Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Mainz-Experte vor HSV-Duell: „Glatzel wird ein entscheidender Faktor sein“
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- HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Wer kann diesen HSV noch stoppen? Die Fragestellung ist natürlich bewusst etwas überspitzt formuliert, aber der HSV befindet sich zweifellos im Formhoch. Das 3 zu 2 zu Hause gegen Union Berlin war bereits der zweite Sieg in Folge in dieser Saison. Das ist erstmals gelungen. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt komfortable sechs Punkte. Und deswegen natürlich auch die Frage, was soll da eigentlich noch schief gehen im Punkto Klassenerhalt? Zum Beispiel das nächste Ausfältsspiel bei Mainz 05 könnte man jetzt als Pessimist antworten. Darüber wollen wir natürlich auch gleich nochmal etwas ausführlicher sprechen mit einem Experten vor Ort. Aber jetzt im ersten Teil von HSV, wir müssen reden, möchte ich erstmal mit meinem Kollegen Henrik Jakobs über die Lage beim HSV sprechen. Mein Name ist Stefan Walter. Moin Henrik. Moin Stefan, ja, so kennt man die Hamburger Medien, ne? Schwarz-Weiß, jetzt schon wieder hier von Europapokal reden, das wäre jetzt wahrscheinlich gleich deine erste Frage. Ich wollte es gerade sagen auch, weil ich erinnere mich da, oder ich will mich gar nicht erinnern, ich will mich beziehen auf Gato in unserer letzten Podcast-Folge, der hat mehrfach von Europapokal gesprochen, wenn Gato das sagt, dann muss das ja stimmen, von HSV, meine Frau, also ganz liebe Grüße gehen an der Stelle nochmal raus. Aber Hendrik jetzt mal ganz nüchtern, glaubst du an den Klassenerhalt? Ja, mittlerweile schon. Also du hast gerade die Pessimisten angesprochen. Ich bin auf jeden Fall immer einer der HSV-Pessimisten. Das hat aber auch mit meiner mittlerweile zehnjährigen Erfahrung als HSV-Reporter zu tun. Ich habe da schon einfach zu viel erlebt und auch zu viele Momente, wo man eigentlich schon dachte, okay, jetzt ist der HSV durch, jetzt haben sie den Klassenhalt geschafft. Da gab es ja auch viele Jahre dann vor dem Abstieg und auch in der zweiten Liga viele Momente, wo eigentlich zur Winterpause unser Chefredakteur die Aufstiegsseiten und Serien und Bücher geplant hat und ja, wir wissen alle, was dann kam. Von daher bin ich weiterhin immer noch ein bisschen vorsichtig, aber ich glaube einfach daran an den Klassenerhalt, dass der HSV das auch schaffen wird und auch sicher schaffen wird, weil man einfach jetzt eine Entwicklung erkennt, relativ deutlich erkennt, der HSV ist spielerisch vielen, vielen Mannschaften überlegen. Das hat man jetzt gegen Union Berlin wieder gesehen, die jetzt ja auch schon seit einigen Jahren in der Bundesliga sind und eigentlich so ein Fußballspielen, die man eher als Aufsteiger dann ja auch spielt. So mit vielen intensiven Zweikämpfen, mit Langbällen, mit Umschaltspielen, mit einer sicheren Defensive. All das kann der HSV auch, aber er kann eben auch mittlerweile richtig gut Fußball spielen. Das konnte er auch teilweise in der Hinrunde schon, aber jetzt hat er endlich so diesen richtigen Mix gefunden aus einer defensiven Stabilität und dann aber auch der Effizienz vorne. Das war ja lange, lange Zeit das Problem. Rinsford Königsdörfer, da ist der Knoten jetzt endlich geplatzt, auch weil er jetzt vorne die Unterstützung erfährt, die er in der Hinrunde nicht hatte. Jetzt zuletzt mit Robert Glatzwill, davor aber auch mit Utele, der dann ja auch, haben wir hier besprochen, in einer anderen Rolle spielte. Das tut Königsdörfer einfach gut. Und Merlin Polzin hat da jetzt auch durch die Transfers nochmal viele Möglichkeiten, dann auch immer mal sein System anzupassen. Und ja, all das zusammen wird am Ende meiner Meinung nach für den Klassenerhalt reichen. Aber auch erstmal nicht mehr. Ich glaube, da, wo man jetzt steht, da wäre man froh, wenn man da auch am Saisonende steht. Du hast es gesagt, jetzt geht es nach Mainz, die Ousfischer-Tabelle, da werden wir gleich mit Sicherheit drauf kommen. Also ein ganz gefährlicher Gegner jetzt aktuell, auch wenn sie gerade 4-0 in Dortmund verloren haben. Aber auch das war mit Sicherheit nicht so deutlich, wie es dann klingt. Und ja, von daher glaube ich, wird das nächste Spiel in Mainz jetzt schwierig. Und wenn man da verliert, ist Mainz dran und dann geht es auch wieder ganz schnell. Aber insgesamt wirkt der HSV einfach sehr, sehr stabil im Moment. Die halbe Liga spielt gegen den Abstieg. Platz 9 ist so realistisch betrachtet eigentlich so das beste Ergebnis, was man erreichen kann als ein Team, das eben sich eher nach unten orientieren muss, wozu der HSV ja definitiv noch zählt. Also aktuell ist man voll im Soll. Ich fand, dass der HSV auch in der Hinrunde schon einen sehr, sehr stabilen Eindruck gemacht hat, gerade für einen Aufsteiger. Es gab da