Latest / Augstein & Blome / Wer verhöhnt die Trauer der Bärbel Bas?
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- 0:03Blome, gleich geht's hier los mit unseren drei Themen heute.
- 0:06Sollen die Syrer zurück? Was ist mit Trumps Hirn? Und ehrlich gesagt das Thema,
- 0:11was mir fast am nächsten geht.
- 0:14Wie kalt ist eigentlich der Berliner Politikbetrieb? Was hat man mit der armen
- 0:17Bärbel Bas gemacht, als ihr da diese Verwandte gestorben ist?
- 0:22Würde ich sagen Intro.
- 0:42Also nochmal herzlich willkommen zu diesem kleinen Podcast, lieber Augstein.
- 0:48Und Sie haben das ja schon so sotto voce ruhig gemacht.
- 0:54Gediegen, getragen, eingeleitet. Gehen Sie jetzt wirklich der SPD auf den Leim,
- 0:59möchte ich dann doch gleich mal provokant fragen.
- 1:02Gehen Sie wirklich der SPD auf den Leim, die aus dem Umgang mit Bärbel Baas,
- 1:07der Arbeitsministerin und Co-Parteichefin
- 1:10der SPD, jetzt eine veritable Koalitionskrise zu machen gedenkt?
- 1:15Ich weiß gar nicht, ob wir jetzt eine richtige Koalitionskrise kriegen,
- 1:19aber nur damit die Hörerinnen und Hörer mal wissen, worüber wir reden.
- 1:22Also Bärbel Baas, SPD-Parteichefin, Bundesarbeitsministerin,
- 1:27konnte in den letzten Wochen ihre Arbeit als Arbeitsministerin nicht so richtig
- 1:32voll zur Zufriedenheit der Koalition ausfüllen. Warum?
- 1:36Weil in ihrer Familie jemand im Sterben lag und dann auch gestorben ist.
- 1:41Und sie hat diese Frau begleitet in den Tod und sich deshalb zurückgezogen eine
- 1:46Zeit lang von ihrer Arbeit.
- 1:48Finde ich vollkommen normal, finde ich angemessen und richtig.
- 1:53Ich sehe schon, wir wollen jetzt hier ja nicht einen populistischen Quatsch
- 1:56draus machen, ich sehe schon, dass das ein Problem ist in der Funktion, die die Frau hat.
- 2:00Ich sehe auch, dass das zu dem Zeitpunkt jetzt, wo diese Reformen dringend anliegen,
- 2:04ein doppeltes Problem ist, das begreife ich alles.
- 2:07Aber dass dann so Leute wie dieser von Stetten in der Bild-Zeitung,
- 2:12CDU-Politiker oder selbst auch der Kanzler in so Hintergrundrunden,
- 2:15sich abfällig äußern über diese Frau und sagen, wo bleibt die eigentlich mit
- 2:19der Arbeit, die liefert ja überhaupt nicht, das kommt ja alles gar nicht rüber und so.
- 2:22Also das finde ich irgendwie unangenehm, es ist unsympathisch und ich will jetzt
- 2:28hier auch gar nicht so die kalte Politik, es wirft einfach ein Licht darauf,
- 2:32wie diese Leute ticken, wie jemand wie Merz tickt oder wie dieser von Städten tickt.
- 2:36Es sind einfach unsympathische Leute, die nicht wissen, in welcher Situation
- 2:40man sich wie zu verhalten hat. Finde ich gerade, sorry, ja, aber ich meine,
- 2:43das ist ja Ihr Text, für eine bürgerliche Partei, ehrlich gesagt,
- 2:46ein ganz schön trauriges Bild.
- 2:48Augstein, da geht es doch schon los. Das ist jetzt auch Teil Geschichtsklitterung, denn die,
- 2:54Der Unmut der CDU, mehr oder minder elegant geäußert, über die Arbeitsministerin.
- 3:02Zielte auf ihre Arbeitsverweigerung ab.
- 3:04Und zwar weit vor dem Eintreten dieses Trauerfalles, für den sie sich dann einige
- 3:11etliche Wochen zurückgezogen hatte.
- 3:13Schon vorher ist klar geworden, dass Frau Baas als Ministerin,
- 3:18mindestens aus Sicht der CDU, aber aus durchaus berechtigter Sicht,
- 3:21eine Fehlbesetzung war, weil sie all die Reformen, auf die es jetzt uns so all
- 3:25so sehr ankommt und dem Kanzler zuvorderst,
- 3:28naja, verhindert, verzögert oder verwässert hat.
- 3:33Und davon soll diese jetzt Gegenattacke in Anführungsstrichen der SPD ablenken.
- 3:39Also Frau Schwesig, die Nichtwahlsiegerin von Mecklenburg-Vorpommern,
- 3:44die aber immerhin dort eine Linksregierung bilden kann, die starke Frau,
- 3:47die neue starke Frau der SPD, nannte das unmenschlich.
