Latest / Business mit Pferd / #183 Ist der Kapitalismus wirklich das Problem? Einordnung für die Pferdewelt
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- 0:00Eine Sache, die ich gerade immer wieder höre, ist Kapitalismus
- 0:03ist schuld. Der böse Kapitalismus sorgt
- 0:06dafür, dass Pferde ausgebeutet werden, sorgt dafür, dass Geld
- 0:10wichtiger ist als das Pferdewohl.
- 0:32Halli Hallo und Willkommen zurück bei Business mit Pferd.
- 0:35Ich habe mir heute den wunderschönsten Platz
- 0:37ausgesucht, um hier die Episode aufzunehmen und nehme dich heute
- 0:41durch ein bisschen. Ich gebe jetzt mal BWL, VWL,
- 0:45theoretische Dinge mit, sodass wir ein paar Begrifflichkeiten
- 0:49klären, denn. Eine Sache, die ich gerade immer
- 0:51wieder höre, ist Kapitalismus ist schuld.
- 0:54Der böse Kapitalismus sorgt dafür, dass Pferde ausgebeutet
- 0:58werden, sorgt dafür, dass Geld wichtiger ist als das Pferdewohl
- 1:03und ist schlecht, weil ne zum Beispiel gute Profis ja die sich
- 1:08jetzt am Markt nicht durchsetzen können, das ist ja ne ne
- 1:10Frechheit, dass da nicht die Kompetenz reicht, sondern dass
- 1:13man so viel mit Business drumrum machen muss ne ist anstrengend,
- 1:16versteh ich. Und immer wieder wird danach
- 1:18geschrieben, dass es doch mehr Regularien braucht, dass mehr
- 1:21staatliche Eingriffe notwendig sind, damit eben die Pferdewelt
- 1:26und die verschiedenen Angebote nicht mehr so frei wachsen
- 1:29können. Und ich hab das in der letzten,
- 1:31vorletzten Folge, da hab ich darüber gesprochen.
- 1:34Wie schwierig es gerade ist, dass immer mehr Pferdeprofis
- 1:37meinen, B2B Ausbildungen anbieten zu müssen, dass wir
- 1:41natürlich auch ganz viel Wildwuchs sehen, wenn zum
- 1:43Beispiel jemand, der selber ganz passabel reitet, auf einmal der
- 1:46Meinung ist, jemand anderem Unterricht geben zu können.
- 1:49Und da wurden 2 Seelen in meiner Brust, ich hab da ne sehr lange
- 1:53Folge zu gemacht, ich will da gar nicht so sehr heute drauf
- 1:56eingehen, weil heute möchte ich einmal die.
- 1:59Die Marktmechanismen so n bisschen zu bisschen erklären,
- 2:01damit wir nicht kopflos danach rufen, dass bitte der Staat das
- 2:05für uns regeln möge. Deswegen heute ein bisschen BWL
- 2:11Input beziehungsweise ein bisschen Input zu
- 2:13Wirtschaftssystem für dich. Ich hoffe, dass ich das trotzdem
- 2:16spannend verpacken kann und das für dich nicht allzu trocken
- 2:18ist. Ich hab das in allen Bereichen
- 2:20versucht auf die Pferdewelt zu übertragen und zu
- 2:22interpretieren, damit du genau weißt, was sind die Vorteile,
- 2:25was sind die Nachteile, wie hängen verschiedene Systeme
- 2:28zusammen und was heißt das für dich in der Einordnung.
- 2:32Zuerst einmal, ich gucke hier so, weil ich habe mir echt viele
- 2:34Notizen gemacht, dass ich hier nicht nur aus dem blauen
- 2:37erzähle. Zuerst einmal, was sind die
- 2:40wichtigsten Wirtschaftssysteme? Wir haben einmal den
- 2:42Kapitalismus oder die Marktwirtschaft, wir haben den
- 2:45Sozialismus oder Staatskapitalismus genannt, wir
- 2:49haben den Kommunismus, also die Planwirtschaft, wir haben den
- 2:51Liberalismus, das sind alles so Begriffe, die gerne
- 2:53durcheinander geschmissen werden, und ich möchte das jetzt
- 2:56ein bisschen runterbrechen, also wir starten mal mit dem
- 3:00Kapitalismus, wir. Der Kapitalismus ist ein
- 3:03Wirtschaftssystem, bei dem Privatpersonen und Unternehmen
- 3:06Eigentum an den Produktionsmitteln haben.
