Latest / Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann / Oct 22, 2026 Kaufable - Folge 12: Die ganze Wahrheit und ohne Script
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- 0:01SPEAKER_01: Hallo und herzlich willkommen.
- 0:08SPEAKER_01: Wir haben uns schon so heiß geredet.
- 0:11SPEAKER_01: Herzlich willkommen zum Kaufable Podcast mit mir, Johannes Altmann.
- 0:17SPEAKER_01: Und gegenüber sitzt Eric Reinthes, der ist heute hochgeladen in dieser Folge Nummer 12.
- 0:25SPEAKER_01: Und ich mit vielen Fragezeichen auf einem Selbstwahrnehmungstrip.
- 0:32SPEAKER_01: Und deshalb dachten wir, wir haben gar nicht so ein geiles Thema, sondern wir müssen das mal alles.
- 0:38SPEAKER_01: Es muss jetzt mal heraus, was wir immer besprochen haben, bevor wir auf den Aufnahmeknopf gedrückt haben.
- 0:43SPEAKER_01: Ja, machen wir das.
- 0:44SPEAKER_01: Also, wie fing es an?
- 0:46SPEAKER_01: Ich habe heute irgendwo irgend so einen Beitrag gehört bei Instagram.
- 0:53SPEAKER_01: Der war relativ kurz.
- 0:54SPEAKER_01: Und dann hat der gute Mann gesagt, E-Commerce ist super einfach.
- 1:00SPEAKER_01: Du nimmst ein Produkt, nimmst einen Shopify-Shop, buchst es bei Meta ein.
- 1:06SPEAKER_01: Wenn du einen Rohr von 1,1 hast, dann gibst du einen Euro aus und einen, 1 Euro 10, nimmst du einen ab, dann ist rentabel Gefolgers.
- 1:13SPEAKER_01: Wenn du einen Rohrs von 5 hast, voila, du bist Millionär.
- 1:19SPEAKER_01: Und da dachte ich immer, also keine Ahnung, ist es jetzt wirklich so trivial eigentlich?
- 1:28SPEAKER_00: Dann hätte ich jetzt gleich zwei Meinungen.
- 1:31SPEAKER_00: Meinung eins ist, es ist natürlich zur Hölle überhaupt nicht so trivial, weil nur weil du was verkaufst, heißt noch lange nicht, dass irgendwie was funktioniert in deiner Operations.
- 1:39SPEAKER_00: Ich glaube, die Dörte wird uns mit dem Nacken hinter ins Gesicht springen.
- 1:43SPEAKER_00: Auf der anderen Seite ist es natürlich genauso einfach, weil am Ende ist eine Handelstransaktion immer ganz easy.
- 1:52SPEAKER_00: Also du hast ein Produkt, du willst es verkaufen, du findest einen Kunden, der kauft es und das Geld wird hin und her geschickt, Produkt wird hin und her geschickt, fertig.
- 1:59SPEAKER_00: Ist keine Wissenschaft.
- 2:01SPEAKER_00: Das ist der älteste Vorgang der Welt wahrscheinlich.
- 2:05SPEAKER_01: Du kriegst irgendwo her eine Ware und du kriegst irgendwo her einen Kunden oder bringst du zusammen.
- 2:09SPEAKER_01: Ja, es ist irgendwie schon trivial.
- 2:11SPEAKER_01: Aber was haben wir dann die letzten 25 Jahre gemacht?
- 2:14SPEAKER_01: Also wir haben da irgendwie so eine Internetinfrastruktur aufgebaut, die halt meistens nicht funktioniert hat und irgendwann hat sie dann funktioniert.
- 2:21SPEAKER_01: Aber heute funktioniert es ja.
- 2:23SPEAKER_01: Wenn jetzt heute einen findet und sagt, der sagt, er macht 100 Millionen Euro Umsatz mit seinem Shopify-Shop und er gießt da mit Meta, Traffic drauf, dann sage ich, der hat nicht dieses E-Commerce betrieben, was ich betrieben habe.
- 2:34SPEAKER_01: Weil ich habe ja Technik gebastelt.
- 2:39SPEAKER_01: Und der jetzt gründet, der hat ausgereifte Technik und macht eigentlich ein Handelsgeschäft.
- 2:47SPEAKER_00: Oder?
- 2:48SPEAKER_00: Ja, 100 Prozent.
- 2:49SPEAKER_00: Also es ist, es hat 25 Jahre gedauert, bis sozusagen das Ladengeschäft fertig gebaut wurde im Digitalen.
- 3:01SPEAKER_00: Also wie es wahrscheinlich auch früher 25 Jahre gedauert hat, bis ein großes Warnhaus gebaut wurde oder lass es 10 Jahre sein, also immer weiter aufgebaut.
- 3:11SPEAKER_00: Und so ist es, glaube ich, bildlich, kann man es mit dem Onlineshop genauso sehen.
- 3:14SPEAKER_00: Aber das Ding steht jetzt.
- 3:16SPEAKER_00: Und jetzt ist die Infrastruktur erstmal total irrelevant.
- 3:21SPEAKER_00: Also es ist ausgereift.
- 3:23SPEAKER_00: Ich glaube, man kann technisch nichts mehr verbessern.
- 3:26SPEAKER_01: Die ist ja von allen auch gleich, mehr oder weniger.
- 3:28SPEAKER_01: Also da gibt es ja wenig verschiedene Setups.
- 3:30SPEAKER_01: Das sind ja immer die gleiche Nummer.
- 3:32SPEAKER_00: Genau, du musst nur schauen, wo ist dein Profess für dein Produkt wichtiger.
- 3:35SPEAKER_00: Der eine verkauft irgendwie Betten, die in unterschiedlichen Größen gekauft werden können.
- 3:40SPEAKER_00: Dann hast du halt einen Konfigurator, okay, aber Konfigurator ist jetzt auch kein Game Changer mehr.
- 3:44SPEAKER_00: Den kannst du dir heute per Wipecoding auch innerhalb von einem halben Tag zusammenprogrammieren lassen.
- 3:49SPEAKER_00: Bekannter von mir, Engelputz Eder heißen die, die verkaufen Terrassendealen zum Selberbauen im Garten, sitzen in Österreich.
- 3:58SPEAKER_00: Da haben jetzt zwei Mitarbeiter, die überhaupt nichts mit Programmierung zu tun haben, haben jetzt einen Konfigurator gebaut, womit sozusagen die Kunden genau eingeben können, wie viele Terrassenleisten, Dealen sie brauchen und so weiter, wie viele Knoppies sie brauchen, damit die gerade sind und da brauchst du ja auch keinen Dienstleister mehr.
- 4:18SPEAKER_01: Der hat es aber bei LinkedIn gepostet, da waren darunter irgendwie 100 Kommentare und alle gesagt, nee, nee, nee, so schnell geht das auch nicht.
- 4:23SPEAKER_01: So easy auch nicht.
- 4:24SPEAKER_00: Ja, und dann habe ich gesehen, genau, dann habe ich gesehen, was diese Kartoffeln alle in ihrem Titel stehen hatten und dann war halt irgendwie Agentur für irgendwas und Agentur dafür und so, natürlich schreien die jetzt alle, so einfach ist es nicht.
- 4:34SPEAKER_00: Und einfach ist es auch nie, aber trotzdem ist es jetzt möglich, sowas sehr einfach und sehr schnell selber zu bauen.
- 4:42SPEAKER_00: Ich weiß es ja selber bei uns, weil wir gerade die krassesten Sachen bei uns im Unternehmen bauen.
- 4:46SPEAKER_00: Ich kann es leider noch nicht so offen sagen, weil sonst wird es wieder gleich kopiert, aber es ist schon diese ganze Infrastruktur, die sich 25 Jahre mit der Aussage, du brauchst dies und das, damit du überhaupt verkaufst, aufrechterhalten hat, die verschwindet halt jetzt.
- 5:03SPEAKER_00: Muss man ganz knallhart so sagen.
- 5:05SPEAKER_01: Und irgendwie rasant, also ich finde, das hat ja alles, also ich habe angefangen, ich habe selber einen Shop aufgemacht und da habe ich so Zeitplansysteme verkauft, File Effects, Time System und so.
- 5:16SPEAKER_01: Das war eine Shop-Software von Databacker.
- 5:19SPEAKER_01: Das hast du halt auf deinem Rechner installiert, hast du alles gemacht, dann hast du das irgendwann ins Internet geschubst.
- 5:23SPEAKER_01: Und wenn der Rechner irgendwie einen Bug hatte oder irgendwas nicht mehr funktioniert, hast du halt den Shop auch nicht mehr aktualisieren können.
- 5:28SPEAKER_01: Das war halt richtig shit.
- 5:30SPEAKER_01: Und dann kam ich zu E-Pages und das war der heißeste Scheiß, weil das war der Shop halt schon im Internet und das war halt eigentlich schon irgendwie die erste Cloud-Lösung.
- 5:38SPEAKER_01: Und ich habe mir da durchgearbeitet und dann irgendwann eine Shopix ausprobiert, eine Shopi ausprobiert, eine Shopify.
- 5:44SPEAKER_01: Ich habe Shopify ausprobiert, da war ich noch gar nicht im deutschen Markt.
- 5:47SPEAKER_01: Ich hatte ja auch gar keinen Shop, ich habe eine Webseite damit gebaut.
- 5:50SPEAKER_01: Und irgendwie würde ich sagen, ich war immer so ein Technik-Tüftler, weil es mich interessiert hat, aber ich würde ja nicht sagen, dass ich ein Handelsexperte bin.
- 5:57SPEAKER_01: Bist du für ein Handel?
- 5:58SPEAKER_01: Was bist denn du eigentlich?
- 6:00SPEAKER_00: Kaufmann.
- 6:03SPEAKER_00: Was soll ich sonst sein?
- 6:04SPEAKER_00: Also das ist ja jetzt, auch wenn jemand sagt, also erstens bin ich kein E-Commerce-Experte, weil ich habe einfach E-Commerce nicht gelernt.
- 6:13SPEAKER_01: Jetzt gerade erst lernen und die lernen ja das Wissen von gestern.
- 6:18SPEAKER_00: Ja, wahrscheinlich bin ich jetzt schon eine Art E-Commerce-Experte, weil ich halt alles schon gesehen habe.
- 6:23SPEAKER_00: Aber es bringt ja aber nichts.
- 6:24SPEAKER_00: Das bringt mir nichts.
- 6:30SPEAKER_00: Ich bin einfach plumpen Kaufmann und das ist ja total in Ordnung.
- 6:34SPEAKER_00: Die E-Commerce-Plattform war ja nur damals, als wir angefangen haben, die logische Konsequenz, wo ist unsere Kundin?
- 6:45SPEAKER_00: Und wir haben uns halt komplett nach Deutschland geöffnet durch diese Facebook-Gruppe und dann wäre es nicht sinnvoll gewesen, ein Ladenlokal in Regensburg zu haben und zu hoffen, dass aus dieser Gruppe zehn Leute nach Regensburg fahren.
