Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #45 Ich bin gekommen um zu bleiben - Amine Diare Conde
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- 0:00Ich will ein Bundesrat in der Schweiz werden. Und das ist mein Ziel. Und das werde ich auch schaffen. Aber mein Onkel hat mit irgendeinem Slipper gesprochen. Die haben meinen Onkel versichert, dass sie die beste Route nach Europa kommen. Danach, wenn es kalt oder windet, muss man in meinem Loch schlafen. Du weißt, wenn dieses Wasser...
- 0:21Du wirst deine Pipi trinken, aber niemand wird dich trauen. Wenn das Auto pahnt oder die verlieren den Weg, weil es gibt keinen klaren Weg, dann wird dort sterben. Bis heute, wo ich sitze hier, im Moment läuft es gut. Es läuft gut. Es läuft zurück. Ich kann im Handy hier sagen, wie viele Leute bis heute, ob ich dort bin oder nicht, es wird funktionieren. Die Menschen bekommen unbürokratische Hilfe.
- 0:47Und 2031 sollte ich meinen Zuweißerpass bekommen, ohne heiraten zu müssen, um Zuweißerpass zu bekommen. Das ist auch eine andere Alternative.
- 0:58Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge von «Du entscheidest» mit Kevin und mir. Unser heutiger Gast war der bekannteste Asylbewerber der Schweiz und wird heute als richtigen Held geführt. Vor über 10 Jahren kam er mit Mühe und Not in die Schweiz und lebte viele Jahre am Existenzminimum.
- 1:20Heute macht er eine Ausbildung als Hochbauzeichner und ist politisch sehr engagiert. Als wäre das nicht schon genug, hat er während Corona die Hilfsorganisation «Essen für alle» auf die Beine gestellt, die heute, fast fünf Jahre später, fünf Standorte in der ganzen Schweiz verzeichnet. Das ist meine grösste Hochachtung.
- 1:44Wir haben ihn eingeladen, weil wir seine Story wissen wollen und wissen, was hinter dem Mensch steckt. Ein fettes Applaus und ein herzliches Willkommen an Amine. Schön.
- 1:57Amine, herzlich willkommen. Schön, dass du da bist. Es ist mir eine richtige Ehre, dich kennengelernt zu haben beim letzten Essen für alle Event, das wir am Samstag gemacht haben. Genau, weil wir sind ja letzten Samstag höchstpersönlich bei Amine in der Hilfsorganisation, im Standort Leimbach. Ist das Leimbach? Ja, Maneg. Hauptsache, wir sind da. Ja, sorry.
- 2:19Das ist ein neuer Spoiler. Wir kennen es ja. Ihr habt ja den Vlog gesehen, der richtig gut angekommen ist bei den Leuten. Ich glaube, weil man genau merkt, mit welchem Herz du das Ganze machst. Aber bevor wir das ganze Thema hineinschweifen, zu der ersten und wichtigsten Frage, Amine. Wie geht es dir?
- 2:39Also, heute Tag, mir geht es eigentlich gut. Ich bin gesund, ich habe genug zum Essen. Ich mache, ich plane gut meine Zukunft. In sechs Monaten werde ich die Ausbildung abschließen. Ich habe natürlich nicht so viel Geld heute, aber wenn ich sehe, was läuft herum unter der Welt, ich sollte wirklich glücklich und dankbar sein, dass ich heute lebe und genug Essen zu haben und gesund bin.
- 3:06Schön. Ich glaube, es geht sehr viel um Perspektiven. Perspektivenwechsel. Weil du sagst, vielleicht habe ich heute nicht so viel Geld, aber im Gegensatz zu dem, was auf der ganzen Welt sonst abgeht, geht es mir gut. Ich habe Gesundheit, ich kann essen, ich muss nicht hungern. Und das ist einfach eine Perspektive, die man mal anschauen darf und auch für sich selbst anerkennen darf. Das macht es schon mega schön.
- 3:29Das ist auch, was ich auch jedem Menschen, der in der Schweiz lebt, im Moment am meisten die Aufenthaltsbewilligung, ich sage, in meiner Perspektive sollte auch dankbar sein. So schön. Wie hat dann deine Reise angefangen? Du bist vor zehn Jahren von Guinea. Ja.
- 3:48Vorher haben wir kurz gequatscht und die Schweiz war ja nicht dein Wunschdestination, oder? Nein, nein, nein. Gar nicht? Ja, also die Schweiz hat eigentlich eine gute Werbung im Ausland. Die Schweiz ist ein tolles Land und so. Nicht nur Käse und Schokolade. Genau, nicht nur Käse und Schokolade, aber für geflüchtete Menschen ist es so ein bisschen eine andere Richtung.
- 4:11Aber als ich in Guinea war, kannte man so nicht Schweiz. Man sagt, wir kennen nur Genf, wegen irgendeiner Gründe. Und dann aber, als ich in Marokko war, ich wollte eigentlich nur nach Europa gehen. Für mich war Europa, wie viele andere Menschen in der Schweiz, Afrika ist ein Land. Europa für mich war auch ein Land. Wo ich gehe...
- 4:35Keine Ahnung, ich wollte einfach nur nach Europa. Aber als ich im Weg war, dann sprachen viele Leute über Deutschland, weil damals lebte dort Mama Merkel, sie lebt immer noch, aber sie ist nicht mehr die Kanzlerin. Die Chefin dort. Die Chefin dort, das fehlt heute.
- 4:55Und dann war ich auch mit Begeisterung von Merkel, wegen ihres politischen Engagement und wegen ihrer humanitären Menschlichkeit. Und dann habe ich gesagt, okay, dort muss ich gehen. Vielleicht mit der Hoffnung, irgendwann treffe ich Mama Merkel.
- 5:13Ja, das war meine Vorstellung. Aber im Französisch sagt man, l'homme propose, die dispose. Das heißt, Menschen kann sich gut vorstellen, aber Gott wird dann machen, was sollte kommen. Genau, und dann, ja, als ich in Barcelona kam, ich habe dreimal versucht, nach Deutschland zu gehen, aber die SIGSA hat gesagt, dein Platz, dein Ort.
- 5:38wird in der Schweiz sein. Unglaublich. Und heute bin ich auch dankbar, dass ich in der Schweiz bin. Ich kann mit Deutschen sprechen, weil ich Hochdeutsch sprechen kann. Unglaublich. Und ich kann mit auch Schweizerinnen und Schweizer sprechen, weil ich ein bisschen Schweizerdeutsch auch sprechen kann. Also dann wechsle ich jetzt auf Hochdeutsch. Du bist jetzt ja Hochdeutsch. Genau. Ja, jetzt, aber vorher habe ich auch Schweizer geschrieben.
- 5:59Damit alle verstehen, damit die Österreicher und die Deutschen... Unglaublich, also du hast Französisch, solche Landessprache. Genau. Und nochmal eine, oder? Ich habe eigentlich Arabisch gelernt. Ah, okay. Aber Landessprache ist Französisch, man spricht das vom Baby.
- 6:17Und dann bist du aber in die deutsche Schweiz gekommen und nicht in die französische Schweiz. Ja, eigentlich wollte ich nach Genf gehen. Ich bin sogar nach Genf von Spanien direkt nach Genf angekommen. Aber die Zuweisungsbehörde hat aus irgendeinem Grund gesagt, dass ich noch weiter nach Zurich reisen muss.
- 6:38Weil du unbedingt Deutsch, Deutsch und jetzt wusstest du Deutsch. Weil du wolltest nach Deutschland gehen und dann kommst du in die deutsche Schweiz. Vielleicht haben die Leute das irgendwie gespürt, dass ich nach Deutschland gehen wollte. Als ich hierher kam, habe ich nie gesagt, dass ich nach Deutschland gehen wollte. Ich habe gesagt, ich akzeptiere die Sitzung und ich bereue mich nicht heute. Ich bin sehr dankbar, hier zu sein. Amin, wie alt warst du, als du geflüchtet bist?
- 7:03Ich war 16, knapp 18, aber ich war 16. Auf allen meinen Reisen war ich 16. Ich habe in der Schweiz meinen 17. Jahresgeburtstag gefeiert. Ah, schön. Ja. Wie lange warst du insgesamt unterwegs? Ich war sechs Monate. Von Guinea bis in der Schweiz war ich sechs Monate. Und darf ich fragen, wie kann man sich das vorstellen? Du warst dort in Guinea und dann hast du gesagt, ich muss weg.
- 7:31Also, dass ich weggehen muss, ist nicht meine Entscheidung. Das war die letzte Entscheidung von meinem Onkel, weil er hat gemerkt, für mich, wenn ich Ausbildung mache und eine wichtige Person in Guinea wird, dann wird sie nicht geeignet wegen politischer Situationen in Guinea. Dann hat er gesagt, okay, besser für mich, dann vielleicht nach Europa gehen, dann hast du vielleicht eine Perspektive dort, Zukunft.
- 7:55dann, ich hatte keine andere Wahl, habe ich gesagt, okay, ich mache es, weil ich denke, mein Onkel denkt nur etwas Gutes für mich. Aber mein Onkel selber war noch nie, bis heute noch nie in Europa. Vielleicht irgendwann wird er auch kommen, aber hoffentlich nicht mit Geflüchteten, mit einer offiziellen Einladung. Und dann...
- 8:16Offiziell durfte er auch nicht Guinea verlassen, weil damals der Diktator wollte auch vermeiden, dass Menschen aus Guinea, vor allem junge Menschen, das Land verlassen. Aber wir sind eigentlich ein Spiel für ihn, weil wir werden erschossen, wenn es Demonstrationen gibt. Und wir werden wie Ware auch behandelt, weil die Polizei fängt uns an, bringt uns ins Gefängnis.
- 8:39Es spielt keine Rolle, ob du minderjährig oder volljährig bist. Verlangen deine Eltern Geld. Und wenn deine Eltern nichts zahlen, dann schreiben sie ein riesiges Protokoll, das du gegen die Regierung demonstrierst. Und das kann deine ganze Familie ruinieren.
- 8:54Aber mein Onkel hat mit irgendeinem Slipper gesprochen. Die haben meinen Onkel versichert, dass sie die beste Route nach Europa kommen. Wenn ihr euren Jungen gebt, wir werden bis nach Europa. Mein Onkel hat das vorgestellt. Er wusste sicher, dass ich nicht mit Flug sei. Aber er hätte gedacht, ich komme mit Landrover, mit Auto, mit Klimaanlage bis nach Europa. So hat mein Onkel sein Vorgestell.
- 9:24So hat man es ihm auch verkauft? Genau, das hat man ihm wirklich sehr gut verkauft, aber die Realität war ganz anders. Ich habe Guinea verlassen, auf diesen Grund bis März 2024 konnte ich kein einziges Dokument von Guinea haben. Keine ID, keinen Reisepass. Sogar heute Tag meinen Reisepass, den ich bekommen habe, konnte ich nur durch Korruption bekommen, weil ohne das hätte man es nicht möglich.
- 9:54Aber die Schweizer Behörden haben mich dazu gesungen, das zu machen. Ich habe auch das gemacht, um ihre Wünsche zu erfüllen. Und dann, ich war in Marokko, drei Monate musste ich in einem Wald. Leute, ich konnte das wirklich im YouTube schauen, es gibt genug Videos. Man durfte gar nicht in einer Wohnung, man wohnte in einem Wald und in einem Loch. Und in der Nacht, wenn es kalt oder windet, musste man in einem Loch schlafen. Dort hatte ich drei Monate gelebt.
- 10:21Und während dieser drei Monate habe ich fünf Mal versucht, im Mittelmeer überqueren, nur nach Europa zu kommen. Das heißt, ich habe fünf Mal mein Leben riskiert, nach Europa zu kommen. Heute Tag, wenn ich meine T-Shirts aufstehe, wird es immer noch Fläche in meinem Körper haben, wo diese Tiere im Wald mitgefressen werden. Es gibt kleine Insekten, die im Wald leben.
- 10:43Im Wald oder wo wir dort schlafen, dort hat man keine Wahl. Irgendwann wirst du daran gewohnt. Und wie lange warst du dort? Mit drei Monaten, mit wie vielen Menschen warst du dort? Das kann ich nicht genau sagen. Aber ich meine, es ist wie Glanz. Es gibt viele, man sagte damals, es leben über 4.000 bis 5.000 geflüchtete Menschen in diesen verschiedenen Wäldern, die alle nach Europa kommen. Wahrscheinlich über die Hälfte,
- 11:11Fast die Hälfte sind gestorben im Mittelmeer. Aber ein Drittel ist in Europa angekommen. Die anderen sind vielleicht immer noch dort. Und ich habe einfach genug, dass ich bis heute da bin. Also heißt das, du bist von Guinea mit einem Schlepper? Genau. Mit Schleppern. Mit Schleppern. Die sind so gut organisiert.
- 11:31Die Reise fängt von Guinea. Es gibt Schlepper von Guinea. Dann Senegal. Es gibt Schlepper von Senegal. Mauritani, Schlepper. Marokko, die Sahara, Schlepper. Marokko, Schlepper. Und dann Mittelmeer auch. Ja, da muss...
- 11:47Da ist es dann gefährlich, weil über dem Meer ist es am gefährlichsten, weil Strömungen und alles. Der Weg ist auch gefährlich, weil du in der Wüste gehst und du bekommst nur eine Flasche Wasser.