- 3:08Würde jetzt der BWL das sagen, das heißt, Privatpersonen und
- 3:11Firmen besitzen Land, besitzen Firmen also Produktionsstätten,
- 3:17Fabriken und haben eben haben etwas, sie besitzen etwas.
- 3:23Produktion und Austausch werden ganz stark durch
- 3:26Marktmechanismen gesteuert, das heißt Angebot und Nachfrage und
- 3:29Wettbewerb regeln, wie zum Beispiel sich Preise
- 3:32zusammensetzen, was Leute überhaupt kaufen können.
- 3:36Das sind so die Mechanismen, die ich auch immer wieder hier
- 3:38erkläre und die jetzt vielleicht für dich noch mal ein bisschen
- 3:40klarer werden, wenn wir das einordnen.
- 3:43Dabei sind Gewinne und Kapitalakkumulation, also das
- 3:47Sammeln von Wohlstand, zentrale Motive, die das ganze Steuern,
- 3:52weil. In dem Moment, wo wir als
- 3:54Unternehmen agieren, haben wir eine Gewinnerzielungsabsicht,
- 3:56nennt man das. Das heißt, wir machen das nicht
- 3:58nur, weil wir Spaß daran haben, sondern eben mit dem Ziel, da ne
- 4:02positive Entwicklung vorweisen zu können.
- 4:05Die Rolle des Staates ist hier eher zurückgenommen.
- 4:07Das heißt, der Staat kann in gewissen Bereichen Regularien
- 4:11machen, hat aber ne relativ geringere Steuerung der
- 4:14Wirtschaft, schützt Eigentumsrechte ja und setzt
- 4:19gewisse Rahmenbedingungen in Ne gibt Bereiche die sind n
- 4:22bisschen mehr reguliert n bisschen weniger, aber an sich
- 4:25ist der Markt relativ frei, in der anderen Richtung haben wir
- 4:29den Sozialismus, also ein Wirtschaftssystem, bei dem.
- 4:33Gesellschaftliches oder staatliches Eigentum im
- 4:37Vordergrund steht und vorherrscht.
- 4:38Das heißt, Wir haben zum Beispiel mit Eigentum, wir haben
- 4:42kollektives Eigentum und das Ziel ist, dass die Produktion
- 4:47hauptsächlich für den Verbrauch, für den Gebrauch statt primär
- 4:51für den Profit stattfindet. Klingt erstmal ganz gut, wir
- 4:54machen das, weil wir sie brauchen, nicht weil wir damit
- 4:55Geld verdienen wollen, Güter sollen grundsätzlich Bedürfnisse
- 4:59decken und nicht nur Gewinn generieren.
- 5:03Staatliche Planung oder Steuerung sind hier ganz
- 5:06präsent, das heißt Mengen, Preise, ressourcenverteilung
- 5:09können zentral gesteuert werden. In der Praxis sehen wir häufig
- 5:14mischsysteme und das sage ich gleich nochmal raus zu, dann
- 5:16haben wir den Kommunismus ja was noch mal einen Schritt weiter
- 5:20geht, und zwar ist es theoretisch die Gesellschaft
- 5:23ohne Klassen, das heißt ohne Privatbesitz an
- 5:26Produktionsmitteln mit gemeinschaftlichem Eigentum und
- 5:29Verteilung nach Bedürfnissen, laut der marxistischen Theorie
- 5:33das. Das machen wir jetzt nicht nur
- 5:34im Detail, ja, in der Praxis ist es eben häufig Zentralstaatlich
- 5:37gelenkt, Eigentum des Staates oder einer Partei, Planung statt
- 5:41Marktmechanismen und wieder die Merkmale sind Produktionsmittel,
- 5:45werden nicht privat kontrolliert.
