Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #27 Folge 6: Suchtberatung Duisburg: Der unzensierte Realitäts-Check (Kantpark, Fentanyl & Konsumraum)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen. Hallo auch von mir.
- 0:03Schön, dass du wieder dabei bist.
- 0:04Wir nehmen uns heute eine ganz spezielle Landkarte vor.
- 0:09So kann man es nennen. Ja, es geht um die
- 0:11Suchthilfelandschaft in Duisburg stand 2025 genau.
- 0:16Und die Grundlage für unsere Analyse.
- 0:17Die ist ziemlich spannend. Ja, das ist sie.
- 0:20Es ist ein Unzensierter, so nennt er es Realitätscheck von
- 0:24einer Webseite namens Nielix Berlin.
- 0:27Und der Autor Gabriel verspricht da wirklich einen.
- 0:30Den Blick hinter die Kulissen. Genau weg von den offiziellen
- 0:32Adresslisten. Unsere gemeinsame Mission für
- 0:35dich ist also wirklich zu verstehen, was in Duisburg los.
- 0:39Ist. Wo sind die echten Hotspots,
- 0:42welche Substanzen dominieren da die Szene?
- 0:44Und, und das ist für mich der Kern der Sache, wo liegen die
- 0:47Stärken? Aber eben auch.
- 0:50Wo lauern die fatalen Systemfehler der Suchthilfe vor
- 0:53Ort? Absolut das Bild, das Gabriel da
- 0:56am Anfang zeichnet, ist jedenfalls das.
- 0:58Biestert mir nicht. Eindrücklich.
- 1:00Duisburg, das ist für die meisten ja der größte
- 1:02Binnenhafen der Welt. Stahlindustrie genau das
- 1:07Übliche. Aber er sagt die Ungeschönte
- 1:09Wahrheit, die findest du ganz woanders.
- 1:11Nämlich im Kantpark direkt am Hauptbahnhof.
- 1:14Und speziell an dieser Platte am Osteingang, so beschreibt er es.
- 1:17Und dann noch in Teilen von Rorge und Marxloh.
- 1:21Und das ist ja nicht nur so eine Beobachtung, das wird mit harten
- 1:25Fakten untermauert, ja. Absolut.
- 1:27Der Kant Park wird in der Analyse als einer der größten
- 1:30Drogenumschlagsplätze in ganz Nordrhein Westfalen bezeichnet.
- 1:33Wow, OK, das ist eine Ansage. Das ist eine sehr deutliche
- 1:37Ansage. Wir sprechen hier also nicht
- 1:38über irgendeine versteckte Szene.
- 1:40Nein, sondern über ein extrem sichtbares Phänomen.
- 1:44Mitten in der Stadt, genau. Und was bestimmt dort das Bild,
- 1:47also welche Drogen sind dominant?
- 1:49Der Text beschreibt eine massive und sehr sehr präsente Heroin
- 1:55und Crackszene okay aber, und das ist der Punkt, der als
- 2:00wirklich alarmierend herausgestellt wird, ja, ist die
- 2:03akute Fentonilgefahr. Ah okay wegen der Nähe zu den
- 2:07Niederlanden nehme ich an. Exakt die gelten ja als
- 2:10Einfallstor für Drogen nach Europa.
- 2:13Und deshalb ist das Risiko von Fentanyl oder Nithazen bei
- 2:16Mengungen hier halt extrem hoch. Puh.
- 2:20Das ist vielleicht die wichtigste sicherheitspolitische
- 2:22Info in der ganzen Analyse. Das ist wirklich ne ziemlich
- 2:25düstere Bestandsaufnahme. Das kann man so sagen, ja.
- 2:28Aber, und das finde ich wichtig, es ist nicht alles negativ.
- 2:31Der Autor Gabriel lobt die Stadt ja auch für einen ganz
- 2:33konkreten, mutigen Schritt. Ja, und das ist n super
- 2:37wichtiger Kontrapunkt. Was genau?
