Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #4 Folge 12: ACAMPROSAT - Die Pille gegen das Verlangen nach Alkohol
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu dieser neuen Ausgabe.
- 0:03Ich freu mich riesig, dass du heute wieder eingeschaltet hast,
- 0:06um dir Zeit für dich und ein echt wichtiges Thema zu nehmen.
- 0:10Heute tauchen wir gemeinsam mal tiefer ein in die Welt von
- 0:13Acamprosat, das ist ein Medikament, das vielen Menschen
- 0:17nach einem Alkoholentzug hilft, ja nüchtern zu bleiben,
- 0:21Stabilität zu finden. Unsere Mission für die nächste,
- 0:24sagen wir mal Viertelstunde. Wir schauen uns ganz genau die
- 0:27Infos an, die Gabriel auf seiner Webseite nilex Berlin
- 0:31zusammengetragen hat. Wir wollen verstehen, wie
- 0:34Acamprosat wirkt, für wen es gedacht ist und was du halt
- 0:37drüber wissen solltest. Nicht nur Fakten sammeln,
- 0:40sondern wirklich ein Gefühl dafür bekommen.
- 0:42Richtig, genau darum geht es. Wir wollen heute die Mechanismen
- 0:46und ja, die Fakten hinter Acamprosat beleuchten, basierend
- 0:50auf dem Material von Nilex Berlin.
- 0:52Es geht darum, die wissenschaftlichen Hintergründe
- 0:55so aufzubereiten, dass du die Rolle dieses Medikaments im
- 0:58Gesamtbild der Suchtbehandlung vielleicht besser einordnen
- 1:01kannst. Und bevor wir da jetzt richtig
- 1:03einsteigen, es gibt da was das diese Quelle finde ich ganz
- 1:07besonders macht. Der Gründer von Nielix Berlin
- 1:10und Autor des Artikels Gabriel ist ja selbst von sucht und auch
- 1:15psychischen Herausforderungen betroffen.
- 1:18Das ist n ganz entscheidender Punkt.
- 1:21Gabriel teilt auf nielix Berlin sehr, sehr offen und ehrlich
- 1:24seine eigenen Erfahrungen und das macht seine Texte halt total
- 1:28authentisch und schafft ne direkte Verbindung zu dir als
- 1:31Hörer. Ne, es ist diese Ebene von OK,
- 1:34ich weiß wovon ich spreche, ich war selbst dort, das gibt vielen
- 1:37das Gefühl, OK, ich bin mit meinen Kämpfen nicht allein,
- 1:40diese persönliche Perspektive, die macht die Information
- 1:42irgendwie nahbarer und oft auch ja verständlicher als so rein
- 1:46klinische Darstellungen. Absolut.
- 1:49Das schafft Vertrauen und ne ganz andere Basis für das, was
- 1:52wir jetzt besprechen. Also lass uns starten.
- 1:55Der körperliche Entzug ist geschafft, was ja schon ne
- 1:58Riesenleistung ist. Hut ab davor.
- 2:00Auf jeden Fall. Aber dann dann meldet sich auf
- 2:03dieses nagende Gefühl im Kopf, dieses ständige Verlangen nach
- 2:07Alkohol. Fachleute nennen das Craving
- 2:10oder Suchtdruck, und genau hier kommt Acamprosat dass du
- 2:14vielleicht unter dem Handelsnamen Campral kennst in
- 2:17Spiel. Es ist ein sogenanntes
- 2:19antikraving Medikament, wie Gabriel in seinem Text auch
- 2:23betont. Es ist kein Wundermittel, aber
- 2:26ein wissenschaftlich anerkanntes und, ja, wichtiges Werkzeug.
- 2:29Gabriel verwendet in seinem Artikel ne wirklich gute
- 2:32Analogie, um die Wirkung zu erklären.
- 2:34Also stell dir dein Gehirn nach langer Zeit des Alkoholkonsums
- 2:37wie ein komplett verstelltes Soundsystem vor.
- 2:41Der Alkohol hat über Jahre hinweg das beruhigende Gaba
- 2:43System künstlich hochgefahren, also den Bass voll aufgedreht.
- 2:48Und gleichzeitig das anregende, erregende Glutamatsystem
- 2:51Runtergeregelt, die Höhen leiser gestellt, um das irgendwie
- 2:54auszugleichen. Das ist n starkes Bild, echt gut
- 2:58und im Entzug passiert dann das genaue Gegenteil oder der
- 3:01Alkohol als externer Regler fällt weg.
- 3:04Genau, plötzlich ist das Glutamatsystem, das vorher
- 3:07runtergeregelt war, völlig überaktiv.
