Latest / ntv Wirtschaft / Auch Mieter betroffen: Immobilienkredite so teuer wie zur Finanzkrise 2009
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- 0:04Milliardeninvestitionen in Deutschland. Gleichzeitig werden Finanzmarktexperten
- 0:09beim Blick auf die Konjunktur wieder vorsichtiger.
- 0:12Und Immobilienkredite sind inzwischen so teuer wie zuletzt im Jahr 2009.
- 0:17Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme
- 0:23journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:29Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:34Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:39geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:45Auf dem Investitionsgipfel in Berlin rührt Bundeskanzler Friedrich Merz kräftig
- 0:50die Werbetrommel bei ausländischen Unternehmen. Anscheinend mit Erfolg.
- 0:55Merz spricht von Zusagen in Höhe von 800 Milliarden Euro bis 2028.
- 1:01Laut dem Wirtschaftsministerium würden in diesem Jahr 228,6 Milliarden Euro
- 1:07in Deutschland investiert werden.
- 1:09Davon 95 Milliarden Euro aus dem Ausland.
- 1:13Bundeskanzler Friedrich Merz ist zufrieden. Wir schauen auf eine,
- 1:17wie ich finde, sehr erfolgreiche Investorenkonferenz zurück.
- 1:20Wir wollten ein starkes Signal des Willkommens geben an alle diejenigen,
- 1:26die in Deutschland investieren wollen.
- 1:28Und ich finde, das ist uns sehr gut gelungen. Insgesamt sind bis heute von diesen
- 1:33Investoren, die wir gesehen und gesprochen haben, rund 230 Milliarden Euro an
- 1:38Investitionen zugesagt worden.
- 1:40Ich will ein Beispiel nennen oder zwei. Allein Amazon hat ein Investitionsvolumen
- 1:45von 16 Milliarden Euro verkündet.
- 1:47Und schon gestern haben wir von den massiven Investitionsplänen von NVIDIA gehört,
- 1:53RWE, die Schwarzgruppe Blackstone, Microsoft, Sanofi.
- 1:57Die Liste ist lang und umfangreich. Deutschland ist ein guter Standort für Investitionen
- 2:02und für die Unternehmen aus der ganzen Welt.
- 2:05Ich bin den Investoren für ihr Vertrauen in unser Land dankbar.
- 2:08Dieses Vertrauen werden wir honorieren.
- 2:10Deutschland bleibt ein zuverlässiger Investitionsstandort. Auf dem Investitionsgipfel
- 2:16in Berlin hat Nadine Janz mit der Investorin Jeannette zu Fürstenberg darüber gesprochen,
- 2:21was Deutschland tun muss, um für internationale Investoren attraktiv zu bleiben.
- 2:26Warum genau sollte man denn in Deutschland investieren?
- 2:29Weil wir, glaube ich, enormes Wachstumspotenzial haben, Frau Janz.
- 2:32Und ich glaube, dieser Gipfel zeigt, dass das für internationale Investoren hochrelevant ist.
- 2:36Und ich glaube, dass wir als dritte Volkswirtschaft der Welt hier einiges zu
- 2:38bieten haben. Wenn man zurückschaut über die letzten 30 Jahre,
- 2:40hat China im Wesentlichen von uns gelernt, was Precision Engineering heißt.
- 2:44Aber hat es eben skaliert. Und ich glaube, diese Chance haben wir jetzt auch
- 2:46und die müssen wir nutzen.
- 2:47Die Chance haben wir ja schon länger und trotzdem gehen die Investitionen zurück. Warum?
- 2:51Ich glaube, dass wir tatsächlich gerade noch nicht ausreichend verstanden haben,
- 2:55wie stark wir KI für unser Wachstum nutzen können.
- 2:58Das ist ein enormer Hebel, vor allem wenn man über physische KI nachdenkt.
- 3:01Da haben wir sehr viele Grundingredienzen, die das jetzt möglich machen.
- 3:05Wir sehen auch, dass es gerade einen riesen Shift gibt auf der Softwareseite.