- 12:05Und dass du weißt, die sagen euch, als wir losgefahren sind, sie haben gesagt, wir hoffen sehr fest, dass Gott mit uns ist, dass wir keine Panne haben, dass wir keine Probleme haben auf dem Rot, dass wir nicht verlieren den Rot in der Wüste. Wir hoffen in zwei bis drei Tagen, dass wir an unseren Ort kommen. Dort nur so eine Flasche Wasser.
- 12:24Und du weißt, wenn dieses Wasser, du wirst deine Pipi trinken, aber niemand wird dich trinken. Aber das Schlimmste, wenn das Auto pfand oder die verlieren den Weg, weil es keinen klaren Weg gibt, dann wird er dort weg. Vertrocknung. Genau, er wird dort sterben. Und das, du wirst mit dem... War dir das bewusst?
- 12:46Nein, als wir gekommen sind, erzählten die Leute auch das nicht. Weil du nicht einmal die Person findest, die das gemacht hat, sondern du findest nur Leute, die genau das machen wollen. Die Schlepper erzählten dich nicht das. Aber als wir das Auto losfahren, wurden wir Schafe im Pick-up.
- 13:08Ja, genau, und hinten drauf. Genau, wir wurden wie eine Schafe dort eingepackt und dann einen Kufel gemacht. Und dann, sie fahren vielleicht 180 in die Wüste, aber sie haben keine gerade Route, es ist nur Sand. Und dann hat er uns gesagt, er hat mir gesagt, Amigo, Amigo, so sagen sie.
- 13:31Das ist dein Leben, das ist dein Wasser, das ist auch dein Leben. Du musst das so behalten. Wenn du duschst, du musst nicht so trinken, wie wir trinken in unserer. Du musst nur ein Stück machen.
- 13:45damit du mindestens atmest. Weil er sagt, klar, wenn das Wasser fertig ist, willst du lieber deine Pipi, aber es gibt kein Wasser. Und dann, deswegen viele Menschen sterben auf dem Weg. Man lässt sie auch. Siehst du hier, ein Mensch stirbt da, aber du wirst nie dein Wasser geben, weil du weißt nicht, wer du bist.
- 14:04Und diese Wege habe ich gemacht, nur um in Europa zu kommen, damit ich Freiheit und Frieden erleben kann. Oh mein Gott, und was hast du in dem Moment gedacht, als du realisiert hast, okay, diese Reise wird schwer und dein Onkel hat dich ja geschickt, dachtest du, er will etwas Böses? Hattest du Wut auf deinen Onkel, ja? Oder was meintest du? Später hatte ich diese, später, als ich in die Schweiz hatte ich das, weil auf dem Weg, du weißt das, aber bekommst du nie die Idee zu denken, du hast nur die Hoffnung, hey, ich gehe in den Paradies. Mhm.
- 14:34Du weißt, okay, der Weg ist schwierig, aber du bekommst gar kein Gefühl daran, dass du denkst, oh, was passiert mir, werde ich schuld und so. Du hast nur die Hoffnung, okay, heil ankommen, dort ist das Paradies. Man vorstellt wirklich, wie viele Menschen heute, die am...
- 14:56junge Menschen glauben, dass sie alles durchmachen werden, aber nach dem Tod gehen sie direkt in den Paradies und haben ein ewiges Leben. Da auch als Migrant oder Geflüchteter träumst du nur davon, dass du das durchmachen musst. Wenn ich das schaffe, werde ich wie im Paradies leben. Ich bekomme Freiheit, ich kann normal leben, ich bekomme alles, was ich brauche. Das ist die Vorstellung.
- 15:22Und nachher hat der Kampf erst richtig begonnen, als du in der Schweiz warst. Das war alles andere als Paradies. Kämpfe. Wenn es Kampf ist, wäre es nur ein Sieger. Aber Kämpfe. Das muss man richtig betonen. Also, Migration. Geflüchtete. Weil Migration und Flucht sind zwei Sachen.
- 15:42Flüchtlinge sind ein Weg, den Menschen am meisten wichtig machen. Du verlässt alles, was dir wichtig ist. Verlässt du dein Land, deine Leute, deine Kultur, deine Freunde, deine Familie. Alles, was dir wichtig ist, verlässt du.
- 16:01Du gehst in einen Weg, den du gar nicht weißt. Das heißt, flucht der Menschen. Und auch, was alles mit dir passiert auf dem Weg, es ist ein anderes Gesicht. Und dann kommst du in ein Land, wie du weißt, wo Schokolade und Käse beherrscht. Und dann sagen sie, hey, du hast nicht hier zu suchen. Obwohl es gibt x Perspektiven hier, es gibt x Möglichkeiten hier. Eigentlich nicht.
- 16:29Ich habe bis heute gar kein Verständnis. Aber jeder kann denken, was man denkt. Das ist das, was ich gefunden habe. Und dann hast du gemerkt, wo diese Hürden in der Schweiz im Paradies gekommen sind, so wie ich verstanden habe. Da denkst du so, der ganze Kampf, jetzt bin ich hier. Ich muss weiterkämpfen.
- 16:49Und dort kam dann die Wut oder das Unverständnis für deinen Onkel? Oder hast du dich gefragt, warum bin ich, was ist das? Ich bin dann in der Schweiz gekommen. Die Enttäuschung hat angefangen nach drei Wochen meiner Ankunft in der Schweiz. Nein, ich habe es schon ein bisschen gespürt, aber die richtige Enttäuschung war nach drei Monaten.
- 17:11Ich wurde klar von meinem Beistand, das heißt die Person, die zuständig für mich war, weil ich noch nicht volljährig war. Ich hatte keine Eltern hier. Und sie hat gesagt, weißt du, Leute aus deinem Heimatland haben keinen Sinn, in der Weise zu leben.
- 17:28Und ich sage, wow, ich war wirklich zockiert, ich war sogar traumatisiert. Weil ich hatte damals gesagt, alles, was in dem Weg ist, ich habe versucht, das zu vergessen, alles, was ich erlebt habe. Ich habe versucht, das zu vergessen. Um weiterzumachen. Genau. Dann wusste ich, ich kann in die Schule gehen, ich kann meine Zukunft planen. Und dann die Person, die für mich zuständig war,
- 17:54die eigentlich, wo ich Hilfe bekommen sollte, sag mir, du hast keine Chance, hier zu leben. Dann ist Hoffnung tot. Eigentlich kenne ich niemanden, die wäre eigentlich, wo ich Hilfe holen würde. Aber die selber sagt mir das. Was für ein Land. Dann ist diese Erinnerung alles von meinem Onkel, was wir besprochen haben, den Weg und so. Ich habe versucht, mit meinem Onkel zu besprechen, aber ich habe gemerkt,
- 18:22Er versteht einfach nicht alles, was ich ihm sage. Aber mit dem jahrelangen, er hat die Vorstellung, wenn ich in Europa komme, mein Leben wird perfekt, wenn ich nicht jemandem helfe, ich will nicht helfen. Mein Onkel hat mir bis heute kein Mal gesagt, ich brauche Geld von dir oder so. Er wollte, dass ich ein erfolgreicher Mensch werde und so. Er hat das ja nur aus Liebe gemacht.
- 18:46Ja, wegen meiner Mutter. Und dann hat er gesagt, als ich viel Schwierigkeiten hatte, habe ich gesagt, ich darf nicht in die Schule gehen, ich darf nicht arbeiten. Er hat gesagt, immer, dann geh auf den anderen Weg. Sie können nicht sagen, du kannst nicht auf einen Teil bewilligen. Also du hattest immer Kontakt mit ihm? Mit meinem Onkel.
- 19:04Aber mit der Zeit hat es nicht mehr funktioniert. Bis heute haben wir keinen Kontakt mehr. Weil ich habe gemerkt, mein Onkel will schon etwas für mich. Er hat Geld für mich bezahlt, damit ich hierher komme. Aber er versteht nicht die Realität in Europa. Logisch, man muss es erleben. Ohne dass du etwas erlebst und selbst erfährst, das kann dir niemand erklären. Genau, das kannst du dir so vorstellen.
- 19:30Ich bin ein Mensch, ich komme in das Land hier. Das Land sagt, wir wollen dich nicht. Du darfst nicht Ausbildung machen, du darfst nicht arbeiten, du darfst nicht Geld verdienen. Andererseits, du darfst nirgendwo gehen.
- 19:44Du bleib einfach da. Und dann rufe ich, mein Onkel hat mir einmal gesagt, ja, aber was denken sie? Die besitzen dich nicht. Du kannst gehen. Wenn sie sagen, die wollen dich nicht, geh in ein anderes Land. Ich sage, ja, aber Onkel, das geht. Nein, er hat mir gesagt, ich bin einfach ein falscher Sack.
- 20:03Genau, das heißt, ich bin eine Faul. Ich bin voll enttäuscht. Er hätte gedacht, ich bin eine richtige, meine Energie, die ich bei ihm hatte, mit Chor lernen und träume von Ausbildung. Jetzt sitze ich so über ein Jahr, ich sage jemandem, ich darf nicht lernen, ich darf nicht arbeiten. Er sagt, was denken Sie? Du bist ein freier Mensch, du kannst weiterlaufen. Kannst du in ein anderes Land gehen?
- 20:31Ich sage, Onkel, das funktioniert nicht so. Im Moment, wenn ich die Schweiz verlasse, bekomme ich nur x Probleme, andere auch. Weil die Schweiz verschiebt dann ihre Zuständigkeit. Sie sagen, ja, du hast unser Land verlassen, du darfst nicht. Ich gehe nach Deutschland, Deutschland sagt, nein, du musst zurückgehen. Du bist da ein Ping-Pong-Spiel. Meine Güte. Aber ich sage, dein Onkel hätte das ja gar nie verstanden.
- 20:59Ja, ich habe versucht, aber ich merke, er wird das nicht verstehen. Aber eigentlich ist das gut, weil irgendwo durch hat er dich doch auch motiviert, auch wenn es wehgetan hat zum, ja, ich will nicht fausen, ich will ja schon zeigen. Und das Kämpferische ist dann vielleicht gekommen.
- 21:16Die Schwierigkeit, ich musste hier kämpfen, ich musste auch dort kämpfen. Eigentlich für mich, ich hatte so Erwartungen, weil ich hatte damals keinen Kontakt mit meiner Familie. Nur mein Onkel, weil er in der Hauptstadt lebt. Und ich hatte mindestens, wenn ich so Schwierigkeiten, wenn ich ihn rufe, mindestens sagt, oh du Arme, beruhige dich, es wird alles gut. Aber das Gegenteil. Es hat den Gegenteil. Du wolltest ein bisschen Verständnis, Geborgenheit. Genau, aber ja, das war mein Weg.
- 21:45Wie schnell hast du Anschluss gefunden? Hast du schnell, als du in der Schweiz warst, Kollegen gefunden oder Leute, die du sagst, hey, ich vertraue diesen Personen, das sind für mich jetzt vertrauensbezugspersonen geworden? Ging das schnell? Also nein. Bis heute bin ich sehr benachteiligt. Ich kenne x Menschen,
- 22:11Aber Vertraute und so wirst du immer wie alle, man hat immer sehr wenige Leute. Aber damals ist ganz anders. Erstens, du sprichst nicht die Sprache, du hast keine Familie hier und du kommst aus Guinea. Menschen aus Guinea sind sehr, sehr, sehr wenig in der Schweiz. Ich war hier fast drei Jahre, habe nur drei Menschen gesehen aus Guinea. Und die leben nicht alle im gleichen Kanton.
- 22:41Und du dann, du hast kein Geld. Wenn du mindestens in der Schule gehst, dann sagst du, ich finde Freunde. Die Freunde, die du findest, es sind alle Leute, die das gleiche Problem oder das schlimmere Problem haben als du. Die einzige Person, die mir damals wirklich etwas geholfen hat, es war eine Ärztin im Dietikon-Lepsi. Als ich Psychologe war, ich war traumatisiert. Ich wollte eigentlich, für mich das Leben hat es nicht mehr Sinn gemacht. Und,
- 23:10Ich musste bei ihr fast sechs Monate Sekatrier gehen und dann hat sie mir einfach gesagt, weißt du Armin, du bist ein intelligenter und junger Mann und kräftig und du hast klare Visionen, du möchtest etwas machen.
- 23:25Aber du bist in Schwierigkeiten, aber ich glaube, du wirst deinen Weg finden. In dem Fall, ich weiß, du hast Probleme, du kannst nicht schlafen, du hast viel Stress, du hast viel erlebt in den jungen Jahren. Und das kann ich alles nachvollziehen. Aber lass dich nicht die Behörden deinem Leben selber kaputt machen. Versuch dein Leben auf deine eigene Hand zu nehmen.
- 23:46Und sie hat gesagt, wenn du schlafen, wir haben mehr als genug Medikamente. Wir können dir Medikamente geben, damit du dein ganzes Leben nur schlafen kannst. Du wirst nie Probleme haben. Sogar deine Gedanken. Wir können dir Medikamente geben, damit du gar nicht klar denken kannst. Aber das will ich dir nicht geben.
- 24:06Ich möchte, dass du deinen Weg auf deine eigene Hand, ich weiß, es ist schwierig, sogar ich bin jetzt über 40 Jahre, aber bei mir auch wird es schwierig. Aber ich kann nur dir sagen, was ich meinen eigenen Schoß sagen werde. Nimm dein Leben auf deinen eigenen Weg.