- 3:09Die Höhen kreischen sozusagen schrill und unerträglich.
- 3:13Gleichzeitig ist das Gaba System der Bass.
- 3:16Total im Keller dein Gehirn befindet sich in einem Zustand
- 3:19permanenter über Erwägung. Es ist laut, unruhig, gestresst
- 3:23und es schreit förmlich nach Alkohol, um diesen, ja
- 3:27unerträglichen Zustand zu beenden und dieses vermeintliche
- 3:30Gleichgewicht wiederherzustellen.
- 3:32Ah. OK und Acanprosaat greift hier
- 3:35ein. Wieso eine Art professioneller
- 3:37Tontechniker für dieses übersteuerte Gehirnsoundsystem?
- 3:41Ja, so kann man das sehen. Genau.
- 3:44Es scheint primär diese überschießende Aktivität des
- 3:47Glutamatsystems zu dämpfen. Es hilft, das neurochemische
- 3:51Gleichgewicht wieder ein Stück weit, na ja, in Richtung
- 3:55Normalität zu verschieben. Dadurch wird dieses laute,
- 3:59fordernde Schreien des Gehirns nach Alkohol leiser, der
- 4:04Suchtdruck lässt nach. Lass uns da noch ein bisschen
- 4:07tiefer reingehen. Wie funktioniert das auf der
- 4:10Ebene der Gehirnchemie, was weiß man denn da genau drüber?
- 4:12Ja, also was faszinierend ist, die aktuell führende Hypothese
- 4:16fokussiert sich eben auf dieses gestörte Gleichgewicht zwischen
- 4:19Glutamat, dem erregenden Botenstoff, und GABA, dem
- 4:23hemmenden. Chronische Alkoholkonsum zwingt
- 4:26das Gehirn, sich anzupassen klar, um diese ständige Dämpfung
- 4:30durch den Alkohol auszugleichen, produziert es mehr erregende
- 4:33Glutamatrezeptoren und baut gleichzeitig hemmende Gaba
- 4:36Rezeptoren ab. Logisch ne, wenn der Alkohol im
- 4:40Entzug plötzlich fehlt, ja dann feuert dieses Hochregulierte
- 4:43Glutamatsystem unkontrolliert los, das führt zu dieser
- 4:47massiven Übererregung. Die sich dann in innerer Unruhe,
- 4:50Ängsten, Schlafstörungen und eben diesem quälenden Craving
- 4:54äußert. Ok, verstehe.
- 4:55Und Acamprosat scheint hier modulierend einzugreifen, vor
- 5:00allem am sogenannten nmda Rezeptor.
- 5:03Das ist eine der wichtigsten Andockstellen für Glutamat im
- 5:06Gehirn, quasi ein Hauptschalter, über den Glutamat seine
- 5:09erregende Wirkung entfaltet. Ganz wichtig ist dabei
- 5:13Acamprosat blockiert diesen Rezeptor nicht komplett, das
- 5:16wäre gefährlich. Es scheint vielmehr dessen durch
- 5:21den Entzug entstandene Überaktivität zu normalisieren,
- 5:24zu dämpfen. Es reduziert die übermäßige
- 5:27Signalübertragung. Also wenn ich das richtig
- 5:30verstehe, wirkt es wie ein Dimmer für diese überaktiven
- 5:33glutamatsignale. Es nimmt die Schrillsten
- 5:36Spitzenweg und reduziert damit dieses ständige Grundrauschen
- 5:40der Übererregung im Gehirn. Das ist ne gute Beschreibung.
- 5:42Ja, durch diese Dämpfung der Glutamatergen Hyperaktivität
- 5:47wird das Gehirn beruhigt ohne sediert zu werden, also ohne
- 5:50müde zu machen und das führt eben dazu, dass das Verlangen
- 5:53nach Alkohol der Suchtdruck spürbar nachlassen kann.
- 5:57Es verschafft dir sozusagen eine Atempause vom ständigen Kampf
- 6:01gegen das Craving. OK, das macht die Wirkweise
- 6:04schon viel, viel klarer. Aber wie sieht das jetzt in der
- 6:08Praxis aus, wie nimmt man Acamprosat richtig ein, gibt es
- 6:12da was zu beachten? Ja, also die Dosierung ist
- 6:15abhängig vom Körpergewicht und wird immer individuell vom Arzt
- 6:18festgelegt. Das ist wichtig.
- 6:20Gabriel schreibt in seinem Text, dass es häufig dreimal täglich 2
- 6:23Tabletten sind, morgens, mittags und abends, und ganz wichtig
- 6:27dabei, die Tabletten soll man unzerkaut mit einem Glas Wasser
- 6:30schlucken. Ein praktischer Tipp aus der
- 6:32Quelle, die Einnahme zu den Mahlzeiten kann die
- 6:34Verträglichkeit für den Magen Darm Trakt verbessern.