eigentlich wenig Spiele, in denen man komplett auseinandergefallen ist. Klar, es gab das 0 zu 5 beim FC Bayern und auch das 1 zu 4 in Hoffenheim. Das war schon nicht so gut, aber in allen anderen Spielen hat man einen guten Eindruck unterlassen. Und eigentlich hatte man eher das Gefühl, dass zu wenig Punkte auf der Haben-Seite stehen für die Leistung, gerade punktuell auf die einzelnen Spiele bezogen. Spiele in Wolfsburg und Gladbach haben wir alle schon x-fach analysiert. Hauptgrund war ja immer, dass man einfach zu wenig aus seinen Torchancen gemacht hat. Entweder der letzte Pass stimmte nicht, so wie auf St. Pauli. Oder aber die Stürmer beziehungsweise die Abschlussspieler haben nicht getroffen. Auch Capaldo zählte dazu gegen Gladbach. Gefühlt einen Elfmeter verschossen. Jetzt aber sein erstes Saisontor gegen Union. Das klappt jetzt alles besser. Du hast das gerade schon mal angerissen, dass da natürlich auch Robert Latzel seinen Anteil hat. Beziehungsweise generell die Umstellung auf zwei Spitzen. Eine Systemumstellung, von der Königsdörfer auch einfach profitiert. Und auf einmal klappt es auch mit dem Tore schießen. Zwei Tore gegen Bayern, zwei Tore in Heidenheim, drei Tore gegen Union, also sieben Treffer aus drei Spielen. Vorher war man ja froh, wenn man im Schnitt da auf ein Tor pro Spiel gekommen ist. Von daher, da sieht man ganz klar einen Aufwärtstrend und das ist sicherlich auch einer der entscheidenden Gründe, warum es jetzt nach vorne geht. Wir können einmal über die Sturmsituation sprechen. Ganz simpel gefragt, Glatzl und Königsdörfer, starten die beide wieder in Mainz? Ich gehe davon aus, auch weil jetzt Damien Downs zu Wochenbeginn immer noch angeschlagen war, der sollte ja eigentlich spielen. Gegen Union Berlin ist dann kurzfristig krank geworden und Robert Glatzel kam dann in die Startelf. Ich finde, er hat jetzt nicht sein bestes Spiel gemacht, aber auch das haben wir schon gesagt, wenn Robert Glatzel vorne an der Seite von Königsdörfer spielt, das war schon in der zweiten Liga so, ergeben sich einfach für Königsdörfer ganz andere Räume und das ist eigentlich das prädestinierte System für ihn. Man muss ja auch, um ihn zu verteidigen, sagen in der Hinrunde, er wirkte oft unglücklich, aber es war auch nicht so einfach für ihn und das ist natürlich dann auch was anderes, wenn du in der zweiten Liga vorne spielst und in der Bundesliga dann plötzlich gegen drei richtig starke Innenverteidiger dich da durchsetzen musst. Das ist klar, dass er da jetzt nicht plötzlich jedes Spiel zwei Tore macht. Jetzt hat er mal zwei Tore gemacht und das war auf jeden Fall ganz deutlich auch aufgrund der Systemumstellung dann mit Robert Glatzel vorne. Ja, der bindet dann Gegenspieler und hat dann auch beim 1 zu 1 gezeigt, was dann der HSV dann auch entstande ist, fußballerisch zu spielen mit Fabio Vieira, der aktuell richtig, richtig gut drauf ist. Da sieht man auch einfach, was dann bei ihm möglich ist, wenn er in dieser zentralen Rolle spielt. Das war ja dann in der Hinrunde auch schon immer so, wenn Sambi Lokonga gefehlt hat und er da in der Mitte an der Seite von Remberg gespielt hat, hat er seine besten Spiele gemacht und auch das ist natürlich jetzt ein ganz entscheidender Faktor, die Positionierung von Fabio Vieira, dafür, dass es im Moment so gut aussieht, wie es aussieht. Der HSV ist mittlerweile auch die konterstärkste Mannschaft der Liga. Das ist ein bisschen eine Frage, wie man es zählt. Du hast jetzt in deiner Analyse auch alle drei Treffer gegen Union als Kontertore gewertet und auch mit acht angefangen. Da gibt es ja andere Statistiken, die fangen mit sieben an vor dem Unionspiel, zählen jetzt zwei Treffer dazu. So oder so ist das natürlich die große Stärke des HSV. Da ist man zusammen mit Bayern auf jeden Fall die gefährlichste Mannschaft der Liga. Egal, ob man sie jetzt auf eins oder zwei rankt. Ich habe mich da nur an Steffen Baumgart übrigens gehalten. Der hat gesagt, der HSV hat alle Tore nach Umschaltsituationen gemacht. Steffen Baumgart lügt nicht. Also dann stimmt das. Genau. Das dritte Tor, wo dann der Pass kommt von Guculeischwili auf Königsdörfer, Aber das ist jetzt keine klassische Kontersituation, aber trotzdem ja ein schneller Angriff. Von daher kann man das, glaube ich, schon so als Umschaltsituation bezeichnen. Ja, bezeichnen, vor allem, weil dann Mainz vorher gerade den Ball hatte und so hat der HSV, glaube ich, alle Tore gemacht und das ist auf jeden Fall die große Stärke, vor allem, weil jetzt dann auch die Effizienz dazu kommt, da natürlich dann auch wiederum die spielerische Stärke von Fabio Vieira, auch da kommt jetzt noch nicht jeder Ball dann an, aber auch das hat Steffen Baumgart gesagt, fußballerisch hat der HSV doch schon große, große Möglichkeiten, um dann auch diese entscheidenden Bälle in die Tiefe zu spielen. Ja, so