- 24:25Und diese Worte, sie hat gesagt, dieses Medikament, weil damals musste ich Tabletten nehmen, damit ich überhaupt schlafen kann. Diese Tabletten, wenn ich dick wäre, wenn ich gehe heute nach Hause, ich werde die spülen. Obwohl es Geld ist, aber ich werde die spülen. Aber ich muss geben. Und das ist meine Aufgabe.
- 24:43Hast du sie genommen? Ich habe diese Medikamente, ich schwöre dir bei Gott nach Hause, ich habe die auch gespült. So guter Mensch, oh mein Gott. Und dann habe ich gemerkt, eigentlich was sie hat gesagt, hat sie wirklich gerecht.
- 24:57Ab heute werde ich, egal was die Behörden sagen, mir scheißegal, werde versuchen, Deutsch so gut zu lernen, ich werde bei jedem Menschen als Freund, anstatt als Feinde zu sein. Weil am Anfang, du denkst, hey, warum diese Leute wollen mich nicht, warum ihre Kinder gehen in die Schule, ich darf nicht. Weil du bekommst irgendwie Hass.
- 25:20Aber wenn du Hass in deinem Herzen hast, kannst du nie Liebe. Und du selbst kannst dich nicht selber lieben. Und dann habe ich gesagt, jeder Mensch, den ich sehe, ich sehe ihn wie meinen Bruder und meine Schwester. Und dann habe ich versucht, wirklich noch Gas und Power zu investieren. Deutsch lernen, Leute, Freunde. Ich denke gar nicht mehr über meine Ziele. Für mich ist das die Vergangenheit. Ich muss einen Weg. Ich will eine Bundesrätin werden. Und das ist mein Ziel.
- 25:49Und das werde ich auch schaffen. Wie realistisch ist es, dass du einen Schweizer Pass bekommen könntest oder würdest? Ist das überhaupt möglich? Das ist möglich, aber es ist ein langer Weg. Die Behörden haben mir gesagt, die sieben Jahre, die ich vorher gelebt habe, ich habe in der Schweiz gratis gelebt. Interessiert niemand, werden sie das nicht gesellt. Ab dem Tag.
- 26:17Wo ich den Aufenthalt bewilligt habe, man kann dort zählen. Das heißt, ich werde gesamte 17 Jahre in der Zuweisung leben, um überhaupt einen Zuweisungspass beantragen zu können. Aber das gilt nur für EU-Bürger. Bei mir konnte das über 20 Jahre dauern. Es kann bis 15 Jahre dauern für mich, dass ich einen Zuweisungspass beantrage.
- 26:44Dieses Gesetz ist nur für EU-Bürger. EU-Bürger sagen, wenn du in der EU kommst, oder in manchen Ländern, nach zehn Jahren hast du recht, zu weisseln, pass, beantragen. Aber von dritten Städten wie ich, normalerweise muss ich zehn Jahre leben.
- 27:01bis ich den Sehausweis bekomme. Und dann vielleicht, wenn ich den Sehausweis bekomme, vielleicht dann fünf Jahre, dann kann ich den Zuweisungspass beantragen. Aber das gibt auch keine Garantie, dass ich es bekomme, weil es ist Verfahren. Wenn du in manchen Gemeinden lebst, sie sagen, nein, du hast noch nicht genug in der Schweiz gelebt. Mhm.
- 27:21Aber das für mich ist, alles wird gut kommen. Ich hoffe, es wird immer Ausnahmen geben. Ich hoffe, nach zehn Jahren werde ich, 2031 sollte ich meinen Schweizer Pass bekommen, ohne heiraten zu müssen, den Schweizer Pass zu bekommen. Das ist auch eine andere Alternative. Und sonst bin ich mit dir eine Schweizerin. Aber das ist...
- 27:47Wäre besser, wenn man einen zweiten Pass bekommt, ohne heiraten zu müssen. Weil dann irgendwann kommt immer in der Besuch, ja, aber du weisst, ich bin dein Pass. Diese Vorurteile. Unglaublich, das heisst, deine Geschichte hat sich verändert, in dem Moment, als du diesen Perspektivenwechsel von hey, die Menschen hier hassen mich nicht, oder ich versuche das nicht zu geben, was ich glaube, sondern...
- 28:15Ich gehe jetzt wieder in mein Herz, in meine Herzlichkeit, in meine Menschlichkeit, neutral in die Welt, mit Liebe, und dann hat sich alles für dich verändert. Einfach einfacher. Einfacher. Ich habe alles... Ich sage, ich werde...
- 28:32Wenn ein Mensch mir Schwierigkeiten machen möchte, ich wünsche ihm viel Spaß. Trotzdem wünsche ich ihm ein gutes Leben. In der Bibel sagt, lieb dein nächstes Leben selber. Sogar deine Feinde darfst du lieben.
- 28:47Das habe ich so und ich bin sehr dankbar heute. Es hat mich sehr weit gebracht und es hat mich wirklich einen ganz anderen Menschen gemacht. Ich glaube, all diese Dinge, die du erlebt hast und wie du heute da sitzt und erzählst, mich hat das vorher und ich habe es auch bei dir gesehen, es hat uns sehr, sehr fest berührt.
- 29:09was für eine Kraft du aufbringen musstest, um an diesem Punkt zu stehen, wo du heute bist. Und ich würde gerne, falls du noch eine andere Frage hast, ich würde gerne einen Schritt weiter gehen, weil du hast schon über die Zukunft gesprochen, ich habe es gesehen, du hast über die Zukunft gesprochen, dein Ziel ist es, ein Bundesrat in der Schweiz zu werden und du hast heute schon extrem große Dinge aufgebaut, die...
- 29:35Tausende von Menschen unterstützen. Und ich würde nachher, jetzt muss ich glaube ich noch eine Frage stellen, aber ich würde nachher gerne auf diese Themen aufkommen. Ja, hören wir gerade, wie es nachher zu Essen für alle gekommen ist. Genau. Wer war diese Frau? Einfach eine Ärztin? Ja. Und weisst du noch ihren Namen? Nein.
- 29:53Nein, ich weiß nicht mehr ihren Namen, aber vielleicht, wenn ich die Tickern gehe, erinnere ich mich noch an das Gebäude. Es ist nicht so weit im Bahnhof, es war wie eine Psychiatrie. Aber ich musste nicht dort leben, ich komme nur wegen Stundengesprächen. Sie hat herausgefunden, was ist wirklich das Problem. Ich habe sie mit ihr gespielt und Therapien gemacht und so. Und anhand von dem hat sie... Und sie war so der Engel, der dir...
- 30:23In dieser Zeit war sie da. So schön. Und bevor wir Essen für alle, ist sie auch in dieser Timeline. Wann bist du dann darauf gekommen, Essen für alle zu machen? Das war im März 2020, oder? Ja. Und wie ist dir diese Idee gekommen? Wie ist das passiert?
- 30:45Also diese Idee ist ungeplant, unerwartet. Ich hatte mich nie gesehen als Menschen, die... Ich hatte mich immer gesehen, seit ich meinen Wechsel von meinem Leben, Menschen für Gerechtigkeit und für Menschenrecht engagiert oder kämpft, wenn man so sagen möchte.
- 31:08aber nicht als humanitäre Organisation zu machen oder zu gründen. Ich hatte mir das in einer anderen Perspektive gesehen. Aber ich war selber in einer sehr schwierigen Lage. Kannst du dir vorstellen, in der Schweiz zu leben mit 8,50 Franken pro Tag? Weil wenn die Schweiz sagt, du musst das Land verlassen, du sagst, nein, ich bin gekommen, zu bleiben, dann sagen sie,
- 31:35Eigentlich, du bist nicht willkommen hier. Sie werden das auch deutlich schriftlich und mundlich dir sagen. Du bist eigentlich nicht herzlich willkommen hier. Du musst einfach das Land verlassen. Und mit einer sauberen Tonalität, so kann man sagen. Aber wenn du stur wie ich bist, dann...
- 31:54Sagst du, mir ist Scheisse egal, aber egal was ihr sagt, ich werde einfach trotzdem bleiben. Ob ihr das möchtet oder nicht. Und trotzdem bekommst du diese 8,50 Franken am Tag. Und wo kann man das holen?
- 32:10Es gibt verschiedene Möglichkeiten, es gibt verschiedene Arten. Manche bekommen sie einmal in der Woche, manche müssen sie pro Tag bekommen, manche bekommen sie in Monaten. Und das kommt darauf an, wer deine Betreuerin ist, welche Organisation ist zuständig für das. Weil das auch noch die bessere Organisation gibt, es gibt auch die ein bisschen bessere Organisation.
- 32:36Ist das so kantonsabhängig? Die Zuweisung ist so schwierig zu beschreiben. Die Gemeinden müssen sagen, wir sind mächtig. Kantone müssen auch sagen, wir sind mächtig. Und dann auch die Organisation, die zuständig ist, muss auch sagen, wir haben auch etwas zu entscheiden. Jeder hat etwas zu entscheiden.
- 32:58Hauptsache jeder darf etwas entscheiden. Genau, jeder darf seine Stimme sagen. Und dann musst du mit 8.50 Franken pro Tag leben. Und das ist unmöglich. Es ist unmöglich, weil Menschen bis heute, wo ich spreche, ich habe Hunde, die mit diesem Geld, sogar manche weniger, mit dem leben müssen.
- 33:24Und dann bist du angewiesen auf Untersuchung von verschiedenen Organisationen. Aber vor Corona habe ich immer die Autonomie-Schule, ich habe einen Freundeskreis und dann gibt es auch wie Solinet. Zum Beispiel bei Solinet, jeden Freitag gehst du gratis Deutsch lernen. Santiago Kirche, sorry, Santiago Kirche. Ja, ja.
- 33:46Und dann gehst du dort von 10 Uhr bis 12 Uhr, lernst du Gratisdeutsch und nachdem gibt es eine riesige Portion. Die Autonomie-Soules zum Beispiel, da kocht man bis heute jede Woche dreimal, Montag, Mittag und Freitag. Mit zwei Franken kannst du eine riesige Portion, internationale Portion. Manchmal hast du Syris essen, Libanonis essen und alle möglichen.
- 34:12Sehr gut, kann ich nur empfehlen. Hausmannsküche direkt. Genau, und auch die Leute kochen mit Herz. Nicht wegen Geld, sondern mit Herz. Und dann ist Corona gekommen.
- 34:25Und dann mussten alle diese Organisationen wie Kirchen und Institutionen, die eigentlich alle als humanitär organisiert waren, geschlossen werden. Es gab nicht mehr humanitäre Hilfe. Und dann, für mich und für viele andere tausende Menschen in der Schweiz, war Corona gar kein Problem. Ich war damals, denke ich, 23 und Corona wird mir gar nichts machen.
- 34:54Aber für mich, ich weiß, was Hunger ist, weil ich es selber erlebt habe während meiner Reise. Und ich weiß, ich bin einer der Privilegierten damals. Mindestens ich kann mit Leuten gut kommunizieren. Ich weiß Orte, wo ich mindestens Essen bekomme, ohne schwarze Arbeit zu machen. Aber es gibt Menschen, die bekommen gar nicht diese acht Wochen.
- 35:168,50 Franken pro Tag. Heute gibt es Schätzungen, ich vermute mehr als abermals, es gibt über 100 Samenpapiere in der Schweiz. Über 100.000 Samenpapiere in der Schweiz. Die Stadt weiß gar nicht, ob diese Menschen existieren, wie sie leben. Es gibt ältere Menschen. Ich habe sogar am letzten Samstag einen Mann, der 27 Jahre in der Schweiz gelebt hat.
- 35:40Er hat keine Aufenthaltsbewilligung. Er spricht nicht über AAV oder dritte Säule und so. Er lebt Tag um Tag. Wenn er einen Tag nicht rauskommt, er wird nicht essen. Und er muss trotzdem, manche müssen sogar trotzdem Krankenkasse zahlen. Das muss ich euch ein anderes Mal erzählen. Sie müssen Miete zahlen. Manchmal zahlen sie sogar teure Miete, als wir als normale Bürger zahlen.
- 36:07Und diese Menschen gibt keine mehr Perspektive. Manche von denen müssen nur zu was Arbeit machen, wenn du arbeitest für die schlimmsten Mindeststunden, 25 Franken pro Stunde, die arbeiten vielleicht für 7 oder 10 Franken pro Stunde. Und sie müssen das, weil sie haben keine andere Perspektive. Aber das auch ist gewollt von der Zuweiserbehörde und auch eigentlich von der Bevölkerung. Man wollte auch so Sachen in der Zuweiserbehörde haben.
- 36:36Und dann, Restaurants sind geschlossen, humanitäre Organisationen sind geschlossen, Kirchen, wie kann man essen? Aber dieser Gedanke ist mir noch nicht so am Anfang gekommen. Ich finde, man hat in der Autonomie gesagt,
- 36:53Wir schließen die Zulehng. Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen diese Zulehng schließen, weil sonst haben wir ein Problem mit den Behörden. Damals, vielleicht habt ihr noch immer noch die Erinnerung, damals war Simonetta Sumaruga die Sprecherin. Die ganze Politik. Sie war die Bundespräsidentin, denke ich, damals. Und sie hat gesagt, doch, sie war die Bundespräsidentin. War nicht allein Berset? Nein, er ist nur für Gesundheitssicherheit. Genau. Und wurde damals gesagt,
- 37:23mehr als fünf Personen darf es nicht erlaubt, draußen zu treffen. Erinnert euch das? Fünf Personen. Maximum fünf Personen. Vielleicht die Familie mussten wir sagen, wer darf kommen. Sogar in deinem Privathaus hatten sie gesagt, darf nicht mehr als fünf Personen. Und das, du weißt, wir sind so abhängig vom Geschenke. Wenn man sagt, es gibt die rote Linie, alle werden das so übertreiben, sogar zu behalten.