- 2:39Statt einen Drogenkonsumraum einzurichten.
- 2:42Das wird als überfällig und potenziell lebensrettender
- 2:45Schritt gefeiert. Also ein klares Bekenntnis zu
- 2:48einer pragmatischeren Drogenpolitik.
- 2:51Genau. Zu dem, was man so Harm
- 2:53Reduction oder Schadensminderung nennt.
- 2:56Mhm. Um das vielleicht mal kurz zu
- 2:58übersetzen, Harm reduction bedeutet ja, man akzeptiert OK,
- 3:02Menschen konsumieren Drogen. Richtig.
- 3:04Und anstatt nur auf Abstinenz zu pochen, versucht man die
- 3:08schlimmsten Schäden tot durch Überdosis HIV Hepatitis aktiv zu
- 3:12verhindern. Ja, es ist quasi die
- 3:14Sicherheitsgurt Strategie der Drogenpolitik.
- 3:17Eine perfekte Analogie. Aber genau hier, genau an diesem
- 3:20Punkt, deckt der Artikel einen fundamentalen Widerspruch auf.
- 3:25Ach o. K in diesem wirklich
- 3:26progressiven Schritt steht ein Versäumnis gegenüber.
- 3:30Das in der Analyse als massiv bezeichnet wird.
- 3:32Und das wäre. Im Gegensatz zu anderen großen
- 3:35NRW Städten, Denk an Bochum oder Köln gibt es in Duisburg stand
- 3:392025 kein niederschwelliges Drug checking Programm.
- 3:43Moment mal. Das heißt angesichts der
- 3:46Fentanyl Gefahr, die du eben beschrieben hast?
- 3:49Ist das eine riesige Sicherheitslücke?
- 3:51Das ist ja paradox. Total.
- 3:53Man baut also eine sichere Werkstatt, den Konsumraum aber
- 3:56verbietet den Leuten quasi vorher zu prüfen, ob ihr
- 3:59Material hochexplosiv ist. Wow, diese Spannung zwischen
- 4:04Fortschritt und Versäumnis ist ein guter Punkt, um mal tiefer
- 4:07zu graben. Auf jeden Fall.
- 4:09Gabriel identifiziert nämlich einen, wie er es nennt,
- 4:12fundamentalen Systemfehler. Er nennt ihn die Bürokratielüge
- 4:17oder Trennungslüge. Das klingt nach nem schweren
- 4:20Vorwurf. Das ist es auch.
- 4:22Und was ich so faszinierend finde, die Wurzeln von diesem
- 4:25Problem liegen laut der Analyse in den 90er Jahren.
- 4:28In den Neunzigern. Ja, damals wurde das Hilfesystem
- 4:32aufgeteilt, der Suchthilfeverbund.
- 4:35Wurde für illegale Drogen zuständig gemacht.
- 4:38Okay. Und die Caritas primär für die
- 4:41legalen Süchte wie Alkohol und Glücksspiel.
- 4:44Moment mal, das muss man sich als Betroffener doch mal
- 4:47vorstellen. Auf den ersten Blick klingt eine
- 4:49klare Aufgabenteilung hier illegale Drogen, da Alkohol doch
- 4:53total sinnvoll oder sogar effizient.
- 4:56Klar, auf dem Papier schon. Wo genau, liegt laut dem Autor
- 5:00dann der Denkfehler, der das zur Lüge macht?
- 5:02Der Denkfehler liegt darin. Dass diese Struktur die
- 5:06Lebensrealität von Suchtkranken im Jahr 2025 komplett ignoriert.
- 5:12Aha, die Analyse argumentiert da unmissverständlich
- 5:15Polytoxikomanie, also der Mischkonsum von verschiedenen
- 5:19Substanzen. Ist heute die Norm nicht mehr
- 5:22die Ausnahme? Und damit ist die starre
- 5:24Trennung von damals. Vollkommen lebensfremd.