in der Hinrunde war ja vor allem auch Luka Wuskovic mit der torgefährlichste Spieler als Innenverteidiger zusammen mit Sambi Lokonga. An den beiden hing es eigentlich immer, ob man vorne jetzt trifft oder nicht. Klar, Ryan Philipp hatte auch vier Tore in der Hinrunde, aber hat dann auch am Ende weniger gespielt. Also Sambi und Wuskovic waren schon diejenigen, die da eben für Torgefahr sorgten. Jetzt fehlt Luka Wuskovic, der natürlich nicht nur offensiv stark ist, sondern vor allem defensiv eine brutale Maschine. Also hat wirklich die beste Quote bei Kopfballduellen in der gesamten Bundesliga. Er ist der torgefährlichste Innenverteidiger der Liga. Seine Zweikampfquote ist auch herausragend gut. Er zählt zu den absoluten Top-Spielern der Liga. Wird jetzt schon von allen großen Vereinen gescoutet. Juventus Turin wurde auch in der vergangenen Woche noch mal genannt. Ist sicherlich nicht mal mehr das ganz obere Regal, was ihn beobachtet. Wenn auch die Bayern mit dazu zählen, dann wüsste ich jetzt nicht, warum er sich am Ende für Juve entscheiden soll. Ist natürlich noch geliehen von Tottenham. Alle HSV-Fans hoffen, dass er nächste Saison noch einmal für den HSV spielt. Auf jeden Fall spielt er aber jetzt in Mainz erstmal nicht. Fehlt gelb gesperrt. Leider etwas unglücklich, die fünfte gelbe Karte eingeholt. Um uns jetzt einmal zuschauen, Hendrik, wie ist denn so deine Prognose? Wir haben ja auch schon mal drüber gefachsimpelt, waren uns eigentlich schnell einig, dass Daniel Elfadli da ihn ersetzen sollte. Siehst du da noch eine Alternative? Beziehungsweise du hast gestern ja auch mit Merlin Polzin darüber gesprochen über die Thematik. Was sagt denn der Trainer? Wie sieht es aus für Freitag? Ja, er hat eigentlich von sich aus schon den Namen Daniel Elfadli genannt, dass der naheliegende Ersatz dann ist. Der hat das ja auch an den ersten zwei Spieltagen gemacht in Gladbach. Am ersten Spieltag hat er es gut gemacht, am zweiten Spieltag gegen St. Pauli nicht ganz so gut. Aber er kennt diese Rolle, auch in Magdeburg hat er es ähnlich schon gespielt und bin mir relativ sicher, dass er dann da auch spielen wird. Die Frage ist dann noch so ein bisschen, wer spielt dann daneben? Also Torunariga hat es jetzt ja auch wieder ganz gut gemacht, auch wenn man bei ihm, finde ich, immer so ein bisschen noch Sorge hat. Wenn er so am Ball ist, wenn er in Bedrängnis angespielt wird, hat exemplarisch so die eine Szene, wo Heuer Fernandes ihn da auf links anspielt und er den Ball dann einfach unter Bedrängnis ins Aus spielt. Aber zweikampftechnisch und mit seiner Leidenschaft macht er das, finde ich, auf jeden Fall gut und tut der Mannschaft da auch gut. Auf der anderen Seite könnte dann Capaldo natürlich wieder spielen, aber auch Omari wäre eine Möglichkeit. Der hat jetzt am Montag wieder weite Teile des Mannschaftstrainings mitgemacht und hat ja etwas muskuläre Probleme nach seiner Rückkehr. könnte in der Theorie auch da in der Mitte spielen, aber ich glaube, da wird. Polzin eher auf El Fadli setzen. Ich muss mal überlegen, ob vielleicht noch eine ganz andere Lösung uns einfällt, weil ich weiß auch noch vor dem Hinspiel, das war glaube ich auch gegen Mainz, wo alle gedacht haben, dass Geramos dann die Position von Omari einnimmt, was er ja dann auch in Berlin im Spiel davor gemacht hat nach der Einwechslung und keiner ist auf Capaldo gekommen. Also und jetzt sieht man, Capaldo ist auf dieser Position unersetzbar geworden. Vielleicht überrascht mir den Polzin ja auch noch mit irgendeiner anderen Lösung, aber spontan fällt mir da auch keiner ein, ehrlicherweise. Also ich würde auch eigentlich auf El Fadli wetten. Bei Capaldo müssen wir zumindest mal ein ganz kleines Fragezeichen dahinter setzen, weil er bei der Dienstagseinheit auf dem Platz gefehlt hat. Krankheitsbedingt hat natürlich noch ein paar Stündchen Zeit, fit zu werden bis Freitag, aber wir wissen es Stand jetzt nicht. Deswegen mal zumindest ein kleines Fragezeichen und schauen mal, ob der Krieger des HSV da rechtzeitig wieder fit wird. Aber ja, Omari würde ich auch sagen, hat seine Stärken eher auf den beiden äußeren Positionen der Dreierkette, denn gerade im Zentrum musst du halt nun mal viele Zweikämpfe bestreiten und gewinnen. Das ist jetzt nicht seine Hauptstärke. Also es ist schon im Spielaufbau deutlich effizienter. Vor allem jetzt auch dann in Mainz. Da wird dann ja wahrscheinlich Philipp Tietz in der Mitte spielen. Jetzt nicht der klassische Torjäger, aber auf jeden Fall jemand, der sehr, sehr viel Physis mitbringt. Hat Mainz jetzt schon, glaube ich, ganz gut getan. Das können wir auch den Mainzer Kollegen gleich mal fragen, wie das da aussieht. Aber ja, Luka Wuschkovic, das ist schon beeindruckend, wie er da wirklich jeden Kopfball, der da reinfliegt, gewinnt. Und das wird mit Daniel F. Hadley