- 3:52Also geht es auch noch kleiner? Lars Klingbeil sagte ganz ruhig und ganz gefasst
- 3:57und so zitternd beinahe, das ist unanständig.
- 4:01Das ist ohne Anstand.
- 4:03Geht es noch eine Nummer kleiner?
- 4:07Damit wir uns klar verstehen, Marl Baas hat für ihren privaten Trauerfall,
- 4:12der wirklich eine Tragödie ist, sie hat innerhalb von fünf, sechs Jahren erst
- 4:16den Ehemann und dann die Stieftochter, eine ganz, ganz enge Vertraute offensichtlich, verloren.
- 4:22Das ist ein schrecklicher Schicksalsschlag, ja und dafür gebührt ihr aller Respekt,
- 4:25alles Mitgefühl, alles Mitleid, was immer sie möchte und zwar von allen.
- 4:31Aber daneben ist die eigentliche Wahrheit, beziehungsweise die wichtigere Wahrheit
- 4:36für das Land, dass sie eine schlechte Arbeitsministerin war.
- 4:40Gut, kann sein. Vielleicht, und das meine ich jetzt gar nicht sarkastisch oder
- 4:46polemisch oder so, sondern ganz ernst. Sie sind da auch dichter dran.
- 4:50Sie haben mit diesen Leuten mehr zu tun. Sie haben darauf einen professionelleren
- 4:53Blick. Ich bin ein bisschen weiter weg und für mich ist es irgendwie,
- 4:57vielleicht ist das meine unschuldige Kinderseele oder ich bin vielleicht auch
- 5:00ein Jammerlappen oder so.
- 5:02Mich fasst das irgendwie an, wenn dann in so einer Situation,
- 5:06wo es wirklich, das ist einfach die Horrorsituation, was diese Frau da erlebt
- 5:09hat und was sie da machen muss, jemanden in den Tod zu begleiten,
- 5:12der einem nahe steht, sehr viel schlimmer, wird es dann nicht mehr in diesem Leben.
- 5:16Und wenn man dann so von Leuten angekarrt wird, mit denen man ja irgendwie zusammenarbeitet,
- 5:22öffentlich ja auch noch, weiß ich nicht.
- 5:25Keine Ahnung, finden Sie das normal? Ich finde es nicht. Ich finde,
- 5:29es würde sich dann gehören, dass einfach alle mal ein bisschen kürzer treten
- 5:32und die Klappe halten, zumindest in der Öffentlichkeit.
- 5:36Und letztlich sagt es natürlich dann auch was über die Stimmung in diesem Laden
- 5:39aus, keine Ahnung. Oder ist es die Stimmung in der Stadt oder der Politik?
- 5:41Dann erklären Sie es mir doch.
- 5:44Also ich finde, Politiker müssen sich echt nicht alles bieten lassen.
- 5:50Das sehe ich anders als manche andere, die denken, Politiker sind freiwillig
- 5:55und der Hammer August, wie das ja heißt, also wo jeder draufhauen kann.
- 5:59Das ist es nicht, aber sie müssen mehr aushalten als andere,
- 6:03auch als andere Berufsgruppen, denn sie haben ihr Leben in der Öffentlichkeit ja frei gewählt.
- 6:09Wie gesagt, sie sind nicht freiwillig, aber sie sind eben eine ganz spezifische
- 6:13in der Öffentlichkeit stehende Gruppe, die sich in der Öffentlichkeit auch mit
- 6:17Sachen auseinandersetzen müssen, die einfach eklig sind.
- 6:21Stimmt, die Öffentlichkeit ist nicht immer nett.
- 6:26Oder anständig. Und das kann man bedauern, aber wenn man das anfängt zu bedauern
- 6:31und daraus dann irgendwelche Konsequenzen ableitet, wir müssen das jetzt alles
- 6:34ändern, dann finde ich, führt das nirgendwo hin.
- 6:40Diese Art Besinnungsaufrufe, wir können so nicht miteinander umgehen,
- 6:44was macht die Politik mit den Politikern, die hören wir halt jedes Mal,
- 6:47wenn so etwas passiert, wenn es so eine Erregungszacke gibt. Und mein Eindruck ist,
- 6:54In diesem Fall spielt die SPD da mit. Sie nimmt es.
- 6:58Wenn irgendjemand die Trauer von Bärbel Baas instrumentalisiert,
- 7:03dann ist es die SPD-Führung selber. Das finde ich krass.
- 7:08Ich finde es krass, dass Sie das sagen, weil Frau Schwesig selber hatte ja eine
- 7:11Krebserkrankung, die halböffentlich ausgetragen wurde, wegen derer sie sich
- 7:15dann zurückziehen musste und so weiter.
- 7:19So jemand weiß schon, worum es da geht. Die Frau weiß es auch,
- 7:24was da emotional auf dem Spiel steht. Den jetzt vorzuwerfen,
- 7:27dass sie das instrumentalisieren, finde ich ehrlich gesagt bitter.