- 37:51Was gut und schlecht sein kann. Genau. Aber ich finde eigentlich schön, diese Punktlichkeit. Oder streng mit sich selber. Ich finde eigentlich schön. Und dann? Und dann, ja, die Schule musste schließen. Und dann, wir waren im Gremium, dort wir entscheiden die beste Demokratie. Wir entscheiden mit Konstanz. Alle müssen einverstanden, um eine Entscheidung zu treffen. Wo war das? In der Autonomie-Schule.
- 38:19Ah, okay. Dort entscheiden wir so in einem Gremium. Wir waren über 35 Personen. Wenn eine Entscheidung getroffen wäre, mussten alle einverstanden sein. Wenn eine Person, jeder hat eine eigene Veto. Nicht wie die Weltorganisation, sondern bei uns, jeder hat seine eigene Veto. Und dann haben wir dort im Gremium besprochen, hey, eigentlich müssen wir schließen, weil sonst bekommen wir riesige Ärger mit der Polizei. Dann, ich war da, ich weiß, hey, aber...
- 38:47Wenn wir das lesen, wir wissen selber, es gibt über 500 Menschen pro Woche hier, die Deutsch lernen, die essen und manche sogar in der Toilette duschen. Obwohl es keine Dusche gibt, aber sie nehmen Papier. Ich habe das alles erlebt. Wenn du gar nichts hast, machst du alles. Und dann habe ich gesagt, aber...
- 39:07Leute, das für mich so schwierig. Wir wissen selber, es gibt so viele Leute, die Unterstützung brauchen. Aber was für Alternativen gibt es für Menschen? Aber dann im Krimi, ich war eigentlich die Minderheit, weil ich selber betroffen war und die anderen haben mich auch verstanden, aber wir mussten die Realität akzeptieren.
- 39:29Und dann haben wir dreimal über das, dass ich wollte immer wirklich meine Veto, ich weiß es wert, ich habe immer gesagt, ja, aber es gibt keine Alternative. Ob wir zum Beispiel, wir sagen, okay, die Schule ist geschlossen, aber die Küche mindestens ist offen. Und am Ende, wenn du stur bist,
- 39:48Manchmal musst du auch aufhören, aufgeben. Das gehört auch. Loslassen. Loslassen. Ich habe auch gesagt, okay. Ich kann nicht nachvollziehen, aber ich akzeptiere. Aber hast du in dem Moment an dich gedacht oder an all die Menschen, die du auch gesehen hast?
- 40:08Erst ich und die anderen. Weil ich war schon fast zwei Jahre voll. Jeden Tag. Dort war mein Haus, mein Arbeitsplatz, meine Freundeskreise. Alles war diese Schule. Ich komme dort von 9.30 Uhr am meisten bis 22 Uhr bin ich dort. Dort treffe ich meine Freunde. Fast manchmal, ich sage nicht über Nacht, aber du bleibst einfach dort. Du bist nur zu Hause geschlafen und gerade wieder dort. Das ist ein safe place für dich. Genau, weil zu Hause...
- 40:38Wenn ich dort gehe, ich will... Für mich war dort nichts zu Hause, weil die Polizei kann jederzeit kommen. Es macht mich nicht glücklich, dort zu wohnen, wo ich weiß, ich habe keine Sicherheit. Ich war selber ohne Aufenthaltsbewilligung damals hier.
- 40:55Und dann, ich bin etwas traurig, ich bin nach Hause. Am genauen, es war ein Freitag, am genauen diesen Tag, ich hatte ein paar Kollegen, wo wir regelmäßig treffen und zusammen Geld sammeln und kochen etwas Leckeres. An diesem Tag war bei mir.
- 41:12Ich bin dann nach Hause gegangen. Ich lade sehr viele Gäste nach Hause. Ich koche auch sehr gerne für meine Gäste, wenn ich Zeit habe. Leider jetzt kann ich nicht viel machen, weil ich keine viel Zeit habe. Aber sonst könntet ihr gerne melden. Sehr gerne, sehr gerne. Wenn ihr vor allem Afrika... Ich kann auch zurückgeschnetzeltes kochen.
- 41:29Nein, lieber afrikanisch. Ich habe mich gut integriert. Rösti, okay, aber geschnetzelt, nein. Afrikanisch. Und dann habt ihr euch immer bei jemandem getroffen, Geld zusammengesammelt, um zu kochen, so herzig. Und dann war das bei dir. Bei mir. Und dann wohne ich neben dem Platzmigranten.
- 41:50Und dort ist einer der größten Migranten, vielleicht in der ganzen Stadt zurück oder vielleicht Kanton zurück. Normalerweise, wenn du dort gehst, es gibt immer genug Ware und so. Aber an diesem Tag, als ich komme, musste ich mindestens über 15 Minuten in einer Schlange, genau wie ihr gesehen habt, bei SM4 alle. Und dann, das ist
- 42:12Ich konnte nicht verstehen, warum macht man so lange im Migros zu gehen? Aber weil das ist so, ich bin ein Migros-Kind. Ich kenne dort sehr gut auswendig fast. Ein Migros-Kind. Dann bin ich reingegangen. Und zuerst, als ich die Treppe runter, es gibt Rollarttreppen, ich sehe zuerst die großen Einkaufswagen. Am meisten waren dieser Tag beliebte gekauft. Kannst du dir raten? WC-Papier.
- 42:41wenn du spielst heute Lotto, wirst du gewinnen. Das war beliebt. Und jeder hat einfach einen Haufen. Und ich wollte eigentlich nur eine einzige Tomatendose kaufen. Ich bin gegangen. Ich weiß, das Mikrofon ist bis heute auswendig.
- 42:59Ich bin so programmiert, dass ich alles kenne, weil ich kein Geld habe. Wenn ich Tomaten kaufe, nur Tomaten. Wenn es Mayo, ich kaufe nur Mayo. Egal, wenn es x Rabatt gibt, dann bin ich gegangen. Ich sehe sogar auf dem Weg, die Regalbank ist in Soler, was ungewöhnlich ist. Und dann bin ich gekommen, wo diese Tomaten, ich schwöre euch, es gab keine einzige Tomatendose.
- 43:28Ich habe herumgelaufen. Wegen Dosen, alles was so Dosen, Konserven, Lager. Vielleicht, ihr weisst das, es wurde sogar vom Bund man darf nicht mehr bestimmte Produkte mehr kaufen. Stimmt, ja. Im Ernst? Du weisst ja alles, unglaublich. Ich habe es erlebt. Unglaublich. Und dann
- 43:53Ich war enttäuscht und so gerettet. Ich dachte mir, was passiert? Bekommt die Zufallskrise Krieg oder was? Ich war sehr enttäuscht und emotional berührt. Ich ging nach Hause und trotz allem haben wir Spaghetti gegessen, aber ohne Tomaten. Mit Öl und Knoblauch. Das ist auch sehr gut. Und ein bisschen Paprika.
- 44:15Frische rote Paprika. Und dann die Gäste sind gegangen. Ich habe meinen Laptop genommen. Habe eine Mail geschrieben. Wir hatten sogar eine Entscheidung vor vielleicht drei Stunden. Aber trotzdem habe ich gesagt, Leute, ihr wisst, unter uns leben viele Menschen, die wirklich Hilfe brauchen und Unterstützung. Wir können diese Menschen einfach nicht so
- 44:41Ich habe nicht mich... Fallen lassen. Ja. Ich denke, es wäre möglich, ich wäre bereit, wie eine Art TKW zu organisieren, weil wir haben schon die Küche, man kocht dort, man macht alles so gut, dass jeder Mensch einfach vorbeikommen kann und holen und weggehen kann. Niemand darf dort Zeit verbringen. Ja, ich habe diese Mitte der Hoffnung, dass jemand mich versteht, meine Anliegen. Und?
- 45:08Und dann ist diese E-Mail reingegangen, über hunderte Mails, weil wir haben eine Meldung. Verteiler. Und das ist gegangen. Erste Mail war nicht so freudig. Zweite Mail war nicht freudig. Dritte Mail sagt, ja, aber ich verstehe dich. Aber manchmal, wenn man eine Entscheidung trifft, es hilft, wenn man mindestens darüber schläft. Und vielleicht morgen gibt es eine andere Perspektive. Aber...
- 45:34beruhige dich nochmal, bis morgen, wir wissen das und so. Und danach kommt dann die vierte E-Mail.
- 45:42Vierte Nachricht, sie hat mir WhatsApp geschrieben, hey Amin, ich arbeite bei einem Kitas, dort bestellen wir Essen bei Meni & Mor. Es ist eine Firma, die für Kinder kocht, Meni & Mor heißen sie. Wir haben dort Essen bestellt, gekauft, aber sie konnten nicht liefern, weil die Schulen geschlossen sind.
- 46:06Aber vielleicht kannst du dort melden und dann vielleicht, sie werden dich essen, kannst du deinen Freundkreisen helfen. Ich sage, okay. Diese Firma, auch die Person, die das Essen zuständig hat, hat den Auftrag, das Essen loszuwerden. Er versucht auch all seine Besten überall zu schreiben, Hilfsorganisationen wie Caritas und andere.
- 46:32zu schreiben, ob sie dies essen. Aber alle sind geschlossen.
- 46:37Und dann, der auch, der findet sicher damals, ich kann ihm seine Stelle vorstellen, er findet das einfach scheiße. So gute Ware, Qualität, fast alle Bio, nicht fast alles in Bio, zu weißer Produkte, all das zu wegwerfen. Es ist vielleicht Millionen, nein, hunderte Tausend. Aber es ist Geld und Essen, es ist Nahrung. Und dann habe ich ihn kontaktiert, habe gesagt, hey, ich brauche Essen, ich habe Freundeskreise, ich möchte das gerne.
- 47:07Und dann, als ich ihn angeschrieben habe, sagte er, ich rufe nur für mich. Ich sagte, wie viel brauchst du? Er sagte, ja, ich brauche es. Und wie viel hast du? Er sagte, oh, musst du gar nicht fragen. Wir haben so viel. Du wirst nicht alle brauchen. Ich sagte, ja, aber ungefähr. Er sagte, 500? Ich sagte, ja, sicher, ich nehme das. 500 Portionen.
- 47:30Von was? 500 Portionen von was? Essen. Verschiedene Burger, Reis, alles ist so gut gepackt. Es sind 500 Portionen. Genau, 500 Portionen. Ich war so erleichtert, aber es kommt dann die nächste Hürde. In diesem Kampf ist es wie Treppen. Wenn du die erste, dann kommst du zur nächsten. Ja, ich habe jetzt 500 Portionen Essen.
- 47:55Ich muss von Punkt A nach Punkt B. Es ist nicht so weit, es ist fast eineinhalb Kilometer, aber ich habe keinesfalls alles im Kopf zu tragen. Und auch, ich habe kein Auto, ich habe sogar damals kein funktionierendes Fahrrad. Und ich kann mir nicht vorstellen, diese 500 Portionen alles zu schleppen. Ich habe einen guten Kollegen, der ich wusste, einen guten Kollegen,
- 48:19Er hat ein altes Auto, das Auto fährt manchmal. Ich habe ihn mal gerufen und gesagt, hey Kollege, wie geht es dir? Ja, gut. Ah, du hast mich gesucht. Ja, alles gut.
- 48:33Hey, ich habe etwas Gutes, ich habe Portionen bekommen, aber ich muss diesen Transport, aber ich bitte, er erzählt niemandem. Weil ich durfte gar nicht dort verteilen in der Autonomie, die Schule ist geschlossen. Ich weiß, wenn es gegen die Regeln ist, ich werde ausgeschlossen, Hausverbot bekommen. Aber er ist auch ein Mitglied der Schule. Er darf niemandem erzählen, dass ich Essen nehme und dort bringe. Ich hatte natürlich die ganze Gebäude, es sind drei Geschäfte, ich hatte alle Schlüsseln.
- 49:02Bei mir zu Hause. Und dann er hat gesagt, ja, ich brauche dein Auto morgen um 9 Uhr. Weil der Mann hat mir gesagt, 9.30 Uhr, aber der Mann hat gesagt, er muss mit seiner Frau und seinen Kindern auf die Berge gehen. Mhm.
- 49:19Und dann hat er gesagt, ja, er hat gemerkt am Telefon, er hat mich dreimal gesagt, hey, aber bitte versuch pünktlich zu kommen. Er hat gemerkt, ich bin vielleicht nicht von mir. Vielleicht, wenn er sagt, um halb zehn, ich komme um halb zwölf. Diese Verurteilung haben wir immer noch. Nicht mehr, aber ein paar von uns haben noch.
- 49:43Ich habe meinen Kollegen angerufen und gesagt, hey Kollege, ich kenne ihn auch, er ist gut, er ist von hier. Ich habe gesagt, hey, dann kommen wir am mindestens um neun Uhr, wir sind wirklich richtig.
