Latest / Gin And Talk / Benedikt Franke über Sicherheitspolitik und Diplomatie in Zeiten der Pandemie
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- 0:00Speaker 0: Also das, was wir gedacht haben, dass wir als Europäische Union eigentlich auf so einer Insel der Kluxerlichkeit wohnen im Paradies und uns eher um die Probleme der anderen kümmern müssen irgendwann mal ist ein völliger Fehlschuss gewesen.
- 0:13Speaker 0: Wir müssen uns jetzt um unsere eigenen Probleme kümmern, wir müssen unseren eigenen Platz in der Welt finden – in einer Welt, in der wir immer unwichtiger werden relativ gesehen.
- 0:22Speaker 0: Wir werden immer weniger, die Anderen werden immer mehr, wir werden immer ärmer, die andern werden immer reicher.
- 0:29Speaker 0: Beziehungsweise haben immer größeren Anteil an Global Output and Production.
- 0:34Speaker 0: Über meinem Bett stand ein Spruch an der Wand und bei allen anderen Schülern auch, the only thing needed for evil to triumph is a good man to sit down do nothing Edmund Berg.
- 0:43Speaker 0: Also das einzige was der Teufel zum Gewinnen braucht ist dass die guten sich hinsetzen nichts tun.
- 0:49Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:50Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich rüber in den Badresen gehen möchte ich gerne unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:56Speaker 1: Dr.
- 0:57Speaker 1: Benedikt Franke ist Chief Executive Officer der Münchner Sicherheitskonferenz, dem weltweit führenden Forum für Debatten zu internationaler Sicherheitspolitik.
- 1:07Speaker 1: Normalerweise lockt die jährliche Hauptveranstaltung über vierhundertfünfzig crohrrangige Entscheidungsträger und prominente Meinungsführer aus der ganzen Welt nach München Darunter zahlreiche Staatsoberhautterministerführungspersönlichkeiten von internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen sowie führende Vertreter aus Wirtschaft, Medienforschung und Zivilgesellschaft.
- 1:28Speaker 1: Aufgrund der Pandemie kann die Münchner Sicherheitskonferenz natürlich nicht zum gewohnten Termin stattfinden.
- 1:34Speaker 1: Doch die Organisatoren haben sich etwas einfallen lassen – genau darüber möchte ich heute mit Benedikt Franke sprechen!
- 1:41Speaker 1: Ein Gespräch über Diplomatie- und Sicherheitspolitik in Zeiten der Pandemie über neue Formate und die Rolle Europas auf der Weltbühne.
- 1:50Speaker 1: Viel Spaß beim Zuhören, schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:16Speaker 0: Die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:19Speaker 1: unserer Studio Bar.
- 2:28Speaker 1: Benedikt, schön, dass du hier bist.
- 2:30Speaker 0: Danke, dass ich hier sein darf!
- 2:31Speaker 1: Für euch gerade auch eine spannende Zeit natürlich ungewohnte Zeit für euch aber vor allem gerade jetzt.
- 2:37Speaker 1: diese Woche kommt ja ein virtuelles großes Event von euch was wir auch im Fernsehen sehen dürfen.
- 2:45Speaker 1: wie kam es dazu und was erwartet uns da eigentlich?
- 2:48Speaker 0: Es ist tatsächlich so das für Veranstaltungsorganisatoren dass gerade keine ganz leichten Zeiten sind.
- 2:55Speaker 0: Wir haben uns ganz genau angeguckt, was andere wie das Weltwirtschaftsforum, das Paris Peace Forum und so weiter machen und sind zu dem Schluss gekommen, dass das, was die Münchner Sicherheitskonferenz einzigartig macht dieser persönlichen Begegnungen, das ungezwungene Miteinander, das direkte Netzwerken in einem reinen Online-Event einfach nicht abzubilden sind.
- 3:20Speaker 0: Deswegen haben wir die Entscheidung getroffen schon vor einem knappem Jahr dass wir selbstverständlich machen wie alle anderen Organisationen in unserem Feld virtuelle runde Tische und sonstige Formate, die online genauso gut funktionieren wie offline.
- 3:35Speaker 0: Aber wir werden mit Sicherheit keine digitale Münchner Sicherheitskonferenz, keine Hauptkonferens machen.
- 3:40Speaker 0: Die würde einfach null Policy Relevance, wie man bei uns sagt, keine politische Relevanz aufbringen.
- 3:46Speaker 0: Und ich glaube, selbst wenn man sich anschaut was beim Weltwirtschaftsforum, die ja letzte Woche ihre Veranstaltung macht haben... Das ist sofort Verhalt.
- 3:53Speaker 0: Und wenn man das nur im Internet macht, sind wieder Meinungen schön und gut.
- 3:57Speaker 0: Das beschäftigt alle.
- 3:58Speaker 0: Man kann unglaublich viel Geld in irgendwelche Gimmicks stecken aber was am Ende ein Real-World Impact rauskommt, ist sehr überschaubar.
- 4:06Speaker 0: Deswegen haben wir uns gedacht also wenn es eh sehr überschaubar ist dann gehen wir doch den Komplex entgegengesetzten Weg und machen mal eine Fernsehshow weil die schauen dann zumindest sehr viele Leute und es ist einfacher Stücke aus einer Fernsehproduktion rauszunehmen und die auf anderen Medien zu verteilen, als etwas aus dem Internet ins Fernsehen zu übertragen.
- 4:28Speaker 0: Da gibt es hunderttausend Gründe, die ich mir alle habe erklären lassen, aber ich bin jetzt auch überzeugt dass wir mit einer Fern se Produktion, die selbstverständlich dann auch live im Internet läuft, aber eben nicht andersrum etwas im Internet ins Wernsehen zu bringen da am kommenden Freitag relativ große Wellen schlagen werden.
- 4:45Speaker 0: Grundidee ist unsere Aktivitäten für dieses Jahr mit einer Live-Sendung, einer Liveschalte aus dem leeren Festsaal des Hotelbayerischen Hobes unserer geliebten Heimat in München zu beginnen.
- 5:00Speaker 0: Mit einer Diskussion zu den transatlantischen Beziehungen und wie die uns helfen können globale Themen anzugehen – wie natürlich COVID-IX, die Corona-Pandemie aber auch Klimawandel.
- 5:14Speaker 0: Arms control!
- 5:16Speaker 0: Rüstungskontrolle und so weiter und sofort.