- 6:57SPEAKER_00: Und deshalb haben wir natürlich irgendwie gesagt, dann lass uns doch einen Onlineshop machen.
- 7:00SPEAKER_00: Oder wir hatten den ja schon, den Online-Shop, aber haben dann dann sozusagen den Online-Shop dafür genutzt und haben gesagt, so WooCommerce-Shop, den haben wir damals auf bis 12,5 Millionen Umsatz hochgepusht.
- 7:12SPEAKER_00: Meinst du, da war technisch irgendwas geil an dem Ding?
- 7:15SPEAKER_00: Also das war das war wahrscheinlich, wenn man sich das heute bildlich hinmalen würde, war das wie so Zahnstocher, die so übereinander gesteckt waren.
- 7:26SPEAKER_00: Und wenn du einen rausgezogen hättest, wäre alles übereinander zusammengebrochen.
- 7:30SPEAKER_00: So haben wir das Ding halt aufgebaut, bildlich gesprochen.
- 7:34SPEAKER_00: Aber also das war einfach nur der Need.
- 7:36SPEAKER_00: Wir haben Interessentinnen aus ganz Deutschland.
- 7:40SPEAKER_00: Wie können wir unser Produkt an die hinbringen?
- 7:42SPEAKER_00: Wir haben einen Onlineshop, da kaufen die das, wir verpacken das Zeug in unserem Wohnzimmer und schicken denen das nach Hause.
- 7:47SPEAKER_01: Also, was hat dich jetzt am meisten interessiert?
- 7:49SPEAKER_01: Die Idee, Farbe zu verkaufen.
- 7:51SPEAKER_00: Zu verkaufen hat mich am meisten interessiert.
- 7:53SPEAKER_00: Die Farbe war ja auch nicht das, das ist ja ein Zufallsprodukt bei uns passiert.
- 7:58SPEAKER_00: Also als Zufallsprodukt bei uns passiert, dass wir das verkaufen.
- 8:03SPEAKER_00: Ich würde wahrscheinlich emotional sagen, hätte ich damals lieber einen coolen Sneakershop gemacht oder sowas, wäre ich damit jetzt so erfolgreich wie mit der Farbe heute wahrscheinlich nicht, weil da gab es halt hunderte Sneakershops und wir hatten halt den Vorteil, es gab halt nur uns als Farbmarke, aber mich interessiert bei dem Ganzen das Kaufen und Verkaufen.
- 8:21SPEAKER_00: Und ob das jetzt die Farbe ist oder ein anderes Produkt, ist mir total egal.
- 8:25SPEAKER_00: Also mich hat damals gereizt, wie schaffe ich es, über diese Plattform online, E-Commerce, in Verbindung von Social Media, Kunden in ganz Europa mein Produkt schmackhaft zu machen.
- 8:38SPEAKER_01: Was meinst du, was ist die Motivation für die meisten, die heute starten?
- 8:41SPEAKER_01: Also es war ja letzte Woche die Newcomer in München.
- 8:46SPEAKER_00: Warst du da?
- 8:47SPEAKER_01: Nee, aber ich war letztes Jahr da.
- 8:49SPEAKER_01: Also angeblich 700, 800 Leute, glaube ich auch.
- 8:52SPEAKER_00: Ja, der Johannes Mansberg hat das ja jetzt übernommen.
- 8:55SPEAKER_00: Genau.
- 8:56SPEAKER_01: Alles würde ich sagen, super krass jung.
- 9:00SPEAKER_01: Was haben die denn für eine Motivation?
- 9:01SPEAKER_01: Also, die haben ja nicht gesagt, ich will E-Commerce-Kaufmann sein.
- 9:06SPEAKER_01: Die haben halt Vorbilder und dann bauen sie halt eine Firma.
- 9:10SPEAKER_01: Also die sehen sich alles Nox an und sagen, so geil will ich auch mal werden.
- 9:13SPEAKER_01: Ich gehe jetzt auf Alibaba und suche mir da irgendein Produkt oder lass mir irgendeinen Check anrühren, so eine Direct-to-Consumer Brand aufzubauen.
- 9:22SPEAKER_01: Total, also.
- 9:24SPEAKER_01: Also die sind weder an dem Produkt sonderlich interessiert noch am E-Commerce an sich, sondern die wollen eigentlich eine Cashmaschine bauen.
- 9:33SPEAKER_01: Also eigentlich wie du, kaufen, verkaufen.
- 9:36SPEAKER_00: Ja, oder ich glaube, es ist immer Opportunity sehen.
- 9:38SPEAKER_00: Also wenn du halt auch so ein bisschen jetzt bei den ganzen Gründern zuhörst, ne, also, weiß nicht, nehmen wir die Jungs und Mädels von TWO, die war halt Influencerin und war halt Fitnessinfluencerin und irgendwann haben halt die Kundinnen gefragt, was trägst du für eine Zeit und dann hat sie halt noch irgendeine Marke genannt, für die sie halt für die sie halt Werbung gemacht hat.
- 9:57SPEAKER_00: Und irgendwann haben sie wahrscheinlich gesagt, komm, lass mal 30 Stück nähen, irgendwo in Portugal.
- 10:02SPEAKER_00: Und dann ziehe ich die halt an und dann verkaufen wir die und dann haben sie halt gemerkt, oh krass, da machen wir jetzt nicht, verkaufen wir nicht 30 Milliarden von, sondern 300.000 und machen irgendwie 70 Millionen Umsatz.
- 10:11SPEAKER_00: Das haben die ja nicht so geplant.
- 10:13SPEAKER_00: Und das haben wir ja, also ich persönlich glaube bis heute nicht an dieses Konzept, dass du eine Firma planst.
- 10:24SPEAKER_00: Das ist dieses WH, dieses WHU-Game, ne?
- 10:27SPEAKER_00: Also was ja vermeintlich ist.
- 10:28SPEAKER_00: Wer von denen, welche von diesen Firmen gibt es noch?
- 10:31SPEAKER_00: Also musst du mal ganz klar sagen, von diesen ganzen WHU-Superstart-Ups, welche Firmen davon gibt es noch?
- 10:36SPEAKER_00: Und welche sind noch wirklich relevant am Markt?
- 10:41SPEAKER_00: Zalando zum Beispiel.
- 10:42SPEAKER_00: Also diese ganze Samva-Typen und dann, die kamen ja alle von der WHU und da war ja, weiß ich, ein Zalando und ein Group und ach, keine Ahnung.
- 10:50SPEAKER_00: Also das halbe Internet damals.
- 10:54SPEAKER_01: Ja, aber die hatten ja ganz was anderes im Sinn.
- 10:56SPEAKER_01: Die wollten ja Firmen bauen und alles verkaufen, ist halt so.
- 10:59SPEAKER_01: Genau, und das haben die ja nicht weniger zu tun.
- 11:02SPEAKER_00: Nee, exakt, aber dieses Konzept der Firma bauen, dass du dich wirklich hinsetzt und sagst, also, welcher Markt ist frei?
- 11:11SPEAKER_00: Wo ist ein Produkt, was ich gut verkauft bekomme?
- 11:13SPEAKER_00: So und so viel muss ich da reinstecken und so und so viel kriege ich da raus und dann, wenn ich das so und so mache, dann habe ich eine erfolgreiche Firma.
- 11:19SPEAKER_00: Glaube ich nicht dran.
- 11:22SPEAKER_01: Ja, das glaube ich, das ist erstmal ganz kurz.
- 11:26SPEAKER_01: Ich glaube, das war am Anfang vom E-Commerce und das habe ich auch für mich verpasst, weil es war völlig klar, dass jedes Produkt, was stationär zu kaufen ist, irgendwie im Online-Handel landet.
- 11:41SPEAKER_00: Also Tennis Point zum Beispiel.
- 11:43SPEAKER_01: Genau, dann hast du dir eigentlich die Kategorien auswählen können.
- 11:46SPEAKER_01: Tennis, Fahrrad, Parfüm, Hundefutter, keine Ahnung, Möbel.
- 11:51SPEAKER_01: Und dann ist ja eigentlich immer beschissener geworden.
- 11:53SPEAKER_01: Am Anfang waren die die geilen Sachen, die waren dann schon weg und dann wird es die schwierige.
- 11:57SPEAKER_00: Aber von denen sind ja alles keine Legacy-Firmen geworden.
- 12:04SPEAKER_01: Naja, sagen wir ja.
- 12:05SPEAKER_00: Die wurden dann immer mal wieder verkauft, dann irgendwo hin und her geschupft und Tennis Point ist es dann nicht zum Benko gegangen und so und dann war es in der Vent und dann gibt es wieder, aber das war das Tennis 24, keine Ahnung, ich will das ja auch nicht zuläsen.
- 12:15SPEAKER_01: Es war ja damals, finde ich, auch so ein bisschen zweigeteilt.
- 12:17SPEAKER_01: Es waren nicht die einen, das waren die, die interessiert sind, Shop-Business hinzustellen, wie das halt vorne mit einem Oxit und hinten mit einem Pixie und dazwischen mit einem Econda und so.
- 12:30SPEAKER_01: Das war in der Welt, habe ich mich total gerne getummelt.
- 12:32SPEAKER_01: Da waren unendlich viele Konferenzen, war eine geile Zeit.
- 12:34SPEAKER_01: Ich habe meine Vortrag gehalten, wir haben Usability gepredigt und sowieso.
- 12:38SPEAKER_01: Und auf der anderen Seite, ich kann zum Beispiel zu dieser Zeit kannte ich Sven nicht, Sven Rittau.
- 12:44SPEAKER_01: Er war zwar auf der gleichen Welt, aber in einem komplett anderen Bubble.
- 12:47SPEAKER_01: Weil der hat sich nicht überlegt, wie ein Oxid-Shop zum Laufen kriegt, sondern hat sich überlegt, wie kriege ich ein Tierfoto-On-Shop finanziert.
- 12:58SPEAKER_01: Und diese Welten waren nicht so weit auseinander.
- 13:01SPEAKER_01: Und jetzt sind sie eigentlich immer noch so weit auseinander.
- 13:04SPEAKER_01: Aber jetzt gibt es die einen, die sagen, ja, E-Commerce, alles scheiße, unsere Firma geht so dreckig.
- 13:08SPEAKER_01: Und die anderen sagen, die letzte Woche in der New kommen, die sagen, hey, es ist so geil, mein Proteinscheicht läuft wie geschnitten Brot und meine Strümpfe und meine sowieso.
- 13:17SPEAKER_00: Ja, aber das, und da würde ich jetzt genau reingehen, das ist halt nicht die E-Commerce-Welt, das ist ein Produkt, was funktioniert.
- 13:25SPEAKER_01: Ja, was ist denn dann deinste gemeinsame Nenner?