- 6:37Das ist oft eine gute Idee. Das ist ja oft die Hürde oder
- 6:40diese Regelmäßigkeit bei der Einnahme, gerade wenn man
- 6:43dreimal am Tag dran denken muss. Absolut.
- 6:45Das erfordert Disziplin und eine gute Routine.
- 6:47Klar, und hier kommt ein ganz entscheidender Punkt, den
- 6:50Gabriel auch stark hervorhebt. Acamprosat ist kein Mittel gegen
- 6:54die akuten körperlichen Entzugserscheinungen.
- 6:57Also dieses starke Zittern, schwitzen, Übelkeit oder gar
- 7:00Krampfanfälle. Dafür ist es nicht gedacht und
- 7:03auch nicht wirksam. Das ist wichtig zu verstehen.
- 7:05OK, also nicht für den akuten Entzug.
- 7:08Exakt, es ist eine Unterstützung zur Stabilisierung nach dem
- 7:12akute körperliche Entzug abgeschlossen ist.
- 7:15Man kann es sich wie eine Krücke vorstellen, die Gabriel auch als
- 7:18Analogie nutzt. Sie hilft dir nach einer
- 7:20Verletzung wieder stabiler zu gehen, während die eigentliche
- 7:23Heilung stattfindet und du lernst wieder sicher, ohne sie
- 7:26zu laufen. Der Erfolg von Acamprosat hängt
- 7:30entscheidend von deiner Mitarbeit ab und das ist ganz
- 7:32zentral von einer begleitenden Psychotherapie oder
- 7:35psychosozialen Betreuung. Zahlreiche Studien belegen das
- 7:39die Kombi aus Medikament und Therapie ist deutlich wirksamer
- 7:42als das Medikament allein. Nun ist acamprosat ja nicht das
- 7:47einzige Medikament in diesem Bereich.
- 7:49Gabriel vergleicht in seinem Artikel 3 Hauptmedikamente, die
- 7:53zur Rückfallprophylaxe eingesetzt werden können.
- 7:57Wir die mal kurz gegenüberstellen, das hilft sich
- 7:59ja vielen bei der Orientierung. Sehr gerne.
- 8:01Das ist wichtig, denn sie wirken auf ganz unterschiedliche Weise,
- 8:05wie du sagst und sind daher für unterschiedliche Bedürfnisse,
- 8:08oder ja, wie es manchmal genannt wird, Trinktypen mehr oder
- 8:12weniger geeignet. Da haben wir zuerst acamprosat
- 8:16Cambral, über das wir gerade ausführlich sprechen.
- 8:19Das ist der Verlangensdämpfer, es reduziert das Craving, also
- 8:24diesen inneren drang, diesen sog zum Alkohol.
- 8:27Laut Gabriels Zusammenfassung ist es besonders geeignet für
- 8:30den sogenannten Erleichterungstrinker, also
- 8:32jemand, der primär trinkt, um unangenehme Gefühle wie
- 8:35Anspannung, Angst oder Stress zu lindern.
- 8:38Hier hilft Acamprosat, diese innere Unruhe und damit den
- 8:41Drang zu trinken zu reduzieren. OK, verstanden der
- 8:46Verlangensdämpfer und dann gibt es noch naltrexon Adepend, wie
- 8:51wirkt das? Naltrexon ist der
- 8:54Belohnungsblocker. Es gehört zur Gruppe der Opioid
- 8:58Antagonisten, das heißt, es blockiert bestimmte Rezeptoren
- 9:02im Gehirn an die normalerweise körpereigene Endorphine oder
- 9:06eben auch Alkohol andocken, um ein Belohnungsgefühl diesen Kick
- 9:11auszulösen. Wenn diese Rezeptoren blockiert
- 9:14sind, wird die euphorisierende, angenehme Wirkung des Alkohols
- 9:18stark gedämpft oder bleibt ganz aus.
- 9:20Der Kick fehlt halt, das ist laut der Quelle eher ideal für
- 9:24den Belohnungstrinker jemand, der trinkt, um positive Gefühle
- 9:29zu erzeugen oder zu verstärken und bei dem der Konsum oft mit
- 9:32Kontrollverlust einhergeht, und das siehst du auch daran, dass
- 9:36Naltrexon eben auf das Opioid System abzielt, die
- 9:39Belohnungsschaltkreise. Während Acamprosat eher die
- 9:43Übererregung durch das Glutamat System dämpft, was oft hinter
- 9:47dem Erleichterungstrinken steckt. 2 verschiedene Ansätze,
- 9:50je nachdem was dein Gehirn am meisten braucht, sozusagen.