- 5:18Speaker 0: Und das wollen wir dann als Aufhänger nutzen, über den nächsten Monate bis die Münchner Sicherheitskonferenz wieder in Person stattfinden kann zu überbrücken.
- 5:28Speaker 0: Das bedeutet am neunzehnten Februar, am Nachmittag eine ziemlich beeindruckende Show mit vielen Persönlichkeiten bekannt aus Film- und Funk wie der Bundeskanzlerin dem UN-Generalsekretär, dem NATO-Generalsekretär.
- 5:47Speaker 0: Dem WHO Generaldirektor Bill Gates John Kerry und für die amerikanische Seite haben wir dann auch noch eine Überraschung
- 5:55Speaker 1: am Board Klingt ja spannend.
- 5:57Speaker 1: Also wie du schon sagst, wir Veranstalter ich zähle mich da mal dazu mit Forty Eight Forward werden ja alle so ein bisschen auch zum Medien unternehmen.
- 6:07Speaker 1: durch diese Pandemie hätte davor auch schon stückweit Sinn gemacht.
- 6:10Speaker 1: für uns alle haben wir ja auch alle glaube ich so ein Stück weit schon gemacht.
- 6:15Speaker 1: aber natürlich durch die Pandemie denken wir noch viel mehr in Formaten und das macht auch Sinn.
- 6:20Speaker 1: Aber wie du richtig sagst dieses persönliche Miteinander diesen Austausch diese teilweise auch Zufallsbekanntschaften, die man auf solchen Veranstaltungen hat.
- 6:29Speaker 1: Weil man irgendwie in den anderen hineinläuft oder zufällig beim Essen nebeneinander sitzt oder wie auch immer – die kann man natürlich virtuell nur sehr schwer bis gar nicht ersetzen.
- 6:40Speaker 1: und deshalb... Wie siehst du das momentan eigentlich?
- 6:44Speaker 1: Auch gerade im Themengebiet, indem ihr unterwegs seid, fehlt dieser persönliche Austausch der Leute miteinander was über Zoom-Konferenzen und ähnliche Videokonferenz hinausgeht, dieses Zusammenkommen einfach mal an dem Tisch sitzen und sich auch sehen können?
- 7:02Speaker 0: Also ich glaube das geht uns allen so.
- 7:03Speaker 0: Das fehlt auf alle Fälle!
- 7:05Speaker 0: Man hat gemerkt dass es vielleicht nicht jede Dienstreise gebraucht hat und dass die Trips über den großen Teich auch bequem von zu Hause hätten abgewickelt werden können, aber ich glaube das insbesondere in unserem Bereich der internationalen Diplomatie vieles im persönlichen Gespräch und vor allem in längeren Begegnungen.
- 7:28Speaker 0: Dass man zwei-drei Mal am Tag miteinander redet, dass man abends gemeinsam essen geht, dass auch mal außerhalb der offiziellen Tagungspunkte miteinander redete geregelt werden kann und muss und von daher freue ich mich auf die Rückkehr zur Normalität, also zumindest in unserem Sektor an der Stelle weil ich auch das Gefühl habe dass viel hinten runter fällt.
- 7:51Speaker 0: Dass wir Themen übersehen über die man ungern virtuell spricht, dass es auch nicht jeder in der Welt kann zum bedienen.
- 8:01Speaker 0: und wenn wir uns mit der Situation im Sudan oder im Jemen oder in Syrien beschäftigen dann ist es umso schwerer plötzlich vor allem Mitglieder der Zivilgesellschaft mit einzubeziehen.
- 8:14Speaker 0: Dazu muss man fort sein.
- 8:15Speaker 0: und die Münchner Sicherheitskonferenz seit knapp sechszig Jahren, wir sind ja nicht nur in München sondern wir reisen um die Welt Wir machen Veranstaltungen vor den Pyramiden genauso wie in der Wüste von Katar oder am Weißen Haus In Abutscha, in Niger oder sonstwo.
- 8:31Speaker 0: Das fehlt der Organisation Und ich glaube ganz besonders dass es der internationalen Diplomativ fehlt weil einfach wichtige Gespräche die gebraucht werden, nicht stattfinden und immer wieder verschoben werden.
- 8:44Speaker 0: Also wie gesagt ich glaube wir werden ein Bounceback sehen in unserem Feld sicherlich nicht zum Level das davor war.
- 8:53Speaker 0: Zoom Teams WebEx werden uns erhalten bleiben und müssen wir auch weiterhin nutzen gibt uns ja auf der anderen Seite auch die Möglichkeit Leute anzubinden die auch nicht reißen könnten.
- 9:02Speaker 0: also ist ja der Vorteil an dieser Sache.
- 9:04Speaker 0: aber wir gehen stark davon aus dass sehr bald, wenn die Pandemie vorbei ist, knock on wood dann wieder mit unseren Reiseaktivitäten und unseren internationalen Aktivitäten beginnen werden.
- 9:18Speaker 1: Du hast gerade schon von Themen gesprochen, die so ein bisschen hinten runterfallen.
- 9:21Speaker 1: ja nicht nur deshalb weil man gerade nicht so gut zusammenkommen kann sondern auch ein Stück weit deshalb weil dieses eine Thema nämlich Covid-IX uns quasi nonstop beschäftigt und alle in Atem hält.
- 9:37Speaker 1: Wie groß ist denn auch die Gefahr dadurch, gerade wenn es um Sicherheitspolitik und um Diplomatie geht?
- 9:43Speaker 1: Wie groß da auch die Gefahr, dass da Brandherde wieder anschwellen, Themen wieder hochkochen.
- 9:52Speaker 1: Die man vielleicht davor mit viel Diplomatie und vielen Miteinander zumindest mal Unterkontrolle gehalten hat, das sie wieder hoch kochen.
- 10:01Speaker 0: Ich glaube, die Gefahre ist extrem groß!
- 10:04Speaker 0: Wir nennen das crowding out Problem, also die Pandemie und die zunehmende Komplexität.
- 10:13Speaker 0: Die Verknüpfung von Themen mit der Pandemie und neuen Verknüpfungen untereinander macht es immer schwieriger für Leute den Überblick zu behalten und immer schwierig für Medienschaffende Interesse für gewisse Nischenthemen zu generieren.
- 10:28Speaker 0: Und ich frage, da kann man ganz offen in die Runde fragen, wann haben die Wärtenhörer dieses Podcasts das letzte Mal was zu Libyen gehört?
- 10:37Speaker 0: Wie schaut's eigentlich auf der Grimm aus?