- 13:28SPEAKER_01: Eigentlich, in dem Fall sind es eigentlich, ist es ein Community-Treffen von Shopify-Jungs, mir eigentlich nicht.
- 13:33SPEAKER_01: Das ist der einzige gemeinsame Nenner.
- 13:35SPEAKER_00: Genau, also es werden Leute geholt, wie, wie heißen sie, Pemmis oder so, die diese schon Schlappen machen und jetzt machen sie schon eine ganze Schuhkollektion, die sind jetzt auch riesig gewachsen.
- 13:42SPEAKER_00: Ich glaube, die werden auch schon knapp, die 100 Millionen knacken jetzt.
- 13:47SPEAKER_00: Die kommen da hin, um zu erzählen, wie geil sie ihre Firma gebaut haben, aber die kommen ja nicht dahin mit der Absicht, dann auch noch das nächste, vielleicht vermeintlich ticken, bessere Newsletter-Tool zu kaufen.
- 13:59SPEAKER_00: Und deshalb ist dieses Konferenzthema tot, meiner Meinung nach.
- 14:04SPEAKER_01: Auch gut, ja klar, weil keiner mehr die Rechnung zahlen will.
- 14:08SPEAKER_00: Deshalb ist die Newcom ja auch insolvent gegangen.
- 14:10SPEAKER_00: Also ich kenne jetzt nicht alle Hintergründe, deshalb möchte ich ein bisschen aufpassen, zu weit rauszublasen, aber das ist ja schon eine Konferenz, die es jetzt nicht geschafft hat.
- 14:17SPEAKER_00: Und der Johannes hat es jetzt übernommen und verwickelt das jetzt in sein Produkt.
- 14:22SPEAKER_00: Und das ist auch total okay.
- 14:23SPEAKER_00: Das ist dann halt Marketing, muss man schauen, ob sich das dann für die rechnet.
- 14:28SPEAKER_00: Aber wer schickt noch seine Mitarbeiter zwei Tage zu einer Konferenz und hofft, dass sie irgendwas Innovatives, Neues finden, womit das dann zu Hause in Anführungszeichen besser wird.
- 14:47SPEAKER_00: Weißt du, warum ich die Leute zu K5 schicke, zum Sven?
- 14:50SPEAKER_00: Das sind zwei gute Tage haben.
- 14:52SPEAKER_01: Ja, das stimmt.
- 14:54SPEAKER_00: Lass ein bisschen hören, was die anderen machen und dass man ein bisschen hört, was hat funktioniert und ein bisschen die Augen aufhalten natürlich, was sind die Dinge.
- 15:03SPEAKER_00: Jetzt die letzten zwei Jahre haben sich alle damit beschäftigt, was machen die Chinesen.
- 15:06SPEAKER_00: Die nächsten zwei Jahre beschäftigen sich alle damit, was macht Agentic Commerce.
- 15:11SPEAKER_00: Aber ich schicke doch nicht meine Head of Performance Marketing hin und sage: Schau, ob es irgendein geiles neues Tool gibt, womit wir mehr Umsatz generieren können.
- 15:23SPEAKER_00: Weil dieses Tool gibt es nicht.
- 15:26SPEAKER_01: Aber da geht der ganze Krass, wenn du das wegrasierst, da geht eine ganze Branche dahin.
- 15:36SPEAKER_01: Ja, übrigens, ich war der, der immer gesagt hat, E-Commerce ist keine Branche.
- 15:40SPEAKER_01: Das ist eine Aufgabe.
- 15:42SPEAKER_01: Weil die Branche ist, wenn du zu deiner Malergilde gehst, das ist die Branche.
- 15:46SPEAKER_00: Naja, oder wenn du ein Einzelhandelsgeschäft hast, brauchst du natürlich auch jemanden, der die Regalsysteme reinbaut.
- 15:51SPEAKER_00: Das ist klar.
- 15:52SPEAKER_01: Ja, aber deshalb gehst du nicht zur Regalsystembranche, sondern da brauchst du so einen Dienstleister.
- 15:58SPEAKER_01: Aber.
- 15:59SPEAKER_00: Oder zur Lampenmesse und schaust, welche Lampen, welche Spots willst du kaufen.
- 16:04SPEAKER_00: Aber dann verlässt du dich auch auf den Typen, der das wahrscheinlich ein bisschen besser weiß.
- 16:09SPEAKER_01: Aber da macht jetzt doch alles, was gerade passiert, überhaupt keinen Sinn mehr.
- 16:13SPEAKER_01: Bleiben wir kurz bei der Newcom.
- 16:15SPEAKER_01: Dass der Johannes das gekauft hat, finde ich auch super valide, weil Shopwir hat den Shopware Community Day und er hat jetzt die Newcom.
- 16:24SPEAKER_01: Also dass er sagt, das ist wie so eine Kundenmesse von ihm.
- 16:27SPEAKER_01: Ist super effizient, müsste theoretisch auf nichts anderes mehr gehen und schaut, dass die alle zu ihm kommen.
- 16:31SPEAKER_01: Vielleicht kriegt er so halbwegs refinanziert, ist aber eigentlich auch egal, weil es ist ein bisschen Marketingbudget.
- 16:38SPEAKER_01: Check.
- 16:40SPEAKER_01: Dann gibt es tausende von Meetups, die treffen sich halt themenspezifisch, Shopify-Shops.
- 16:49SPEAKER_00: Die gehen jetzt alle essen.
- 16:52SPEAKER_00: Nein, ich bin allein im November bin ich bei drei Essen eingeladen.
- 16:56SPEAKER_01: Aber sag mal, das Essen ist doch das schlechteste, was du eigentlich auswählen kannst.
- 17:00SPEAKER_01: Weil du sitzt an einem Tisch, links sitzt einer, rechts sitzt einer und gegenüber sitzt einer.
- 17:05SPEAKER_00: Aber die Laura Krämer wird jetzt sagen, nee, das ist das Beste.
- 17:08SPEAKER_01: Ja, aber den links kennst schon, den rechts, der quatscht aus irgendeinem Grund nicht mit dir und den Gieber verstehst du nicht, weil es so laut ist.
- 17:15SPEAKER_00: Den vierten sagst du, ah, wir sehen uns auch irgendwie jede Woche.
- 17:18SPEAKER_01: Ja, genau.
- 17:19SPEAKER_01: Ja, aber du kannst ja da ganz schwer dich mischen, weil du hast ja dein, du hast ja einen Sitzplatz.
- 17:25SPEAKER_01: Also die nächsten gehen zum Paddle-Spiel.
- 17:29SPEAKER_01: Ja, gut, ist halt super lustig und danach kannst du ein bisschen quatschen.
- 17:33SPEAKER_01: Ich weiß gar nicht, wozu macht man das dann alles eigentlich noch?
- 17:36SPEAKER_01: Und was macht der, der was für kaufen will?
- 17:38SPEAKER_01: Was machen denn die ganzen Agenturen und Tool-Anbieter dieser Welt?
- 17:41SPEAKER_01: Wo sollen die denn hingehen?
- 17:46SPEAKER_00: Die sollten akzeptieren, dass sie nicht mehr gebraucht werden.
- 17:52SPEAKER_01: Glaubst du, dass die?
- 17:54SPEAKER_01: Also gut, es gibt so ein Part, das Backbauen.
- 17:58SPEAKER_00: Naja, es ist ja die Frage, was ist dein USB?
- 18:00SPEAKER_00: Zum Beispiel, wir haben zwei PR-Agenturen.
- 18:03SPEAKER_00: Die eine P-Agentur, die macht sozusagen die PR für uns Firma und Gründer, also damit wir in der FAZ stattfinden, Handelsblatt, IRK-Magazin und so weiter.
- 18:12SPEAKER_00: Und dann haben wir eine PR-Agentur, die bringt uns in alle Wohn- und ich würde mal sagen, großen Frauentitel rein.
- 18:19SPEAKER_00: Okay, das ist die Miss Pompodeur-Mission.
- 18:21SPEAKER_00: Genau.
- 18:22SPEAKER_00: Und die haben halt ein USP und das ist 30 Jahre Branchenfreundschaft.
- 18:29SPEAKER_00: Da kommst du nicht rein als Firma.
- 18:31SPEAKER_00: Ich muss als Miss Pompodeur nicht zur Redaktion bei RTL oder früher Gruna und Ja und jetzt glaube ich RTL hinfahren und sagen, hey, ich habe ein neues Produkt, könnt ihr darüber schreiben?
- 18:39SPEAKER_00: Dann sagen die, sorry, so funktioniert das bei uns nicht.
- 18:44SPEAKER_00: Sondern ich muss über diese Agenturen gehen, weil die Monika jetzt, die von, die jetzt und die Chefin der Einpair-Agentur, die ist da seit 35 Jahren unterwegs, die hat schon eine Agentur übernommen, die schon weitere 30 Jahre davor unterwegs war, die kennt jede Redakteurin mit Haustiernamen und so weiter.
- 19:03SPEAKER_00: Und das ist eine Dienstleistung, die muss ich mir einkaufen, weil das kann ich selber nicht.
- 19:08SPEAKER_00: So, aber mir ein eigenes CRM-System aufzubauen oder eine eigene Datenstruktur in meinem Shop, um zu wissen, wie viel Umsatz habe ich gemacht, wie viele Dosen habe ich verkauft, wie viele Liter Pigment habe ich gebraucht und so weiter, das kann ich alles selber bauen jetzt.
- 19:22SPEAKER_01: Ja, aber dann ist doch das alles ja im Prinzip nur ein Spiel.
- 19:25SPEAKER_01: Also du probierst ein Produkt, haust den Shop, haust Meta drauf, wenn, also das hat übrigens der Johannes Klies gesagt, kam ja, der erzählt da viel in der Richtung, dann hat er auch Erfahrung, der sagt, Rohras 1.1, sperrst zu, Rohras 1,2, machst weiter.
- 19:43SPEAKER_01: Rohras 5, go, go, go, go.
- 19:46SPEAKER_01: Also probierst du quasi so lange rum, bis du ja irgendwann mal einen Treffer geladen hast.
- 19:50SPEAKER_01: Ende der Geschichte.
- 19:52SPEAKER_00: Ja, oder du bist halt so groß, dass eh kein anderer da ist.
- 19:57SPEAKER_00: Also weiß ich nicht, jetzt so L'Oreal.
- 19:59SPEAKER_00: Der klatscht halt alles voll, da kommt keiner mehr dazwischen.
- 20:02SPEAKER_00: Also müssen alle das Produkt kaufen.
- 20:05SPEAKER_00: Oder Nestle oder sowas.
- 20:06SPEAKER_01: Ja, das war früher mein Job, wo ich bei Quelle war.
- 20:09SPEAKER_01: Abteilungsstrategie.
- 20:11SPEAKER_01: Sortimente finden, wo man sagt, Quelle hat 18% Marktanteil an der ganzen Welt.