- 5:26Genau, der Text untermauert das ja mit sehr, ich sag mal
- 5:29plastischen Beispielen. Ja, und die machen das Dilemma
- 5:32wirklich greifbar. Beispiel 1 der Crack Konsument,
- 5:35der Unmengen an Alkohol trinkt, um die paranoide Wirkung der
- 5:39Droge zu dämpfen. OK und Sohin geht ja jetzt.
- 5:41Genau die Frage geht er zur Drogenberatung, die sich mit
- 5:44seinem Alkoholkonsum vielleicht nicht so gut auskennt, oder zur
- 5:47Alkoholberatung, die bei Crack die Hände hebt?
- 5:49Verstehe. Oder?
- 5:50Zweite Beispiel der Heroinabhängige im
- 5:53Substitutionsprogramm, der zusätzlich Bensus und Lyriker
- 5:56als Beikonsum missbraucht. Das ist ja ein extrem häufiges
- 5:59Bild in der Praxis. Absolut.
- 6:01Und das dritte Beispiel, dass die Grenze dann völlig auflöst.
- 6:05Der Alkoholiker, der Kokain nimmt, um länger leistungsfähig
- 6:08trinken zu können? Puh, all diese Menschen passen
- 6:10halt in keine der beiden Schubladen.
- 6:13Das System zwingt sie, ihr eines großes Problem künstlich in 2
- 6:18Hälften zu spalten und dann bei 2 verschiedenen Türen
- 6:21anzuklopfen. Exakt was.
- 6:23Für dich als Zuhörer ja bedeutet, wenn du diese
- 6:26veraltete Struktur nicht kennst, läufst du Gefahr, dass nur die
- 6:30Hälfte deines Problems überhaupt gesehen wird.
- 6:33Genau. Man muss das System also erst
- 6:36verstehen, um es für sich richtig nutzen zu können.
- 6:39Das ist ein wichtiger Punkt. Ja, du musst wissen, dass du bei
- 6:41einer Stelle radikal ehrlich sein musst.
- 6:44Über die gesamte Bandbreite deines Konsums, auch wenn die
- 6:47offiziell nur für einen Teil zuständig.
- 6:49Ist ein guter Berater, wird das dann hoffentlich erkennen.
- 6:52Hoffentlich ja. Aber die Systemstruktur arbeitet
- 6:56erst mal gegen. Dich, wenn das System so ein
- 6:58Labyrinth ist, braucht man dringend einen Kompass.
- 7:01Unbedingt. Zum Glück gibt uns die Analyse
- 7:03da einen ziemlich klaren Wegweiser.
- 7:06Statt uns mit einer langen Adressliste zu erschlagen,
- 7:09fokussiert sich Gabriel auf die 4 wichtigsten Akteure.
- 7:12Richtig, der Fokus liegt auf den 4 zentralen Anlaufstellen.
- 7:16Die Erste ist der Suchthilfeverbund Duisburg.
- 7:20Und der ist. Gabriel nennt ihn den
- 7:22Spezialisten für illegale Drogen.
- 7:25Das ist also deine erste Adresse bei Problemen mit Heroin, Crack,
- 7:29Koks, aber auch Cannabis. Und da gibt es doch noch ein
- 7:32entscheidendes Detail, diese interne Aufteilung.
- 7:35Genau, und die ist auch sehr sinnvoll.
- 7:37Es gibt die Jugendsuchtberatung für alle bis 21 Jahre OK und die
- 7:42Drogenberatung Mitte für alle die drüber sind.
- 7:44Das erlaubt eine Spezialisierung auf die jeweilige Lebensphase,
- 7:48was absolut richtig. Ist alles klar?