- 5:46Die Gewinnmotivation tritt in den Hintergrund, ja und Fokus
- 5:50liegt auf Gleichheit und Verteilung.
- 5:54Und dann haben wir auch den Liberalismus und den
- 5:56wirtschaftlichen Liberalismus, wo es darum geht, dass
- 5:58politische und wirtschaftliche Freiheit vorherrschen.
- 6:03Das heißt, wir haben vor allen Dingen individuelle Freiheit,
- 6:05jeder kann machen, was er will, ja Eigentumsrechte, freier
- 6:08Markt, minimalistische staatliche Eingriffe in die
- 6:10Wirtschaft. Und der wirtschaftliche
- 6:13Liberalismus ist vom Prinzip Kapitalist, Kapitalismus mit dem
- 6:18Fokus auf Markt und Eigentumsfreiheit, so die
- 6:21Staatsrolle ist hier ne die Gewährleistung von
- 6:24eigentumsrechten, Wettbewerb, Offenheit aber nicht wirklich ne
- 6:27vollständige Steuerung und wenn man die gegeneinander
- 6:31gegeneinander hält, dann haben die einfach unterschiedliche
- 6:33Zielsetzungen, das heißt im Kapitalismus.
- 6:36Haben wir das Ziel, Wachstum, Profit, Innovation, während wir
- 6:39im Sozialismus und im Kommunismus eher Gleichheit,
- 6:42Bedürfnisbefriedigung, klassenlose Gesellschaft haben
- 6:46und im Liberalismus vor allen Dingen die Freiheit des
- 6:48einzelnen, Effizienz, Eigentumsrechte?
- 6:51Diese Wirtschafts Systeme sind aber kein schwarz weiß Ding.
- 6:55Das heißt, wir haben natürlich Mischformen, wir haben ne
- 6:57soziale Marktwirtschaft zum Beispiel.
- 6:59Ja, das ist das, was wir hier haben, und wir haben nicht, dass
- 7:03man sagt, es ist entweder das oder das, sondern es gibt halt
- 7:05verschiedene Einflüsse und man kann das auch ganz toll, ich
- 7:08will jetzt nicht zu sehr rumliegen, aber man kann das
- 7:10auch ganz toll in Diagrammen darstellen, ne, wenn wir so
- 7:13staatliche Einmischung, Freiheit, Innovationskraft,
- 7:15Wirtschaftlichkeit gegeneinander stellen, gibt es da ganz, ganz
- 7:18tolle Leute, die da ganz, ganz spannende Sachen erforscht
- 7:20haben, aber. Damit will ich dich jetzt nicht
- 7:22nerven. Ich will einfach nur, dass du
- 7:23einmal weißt, was so die grundsätzlichen Formen sind und
- 7:26was auch die Kritiken sind. Ja, denn auch wenn zum Beispiel
- 7:31jetzt gerade sehr viel nach Sozialismus geschrien wird, nach
- 7:34ne, wir helfen allen, alle haben n gleichen Anspruch und ich will
- 7:38das jetzt gar nicht so sehr politisch machen hier, sondern
- 7:39auch auf die Pferdewelt beziehen.
- 7:41Gehen wir natürlich davon aus, Mensch, alle Pferde haben ein
- 7:43Grundrecht auf ja, jeder Pferdebesitzer müsste doch
- 7:46theoretisch, das muss besser kontrolliert werden, da darf
- 7:50nicht jeder machen was er will, sondern wir brauchen eine
- 7:52staatlich gesteuerte, ein staatlich gesteuertes
- 7:55Qualitätsmanagement, das höre ich an vielen Ecken und Enden
- 7:58und muss da einfach mal dazwischen grätschen, denn es
- 8:01gibt ganz viele Studien, die zeigen, dass in der Welt Länder
- 8:05mit einem hohen Grad an wirtschaftlicher Freiheit.
- 8:09Zu höherem Wohlstand tendieren oder unterm Strich in den
- 8:14Ländern, in denen Kommunismus Sozialismus ausprobiert wurde,
- 8:18war das nie gut für die Menschen.