- 20:18SPEAKER_01: Wenn die 18% immer nur 20 Millionen Nachfrage sind, dann machen wir es fertig.
- 20:22SPEAKER_00: Also diese ganze Agentur, nicht Agentur, aber diese ganze Branche um den E-Commerce, die hat ja nur davon gelebt, dass sie vermeintlich einen Traum vom Umsatz verkaufen.
- 20:34SPEAKER_00: Also das ist ja jetzt der Pitch, der immer noch bei mir reinkommt, ist, ey Erik, jetzt mit KI-Text geschrieben, da kriege ich schon ein Vogel, aber ihr verkauft ein vermeintlich unverkäufliches Produkt, also da wird meine Headline sozusagen einfach reinkopiert automatisch.
- 20:47SPEAKER_00: Da weiß ich schon, okay, KI-Text.
- 20:50SPEAKER_00: Wir haben das und das Tool erfunden, damit schaffen wir es, dir 30% mehr Umsatz zu generieren.
- 20:58SPEAKER_00: So.
- 20:59SPEAKER_00: Okay.
- 21:00SPEAKER_01: Du kennst nichts von mir, gar nichts, aber du sagst 30% mehr.
- 21:04SPEAKER_00: Genau.
- 21:05SPEAKER_00: Und früher hat das, glaube ich, schon gegriffen, weil früher hast du dann schon geschaut und hast gesagt, okay, ich teste jetzt mal dieses CM-System oder dieses Mail-System, als es auch noch so Kämpfe gab, jetzt gibt es halt nur noch Clavio, früher gab es ja auch 15 Mail-Systeme.
- 21:21SPEAKER_00: Also das darf man ja auch nicht vergessen.
- 21:22SPEAKER_00: Da gab es noch MailChimp und wie sie alle hießen.
- 21:25SPEAKER_00: Oder dann auch die großen natürlich, HubSpot und blablabla.
- 21:30SPEAKER_00: Das hat sich ja alles ziemlich eingestampft.
- 21:37SPEAKER_00: Der Umsatz kommt nicht davon, dass du irgendwie ein besseres Tool hast.
- 21:40SPEAKER_00: Der Umsatz kommt, weil du es schaffst, ein Produkt auf dem Markt zu zeigen, welches eine Begehrlichkeit hat.
- 21:51SPEAKER_00: Und da gebe ich dem Johann, äh, dem Klis schon recht: Nur diesen Fünfer Roas kriegst du nicht, nur weil du es auf den Markt ballast oder auf.
- 22:00SPEAKER_00: Meta ballast, sondern weil natürlich schon eine Ansprache dafür da sein muss.
- 22:04SPEAKER_00: Und wenn ich wahrscheinlich morgen ein weißes T-Shirt in einen Online-Shop packe und das dann auf Meta bewerbe, da werde ich keinen Fünfer Rohrs hinkriegen.
- 22:15SPEAKER_01: Also im Prinzip bauen wir lauter, ist es schon richtig, wir sind Brands.
- 22:20SPEAKER_01: Sie nennen es ja auch.
- 22:21SPEAKER_01: Früher haben wir gesagt, liebe Shop-Betreiber, heute sagt man liebe E-Combrands.
- 22:25SPEAKER_01: Weil eigentlich sind es lauter Micro-Brands, die halt nur online verfügbar sind.
- 22:30SPEAKER_01: Bis hier man vielleicht irgendwann nicht mehr online verfügbar.
- 22:34SPEAKER_00: Ich glaube, oder ich war, also es gibt nur noch zwei.
- 22:37SPEAKER_00: Es wird nur noch zwei Wege geben.
- 22:39SPEAKER_00: Du hast Amazon auf der einen Seite.
- 22:43SPEAKER_00: Und du hast Marken auf der anderen Seite.
- 22:46SPEAKER_00: Und dann ist die Frage, welche Marke ist besser im E-Commerce?
- 22:50SPEAKER_00: Das könnten wir vielleicht diskutieren.
- 22:52SPEAKER_00: Also warum, sage ich jetzt mal ganz bullisch, sind wir besser im E-Commerce als alle anderen Farbmarken in Deutschland.
- 23:01SPEAKER_01: Ja, okay, das ist ja leicht beantwortet, weil ihr das begehrlicher darstellt.
- 23:06SPEAKER_01: Weil du könntest jetzt natürlich sagen, ich rühre jetzt einen Top-Farbe an, stelle bei Amazon ein.
- 23:11SPEAKER_01: Und dann mache ich wahrscheinlich auch ein paar Millionen Umsatz und aus die Maus.
- 23:15SPEAKER_00: Gibt es ein paar.
- 23:15SPEAKER_00: Wir kennen ja ein paar, ne?
- 23:17SPEAKER_00: Also ultra hässliche Dosen, günstiger Preis.
- 23:20SPEAKER_00: Die machen ihre 6, 7, 8 Millionen Euro Umsatz im Jahr.
- 23:24SPEAKER_00: Wie viel hängen bleibt, kann ich nicht sagen, aber super easy.
- 23:28SPEAKER_01: Ja, mir hat es letztens erzählt.
- 23:30SPEAKER_01: Es gibt einen Typen, einen, der verkauft so ein Kinderfahrrad, stellt es bei Amazon ein, der ist da super gelistet, ein einziges Produkt und sie schätzen den auf 600.000 Umsatz im Monat.
- 23:43SPEAKER_00: Ja, voll geil, stell dir mal vor, du machst es alleine, machst noch die Logistik ein bisschen, hast fünf Mitarbeiter, dann kannst du auch deinen Porsche bestellen.
- 23:51SPEAKER_01: Ja, genau.
- 23:51SPEAKER_01: Und das hat eigentlich mit dem E-Commerce, wie wir das immer definiert haben, gar nichts zu tun, weil der wird nie auf eine Konferenz gehen, der wird nie auf einer Bühne stehen, der kennt auch niemanden, der hört unseren Podcast auch nicht, sondern der sitzt einfach in seinem Häuschen, freut sich jeden Tag und fragt, wo kriege ich noch schneller diese Fahrrad her, damit es noch schneller verschicken kann.
- 24:10SPEAKER_01: Also ich sage die Dörte schon ganz richtig, wenn ihr sagt Operations, Operations, Operations, weil wenn es dann mal läuft, dann hast du eigentlich nur noch ein Operations-Thema.
- 24:20SPEAKER_00: Jetzt machst du den Schmue ja seit 25 Jahren.
- 24:23SPEAKER_00: Wo ist denn dein 100 Millionen Shop?
- 24:28SPEAKER_01: Warum ich den nicht gemacht habe?
- 24:31SPEAKER_01: Weil ich überhaupt nie angefangen habe damit.
- 24:33SPEAKER_00: Aber du hättest ja das Wissen oder zumindest du hättest ja die Möglichkeiten gehabt, diese ganzen unglaublich tollen Dinge, die da auf den Konferenzen auch umstanden, für dich zu bündeln, weil du wusstest, was brauchst du.
- 24:47SPEAKER_00: Und dann hättest du eigentlich nur noch ein Produkt gebraucht und hättest du sagen können, dann mach ich es halt selber.
- 24:54SPEAKER_00: Ja.
- 24:55SPEAKER_00: Und da ist, glaube ich, kommen wir, glaube ich, langsam an die wirkliche Realität, ist nämlich nur weil du das Shop-System hast und nur weil du ein paar Tools hast und weil du vermeintlich erreicht das, dass deshalb wirst du nicht ein Produkt mehr verkaufen.
- 25:11SPEAKER_01: Also ich habe kurz überlegen müssen, ich wollte zwei Sachen nicht.
- 25:16SPEAKER_01: Ich wollte erstens keine Produkte verkaufen im Internet.
- 25:19SPEAKER_00: Kein Warnlager.
- 25:20SPEAKER_01: Weil ich dieses Operations halt kenne und ich finde es einen totalen Irrsinn.
- 25:24SPEAKER_01: Es ist wirklich ein Wahnsinn.
- 25:27SPEAKER_01: Und ich wollte nie eine Agentur aufmachen, weil ich eigentlich nie das Internet jeden Tag neu lernen wollte und irgendwie relativ wiederholende Dinge perfektioniere.
- 25:42SPEAKER_01: Und eine Agentur ist ja immer das gleiche, idealerweise perfektioniert, damit du halt hinten was verdienst.
- 25:48SPEAKER_01: Beide Dinge fand ich halt total langweilig.
- 25:51SPEAKER_01: Mich hat halt immer interessiert, mich immer Marken interessiert, wie entstehen Marken, wie funktionieren Marken.
- 25:57SPEAKER_01: Und Marken funktionieren halt nur durch Begehrlichkeit beim Kunden.
- 26:02SPEAKER_01: Und deshalb muss er den Kunden kennen.
- 26:03SPEAKER_01: Die zwei Dinge haben mich interessiert.
- 26:06SPEAKER_01: Und deshalb bin ich da nie anders abgebogen.
- 26:10SPEAKER_00: Aber das hätte dich eigentlich dafür prädestiniert, das zu machen, weil du willst den Kunden kennen.
- 26:18SPEAKER_00: Und der und das verschweigt nämlich der Johannes, der kennt seinen Kunden.
- 26:25SPEAKER_00: Der weiß nämlich seit acht Jahren, wie er seine Socken an irgendwelche Leute verkauft.
- 26:31SPEAKER_00: Und dann kann der auch sein 5-Auro-Ass da drauf klatschen, wenn er Glück hat.
- 26:35SPEAKER_00: Wobei das, glaube ich, auch nicht mehr bei allem funktioniert, was sie machen.
- 26:38SPEAKER_00: Aber er weiß, mit der und der Ansprache, der hat sich acht Jahre lang da reingeackert.
- 26:44SPEAKER_00: Wie schaffe ich's?
- 26:46SPEAKER_00: Er sagt ja immer so plakativ jetzt bei der Höhle der Löwen.
- 26:49SPEAKER_00: Ich habe nur einen Ausschnitt gesehen.
- 26:50SPEAKER_00: Ich habe aus 4000 Euro ein 100 Millionen Unternehmen gebaut.
- 26:56SPEAKER_00: So.
- 26:57SPEAKER_00: Aber das hat der halt der sich erackert.
- 27:00SPEAKER_00: Also er hat sich halt da hingesetzt mit seinem Cousin und dann irgendwann natürlich auch mit seinen ganzen Mitarbeitern und hat halt ins letzte Detail für sich analysiert, wie kriege ich meine Socken an die Leute verkauft.
- 27:10SPEAKER_00: Und da ging es nicht darum, welches Shop-System, ob er E-Commerce, wie auch immer, sondern das war einfach.
- 27:16SPEAKER_00: Die haben ja mit Amazon angefangen, das war ja sogar noch ein anderer Weg.
- 27:19SPEAKER_00: Die haben ja erst nach Amazon für sich entschieden, okay, jetzt machen wir noch einen Shop, um auch ein bisschen selbstständiger zu sein.
