Latest / Steueraffe / #315 Sportlerpauschalierung: Wie Athleten in Österreich mehr vom Gewinn behalten
Transcript
- 0:03Speaker 2:
- 0:14Speaker 0: Hallo
- 0:15Speaker 1: und herzlich willkommen beim SteuerAffen-Podcast, die im Podcast für alle die Steuern endlich verstehen wollen.
- 0:21Speaker 1: Heute wird sportlich!
- 0:23Speaker 1: Was passiert eigentlich steuerlich wenn Profi oder Amateur Sportler auf dem ganzen Welt unterwegs sind?
- 0:30Speaker 1: Und dabei Preiskälder, Sponsorenverträge und Prämien kassieren – und vor allem Warum zahlen viele von ihnen in Österreich effektiv deutlich weniger Steuern, als man vielleicht erwarten würde?
- 0:43Speaker 1: Die Antwort steckt in einer ganz besonderen Regelung des sogenannten Sportlerbauschellehrungen.
- 0:50Speaker 1: Wir klären euch heute wer davon profitieren kann welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und warum diese Regelung nicht nur den Verwaltungsaufwand reduziert sondern Österreich auch für Spitzenathleten attraktiver macht!
- 1:06Speaker 1: Zu Gast bei uns im Steueraufentstudio ist Nils Schadler von der Hofer Leitinger Steuerberatung.
- 1:11Speaker 1: Hallo Nils!
- 1:12Speaker 0: Hallo Simone!
- 1:13Speaker 1: So, fangen wir gleich einmal an.
- 1:15Speaker 1: Sportlerbauschallierungen – was ist das überhaupt?
- 1:18Speaker 0: Ja also die Sportler-Bauschallierung ist eine besondere einkommenscheuliche Regelung für selbstständig tätige Sportlerinnen und Sportler in Österreich.
- 1:28Speaker 0: Sie kommt dann zur Anwendung, wenn die betroffene Person in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig ist und im diesem Kalender ja überwiegend im Ausland im Rahmen von Sportveranstaltungen auftritt.
- 1:39Speaker 1: Was ist jetzt das Ziel dieser Regelung?
- 1:42Speaker 0: Ja, das Ziel, wie du schon ein bisschen erwähnt hast, ist eigentlich den steuerflichtigen Anteil der Einkünfte vereinfacht zu ermitteln.
- 1:49Speaker 0: anstatt jede einzelne Einnahme um deren internationale Zuordnung mit Detail zu prüfen wird ein pauschaler Anteil angesetzt Und dadurch soll eben der Steuerlehrer vollzug, praktikabler und auch rechtssicherer werden.
- 2:00Speaker 1: Wer kann nun die Sportverbauschellehrung nutzen bzw welche Voraussetzungen müssen überhaupt bestehen?
- 2:07Speaker 0: Ja also zum einen natürlich muss man als Sportler tätig sein und auch selbständig.
- 2:12Speaker 0: Also man muss wirklich ein selbstständiger Sportler sein und kein echtes Dienstverhältnis mit einem Verein oder einem Team haben denn dies schließt die Anwendung der Sportlerbauschulierung aus.
- 2:21Speaker 0: Erfasst sind sowohl Profisportler als auch Amateur oder nebenberuflich tätige Sportler, solange die sportliche Leistung den Mittelpunkt der Tätigkeit bildet.
- 2:31Speaker 1: Wer fällt jetzt nicht darunter?
- 2:32Speaker 0: Trainer zum Beispiel fallen nicht darunter und auch sportliche Leiter.
- 2:37Speaker 0: Denn bei ihnen fällt es ihm diese sportliche Tätigkeiten als Sportler selber nicht der Mittelpunkte.
- 2:43Speaker 1: Welche Voraussetzungen müssen jetzt erfüllt sein?
- 2:46Speaker 0: Damit die Baschulierung angewandt werden kann, ist wie wir jetzt gerade schon gehört haben müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein.
- 2:51Speaker 0: Also zusammenkommen!
- 2:53Speaker 0: Erstens – er muss unbeschränkt die Österreich-Steuerpflichtig sein.
- 2:57Speaker 0: Zweitens muss die Person als selbstständiger Sportler auftreten.
- 3:01Speaker 0: und drittens müssen die Auslandseinsätze bei Sportveranstaltungen im Kalenderjahr überwiegen.
- 3:08Speaker 0: Und viertens natürlich muss man auch den Antrag der Steuererklärung stellen.