- 8:20Das heißt, der Kapitalismus, der gerade häufig als das böse, böse
- 8:24Ding in der Welt verschrien wird, ist eigentlich, dass das
- 8:27dafür sorgt, dass wir einen höheren Wohlstand haben, dass
- 8:30wir eine bessere medizinische Versorgung haben, dass wir
- 8:34bessere Schul, bessere Schulen haben, wobei das dann mal
- 8:36hingestellt, aber dass wir insgesamt ne geringere
- 8:38Analphabetenquote haben, ne da werden, da gibt es wirklich sehr
- 8:41sehr ausführliche Betrachtungen zum Thema
- 8:45Säuglingssterblichkeit, Analphabetismus, medizinische
- 8:49Versorgung generell und der Kapitalismus sorgt dafür, dass
- 8:52das in allen Ecken und Enden besser ist, ja.
- 8:56Und das ist auch die Kritik, die ich habe an kommunistischen
- 8:59staatsgesteuerten Systemen, dass wir durch die Steuerung eben
- 9:03sehr, sehr wenig, sehr, sehr wenig Innovation haben.
- 9:08Sehr wenig Entwicklung, weil wenn wir die Freiheit
- 9:10einschränken und die Motivation, zum Beispiel eben Geld zu
- 9:13verdienen, was per se erstmal nichts schlechtes ist.
- 9:15Übrigens, wenn wir das unterdrücken, indem wir sehr,
- 9:17sehr viele Regularien haben, dann stockt natürlich auch die
- 9:20die Entwicklung, dann haben wir weniger Wachstum und auch
- 9:25weniger vor allem. Forschung zum Beispiel.
- 9:27Insgesamt einfach weniger gute Dinge, die wir uns eigentlich
- 9:30wünschen würden und das gleiche können wir eben auch im
- 9:34Pferdebereich sehen. Das heißt, würden wir zu viele
- 9:36staatliche Einmischungen haben, würden sich keine neuen
- 9:39Trainingsansätze entwickeln, würde vielleicht auch die
- 9:42Motivation, irgendwo in die Forschung zu investieren oder
- 9:44irgendwo sich neue, bessere Methoden zu überlegen, diese
- 9:49Motivation würde Stück für Stück abflachen und dementsprechend
- 9:52würde alles langsamer werden und das sieht man recht gut.
- 9:55Wenn man privatwirtschaftliche Unternehmen vergleicht mit
- 10:01staatlich geführten Dingen, alles, was vom Staat gemanagt
- 10:04wird, ist tendenziell sehr, sehr, sehr langsam und sehr
- 10:07träge, und das können wir nun auf Herdewelt gar nicht
- 10:10gebrauchen. Wir brauchen nicht noch mehr
- 10:11bremsen, die dafür sorgen, dass die Branche zum Stillstand
- 10:14kommt, sondern vielmehr brauchen wir eben wirtschaftsliberales
- 10:17denken, das heißt, du Gestaltest dein Business mit Freiheit und
- 10:21Co. Für mich wird es dann kritisch,
- 10:23wenn wir. Da nicht gewisse Werte zugrunde
- 10:28setzen, was meine ich damit? Natürlich ist der
- 10:32offensichtliche offensichtliche Nachteil im Kapitalismus, dass
- 10:37das Geld und die Gewinnerzielungsabsicht über
- 10:41ethische Gedanken gestellt wird, das heißt, wenn wir natürlich
- 10:45sagen, OK, die Gewinnerzielungsabsicht ist mein
- 10:48höchstes Gut und alles danach ist erstmal irrelevant.
- 10:51Dann sorgt das natürlich in einem Bereich, wo wir mit Tieren
- 10:54arbeiten, dafür, dass eben das Tierwohl nicht an erster Stelle
- 10:58steht. Und das kann es eben nicht sein.
