer Gruppe ein kurzes Foto machen. Ja, Stimme kenne ich da. Sind sie Alexander Bleich? Und die Jungs haben gedacht, ich hätte den bestellt. Also wir hatten so jetzt als Gag oder sowas und so. Das war fast ein bisschen peinlich dann auch für mich und so, aber passiert aber selten. Ja, ich meine, wir sind im Fußball-Podcast. Allerdings hast du ja eben nicht nur Fußball gemacht über die ganzen Jahre, sondern du warst auch bei sehr, sehr vielen Olympischen Spielen. Bei wie vielen nochmal genau? 19. Das ist beachtlich. Das ist beachtlich. Erste Olympische Spiele, Seoul 88? Genau, waren die ersten, ganz genau, ja. Und die letzten 2000? War in Paris, genau. Ich habe im Sommer in der Regel immer Schwimmen gemacht und im Winter schnell laufen und ja, habe ein paar dann auch, weil der NDR ist seit 20 Jahren der, verantwortliche Sender für die Olympischen Sommerspiele in der ARD, also auch so aus, gründender Synergie wird das aufgeteilt zwischen den großen Sendern, also Also der Westdeutsche Rundfunk macht immer Europameisterschaften im Fußball und der SWR die Weltmeisterschaften im Fußball und Winterspiele, Bayerischer Rundfunk und wir machen die Sommerspiele. Und dann durfte ich auch dreimal da sozusagen als Teamchef für die ARD da das Audioangebot dann auch verantworten und so. Deine schönsten Spiele, ganz spontan? Die schönsten Spiele? Oder? Ja, es gab einige. Sydney 2000 war großartig. Barcelona 92 war toll. Und die schönsten Winterspiele war Lillehammer 94. Auch das durch diese Nähe und die Möglichkeiten und so. Ich meine. Lillehammer war lustig. Da musste ich antreten bei unserem Teamchef, weil sich der internationale Skiverband beschwert hatte über mich. Und weil Bernhard Russi hatte dort eine Abfahrtsstrecke gebaut. Das war ein Riesenereignis. Der hatte schon 1992 in Alperville gemacht. Da wirklich Felsen gesprengt, um diese Abfahrtsstrecke zu bauen. Und in Lillehammer wieder, weil das so ein großer Erfolg war. Und da war eine Begehung. Das für die schon eingeladene Journalisten. Alle schieren die Piste runter und so. Und ich kam mit dem Snowboard, weil ich damals Snowboard gefahren bin. Und das haben die als Affront empfunden, dass einer mit dem Snowboard kommt und da die Olympia-Abfahrtsstrecke sich mit dem Snowboard angucken. Weil die wollten mich erst gar nicht zulassen. Da habe ich gesagt, das ist ja mein Risiko, ob ich die jetzt hier fahre oder nicht. Also ich bin hier dabei, ich bin akkreditiert und so. Und dann haben die sich offiziell dabei der ARD beschwert und so. Und dann war ich schon, das ist unmöglich. Und was ich da gemacht habe, das waren ja nur die Verrückten, die damals Snowboard fuhren. Heute ist es ja auch olympisch. Ja, genau. Aber dann passt das ja, ne? Olympia ist bei uns im Moment auch ein größeres Thema. Ja, in Hamburg würde ich sagen. Die Frage ist so, als Mr. Olympia hat das Abendblatt dich mal 2016 in Rio bezeichnet. Was denkt Mr. Olympia zu Olympischen Spielen in Hamburg? Ich würde sie mir von Herzen wünschen, aber ich halte sie für total unrealistisch. Völlig unabhängig davon, wie in Hamburg abgestimmt wird. Ich glaube, wenn man weiß, wie olympische Spiele organisiert werden müssen, was dort für Voraussetzungen geschaffen werden müssen, ist das in Hamburg nicht denkbar. Alleine aufgrund der Verkehrssituation, mit der Alster in der Mitte. Du musst, das ist eine Anforderung des IOC, eine sogenannte Olympic Lane haben. Die ist nur für den olympischen Verkehr abgesperrt. Wollen sie ja eigentlich nicht machen, haben sie jetzt gesagt. Aber du sagst, das muss so sein. Wenn du eine Bewerbung hast, und da sind am Ende, also erst