- 10:39Speaker 0: Wir hören, wenn es ganz gut läuft.
- 10:41Speaker 0: Alle paar Wochen mal aus Syrien da ist der Krieg nicht zu Ende!
- 10:44Speaker 0: Wir hören alle ein paar Wochen einmal aus Jemen auch da ist er Krieg nichts zu Ende.
- 10:47Speaker 0: am Horn auf Afrika also im ostafrikanischen Horn ist auch nicht alles gut.
- 10:53Speaker 0: in Somalia gehts drunter und drüber.
- 10:54Speaker 0: In Äthiopien herrscht quasi Burgerkrieg.
- 10:57Speaker 0: im Norden Das haben viele Leute nicht mehr auf dem Schirm, und zwar nicht weil es sie nicht interessiert sondern weil tatsächlich die Pandemie alles andere überlagert.
- 11:07Speaker 0: Wir glauben und haben bei der Münchner Sicherheitskonferenz dazu auch einen relativ guten und erfolgreichen Report veröffentlicht vor kurzem, den Polypandemie-Report das in dieser Pandemie und in dem Crowding Out aber auch eine Chance liegt, eine Chance Themen neu anzugehen, eine chance Themen anders anzugehnen Themen zu verknüpfen, die vorher nicht verknüpft waren.
- 11:28Speaker 0: Zum Beispiel jetzt Gesundheitssicherheit und Klimawandel.
- 11:33Speaker 0: Migrationen- und Gesundheitssicherheiten.
- 11:36Speaker 0: Stabilität in Konfliktsituationen, Gesundheitssichheit, Migration oder Klimawandeln.
- 11:40Speaker 0: Also man kann gegebenenfalls Cluster bilden und die versuchen gemeinsam zu lösen als immer nur in immer komplexer werdenden Kleinproblemen und dann auch immer komplexer werdende Kleinteiligen Lösungsansätzen zu denken.
- 11:55Speaker 1: Ein Thema, was ja bei euch auch in den letzten Jahren immer größer wurde ist das Thema Technologie und Cyber Security.
- 12:02Speaker 1: Das war ja aus Max Zuckerberg bei euch.
- 12:06Speaker 1: Das heißt man sieht ja auch da die Themen wachsen immer näher zusammen und auf einmal stehen Sachen auf der Agenda.
- 12:12Speaker 1: Die hätte man vor zehn Jahren vielleicht noch gar nicht so richtig gesehen.
- 12:16Speaker 1: gerade durch die Pandemie durch diese Beschleunigung der technologischen Entwicklung und der Digitalisierung dadurch auch, werden diese Themen also gerade Technologie- und Cybersecurity immer wichtiger?
- 12:30Speaker 0: Auf alle Fälle.
- 12:31Speaker 0: Wir haben bei der Münchner Sicherheitskonferenz eine sehr interessante Erfahrung gemacht.
- 12:35Speaker 0: Als einer der ersten vor über zehn Jahren geschrien, hey, Cybersecurity ist wichtig!
- 12:40Speaker 0: Das ist nicht nur wichtig für einen Chief Security Officer oder Chief Information Officer in irgendwelchen obskuren Unternehmen sondern das ist wichtig für Staats- und Regierungschefs, Verteidigungsminister und Außenminister.
- 12:52Speaker 0: Ich glaube, das haben mittlerweile alle kapiert!
- 12:54Speaker 0: Wir sehen unsere Rolle jetzt eher in der Notwendigkeit geopolitische Themen zurück in Technologie-Diskussionen zu bringen.
- 13:05Speaker 0: Wie ärgerlich ist denn das Fünf-G-Disaster?
- 13:07Speaker 0: Wenn man mal drüber nachdenkt, dass es über ein Jahrzehnt war diese Thematik fünf G allen bekannt, keiner hat sich darum gekümmert.
- 13:14Speaker 0: und dann standen wir im Westen in der transatlantischen Allianz wie die letzten Deppen da.
- 13:21Speaker 0: Und wer garantiert mir denn gerade, dass wir bei sechs G, sieben G, acht G nicht wieder wie die Letzten Deppen dastehen?
- 13:27Speaker 0: Wer stimmt... stimmen wir uns da eigentlich auf Ebene der Staats- und Regierungschefs mal ab?
- 13:32Speaker 0: Gibt es einen transatlantaschen Ansatz zu solchen Themen?
- 13:36Speaker 0: Super spannende Frage!
- 13:38Speaker 0: Auch das wir alle unabhängig voneinander an gewissen Dingen forschen Wie Quantum Technology also den Quantencomputern Das kann doch eigentlich gar nicht sein.
- 13:47Speaker 0: Die Chinesen haben einen Riesenvorsprung und kaufen uns den Schneid ab, das wissen auch viele.
- 13:54Speaker 0: Wir können ganz viele unserer Verschlüsselungssysteme und die Arten wie wir unsere kritische Infrastruktur in Deutschland und Europa und im Westen generell schützen, nicht mehr aufrecht erhalten wenn die Bösenjungs den Quantencomputer zuerst haben und nicht die Guten.
- 14:08Speaker 0: Warum arbeiten werden dann noch konkreter zusammen?
- 14:10Speaker 0: Und was sind die Pläne?
- 14:11Speaker 0: Also das ist ein Teil unserer Technologieaktivitäten Und dann selbstverständlich auch so Fragen der Governance of Technology.
- 14:19Speaker 0: Also wie gehen wir denn in Zukunft mit Artificial Intelligence zum Beispiel im Krieg um?
- 14:24Speaker 0: Muss das ähnlich reguliert werden, wieder Einsatz von Nuklearwaffen oder die Thronenthematik, die schwappt ja gerade mal wieder durchs Dorf sozusagen?
- 14:34Speaker 0: Das sind extrem spannende Themen!
- 14:37Speaker 0: Wie gehen wir dann zum Beispiel in Zukunft zwischen Unternehmen um oder wie steht es um die digitale Souveränität Europas.
- 14:50Speaker 0: Also ist es für uns ein Problem, dass wir alle Google, Facebook und so weiter benutzen?
- 14:57Speaker 0: Oder sind wir damit eigentlich ganz okay?
- 15:02Speaker 0: Wollen wir European Champions haben also ein europäisches Google oder ein europäischen Facebook?
- 15:08Speaker 0: macht sowas überhaupt Sinn?