- 27:25SPEAKER_01: Genau, jetzt könntest du den einsortieren, was ist der Johannes Kliesch?
- 27:28SPEAKER_01: Er ist kein Handelsexperte im eigentlichen Sinn.
- 27:32SPEAKER_01: Er ist kein E-Commerce-Experte im Sinn von, wie baue ich einen schönen Online-Shop?
- 27:38SPEAKER_00: Er ist E-Commerce-Marketing-Experte, mein Auto.
- 27:41SPEAKER_01: Er ist totaler Marketing-Experte, weil er weiß, wie man Leute heranschafft.
- 27:44SPEAKER_00: Genau, und das meine ich mit tiefster Bewunderung, weil er wirklich auch ein vermeintlich blasses Produkt ist.
- 27:55SPEAKER_00: Also wir sprechen über Socken und Unterhosen.
- 27:58SPEAKER_00: Die gab es ja schon vorher.
- 27:59SPEAKER_00: Also, da ist ja nichts jetzt neu gedacht, revolutioniert, bla bla, sondern dass er das geschafft hat, über so viele Jahre jetzt schon auch, das haben wir auch nicht vergessen.
- 28:09SPEAKER_00: Also er hat ja nicht, er macht 100 Millionen im Jahr, aber er hat jetzt wahrscheinlich schon über eine Milliarde umgesetzt oder sowas.
- 28:15SPEAKER_00: So muss man es ja bewerten.
- 28:16SPEAKER_00: Also was hat er schon wirklich alles verschoben?
- 28:20SPEAKER_00: Und deshalb, also genau, ich würde ihn eher definieren als Handels-, also als E-Commerce-Marketing-Experte.
- 28:31SPEAKER_00: Das Spannende jetzt gerade ist, ist er auch ein Handelsmarketing-Experte, weil ich weiß jetzt zum Beispiel nicht, wie die POS bei denen funktionieren.
- 28:38SPEAKER_00: Da hat ja in ganz vielen Häusern jetzt auch Socken stationär.
- 28:42SPEAKER_00: Da hört man relativ wenig.
- 28:44SPEAKER_01: Ja, ich glaube auch nicht, dass das sei größtes Steckenpferd ist, da kommst du rein und wirst eingelistet, ja nein, unter irgendwelchen Konditionen.
- 28:51SPEAKER_01: Aber was ist jetzt das super Skill, um heute was zu treiben, ist wahrscheinlich genau dieses Skill.
- 28:57SPEAKER_01: Wie kriege ich Kunden, denen ich irgendwas verkaufe?
- 28:59SPEAKER_01: Und was ich denen dann verkaufe, ist eigentlich zweitrangig, weil das kannst du ein paar Mal ausprobieren, bis du halt feststellst, das funktioniert und das halt nicht.
- 29:08SPEAKER_00: Genau, oder ich habe ein Produkt, was absolut nicht austauschbar ist und ich schaffe, und dann nutze ich diese ganzen Kanäle, um es in den Markt zu drücken.
- 29:18SPEAKER_00: Früher hätte ich zu irgendeinem Handelskonzern gehen müssen und hätte sagen müssen, hier, ich habe einen ganz tollen neuen Schuh erfunden.
- 29:27SPEAKER_00: Weiß nicht, so einen Onrunning-Schuh damals wahrscheinlich, der ist halt mit seinen Vertretern zu irgendwelchen Geschäften gefahren und hat gesagt, hier, ich habe einen neuen tollen Schuh, wollt ihr den mal verkaufen.
- 29:35SPEAKER_00: Und irgendwann hat es sich dann bewegt und dann waren es halt nicht 10 Händler, sondern 100 Händler und so weiter.
- 29:41SPEAKER_00: Und heute hast du die Möglichkeit, ganz schnell dein Produkt in den Markt zu drücken.
- 29:47SPEAKER_00: Weil es ist ja, ist ja, also ich habe das letzte Mal recherchiert, einer der größten deutschen Farbhersteller, die haben 75 Jahre gebraucht, bis sie von 0 auf 100 Millionen D-Mark gekommen sind.
- 30:01SPEAKER_00: So, und wir haben jetzt sechs Jahre gebraucht, um insgesamt schon über 115 Millionen umzusetzen.
- 30:09SPEAKER_01: Yes.
- 30:10SPEAKER_00: So, weißt du, also das, und da siehst du, was dafür, nee, das ist die wahre Kraft dahinter.
- 30:15SPEAKER_01: Das heißt ja letztendlich nur, du kommst, du schaffst es jetzt in viel größerer Geschwindigkeit, die Kunden zu finden.
- 30:21SPEAKER_00: Genau.
- 30:22SPEAKER_00: Sie zu finden und sie dann auch vom Kauf zu überzeugen.
- 30:25SPEAKER_00: Aber da brauchst du natürlich die Exzellenz, weil, und da gebe ich dem Johannes auch recht, du kannst halt schnell auch ein 1,2er oder ein 1er Ruas haben, dann ist das Ganze nicht mehr rentabel.
- 30:36SPEAKER_00: Du kämpfst in jeder Sekunde gegen andere Marken, die auch ihr Produkt verkaufen wollen, und dann kämpfst du natürlich noch gegen die Plattformen, die ihre eigenen Algorithmus durchdrücken wollen.
- 30:46SPEAKER_00: Und so, ne?
- 30:46SPEAKER_00: Also es wird einem ja auch nicht gerade leicht gemacht bei dem ganzen Thema.
- 30:51SPEAKER_01: Und weißt du, was auch noch wichtig ist, denke ich, deshalb habe ich zum Beispiel an ISO gemacht mit dem Handel.
- 31:00SPEAKER_01: Ich habe immer das gemacht, was mich interessiert hat.
- 31:05SPEAKER_01: Also ein bisschen meine Mission verfolgt.
- 31:08SPEAKER_01: Also die letzten 25 Jahre fand ich einfach schon sehr, sehr geil.
- 31:12SPEAKER_01: Weil ich genau das gemacht habe, was ich immer machen wollte.
- 31:15SPEAKER_01: Ich habe mich ja immer gefragt beim Sven zum Beispiel, ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals gesagt hat, der hätte ein Haustier, der hat halt das Zo Plus mitgegründet.
- 31:23SPEAKER_01: Das wäre ich wahrscheinlich ausgefallen, weil ich hätte mir nicht vorstellen können, so einen Tiershop zu betreiben, der so weit weg ist von dem, was mich interessiert.
- 31:33SPEAKER_01: Aber da musst du über deinen Schatten springen, da musst du halt das Business sehen.
- 31:36SPEAKER_00: Ja, richtig.
- 31:37SPEAKER_00: Ja, ja, klar.
- 31:38SPEAKER_00: Ja, da würde ich mich auch ein bisschen mit reinnehmen.
- 31:40SPEAKER_00: Also ich wohne jetzt seit drei Jahren in dem Haus hier und habe auch noch keine Wand gestrichen.
- 31:46SPEAKER_00: Also, das ist auch so ein bisschen mal ein Running Gag bei uns.
- 31:50SPEAKER_00: Ich liebe unsere Marke und ich liebe das, was sie verkörpert und alles draußen drumherum.
- 31:54SPEAKER_00: Aber ob es jetzt ein Stoffballen wäre oder Farbe oder ein Teppich oder Mode, das ist mir jetzt erstmal relativ.
- 32:06SPEAKER_01: Also du musst dir nicht Zielgruppe deines eigenen Business sein.
- 32:11SPEAKER_00: Das sind, glaube ich, die wenigsten und da, wo das sehr oft sehr stark der Fall ist, das ist, glaube ich, auch sehr gefährlich.
- 32:18SPEAKER_00: Also wir müssen uns vielleicht nur ein bisschen die Autoindustrie anschauen gerade.
- 32:21SPEAKER_00: Ich glaube, so die BMW-Ingenieure und so war, die waren schon auch ihre besten Kunden.
- 32:26SPEAKER_00: Und die haben jetzt zum Beispiel halt auch am Markt vorbei ingeniert.
- 32:32SPEAKER_01: Sehr verliebt in das, was sie da gibt.
- 32:33SPEAKER_00: Genau, und noch mehr Zylinder und noch mehr Besser, noch mehr Verbrenner, noch mehr Vollgas.
- 32:37SPEAKER_00: Verstehen wir alle, es macht super Spaß, aber das hätte man vielleicht vor fünf, sechs Jahren auch mal neu bewerten müssen mit Leuten, die vielleicht erstmal sagen: Boah, Autofahren ist mir ehrlich gesagt gar nicht so wichtig.
- 32:49SPEAKER_00: Mir ist Mobilität wichtig.
- 32:52SPEAKER_00: Und wie kriegen wir es hin, dass wir als BMW, als Mobilitätsfirma weiter vorwärts kommen?
- 33:01SPEAKER_00: Und nicht nur Freude am Fahren.
- 33:04SPEAKER_00: Das war ja deren Slong, ne?
- 33:05SPEAKER_00: Ja, genau.
- 33:08SPEAKER_00: Und das ist, glaube ich, deshalb sagen wir ja auch ganz oft, wir kommen halt nicht aus der Farbbranche und vor allem auch nicht aus der Herstellerbranche.
- 33:17SPEAKER_00: Und das hat uns natürlich ganz andere Blickwinkel gegeben, das Produkt zu verkaufen, als jetzt jemand, der halt das Produkt herstellt und in Tonnen rechnet und in Paletten und also ganz andere Sichtweise auch überhaupt, wie man das Produkt vertreibt.
- 33:34SPEAKER_00: Astrid Weiz bei dem Podcast, der ist jetzt heute online gegangen und der Host hat gesagt, er hat 2017 mit so einer Plattform versucht, alle Farbhersteller auf die Plattform zu holen, um die Produkte dann online zu vertreiben.
- 33:47SPEAKER_00: Von denen wollte keiner einzelne Dosen versenden.
- 33:51SPEAKER_00: Die haben gesagt, ich bin doch nicht blöd, ich verschicke doch nicht eine einzelne Dose.
- 33:54SPEAKER_00: Ich hau dir 40, 40 Tonner raus und die bringen die Paletten nach Deutschland und nerv mich doch nicht mit einer Einzeldose.
- 34:01SPEAKER_00: Ja, und damit war der Markt für uns geöffnet.
- 34:04SPEAKER_00: Das ist der einzige Grund, warum der Markt für uns geöffnet war, war, dass die sich nicht an die Einzeldosenlogistik raus.
- 34:10SPEAKER_01: Keine andere machen wollte.
- 34:11SPEAKER_00: Genau.
- 34:13SPEAKER_00: So, und sonst wären wir nie in den Markt reingekommen oder hätten nie überhaupt diese Lücke gehabt, da eine Farbmarke zu bauen, weil das war eh schon alles verteilt.
- 34:22SPEAKER_00: Aber diese Lücke, dieses, wir machen doch keine Einzeldosenlogistik, weil wir haben schon immer Paletten verschickt.