- 3:09Das heißt, wir leben in einem Zeitalter, wo Software erwandelt wird und wo Agentic
- 3:12Robotics im Grunde genommen zwei Sachen kritisch macht. Nämlich das eine ist
- 3:15das Vertrauen von Kundenbeziehungen.
- 3:17Und da hat der deutsche Mittelschein und die deutsche Industrie enorm viel zu
- 3:20bieten über die Dekaden der Industrialisierung. Und das zweite ist das ganze
- 3:24Thema physische Supply Chain.
- 3:25Das heißt, das sind die zwei Dimensionen, die gerade rar werden.
- 3:30Und das ist genau das, wo Deutschland auch holen kann. Und das müssen wir jetzt
- 3:33aktiv gestalten, diesen Wandel. Das wird nicht von alleine passiert, Frau Janss.
- 3:36Wir sind ja selbst Investorin, haben unter anderem auch in verschiedenste Start-ups
- 3:40investiert, unter anderem auch in Mistral. Das ist jetzt nicht mal kein deutsches
- 3:43Start-up, sondern ein französisches. Also da haben sich ja trotzdem dann für
- 3:46einen französischen Wettbewerber entschieden. Also fehlt da vielleicht auch
- 3:49teilweise die Innovation aus Deutschland?
- 3:51Das würde ich nicht sagen. Ich glaube, wir müssen gesamteuropäisch denken.
- 3:53Ich tue das zumindest, weil ich glaube, dass das gar nicht anders möglich ist.
- 3:57Und ich glaube, wir müssen überlegen, wer hat welche Stärkenprofile,
- 3:59die wir wirklich ausreizen können. Und Deutschland hat ein großes Stärkenprofile in physischer KI.
- 4:04Wenn man mal anschaut, wie viele Amerikaner hier hinkommen, um ihre Supply Chains
- 4:06zu skalieren, dann ist das für mich immer wieder ein Zeichen dafür,
- 4:09dass wir hier enorm viel am Tisch haben, was tatsächlich global an Wert hat
- 4:13und an Wert auch gewinnen wird.
- 4:15Und Mistral steht da keinem Widerspruch zu. Das ist eigentlich genau sehr,
- 4:17sehr synergetisch. Wir brauchen souveräne KI, damit wir in Europa unsere Industrieprozesse
- 4:23skalieren können. Zum Beispiel ASML und Mistral zeigt das ja sehr deutlich, was da möglich wird.
- 4:28Und diese Form von Wertschöpfung ist sehr gezielt in Wachstumssektoren zu lenken.
- 4:31Das ist für mich industrielle Fertigung,
- 4:33das ist für mich ganz ein Thema Verteidigung, Energie, Gesundheit.
- 4:36Überall da gibt es riesengroße Lücken. Die sind einerseits ein Problem,
- 4:39aber Technologie ist eben auch ein Hebel, um Probleme zu lösen.
- 4:42Und das müssen wir jetzt tun. Welche Rolle sollte da die Politik spielen?
- 4:45Die Politik hat, glaube ich, eine ganz, ganz wichtige Aufgabe,
- 4:49Frau Jans, und das ist es, einfach
- 4:50mehr Beschaffung in europäische Technologieunternehmen reinzuleiten.
- 4:54Wir haben gerade eine Studie angefertigt, wo wir einfach zeigen,
- 4:57dass aktuell von den 2,6 Billionen, die ausgegeben werden in öffentlicher Beschaffung
- 5:01in Europa, nur genau 1% in Richtung Technologieunternehmen aus Europa gehen.
- 5:05Wenn wir die Zahl verdoppeln oder verdreifachen, dann ist da ja immer ein 10-
- 5:09bis 20-facher Kapitalhebel drauf.
- 5:11Das heißt, der Markt bewertet jeden Umsatzeuro mit dem 10- bis 20-fachen.
- 5:15Und so entsteht große Marktkapitalisierung und so entstehen dann eben auch neue
- 5:20Champions, die wir dringend brauchen.
- 5:22Die Hälfte unseres DAX ist noch aus der Kaiserzeit.
- 5:24Und andersrum zu den Unternehmen, was müssen denn dann vielleicht auch die einen
- 5:27oder anderen Unternehmen machen, um eben zukunftsfähig zu sein?