wahrscheinlich etwas anders sein. Da wird der HSV etwas geschlossener noch diese Verantwortung auf mehrere Köpfe übertragen müssen. Aber ja, auch Daniel F. Hadley kann das auf jeden Fall. Ja, und jetzt freuen wir uns mit jemandem über den ersten FSV Mainz 05 zu sprechen, der nicht nur Experte natürlich der Rheinhessen ist, sondern auch den HSV verfolgt und sogar unsere Berichterstattung. Jetzt wollen wir natürlich einmal wissen, woran das liegt. Also warum du unsere Berichterstattung verfolgst, können wir uns vielleicht noch denken. Aber warum verfolgst du auch den HSV? Erstmal herzlich willkommen, Florian Schlecht von der Allgemeinen Zeitung. Ja, moin. Oder wie ist hier in Mainz heißt, Gude. Gude, ja, das kenne ich auch noch von meinem damaligen Fußballturnier in Mainz mit der Axel-Sprenger-Akademie. Viele werden sich erinnern. Ja, erzähl doch mal gerne. Wir sind natürlich auch nicht ohne Grund auf dich gekommen. Ich habe dich auch bei Twitter vorher schon mal verfolgt und gemerkt, dass du dich mit dem HSV auch auseinandersetzt. Natürlich auch bei Mainz dich bestens auskennst. Aber das hat ja einen Grund, warum der HSV dir auch nicht völlig fremd ist. Du kommst ja aus dem Ostfriesland. Wie ist denn deine Verbindung zum HSV? Ja, tatsächlich ist aus Friesland ja so ziemliche Werder-Hochburg geworden dann irgendwann. Wollte ich gerade sagen, ja. In den 90er-Jahren dann tatsächlich und den Titel, die Bremen gewonnen hatte. Ich war da tatsächlich so der Gegenpol. Geschichte dahinter ist allerdings auch ganz witzig. Irgendwann 1994 hat Werder Bremen mal ein Testspiel bei Kikas Emden bestritten. Wir wollten Autogramme haben. Es war so diese Mannschaft mit Mario Basler und die haben uns keine Autogramme gegeben. Und dann hat mein Vater sich mit Mario Basler gestritten und Mario Basler hat zurückgeschrien. Das war dann der Moment, in dem ich nicht mehr Werder Bremen-Fan werden konnte. Und ein paar Jahre später hat dann der HSV in Aurich gespielt. Das ist mein Heimatort. Und das war auch eine sehr bekannte, namhafte Mannschaft. Hans-Jürg But, Toni Jeboa und die haben uns allen Autogramme gegeben. Die haben mit uns gequatscht und gesprochen. Und das war dann tatsächlich der Moment, von dem ich großer HSV-Sympathisant geworden bin. Und man muss ja sagen, also Erfolgsfan bin ich demzufolge damals ja da nicht geworden. Das war dann tatsächlich diese ganz einfache Anekdote. Und ich habe immer noch so im Kopf Toni Eboa, der da wirklich eine halbe Stunde oder länger Autogramme geschrieben hatte auf dem Platz. Und das fand ich damals einfach total cool. Und das hat mir den Verein auch näher gebracht. und ja, die Sympathien, die halten bis heute natürlich dann auch an. Schöne Geschichte. Ein pöbelnder Mario Basler kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, aber... Nee, es ist völlig abträglich eigentlich. Aber ich muss gerade daran denken, aber mein Vater konnte auch gut gegen Halm, muss man sagen. Da bin ich mal gespannt, so in 10, 20 Jahren, wie viel HSV-Fans es dann noch zusätzlich geben wird, weil in der Zeit unter Tim Walter und auch danach, ja, nach jedem Training schreiben die HSV-Spieler Autogramme, wo bei anderen Klubs schon längst Geheimtraining jeden Tag eigentlich an der Tagesordnung war und der HSV hat sich da sehr, sehr offen über Jahre eigentlich präsentiert und jetzt erst seit dieser Saison, seit dem Wiederaufstieg, nur noch einmal, normalerweise Also die Woche öffentliches Training und auch die Autogramm-Möglichkeit. Aber da werden, glaube ich, viele junge HSV-Fans geboren worden sein in dieser Zeit. Wahrscheinlich ja, das stimmt. Macht viel aus und ist in Mainz tatsächlich auch der Fall, wenn öffentliche Trainings sind, dass dort die Stars, die man dann hier hat, so Nadim Amiri beispielsweise, auch Kai Shusano, der ja wirklich Top-Bundesliga-Spieler ist, auch wenn da, glaube ich, jemand ein bisschen unterm bundesweiten Radar läuft, dass das auch alle Spieler sind, die dann hinterher fleißig Autogramme und Bilder geben. Also ihr seht an mir, das kann eine Menge bringen. Wunderbar. Genau, jetzt wollen wir aber natürlich dann auch einmal mit dir über den ersten FSV Mainz 05 sprechen, den kommenden HSV-Gegner am Freitagabend. Und ja, es ist natürlich auffällig, in welcher Verfassung, also besseren Verfassung, sich die Mainzer unter Urs Fischer präsentieren. Ich weiß noch genau, wie es anfing mit ihm, Spiel 1 beim FC Bayern. Gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt mit ihm 2 zu 2. Da dachten schon viele, der Urs, der kann es wohl doch noch packen. Also Mainz hatte damals einen erheblichen Punkte-Rückstand auch auf die Nicht-Abstiegsplätze. Und inzwischen sind sie ja wirklich nur noch vier Punkte hinterm HSV, zwei Punkte vor dem Relegationsplatz. Also wirklich Top-Entwicklung. 