- 7:50Als zweiten großen Pfeiler nennt Gabriel die Caritas, genauer das
- 7:54Suchthilfezentrum Nikolausburg. Der traditions Allrounder, so
- 7:59beschreibt er es. Was mir da im Text aufgefallen
- 8:01ist, ist die enorme Erfahrung von 75 Jahren und der klare
- 8:06Schwerpunkt auf den legalen Süchten, also Alkohol,
- 8:09Medikamente, Glücksspiel. Ja und?
- 8:13Ganz entscheidend, was in der Analyse hervorgehoben wird.
- 8:16Die Stärke der Caritas in der Angehörigenhilfe.
- 8:20Ah, das ist ein wichtiger Punkt. Enorm wichtig.
- 8:23Wenn du also als Partner, als Elternteil oder als Freund
- 8:26Unterstützung suchst, weil jemand in deinem Umfeld ein
- 8:29Problem hat, dann bist du dort goldrichtig.
- 8:31Weil die das ganze System, Familie oder Freundeskreis in
- 8:35den Blick nehmen. Genau darin haben Sie eine
- 8:38riesige Expertise. Okay die dritte Instanz ist eine
- 8:41städtische. Der sozialpsychiatrische Dienst,
- 8:44kurz SPD, der wird als Notfallanker beschrieben.
- 8:48Das trifft S ziemlich gut. Der SPD ist zuständig, wenn S
- 8:52wirklich brennt. Also bei akuten Krisen.
- 8:55Ja, bei akuten psychischen Krisen, Psychosen, wenn
- 8:58Suizidgedanken im Raum stehen. Vor allem außerhalb der normalen
- 9:02Öffnungszeiten nehme ich an. Genau dann.
- 9:04Sie sind die richtige Anlaufstelle.
- 9:06Und sie sind auch diejenigen, die ganz praktisch bei der
- 9:09Beantragung einer sofortigen Entgiftung helfen können.
- 9:12Bleibt noch die vierte Gruppe, die Kliniken BG, Klinikum oder
- 9:16Helios. Ja, hier ist die Abgrenzung aber
- 9:18extrem wichtig, wie der Text betont.
- 9:20Absolut. Die Kliniken sind die
- 9:22Lebensretter, nicht die Suchtberater, das ist der
- 9:25entscheidende Unterschied. Das heißt?
- 9:27Wenn jemand eine Überdosis hat, nicht mehr atmet, dann ruft man
- 9:30die 112 nicht die Klinik direkt. OK, der Rettungswagen bringt die
- 9:35Person dann dorthin. Das ist die Notaufnahme, die
- 9:38Akutmedizin, die retten dein Leben in hier und jetzt, aber
- 9:42für den Weg danach sind die anderen 3 Stellen zuständig.
- 9:45Exakt, wenn man sich das so anhört, wird die
- 9:46Schlussfolgerung der Analyse sehr, sehr klar, Mhm, sie besagt
- 9:50im Grunde, du musst dein eigener Architekt sein.
- 9:52Ja, das ist ein gutes Bild. Das System ist wie ein
- 9:55Steinbruch voller guter Materialien, aber du musst dir
- 9:58die Bausteine, die zu deiner individuellen Situation passen,
- 10:02selbst zusammensuchen. Das ist der Schlüssel.
- 10:04Es gibt halt nicht den einen Königsweg.
- 10:06Man muss sich also bewusst machen.
- 10:08Mein Hauptproblem ist x. Dafür gehe ich zu stelle A
- 10:11richtig, aber ich habe auch noch das Problem y.
- 10:14Dafür hole ich mir vielleicht Rat bei Stelle b.
- 10:17Und für den absoluten Notfall habe ich die Nummer von Stelle C
- 10:20im Kopf. Genau.
- 10:22Diese Eigenverantwortung ist in diesem fragmentierten System
- 10:25leider überlebenswichtig. Dieser Gedanke, sein eigener
- 10:28Architekt sein zu müssen, der stark, aber er setzt ja auch
- 10:31voraus, dass man Zeit hat und einen klaren Kopf.
- 10:34Was oft nicht der Fall. Ist genau.