- 5:31Ich glaube, Sie müssen sich, das hat Jensen Huang ja gestern auch mit dem Kanzler
- 5:34sehr eindrücklich geschildert, wir müssen unbedingt uns reinlehnen in die industrielle,
- 5:38in die Anwendung von industrieller KI.
- 5:40Das heißt, wir brauchen unbedingt das ganze Thema Anwendung von KI und das Nutzen
- 5:43unserer Daten, um eigene Anwendungen auch zu erzeugen, vor allem im industriellen Bereich.
- 5:47Und da ist, glaube ich, die ganze Modellentwicklung inzwischen so weit,
- 5:51dass wir das wirklich zu unserem Vorteil nutzen können. Das war die letzten
- 5:54zwei Jahre noch viel brüchig.
- 5:55Jetzt gerade, wenn ich mir das ganze Thema Agentic Robotics anschaue,
- 5:58was es erst seit zwei Wochen oder zwei Monaten wirklich.
- 6:03Ein konkreter Enabler ist, dann müssen wir das sofort ergreifen und gucken,
- 6:06dass wir unseren Fachkräftemangel damit vom Tisch bekommen.
- 6:09Herr Kappel, Mangel vom Tisch bekommen. Unter anderem geht es jetzt hier allgemein
- 6:12um Investitionen auch zu bekommen. Wie zuversichtlich sind Sie denn, dass das klappen wird?
- 6:17Ich bin immer Grundoptimistin und das kommt daher, dass ich viel mit Gründern
- 6:21arbeite, die tatsächlich diesen Wandel gestalten.
- 6:23Das heißt, wir sehen ja Gründerinnen und Gründer, die jeden Tag aufstehen und
- 6:26genau in diesen Bereichen bauen.
- 6:27Die brauchen Anschubkapital, das bringen wir, und die brauchen Skalierungskapital,
- 6:30das können wir auch an den Tisch bringen.
- 6:32Aber die brauchen dann eben auch das Kundenvertrauen der etablierten Industrie
- 6:35und sie brauchen vor allem auch die Beschaffung aus der Regierung.
- 6:37Und wenn wir diese Sachen zusammenbringen, dann wird das ein Schwungrad,
- 6:39wo tatsächlich Wachstum entsteht.
- 6:41Wie heißt, Sie sind zuversichtlich? Ganz kurze Antwort. Ich bin zuversichtlich
- 6:44und ich möchte eine Sache noch sagen, die mir wichtig ist. Wenn wir nach Frankreich
- 6:46schauen, dann sehen wir gerade, dass da einfach eine ganze Generation die Hoffnung verliert.
- 6:52Und Hoffnung ist immer gekoppelt an Wachstum und an Zukunft.
- 6:55Das heißt, wir müssen Wachstum gestalten, damit Zukunft möglich wird und damit
- 6:59die nächste Generation den Glauben nicht verliert. Und daran glaube ich fest.
- 7:02Eine große Investitionszusage ist das eine. Wie breit der Aufschwung tatsächlich
- 7:07trägt, ist eine andere Frage.
- 7:09Deutschlands Finanzmarktexperten blicken erstmals seit Monaten wieder vorsichtiger auf die Wirtschaft.
- 7:15Das ZEW-Konjunkturbarometer für die kommenden sechs Monate fällt im Oktober
- 7:20um 6,6 Punkte auf rund 28 Zähler.
- 7:24Zuvor war es fünf Monate in Folge gestiegen. Der Grund dafür?
- 7:29Hohe Energiepreise belasten weiterhin Konsum und private Investitionen.
- 7:34Darüber hat unser Kollege Etienne Bell mit ZEW-Präsident Achim Wambach gesprochen.
- 7:39Schauen wir mal auf das ZDW-Konjunkturbarometer. Finanzexperten schauen das
- 7:42erste Mal seit Monaten wieder pessimistischer auf die deutsche Wirtschaft. Warum?
- 7:49Ja, vielleicht erst das Positive, die Lage hat sich stark verbessert.