- 9:54OK, belohnungsblocker macht Sinn und als drittes Medikament wird
- 9:58Disulfiran Antabus genannt. Das klingt ja schon irgendwie
- 10:03abschreckend. Puh, ja, das ist es auch.
- 10:06Und genau das ist seine Wirkung. Diesulfiram ist der Abschrecker
- 10:10es blockiert ein Enzym in der Leber, das für den Abbau von
- 10:14Alkohol unerlässlich ist. Wenn man unter diesulfiram
- 10:17Alkohol trinkt, reichert sich ein giftiges Abbauprodukt namens
- 10:21Acetaldylhit im Körper an. Und das führt innerhalb
- 10:24kürzester Zeit zu einer sehr heftigen und extrem unangenehmen
- 10:28körperlichen Reaktion. Starkes Herzrasen, Übelkeit,
- 10:31Erbrechen, Kopfschmerzen, Atemnot, Hautrötung, eine echte
- 10:35Vergiftungsreaktion. Das ist quasi eine eingebaute,
- 10:38sehr starke äußere Bremse. Aufgrund der Risiken ist es aber
- 10:42nur für hochmotivierte Patienten geeignet, die absolut abstinent
- 10:46leben wollen und diese Art der Aversionsbehandlung wünschen und
- 10:49auch vertragen können. Boah, das sind wirklich 3 ganz,
- 10:52ganz unterschiedliche Ansätze. Das macht echt deutlich wie
- 10:55wichtig da ne individuelle Beratung und Entscheidung ist,
- 10:58ne? Die Wahl, welches Medikament,
- 11:00wenn überhaupt, das Richtige für dich ist, trifft immer der
- 11:04behandelnde Arzt gemeinsam mit dir basierend auf deiner
- 11:08persönlichen Situation, deinen Zielen und auch deinem
- 11:10Trinkmuster klar. Exakt.
- 11:12Und wie bei jedem wirksamen Medikament müssen wir natürlich
- 11:15auch über mögliche Nebenwirkungen sprechen.
- 11:18Das gehört dazu. Richtig.
- 11:20Gabriel listet in seinem Text als häufigste Nebenwirkungen
- 11:23Magen, Darm Probleme auf. Das können Durchfall sein,
- 11:27Bauchschmerzen, Übelkeit oder Blähungen.
- 11:30Die gute Nachricht dabei, so steht es im Text, diese
- 11:33Beschwerden legen sich oft nach einigen Wochen von selbst, wenn
- 11:36sich der Körper angepasst hat. Ja, die Quelle nennt hier die
- 11:40Häufigkeiten sehr häufig oder häufig.
- 11:42Das betrifft statistisch bis zu eine von 10.
- 11:45Personen können eben diese Magen Darm Beschwerden auftreten.
- 11:49Auch Juckreiz, Hautausschlag oder Veränderungen der Libido,
- 11:54also des sexuellen Verlangens sowohl Steigerung als auch
- 11:57Verminderung sind da beschrieben, gehören zu den
- 12:00häufigeren Nebenwirkungen. Selten oder sehr selten sind
- 12:03schwere allergische Reaktionen möglich, wie bei fast jedem
- 12:06Medikament. Der wichtigste Rat dazu aus
- 12:09Gabriels Artikel, und das sollten wir echt betonen, wenn
- 12:12Nebenwirkungen auftreten, sprich immer mit deinem Arzt darüber,
- 12:17bitte nicht einfach auf eigene Faust absetzen, oft gibt es ja
- 12:20Möglichkeiten, die Verträglichkeit zu verbessern
- 12:22oder die Nebenwirkungen sind tatsächlich nur vorübergehend
- 12:25und da ist ja immer dieser Balanceakt oder Wirkung gegen
- 12:29Nebenwirkungen, das muss individuell passen.
- 12:31Absolut. Diese Balance ist eben
- 12:33entscheidend. Kommen wir mal zum Alltag mit
- 12:36Acamposat. Gabriel nennt diesen Abschnitt
- 12:39in seinem Artikel der Tag danach, auch wenn es keinen
- 12:42klassischen Kater gibt, wie wir ihn vom Alkohol kennen.
- 12:45Stimmt, die Herausforderungen sind eben anderer Natur, zum
- 12:49Beispiel der Umgang mit möglichen Nebenwirkungen wie
- 12:52Durchfall, die Tipps aus dem Text sind die Einnahme zu den
- 12:56Mahlzeiten, versuchen auf eine ballaststoffreiche Ernährung
- 12:59achten, kann helfen und vor allem Geduld haben und mit dem
- 13:03Arzt sprechen, denn es ist meist vorübergehend.