- 10:36Was ist denn, wenn genau das fehlt, wenn es einfach nur
- 10:38brennt und man sofort Hilfe braucht?
- 10:40Für genau diesen Fall liefert die Analyse so eine Art Survival
- 10:44Kit. Okay.
- 10:46Die Informationen, die man im Notfall griffbereit haben muss.
- 10:49Ganz oben unmissverständlich, bei akuter Lebensgefahr, also
- 10:54bei einer Überdosis mit Atemstillstand.
- 10:57Wählst du sofort die 112? Sofort.
- 11:00Ohne eine Sekunde zu zögern. Und für den Fall einer schweren
- 11:03psychischen Krise. Die aber vielleicht nicht direkt
- 11:06lebensbedrohlich ist. Während der normalen Bürozeiten
- 11:09ist der sozialpsychiatrische Dienst der SPD die richtige
- 11:13Wahl. Die Nummer ist die 0203 88 5321
- 11:1511. Sind für solche
- 11:19Ausnahmesituationen geschult. Genau.
- 11:22Und wenn der Hausarzt zu hat, am Wochenende zum Beispiel, gibt es
- 11:26immer noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der
- 11:29116117. Sehr gut.
- 11:32Lass uns jetzt mal die häufigsten Fragen durchgehen,
- 11:35die der Artikel aufwirft. Stell dir vor, du würdest sie
- 11:37uns direkt stellen, frage 1. Ich nehme Crack und trinke
- 11:42extrem viel Alkohol, wohin soll ich gehen?
- 11:45Ja, das ist die Kernfrage, die diese Trennungslüge direkt auf
- 11:49den Punkt bringt. Und was rät Gabriel?
- 11:52Errät hier sehr pragmatisch. Geh zum Suchthilfeverbund, also
- 11:55zur Drogenberatung Mitte, da Crack wahrscheinlich das
- 11:58drängendere Problem ist. Okay.
- 12:00Aber, und das ist der alles entscheidende Hinweis dabei, sei
- 12:04dort radikal ehrlich über deinen Mischkonsum.
- 12:07Also den Alkohol nicht verschweigen.
- 12:09Auf keinen Fall. Ein guter Berater wird dich
- 12:12deswegen nicht wegschicken, sondern das Gesamtbild ernst
- 12:15nehmen müssen. Nächste Frage existenziell
- 12:18wichtig kostet mich die Beratung etwas?
- 12:21Eine sehr klare und ich finde beruhigende Antwort aus dem Text
- 12:25Nein. Gar nichts.
- 12:27Nein, die Erstberatung bei allen genannten Trägern, Caritas,
- 12:31Suchthilfeverbund und SUPD ist in Duisburg kostenlos und
- 12:35anonym. Das ist wichtig, anonym auch.
- 12:38Ja, du musst keine Krankenkassenkarte vorzeigen, du
- 12:41bekommst keine Rechnung. Die größte Hürde ist hinzugehen.
- 12:44Finanzielle Sorgen sollten da keine Rolle spielen.
- 12:46Frage 3 sehr spezifisch. Ich bin unter 21 kiffe zu viel
- 12:51und meine Eltern machen sich Sorgen, wer kann mir helfen?
- 12:54Absolut eindeutige Antwort hier die Jugendsuchtberatung des
- 12:58Suchthilfeverbunds. Weil die darauf spezialisiert
- 13:00sind. Exakt die kennen die Dynamiken
- 13:03mit Schule, Ausbildung, dem Elternhaus.
- 13:05Das ist genau Ihre Zielgruppe. OK, letzte Fragen zum System
- 13:09selbst. Was genau ist dieser geplante
- 13:12Drogenkonsumraum? Im Grunde ist es ein
- 13:14geschützter, hygienischer Ort, an dem du deine selbst
- 13:18mitgebrachten Drogen unter medizinischer Aufsicht
- 13:21konsumieren kannst. Also mit Personal vor Ort, das
- 13:23im Notfall eingreifen kann. Genau das verhindert tödliche
- 13:27Überdosen. Es beugt Infektionen wie HIV
- 13:31oder Hepatitis durch sauberes Besteck vor und es entlastet
- 13:34natürlich auch den öffentlichen Raum.