- 49:55Er sagte, kein Problem Bruder. Er hat schnell gesagt, ja kein Problem, mach ich das. Ich sage, super. Dann 9 Uhr bin ich schon vor Ort. Und dann bin ich gekommen, 9 Uhr 5, habe ihn nicht gesehen, habe ihn gerufen, Telefon kling, nimmt er gar nicht. Und dann 9 Uhr 10, ruft, nimmt er nicht. Nein.
- 50:18die Zeit läuft. Knapp halb zehn ist der Mann gekommen. Oh, super. Cool, du bist so überpunkelig. Ja, gut. Aber, ich habe gesagt, ja, aber wie kannst du das transportieren? Ja, mein Kollege kommt. Ja, aber du weißt, ich muss so 9.30 Uhr, 9.40 Uhr losfahren. Ich sage, ja, ich weiß, aber ich habe mit ihm geplant. Und dann knapp neun, er nimmt das Telefon
- 50:49Ich merke viele Winde. Weißt du, wenn jemand ein Fahrrad fährt und telefoniert, merkst du das. Das Auto ist nicht gegangen. Genau. Er hat mir gar nichts gesagt. Und dann sagt er, Bruder, was ist los? Etwas passiert. Wo bist du? Hey, ich komme, ich komme. Fünf Minuten bin ich da. Ich war noch froh, aber irgendetwas hat mich irritiert. Weil er war sehr gestresst. Und dann...
- 51:17Am Ende ist er so vielleicht 9.35 Uhr gekommen und ist mit einem alten Fahrrad, mit diesen Mikrokisten, die grünen, vielleicht kennen Sie sie. Ja, 500.
- 51:34Es ist unmöglich. Der Mann da, der andere, war schon ein bisschen rot geworden, weil ich sage, nicht gebraucht. Und er hat begonnen zu sagen, ja, weißt du, mein Kollege hat das Auto, er war Party, er ist nicht zurückgekommen. Mir ist egal, hättest du mir einfach das sagen. Ich rufe ihn seit dem Morgen. Bruder, mir ist egal, lassen wir das, ich rufe jemanden anders. Dann habe ich eine andere Frau, Nadine, angerufen.
- 52:02Sie lebt immer noch da. Ich bin sehr dankbar für damals ihre Unterstützung.
- 52:08Sie hatte einen Bus, habe sie angerufen, habe gesagt, Nadine, ich habe ein Problem, ich brauche dringend Hilfe. Kannst du mir diese Portion holen? Und sie hat gesagt, oh, eigentlich habe ich so etwas, das ist so kurzfristig. Ich sage, Nadine, aber das sind wirklich sehr wichtige Sachen. Sie kennt über unsere Situation, sie kennt mich auch persönlich gut. Sie weiß, wenn ich etwas sage, ist es wirklich etwas sehr dringendes. Sonst frage ich nie Hilfe.
- 52:34Und dann hat sie gesagt, okay, ich komme, aber ich brauche mindestens auch Zeit. Ich habe dem Mann gesagt, hey, bitte, tut mir leid, wirklich sehr leid. Der hat es so, da hat er verstanden, ich habe meine Mutter gegeben. Er hat gemerkt, dass es dir wichtig ist. Genau. Und du warst ja pünktlich und es war dir wirklich wichtig.
- 52:56Alle meine Ziele habe ich erreicht. Absolut. Und dann, 45 Minuten später, dann ist Nadine gekommen. Wir haben das Essen geteilt. Er hat mir einen schönen Tag gewünscht. Ich habe dann all meine Kollegen geschrieben, Leute, ich habe jetzt Essen. Bitte erzähl niemandem, sogar deinen Kollegen erzähl nie. Komm einfach direkt in die Autonomie-Sule. Wir hatten Gruppen. Kannst du in die Autonomie-Sule kommen? Und dann, ich habe Essen für euch.
- 53:23Aber es dürften ja nicht mehr als fünf Leute kommen. Wie hast du denn das? Ich habe gar nicht daran interessiert. Du hast andere Probleme. Genau, ich hatte andere Probleme. Aber natürlich, die Leute sollten nicht gleichzeitig kommen. Weisst du, in dieser Zeit war es ja auffällig, weil du hast ja niemanden gesehen,
- 53:40Ja. Oder? Aber mehr wegen dem. Genau, aber es ist ein Ort, ich habe es auch so gemacht, dass die Leute nicht in Kontakt miteinander kommen. Und dann gibt es Eingang und Ausgang. Die Leute sind dann so schnell gekommen und ich habe die 500 Portionen gebraucht. Und dann sind die Leute gekommen, in einer halben Stunde gab es keine einzige Portion mehr. Aber die Leute haben nicht gehalten, was wir vereinbart haben. Trotzdem haben sie andere Kollegen erzählt.
- 54:08Und die haben auch einfach gesagt, Amin, gib noch Essen, ich habe da noch Kinder, darf ich noch schnell kommen? Ich sage, ja komm schnell. Und dann haben sie das Essen fertig.
- 54:21Aber ich wusste, es gibt noch Lageressen. Ich habe den Mann angerufen. Oh, was ist am Ende? Ich sage, hey, eigentlich habe ich so viele Bedürfnisse, aber das Essen ist fertig. Er war geschockt. Vielleicht freut er auch. Ich sage, hey, eigentlich bin ich unterwegs, aber ich finde es cool, was du machst. Aber wenn du möchtest, kann ich in zwei Stunden zurückkommen.
- 54:47Krass. Also der Mann von morgen, der dir diese Aktionen... Er wollte in die Berge gehen mit den jungen Kindern. Genau. Ich weiss nicht, wie. Ich habe auch nicht gefragt. Hast du heute noch Kontakt mit diesem Mann? Ich habe mit der Leiter Kontakt. Aber er wusste deine Geschichte in diesem Moment? Nein. Er wusste nicht, wer du bist? Nein, er wusste gar nicht.
- 55:04viel erzählt. Ich habe nur gesagt, ich hole das Essen. Es gibt Menschen, die Hilfe brauchen. Ich habe gar nicht gesagt, Sammpapier, bevor er Angst hat, weil viele Leute, wenn du sagst, ich bin Sammpapier und so, merken sie, vielleicht sie machen etwas Illegales. Und dann wollen sie gar nicht mit dir. Ich habe das nicht...
- 55:21Deswegen habe ich seitdem, ich trage immer wie eine Botschaft, ich mache immer ein Hemd und ich versuche mit all meinem Geld so gute Kleidung, wenn ich nicht kaufe. Ich frage auch Leute, weil ich habe gelernt und gemerkt, die Polizei kontrolliert dich nicht, wenn du komische Kleidung oder so machst. Wenn du wie ein Diplomat oder ein Bundesrat bist, dann werden sie nie Zeit mit dir verbinden. Du bist schon Bundesrat im Herzen und im Kopf.
- 55:46Brauchst du die Brille oder hast du sie nur für Image? Nein, nein, nein, das brauche ich schon, aber die ist später danach gekommen. Aber dann, ich musste lernen, man muss sehr gut umgehen, dann wirst du nie, du kannst sogar im Flughafen passieren, den ganzen Tag, wirst du nie kontrollieren. Aber wenn du eine komische Kleidung hast oder ein bisschen siehst wie arm, dann wirst du sofort kontrollieren.
- 56:07mit Zivilpolizisten oder die offiziellen Polizisten. Wir haben schon genug Polizei, die Kontrolle machen. Aber jetzt kontrollieren sie mich nicht. Ich weiss nicht, warum. Vielleicht riechen sie, dass ich komme. Das ist wirklich das letzte Samstag, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe, ist mir gerade deine Kleidung auf. Nicht mal, weil es irgendwie speziell
- 56:28Du bist gut gekleidet. Aber du hattest richtig diese Energie von diesem... Von einem Chef. Ja, von diesem Gut, aber auch, weisst du, diese Kleidung, keine Ahnung, das ist mega lustig, dass du das jetzt ansprichst. Ja, das war die Strategie. Du willst nicht kontrollieren, musst du investieren. Das alles überlegt. Sonst kannst du nicht überleben hier. Wir haben genug Polizisten in der Schweiz, vor allem in der Stadt zurück. Aber sie sind jetzt sehr lieb zu mir. Ich hoffe, auch bei den anderen sind sie auch sehr lieb.
- 56:57Aber dann hast du ihm nochmal angerufen und gesagt, ich brauche mehr. Er hat gesagt, komm in zwei Stunden. Dann ist er gekommen, ich habe noch Nadine angerufen. Nadine hat gesagt, okay, schon wieder, aber ich komme, ich finde gut, was du machst. Und sie war auch stolz auf mich, hat sie auch mehrmals gesagt, bis heute habe ich guten Kontakt mit ihr, aber ich werde sie nie vergessen, die Schwierigkeit zu... Liebe Nadine, danke vielmals.
- 57:25Und dann sind wir gekommen, wir haben noch 1000 Portionen geholt. Und diese 1000 Portionen, jetzt die engen Freunde haben schon alle was bekommen. Aber dann, es gibt noch andere Freunde von Freunden. Und dann auch Leute, die ich nicht kenne. Dann fangen langsam Einheimische auch selber zu auftauchen. Und diese 1000 Portionen bis 22 Uhr gab es keine einzige Portion. Das war der erste Tag.
- 57:52Und dann hat die Person den Leiter informiert, dass ich das gemacht habe. Und er hat dann gesagt, morgen musst du keinen Transport organisieren, wir werden selber für dich das Lebensmittel liefern. Mit dem Lieferwagen oder? Und wieso hatten die so viel Essen? Weil das für die Schulen wäre? Genau. Und die waren alle geschlossen. Und alles vom Staat bezahlt oder von den Kita? Das ist eine gute Frage, aber ich denke, so ist die Schule oder der Staat bezahlt.
- 58:22Und die Anatomie Schule, oder wie das heisst? Die Autonomie Schule. Wusste, dass du das machst? Nein. Nein, ich wollte auch gar nicht. Ich habe nie interessiert, was... Sonst würde er ja ausgeschlossen werden. So viele Leute, die dort waren, haben es sicher erfahren. Genau, denn zu weitem Tag...
- 58:38gab noch diese Massenschlange. Vielleicht gibt es immer noch Videos im Internet, kann man finden. Ich wusste gar nicht, was außerhalb das läuft. Ich habe nur konzentriert. Und Essen. Ich hatte dann 3,5 Tausend Portionen bekommen. Ich musste das alles loswerden, weil das alles sind gefrorene Essen. Und auch Hygiene, gesetzte Regeln.
- 59:03Und am zweiten Tag konnte man gar nicht mehr verstecken. Die Polizei war wie eine Bühne. Es war neben der Straße. Während der Fahrt haben die Autos fünf Leute durch Facebook gepostet. Ich wusste gar nicht. Und die Leute, die neben dem Fluss passierten, sahen, dass über hundert Leute auf der Straße standen und die Polizei gerufen haben. Was ist da los? Fünf Leute, jetzt 150 Leute.
- 59:32Sprichst du über 2000 Leute. Es konnte man nicht mehr verstecken. Weil jeder hat gehört, Amin hat Essen, Amin hat Essen. Und das, ich habe keine Kontrolle. Manche haben durch Facebook gesehen, manche haben durch Freunde. Es ist wie Lauffeuer.
- 59:50Weisst du, das habe ich letzte Woche realisiert. Ich meine, wir sind uns so gewöhnt, ja, ich brauche Essen, ich gehe einkaufen. Aber stell dir mal vor, du erfährst durch Plattformen, dort gibt es Essen. Auch wenn, ich hätte jetzt niemals den Impuls, dort hinzugehen, um das Essen gratis zu holen, weil...
- 1:00:08Es ist ja nicht nötig. Es ist nicht nötig. Aber die Menschen, stell dir vor, die gesandt, oh mein Gott. Weisst du, was Amin gesagt hat letztes Mal? Es ist ja Essen für alle, also jeder darf kommen, aber einer, der es nicht nötig hat, wartet nicht zwei Stunden in einer Schlange bei Regen.
- 1:00:24Genau. Und dann auch die Leute waren alle in dieser Zeit, vor allem Menschen, die wenig Geld haben, weil wir haben sehr viele Working-Spuren dazu. Wir haben dann die abgewiesenen Asylsuchende, auch Leute, die Aufenthaltsbewilligung haben, die haben Armut-Ausweis, weil das Ausweis für...
- 1:00:45Es heißt Armutausweis, als Fachworte in unserer Sprache. Und dann haben wir das Sandpapier. Und dann alle diese Menschen im Corona, niemand wusste, was man macht. Niemand wusste, wie lange das dauert. Und jetzt, wenn du hörst,
- 1:01:02Ich bekomme dort Hilfe, ich bekomme dort Öl, Reis und Essen. Du fragst nicht die Wahlperson, ob ich komme. Man geht einfach sofort. Und dann sind die Leute gekommen, vielleicht manche neugierig, manche durch Not, manche durch Hunger. Und dann wurden die Polizisten auch angerufen, weil die Polizisten wussten normalerweise, wenn du eine Demo machst... Dann wissen sie Bescheid.
- 1:01:25Aber damals wollte ich gar nicht mit Polizisten in Kontakt kommen. Für mich ist Polizei damals, nicht heute, heute sind meine Freunde, aber damals meine Gegner. Ich will gar nicht Polizei sein. Und dann sind die gekommen und was ist passiert? Sie sind gekommen, sie waren auch selber verwirrt, weil sie bekommen x Telefonat.