- 3:13Speaker 1: Was ist jetzt dabei
- 3:14Speaker 0: maßgeblich?
- 3:15Speaker 0: Ja, maßgeblich ist dabei wie viel Zeit tatsächlich im Zusammenhang mit inländischen und ausländischem Sportveranstaltungen verbracht wurden.
- 3:23Speaker 0: Denn nicht jeder Auslandsaufenthalt zählt automatisch dazu, entscheidend dafür sind Wettkämpfe, Turniere um damit verbundene sportliche Aktivitäten.
- 3:33Speaker 1: Wie funktioniert nun die Sportlerbauschallierung also?
- 3:36Speaker 1: welche Einnahmen zählen dazu, welche Ausgaben können abgesetzt werden.
- 3:40Speaker 0: Ja, also funktionieren dort sie grundsätzlich in zwei Schritten.
- 3:43Speaker 0: Zuerst wird einmal der betriebliche Gewinn ermittelt, also ganz einfach Einnahmen minus Betriebsausgaben.
- 3:48Speaker 0: Einnahmen werden jetzt da zum Beispiel die Startgelder-Preisgelder Sponsoringeinnahmen, Werbeeinnahme und Premium eigentlich quasi alles mit dem der Sportler sein Geld verdient und auch sein regulärer Bezug den er z.B.
- 4:02Speaker 0: von seinem Team wie auch immer quasi monatlich bekommt solange er selbstständig ist.
- 4:07Speaker 1: Und was wären jetzt typische Ausgaben?
- 4:09Speaker 0: Typische Ausgaben in Österreich sind die Sozialversicherungsausgaben, da kommt auch der Sportler nicht aus.
- 4:15Speaker 0: Trainingsgeräte natürlich kommen davon was für ein Sporter macht aber grundsätzlich alles von Fahrrädern, Dänischlägern handeln wie auch immer das ist sehr breit.
- 4:25Speaker 0: Trainungskleidungen und Physiotherapie sind auch Kosten für den Sportler anfallen.
- 4:31Speaker 0: oft haben diese auch einen Management dieser Kosten sind natürlich auch absetzbar und auch Reisekosten sind ein großer Punkt.
- 4:39Speaker 1: Gut, jetzt wissen wir was die Einnahmen mit Ausgaben sind.
- 4:42Speaker 1: und wann greift jetzt die Bauschallierung?
- 4:45Speaker 0: Ja genau nachdem wir den Gewinn ermittelt haben dann greift die Bauchallierung und von dem verbleibenden Gewinn werden da nur dreiunddreißig Prozent in Österreich steuerpflichtig behandelt.
- 4:55Speaker 0: Die restlichen siebenundsechzig Prozent des Gewinns sind in Österreich grundsätzlich steuerfrei aber Sie wären unter Progressionsverbehalt gestellt also Sie erhöhen im Hintergrund den Steuersatz.
- 5:06Speaker 1: Das heißt, wenn man nun diese Bauschellierung nutzt was kann dann nicht mehr angerechnet werden?
- 5:13Speaker 0: Ja, wenn wir die Bauschallierung nutzen können ausländische Quellenstellen in Österreich nicht mehr angerechnet werden.
- 5:19Speaker 0: aber was grundsätzlich kein Nachteil ist wie wir es später auch noch hören werden
- 5:27Speaker 2: Du bist auf der Suche nach einem Steuerberater Dann bist du bei Hofer Leitinger Steuerberatung gut aufgehoben.
- 5:33Speaker 2: Nutze jetzt die Möglichkeit eines kostenlosen Erstgespräch.
- 5:36Speaker 2: Denkbar machbar.
- 5:38Speaker 2: Mehr dazu unter www.hoferleidinger.at.
- 5:45Speaker 1: Die Sportlerbauschallierung, warum ist die jetzt so attraktiv?
- 5:49Speaker 1: Was soll damit erreicht werden und warum gibt es sie überhaupt?
- 5:53Speaker 0: Grundsätzlich hat sich die Regierung damals gedacht das Hauptziel war Verwaltungsvereinfachung Denn wie wir schon gehört haben international tätige Sportler erzielen Einkünfte in vielen verschiedenen Staaten Und ohne eine Bauschallierung werde die steuerliche Zuordnung sehr komplex und sehr anspruchsvoll.