- 7:53Also wir stehen besser da als vorher, aber tatsächlich die Erwartungen sind gefallen.
- 7:58Und das liegt meines Erachtens sehr stark daran, dass die Reformpläne unsicher geworden sind.
- 8:03Also die Regierung ist ja sehr ambitioniert in diese Reformen reingegangen und
- 8:08die sind notwendig. Das sieht man hier an diesem Investitionsgipfel,
- 8:11weil die Investitionen finden ja statt, weil man weiß, dass man in fünf und
- 8:14zehn Jahren auch hier gute Geschäfte machen kann.
- 8:17Und dafür sind insbesondere die Reformen der Sozialversicherung notwendig,
- 8:20dass da nicht die Kosten explodieren.
- 8:23Und jetzt sind doch viele Stimmen da, die daran zweifeln lassen.
- 8:26Also das ist die Unsicherheit, die sich auch in die Finanzmärkte hineinträgt.
- 8:32Was braucht es denn noch für einen Aufschwung, der auch nachhaltig ist?
- 8:38Ja, das Reformpaket wäre schon ein sehr guter, ich würde nicht sagen Anfang,
- 8:42sondern eine sehr gute Maßnahme.
- 8:44Die Regierung macht ja auch einiges im Bereich der Digitalisierung,
- 8:47im Bereich des Bürokratieabbaus.
- 8:48Das sind dicke Bretter, die geschehen langsam, aber man sieht es teilweise schon
- 8:53sozusagen am Boden, on the ground, dass es leichter wird zu investieren.
- 8:58Aber da muss weiter daran gearbeitet werden. Ich glaube, das Hauptpaket,
- 9:02was die Regierung vor sich hat, sind jetzt die Reformen der Sozialversicherung.
- 9:06Und das ist die Aufgabe für die nächsten Wochen und Monate, den Investoren klarzumachen,
- 9:11hier lohnt es sich zu investieren, wir haben unsere Kosten im Griff.
- 9:14Wenn Sie sagen, die Lage ist gut, wie sehr belastet aktuell das,
- 9:17was in der Ost passiert oder eben auch nicht?
- 9:21Naja, die Lage, der Index ist gestiegen, aber ist immer noch im negativen Bereich.
- 9:25Also die deutsche Wirtschaft hat jetzt fünf Jahre kein richtiges Wachstum.
- 9:28Man kann nicht sagen, uns geht es jetzt richtig gut, aber langsam raffelt sich
- 9:33die deutsche Wirtschaft und dieses Jahr soll es ja auch Wirtschafts- oder wird
- 9:36es auch ein signifikantes Wirtschaftswachstum geben.
- 9:39Die Unsicherheiten sind enorm, also Inflation, Energiepreise,
- 9:44die ganze Unsicherheit im Nahosten, die natürlich dazu beiträgt.
- 9:48Also Unsicherheit ist sehr hoch, aber die deutsche Wirtschaft sozusagen muss
- 9:53damit umgehen. Wir kriegen sie ja nicht weg, diese Unsicherheit.
- 9:55Insofern, die hohen Energiepreise werden auch nur eine Zeit lang bleiben.
- 9:59Da muss sich die Wirtschaft drauf einstellen.
- 10:01Schauen wir nach Frankreich, da sehen wir Proteste, die eskalieren.
- 10:03Macht Ihnen das Sorge, dass sowas auch zu uns schwappt und welche Folgen könnte
- 10:07das für die Wirtschaft haben?
- 10:10Ja, ich habe eben Frankreich gelobt im Sinne von, die haben mit ihrem Investitionsgipfel
- 10:15und den Maßnahmen drumherum echt was bewirkt in Frankreich.
- 10:18Aber die haben ihren Haushalt nicht im Griff. Und die ganze Diskussion jetzt,
- 10:22Ausgaben für Schulen, Ausgaben für Bildung, die sind tatsächlich zurückgegangen.
- 10:28Franzosen müssen jeden Euro sparen und das kann so ein Land zerreißen.
- 10:32Der deutsche Haushalt steht ein gutes Stück besser da, auch wenn wir jetzt die
- 10:36Schuldenbremse gelockert haben. Also insofern haben wir da mehr Spielraum.