- 1:01:43Hey, was ist da los? Dann sie fahren mit ihrem Bus. Und dann, ich habe total auch vergessen, dass sie gar keinen Aufenthalt bewilligen. Nur sie hätten gesagt, Herr Kondi, Ausweis bitte, für mich mindestens vielleicht drei Monate im Gefängnis.
- 1:01:58Das war mein Risiko damals. Ich musste sogar über ein Jahr die Schweiz verlassen. Ich wusste auch, jede Kontrolle. Und dann machst du während Corona 2000 Menschen. Das fragt mich nicht, warum. Aber es ist einfach so passiert. Aber Gott hat so mit dem Universum, war so mit dir. Die Polizei ist gekommen, die erste Runde ist gekommen. Was ist da los? Wer macht das?
- 1:02:22Die Leute haben gesagt, ich wurde geholt, die Polizei gerufen, ich bin durch Leute gelaufen und draußen gegangen. Und ich habe gesagt, hey, wir helfen nur armen Leuten, aber das wird schnell. Aber ich weiß, was ich mache, das ist nicht normal. Das darf nicht, Leute rufen uns die ganze Zeit, ich darf das nicht machen. Nein, die Leute holen nur, die haben selber das gemerkt.
- 1:02:43Und die Ärztepolizei ist hingekommen. Und vor einer halben Stunde noch eine zweite Polizistin ist gekommen, auch weil sie angerufen wurde. Und dann haben sie gemerkt, einerseits sind sie auch in einem Dilemma. Was handeln sie? Aber sie hatte mich gar keine Aufenthaltsbewilligung. Sie hat mich keine Aufenthaltsbewilligung gefragt. Und dann kamen die Dritten. Eigentlich ist das Erste, was sie fragen, Ausweis. Genau.
- 1:03:10wer sind sie, was macht ihr? Aber sie hatten gar keine Idee, das zu fragen. Das war wirklich die Ausnahmesituation. Die haben doch gesehen, so viele Menschen kommen, weil er Essen verteilt. Die haben doch nicht gefragt, ob er auch in Tata, weil die sagen, wenn jemand so etwas Großes organisiert. Ja, aber ich war selber in einer anderen Welt damals. Kannst du dir vorstellen, diese Menschen alle, ich hatte keinen jemanden, der Kordi macht.
- 1:03:38Ich hatte keinen, der Ausgangskontrollen macht. Alles. Ich sagte, hey, kannst du mir da helfen? Der macht das. Leute, die manchmal das erste Mal können, ist einfach geholfen gekommen. Aber das muss alle koordinieren, die Essen, wer und wann. Und dann die dritten Polizisten sind gekommen. Die haben mir gesagt, aber du weißt, was du machst hier, ist gefährlich. Es könnten dumme Leute kommen.
- 1:04:00Hier ist die Telefonnummer. Wenn irgendjemand ist, kannst du uns rufen. Aber bitte musst du das aufhören. Das hatten sie mir angeboten. Aber stimmt so. Ich hatte auch Leute, die sind in ihrer eigenen Welt. Und sie haben eigene Regeln. Aber trotzdem...
- 1:04:18Ich habe gesagt, bitte lassen Sie Ihre Fahrsäule, die auf der Straße leben, sie haben viele Hunde, draußen, weil sie alles essen. Er hat mich so komisch angeschaut. Dann sind auch Obdachlose, Junkies und...
- 1:04:38Ich weiß nicht, wie man sie nennt, aber es sind einfach Leute, die... Ich nenne sie jetzt Junkies, sorry, aber einfach Suchtgefährdete. Genau, aber ich habe nicht mehr reagiert, ich habe sie gelacht, aber eine Person war es, der ist ihr Chef, dann hat er schnell gesagt, hey, das geht jetzt bitte, alle Hunde draußen, einer von ihnen hat das gemacht, er hat mich wirklich super unterstützt, und alle haben dann Respekt vor ihm. Ich war da, ich sage, Herrgott.
- 1:05:04Und wer war diese Person, die sie weggeschickt hat? Nein, nein, er hat sie nicht gesehen. Er hat gesagt, die Hunde dürfen nicht rein. Sie waren eine Gruppe. Ah, der Chef von dieser Gruppe. Es konnte der Chef sein oder einfach der Lauteste. Oder der Lauteste. Genau, er hat dann die Hunde... Und so haben sich so viele Gruppen zusammengeschlossen, eigentlich nur wegen Essen. Dann haben sie Essen genommen, haben sie auch keine Regeln gehalten. Ja.
- 1:05:27Aber sie haben auch keinen Puff gemacht? Nein, aber heutzutage ist das so schön zu erzählen. Einfach die Gesichter zusammenfassen bis am Abend, das gab keine einzige Portion. Und jetzt, ich hatte nur zwei Sorgen. Erstens, wie ich das alle Kisten, ich habe noch Bilder, ich zeige euch alle Kisten, die zusammen putzen, nicht putzen, aber sortieren und aufräumen. Und so weiter die Räume aufräumen.
- 1:05:56Drittens, die Schüler zu informieren und Entschuldigung zu bitten. Das war mein Plan. Für den dritten Tag habe ich gar nicht gerechnet. Meine Arbeit ist erledigt. Meine Kollegen haben mindestens für eine Woche Vorrat essen.
- 1:06:12Ich bin nach Hause, ich war total müde, erschrofft, aber während dem Ganzen, ich habe gar nicht gemerkt, dass ich bin, ich habe so extra Energie bekommen. Ich mache das mit Freude, ich schreite. Manche sagen, Chef Amin, Chef Amin, Chef Amin. In unseren Videos, das erste Facebook, wirst du sicher das hören. Ich bin Chef Amin, obwohl ich wollte gar kein Chef sein. Und dann der dritte Tag.
- 1:06:36ungefähr so um 8.30 Uhr, 9 Uhr. Ich komme dann, ich möchte nur ruhig gehen in die Schule. Ich überlege, was ich der Schule erzählen kann und wie ich das mache.
- 1:06:48Gestern hatten wir 2000 Menschen hier. Ups, es waren nur 5 verlaufen. Genau. Ich bin gekommen. Als ich kam, sah ich Leute, vor allem alte Frauen, mit ihren Einkaufswagen. Du denkst, sie laufen durch den Dänier. Nein. Ich bin durch den Innenplatz vom Limatplatz. Ich laufe da. Ich sehe die Leute. Als ich kam,
- 1:07:12Ich sehe eine riesige Schlange, selbst organisiert. Manche haben ihre Tücher auf dem Boden, sitzen irgendwo, manche haben ihren Stuhl. Aber Armin hat sein ganzes Vermögen. Ich hatte damals kein über 10 Franken in meinem ganzen Vermögen. Und ich habe keine Portion. Ich habe mit niemandem abgemacht, dass er mir Essen gibt. Ich bin gekommen.
- 1:07:42Ich bin durch diese Schlange. Ich habe mir gar keine Gedanken gemacht. Ich habe auch nicht so gedacht, ob diese Menschen mich erwarten. Ich habe einfach ignoriert. Unbewusst ignoriert. Ich bin durch diese Leute gegangen. Ich bin ins Büro reingegangen. Vielleicht fünf Minuten. Ich bin fast noch nicht richtig gesessen. Kommt die erste Frau mit ihrer zweiten Tochter. Sie wollen ins WC gehen, weil die WC auch dort geschlossen ist. Oh, das WC. Ja.
- 1:08:12Und dann, ich habe dann die Wiese geöffnet, ich warte bis sie fertig ist, dann habe ich die Wiese geschoben, weil wir mussten, es ist die Regel, man muss die Wiese, weil sonst werden die Leute dort übernachten. Und das ist nicht gut. Und dann, ich bin fast noch nicht im Büro, kommt die nächste Person, die möchte in die Wiese gehen. Hey, ich habe gemerkt, na etwas stimmt, eigentlich brauchen die Essen, aber ich habe kein Essen mehr.
- 1:08:41Ich bin rausgegangen, ich kann euch sagen, über 300 Menschen waren schon da. Zum Essen? Zum Essen. Und dann meine Frage an euch. Wie konntet ihr das handeln? Wie würdest du das machen? Keine Ahnung. Ich hätte diesen Mann angerufen. Aber du weißt, er hat keine Mail. Rai, was hast du gemacht? Ich war bei der Migros. Nein, Rai.
- 1:09:08Also, ich habe das gesehen und...
- 1:09:17Ich konnte gar kein Wort von einer Person sagen. Ich war weg. Und dann habe ich gesagt, eigentlich kommen diese Leute wegen dem Essen, aber ich habe nicht gegessen. Aber ich weiß nur eine Sache, ich bin sehr enttäuscht in meinem Leben. Ich wurde von Leuten, die ich Erwartungen habe, die werden für mich das machen oder Unterstützung.
- 1:09:42Am Ende, am Ende, sie werden mich enttäuschen. Vor allem, fängt an, als ich neu in der Zuweis war. Und du wolltest das nicht für diese? Ich konnte gar nicht, ich war bereit, verschwunden, aber ich konnte nicht jemandem sagen, ich habe kein Essen. Ja, ja, ja, ja. Und was hast du gemacht? Genau, ich bin dann ins Büro gegangen, ich schwöre euch,
- 1:10:06Ich habe gesagt, ach Gott, was kann ich machen? Was kann ich machen? Ich kann doch nicht diese Leute... Enttäuschen. Ich kann nicht diese Leute sagen, sie haben ihr Haus verlassen, um zu essen, weil sie die Hoffnung bekommen haben. Aber ich habe nicht. Ich mochte die, aber ich habe nicht. Ich war so wirklich...
- 1:10:27in einer Situation, in der ich selber fast die Limite habe. Aber ich habe gesagt, hey Gott, ich weiß es nicht, ich brauche da wirklich Hilfe. Und so irgendwie ein Gefühl bekommen, hey, eigentlich, du kennst viele Leute von der Kirche, die eigentlich vielleicht in dieser Situation helfen konnten.
- 1:10:53Ich sagte, ja, eigentlich war Jesus immer auch für die Arme da. Er hat nie ein Haus gebaut. Und ich habe die Bibel studiert, und da findest du nirgendwo, Jesus hat ein eigenes Haus gebaut. Er hat immer unter den Armen, und manchmal sogar in einem Haus geslafen, wo es vielleicht kein Dach gab. Das war sein Leben. Und dann habe ich gesagt, okay, dann muss ich wirklich die Kirche anrufen. Ich habe dann die erste Frau, die ist die Präsidentin von der Autonomie Suley,
- 1:11:22Aber sie heißt Katharina, sie lebt noch heute, wir schreiben ein Buch über meine Situation und über solche Sachen. Und dann habe ich gesagt, Katharina, ich habe versucht zuerst, wie ich sie sage, damit sie meine Entschuldigung versteht.
- 1:11:39Als ich sie angerufen habe, wollte sie mich selber anrufen. Weil sie haben Videos von mir im Facebook gesehen. Ich wusste gar nicht. Hattest du Angst? Ja, ich hatte sicher Angst, weil für mich das mein Ort war.
- 1:11:55Und dann hat sie gesagt, hey Amin, ich bin so stolz auf dich. Wow. Das war wirklich eine Erleichterung. Amin, du musst gar nicht entschuldigen, du hast das Richtige getan. Und was kann ich machen? Ja, aber dann habe ich ein echtes Problem. Es sind wieder Menschen da. Und dann, ja, die Gesichter sind so verfasert. Dann habe ich einfach gesagt...
- 1:12:26Katharina, schau mal. Ich hatte Glück, ich habe dieses Essen über 5000 Portionen bekommen. Am zweiten Tag habe ich das alles verteilt. Jetzt sind schon über 300 Menschen auf der Straße. Sie brauchen Essen. Ich habe keine einzige Portion. Diese Firma hat gar keine. Ich weiß gar nicht was machen. Ja, aber Armin, was? Ich sage, ja, vielleicht müssen wir Geld und Brot und irgendetwas kaufen, damit man diese Leute nach Hause sieht. Ja.
- 1:12:53Okay, aber wie kannst du das? Kannst du da irgendetwas kaufen gehen? Bekommst du diese Menge? Ich sage, ja, wenn ich Geld habe, ich habe kein, aber ich muss irgendetwas, sogar nur Brot, ein Brot pro Familie, damit sie weggehen.
- 1:13:06Und dann sagt er, Amin, bevor ich mit irgendjemandem bekomme, bekommst du sofort von mir 2.000 Franken. Das war die erste Erleichterung. Dann habe ich gemerkt, funktioniert doch. Habe doch die nächste Kirche angerufen, die Monika, die war von der St. Jakob Kirche. Habe sie angerufen, habe gesagt, Monika, ich habe ein Problem.
- 1:13:27Das brauche ich wirklich. Ich kann diese Leute nicht nach Hause ziehen ohne. Wenn ich nur ein Stück ein bisschen Brot habe, kann ich sie geben und sagen, bitte kommen Sie nicht mehr. Aber ich kann sie nicht. Amin, ich habe auch gehört,
- 1:13:41Ich habe gesehen auf Facebook. Genau, bevor ich beginne, bekommst du 1.000 Franken. Diese Frau lebt auch heute. Du hast nie mehr als 10 Franken, 8 Franken am Tag und hast an diesem Tag 3.000 Franken. Es ist noch nicht fertig. Aber ich wusste, das Geld wird nicht reichen für alle Menschen.