- 13:07Ein wichtiger Punkt, der auch angesprochen wird, ist die
- 13:10psychologische Komponente, jeden Tag vielleicht dreimal ne
- 13:14Tablette einnehmen, das ist natürlich auch ne ständige
- 13:17Erinnerung an die Erkrankung Alkoholabhängigkeit, das kann
- 13:21belasten. Klar, Gabriel schlägt hier eine
- 13:23bewusste Umdeutung vor, jede Einnahme nicht als Zeichen der
- 13:27Krankheit sehen, sondern als aktive, bewusste Entscheidung
- 13:31für die eigene Abstinenz, für die Gesundheit, für ein neues
- 13:36Leben. Das ist ein stärker Gedanke.
- 13:39Aber wie schafft man das denn diese tägliche Einnahme nicht
- 13:42als ständige negative Erinnerung zu sehen, sondern positiv
- 13:46umzudeuten, ist ja leichter gesagt als getan, oder?
- 13:50Absolut. Das ist ein Prozess, der oft
- 13:53auch in der Therapie begleitet wird.
- 13:55Es geht darum, die Perspektive zu wechseln, weg von ich muss
- 13:58diese Tablette nehmen, weil ich krank bin hinzu.
- 14:02Ich darf diese Unterstützung nutzen, um mein Ziel der
- 14:05Abstinenz leichter zu erreichen. Jede Tablette ist ein Schritt
- 14:08auf meinem Weg, es kann helfen, die Einnahme vielleicht mit
- 14:12einem kurzen Moment der Achtsamkeit zu verbinden, sich
- 14:15bewusst zu machen, wofür man es tut, für sich selbst.
- 14:19Ja, das leuchtet ein. Und noch eine wichtige
- 14:22Klarstellung aus dem Text Acamprosat ist keine Panzerung
- 14:27gegen Trigger oder schwierige Situation.
- 14:30Das ist wichtig, ne. Es macht dich nicht immun gegen
- 14:33Versuchungen oder schlechte Tage.
- 14:35Es ist eine Hilfe, eine Unterstützung, die dir etwas den
- 14:38Wind aus den Segeln des Cravings nehmen kann, aber die
- 14:42eigentliche Arbeit, also lernen mit Risikosituationen umzugehen,
- 14:46Gefühle anders zu regulieren, neue Bewältigungsstrategien
- 14:49entwickeln, die muss trotzdem in der Psychotherapie und im Alltag
- 14:53geleistet werden. Die Analogie, die Gabriel nutzt,
- 14:56Pasta sehr gut, finde ich. Akamprosat ist kein Aufzug, der
- 15:00dich mühelos nach oben bringt, sondern eher ein stabiles
- 15:03Geländer beim anstrengenden Aufstieg, das dir Halt gibt.
- 15:06Genau. Und das Thema sucht betrifft ja
- 15:09selten nur die Person allein, sondern eben auch das nahe
- 15:12Umfeld. Deshalb gibt Gabriels Artikel
- 15:14auch ganz konkrete Tipps für Angehörige.
- 15:16Ja, das ist ein wichtiger Aspekt.
- 15:19Wenn dein Partner ein Freund oder ein Familienmitglied
- 15:22acamposat nimmt, ist das ja erst mal ein positives Zeichen.
- 15:26Ein aktiver Schritt. Wie kann man als Angehöriger da
- 15:30am Besten unterstützen? Die Quelle nennt konkrete Do's
- 15:34and Don's. Fangen wir mit den Do's an, also
- 15:36was wirklich hilft? Erstens die Regelmäßigkeit der
- 15:39Einnahme unterstützen, aber mit Fingerspitzengefühl, also beim
- 15:43Etablieren einer Routine helfen ja, aber auf keinen Fall
- 15:47kontrollieren oder ständig nachfragen.
- 15:49Der Ton macht die Musik ne ein unterstützendes Denk dran, es
- 15:53ist Zeit für ist was anderes als ein Misstrauisches hast du deine
- 15:57Tapete genommen, zweitens die Wirkung verstehen und
- 16:01akzeptieren, es ist ein medizinisches Hilfsmittel, das
- 16:04biochemische Prozesse im Gehirn beeinflusst.