- 10:59Das heißt, wir brauchen natürlich ein gewisses Maß an
- 11:03Ethischem handeln und und wertebasierten
- 11:06Rahmenbedingungen, die sicherstellen, dass die Pferde
- 11:10in unserem Fall nicht dem Kapitalismus zum Opfer fallen,
- 11:13das ist aber vielmehr eine Frage der des des ethischen
- 11:18Wirtschaftens und auch. So ein bisschen des
- 11:24Konsumverhaltens. Also wenn wir sagen, Angebot und
- 11:27Nachfrage regeln den Markt, dann gilt es natürlich nicht nur für
- 11:30die dargebrachte Leistung an sich und nicht nur für die
- 11:33Expertise, für das, was ich da einkaufe, für den Inhalt,
- 11:36sondern auch das Drumherum, und das sehen wir eben auch immer
- 11:38mehr, das heißt, die Marktmechanismen funktionieren
- 11:40ja ein Stück weit, wenn wir eben sehen, dass gewisse ethische
- 11:44Ansprüche gestellt werden, dass Menschen nur beim Menschen
- 11:46kaufen, die gleiche Werte haben, das.
- 11:49Unternehmen, die sehr gut darin sind, ihre Werte auch nach außen
- 11:52zu tragen, zu kommunizieren, die gleichen Leute anziehen.
- 11:56Und hier haben wir natürlich auch da wieder ein
- 11:59unterschiedliches Maß an. OK, welche Werte habe ich denn,
- 12:02wir sehen ja aber insgesamt gerade in der Pferdewelt eine
- 12:06Entwicklung hin mehr und mehr zum Partner Pferd, dass wir sehr
- 12:10kritisch sehen werden, Pferde für den für den großen Sport
- 12:13ausgebeutet oder nicht? Das ist relativ schwierig zu
- 12:17beurteilen. Was ist richtig und was ist
- 12:19falsch im Einzelnen. Wir sehen aber insgesamt die
- 12:21Tendenz, dass Pferdewohl und ethisches Handeln mehr und mehr
- 12:26in den Vordergrund gerückt werden, dann haben wir natürlich
- 12:28so ne krassen Gegenbewegungen wie wir nehmen mal die die No
- 12:32Blood Regel möchten wir gerne abschaffen.
- 12:36Wo ich mir nur einen Kopf fasse. Also da muss sich jemand
- 12:38wirklich unterm Stein geschlafen haben.
- 12:40Glücklicherweise gab es ja da auch einen riesen Aufschrei in
- 12:42der Pferdewelt, die Petition wurde unfassbar viel
- 12:44unterzeichnet, ich hoffe, dass das der FI auch ein bisschen was
- 12:47sagt, ja, das sind dann immer wieder so Auswüchse in die
- 12:51andere Richtung, wo ich mich frage, was ist genau da
- 12:53passiert, aber insgesamt beobachtet man schon, beobachte
- 12:57ich schon, dass wir mehr und mehr Entwicklung hinzu ethischen
- 13:02wirtschaften sehen und. Die Menschen, die Konsumenten
- 13:06das auch wollen. Und genau da setzt für mich der
- 13:08Liberalismus an, darauf zu vertrauen, dass eben Angebot und
- 13:12Nachfrage durch diese unsichtbare Hand des Marktes das
- 13:15Geschehen einfach steuern. Das heißt nicht, dass das
- 13:19automatisch passiert und man jetzt die Hände in den Schoß
- 13:21legt, sondern für dich als Profi heißt das natürlich auch, dass
- 13:24du das, was dir wichtig ist, nämlich deine Werte, deine
- 13:27Grundsätze, nach außen tragen darfst und sollst, und dass du
- 13:30ganz klar bist in deiner Message, mit wem du arbeitest
- 13:33und nicht auch das. Und das ist wieder eine Frage.
- 13:35Da kann ich abends noch in den Spiegel gucken, ich habe meine
- 13:38Werte für mein Unternehmen ziemlich klar definiert, ich
- 13:40weiß, mit wem ich arbeite, in welchen, in welcher Umgebung, in
- 13:43welchen, unter welchen Bedingungen, was ist für mich
- 13:46das Mindestmaß, wie spielt Pferde wohl eine Rolle.
- 13:48Mir ist das sehr, sehr wichtig, ich rede darüber, ich checke das
- 13:51auch bei den Leuten, mit denen ich arbeite, und das ist eine
- 13:55Sache, die ich mir auch wünsche von meinen Profis, was?