- 15:10Speaker 0: was müsste da eigentlich dafür geschehen und was müssten die Regierungen machen, um auch mal einen europäischen Technologie-Riesen zu schaffen.
- 15:21Speaker 0: Wie stimmen wir uns auch da wieder über den Atlantik hinab damit das dort nicht als Angriff und als Vertrauensverlust gewertet wird?
- 15:30Speaker 0: Super spannende Themen!
- 15:32Speaker 0: Das merkst du schon wahrscheinlich.
- 15:33Speaker 0: ich könnte stundenlang weiter darüber reden wie wichtig Technologien und vor allem disruptive Technologin für unseren Bereich der internationalen Diplomatie und der Außen- und Sicherheitspolitik sind.
- 15:44Speaker 0: Aber es wird nämlich Zeit, dass wir auch mal langsam über die grauen Nashörnern nennen wie Sie immer reden.
- 15:51Speaker 0: also die Themen, die wir seit langem kommen sehen uns trotzdem als Thema immer wieder vor uns her schieben.
- 15:58Speaker 0: Seit wann reden wir denn über Election Hacking?
- 16:01Speaker 0: Seit Wann reden wir über Trolls?
- 16:03Speaker 0: Es kann doch gar nicht sein das Wir im Westen Die Regeln machen.
- 16:07Speaker 0: Das tun wir dadurch, dass Facebook und so weiter regulieren.
- 16:11Speaker 0: Aber es ist nicht schaffen, seit ich glaube sieben Jahren das Thema Trollfabriken zu regeln.
- 16:17Speaker 0: Das wäre doch so einfach!
- 16:18Speaker 0: Vielleicht stelle ich mir jetzt hier auch einfacher vor aber es ist etwas des uns als Münchner Sicherheitskonferenz massiv unter den Nägeln brennt und deswegen sind wir auch so froh und so stolz dass sich solche Personen wie Mark Zuckerberg Eric Schmidt die Chefs von Microsoft und Cisco und all den anderen großen Technologiefirmen regelmäßig auch bei uns einbringen und zwar nicht mit dem Werbeansatz.
- 16:42Speaker 0: Also man muss ja bei uns auf der Konferenz jetzt nicht für Facebook werben, sondern da geht es eher um den ganz ... über den staatsphilosophischen, den strategischen Ansatz.
- 16:51Speaker 0: wie gehen wir mit dem Thema um dass unsere Gegner, unsere Wettbewerber, unsere rivalen Technologie nutzen die von uns kommt, die auf unseren Regeln passiert und sie drehen es gegen uns?
- 17:04Speaker 0: Das sind doch eigentlich Themen die dürften so nicht jahrelang ... gar jahrzehntelange auf der Agenda sein, die müsste doch mal irgendjemand abräumen.
- 17:12Speaker 0: Und wir versuchen bei dem Abräumen an kleinerer Stelle
- 17:14Speaker 0: mitzuhelfen.".
- 17:15Speaker 1: Ja gerade die Technogithemen grade AI, du hast es grad schon angesprochen ist natürlich ein super spannendes Thema weil früher war es ja relativ... klar, wer irgendwie Macht hat.
- 17:26Speaker 1: Also wenn wir jetzt gerade diese Themen wie nukleare Waffen anschauen.
- 17:32Speaker 1: das kann ich mir mal nicht eben irgendwie selber zusammenschuss dann also zumindest nicht ohne erheblichen Aufwand und ohne dass sich dabei irgendwie gesehen werde.
- 17:43Speaker 1: bei AI sieht die Welt aber schon anders aus.
- 17:45Speaker 1: Ich kann eigentlich jeder der irgendwie weiß wie die Technologie funktioniert wie ich sowas programmieren kann die Rechenleistung am Ende irgendwie hinbekomme.
- 17:56Speaker 1: Der Zugang dazu ist weder reguliert, noch ist es super transparent.
- 18:01Speaker 1: wenn jetzt jemand sagt er baut sich irgendwo ein Rechenzentrum-Hinwall ob der jetzt damit was Friedliches macht oder was Böses im Schild geführt kann ich ja erst mal gar nicht unterscheiden.
- 18:11Speaker 1: also die Regulierung von solchen Technologien Eigentlich, du sagst es schon vor fünf bis zehn Jahren und mal hätten intensiver anschauen sollen.
- 18:25Speaker 1: Und jetzt rennt uns eigentlich so ein Stück weit die Zeit davon, um da noch irgendwie was hinzubekommen.
- 18:31Speaker 1: Was auch international dann funktioniert.
- 18:33Speaker 1: Weil selbst wenn jetzt Europa sagen würde naja wir nutzen AI aber nur für gute Zwecke und dann sitzt dabei irgendwo am anderen Ende der Welt irgendjemand und sagt mir ist das eigentlich relativ egal und solange der Zugriff auf alle Netze hat schwierig wie Bereit siehst du denn da die EU, aus sich mal wirklich mit diesen Themen zu beschäftigen.
- 18:58Speaker 1: Weil ich eine kurze Anekdote erzählen habe vorhin schon erzählt Ich tue im März normalerweise immer viel in den USA rum Vor zwei Jahren mich mal lange zusammengesetzt mit dem ehemaligen Staatspräsidenten von Estland, weil er gerade in Stanford war und ich ihn besucht habe.
- 19:19Speaker 1: Und wir auch einen Podcast aufgenommen haben und er dann auch gemeint hat naja wie wir als Esten würden ja quasi gerne den anderen so ein bisschen helfen bei der Technologie zumindest bei den Themen die wir irgendwie halbwegs verstanden haben.
- 19:32Speaker 1: aber dafür muss ja auch die politische Bereitschaft in den anderen Ländern da sein.
- 19:36Speaker 1: merkst du dass sich da vielleicht auch gerade in den letzten zwei Jahren, vielleicht durch die Pandemie so ein bisschen die Bereitschaft verändert hat.
- 19:44Speaker 1: Da auch wirklich mal ranzugehen an die Themen?
- 19:47Speaker 0: Das ist eine sehr komplexe Frage!
- 19:49Speaker 0: Also ich kenne Thomas Ilves, den jemalsigen Staatspräsidenten natürlich auch und der sitzt übrigens auch in unserem Beirat weil er für einen Staatspräsidenten ein bewundernswärter Techie ist der sich wirklich mit technischen Themen auskennt und einer der wenigen Menschen ist, die beides können.
- 20:05Speaker 0: Also die Politiker auf oberstem Level gemacht haben und die aber auch wissen wovon sie technisch reden.