15 Punkte aus neun Spielen unter Urs Fischer. In dieser Formtabelle, in diesem Zeitraum belegen sie Platz sechs. Also sogar wieder Europapokalniveau. Erklär doch einmal unseren Hamburger Hörern, wie ist das möglich? Wie hat Urs Fischer diese Mannschaft wieder zum Leben erweckt? Ich finde die Geschichte tatsächlich unglaublich, dass Urs Fischer lange Zeit gar keinen Verein gefunden hat. Also wenn man sich seine Story bei Union Berlin angesehen hat, die er von der zweiten Bundesliga zum Klassenerhalt in der Bundesliga, dann in die Conference League, Europa League, Champions League geführt hat, dann ist das ja auch eine unvergleichliche Story gewesen, ein unvergleichlicher Erfolg und er hat ja die Geschichte des Vereins bis heute mit geprägt, hatte danach aber offenbar auch große Schwierigkeiten, einen Klub zu finden. Und dass es dann Mainz wurde als Tabellenletzter. Der Fußball-Bundesliga ist für den Verein hier tatsächlich eine Riesengeschichte gewesen. Ich glaube, man hat hier bewusst einen kompletten Gegenpol zu Bo Henriksen gesucht, seinem Vorgänger, der ja ein extrem emotionaler Typ war, ein ziemlicher Vulkan, der dieses Umfeld hier auch enorm elektrisiert hat, auch in sehr schwierigen Zeiten, auch große Erfolge mit dem Klub hatte. Auch internationales Geschäft erreicht, weil du das ja gerade bei Urs Fischer erwähnt hattest bezüglich Union Berlin. Absolut auf furiosen Klassenerhalt geschafft 2024, also das war schon eine sehr erfolgreiche Zeit und dann war es am Anfang schon ein ziemlicher Kontrast erstmal zu Urs Fischer, der Typ ja einfach viel ruhiger ist, viel rationaler dann tatsächlich ist, aber genau das hat die Mannschaft offenbar gebraucht. In den letzten Spielen von Bo Henriksen wirkte das Team sehr ungeordnet. Man hatte auch nicht das Gefühl, dass da so ein richtiges Gefüge auf dem Platz steht, wo jetzt jeder genau weiß, was er tun, was er machen muss. Und das hat Oßfischer wahnsinnig schnell reingebracht, so mit seiner väterlich-akribischen Art das Gefüge sehr stabilisiert, dem Team eine sehr einfache Struktur mitgegeben, meistens im 5-3-2. Tatsächlich auch mit dem Hebel, dass die drei zentralen Mittelfeldspieler bei Ballbesitz des Gegners dann erstmal sehr tief positioniert sind. Das war vielleicht der größte Unterschied zu Bro Henriksen zuvor, weil man immer ein sehr aggressives Pressing vorne gegangen ist, in der Mitte aber auch Lücken gelassen hatte, die zum Beispiel der HSV im Hinspiel beim 4-0 sieht ja dann auch... Ich wollte gerade sagen, das ist mir auch direkt eingefallen, also da hat der HSV das erste Mal mit seiner neuen Taktik Mainz komplett ausgekontert, insbesondere dann in der zweiten Halbzeit, erinnere ich mich, da war eigentlich fast jeder Gegenangriff hochgefährlich und ja... Und ich würde sagen, das hat er am besten geschafft tatsächlich, dass die Mannschaft einfach wieder eine defensive Struktur hat und dass sie aus dieser Ordnung heraus aber auch wieder einen ganz guten Fußball einfach spielt, weil einfach die Sicherheit zurückgekehrt ist. Spieler wie Nadim Ameri tatsächlich auch aus dieser Struktur heraus nach wie vor ihre Freiheiten entfalten dürfen im Spiel, also nicht zu sehr in ein Korsett eingebunden sind. Und da muss man auch ganz einfach dazu sagen, dass der Kader viele Baustellen hatte, weil im Transfersommer einige Fehler gemacht worden sind von den Vereinsbossen. Und die wurden im Winter tatsächlich auch wirklich sehr gut korrigiert. Also man hat dann wirklich Rollenspieler gesucht im System von Urs Fischer, die entsprechend in dieses Team einfach passen. Ob das jetzt eben so Sieler, Geraldo Becker als sehr schnelle, hängende Spitzen sind, Philipp Tietz, der endlich mal dieser Stoßstürmer ist, der Bälle festmachen kann und der dem Team als Typ auch total was mitgibt mit seiner mitreißenden Art, mit seiner positiven Art. Oder ob es ein Stefan Posch ist, der in der Innenverteidigung hinten auch ein antribbelnder, aber in Zweikämpfen auch sehr resoluter Verteidiger ist. Man muss sagen, es steht jetzt einfach auch eine viel, viel bessere Mannschaft auf dem Platz, wo Henriksen lange Phasen der Saison der Fall war. Als man eben auch einen Jonathan Burkhardt nicht ersetzen konnte. Als Torjäger. Benedikt Hollerbach nicht funktioniert hat? Genau, Benedikt Hollerbach nicht funktioniert hatte. Der Transfer auch sehr kritisch gesehen wurde von weiten Teilen der Fans. Er hat ja mehr als 10 Millionen gekostet. Das ist für Mainz in Fünftal ein ganz enormes Brett. Muss Benedikt Hollerbach vielleicht aber zugutehalten, dass er einfach auch in der falschen Rolle eingesetzt wurde. Hinspiel beim HSV war so das Paradebeispiel. Er war der Mittelstürmer. Bei Union hat er immer am besten einen Zwei-Mann-Sturm funktioniert. Eher so als der Antreiber mit Energie und Tempo von hinten. Er war aber nie der Typ, der jetzt vorne die Bälle festmachen und weiterleiten konnte. Da wirkte