- 16:07Es ist kein Zeichen von Schwäche oder mangelnder Willenskraft,
- 16:10wenn jemand diese Hilfe in Anspruch nimmt, das muss man
- 16:13verstehen, drittens den Fokus auf die Therapie legen und die
- 16:17Person darin bestärken. Ermutigen, die begleitende
- 16:20Therapie oder Selbsthilfegruppe konsequent zu besuchen, denn
- 16:23dort findet die entscheidende psychologische Arbeit statt.
- 16:26Und genauso wichtig, was sollte man als Angehöriger unbedingt
- 16:30vermeiden? Die dont s erstens falsche
- 16:35Erwartungen haben Acamprocat ist kein Wundermittel und keine
- 16:39Garantie für sofortige und dauerhafte Abstinenz es wird
- 16:43weiterhin schwierige Tage geben, vielleicht auch mal Rückschritte
- 16:47oder Suchdruck. Das gehört zum Prozess der
- 16:50Genesung einfach dazu. Zweitens, bei einem eventuellen
- 16:55Rückfall das Medikament oder die ganze Behandlung in Frage
- 16:59stellen. Ein Rückfall bedeutet nicht,
- 17:01dass Acamprosat versagt hat sucht ist eine chronische
- 17:04Erkrankung mit Rückfallrisiko wichtig ist, wie man damit
- 17:08umgeht, drittens Druck aufbauen oder Vorwürfe machen Sätze wie
- 17:14Du nimmst doch jetzt Tabletten, warum bist du immer noch so
- 17:17gereizt oder launisch oder sind absolut kontraproduktiv,
- 17:21verletzend und sie zeigen halt ein mangelndes Verständnis für
- 17:25die Komplexität der Erkrankung. Ja, das ist leider häufig ein
- 17:29weiterer zentraler Punkt, der im Text von Nilix Berlin betont
- 17:33wird. Acamprosat ist immer nur ein
- 17:36Teil einer umfassenden Gesamtstrategie.
- 17:38Es gibt ja ganz entscheidende, nicht medikamentöse Bausteine
- 17:42und gesündere Alternativen zum Umgang mit Stress und Gefühlen.
- 17:47Ja, genau. Das Medikament allein reicht
- 17:49nicht. Die eigentliche Veränderung
- 17:51findet woanders statt, das sagtest du ja schon.
- 17:53Ganz genau an erster Stelle steht hier die professionelle
- 17:57Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie
- 18:01KVT. Die gilt als Goldstandard in der
- 18:04Suchtbehandlung. Hier lernst du die
- 18:06tieferliegenden Ursachen deiner Sucht zu verstehen, Trigger zu
- 18:10erkennen und zu bewältigen, mit Craving umzugehen und gesunde
- 18:14Bewältigungsstrategien, sogenannte Coping Skills, zu
- 18:18entwickeln. Das ist das Kernstück, dann sind
- 18:22da die Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker oder
- 18:25andere Gruppen. Die bieten, was Unschätzbares.
- 18:28Gemeinschaft mit Menschen, die genau wissen, was du
- 18:31durchmachst. Gegenseitiges Verständnis, ein
- 18:34strukturiertes Programm und wichtigen sozialen Halt, gerade
- 18:38außerhalb des Alten, oft alkoholgeprägten Umfeldes.
- 18:42Weiterhin sind Stressmanagementtechniken enorm
- 18:45wichtig. Achtsamkeitstraining,
- 18:47Meditation, Yoga, Progressive Muskelentspannung oder auch
- 18:51regelmäßiger Sport, das kann helfen, mit Stress, Anspannung
- 18:55und negativen Gefühlen klarzukommen, also genau den
- 18:58Zuständen, die früher vielleicht den Griff zur Flasche ausgelöst
- 19:01haben und nicht zuletzt der aktive Aufbau eines nüchternen
- 19:06sozialen Netzwerks. Das bedeutet, Menschen zu
- 19:09finden, Freundschaften zu pflegen und Aktivitäten und
- 19:13Hobbys nachzugehen, die nichts mit Alkohol zu tun haben und dir
- 19:16einfach Freude bereiten. OK, sehr wichtig.
- 19:20Jetzt kommen wir zu einem Abschnitt, den Gabriel
- 19:23ausführliche FIQ nennt. Hier beantworten wir fragen, die
- 19:27dir vielleicht auch schon durch den Kopf gegangen sind.
- 19:29Wir versuchen das so zu tun, als würdest du uns die Fragen direkt
- 19:33stellen, ganz offen und ehrlich wie unter Freunden.
- 19:36Die erste Frage ist eine ganz zentrale, glaube ich.
- 19:39Macht Akamprosat eigentlich selbstsüchtig?
- 19:42Hm ja, wichtige Frage, hier gibt es eine ganz klare und
- 19:46eindeutige Antwort aus der Wissenschaft und auch von
- 19:48Gabriel. Nein, absolut nicht.