- 13:58Was sie auch machen, ich muss mal sagen, ich hab sehr, sehr
- 14:01tolle Leute dabei, eigentlich durch die Bank weg, die eben
- 14:04genau darauf schauen, dass Sie sagen, OK, ich möchte auch mit
- 14:06pferdebesitzern arbeiten, wo das Pferd n Partner ist, wo eben
- 14:10auch ja die Bereitschaft da ist in das Pferdewohl in die
- 14:14Pferdegesundheit zu investieren, wo Leute eben das Pferd nicht
- 14:16nur haben als Statussymbol nicht nur haben, weil sie gerne reiten
- 14:19wollen und wenn das Pferd dabei lahmt, na ja, dann ist das halt
- 14:22so ne sitzt man heute n bisschen schief.
- 14:24Das sehe ich an allen Ecken und Enden.
- 14:26Ich sehe, dass die Pferdebesitzer da sich immer
- 14:27weiterentwickeln. Ich sehe, dass sich die Profis
- 14:29immer weiterentwickeln, genauer hinzugucken, mit wem arbeiten
- 14:32sie und deswegen vertraue ich auch ganz doll darauf, dass das
- 14:36weiter in eine positive Richtung geht.
- 14:39Für mich ist nicht nur Geld das Problem, also der Kapitalismus
- 14:42als solches ist nicht die Ursache, sondern vielmehr das
- 14:45Thema Werte und Strukturen, wie ich das Nutze, wie ich damit
- 14:48umgehe und wie ich mein Business gestalte, das.
- 14:52Es gibt auch ganz tolle kapitalistische Modelle und und
- 14:56Entwicklungen, die wir sehen. Zum Beispiel, dass die digitalen
- 15:00Wissensprodukte ja, dass das einfach Entlastung bringt.
- 15:02Skalierung bringt Lebensqualität für Pferdeprofis und das
- 15:06wiederum sorgt dafür, dass wir. Besser ausgebildete Pferde
- 15:11sehen, dass wir besser behandelte Pferde sehen, dass
- 15:13die Pferdebesitzer selber mehr Verantwortung übernehmen können.
- 15:16Wäre das jetzt zum Beispiel hart reguliert und die Pferdeprofis
- 15:19dürften nicht online arbeiten, sondern nur offline am Pferd,
- 15:22hätten wir solch eine Entwicklung nicht und das wär
- 15:24absolut schade. Genauso das Thema hochwertige
- 15:28Konzeptstelle ja, Therapien, Leistungszentren auch so
- 15:31bildungshubs ne, also Kompetenzzentren pferdezentren
- 15:35entwickeln sich, das ist wunderbar, wäre das jetzt sehr
- 15:38hart, staatlich reguliert und wäre da auch ne Vorgabe was den
- 15:42Preis betrifft, weil jedes Pferd hat Recht auf eine gute Haltung,
- 15:46dann wird der Staat auch sagen was ne gute Haltung ist.