mal unterstellt, Hamburg würde sich in Deutschland durchsetzen als Kandidat. Und du kandidierst dann gegen andere Städte, die das wie selbstverständlich anbieten. Also in Paris haben sie von der Ringautobahn, der Peripherie, eine Spur war komplett gesperrt von olympischem Verkehr. Hamburg hat gar keine Ringautobahnen. Ich meine hier die frühere Ost-West-Straße, Willy-Brandt-Straße, ist ja die einzig halbwegs breite Ost-West-Verbindung. Also auf dem Ring 3 dürfen Sie gerne eine Schwur haben, wenn Sie wollen für Olympia. Ja, ja, da oben, gut. Aber wenn wirklich jetzt Olympisches Dorf dort am Standort Trabrennbahn irgendwie sein soll und du willst von dort Sportler in die Messehallen bringen oder du willst sie in andere Richtungen bringen, es funktioniert nicht. Also du hast ja diese Magistralen nicht, die du auch in Berlin hast, wo du sagst, okay, das können wir machen. Und der nächste Punkt, was ich dann auch so mitkriege, ist ja, da können die ja kurze Wege da mit dem Rad oder so fahren oder solche Sachen. Ja, in den heutigen Zeiten israelische Sportler mit dem Rad durch die Stadt fahren zu lassen, vielleicht auch keine so ganz gute Idee. Bis hin zu so Dingen wie Tennis. Der Standort am Roten Baum ist viel zu klein. Es gibt nicht genug Plätze. Es gibt nicht genug Plätze, um ein Männer- und Frauenturnier dieser Größenordnung zu machen. Geht nicht. Da brauchst du, wie in Paris, Roland Garros oder in London, damals Wimbledon, eine Anlage, die deutlich mehr Plätze hat. Es gibt ja gar keine Möglichkeit, außer man nimmt vielleicht den Unisportplatz um die Ecke und baut dann ein paar Tennisplätze drauf, das irgendwie hinzukriegen. Manches ist Wunschdecken, glaube ich so, von dem, wenn man sieht, was andere Städte dort auf die Beine stellen, auch auf die Beine stellen müssen. Daher glaube ich, dass die Chancen unter 5% sind. Aber schade, ich hätte es toll gefunden. 5% ist wenig. Ungeklärt ist ja auch so ein bisschen das Leichtathletik-Stadion. Da sind wir ja beim HSV-Stadion. Wie schätzt du das ein? Gut, wenn es den politischen Willen gibt, ein solches Stadion zu bauen. Das hat ja Andi Grote auch klar gesagt als Innensenator. Wir bauen das Stadion, das wird gebaut so oder so. Ich bin gespannt. Ist ja nicht ganz billig, so ein Stadion. Ob es wirklich kommt, wenn Hamburg schon jetzt bei der, ich sag mal, sich eine Mehrheit gegen die Spiele aussprechen sollte. Da müssen wir mal gucken, ob es dann noch so ein Stadion gibt. Aber ja, ich finde, London hat gezeigt, dass man auch ein Leichtathletikstadion hinterher umbauen kann in ein Fußballstadion, wenn das schlau gedacht ist. West Ham spielt da im alten Olympiastadion und die Tribünen sind so rangerückt, dass du dann auch ein Fußballstadion-Atmosphäre drin hast, wo es mir in andere Stadien besser gefallen hat. Das geht, das kann man so konstruieren. Und ja, ich meine, Stuttgart hat das jahrelang ja auch gezeigt, dass man dann auch vielleicht mit einem Ausrichten in der Leichtathletik-Weltmeisterschaft auch nochmal einen anderen Glanzpunkt so setzen kann. Wie gesagt, ich würde mich freuen, aber ich glaube, dass das sehr, sehr schwierig wäre. Man hört, dass du skeptisch bist. Wie empfindest du sozusagen die Bereitschaft in der Bevölkerung? Ist Hamburg Feuer und Flamme, wie es 2015 hieß, für die Spiele, die da nicht gekommen sind und die jetzt kommen sollen? Hast du das Gefühl, die Hamburger wollen diese Olympischen Spiele oder ist da eher die Skepsis auch in Hamburg größer? Ja, wenn ich der ersten jetzt ja repräsentative Umfrage glauben darf, dann ist die Skepsis ja doch größer. Was mich irgendwo wundert, denn