- 10:39Aber es ist wichtig, dass man diesen Aspekt auch konsequent im Auge behält.
- 10:44Bildung, soziale Integration, das ist schon essentiell für eine Gesellschaft.
- 10:48In Frankreich sieht man jetzt, was passiert, wenn man sich nicht rechtzeitig darum kümmert.
- 10:53Wie konkret hohe Inflation und Zinsen den Alltag treffen, zeigt der Immobilienmarkt.
- 10:59Zehnjährige Immobilienkredite kosten inzwischen knapp 4,5 Prozent.
- 11:04So viel wie seit 2009 nicht mehr.
- 11:07Im Mai lag der durchschnittliche Zins noch bei 3,9 Prozent.
- 11:11Als Grund gelten vor allem die neuen Inflationssorgen durch den Iran-Konflikt.
- 11:16Bei einer durchschnittlichen Finanzierung bedeutet der Anstieg laut Interhüb
- 11:20fast 200 Euro mehr im Monat.
- 11:23Viele Käufer halten sich deshalb zurück.
- 11:25Dafür sind Verkäufer bei Bestandsimmobilien inzwischen häufiger zu Preisabschlägen bereit.
- 11:31Die höheren Zinsen bremsen aber auch den Wohnungsbau. Steigende Finanzierungskosten
- 11:36können dadurch am Ende selbst die Mieten verteuern.
- 11:40Wie sich die Lage für Käufer, Bauunternehmen und Mieter entwickelt,
- 11:44ordnet Matthias Urbach ein, Redakteur bei Stern und Kapital.
- 11:48Es hat ja ganz viele Aspekte dieses Thema. Fangen wir mal mit denen an,
- 11:52die demnächst wieder eine Anschlussfinanzierung brauchen, die also günstig in
- 11:55der Niedrigzinsphase ihr Haus gekauft haben. Kriegen die jetzt richtig Probleme?
- 12:01Also natürlich wird jetzt die Anschlussfinanzierung deutlich teurer werden.
- 12:04Das gilt besonders für die, die sehr günstig eingestiegen sind.
- 12:08Wir hatten ja teilweise Bauzinsen unter zwei Prozent und natürlich viereinhalb
- 12:11Prozent Anschlussfinanzierung.
- 12:13Das wird deutlich teurer im Verhältnis. Aber es gibt ja auch Faktoren bei der
- 12:18Anschlussfinanzierung, die für den Anschlussfinanzierer sprechen.
- 12:20Ja, also erstens ist der Kredit insgesamt kleiner geworden, weswegen sie etwas
- 12:24bessere Zinsen kriegen.
- 12:25Und dadurch haben sie auch mehr Spielräume bei der neuen Rate.
- 12:28Und dann muss man natürlich auch immer so ein bisschen sehen,
- 12:30dass die Löhne auch sehr stark gestiegen sind in der letzten Zeit.
- 12:33Also den Preis, den sie mal vor 15 Jahren vereinbart haben, der ist ja durch
- 12:37die Inflation gesunken.
- 12:38Und deswegen sollte es zwar ärgerlich sein für viele, die jetzt einen Anschluss
- 12:42finanzieren müssen, aber es ist sicher nicht so, dass es gleich eine Katastrophe wird.
- 12:48Also dass nicht alle jetzt sagen, ich muss mein Haus verkaufen,
- 12:50davon geben sie jetzt nicht aus.
- 12:53Ne, davon gehe ich nicht aus. Ist auch nicht das, was aktuell die Makler draußen
- 12:58sagen. Also wenn man sich so umhört, dann ist nicht die Rede davon,
- 13:01dass schon Häuser verkauft werden, die nicht weiterfinanziert werden konnten.
- 13:05Aber es kann für einige sehr schmerzhaft sein, das in jedem Fall.
- 13:09Gibt es irgendwelche Tipps, wenn man jetzt in fünf Jahren vielleicht den nächsten
- 13:12Anschlussvertrag dann hat, kann man da irgendwie vorbeugen, womöglich die eigenen
- 13:15Raten zum Beispiel nochmal erhöhen?