- 20:13Speaker 0: Der würde die Frage jetzt wahrscheinlich ganz anders beantworten als ich.
- 20:16Speaker 0: Aber mein Gefühl ist dass es nicht nur die Pandemie ist, intensiv und vor allem strategisch mit diesem Thema auseinanderzusetzen, beeinflusst hat.
- 20:29Speaker 0: Sondern vor allem ein stärkeres Bewusstsein A der eigenen Verantwortung B der Erwartung der europäischen Bevölkerung dass die Europäische Union einen klaren Mehrwert liefert.
- 20:45Speaker 0: C der Verwundbarkeit der Europäischen Union.
- 20:48Speaker 0: Also man muss sich mal vorstellen, dass das vor fünfzehn Jahren sind wir da Meinung gewesen.
- 20:53Speaker 0: Europa ist von einem Ring von Freunden umgeben.
- 20:57Speaker 0: Mittlerweile ist es eher ein Ring von Feuer.
- 21:00Speaker 0: Es brennt an allen Ecken und Enden in Nordafrika den arabischen Regionen die Geschichte zwischen Griechenland und der Türkei Die Situation auf dem Balkan mit Ungarn und Polen, vor allem Russland ist auch nicht alles im Lot.
- 21:20Speaker 0: Also das was wir gedacht haben als wir als Europäische Union eigentlich auf so einer Insel der Kluxerlichkeit wohnen in Paradies und uns eher um die Probleme der anderen kümmern müssen irgendwann mal, ist ein völliger Fehlschuss gewesen!
- 21:32Speaker 0: Wir müssen uns jetzt um unsere eigene Probleme kümmern, wir müssen unseren eigenen Platz in der Welt finden, in eine Welt in der wir immer unwichtiger werden relativ... gesehen.
- 21:41Speaker 0: Wir werden immer weniger, die anderen werden immer mehr wir werden immer ärmer, die Anderen werden immer reicher bzw.
- 21:49Speaker 0: haben immer größeren Anteil an Global Output and Production.
- 21:53Speaker 0: Wir müssen uns langsam wirklich zusammenreißen und ich habe sowas mal in dem Buch den Machiavelli Moment genannt.
- 21:59Speaker 0: also das ist der Moment in dem eine Republik versteht dass es jetzt bald zu spät ist, dass man auseinander bricht.
- 22:05Speaker 0: Da waren natürlich Trump und Brexit waren dann auch Katalysatoren, die dafür gesorgt haben.
- 22:12Speaker 0: Ich glaube man sieht das immer mehr in der Europäischen Union verstanden haben dass jetzt zählt!
- 22:18Speaker 0: Jetzt müssen wir was machen.
- 22:20Speaker 0: und ich verstehe total wenn unsere unsere Mitbürger auf der Straße manchmal die EU für so einen Mal Loch halten den nicht liefert.
- 22:28Speaker 0: und warum geben uns überhaupt die Mühe?
- 22:30Speaker 0: Und Deutschland zahlt da nur ein und kriegt wenig zurück.
- 22:34Speaker 0: Die Institution der EU und unsere Politiker haben verstanden, dass sie den Nutzen der Europäischen Union noch klarer rausstellen müssen.
- 22:44Speaker 0: Mein Argument ist immer hätten wir das in England getan, in Großbritannien dann hätte es kein Brexit gegeben weil dann hätten die alle gewusst, dass Sie plötzlich nicht mehr ihre Ferienhäuser in Spanien haben können und dass es jetzt plötzlich Zölle gibt.
- 22:58Speaker 0: Ich würde immer noch behaupten, das wussten fünfzig-sechzig Prozent der Leute die für den Brexit gestimmt haben überhaupt nicht.
- 23:03Speaker 0: Was eigentlich die EU ihnen an Nutzen gebracht hat und damit zukünftige Brexats verhindert werden?
- 23:10Speaker 0: Hat man beschlossen.
- 23:11Speaker 0: wir müssen den Nutzen der EU betonen und dass insbesondere auch in dem die EU ein ernstzunehmender globaler Akteur wird, der auch die Probleme, die die Bevölkerung umtreibt Migration organisierte Kriminalität, Bedrohung durch Russland-Kina-Systemkonflikt angehen und lösen kann.
- 23:33Speaker 0: Und deswegen glaube ich tatsächlich ja Bereitschaft strategisch über Technologie nachzudenken wächst.
- 23:39Speaker 0: Ja Bereitshaft auch über die notwendigen Mehrausgaben für Verteidigung und eine koordinierte Außenpolitik wächst auch!
- 23:51Speaker 0: Ich würde überhaupt.
- 23:52Speaker 0: Wir haben jetzt diesen Machiavelli-Moment, alles was ich sehe deutet darauf hin dass ihn unsere Politiker auch sehr gut nutzen und ich hoffe einfach nur das nach der Bundestagswahl und den ganzen anderen Wahlen die in europa näherer Zukunft stattfinden.
- 24:08Speaker 0: Dass EU freundliche Regierungen an die Macht kommen oder an der Macht bleiben und wird diesem Moment nicht ungenutzt verstreichen lassen weil ansonsten stellt sich doch wirklich mal die Italien oder andere die Frage Also warum machen wir diesen Wahnsinn mit, wenn wir gefühlt so wenig rausbekommen in der Realität?
- 24:26Speaker 0: Bekommen alle Länder extrem viel heraus.
- 24:27Speaker 0: Ich bin der größte Fender Europäischen Union und hoffe einfach nur wir verkaufen uns besser im
- 24:32Speaker 0: Zukunft.".
- 24:33Speaker 1: Jetzt haben ja beide Freundes schon festgestellt dass sie jetzt eine gewisse Verbindung zu den Nordics auch haben.
- 24:40Speaker 1: Ich stelle mir oft die Frage, warum tun wir uns eigentlich innerhalb der EU oft so schwer, Dinge voneinander zu lernen?
- 24:48Speaker 1: Also wenn ich mir anschaue was Finnland in Sachen Bildung macht.
- 24:53Speaker 1: Was Finnland auch tatsächlich in der Verjüngung ihres politischen Personals macht muss man ja auch mal ehrlicherweise sagen und da auch tatsächlich die Leute motiviert überhaupt in die Politik zu gehen usw.
- 25:04Speaker 1: Also warum haben Man muss ja auch fast sagen, wir haben wirklich so einen Nord-Süd-Gefälle in vielen Themen.
- 25:15Speaker 1: Warum lernen wir da nicht mehr voneinander?