- 34:28SPEAKER_01: Ich habe das Gefühl, also nicht das Gefühl, sondern das ist ja faktisch so, irgendwo das Lesen, 90% aller Firmen in Deutschland machen weniger als eine Million Euro Umsatz.
- 34:38SPEAKER_01: Und da gibt es ja noch diesen Faktor selbst und ständig.
- 34:41SPEAKER_01: Also ich glaube, die meisten, die ein Unternehmen gründen, hächeln ihr ganzes Leben diesem Ding hinterher, weil es eigentlich ein scheiß Geschäftsmodell ist.
- 34:51SPEAKER_01: Schwierige Kunden, eine schwierige Gesamtsituation, man zieht es halt durch.
- 34:54SPEAKER_01: Das habe ich jetzt auch lernen müssen.
- 34:59SPEAKER_01: Ich würde sagen, ich bin so ein Durchhalter.
- 35:02SPEAKER_01: Das heißt ja immer, wenn es nicht funktioniert, sollst du es auch hinschmeißen, auf der einen Seite.
- 35:06SPEAKER_01: Auf der anderen Seite, das heißt es ja auch, du sollst lange durchhalten und irgendwann funktioniert es.
- 35:11SPEAKER_01: Ich bin ja immer zwiegespalten.
- 35:12SPEAKER_01: Was würdest du denn jetzt sagen?
- 35:13SPEAKER_01: Also, der Johannes Klich sagt wiederum, letztes Mal jetzt ihn zu zitieren, er würde jetzt sagen, wenn der Ruhr nicht passt, schmeißt das Ding weg.
- 35:26SPEAKER_00: Ja, also es macht nie Sinn, für das Geld zu verbrennen.
- 35:31SPEAKER_01: Nicht ewig, aber wie lange hat man denn Geduld?
- 35:35SPEAKER_00: So viel wie da ist, oder?
- 35:40SPEAKER_00: Das ist für mich ganz schwierig zu antworten, weil ich war ja noch nie in der Phase.
- 35:44SPEAKER_00: Wir waren ja immer von Tag 1 in die andere Richtung.
- 35:48SPEAKER_00: Es wurde ja immer mehr.
- 35:50SPEAKER_01: Eigentlich wärst du jetzt auch ein schlechter Berater, weil du kennst die Scheißeite gar nicht so gut.
- 35:59SPEAKER_00: Das ist richtig.
- 36:03SPEAKER_00: Deshalb sage ich immer, wenn ich mich mit einer Beratung selbstständig machen würde, dann würde ich sozusagen Opportunitäten beraten.
- 36:15SPEAKER_00: Also ich würde beraten, wo sind Lücken, wo sind Ansprachen, wie kann ich mich durch dieses ganze, durch diesen ganzen Dschungel durchbewegen, um mein Produkt zu verkaufen.
- 36:29SPEAKER_01: Zu finden.
- 36:30SPEAKER_00: Ja, erstmal das vielleicht das Produkt zu finden, aber dann auch es wirklich an die Endverbraucherinnenbraucher zu bringen.
- 36:37SPEAKER_00: Weil da haben ganz viele ein totales Problem mit.
- 36:41SPEAKER_00: Die haben super Produkte, die haben vielleicht auch einen super Shop, die haben vielleicht eine tolle Technik.
- 36:48SPEAKER_00: Aber es gibt ganz viele, die auch wirklich offen zum Beispiel zu mir kommen und sagen, du, ich habe da ein tolles Produkt, ich weiß nicht, wie ich es verkauft bekommen soll.
- 36:59SPEAKER_01: Ich weiß gar nicht, was es mehr gibt.
- 37:00SPEAKER_01: Gibt es mehr Menschen mit einem coolen Produkt, was sie nicht wissen, wie sie es verkaufen sollen, oder gibt es mehr Menschen, die gern was verkaufen wollen und überhaupt kein Produkt finden?
- 37:09SPEAKER_00: Boah, hast du gerade eine neue Plattform geschaffen.
- 37:14SPEAKER_01: Zum Ideenaustauschen.
- 37:15SPEAKER_01: Ich habe was, was du nicht hast.
- 37:19SPEAKER_00: Eine Plattform, in der sozusagen Produkte und Verkäufer zusammengebracht werden.
- 37:23SPEAKER_00: Und am Ende verdienen beide 50-50.
- 37:26SPEAKER_00: Ja, wahrscheinlich beides.
- 37:28SPEAKER_00: Also ich kann mir vorstellen, dass es sich in der Waage hält.
- 37:32SPEAKER_01: Keine Ahnung.
- 37:33SPEAKER_00: Sonst gäbe es ja keine Produktprofis und Verkaufsprofis.
- 37:37SPEAKER_00: Also es ist, glaube ich, immer.
- 37:38SPEAKER_01: Also gehen wir es mal rückwärts durch, bevor wir zum Ende kommen.
- 37:41SPEAKER_01: Ein Shop, der nicht funktioniert, den machst du einfach zu.
- 37:43SPEAKER_01: Also du musst, du spürst relativ schnell, da zieht was.
- 37:46SPEAKER_01: Und wenn es nicht zieht, dann zieht es wahrscheinlich nie.
- 37:49SPEAKER_00: Wie gesagt, ich kann das Auto in die andere Richtung als Beispiel nehmen, wenn du ein stationäres Geschäft hast und am Tag halt nur drei Leute reingehen und nicht wie geplant 300, dann machst du es auch zu.
- 37:58SPEAKER_00: Dann kann es die Lage sein, es kann die Produkte drin sein, es kann einfach eine schlechte Energie auf dem.
- 38:05SPEAKER_00: Es gibt Gastronomien, die kennen wir alle.
- 38:07SPEAKER_00: Da ist alle drei Jahre jemand Neues drin, weil die funktionieren einfach nicht.
- 38:12SPEAKER_00: Da weiß man manchmal nicht, woran es liegt.
- 38:14SPEAKER_00: Und es gibt Gastronomien, die rennen über 20 Jahre wie blöd und sind von morgens bis abends brechend voll.
- 38:19SPEAKER_01: Da kannst du ein bisschen hin und her optimieren, aber wenn es nicht funktioniert, funktioniert es einfach nicht.
- 38:23SPEAKER_00: Genau, da machst du das Ding natürlich zu.
- 38:24SPEAKER_00: Also klar, wenn was nicht wirtschaftlich ist, musst du es zumachen.
- 38:28SPEAKER_01: Nächste Etappe, irgendwelche Tools, wo du musst eigentlich erkennen, dass man die meisten Tools, die es gibt, nicht mehr braucht.
- 38:36SPEAKER_01: Weil du kannst ja die schnell selber zusammenbauen.
- 38:38SPEAKER_00: Wenn du online verkaufen willst, brauchst du ein top-solides Shop-System.
- 38:43SPEAKER_00: Und da gibt es halt nur noch drei auf der Welt.
- 38:45SPEAKER_00: Und dann schaust du, dass du einen guten Zahlungsanbieter hast.
- 38:49SPEAKER_00: Da kannst du mal ein bisschen gucken, wer ist da gerade am stärksten.
- 38:53SPEAKER_00: Also das sind so Tools, da würde ich vielleicht sogar noch hin und her wechseln.
- 38:55SPEAKER_00: Zahlungsanbieter.
- 38:57SPEAKER_00: Weil dann gibt es einer, der hat wieder ein bisschen was Neuer, dann kannst du nochmal 0,1% Marge rausholen und sowas.
- 39:01SPEAKER_00: Darf man nicht unterschätzen.
- 39:03SPEAKER_00: So, dann brauchst du eine gute Logistiksoftware.
- 39:08SPEAKER_01: Ja.
- 39:09SPEAKER_00: Da würde ich auch nicht sparen.
- 39:13SPEAKER_00: So, da können noch ein bisschen um die Kunden kämpfen und umgekehrt kannst du noch ein bisschen schauen, wen nehme ich.
- 39:17SPEAKER_00: So, und dann hast du ja schon alles.
- 39:20SPEAKER_01: Okay, dann gehen wir noch ein Schäppchen weiter.
- 39:22SPEAKER_01: Wir gehen zur Agentur.
- 39:25SPEAKER_01: PR-Agentur macht total Sinn, weil die haben Connect, wo du nicht hinkommst.
- 39:31SPEAKER_01: E-Commerce-Agentur, so ein bisschen, ihr seid jetzt auch nicht der prädestinierteste Kunde eigentlich, weil ihr einfach so selber Macher seid.
- 39:39SPEAKER_01: Also kann schon sein, dass du eine E-Commerce-Agentur brauchst, die dir das Ding einfach mal hinstellt, weil du es einfach selber nicht die Zeit hast, die Lust hast oder halt einfach doch nicht kannst.
- 39:48SPEAKER_01: Du bist auch eine Mitarbeitertyp-Sache.
- 39:50SPEAKER_00: Wahrscheinlich.
- 39:52SPEAKER_01: Also es gibt schon noch Shop-Agenturen, wahrscheinlich im B2C-Bereich nicht mehr die Brachialprojekte wie früher, wo einer mal sagt, ich habe eine Million, stell mal einen Sockenshop hin.
- 40:02SPEAKER_01: Er hat eher eine Million und du willst ein B2B-Business hinstellen.
- 40:06SPEAKER_01: Möglich.
- 40:08SPEAKER_01: Aber die Cases werden weniger, weil viel weniger selber gebaut wird.
- 40:12SPEAKER_00: Genau, und weil zumindest wenn die Jungen nachkommen, die sich den Shopify-Shop selber bauen.
- 40:18SPEAKER_01: Ja, genau.
- 40:19SPEAKER_00: Also die wissen jetzt alle mit YouTube-Videos und so weiter, das geht ja zacki-zacki.
- 40:23SPEAKER_01: Genau.
- 40:24SPEAKER_01: Und die ganzen Plugins und so Zeug kannst du echt fast sparen.
- 40:29SPEAKER_01: Codest ja schnell selber.
- 40:31SPEAKER_00: Ja, solange du den Datenschutz beachtest und so.
- 40:35SPEAKER_01: Ja, das kannst du ganz lang machen, bevor er das um die Ohren fliegt.
- 40:39SPEAKER_00: Das stimmt.
- 40:39SPEAKER_01: Weil wenn es da dann um die Ohren fliegt, dann hast du so viel Geld verdient, dann kannst du dann wieder eine Agentur holen, die du noch macht.
- 40:49SPEAKER_01: Das, was ich mache, finde ich, braucht man nach wie vor.
- 40:54SPEAKER_01: Wir haben es ja gerade gesehen, wollte man nächstes Mal drüber sprechen, über den Test in Frankreich, um zu sehen, wie sehen deine Shop, deine, wie sehen potenzielle Kunden deinen Shop, also sowohl in Deutschland als auch im Ausland, interessant, weil das kannst du technisch nicht prüfen.