auch der Hamburger Sportbund hat ja noch mobil gemacht. Ich weiß es bei mir im Verein, meine Kinder sind im ETV, ich selbst bin bei Scala in Langhorn auch Mitglied, bin Spielfußball bei HEBC, also bin in mehreren Hamburger Klubs da auch ganz gut vernetzt und so. Und obwohl dort auch in den Vereinszeitungen so getrommelt wird, so der Funke ist irgendwie gefühlt noch nicht so richtig übergesprungen, ist so mein Eindruck. Hängt aber sicher auch damit zusammen, dass Hamburg natürlich jenseits von Triathlon und Marathon ein drittklassiges Tennisturnier und ein Springderby, das zwar toll ist und jedes Mal 25.000 Zuschauer hat. Aber was ja auch international gesehen eine sehr ikonische Veranstaltung ist. Nicht die Geschichte hat, dass man sagt, ja geil, olympischer Sport hier, wollen wir. Du hast gerade gesagt, du spielst ja noch immer Fußball beim HEBC. Da hätten wir eine Nachfrage zu, die ich ganz passend finde vom Kollegen von dir und Freund von uns. Ich spiele sie einfach mal kurz ein. Lieber Alex, hier ist Lars Pegel und ich verzeihe dir hiermit, dass du, ich glaube es war 1997 oder 1998, die in deinem Bereich ausgeschriebene Stelle damals beim NDR nicht mehr gegeben hast, sondern jemand anderem. Wenn es so gekommen wäre, dass ich diese Stelle bekommen hätte, dann hätten wir wahrscheinlich nicht ein paar Jahre später, 2006, gemeinsam ein Champions-League-Spiel des HSV kommentieren können gegen den FC Arsenal. Das war eine tolle Sache damals für mich, mit dir das machen zu dürfen, natürlich als erfahrenen WM-Reporter und Länderspiel-Reporter und so weiter. Und was das Ganze bedeutet, ist natürlich, dass ich dich sehr häufig im Einsatz auch erlebt habe, allerdings niemals dich gesehen habe, spielend auf dem Fußballplatz. Gehört habe ich doch einiges und insofern wäre ich sehr an deiner Selbsteinschätzung interessiert. Warst du auf dem Platz mehr so der Typ Fabio Vieira oder doch mehr Nikolai Rambo Rennberg? Schöner Gruß. Du hast ihn erkannt. Das war Lars Pegelow, NDR 90,3. Toller Kollege, ja, ganz großartig. Nein, ich muss sagen, meine fußballerischen Fähigkeiten sind sehr, sehr eingeschränkt. Ich will das nicht als Ausrede nehmen. Ich hatte mit 16, war mein kompletter Fuß im Eimer und ich bin da Monate an Krücken gegangen und der ist immer noch ein bisschen steif. Das hat meine technischen Fähigkeiten arg beeinflusst, aber ich war auch vorher kein sehr guter. Ich habe es in der, ich sage mal so, ich habe es im Herrenbereich nur zur Bezirksliga gebracht und habe dann im Altherrenbereich hier beim HEBC, wir haben jetzt bis in die Seniorenreihen, ich glaube jetzt 20 Jahre, Mehr als 20 Jahre Oberliga, also höchste Hamburger Liga gespielt und da war ich, wenn ich gespielt habe, eh nur der Typ fürs Grobe. Einer unserer guten Fußballer, Ex-Profi, hat man gesagt, er ist trotzdem wertvoll. Der weiß nämlich, was er kann und was er nicht kann. Und er weiß, wenn er den Ball erkämpft hat, er spielt ihn sofort ab in die Abteilung Fußball. Und das ist genau das Richtige. Also weniger Vieira, auch nicht so richtig Remberg. Ich würde sagen, vielleicht so ein bisschen eher Turo und Hariga, wenn man jetzt gemein wäre. Ja, mit den Aussetzern, das passt. Aber mit vollem Einsatz dabei auf jeden Fall. Das ist wichtig. Ja, das stimmt. Okay, ja, wir biegen so langsam in die Schlusskurve ein. Und wenn du so lange, wir würden gerne noch mal so ein bisschen deine Erinnerung anzapfen und noch mal deine Top 3 herauskitzeln. Wir haben jetzt gerade ein bisschen länger über Olympia gesprochen. Deine Top 3 zu Olympia, was würde dir da vielleicht einfallen? Meine Top 3 zu Olympia? Also