- 13:18Ja, exakt das wäre mein Vorschlag. Tatsächlich ist es ja so,
- 13:21wenn Sie über 10 oder 15 Jahre Ihre Finanzierung planen, dann haben Sie irgendwann
- 13:25mal einen Betrag festgelegt und seitdem ist ja Ihr Gehalt in der Regel gestiegen.
- 13:29Das heißt, Sie sollten dann auch die Gelegenheit ergreifen und Ihre Rate möglichst
- 13:34anpassen oder Sondertilgungen machen.
- 13:36Also einmal im Jahr einfach Geld extra in die Kreditabzahlung stecken und damit so ein bisschen,
- 13:44sukzessive die Tilgung erhöhen, damit Sie, wenn Sie dann in die Anschlussfinanzierung
- 13:49kommen und dann mit dem höheren Kreditzins teurer verzinsen müssen,
- 13:53nicht mehr so einen großen Kredit tilgen müssen.
- 13:56Und es hilft Ihnen auch auf der anderen Seite, weil wie gesagt,
- 14:00wenn Sie der Baufinanzierungskredit, die Kosten hängen nicht nur von dem eigentlichen
- 14:05Zins ab, sondern eben auch davon, wie stark Ihr Haus beliehen ist.
- 14:08Und umso kleiner die Restschuld ist, umso einen besseren Zins bekommen Sie.
- 14:12Und wir haben jetzt gelernt, die Zinsen werden erstmal hoch bleiben.
- 14:14Gleichzeitig sind die Preise ja gesunken. Aber ist es jetzt günstiger,
- 14:18ein Haus zu kaufen? Also in Anführungszeichen im Vergleich zu der Niedrigzinsphase,
- 14:21wo die Häuser ja so teuer waren.
- 14:23Oder ist es jetzt in Summe vielleicht teurer?
- 14:27Also beim Hauskauf ist es ja grundsätzlich ungefähr so, sie können ja nur so
- 14:32viel Geld ausgeben, wie sie haben.
- 14:34Und am Ende kriegt ein Teil des Geldes die Bank und ein Teil des Geldes kriegt der Verkäufer.
- 14:38Wenn die Zinsen hoch sind, führt das eher dazu, dass die Verkäufer weniger bekommen
- 14:43für ihr Haus, weil eben die Leute ein gewisses Limit haben, was sie ausgeben
- 14:46können. Und die Bank kriegt in der Phase ein bisschen mehr.
- 14:49Das ist natürlich jetzt erst so ein bisschen reine Lehre, aber diese Effekte
- 14:53sieht man ja auch. Als die Zinsen hoch gingen, gingen sofort die Kaufpreise
- 14:56zurück. Und das ist Ausdruck dieser Tatsache.
- 14:59Also für Käufer ist es kein großes Problem. Wo es ein richtig großes Problem
- 15:02ist, ist bei allen, die bauen wollen und bei allen, die sanieren wollen.
- 15:06Und man sieht ja auch schon, dass die Neubautätigkeit durch die höheren Zinsen
- 15:10stark eingebrochen sind. Ja, also wir hatten bis vor ein paar Jahren noch 300.000
- 15:14Neubauten pro Jahr. Jetzt sind wir runter auf 200.000.
- 15:17Und das hat natürlich mit den gestiegenen Zinsen zu tun.
- 15:20Und dass sich wenige im Moment ein Haus leisten können, bedeutet im Umkehrschluss
- 15:23aber auch für die Mieten, da wird es dann weiter teurer?
- 15:28Sie werden das auch in den Mieten sehen, natürlich. Also es ist ja so, wenn jetzt jemand,
- 15:34was investiert ins Haus oder auch Leute, die einfach eine gewisse Renditekalkulation
- 15:38haben, die werden sich natürlich jetzt überlegen, geht die ganze Rechnung noch
- 15:41auf, wenn sie Anschluss finanzieren müssen oder wenn sie was am Haus machen müssen.
- 15:45Und das werden sie dann etwas später auch bei den Mieten sehen, ganz sicher.
- 15:49Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 15:54Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.