- 41:11SPEAKER_01: Da musst du einfach mal irgendwann Menschen fragen, das kannst du selber machen oder halt nicht, je nach Zeit, Lust und Kompetenz.
- 41:19SPEAKER_01: Also ich fühle mich jetzt noch nicht so abgeschrieben.
- 41:24SPEAKER_01: Sag bitte kurz ja.
- 41:27SPEAKER_00: Absolut.
- 41:30SPEAKER_00: Ja, das ist, glaube ich, auch.
- 41:32SPEAKER_00: Ich glaube wahrscheinlich müsste man es alles auch nochmal in Phasen einteilen, weil ich würde mal sagen, jetzt vor fünf Jahren hätte ich dich noch nicht beauftragt.
- 41:40SPEAKER_00: Ja, klar.
- 41:42SPEAKER_00: Und es ist genauso mit Agenturen und Shop-Systemen und so weiter.
- 41:45SPEAKER_00: Also bist du jetzt gerade ein Startup und sagst, ich möchte Holzkisten verkaufen, dann baue ich mir den Shopify-Shop schnell und schließe alles an.
- 41:54SPEAKER_00: Und wenn ich aber merke, ich habe jetzt 200.000 Euro Umsatz im Monat, vielleicht wäre es dann doch gut, wenn ich jetzt mal schaue, mit welchem Logistikdienstleister ich zusammenarbeite.
- 42:02SPEAKER_00: Weißt du?
- 42:03SPEAKER_00: Also das ist, glaube ich, immer eine Phasensache.
- 42:05SPEAKER_00: Und wir haben ja vorher ein bisschen drüber gesprochen, wer fängt heute noch an.
- 42:08SPEAKER_00: Und wenn man anfängt, dann würde ich dich nicht beauftragen.
- 42:11SPEAKER_00: Außer ich habe vielleicht ein ganz pickiges Produkt, wo ich genau gucken muss, wo ist meine Kundin.
- 42:17SPEAKER_00: Aber jetzt nach einer, wenn ich jetzt in einem Jahr in fünf weitere Länder internationalisiert habe, dann brauche ich halt eine schnellere Erkenntnis des Marktes.
- 42:28SPEAKER_01: Ich glaube, wir haben eine der letzten Folgen besprochen, wenn deine erste Verpackung, die du desigst, machst du möglicherweise in Canva, haust es raus und Ende-Gelände.
- 42:36SPEAKER_01: Genau.
- 42:36SPEAKER_01: Und irgendwann sagst du, das könnte man mal vergleichen hier die Version und was sagen die User dazu.
- 42:41SPEAKER_01: Ich glaube auch, das ist eine Sache der Grüße.
- 42:43SPEAKER_01: So, und dann sind wir eigentlich, der letzte an der Kette oder der Voraus, egal wieum, ist die Konferenz.
- 42:51SPEAKER_01: Ich finde auch, wenn ich heute zu einer OMR oder zu einer K5 gehe, ist das eine Motivationsveranstaltung.
- 43:00SPEAKER_01: Das muss mir einen Kick geben, wieder Bock zu kriegen.
- 43:03SPEAKER_01: So mache ich übrigens meine Vorträge.
- 43:05SPEAKER_01: Ich glaube nicht, dass ich in 20 Minuten auf der Bühne irgendjemand irgendwas groß erzählen kann, aber ich kann dir in seinen Notizzettel füllen, dass er danach über Dinge nachdenkt.
- 43:15SPEAKER_01: Dafür gibt es, glaube ich, eine Konferenz.
- 43:17SPEAKER_00: Nö, das ist ja auch, wenn ich auf der Bühne stehe.
- 43:18SPEAKER_00: Am Ende kommen die Leute dann und sagen, das nehme ich jetzt mal mit und dann schauen wir mal, dass wir das auch so ein bisschen bei uns reinkriegen und dann weißt du, okay, davon werden dann wahrscheinlich auch nur 3% umgesetzt, wenn es gut läuft.
- 43:31SPEAKER_00: Aber klar, also das ist, das muss der große Faktor sein.
- 43:36SPEAKER_00: Und das ist vielleicht dann wiederum auch die Chance für den Markt ist, wenn du die Leute motivierst, werden sie größer und irgendwann haben sie halt auch wieder Budgets.
- 43:44SPEAKER_00: Für dich vielleicht.
- 43:46SPEAKER_01: Ja.
- 43:47SPEAKER_01: Budgets sind wir dann, wie finanziert sich eine Messe durch Eintrittsgelder und Sponsoren und Stände?
- 43:56SPEAKER_01: Wir sind es gewohnt, dass die Leute kaum Eintrittsgelder zahlen wollen oder Niedrige Ticketpreise.
- 44:02SPEAKER_01: Und deshalb muss die Konferenz hoffen, dass du dann auf der Konferenz so irgendstand gehst und was kaufst, da hast du aber keinen Bock mehr, weil du alles selber machst, ist die Konsequenz, das Ticket wird teurer werden.
- 44:12SPEAKER_00: Ja, ja, die OMR hat es ja schon vorgemacht.
- 44:17SPEAKER_01: Ja, und ich denke auch, dass es generell so sein muss.
- 44:20SPEAKER_01: Ich war ja mal kurz durch eine Beteiligung in der Friseurwelt.
- 44:24SPEAKER_01: Ja.
- 44:24SPEAKER_01: Und das ist krass andere Preise als in der E-Commerce-Welt.
- 44:28SPEAKER_01: Krass andere.
- 44:28SPEAKER_01: Also viel teurer.
- 44:30SPEAKER_01: Also viel, viel, viel teurer.
- 44:31SPEAKER_01: Also so eine Konferenz oder so, einfach mal 3000 Euro eintritt oder so ein Coach oder so am Tag.
- 44:38SPEAKER_01: Da würde bei uns niemand kommen, bei uns jammern sie alle bei 500 Euro, aber sie wollen zwei Tage essen und abends mal so richtig saufen.
- 44:46SPEAKER_01: Das geht ja rechnerisch nicht.
- 44:49SPEAKER_01: Da wird sie, glaube ich, einiges umstellen.
- 44:51SPEAKER_01: Und wahrscheinlich werden die Veranstaltungen gefühlt wieder vielleicht kleiner werden, könnt ihr mir vorstellen.
- 44:57SPEAKER_00: Meinst du, dass auf der D-Mexco dieses Jahr irgendein Vertrag unterschrieben wurde?
- 45:06SPEAKER_00: Also, wenn man jetzt mal, das ist überhaupt kein Bashing an die Konferenz, weil ich fand sie wirklich cool.
- 45:12SPEAKER_00: Aber was hat diese Halle gebracht?
- 45:15SPEAKER_00: Der Branche?
- 45:17SPEAKER_01: Ich glaube, in der Customer Journey einer Kaufentscheidung spielt die D-Mexco eine Rolle.
- 45:25SPEAKER_01: Und wenn es nur die ist, dass du sagst, du hast eigentlich schon, du bist schon ein Lead, du hast schon alle Unterlagen, du bist schon kurz davor zu unterzeichnen, du wirst einmal nur hingehen, dann Kaffee trinken und dann machst du's.
- 45:38SPEAKER_01: Es hat ein bisschen was mit doch Persönlichkeit und Vertrauen dann zu tun.
- 45:41SPEAKER_00: Oder du hoffst, dass du noch die Entscheider kriegst, die gerade einen Job gewechselt haben und ihrer neuen Firma beweisen müssen, dass sie jetzt was anderes machen und dann das Shop-System umstellen.
- 45:50SPEAKER_01: Also das glaube ich gibt es ja immer.
- 45:52SPEAKER_01: Also das ist ja mein, also das gibt es ja überhaupt nicht von beiden Seiten, das ist mein Altraum.
- 45:57SPEAKER_01: Du verlierst einen Kunden, weil der neue Chef kommt und sagt, so, jetzt haben wir alle erstmal den Altmann raus und holen.
- 46:02SPEAKER_00: Jetzt gehen wir auf Adobe.
- 46:04SPEAKER_00: Ja, genau.
- 46:06SPEAKER_01: Und Shop wir rausnehmen, Adobe, der Altmann geht, dafür kommt der Wenzel.
- 46:10SPEAKER_01: Also da gibt es eigentlich immer die Gewinnerseite auch davon, ist logischerweise.
- 46:15SPEAKER_01: Und so gesehen, vielleicht ist da immer alles in Bewegung und dann ist noch eine Messe wieder gut.
- 46:19SPEAKER_01: I don't know.
- 46:22SPEAKER_00: Ja, aber es ist also, na gut, vielleicht bin ich da auch einfach in einer anderen Welt unterwegs, nochmal als die anderen, aber also da habe ich mich wirklich so gefragt, was ist der.
- 46:36SPEAKER_00: Gibt es da überhaupt noch Abschlüsse oder ist es dann einfach Werbung?
- 46:42SPEAKER_00: Schon ganz schwer zu sagen.
- 46:44SPEAKER_01: Gefühlt würde ich sagen, es gibt keine Abschlüsse, weil früher auf Messen hast du Visitenkarten gesammelt und der mit den weißen Visitenkarten hat einen Preis bekommen, so kannte ich das noch.
- 46:55SPEAKER_01: Dann hast du irgendwie deine 70 Visitenkarten auf den Tisch gonnert und dafür hast du 1000 Euro Prämie gekriegt.
- 47:00SPEAKER_01: Voll geil.
- 47:01SPEAKER_01: Und da aus diesen Visitenkarten sind Aufträge entstanden.
- 47:05SPEAKER_01: Aber ich glaube, du gehst heute gar nicht mit der Intention auf eine Messe, dass du dir wirklich was anschaust, sondern es ist ein Sehen und Gesehen werden und so ein Berieseln und ein bisschen den Kick und ein bisschen Inzentivierung für den Mitarbeiter und all die Dinge.
- 47:17SPEAKER_01: Aber du gehst wirklich hin und sagst, sorry, ich habe jetzt mal vier Termine, aber ich muss unbedingt das hier erledigen.
- 47:23SPEAKER_00: Ja.
- 47:24SPEAKER_01: Weil dafür ist es zu laut, zu voll, zu auch eine Demo.
- 47:29SPEAKER_01: Ich lasse mir doch mal auf der Messe keine Softwaredemo zeigen.
- 47:32SPEAKER_01: Es kann ja in der Videocall ist so ein Typ wie du, der kriegt überall jederzeit eine Demo, so lange wie du willst.
- 47:39SPEAKER_01: Die machen den ganzen Tag eine Demo.
- 47:46SPEAKER_01: Ja, wir werden sehen, was da passiert.
- 47:49SPEAKER_01: Hast du jetzt alles rausgehaut?
- 47:51SPEAKER_01: Du warst vorher noch so energetisch geladen.
- 47:53SPEAKER_01: Jetzt merkt man, du hast dich fühlst dich wohler.