- 19:51Acamprosat hat absolut kein eigenes Sucht oder
- 19:54Abhängigkeitspotential es wirkt nicht berauschend, es macht
- 19:57nicht high, es ist kein Betäubungsmittel, es beeinflusst
- 20:00die Gehirnchemie auf eine Weise, die das Verlangen nach Alkohol
- 20:03reduziert, aber es erzeugt selbst keine Abhängigkeit, da
- 20:06kannst du völlig unbesorgt sein. OK, das ist wirklich ne wichtige
- 20:10Beruhigung. Nächste Frage, die sicher viele
- 20:13beschäftigt, wie lange muss ich acamprosat eigentlich einnehmen,
- 20:17gibt es da so ne Regel? Na ja, ne feste Regel nicht
- 20:20direkt, das ist. Sehr individuelle Entscheidung,
- 20:23die immer der Arzt trifft. Basierend auf dem Verlauf deiner
- 20:26Genesung. Gabriel nennt in seinem Artikel
- 20:29als typischen Zeitraum etwa 6 bis 12 Monate, manchmal auch
- 20:33länger. Der Grund für diese
- 20:34längerfristige Einnahme ist, dass man die Abstinenz gerade in
- 20:38der kritischen Anfangsphase nach dem Entzug stabilisieren möchte.
- 20:42Das Gehirn braucht eben Zeit, um sich Neurochemisch wieder
- 20:45anzupassen und ja, quasi neu zu justieren, nachdem es sich über
- 20:49lange Zeit an den Alkohol gewöhnt hatte.
- 20:51Acamprosat unterstützt diesen Anpassungsprozess.
- 20:54Dritte Frage, die bestimmt oft aufkommt, ist Acamprosat, also
- 20:58eine Art Wundermittel gegen Alkoholismus, so die Pille, die
- 21:02alles löst. Ein klares Nein.
- 21:05Ganz und gar nicht. Das wird im Text von Nielix
- 21:07Berlin immer wieder betont, und das ist auch richtig so.
- 21:11Agamprosat ist ein unterstützendes Hilfsmittel, ein
- 21:13Werkzeug im großen Werkzeugkasten der Recovery.
- 21:17Es kann ne wertvolle Hilfe sein, klar, aber es ist keine magische
- 21:20Pille, die die sucht einfach verschwinden lässt.
- 21:23Der Erfolg hängt ganz entscheidend von deiner eigenen
- 21:25Motivation ab, deiner Bereitschaft zu Veränderung und
- 21:28wie wir schon mehrfach gesagt haben, von der aktiven Teilnahme
- 21:31an einer begleitenden psychosozialen Therapie.
- 21:34Dort lernst du die Ursachen deiner Sucht zu bearbeiten und
- 21:38neue gesunde Lebensstrategien zu entwickeln.
- 21:41Das Medikament allein kann das nicht leisten.
- 21:43Es nimmt einem die Arbeit nicht ab.
- 21:45Nee. Genau, es ist ne Unterstützung,
- 21:47keine Lösung per se verstanden. Letzte Frage aus dem FAQ was
- 21:54passiert eigentlich wenn ich trotz der Einnahme von
- 21:57Acamprosat Alkohol trinke? Bekomme ich dann so ne schlimme
- 22:01Reaktion wie bei diesem Diesulfyram?
- 22:03Nein, das ist ein wichtiger Unterschied.
- 22:06Acamprosat ist kein Aversionsmittel wie Diesulfyram,
- 22:09also antabus. Du wirst also nicht sofort
- 22:12körperlich schwer krank, wenn du Alkohol trinkst.
- 22:14Es gibt keine eingebaute Bestrafung oder so.
- 22:17Aber, und das ist der entscheidende Punkt, wenn du
- 22:20trinkst, während du acamprosat nimmst, untergräbst du natürlich
- 22:23den Sinn der Behandlung. Der Zweck des Medikaments ist
- 22:26ja, dich dabei zu unterstützen, Abstinenz zu bleiben, ein
- 22:30Rückfall ist menschlich und kein Weltuntergang, das muss man auch
- 22:33sagen, aber er sollte immer ein Anlass sein, sofort und ehrlich
- 22:36mit deinem Arzt und deinem Therapeuten darüber zu sprechen.
- 22:40Nur dann könnt ihr gemeinsam schauen, warum es passiert ist
- 22:42und wie die Behandlungsstrategie vielleicht angepasst werden
- 22:45muss. Offenheit ist hier echt das A
- 22:47und O. Mhm.