er dann schon hoffnungslos verloren. Bei ihm ist jetzt so ein bisschen wirklich dieses persönliche Schicksal, dass er sich unter Urs Fischer schon enorm wieder stabilisiert hat und gefunden hatte und sich dann beim Spiel in Leipzig jetzt Michaelis Sehneres zugezogen hat und damit sich auch bis zum Ende der Saison ausfällt. Also er war tatsächlich auch unter Urs Fischer wieder auf einem ganz guten Weg, jetzt so seine Rolle zu finden, die am besten zu ihm passt. Jetzt muss er halt erstmal zuschauen und wird dann zur neuen Saison sicherlich wieder angreifen. Klingt fast ein bisschen wie Rainsford Königsdörfer beim HSV, der jetzt nicht verletzt ist, aber der auch am Anfang der Saison als einziger Stürmer da vorne sich abgearbeitet hat gegen meistens drei Innenverteidiger und jetzt in der Rückrunde deutlich mehr Unterstützung erfährt. Zuletzt jetzt mit Robert Glatzel, den kennt ihr ja auch noch aus Mainz. Und da merkt man einfach, da kann er seine Stärken viel besser ausspielen, wenn da ein großer Stürmer an seiner Seite ist, der dann auch mal in Verteidiger bindet und ihm dann Räume öffnet, die er dann mit seiner Schnelligkeit nutzen kann. Und erinnert mich gerade an das, was du über Hollerbach erzählst. Ja, ich glaube auch, wo eine Gemeinsamkeit ist, auch wenn die, glaube ich, bei Königsdörfer noch mal extremer war, wie ich jetzt auch so den Berichten der letzten Tage ja folgen konnte. Der öffentliche Druck, der dann einfach enorm war bei Benedikt Hollerbach, lastete er natürlich vor allem aufgrund der Ablösesumme sehr früh auf ihn und aufgrund der Erwartungshaltung, dass er der Satz für Jonathan Burkhardt sein sollte unter anderem. Und der war halt mit 18 Toren der beste Bundesliga-Torschütze von Mainz 05 in einer Saison. Also das ist ein Wert, den hat hier zuvor und bis jetzt auch erstmal keiner erreicht. Und ja, da merkte man einfach sehr, sehr schnell, dass die Unzufriedenheit dann auch sehr, sehr groß war. Ich glaube, das ist dann als Spieler auch nicht so ganz einfach, der auch großen Ehrgeiz mitbringt, dann mit so einer Unzufriedenheit und Unruhe erstmal umzugehen. Ransford Königsdorfer hat jetzt, glaube ich, irgendwie ganz gut abschütteln können beim HSV. Der lässt das nicht so richtig an sich ran, ja, das stimmt. Aber Hollerbach natürlich eigentlich ja idealer Spieler für das System von Urs Fischer. Also schade, dass er sich jetzt verletzt hat. Man kennt es ja unter Urs Fischer auch noch aus Berliner Zeiten, er brauchte mal einen physischen und einen schnellen Stürmer. Aktuell ja mit Tietz und Silas scheint da die Kombination ganz gut zu funktionieren. Du hast das schon erläutert, warum die beiden auch gerade im Angriff dann auch für mehr Variabilität und Torgefahr sorgen. Nadim Amiri hast du auch schon angerissen, meintest, er kann seine Freiheiten weiterhin genießen, ist da eben nicht an taktische Zwänge auch gebunden. Das kommt seinem Spiel sicherlich zugute. Zugute kommen seinem Spiel auch die vielen Elfmeter, die Mainz zuletzt bekommen hat. Also ich habe mir gerade nochmal seine Statistik angeguckt. Sechs Tore aus den letzten sieben Spielen, davon hat er eins auch noch krankheitsbedingt verpasst. Also unfassbare Quote, davon allerdings auch vier Elfmeter. Das waren auch seine letzten vier Tore. Kann er nur Elfmeter oder wie wichtig ist er wirklich auch für den Aufschwung des ersten FSV Mainz 05? Also die Elfmeter kann er auf jeden Fall herausragend gut, muss man sagen. Also ich nenne es inzwischen so Andi Brehmer Gedächtniselfmeter des WM-Finals 1990. Schießt er auch mit dem falschen Fuß, oder was? Ja, aber die kann er tatsächlich in beide Ecken schießen. Deswegen funktioniert das tatsächlich ganz gut. Er hat da schon einen enormen Fokus. Ansonsten ist Nadiem Amiri hier in Mainz eine unglaubliche Identifikationsfigur. Der kam ja schon im harten Abstiegskampf 2024 nach Mainz, hat damals Bayer Leverkusen verlassen. Also hat sozusagen freiwillig auch die deutsche Meisterschaft aufgegeben, um Abstiegskampf in Mainz zu spielen. Das wurde ihm hier schon sehr hoch angerechnet. Und was man bei Nadiem Amiri nach wie vorhin was sagen muss, ist der spielstärkste Spieler bei Mainz in 5. Er ist nach wie vor derjenige, der dieses gesamte Spiel am meisten lenkt, von dessen Formstärke letztlich auch Sieg und Niederlage am meisten abhängt. In der Hinrunde hat er auch schon eine recht gute Quote gehabt. Zwischenzeitlich ist er dann aber auch in so ein kleines Loch gefallen, weil er auch eine gewisse Unzufriedenheit mit sich getragen hatte. Also seine Hoffnung war auch im Sommer, dass der Verein nach der Europapokalqualifikation den nächsten Schritt geht. Noch mal ein paar neue Spieler holt, die das gefügeweite verstärken. Das ist dann ja ausgeblieben. Dann, glaube ich, war zwischenzeitlich auch sein großer Traum von der Weltmeisterschaft damit auch in