Top 3 Momente? Ja, die Top 3 Momente, die Nummer 1 auf jeden Fall. Meine ersten Spiele, Michael Groß gewinnt Gold. Das hat NDR 2 sogar auf eine Schaltplatte gepresst. Mit anderen Sachen auch und so. Franziska van Almsig mit ihren ersten Spielen in Barcelona, als sie ja wirklich nur um eine Zehntel geschlagen, Silber gewann als 14-Jährige damals. War ein Megamoment. War das erste Mal, dass ich fürs Fernsehen Olympia gemacht habe damals. Und Anni Friesinger auf dem Rücken rutschend rudern. Also 20 Meter vor dem Ziel gestürzt und versuchte, krabbelnd, rudernd über die Ziellinien zu kommen. Und es geschafft hat, damit trotzdem noch die Medaille zu retten. In Vancouver, das war auch ein Moment, den man in seinem Leben nicht vergisst. Das so zu Olympia. Ja, sehr schön. Fußball gibt es natürlich noch. Genau, da kommen wir jetzt noch zu. Das sind jetzt drei denkwürdige Momente, wo man sofort Gänsehaut bekommt. Und das jetzt mit Fußball und dem HSV zu toppen, wird schwierig sein. Aber deine drei HSV-Momente, die dir so einfallen. Ja, drei HSV-Momente. Fällt wahrscheinlich jedem ein, das 4 zu 4 in der Champions League gegen Juventus Turin. Warst du auch im Stadion? Ich war im Stadion, ich war aber nicht Reporter, war andere Kuh. Ich war aus Interesse da und habe es auch mitgenossen. Und was immer in Vergessenheit geraten ist, das Rückspiel in Turin. Das habe ich als Reporter gemacht, wo der HSV in Turin 3-1 gewann. Mit Rot für sie dann. Für sie dann nach Jochen Kienz, der den so provoziert hat, dass sie dann das erste Mal ausgerastet ist sozusagen. oder Quatsch, ist ja doch klar. Mit dem Kopfstoß, genau. Absolut, ganz genau. Und ja, das war HSV-Moment natürlich. Stichwort Meisterschaft der Herzen. Also dieses Spiel, damals Finale 2001 gegen den FC Bayern hier im Stadion, das ist nach wie vor so, auch mit der Moment, ich muss sagen, wir waren vergangenes Jahr mit der Fußballmannschaft in der Saisonabschlussfahrt in Bochum. Und war im Ausflug in das Deutsche Fußballmuseum und plötzlich kommt einer sagt, hey, komm mal mit, komm mal mit, dass da gespielt wird sozusagen die Reportage, ich wusste das gar nicht, dass sie ja im Deutschen Fußballmuseum läuft. Und ansonsten beim HSV der dritte große Emotionaler, ja, also ich glaube der, verhinderte Abstieg durch das Tor von Luca Waldschmidt 2017 gegen Wolfsburg. Ganz genau, das war auch so ein Moment, wo eigentlich ja schon, ich dachte, jetzt ist die. Birne gelutscht, das war es. Und das Ding nochmal, das war auch schon mega emotional. Mega emotional. Alle Momente, die du dir hier gerade nochmal uns erzählst, sind wunderbar. Kann man wirklich mit sich reindenken. Wir wollen auf jeden Fall nochmal einen emotionalen Moment am kommenden Sonnabend erleben. Und zwar einen ähnlichen, wie du ihn in der Anmoderation hier uns preisgegeben hast. Vielen Dank dafür. Genau das kannst du dann gerne nochmal am Sonnabend wiederholen. Dom P. lässt einen aussteigen. und wer hat da reingemacht? Königsdörfer oder Dom P? Ich weiß es gar nicht. Nee, Königsdörfer habe ich gesagt. Königsdörfer 1-0, das könnten wir uns gut vorstellen. Dir auf jeden Fall vielen Dank. Vielen Dank für 40 Jahre tolle Radioreportagen und dass du dir hier ein bisschen Zeit genommen hast, darüber nochmal, die Gedanken kreisen zu lassen und wir hören uns dann nächste Woche wieder und zwar nach dem Spiel gegen Augsburg, vor dem Auswärtsspiel des HSV gegen den VfB Stuttgart und in Hamburg sagt man Tschüss, bei uns heißt das. auf Wiederhören. Ja, vielen Dank, dass ich da sein durfte. Hat Spaß gemacht und ich finde euren Podcast echt klasse. Alles Gute auch von mir.