- 6:13Speaker 0: Die Verordnung soll grundsätzlich erstens über den Verwaltungsaufwand reduzieren, internationale Steuerfragen vereinfachen und eben auch eine Rechtssicherheit
- 6:21Speaker 0: schaffen.".
- 6:22Speaker 1: Aber es gibt glaube ich noch ein weiteres Ziel oder?
- 6:25Speaker 0: Ja genau!
- 6:26Speaker 0: Eigentlich verfolgt Österreich damit auch ein weiterer Ziel – und zwar möchte Österreich international erfolgreiche Sportler steuerlich attraktiv im Land behalten.
- 6:36Speaker 0: Denn grundsätzlich ist es so bei Spitzensportlern, die jetzt nicht an einen Ort gebunden sind wie es eben bei diesen selbstständigen Sportlern der Fall ist.
- 6:43Speaker 0: Die könnten ihren Wohnsitz sehr leicht in Niedrigsteuerländer verlegen.
- 6:48Speaker 0: Monaco
- 6:48Speaker 1: zum Beispiel?
- 6:49Speaker 0: Zum Beispiel ja!
- 6:52Speaker 0: Und deshalb ist das auch ein Grundebauschallierung dass sie eben verhindern soll, dass erfolgreiche Athleten und Athletinnen in klassischen Niedrige-Steuerländern abwandern.
- 7:02Speaker 1: Es sparen sich jetzt die Sportler dadurch tatsächlich Steuern?
- 7:06Speaker 0: Ja, im Ergebnis sparen viele Sportler sehr viel an Steueren.
- 7:11Speaker 0: Denn wie wir gehört haben es wird nur ein Drittel des Gewinns in Österreich besteuert und dadurch reduziert sich die Gesamtsteuerbelastung erheblich.
- 7:18Speaker 0: Oft liegt dadurch die Steuerbelastungen nur bei rund sechzehn Prozent des gesamten Einkommens und das ist deutlich niedriger als bei gewöhnlichen Einkommen steuerpflichtigen mit vergleichbaren Einkommen.
- 7:30Speaker 1: Nils, hast du jetzt vielleicht auch ein Beispiel für uns?
- 7:33Speaker 0: Ja ich denke an einem Beispiel kann man sich das am leichtesten vorstellen.
- 7:37Speaker 0: Nehmen wir jetzt einfach einen in Österreich ansässigen Profiradfahrer der eben selbstständig bei dem Team unter Vertrag ist.
- 7:46Speaker 0: Zum einen lebt er in Österreich also ist er im Unbeschränksteuerpflichten in Österreich.
- 7:50Speaker 0: Er verdreht Rennen auf der ganzen Welt Das heißt seine Tätigkeiten sollen ihm aus überwiegen im Ausland und eben er verdient Geld durch das Fixum von Team Preisgelder, Sponsoringprämium war so wie immer alles was damit zum tun hat.
- 8:04Speaker 0: Gleichzeitig hatte dann auch noch hohe Ausgaben die wir vorher schon alle erwähnt haben wie Trainingslager, Reisekosten SV-Beiträge für Sytherapie.
- 8:13Speaker 0: Dann wird eben die Einnahmen ausgabenrechnung gemacht und von diesem Gewinn die dreiunddreißig Prozent besteuert.
- 8:19Speaker 0: Wir nehmen jetzt einfach ein paar Zahlen her um das zu verdeutlichen.
- 8:24Speaker 0: Der Radfahrer hat dreihunderttausend Euro im Jahr zwanzig fünfundzwanzig an Einkünften bezogen.
- 8:31Speaker 0: Somit beträgt sein steuerpflichtiges Einkommen im Rahmen der Sportlerbauschollierung nur neunundneunzigtausend Euro, die restlichen zweihundert-einthausend Euro wandern wie schon gesagt in den Prokessionsvorbehalt.
- 8:43Speaker 0: Daher, wie wir es schon gehört haben, wenn dies während diesen Neuneunzigdausend mit einem Steuersatz von fünfzig Prozent besteuert das eben eine Steuerlast von Neunundvierzigtausenfünf Euro ergeben würde Also nur ums Sechzehn kann man fünf Prozent seiner Einkünfte.
- 8:59Speaker 0: Und jetzt im Vergleich zu einem normalbesteuerten, also würdet ihr diese dreihunderttausend Euro normal besteuern müsst ihr ja ca.
- 9:06Speaker 0: hundertdreißig tausend Eure ansteckern sollen.
- 9:08Speaker 0: Also wirklich mehr als das Doppelte.