- 25:17Speaker 0: Also ich glaube das Nord-süd-Gefälle wird jetzt noch offensichtlich als es eh schon war wenn Berlusconi zurück auf die politische Bühne stürmt.
- 25:24Speaker 0: Er ist gefühlt vierhundert Jahre alt.
- 25:26Speaker 0: und dann hat man natürlich die junge und sehr fege finnische Ministerpräsidentin die Frage warum wir nicht mehr von einander lernen.
- 25:35Speaker 0: Ich wünschte, ich könnte Sie beantworten.
- 25:37Speaker 0: Das treibt mich seit Jahren um, das treibt uns übrigens bei der Münchner Sicherheitskonferenz auch um wo wir natürlich immer gucken gab es so ein Problem schon mal?
- 25:44Speaker 0: und wie sind das andere angegangen?
- 25:46Speaker 0: Und können wir davon was lernen?
- 25:47Speaker 0: und lässt sich von Friedensverhandlungen A vielleicht auf Friedens Verhandlung B schließen?
- 25:52Speaker 0: Das scheint ein ein institutionelles ein institutionalisiertes Problem zu sein.
- 25:57Speaker 0: also ist passiert ja Gott sei Dank immer mehr hier in München gibt's als zum Beispiel die Werbung der Stadt München.
- 26:03Speaker 0: Was können wir von Tallinn lernen?
- 26:05Speaker 0: Was können wir von Palermo lernen?
- 26:07Speaker 0: Ich bin völlig erstaunt gewesen, dass wir vom Palermo irgendwas lernen können.
- 26:10Speaker 0: Aber wenn die Bereitschaft wächst und vor allem der Ehrgeiz Dinge zu übernehmen – und vielleicht in der Entwicklungswissenschaft heißt es ja Leapfrogging also den Froschsprung auf Deutsch wahrscheinlich -, dass man einfach Entwicklungsschritte überspringt das unsere öffentliche Verwaltung so digitalisiert wird wie's die Ästen seit zehn Jahren auf dem Schirm haben Dann wird es uns besser gehen.
- 26:35Speaker 0: Ich habe auch hier wieder die Hoffnung, dass die EU als Sammelbecken, als Koordinator von guten Ideen fungiert und Best Practices zwischen den Mitgliedstaaten austauscht.
- 26:47Speaker 0: Da gibt's dann immer wieder das politische Problem, oh Gott, ich kann doch nicht zugeben, dass sich irgendwas nicht gutmache und mir beim anderen abschauen.
- 26:54Speaker 0: Aber wenn das durch die neutrale Plattform der Europäischen Union ging, hätte man einen klaren Mehrwert für die Mitgliedsstaaten.
- 27:03Speaker 0: Wir sehen das ja zum Beispiel bei der WHO gerade, ganz fantastisch.
- 27:06Speaker 0: WHO wird massiv unterschätzt?
- 27:09Speaker 0: Ja klar!
- 27:10Speaker 0: Wir haben jetzt eine globale Seuche, eine Pandemie die uns alle den letzten Nerv kostet und viel zu viele Leute des Leben.
- 27:19Speaker 0: Die WHO kann also nicht perfekt funktioniert haben ist ein Argument.
- 27:23Speaker 0: Die hat aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten extrem gut funktioniert.
- 27:26Speaker 0: Eine Sache, die sie macht gerade ist sich anschauen, was funktioniert denn bei dem Mitgliedsland A in der Pandemiebekämpfung.
- 27:32Speaker 0: und kann ich das allen anderen auch empfehlen?
- 27:34Speaker 0: Das tun die ständig.
- 27:35Speaker 0: Die Länder wollen es nur sehr selten hören, weil sie dann sagen ja, das ist ja schön und gut dass das in Vietnam funktioniert hat aber Deutschland ist halt anders.
- 27:43Speaker 0: Das ist dann immer so.
- 27:44Speaker 0: die erste Verteidigungslinien wird auf den Föderalismus hingewiesen Dann wird auf ein unterschiedliches Kulturverständnis hingewiesen, dann auf unterschiedliche technologische Möglichkeiten Und so wird das sehr schnell kaputt geredet.
- 27:55Speaker 0: Ich gehe gebe gerne zu, dass nicht jede Lösung zu jedem Problem überall sonst replizierbar ist.
- 28:01Speaker 0: Aber ich wünsche mir – wir würden öfter auf die Vereinten Nationen hören und die Best Practices sammeln, auf solche Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation.
- 28:14Speaker 0: Und wie ich wünschte mich auch, die Europäischen Union würde es als zentrale Aufgabe verstehen sich anzuschauen was funktioniert.
- 28:23Speaker 0: wo?
- 28:26Speaker 0: kann man anderen Ländern empfehlen.
- 28:28Speaker 0: Jetzt haben wir natürlich noch, das muss ich mal auffahreweise noch sagen, in unterschiedlichen Ländern, unterschiedliche politische Systeme und dann auch unterschiedlich politische Konstellationen so dass man vielleicht einen eher sozialdemokratischen Lösungsansatz der super funktioniert hat einem konservativ geführten Land wahrscheinlich weniger ans Herz legen kann.
- 28:51Speaker 0: aber ganz ehrlich wird es trotzdem versuchen.
- 28:54Speaker 1: Wie ist bei dir eigentlich diese unüberhörbare Leidenschaft für internationale Beziehungen, für Politik?
- 29:01Speaker 1: Für all diese Themen über die wir gerade sprechen entstanden.
- 29:05Speaker 0: Ich bin in England zur Schule gegangen und aus der Schule auf der ich war da hieß es immer so entweder man Mönch oder General- oder Diplomatern.
- 29:13Speaker 0: bei mir.
- 29:14Speaker 0: Ich erinnere mich noch ganz gut über meinem Bett, stand einen Spruch an der Wand und bei allen anderen Schülern auch die only thing needed for evil to triumph is a good man to sit down and do nothing Edmund Burke.
- 29:24Speaker 0: also das einzige was der Teufel zum Gewinnen braucht ist dass die guten sich hinsetzen nichts tun.
- 29:30Speaker 0: Und es wurde einem richtig eingedrückt da wir gedacht na gut dann gehe ich zur Bundeswehr und das hat mir wahnsinnig gut gefallen.
- 29:35Speaker 0: deswegen habe ich verlängert.
- 29:37Speaker 0: Da war dann Nine Eleven, also der Fall der Twinthouse.