- 1:13:58Dann habe ich gemerkt, es funktioniert. Dann habe ich noch eine andere, Hannah, sie lebt auch, sie ist die Co-Leiterin von Solinet. Ich habe sie angerufen, habe sie erzählt, irgendwo hat sie auch erfahren, hat mir auch gesagt, Amin, 1000 Franken bekommst du von mir. In knapp 10, 15 Minuten habe ich schon 4500 Franken bekommen. Das Netzwerk ist alles groß.
- 1:14:23Und dann, jetzt müssen wir MBZ-Brot jagen, MBZ-Reis jagen, Mehl jagen, Zucker jagen. Alles, was wir kaufen. Aber die nächste Hürde dann kommt. Zuerst im Migros wollten wir alles kaufen. Ich habe gesagt, wir dürfen nicht mehr als 10.000 Euro. Ja, stimmt. Oh, scheiße.
- 1:14:46Dann habe ich mit der Chefin dort eine Dame gesprochen und gesagt, hey, sagen Sie mal, ich bin im Moment wirklich im Seise-Situation. Ich hoffe, Sie verstehen mich. Ich helfe wirklich Menschen. Ihr habt auch vielleicht gesehen, dass ich sage, ja, ich habe Leute gesehen, ich weiß nicht, was los ist da. Ich sage, ja, es standen für mich über 500 Leute. Ich muss ihnen Essen geben, damit sie nach Hause gehen. Die haben nicht Ruhe.
- 1:15:15Oh, aber dann ist es schwierig auch für mich, weil ich darf nicht die Regeln brechen. Aber was ich kann dir machen, ich frage, was wir im Lager haben und dann darfst du nicht von mir, musst du hinten. Sie haben gesehen, alles was sie, Mehl, Zucker und alles was sie haben im Lager,
- 1:15:35haben sie mir gegeben. Aber das reichte nicht. Ich musste fünf weiter Migros mit anderen Leuten, nicht mehr ich. Ich habe schon, dass ich gebe. Du koordinierst. Genau. Und dann haben die Leute dann jagen gegangen. Wie lange dauert, also für diese 4.500 etwa 10, 15 Minuten? Und dann Essen besorgen? Die Leute haben erst ungefähr so um 12.30 Uhr
- 1:16:01Wie lange haben sie draußen gewartet? Vier Stunden. Oder fünf Stunden. Manche sind vielleicht um sechs Uhr angekommen. Aber es gab keine Ärger. Nur WC war ein Problem. Aber trotzdem, ich weiß es nicht. Alle haben ihre Ruhe. Heute sehe ich bei uns, die Leute warten zwei Stunden. Aber damals gab es keine. Weil alle wussten, was eigentlich...
- 1:16:25Ich sollte eigentlich dankbar sein, dass ich mindestens Hilfe bekomme. So ist es einfach. Am vierten Tag haben Leute gekommen, Journalisten begonnen zu kommen, Leute, die Influencerinnen und Influencer sind gekommen und haben gesagt, was du da machst, es ist wert, das muss man unterstützen. Ich habe dann alle Leute, jede Einzelne,
- 1:16:49Leute, die mir alle informieren, Leute, bitte komm nicht morgen. Wir machen einen Facebook-Kanal, jede Person kann dort abonnieren, das Essen für alle, was wir da heute. Ich habe den gemacht, eigentlich war erst mein Privatkonto, habe gesagt, ich konnte dort, ich werde dort schreiben. So haben wir dann, aber was passiert,
- 1:17:12Irgendeine Person im Zug hat versucht, mich zu kontaktieren, aber hat nicht meinen Kontakt, weil ich keine Informationen im Internet hatte. Ich war fast Herr Niemanden damals. Und dann hat Katharina...
- 1:17:29Die Autonomie hat gesagt, wenn ihr wertvolle Sachen macht, es sind Sachen, die wir in unserer Welt brauchen, ich bin bereit, wenn ihr mir versichert, dass es Geld für die Armen gibt, ich werde 40.000 Franken geben.
- 1:17:47So, das Problem ist gelöst. Seit diesem Tag bis heute, frag mich nicht, wie das alles funktioniert, aber seit diesem Tag bis heute, jeden Samstag, kommen Tausende Familien bei uns Lebensmitteln. Bis heute.
- 1:18:06Alle Menschen, die die Regeln gehalten haben, in der Zeitfenster, niemand ist einmal gekommen und gesagt, ich bin gekommen, ich habe kein Etwas bekommen. Bis heute, wo ich hier sitze, im Moment läuft es gut, es läuft gut, es läuft zurück. Ich kann am Handy hier sagen, wie viele Leute bis heute, ob ich dort bin oder nicht, es wird funktionieren, die Menschen bekommen unbürokratische Hilfe.
- 1:18:32Wo ist diese Energie? Wo kommt diese Stärke? Höhere Macht. Das ist so. Wenn du wirklich mit sauberem Herz, nicht irgendetwas, ich suche kein Bild, dass jemand sagt, du bist gut, oder du bist außergewöhnlich. Ich habe nur gemacht, was ich denke, es ist richtig. Wenn jeder von uns auch
- 1:18:55Mach was du denkst ist richtig. Zusammen werden wir eine bessere Welt machen. Jeder von uns kann helfen. Es heißt nicht, ich muss Geld haben, um anderen Menschen zu helfen. Oder ich muss Geld haben, um eine Not zu wechseln. Es braucht nur, mach in deinem Herzen. Ich mache das für die Leute. Ich unterstütze mit Zauber. Ohne irgendeinen Hintergrund. Ohne irgendetwas zu erwarten. Mach einfach, weil du findest, dass es gut ist.
- 1:19:24Und bei dir hast du mittlerweile 1500 freiwillige Mitarbeiter, also Helfer. Die mindestens einmal im Monat da kommen. Genau, mindestens einmal im Monat. Und das sind Menschen wie jetzt wir. Und dann kommen ja auch die, die selbstbedürftig sind und helfen.
- 1:19:42Und auch sans Papier? Also, wir sagen es so. Wir haben drei Kategorien Leute, die bei uns helfen. Wir haben Leute, die gar nichts zu tun haben, wie abgewiesene Asylsuchende oder Leute, in denen das Asylverfahren keine Struktur steht und die kommen dort den ganzen Tag etwas zu machen, wertvoll. Es gibt noch Leute wie du oder...
- 1:20:05andere, die ein normales Leben hier haben, haben gut, konnten gut leben, aber finden, hey, es ist wichtig, anderen Menschen zu helfen, die kommen auch. Dann haben wir Leute, entweder es ist Workingspur oder Leute, Studenten oder Leute, die Armut betroffen, aber sie fühlen sich besser, gut, wenn sie auch etwas mitmachen. Die haben wir, die meisten unserer Helfer sind die, die kommen, sie arbeiten drei Stunden freiwillig,
- 1:20:33Sie holen ihr Essen und sie sind glücklich nach Hause gegangen. Und manche kommen jeden Samstag bei uns. Es ist wie in der Schweiz, es gibt das nicht mehr. Aber in meinem Heimatland gibt es immer noch, in meinem Land, wo ich geboren bin, gibt es immer noch so einen Markt, nur Wochen. Es gibt nur am Sonntag. Du musst alles kaufen an diesem Sonntag. Sonst kaufst du sogar Brot für die ganze Woche. Es gibt bei uns, der Samstag ist so bei uns.
- 1:21:01Es gibt Menschen, wenn sie nicht Platz finden, es ist ein Horror. Amin, ja, ich will aber dort gehen. Dann versuche ich immer Ausnahmen zu machen, was nicht immer möglich ist. Es ist einfach, aber ich versuche immer, diesen Leuten zu lachen oder einen Platz zu geben. So schön, so schön. Du hast gesagt, du warst in Zürich, das war der erste Standort. Du warst im Kanton Schweiz, in Chur.
- 1:21:30Klarus. Also, sagen wir es so. Am Anfang war ich in sieben Kantonen aktiv. Ich war in Bern, Zürich, Freiburg, Aargau, Basel und Süd. Ich war in sieben Kantonen aktiv. Jede Woche Lebensmittel geliefert.
- 1:21:53Das war das Ziel, auch die ganze Schweiz, überall unterzusetzen. Aber wegen einem Grund, das möchte ich nicht erzählen, aber dann musste ich aufhören, diese Kantone zu liefern. Und danach, aber mit der Zeit, wir haben gemerkt, der Bedarf ist immer noch groß. Jetzt haben wir noch wieder mit Struktur organisiert, weil damals alles abhängig war von mir. Aber jetzt ist Struktur gebaut, professionell.
- 1:22:21Noch nicht. Wir sind in der ersten Etappe fertig. Jetzt sind wir in der zweiten Etappe. Die dritte Etappe ist dann Standard. Und da sind wir in der zweiten Etappe. Jetzt ist es am selber aufbauen. Im November werden wir unseren Standort in Biel öffnen. In Biel, genau. Das habe ich schon gesagt. Und dann auch Basel noch in den Fokus und andere weitere Kantone auch in den Fokus. Das ist unser Ziel. Amin, wie bist du aktuell politisch engagiert? Ja.
- 1:22:46Ja, es gibt Politik, zwei Arten Politik. Es gibt Politik, Menschen, die mit dem Herzen machen. Es gibt auch Menschen, die mit dem Mund machen. In der Schweiz haben wir die Politik, viele, die viel sprechen, aber machen weniger.
- 1:23:02Ich bin sehr politisch aktiv, weil mein ganzes Leben, alle Menschen auch, vor allem ob du Einheimische oder Ausländer oder Schweizer Pass besitzt oder nicht, Politik betrifft uns alle. Weil unser Leben sind vom A bis Z fast alles entschieden. Sogar wie du lebst, alles ist entschieden. Und dann kannst du nicht herausfinden, wenn ich die Möglichkeit hätte, in einer Welt zu leben, ohne Politik, aber das ist unmöglich.
- 1:23:28Ah, und darum gehst du dort, wo das Ganze regiert wird, damit du selber entscheidest. Auch mit selber sagen, hey, Leute, das ist so wichtig, ja. Flugzeug zu kaufen, für Kampfjet zu kaufen, ist so wichtig. Aber für mich im Moment sagen wir, dass kein Mensch in unserem Land Hunger hat. Sagen wir, dass jeder Mensch eine Krankenkasse zahlen kann. Das ist doch der Widerspruch. Wir Schweizer wollen keine Asylanten und bla bla bla. Aber wir sind die, die so viel Geld in Kriege investieren.
- 1:23:58Also es macht ja wie keinen Sinn. Eigentlich produzieren wir so viele Waffen. Ich weiß nicht, ob diese Waffen für Tiere gemacht sind oder für Menschen. Das weiß ich nicht. Aber auf jeden Fall, mein Wunsch ist, dass wir in der Schweiz, wir haben diese Glück in der Schweiz. Wir sind nicht in einem Kriegerland. Wir haben Frieden, wir haben Freiheit.
- 1:24:21Menschen werden hier leben und müssen jeden Tag denken, was kann ich essen morgen. Für mich ist das eigentlich in der Lage, dass jeder Mensch, sollte es nicht spielen, ob du Einheimisch bist, ob du Ausländer bist, ob du einen Schweißpass besitzt oder nicht, sollte jeder Mensch genug Essen hier haben. Es sollte in diesem Land jeder Mensch, der krank ist,
- 1:24:51überlegen. Ich habe einen Freundeskreis. Ich selber. Ich gehe nur zum Spital, wenn ich keine andere Alternative habe. Obwohl, ich habe manchmal Schmerzen. Aber ich hatte eine sehr schlechte Erfahrung gemacht. Ich hatte Allergitext gemacht. Das hat mir über 3.000 Franken gekostet. Und Selbstbehalt 2.500 Franken. Ich lebe mit meinem Lehrlingslohn. Wie kann ich das? Ich musste ...
- 1:25:18Jeder hat berechnet. Egal, was ich zu merzen habe, nur wenn ich fast denke, das wird noch schlimmer, ich gehe ins Spital. Aber ich bin nicht der Einzige. Es gibt hunderte Leute, die da sind. Wir sehen jeden Tag, die Krankenkassen primär steigen. Aber unsere Löhne steigen nicht. Alle Essen, die wir haben, steigen. Miete steigen. Alle steigen überall. Aber unsere Löhne steigen nicht. Warum? Ich wünsche mir, dass dieses Land
- 1:25:47Jeder Mensch sollte genug Essen haben. Es sollte keine Menschen in der Schweiz geben, die zu was oder Illegales machen müssen, um überleben zu können. Das sollte nicht hier passieren. Deswegen möchte ich in die Politik gehen. Das ist eine Sache. Und so weiter auch für das Menschenrecht.
- 1:26:05Wir sind eigentlich ein so tolles Land, das viele Abkommen, die für Menschenrechte in der Schweiz unterschrieben wurden. Überall, wo es wirklich hart ist, man sagt, wir kommen in der Schweiz. Hier sollte jeder Mensch auch ihre Rechte richtig behalten.
- 1:26:22Es sollte keine Zwei-Rechte geben. Ich weiß, was ich sage. Wenn du Aufenthaltsbewilligung hast, wenn du Zwei-Zahl-Pakt besitzt, bekommst du deine Rechte. Aber wenn du das nicht hast, werden Frauen nicht vergewaltigt oder ausgenutzt. Migranten werden geschlagen oder arbeiten. Aber sie gehen nicht bei der Polizei. Warum? Weil sie wissen, wenn ich gehe, geht nicht, was mir passiert.