- 13:36Logisch. Und jetzt die Brisanteste Frage
- 13:39zum Schluss. Warum gibt es in einer Stadt wie
- 13:42Duisburg kein Drugchecking? Ja, das ist der Wunderpunkt laut
- 13:46der Analyse ist das eine rein politische Entscheidung und ein
- 13:49massives Versäumnis. Obwohl es ja eigentlich vom Land
- 13:53NRW gefördert wird, oder? Ja, es gibt Modellprojekte, aber
- 13:56Duisburg ist eben nicht dabei. Und das ist deshalb so fatal,
- 13:59weil die Stadt, wie wir am Anfang gesagt haben, durch ihre
- 14:02Lage. Extrem Fentanyl gefährdet ist
- 14:05genau ein Konsumraum ist ein riesiger Fortschritt, keine
- 14:08Frage. Aber ein Konsumraum, in dem du
- 14:10nicht weißt, ob du dir gerade eine potenziell tödliche Dosis
- 14:14Fentanyl inizierst. Ist laut dem Autor nur die halbe
- 14:17Miete, so kann man es sagen. Ja, fassen wir das also noch
- 14:20einmal zusammen. Die Analyse von Gabriel zeichnet
- 14:23ein sehr, sehr differenziertes Bild.
- 14:26Absolut. Auf der einen Seite hat Duisburg
- 14:28ein solides Netz an Hilfsangeboten und Macht mit dem
- 14:32Konsumraum einen wichtigen progressiven Schritt nach vorn.
- 14:35Ja, gleichzeitig ist das System aber in dieser veralteten
- 14:38Struktur der Trennungslüge gefangen.
- 14:41Die an der Realität des Mischkonsums komplett
- 14:43vorbeigeht. Komplett.
- 14:44Und es hat diese eine potenziell tödliche Sicherheitslücke.
- 14:49Das fehlende Drug Checking in einer Hochrisikozone.
- 14:52Es scheint der Wille zum Fortschritt ist da, aber die
- 14:55Struktur hinkt hinterher. Gut zusammengefasst.
- 14:58Das bringt uns zu einem letzten, sehr nachdenklichen Punkt aus
- 15:01der Quelle. Genau.
- 15:02Der Autor Gabriel empfiehlt am Ende das Buch Im Reich der
- 15:05hungrigen Geister von Gabo Matei.
- 15:07Ah, ein sehr bekanntes Buch zum Thema sucht sehr.
- 15:10Bekannt und sehr wichtig Matthes Zentrale These ist ja.
- 15:14Dass sucht fast immer tief in Kindheitstraumata und seelischem
- 15:18Schmerz verwurzelt ist. Und das wirft eine letzte, Ich
- 15:22finde provokante Frage auf, die weit über eine reine
- 15:25Systemanalyse hinausgeht. Und die wäre.
- 15:29Wir haben dir jetzt eine Landkarte des Hilfesystems in
- 15:32Duisburg an die Hand gegeben. Du weißt, wo die Türen sind,
- 15:36richtig, aber was, wenn die wichtigste Landkarte nicht zu
- 15:39einer Beratungsstelle führt, sondern zum Ursprung des
- 15:42Schmerzes? Den die Drogen eigentlich
- 15:44betäuben sollen. Das ist ne starke Frage.
- 15:47Und die Frage, die wir dir zum Abschluss mitgeben wollen,
- 15:50lautet also, wie könnte diese Erkenntnis die Art und Weise
- 15:54verändern, wie du oder vielleicht jemand, den du
- 15:57kennst, den allerersten Schritt unternimmt, um Nachhilfe zu
- 16:01fragen?