- 15:48Und wenn wir uns da mal die aktuellen rechtlichen
- 15:50Rahmenbedingungen angucken. Das ist für mich, für mich ist
- 15:53es nicht mal das Mindestmaß, was ich meinem Pferd zumuten würde,
- 15:57was da als Mindestmaß im Rechtstext im Rechtstext steht,
- 16:01das muss man ganz klar sagen und ich bin ganz klar dafür, dass
- 16:06wir mehr Innovation haben, mehr Entwicklung, mehr probieren und
- 16:10testen und ausprobieren. Komma, aber eben auf fundierter
- 16:16Basis. Das heißt, ich möchte, dass
- 16:18Pferdeprofis, die gut ausgebildet sind, die wirklich
- 16:21Substanz mitbringen, die wirklich Ahnung haben, dass die
- 16:23die Möglichkeit haben, weiter zu denken, neue Konzepte zu
- 16:27erdenken, diese vielschichtige Kompetenz und Erfahrung neu
- 16:32zusammen zu puzzeln, und das sehen wir nicht, wenn wir zu
- 16:34viel Regulation haben, wenn wir. Da jemanden haben, der jedes
- 16:39Ding irgendwie abnickt. Etwas ähnliches sehen wir gerade
- 16:42außerhalb der Pferdewelt, was den ein oder anderen Pferdeprofi
- 16:44hier aber auch betrifft, zum Beispiel das Thema mit der ZFU
- 16:47beziehungsweise mit dem Fernunterrichtsschutzgesetz da
- 16:50wurde ein altes Gesetz von 1900 ich weiß gar nicht 76 oder so
- 16:55wurde völlig aus dem Zusammenhang gerissen und jetzt
- 16:57auf das ganze Thema Online Coaching, Onlinekurse online
- 17:00Weiterbildung angewandt. Und da gab es natürlich auch
- 17:03wieder findige Anwälte, die sich auf den Weg begeben haben, um
- 17:07Leute zu verklagen, die diesem, die diesem Gesetz nicht
- 17:10nachkommen. Mittlerweile zeigt sich, dass
- 17:12sich die Gerichte da selbst nicht einig sind, wie sie dieses
- 17:15Gesetz auslegen und anwenden sollen, und genau das passiert
- 17:20eben, wenn wir die Kontrolle dem Staat überlassen und dann der
- 17:24Meinung sind, dass irgendwelche Stellen, wie zum Beispiel eine
- 17:27ZFU, eine zentrale Fernunterrichts.
- 17:30Was auch immer Stelle der Meinung ist, bewerten zu dürfen,
- 17:33wer darf n Onlinekurs machen und wer nicht.
- 17:35Das halte ich für ganz ganz ganz gefährlich deswegen, wenn ihr
- 17:38seht, dass Pferde aus. Finanziellen Motiven heraus
- 17:43ausgebeutet werden, ist das natürlich nicht sinnvoll.
- 17:46Wollen wir das nicht, ist das auch zu benennen und zu
- 17:49kritisieren. Das heißt aber nicht, dass wir
- 17:51ein ganzes Wirtschaftssystem kritisieren und dann nach mehr
- 17:55Kontrolle durch die öffentliche Hand schreien, sondern vielmehr
- 17:58dürfen wir mehr Richtung Eigenverantwortung gehen, dürfen
- 18:01mehr darüber sprechen dürfen, mehr kritisieren und da unsere
- 18:04unsere Meinung äußern, also. Damit wir zu einem Konsens
- 18:07kommen, damit wir diese positive Entwicklung sehen und nicht
- 18:10einfach alles stagniert und dann hier irgendein lascher
- 18:13Mindeststandard angesetzt wird. Das kann in keinem Interesse
- 18:16sein. Ja, das ist weder für die Pferde
- 18:19gut, noch für euch pferdeprofis noch dann unterm Strich für die
- 18:22Besitzer und dementsprechend ja schreiben wir bitte nicht, dass
- 18:26der Kapitalismus schuld ist, sondern wenn, dann ist es eben
- 18:29die Auslegung, die Werte, das ethische arbeiten, was
- 18:31vielleicht nicht stattfindet, aber nicht direkt ein ganzes
- 18:34Wirtschaftssystem. So kurz mal die Basics erklärt.
- 18:40Ich hoffe dir hat das geholfen zu verstehen wie
- 18:42Wirtschaftssysteme Zusammengreifen, was da die vor
- 18:45und Nachteile sind. Ja ich hab versucht das kurz zu
- 18:48halten um dich da jetzt nicht mit Fachchinesisch
- 18:51zuzuschmeißen, gleichzeitig aber ein paar Grundlagen zu erklären
- 18:55die Dir helfen auch solche sehr laut schreienden Stimmen
- 19:00einzuordnen und das für dich zu bewerten.
- 19:02Wenn du dazu noch fragen hast, wenn da irgendwas unklar ist,
- 19:05wenn ich irgendwo noch mal tiefer reingehen soll, dann
- 19:07schreib mir gerne und ich nehm das in einer der folgenden
- 19:10Erfolgen noch mit auf. Bis dahin wünsch ich dir frohes
- 19:13Schaffen und frohes Wirtschaften, das ist die
- 19:18Nachfrage von.