- 48:02SPEAKER_00: Nein, ich glaube, es würde allen ein bisschen helfen, so diese Schwere ein bisschen rauszunehmen, dass das alles so endgültig und hart und ist.
- 48:14SPEAKER_00: Also am Ende, also am Ende musst du einfach Bock haben, irgendwie was zu verkaufen, musst Lust an dein Produkt haben und dann musst du halt schauen, gibt es einen Markt dafür.
- 48:25SPEAKER_00: Ich glaube, das ist wirklich immer noch die hohe Kunst.
- 48:28SPEAKER_00: Und dann, klar, wenn es dann wirklich auch an Größe geht und viele Mitarbeiter und so, dann kommt da irgendwann dann auch mal so, dann hast du irgendwie so eine Organisation und dann ist das, glaube ich, wieder ein ganz neues Spiel.
- 48:43SPEAKER_00: Also nicht umsonst dacht man ja, dass eine Firma 50 Millionen Umsatz nochmal ein ganz anderes Game ist als jetzt eine mit 15 oder 20.
- 48:51SPEAKER_00: Also, wo dann nochmal so.
- 48:55SPEAKER_00: Aber ich finde, es wird sehr vielen, gerade auch der Start so ein bisschen geblockt.
- 49:03SPEAKER_00: Also auf der einen Seite wurde jetzt viele Jahre erzählt, es ist super easy, aber auf der anderen Seite, wenn du dich dann wirklich mit dem TEFA beschäftigst, musst du angeblich erst sehr viele Dinge machen, bevor du überhaupt verkaufen darfst.
- 49:15SPEAKER_00: Ja.
- 49:16SPEAKER_00: Und ich finde, in der Phase sind wir alle gerade nicht.
- 49:18SPEAKER_00: Wir sollten gerade, sollte jeder, der nur im Ansatz irgendwie eine gute Idee hat, sollte rausgehen damit.
- 49:24SPEAKER_01: Ja, ich glaube auch, die Zeit der Vorbereitung ist vorbei, weil die finanziert ja auch niemand.
- 49:29SPEAKER_00: Nee, nee, null, keiner mehr.
- 49:31SPEAKER_00: Also ich bin eh manchmal noch erstaunt, was für Sachen finanziert werden, wo ich mir so denke, Leute, irgendwelche Energydrinks nur für Frauen und da denke ich mir so, krass.
- 49:42SPEAKER_00: Also, das ist da.
- 49:44SPEAKER_00: Also nicht, dass ich das Produkt nicht wichtig und so finde, aber ich finde es strange, dass da manchmal noch Geld für ausgegeben wird, wo ich mir so denke, jetzt verkauft doch einfach mal.
- 49:54SPEAKER_00: Gib Gas, geht raus.
- 49:56SPEAKER_01: Und wenn es nichts ist, wieder einstampfen.
- 49:58SPEAKER_01: Also ich finde, eigentlich haben wir alles abgefrühstückt.
- 50:03SPEAKER_01: Mir geht es jetzt.
- 50:05SPEAKER_01: Mir geht es jetzt nicht besser.
- 50:07SPEAKER_01: Ich bin auch in so einer Klarheitsphase.
- 50:09SPEAKER_00: Und du bist ja auf der Suche, oder?
- 50:11SPEAKER_01: Also jedes Mal, wenn wir reden, bist du auf so einer Art Suche.
- 50:16SPEAKER_01: Ja, weil es war für mich 25 Jahre alles total klar.
- 50:20SPEAKER_01: Du kommst.
- 50:22SPEAKER_00: Was war denn klar?
- 50:23SPEAKER_01: Du hast eine Idee, du wirst was verkaufen, baba baba.
- 50:27SPEAKER_01: Du wusstest nicht wie, an wen, sowieso.
- 50:29SPEAKER_01: Dass man diese Gedanken, diese wirenlosen Gedanken als Unternehmers strukturiert, dem ein E-Commerce-Projekt vorbereitet, mit ihm seine Kunden findet, entdeckt, kennenlernt und so, das war ein total klarer Job.
- 50:42SPEAKER_01: Jetzt ist es, wie wir jetzt ja eine Stunde beschrieben haben, einfach ein ganz anderes Game.
- 50:47SPEAKER_01: Daher finde ich es, ich finde, also deshalb finde ich, muss ich, ich suche da immer, wo ist jetzt meine Rolle eigentlich?
- 50:58SPEAKER_01: Weil die Rolle, die halt gestern war, ist halt heute nicht mehr da.
- 51:03SPEAKER_00: Ja, wobei, also jetzt, wenn man jetzt deine neue Firma sieht und so, das Schöne ist, du brauchst das ja alles gar nicht mehr.
- 51:11SPEAKER_01: Ja, da sind wir beim nächsten Punkt.
- 51:16SPEAKER_01: Psychotherapie für Anisaltmann.
- 51:18SPEAKER_00: Ja, ja, aber für dich ist es doch gerade so, du musst dich ja jetzt gar nicht mehr auch in dieser vermeintlichen Nische bewegen, sondern du kannst ja jetzt auch sagen, es ist vielleicht genauso wichtig für einen Batteriehersteller, gerade zu wissen, wer noch alles Batterien braucht und so weiter.
- 51:35SPEAKER_01: Klar, Fokusgruppen für Energiehersteller, für Stadtwerke, für Verpackungsdesigner, alles, ist ja mit E-Commerce nichts zu tun.
- 51:44SPEAKER_01: Trotzdem, er will ja das Alte nicht loslassen, oder?
- 51:46SPEAKER_01: Keine Ahnung.
- 51:47SPEAKER_00: Ist ja auch Leidenschaft dabei.
- 51:50SPEAKER_00: Also das ist ja auch, diese Aussage, der E-Commerce ist tot, ist halt Bullshit.
- 51:56SPEAKER_00: Ist ja, Bullshit, klar.
- 51:57SPEAKER_00: Die ersten 25 Jahre des E-Commerce, die sind tot.
- 52:03SPEAKER_00: So, das ist vorbei.
- 52:04SPEAKER_00: Dieses, wo wollen wir hin, was sind wir, wo kann diese Branche hin, das ist jetzt beantwortet, glaube ich.
- 52:10SPEAKER_00: Ja, genau.
- 52:10SPEAKER_00: Es ist beantwortet.
- 52:11SPEAKER_01: Haben wir ja lange gebraucht, aber es ist final beantwortet.
- 52:13SPEAKER_00: So, und jetzt ist die Sache der E-Commerce tot, sondern wie nutzen wir den E-Commerce selbstverständlich als Vertriebskanal?
- 52:22SPEAKER_00: Ja.
- 52:23SPEAKER_00: So.
- 52:25SPEAKER_00: Und da bin ich jetzt, da komme ich jetzt zu dir.
- 52:28SPEAKER_00: Da kannst du sicher vielen helfen und da können vielleicht auch Agenturen noch helfen.
- 52:32SPEAKER_00: Nicht, ich baue dir den geilsten Shops und bla bla bla, sondern Mittelständler XY möchte jetzt selbstverständlich den Vertriebskanal E-Commerce aufbauen.
- 52:45SPEAKER_00: Wie machen wir das?
- 52:46SPEAKER_00: Ja.
- 52:47SPEAKER_00: Und ich glaube, da brauchen auch ganz viele Hilfe.
- 52:50SPEAKER_00: Und die Jungen, so wie wir vielleicht, oder jetzt die nach uns, die Jüngeren, die machen das jetzt selbstverständlich.
- 52:58SPEAKER_00: Die gehen jetzt selbstverständlich sofort in den TikTok-Shop, die bauen sich sofort einen Online-Shop und die gehen auch sofort in den Retail und lassen sich nicht nach den alten Retail-Regeln irgendwas vorher erzählen, sondern sagen, ich habe das geilste Produkt, ich habe eine geile Community, ich komme bei euch rein.
- 53:11SPEAKER_01: Ja.
- 53:12SPEAKER_01: Ja, die gehen jetzt komplett anders an, auf jeden Fall.
- 53:15SPEAKER_00: Genau, deshalb, E-Commerce ist nicht tot, E-Commerce ist jetzt einfach erwachsen und ist auch nicht mehr cool und sexy, sondern es ist der ganz normale, ist ein ganz normaler Vertriebsweg, wie der Retail auch oder das B2B-Geschäft auch, oder ist das Schneeballsystem, keine Ahnung.
- 53:35SPEAKER_00: Also jeder Vertriebsweg.
- 53:37SPEAKER_01: Ja, genau.
- 53:37SPEAKER_01: Und so gesehen war es ja, dass wir 25 Jahre Pionierphase hatten oder manche vielleicht sogar noch länger, ist ja echt eh verrückt.
- 53:45SPEAKER_01: Ist ja Wahnsinn, wer macht es schon so lange?
- 53:47SPEAKER_01: Immer das gleiche.
- 53:47SPEAKER_01: Stell dir mal vor, du hast 25 Jahre haben es auch das Automobil entwickelt ungefähr.
- 53:53SPEAKER_01: Dann war immer alles gleich.
- 53:55SPEAKER_01: Und jetzt ist es immer am Punkt, jetzt ist alles gleich.
- 53:58SPEAKER_01: So, zum Ende vielleicht nur eins zu sagen, wer sich fühlt, dass er nicht gleich ist, sondern er hat es ein bisschen besser gemacht als alle anderen, den kann ich nochmal ermutigen.
- 54:08SPEAKER_01: Jetzt ist die Anmeldephase für einen Usability Award.
- 54:12SPEAKER_01: Das ist nämlich schon noch eins meiner großen Steckenpferde und Leidenschaftler.
- 54:16SPEAKER_01: Ich glaube, in jeder Bubble braucht man einen roten Teppich.
- 54:20SPEAKER_01: Auch wenn du da bewirbst, auch wenn du da gewinnst, wirst du danach nicht eine Dose mehr verkaufen, nicht einen Euro mehr Umsatz machen, aber dir auf die Schultern klopfen mit deinem Team und das ist einfach auch super viel wert.
- 54:30SPEAKER_01: Also anmelden, mitmachen, du bist der beste Beweis, Erik, dass man da schon mal sehen kann.
- 54:36SPEAKER_00: Wenn ich eingeladen werde, komme ich gern vorbei.
- 54:39SPEAKER_01: Das Besondere ist an diesem Usability Award kommt auch Erik Reins jetzt vorbei.
- 54:44SPEAKER_00: Da könnt ihr mir dann endlich eure Meinung ins Gesicht sagen und sagen, was redest du eigentlich die ganze Zeit von Mr.
- 54:51SPEAKER_01: Also vielen Dank für die Folge.
- 54:54SPEAKER_00: Ich danke dir.
- 54:56SPEAKER_01: Und wir hören uns nächste Woche wieder.
- 54:58SPEAKER_00: Machen wir.
- 54:58SPEAKER_00: Bis dann.
- 54:59SPEAKER_00: Ciao, ciao.
- 55:00SPEAKER_01: Ciao.