Gefahr. Denn wenn du Tabellenletzter bist und verlierst reihenweise Spiele und der Frust ist groß, dann qualifizierst du dich dann natürlich auch weniger für Julian Nagelsmann Richtung Sommer, als wenn du jetzt um Platz 5 oder 6 mitspielst. Dann hat er vor der Winterpause von Christian Heidel mal eine Ansage bekommen, er soll nicht so viel fordern, er soll gescheit Fußball spielen. Man muss sagen, die Ansage, die hat er sich zu Herzen genommen. Der liefert hier 2026 richtig ab. Ist jetzt auch positionell ein bisschen weiter nach vorne gerückt. Also davor war er offensiver Sechser unter Bo Hendrickson. Jetzt spielt er mehr wirklich diese Spielmacherrolle auch aus, was ihm auch zugute kommt, weil er damit auch nach hinten nicht so große Lücken reißt, nach vorne sich mehr auf Fußballspielen konzentrieren kann und da tatsächlich auch jetzt mit so Philipp Tietzen ein perfektes Match gefunden hat. Also die sind schon richtig dicke Buddies geworden. Wie man neulich im Interview auch dann erleben konnte, als sie beiden Lachflash bekommen haben. Absolut. Und beide verstehen sich so vom ersten Tag an richtig gut, machen viel miteinander. Man merkt, dass diese Chemie auch auf dem Platz funktioniert, suchen sich beide immer wieder. Und das tut ihm, glaube ich, auch gut, weil er auch ein sehr emotionaler Spieler ist. Und ja, tatsächlich momentan, aber auch wieder in der Topform sich präsentiert. Genau, die Neuzugänge hast du ja gerade schon angesprochen. Silas war Magituka, schwieriger Name, obwohl er schon einige Jahre dabei ist. Silas nennen wir ihn einfach nur. Er heißt ja auch, glaube ich, offiziell jetzt nur noch Silas. Ich wollte aber eigentlich auf Stefan Posch hinaus. Der war ja auch beim Sommer ganz heiß beim HSV im Gespräch. Da gab es Verhandlungen. Am Ende hat es nicht geklappt. Ich glaube, wurde zu teuer, ne, Stefan? Genau, war am Ende zu teuer vom Gesamtpaket. Dann nochmal eine kleine Ehrenrunde gedreht, bevor er dann doch den Weg in die Bundesliga gefunden hat. Und auf einmal spielt er gegen den HSV. Genau. Vielleicht kannst du mal beschreiben, wie sich mit ihm jetzt auch so die Defensive verändert hat. Das interessieren natürlich dann bestimmt auch die HSV-Fans. Denn die Frage ist dann ja auch, wer spielt beim HSV im Sturm? Wahrscheinlich dann Königs Surfer wieder mit Glatzl zusammen, da Damien Downs aktuell noch erkältet ist und noch nicht mittrainiert hat. Das bedeutet ja, Robert Glatzl wird dann da vorne wahrscheinlich sich gegen Stefan Bell und Dominik Kaur abarbeiten. Welche Rolle nimmt da Stefan Posch ein und was bedeutet das vielleicht dann auch für so einen Spieler wie Rensford Königsdorfer? Wird er da in Manndeckung genommen oder wie wird Mainz dann gegen diese Stürmer spielen? Stefan Bell ist jetzt tatsächlich sogar verletzt. Er hatte so eine Knieverletzung. Der fällt in jedem Fall im Heimspiel jetzt am Freitag gegen den HSV aus. Deswegen wird es ganz spannend sein, wie man das jetzt erst einmal kompensiert. Also ich gehe davon aus, dass Stefan Posch dann von einer halbverteidiger Position eher in die Abwehrmitte als Abwehrchef rücken wird. Das wird dann wahrscheinlich der erste Gegenspieler von Robert Klazze sein, ist meine Vermutung. Er gibt meins hier tatsächlich schon wahnsinnig viel, weil er einfach ein Spieler ist, der sehr, sehr sicher ist im Passspiel, gut im Kopfballspiel ist, gutes Timing hat in den Zweikämpfen. Hat jetzt in Dortmund allerdings auch seinen schwächsten Austritt gehabt bei der 4-0-Niederlage am Wochenende. Bin jetzt selbst ein bisschen gespannt, wie sich das Ganze fügt, weil dieser Verlust von Stefan Bell derzeit dann schon schwer wiegt. Es gibt eine kuriose Statistik, irgendwie von so mit Opta-Daten generiert, dass der in den letzten sechs Spielen davor der formstärkste Verteidiger Europas gewesen ist, was halt schon sehr kurios ist. Wuskowicz kann eigentlich nicht sein. Vor Wuskowitsch kann eigentlich nicht sein, Ne, das stimmt eigentlich. Also da hast du recht. Da fällt dir leider dann auch aus jetzt am Freitag beim Spiel. Da spricht der HSV-Fan, dass da leider ausfällt. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze fügt. Nach den Eindrücken jetzt so in Dortmund hat man dann schon gemerkt, dass Dortmund es gut gemacht hat, das Spiel sehr auf die Außenbahn zu verlagern und dann eben in der Mitte da mit Gerasi dann extrem gefährlich war bei ruhenden Bällen oder auch Hereingaben. Ich kann mir vorstellen, dass das auch ein probates Mittel für den HSV jetzt erstmal sein wird, weil durch das Zentrum einfach wahnsinnig wenig derzeit geht gegen Mainz 05. Da muss man dann eben schon intelligente Wege über die Außenbahnen finden. Was interessant ist, weil der HSV zuletzt viele Tore durchs Zentrum gemacht hat. Also nach Ballgewinn sehr, sehr schnell umgeschaltet durch die Mitte über Fabio Vera. Dann am Ende dann