- 29:44Speaker 0: Und das nimmt einer Töte total mit zu dem Zeitpunkt, weil ich Soldat und mir gedacht war, das ist wirklich ein extrem spannendes Thema.
- 29:50Speaker 0: Ich möchte mehr.
- 29:51Speaker 0: danach natürlich Philosophiepolitik studiert und hatte dann einfach Blut geleckt.
- 29:57Speaker 0: Ich wollte mehr wissen habe in den USA und Italien strategische Studien, also politische Strategie studiert aber immer noch ganz heiß.
- 30:07Speaker 0: Und dann nach Cambridge, da habe ich zu Africanistik promoviert und wollte unbedingt in dieser Welt der Vereinten Nation.
- 30:18Speaker 0: Dann bin ich Kofi Annan über den Weg gelaufen und er mir.
- 30:22Speaker 0: Wir haben uns ganz gut verstanden.
- 30:24Speaker 0: Ich hab als Redenschreiber angefangen und mich weiterentwickelt.
- 30:27Speaker 0: Wenn man einmal so einen Menschen wie Kofii Annan lange begleitet ... dessen Begeisterung für die Möglichkeiten von Diplomatie, für die Notwendigkeit für Diplomatie und für das ... sagen wir mal den Wert des Versuchens.
- 30:48Speaker 0: Den hatte ich mir einfach eingeimpft und den habe ich dann auch mit in meine Aufgaben in München getragen und bin hier nicht mehr los geworden und glaube dass wir mit der Münchner Sicherheitskonferenz jetzt sicherlich die Welt verändern, aber wir leisten im Kleinen hier und dort immer wieder wertvolle Beiträge.
- 31:07Speaker 0: Wir bringen Leute zusammen, die sonst nicht zusammengekommen werden.
- 31:10Speaker 0: bei uns werden Unterhaltungen geführt, die sie sonst nicht stattfinden.
- 31:13Speaker 0: Und es gibt einem ein Gefühl der inneren Befriedigung und gleichzeitig einen Hunger, ein Appetit auf noch mehr.
- 31:19Speaker 0: wenn das jetzt geklappt hat mit was weiß ich in Beispiel Armini und Aserbaidschanzen ist wahrscheinlich nichts das Beste weil das dann jetzt vor kurzem Jahr im Krieg geändert ist.
- 31:29Speaker 0: Aber wenn einem das gelingt, Leute zusammenzubringen, die normalerweise nicht miteinander reden.
- 31:33Speaker 0: Das macht süchtig!
- 31:34Speaker 0: Das will man immer weiterprobieren.
- 31:35Speaker 0: und deswegen ist die Münchner Sicherheitskonferenz auch so gewachsen über die letzten Jahre weil wir dem leider Gottes den Bedarf sehen, weil Krieg und Frieden ein Wachstumsmarkt ist und weil wir das Gefühl haben, wir tragen was bei.
- 31:48Speaker 0: Deswegen ist diese Mannschaft auch so grandios wie wir haben.
- 31:52Speaker 0: Ich sag es dir mal ganz gern Durchschnittsalter neunundzwanzig.
- 31:56Speaker 0: also wir fühlen uns hier mit Genotonik sehr wohl, alle noch jung genug um idealistisch sein zu dürfen und ich finde es sein zu müssen.
- 32:05Speaker 0: Und es macht Spaß mit diesem Team unter der Führung von Botschafter Ischinger.
- 32:09Speaker 0: Der ist jetzt nicht neunundzwanzig aber er ist auch für einen deutschen Diplomat und ich hoffe er hört sich diesen Podcast an.
- 32:15Speaker 0: ein extrem cooler junge gebliebener dynamischer mutiger Diplomat und in dem Team auf Weltniveau sind gerade wieder zur besten Konferenz der Welt gewählt worden.
- 32:26Speaker 0: agieren zu dürfen, macht einen jeden Tag High und lässt uns da Wunderbares abstellen.
- 32:35Speaker 1: für diejenigen, die jetzt vielleicht schon oft von der Münchner Sicherheitskonferenz gehört haben.
- 32:39Speaker 1: Aber vielleicht nicht so ein richtiges Gefühl für die Dimensionen dieser Veranstaltungen haben?
- 32:45Speaker 1: Kannst du vielleicht den Leuten einen Gefühl dafür geben wie viele Leute habt ihr da eigentlich jedes Jahr und wie groß ist das Ganze
- 32:55Speaker 0: eigentlich?
- 32:56Speaker 0: Da kann ich – wenn mir kurz ein Werbeblock gelaufen ist – auf einen grandiosen behind the scenes Film Hinweisen, den wir auch gemeinsam mit unserem Partner YouTube mal gedreht haben.
- 33:08Speaker 0: Da habe ich ein paar YouTuber durch die Münchner Sicherheitskonferenz geführt und so ein paar Sachen erklärt.
- 33:15Speaker 0: also grundsätzlich die Münchener Sicherheits Konferenz hat genau ein Ziel Wir wollen die weltbeste Plattform für den Außensicherheitspolitischen Dialog sein.
- 33:22Speaker 0: Wir wollen Leute aus ihrem Blasen, aus ihrer Komfortzone rausnehmen sie zweieinhalb drei Tage im Bayerischen Hof zusammensperren Und hoffen, dass die Dinge da gären und entstehen, die sonst nicht gegärt hätten und entstanden wären.
- 33:39Speaker 0: Wir haben im letzten Jahr, ich glaube irgendwo zwischen vierzigundfünfzig Staats- und Regierungschefs gehabt an die Zweihundert Minister, vier Sterne generelle Geheimdienstchefs aus sechszig Ländern so ein paar bekannte Namen wie Joe Biden, Macron, Zuckerberg.
- 34:02Speaker 0: Wir haben eigentlich jeden, der auf dem absoluten Weltniveau etwas zu sagen hat.
- 34:06Speaker 0: Und wir sind anders als andere große Veranstaltungen und wir sind keine Show.
- 34:11Speaker 0: Wir müssen mit den Leuten nicht angehen.
- 34:12Speaker 0: Wir wollen einfach die Leute da haben, die gut sind und dir was zu sagen haben – die Entscheidungen treffen!
- 34:18Speaker 0: Wir sind auch anders als Andere weil wir laden auch die bösen Jungs ein und haben überhaupt kein Problem damit.
- 34:25Speaker 0: Auch Nordkoreaner, Iraner... und andere einzuladen, weil wir der Meinung sind es gibt nichts besseres als miteinander reden.