- 22:49Gabriel erwähnt in seinem Artikel auch noch einen Lesetipp
- 22:52zur Vertiefung. Das Buch nüchtern von Daniel
- 22:56Schreiber. Das ist wohl eine sehr
- 22:59persönliche und gleichzeitig gesellschaftliche
- 23:01Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol und Nüchternheit.
- 23:05Klingt interessant. Ja, und es wird auch darauf
- 23:07hingewiesen, dass die Informationen im Artikel nicht
- 23:10einfach aus der Luft gegriffen sind, sondern auf soliden
- 23:13wissenschaftlichen Quellen basieren.
- 23:15Genannt werden zum Beispiel die offizielle S 3 Leitlinie zur
- 23:19Behandlung alkoholbezogener Störungen oder auch sogenannte
- 23:22Cochrane Reviews, die die Wirksamkeit von Medikamenten
- 23:26systematisch untersuchen, das unterstreicht einfach die
- 23:29Seriosität der Informationen, die Gabriel da zusammengetragen
- 23:32hat. Gut.
- 23:33Kommen wir also zum Fazit, dass Gabriel auf nilix Berlin zieht.
- 23:38Acampprozat kann ein wirklich wichtiger Baustein sein, gerade
- 23:43in der frühen Phase der Recovery nach dem Entzug.
- 23:46Es kann dir helfen, etwas Luft zu bekommen, indem es dieses
- 23:50laute ständige Schreien des Suchtgedächtnisses, also das
- 23:53Craving, dämpft. Richtig.
- 23:56Es kann dir die nötige Kraft und vielleicht auch die Klarheit
- 23:58geben, um dich auf die eigentliche tiefgreifende Arbeit
- 24:01zu konzentrieren. Die Psychotherapie, das
- 24:04aufarbeiten von Problemen, den Aufbau eines neuen, erfüllenden
- 24:08und abstinenten Lebens. Es ist kein Allheilmittel, aber
- 24:11ein wertvolles Werkzeug im Recovery Koffer.
- 24:14Das seine Stärken am besten in Kombination mit Therapie und
- 24:18Selbsthilfe entfaltet. Der wichtigste Rat bleibt sprich
- 24:21offen mit deinem Arzt darüber, ob Akamprozat für dich eine
- 24:24sinnvolle Unterstützung sein könnte.
- 24:26Das fasst die Kernpunkte aus Gabriels Text super zusammen,
- 24:29finde ich. Und weil diese persönliche
- 24:31Perspektive und die sorgfältige Aufbereitung von Informationen
- 24:35so wertvoll sind. Möchten wir noch kurz darauf
- 24:37eingehen, wie Du Gabriels Arbeit bei Nielix Berlin unterstützen
- 24:40kannst? Wenn du das möchtest, ja.
- 24:42Also Gabriel würde sich riesig über deine Unterstützung freuen.
- 24:45Du kannst ihm helfen, indem du diesen Beitrag auf Social Media
- 24:48teilst oder den Podcast auf Plattformen wie Spotify oder
- 24:51Apple Podcasts bewertest und Likest.
- 24:54Es ist wichtig zu wissen, das gesamte Projekt Nielix Berlin
- 24:57wird komplett allein von Gabriel finanziert und erstellt.
- 25:00Jede Form der Unterstützung, sei es durch Teilen, Liken oder
- 25:03vielleicht sogar eine kleine Spende.
- 25:05Falls du die Möglichkeit dazu findest, hilft Gabriel enorm
- 25:08dabei, dieses Projekt weiterzuführen, ein Projekt, mit
- 25:10dem er versucht, sich selbst und gleichzeitig anderen Betroffenen
- 25:14zu helfen. Aus allem schlechten in seinem
- 25:17Leben etwas Gutes zu machen, damit sind wir für heute am Ende
- 25:21unserer Betrachtung von Akamprosat.
- 25:23Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und uns zugehört
- 25:26hast. Vielleicht noch eine
- 25:28abschließende Frage, die dich noch ein wenig begleiten kann.
- 25:31Jetzt, wo du mehr über die neurochemische Seite des
- 25:34Cravings und die Wirkweise von Acamprosaat weißt, verändert das
- 25:37vielleicht deinen Blick auf den Umgang mit Suchtdruck im Alltag
- 25:41oder vielleicht auch den Stellenwert, den du der
- 25:43Kombination aus möglicher medikamentöser Unterstützung und
- 25:47der ja unverzichtbaren aktiven Arbeit an dir selbst auf dem Weg
- 25:50der Genesung gibst. Denk vielleicht einfach mal
- 25:53drüber nach. Pass gut auf dich auf und bis
- 25:55zum nächsten Mal.