- 1:26:47Warum bin ich da? Was ist dein Ausweis? Obwohl man versucht, zu sagen, es gibt Offenbarungshilfe und alles, aber die Leute wissen, was das ist. Aber ist das nicht ein Wunder mit diesen Polizisten, dass drei Patrouillen vorbeigekommen sind und keine etwas gesagt haben?
- 1:27:04Und die dir geholfen haben. Und da sieht man, dass gute Menschen, ich glaube, wenn es wirklich Herz auf Herz kommt, das ist ja unser Urinstinkt. Egal wo wir sind, wenn wir sehen, etwas passiert schlimm, wir helfen. Das ist einfach unser Urinstinkt. Unser Naturinstinkt.
- 1:27:19Und ich glaube, dort haben sie so humanitär handeln können, weil es eine... Ich meine, Corona war so unheimlich, weil plötzlich eben Restaurant, alles. Es geht um so viel Geld und die schliessen die Wirtschaft. Und wenn es um Geld geht, weiss man, okay, wenn da ein Stopp ist, dann weiss man... Die Welt ist höchst. Genau, das heisst, irgendetwas ist am passieren, das wirklich, oder? Und dass die dort geholfen haben, das ist, wow, das ist wirklich... Ja, überall, es gibt gute Menschen.
- 1:27:46Für mich gibt es keine schlechten Menschen, es gibt nur schlechte Erfahrungen. Weil Menschen, egal, Menschen, die Geld nehmen und andere Menschen umbringen, sie haben es emotional. Sie haben auch... Das ist auch schwierig für diese Leute. Aber wenn du so schlechte Erfahrungen hast, wenn du nicht aufpasst, wirst du selbst ein Gift. Und ja, manche schaffen es gut, so rauszukommen, manche nicht.
- 1:28:15Aber was ich uns nur sage, gemeinsam werden alle gut gehen. Jeder von uns hat nur ein Leben. Niemand hat hier in dieser Welt, ich weiß nicht, in anderen Welten, aber in unserer Erde, wo diese blaue Kugel, jeder von uns hat nur die Möglichkeit, einmal zu leben.
- 1:28:36Ob man später auf Mars oder in einer anderen Welt lebt, das ist egal. Deswegen sollte jeder Mensch, der hier lebt, die Möglichkeit haben, den gleichen Sinn zu haben und einfach ein normales Leben durchzuführen. Viele geflüchtete Menschen wollten einfach in ihrem Leben ein normales Leben. Aber was ist passiert?
- 1:28:57Alle Probleme heute, wenn ich der beste Politiker in der Schweiz sein will, ich muss gegen Geflüchtete oder Migranten sagen, das sind unsere Probleme. Dann bist du der beste Politiker. Genau, dann wirst du beliebt. Siehst du Giorgia Meloni?
- 1:29:18Donald Trump. Was ist ihre Stärke? Auch in der Schweiz. Wir wissen unsere große Partei. Ich habe keine Ahnung. Du weißt, wenn wir heute sagen, es gibt Kampagnen in der Schweiz, wie schwer. Wir sagen Migration und Geflüchtete, kein Thema. Es gibt Parteien, die sofort gewählt werden.
- 1:29:38Nein, sie werden runtergehen. Wenn wir sagen, es gibt, werden wir, ich hoffe auch sehr fest, einmal in der Schweiz werden wir eine Testphase, wir sagen, es gibt eine Abstimmung, wo keine Übermigration, keine übergeflüchteten Gespräche werden, werden andere Parteien, die Standard wird verteilt. Verstehst du, was ich meine? Aber wenn ich heute eine beste Politiker, ich muss gegen Migranten
- 1:30:05gegen Geflüchtete sagen, die sind das Problem. Die müssen raus, die müssen weg. Die sind die Kriminellen. Dann werde ich beliebt. Das finde ich sehr schade. Aber du weißt ja, was die stärkste Energie ist, oder?
- 1:30:17Die stärkere Energie, die wichtigste, die Entscheidung ist das Liebe. Hey, durch Liebe kannst du selber profitieren. Wenn man sieht heute diese Suwais, diese kleine Insel, dieses kleine herzige Land, ist schön, alle wollen hier haben. Nicht, weil nur Suwais hier sind gekommen, Suwais hier geblieben. Als nur Suwais hier waren, war nur Interesse für die Suwais.
- 1:30:41war die Suwais ganz anders. Suwais war einer der Länder, die am meisten Armut exportiert hat in anderen Ländern. Aber seit dann, vor 200 Jahren, man hat Hunde und Katzen sogar hier gegessen. Man hat in manchen Orten der Suwais Menschen bezahlt, damit sie weggehen, weil die Armut ist so stark. Aber seit der Migration und Geflüchteten und ein bisschen reiches Geld,
- 1:31:08vom Ausland her. Wenn die ausländischen Banken kommen, wir haben die besten Banken, dann ist das Land attraktiv. Durch uns? Ja, weil durch Migration und Geld vom Ausland. Wenn das Geld kommt, man hat das Geld, kann man gut einrichten. Ich sage nicht, dass der Erfolg aller von uns ist, von dem Ausland. Aber man weiß heute, wenn alle Geld vom Ausland rauskommt, man sagt, alle Geld vom Ausland, von guten Diktatoren und schlechten Diktatoren, alles rauskommt,
- 1:31:37und Migranten alles raus und die Schweiz wird zunehmend anders. Sie wird noch in 200 Jahren zurückziehen. Das kannst du mir wirklich glauben. Aber es heißt nicht nur, weil das... Nein, die Schweiz hat die Möglichkeit erschaffen, hat Sicherheit erschaffen, hat für Frieden gekämpft und Freiheit. Dann hat zusammen... Und durch dieses Zusammen können wir auch heute die bessere Schweiz machen.
- 1:32:02Das am Anfang hat das ganz schön gesagt. Der Podcast heisst ja, du entscheidest. Ja. Und eine Entscheidung, die du getroffen hast, wie du gesagt hast, war, die Menschen nicht als Feinde, sondern als Freunde zu sehen. Und ich glaube, das ist eines der schönsten Dinge, du hast ganz, ganz viele tolle Sachen gemacht und gesagt, aber das ist eine, die mir sehr geblieben ist. Und mit dem würde ich eigentlich gerne dir noch unser Konzept vorstellen, was wir immer machen, und zwar,
- 1:32:32der Gast darf unserem nächsten Gast eine Frage stellen. Du weißt nicht, wer der nächste Gast ist. Aber du hast auch eine bekommen von unserem letzten Gast. Aber wir wollen dich nicht damit beeinflussen. Darum, was ist deine Frage für unseren nächsten Gast? Meine Frage... Egal was.
- 1:32:55Was können wir zusammen machen, damit alle Menschen in Frieden und Freiheit leben können? Sehr schöne und sehr passende Frage. Was können wir zusammen machen, damit wir alle... Was denkst du, was wir machen können? Einerseits durch Solidarität und durch Liebe für einen anderen Menschen. Nächste Liebe. Wenn wir das haben...
- 1:33:20hey, du kannst nur profitieren. Kannst du dir vorstellen, heute, ich weiß, die Zeit ist fertig, aber kannst du dir vorstellen, heute, alle diese Kriege, die in dieser Welt geführt werden, wenn alle diese Milliarden, ich habe die letzte Zeit gehört, nur die USA haben über 62 Milliarden in der Ukraine nur kaputt gesiegt.
- 1:33:44Und wenn alle solche Milliarden, was auch fließt in Israel und Palästina und Jordan und alle möglichen, im Sudan, im Kongo, in Syrien, und wenn all dieses Geld investiert wurde, wie können wir alle gut leben? Wie kann jeder Mensch?
- 1:34:01Jede Frau, jedes Kind, genug Essen, genug Medizinische haben. Wie konnten wir eine so gute Ausbildung, wir wären nicht mehr da. Wir hätten schon andere. Diese Menschen, die sterben im Krieg, diese Kinder, es ist x-mal Albert Stein sterben da.
- 1:34:18Wenn wir schon tausend Albert Steiner in dieser Welt haben, unsere Welt wird anders werden. Ich sage nicht, es gibt noch andere auch. Aber wenn alle diese Menschen gesund sind, wir Menschen, die ihr Leben riskieren, mit unserer Mentalität, unserer Visionen, jeder hat die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu machen, eine gute Selbstreflexion zu machen, zu denken, hey, unsere Welt wird so schön.
- 1:34:45Und vielleicht muss man gar nicht mehr fünf Tage in der Woche arbeiten. Solche Traum und Vision habe ich für diese Welt. Wir haben diese Kapazität. Wir haben diese Möglichkeit. Aber die Mars, die Planet Mars oder andere wird uns nicht retten. Wir müssen hier sagen, dass wir diese Welt hier, ich möchte auf jeden Fall hier leben. Ich will gar nicht nach Mars. Willst du nicht mehr nach Deutschland gehen?
- 1:35:11Ja, nein, Deutschland gehe ich schon besuchen, aber zu weis bleiben. Ich bin hier gekommen, zu bleiben. Gut, super. Ich bin hier gekommen, zu bleiben. Das ist der Titel. Ich schwöre, wow. Die Frage für ihn. Ja, ich bin, warte, ich muss mir das schnell, ich bin hier gekommen, um zu bleiben. Genau, wir müssen gemeinsam finden einen Platz. Also die Frage an dich ist ein bisschen so philosophisch, sage ich jetzt mal. Warum denkst du, dass du diese Person bist, die du bist?
- 1:35:41Jeder Mensch ist besonders. Du musst nur akzeptieren, wie du bist, um zu funktionieren. Ich kann nicht erklären, warum. Aber ich weiß auch, durch meine Schwierigkeiten, durch mein Sex hat mich ein anderer Mensch gemacht. Ich war jemand, der nicht gerne gesprochen hat. Niemand glaubt das heute.
- 1:36:05Ich war... Nachbarn hatten nie ein Auge gesaugt bei uns. Wenn Nachbarn... Sogar Freunde meiner Mutter haben nie gerne, haben nie begrüßt. Man musste mich zwingen, Leute zu begrüßen. Aber das Gesang hat mich ganz anders... Ich habe gemerkt, ich muss reden, ich muss lachen. Wenn du einem Menschen lachen willst, egal ob er dich schlägt, du lachst für ihn. Wenn er nicht lacht, wird er dich trotzdem nicht schlagen.
- 1:36:29Warum Kinder sind herzlich? Weil Kinder, egal wenn du sie schlägst, manchmal lachen sie für dich. Sie kommen, sie fragen, ob du freust dich, bis sie ein bisschen größer werden. Und verstehen, ob sie... Und wenn du lachst, für die anderen Menschen, das ist gesund. Schenk jedem Menschen, du triffst ihn in deinem Leben. Egal, wenn er nur Scheiße macht, schenk ihm nur Lachen. Dann wird die Welt besser sein für dich selbst.
- 1:36:55Das war ein sehr, sehr schöner Schlusswort. Wir hatten, glaube ich, noch nie so einen langen, aber auch so einen besonderen, tiefgründigen... Und ich war, glaube ich, noch nie so oft in einem Posten an den Tränen nah. Aber nicht wegen Opfergeschichten oder so, sondern weil es so inspirierend, so unglaublich inspirierend war. Aber ja, danke nochmal für deine Zeit.
- 1:37:19Immer gerne. Ich hoffe, meine Deutschsprache wird gut. Alles verstanden. Weisst du, man versteht auch ohne Worte das Richtige. Auch von meiner Seite, Amin, danke vielmals, dass du da warst, weil du entscheidest. Eine große Ehre. Danke vielmals, was du für die ganze Gesellschaft machst. Für die Schweiz.
- 1:37:39Danke, dass du uns letzte Woche so begrüsst hast, um den Vlog auch zu machen. Ich glaube, ganz viele Leute haben davon jetzt erfahren, was du genau machst und wie du das machst. Was wir genau machen. Hier machst du auch etwas. Nebenbei. Das ist einfach nur nebenbei. Und viel Erfolg bei deiner Ausbildung noch weiterhin. Nach halb sieben Jahren. Und ich erwarte dich im Bundesrat. Oh, danke.
- 1:38:03Das gibt keine Schweifel, wenn ich lebe, bist du dahin. Genau, das ist es. Ich brauche nur die Schweisser-Passwärme. Und ganz wichtig vielleicht an euch, die jetzt am Zuschauen seid, oder wir reden bitte schnell wieder Deutsch. Falls ihr Spenden wollt, Zeit oder Geld, wir verlinken unsere Organisation. Falls ihr einen Beitrag leisten wollt, auch wenn es nur 2 Fr. ist, egal, es spielt keine Rolle, wie viel, aber...
- 1:38:28Der Spendenaufruf ist online, oder wie sagt man? Unbedingt, genau. Wir stellen alles online, alles verlinken. Und an dieser Stelle auch dir, danke vielmals, dass du bis hierhin gelost hast, bei deinem Podcast für Business, Erfolg und persönliche Weiterentwicklung. Und Herzensprojekt, mit Herzensmenschen, mit Herzensprojekt. Wie du entscheidest, danke vielmals. Und supportet auch uns, schaut Applaus, hörst du?
- 1:38:54Und vergesst nicht zu abonnieren, den Podcast unbedingt weiterleiten und uns supporten. Danke vielmals. Tschüss zusammen. Bis zum nächsten Mal. Danke, Amine. It's a wrap.