- 34:34Speaker 0: Alle anderen Alternativen sind nicht so gut wie miteinander reden.
- 34:38Speaker 0: Wir werden oft kritisiert dass wir dann Evil Regime seine Bühne bieten.
- 34:43Speaker 0: Das mag man so sehen aber das ist extrem kurzsichtig.
- 34:47Speaker 0: Wenn man die Leute immer weiter eine Ecke drängt und nicht mit ihnen redet und nicht konstant interagiert Dann hat man's auch nicht versucht.
- 34:54Speaker 0: Und das ist eben das was an Diplomatie Leute glaube ich häufig frustriert.
- 34:59Speaker 0: Das ist ein langsames Geschäft, das ist ein mühsames Geschäft, es ist oft ein frustrierendes Geschäft aber wenn's dann mal klappt ist so belohnend wie sonst nichts und die Konferenz ist glaube ich das beste Beispiel dafür für die dies nicht wissen.
- 35:16Speaker 0: also wenn man dann sagt wir haben ungefähr fünfhundert Teilnehmer also das sind super VIP´s an denen hängen da noch dreihundert wie wir es nennen Beobachter als Botschafter oder untergeordnete Minister dran, an denen hängen ein paar Tausend Delegates dran.
- 35:33Speaker 0: Also einen Joe Biden oder einen Benjamin Netanyahu.
- 35:36Speaker 0: die kommen halt mit knapp tausend Leuten.
- 35:38Speaker 0: Ein Riesenaufwand!
- 35:40Speaker 0: Wir haben selbst knapp, knapp Tausende Mitarbeiter die sich um alles kümmern.
- 35:44Speaker 0: wir werden dankenswerterweise von der Polizei gut beschützt.
- 35:50Speaker 0: das sind immer so zwischen ich glaube vier und sechstausend Polizisten im Einsatz Und wenn man alles zusammenzählt, dann ist es eine Veranstaltung die knapp dreißigvierzigtausend Leute betrifft.
- 36:01Speaker 0: Wir haben in diesem Jahr eine Fernseherreichweite gehabt von über sechshundert Millionen bestätigten Zuschauern also nicht theoretischer Reichweite sondern haben sechshunderte Millionen Leute zugeschaut.
- 36:15Speaker 0: wir haben über vier Tage überall auf der Welt den Twitter Trend gesetzt Der Titel der letzten Konferenz Westlessness.
- 36:22Speaker 0: Also dieses Gefühl, dass der Westen immer weniger westlich wird und insgesamt leider Gottes die Welt immer weniger Westlich war über Wochen und Monate ein Trending-Topic.
- 36:32Speaker 0: und wäre dann die Pandemie nicht gekommen, dann wäre das sicher noch länger der bezeichnete Begriff der politischen Diskussion gewesen.
- 36:42Speaker 0: Wir haben über die letzten sechzig Jahre so lange gibt es uns schon grandiose wichtige Reden bei uns gehabt.
- 36:49Speaker 0: Gauksrede und Ruf zur stärkeren deutschen Verantwortung ist vielen sicherlich im Begriff, den ersten Handschlag zwischen Kossomon und Serbien.
- 36:59Speaker 0: Austausch der Ratifaktionsurkunden für das Startabkommen Der Reset zwischen Russland und den USA Hillary Clinton und Lavrov.
- 37:08Speaker 0: Gut, der hat jetzt nicht so gut funktioniert aber auch das war bei der Münchner Sicherheitskonferenz Bill Gates große Warnung vor einer Pandemie, zwanzig siebzehn War bei uns auf der Konferenz Putins berühmte Zwei-Tausend-Sieben-Rede, wo er gesagt hat der Westen treibt uns in eine Ecke und ganz ehrlich wir lassen uns das nicht mehr lang gefallen.
- 37:28Speaker 0: Wenn man sich heutzutage seine Rede anguckt ist es fast alles von dem passiert was er in München auf der Bühne gesagt hat.
- 37:34Speaker 0: und deswegen unser Appell nehmt das ernst was da auf der bühne gesagt wird nicht weil wir die Münchner Sicherheitskonferenz sind sondern weil das wirklich wichtige Themen sind.
- 37:44Speaker 0: Einschalten lohnt sich, reinlesen lohnt es sich.
- 37:47Speaker 0: Wir machen viele Reports, viele Zusammenfassungen wir finden eine ganz coole Website und wir haben definitiv ein ziemlich cooles Social Media Team.
- 37:55Speaker 0: ihr findet uns überall nur nicht bei Clubhouse und sogar bei Chin & Talk.
- 38:00Speaker 0: schaut einfach rein!
- 38:02Speaker 0: Wir freuen uns und sind auch tatsächlich immer offen für Vorschläge, Ideen, Anfragen.
- 38:06Speaker 0: wie gesagt einen sehr open-minded Team das ich auf eurem Kontakt freute.
- 38:11Speaker 1: Perfekter Aufruf.
- 38:12Speaker 1: Zum Schluss am neunzehnten Februar darf man dann auch mal quasi noch mehr hinter die Kulissen schauen, vielleicht als sonst üblich für den Otto-Normalverbraucher nämlich wenn ihr diese Fernsehsendung macht.
- 38:26Speaker 1: und ich merke schon wir müssen dieses Gespräch auf jeden Fall fortführen Und danke dir, dass du hier warst und dir die Zeit genommen hast.
- 38:34Speaker 0: Eines meiner coolsten Interviews nicht wegen den Dingen, die ich gesagt habe sondern weil ich dazu ein Schintonic trinken durfte und das noch in der Arbeitszeit.
- 38:41Speaker 0: mich danke dir vielmals und komm gern jederzeit zu.
- 38:45Speaker 1: Vielen Dank
- 38:46Speaker 0: Das wars leider
- 38:47Speaker 1: schon.
- 38:48Speaker 1: Die letzte Runde ist
- 38:49Speaker 0: ausgetrunken.
- 38:50Speaker 0: das Gespräch
- 38:51Speaker 1: zu Ende.
- 38:52Speaker 0: vielen dank fürs Zuhören.
- 38:55Speaker 0: Bitten im Rücksicht
- 38:56Speaker 1: auf die Nachbarn
- 38:57Speaker 0: und sei leise
- 38:58Speaker 1: wenn Du die Bar verlässt
- 39:00Speaker 0: Aber vergiss auf keinen Fall, den
- 39:01Speaker 1: abonnieren
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