bei Königshafer gelandet. Also das war jetzt schon ein auffälliges Mittel beim HSV über Außen. Jetzt zuletzt, glaube ich, nicht mehr so viele Tore geschossen. Genau, vor allem natürlich auch seit Dompey aus der Mannschaft raus ist, geht weniger über Außen. Über den ging natürlich vorher alles. Bacariata kann sich noch nicht in der Konstanz immer wieder auf der rechten Seite durchsetzen. Ansonsten spielt der HSV ja seit Saisonbeginn ohne klassischen rechten Flügelstürmer. Also das muss dann eben der rechte Schiedenspieler richten. Philipp Otele könnte dann ja, so wie du es beschreibst, Florian, dann jetzt seinen Durchbruch schaffen in Mainz. Zumindest scheinen das die Räume zu sein, die Mainz dann anbietet. Ja, weil es tatsächlich einfach durch dieses Zentrum, wenn drei zentrale Mittelfeldspieler einfach sich sehr, sehr tief fallen lassen. Es fällt wahnsinnig schwierig, darüber Räume zu bekommen. Da ist Mainz auch deutlich disziplinierter geworden. Kai Shusano halt auch einer, der die Position inzwischen sehr gut hält auf der Sechs. Und ich habe es, glaube ich, vorhin schon mal kurz angesprochen, für mich einer der unterschätztesten Spieler der Bundesliga. Also Mainz weiß, glaube ich, jeder um den Wert. Und Ex-Spieler Okazaki, der ja auch Japaner ist, der hat mal gesagt, das wird irgendwann eine neue N'Golo Kante. Ich weiß nicht, ob der Weg irgendwann wirklich mal in diese Richtung führt, aber ich halte ihn für einen der besten Sechser der Fußball-Bundesliga. Demzufolge ist es schon ein bisschen Schwierigkeit, über diese Wege zu Toren, zu Torchancen zu kommen. Also meine These wäre tatsächlich, dass der HSV wahrscheinlich am erfolgreichsten agieren wird, wenn er mehr Angriffe über die Flügel sucht. Und ich kann mir auch vorstellen, dass Robert Klatze dann auch eben eine ganz entscheidende Rolle einnehmen kann. Also zumindest war es jetzt am Freitag so ein bisschen ein Rückschlag für Mainz 05, weil man einfach so in Luftduellen körperlich sich leer hat abkochen lassen. Und das mit einer Mannschaft, die mit 30,9 Jahren gerade die Älteste der Bundesliga stellt. Die Ecken von Riasson kamen natürlich auch wirklich wie ein Feuerwerk da in den Mainzer Strafraum. Insgesamt vier Standardtore vom BVB gegen Mainz, das war der Schlüssel. Beim 0 zu 4, wie bewertest du das insgesamt? So eine hohe Niederlage kann ja auch mal was verursachen auf der mentalen Seite, auf der psychologischen Komponente bei den Spielern. Bewertest du es als einkalkulierter Rückschlag oder meinst du, wird da eine gewisse Verunsicherung gegen den HSV jetzt auch noch? Ich glaube, man hatte sich das nach dem Spiel ein bisschen zu schön fast geredet. Also man hat schon die Standardschwäche klar hervorgehoben, gleichzeitig aber gesagt, Spiel mit Ball war eigentlich ganz gut und wir hatten ja auch unsere Chancen und waren nicht effektiv genug. Am Ende steht 0 zu 4, klar gegen eine absolute Top-Mannschaft wie Borussia Dortmund, aber es hat ja in der Saison auch schon 0 zu 4 beim HSV gegeben. Das war damals auch schon ein Warnschluss, den man, glaube ich, insgesamt zu spät gehört hat. Ich glaube, da fährt man jetzt ganz gut damit, wenn man jetzt Richtung Freitag eben hart nochmal an diesen Dingen arbeitet, weil diese Standards sind letztlich auch Basics. Und über Basics will man einfach momentan auch gut sein bei Mainz 05. Das sah man jetzt am Freitag nicht. Ein Zeichen sehe ich jetzt schon darin, dass jetzt bei dem bekannten Rosenmontagszug gestern kein Stammspieler mitgefahren ist. Also keiner der Starspieler. Es hieß da offiziell, es gibt kein Fastnachtsverbot. Also so heißt ja Karneval hier in Mainz. Aber am Ende standen auf dem Wagen, wo sonst auch immer mal wieder prominente Fußballer dann stehen, fast nur Ersatzspieler. Und ich glaube, da hat man den Fokus jetzt schon sehr, sehr stark auf den Freitag gelegt gegen den HSV. Ich glaube, da ist allen jetzt die Bedeutung des Spiels ganz, ganz bewusst. Und dass man, glaube ich, jetzt auch nicht eben in die von dir benannte Spirale nochmal hineinkommen möchte, dass man jetzt einfach nochmal Negativerlebnisse aneinander haftet. Denn ich glaube, die Bundesliga-Saison zeigt ja bei allen Klubs, die unten stehen, wie Mönchengladbach, wie Wolfsburg, wie Werder Bremen, dass man sich der Sache nie zu sicher sein sollte. Also so viele Klubs, von denen ich in der Saison dachte, die sind jetzt eigentlich so Richtung sicheres Ufer unterwegs, die hat es dann früher oder später wieder erwischt. Und Mainz und 5 ist punktemäßig einfach noch nicht so gut aufgestellt, dass man sich da jetzt zurücklehnen darf. Ja, sehr interessant auf jeden Fall, wie du dann auch auf das kommende Duell zwischen Mainz und dem HSV blickst. Vielen, vielen Dank für deine Einschätzung. Wir sind damit auch am Ende unseres Podcasts. Danke für deine Zeit. Danke euch. Grüße nach Hamburg.