- 9:11Speaker 1: Wahnsinn!
- 9:12Speaker 1: Wahnsinn wenn es nicht der Profirad-Fahrer ist sondern eine Tennispielerin wie sieht's da denn aus?
- 9:19Speaker 0: Da wäre es grundsätzlich genau gleich.
- 9:22Speaker 0: Solange die überwiegend internationale Turniere spielt und daher die Voraussetzungen der Auslandstätigkeit erfüllt, kann sie die Pauschalierung genauso anwenden.
- 9:32Speaker 0: Und das ist eben ein sehr großer und wichtiger Punkt für diese Sportlerbauschelung, die sich eben auch so attraktiv macht dass sogar ausländische Athleten nach Österreich ziehen um diese zu nutzen.
- 9:43Speaker 1: Das heißt auch auslänglich.
- 9:44Speaker 1: also man muss jetzt nicht österreichischer Staatsbürger sein um diese Sportlerbauschallierung zu nutzen?
- 9:51Speaker 0: Nein, das muss man nicht.
- 9:52Speaker 0: Wenn man in Österreich leben möchte und die Sportler-Verordnung Bauschallierungen nutzen möchte, hat es nicht an der Staatsbürgerschaft gebunden.
- 10:00Speaker 1: Wie ist nun dein finales Fazit zur Sportlerbauschallierung?
- 10:06Speaker 0: Die Sportlerbauschallierung... ist da immer richtig eine starke steuerliche Vereinfachungsregel für einen Berufsbereich, der stark international geprägt ist.
- 10:15Speaker 0: Zum anderen reduziert sie nicht durch den administrativen Aufwand sondern macht Österreich auch attraktiv für Spitzensportler als Lebensmittelpunkt.
- 10:24Speaker 0: tatsächlich sogar und damit kann man fast sagen dass man sich zwischen bei dieser Regelung zwischen zwei Zielen bewegt einerseits vereinfachtest in Vollzug der Versteuerungen und andererseits die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreichs.
- 10:40Speaker 1: Das heißt, jetzt fassen wir nochmal zusammen die Sportlerbauschellehrung ist ein spannendes Beispiel dafür wie Steuerrecht auf die Realität einer globalen Branche reagieren könnte das heißt weniger Bürokratie klare Regeln und für viele Sportler auch eine spürbar geringere Steuerbelastung hervorruft.
- 11:00Speaker 1: aber eben die Anwendung ist an klare Voraussetzungen geknüpft und sollte immer im Detail geprüft werden.
- 11:07Speaker 1: Und wenn es dazu Fragen gibt, oder wenn man sich da nicht sicher ist ob man diese Sportlerbauschallierung im eigenen Fall anwenden kann.
- 11:16Speaker 1: Wie erreicht man dich dann am besten?
- 11:19Speaker 0: Ja, am besten bei E-Mail Adresse unter gradzeithoferleitinger.at.
- 11:25Speaker 0: Oder reagiert sie einfach auf unsere Social Video Kanäle.
- 11:28Speaker 1: Perfekt!
- 11:29Speaker 1: Das heißt Nils und das Team der Steuerberatung von Hofer Leitinger Steht euch da gerne für Auskünfte zur Verfügung.
- 11:37Speaker 1: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert doch den Steuerhafen-Podcast und teilt diesen auch gerne mit Freunden, Kollegen oder Sportbegeisterten!
- 11:47Speaker 1: Dann sage ich danke euch fürs Zuhören und danke dir Nils für die ausführliche Zusammenfassung.
- 11:52Speaker 0: Danke Sie, Mare!
- 11:53Speaker 2: Tschüss!
- 11:55Speaker 2: Das war Steuerhafe.
- 11:56Speaker 2: wenn ihr noch Fragen, Wünsche oder Anregungen habt Nutz die Social Media Kanäle.
- 12:01Speaker 2: Den Steueraffen findet ihr auf Facebook und auf Instagram.
- 12:04Speaker 2: Hinterlasst einfach ein Like oder einen Kommentar!
- 12:07Speaker 2: Und wenn ihr keine Podcast-Folge mehr verbassen wollt, dann abonniert den Steueraffen mit eurer favorisierten Podcast App.
- 12:14Speaker 2: Weitere Infos findet ihr auch unter www.steueraufer.at.
- 12:18Speaker 2: Vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten Mal Wenn es wieder heißt Gut gebrüllt im Steuernschondel.