- 7:31Und es zeigt, also zweierlei, es zeigt entweder, finde ich, dass sie da zu dicht
- 7:35dran sind, dass sie das sozusagen mit so einem professionellen Blick sehen,
- 7:39der das Menschliche eben vermissen lässt oder und gleichzeitig es zeigt,
- 7:46wie schlecht die Stimmung eben in dieser Koalition ist.
- 7:49Vielleicht bricht an der Stelle dann auch nur das auf, was man ja an vielen
- 7:53Orten in dieser Regierung schon die ganze Zeit merkt.
- 7:56Hier regieren zwei Parteien zusammen, die ganz offenkundig nicht das gleiche
- 8:00wollen, die unterschiedliche politische Ziele und Instrumente haben und offenbar
- 8:06vielleicht sogar auch politische Kulturen, kann schon auch sein.
- 8:09Vielleicht ist einfach die CDU irgendwie so der härtere, kältere Laden und die
- 8:13SPD eben dann doch noch sozusagen in ihrer Genossenschaft irgendwie so hat einen
- 8:18engeren und dichteren Zusammenhalt. Kommt mir jedenfalls so vor.
- 8:21Und vielleicht passen einfach diese Parteien nicht zusammen.
- 8:23Vielleicht bricht an dem Fall Baas das Urübel dieser Koalition auf.
- 8:28Kann sein. Ja klar, Augstein, das ist eine Zwangsehe. Es gab keine andere Mehrheit
- 8:33im Deutschen Bundestag neben der AfD und der Partei Die Linke.
- 8:39Also mussten diese ja in der Koalition durchaus geübten beiden Parteien CDU,
- 8:43CSU und SPD zusammengehen. Und der Kick ist ja.
- 8:49Die CDU ist mit viel Misstrauen da reingegangen, die SPD wahrscheinlich auch.
- 8:53Und dieses Misstrauen wurde auf
- 8:56der großen breiten Strecke der Sozialstaatsreformen dann eben bestätigt.
- 9:01Dadurch, dass das alles immer so lange gedauert hat. Dadurch,
- 9:03dass Frau Baas die Bürgergeldreform hin zu einer neuen Grundsicherung verspottet
- 9:10hat. Ihr eigenes Gesetz klein gequatscht hat.
- 9:12Man musste ja erstmal sagen, dann bitte schreib auch hinein,
- 9:14wie viel wir damit erwirtschaften wollen, indem wir Leute schneller in Arbeit
- 9:19bringen und tun nicht so, als seien alle Ersparnisse nur über Sanktionen möglich.
- 9:24Also sie hat ihre eigenen Projekte verzögert, verwässert, wie gesagt,
- 9:29oder gar schlecht geredet.
- 9:31Und wenn ich das sage und diese Kritik übe, und zwar unabhängig davon,
- 9:37ob das jetzt während oder vor oder nach der Trauerphase ist,
- 9:41dann tue ich doch nichts Unmenschliches, sondern ich trenne Politik und Privates.
- 9:46Und ich glaube, darin liegt das Problem, dass die SPD im Moment Privates und
- 9:53Politisches so verschränkt, damit sie auf diesem Wege an der Erkenntnis vorbeikommt,
- 9:58dass sie diese Reformen verzögert hat, auf die das ganze Land wartet.
- 10:03Also, Entschuldigung, dass das ganze Land auf diese Reformen wartet,
- 10:07das ist wirklich, also Framing ist dazu noch echt ein lustiger Ausdruck.
- 10:10Sie wissen, dass die Mehrheit der Leute von diesen Reformen entweder nichts
- 10:15weiß oder sie nicht versteht oder sie nicht will. Aber dass das ganze Land darauf
- 10:18wartet, ist einfach objektiv falsch. Das ist echt komisch, was Sie eben gesagt haben.
- 10:23Naja, ich glaube, dass wenn Sie fragen, braucht dieses Land Reformen,
- 10:28werden 70, 80 Prozent der Menschen Ja sagen.
- 10:31Wenn es dann ans Konkrete geht, dann sehen die Umfragen natürlich völlig anders
- 10:34aus und manche Sachen werden positiver begutachtet und andere negativer, keine Frage.
- 10:40Aber diese Regierung hat sich
- 10:41das nur einmal auf die Fahne und in den Koalitionsvertrag geschrieben.
- 10:45Ja, und sie haben natürlich recht.
- 10:48Wir kommen jetzt immer wieder, darum dauert das ja alles auch so lange,
- 10:51an den Punkt, dass die SPD aus ihrer weltanschaulichen Sicht auf die Dinge blickt
- 10:56und die CDU, CSU aus ihrer Sicht.
- 10:59Und beim Punkt, was ist hier eigentlich gerecht?
- 11:02Ist mehr arbeiten, länger arbeiten gerecht oder ist das ungerecht?
- 11:07Was schafft Wachstum, was schafft kein Wachstum? Brauchen wir mehr Geld ins
- 11:11System oder müssen wir an den Ausgaben was machen, kürzen?
- 11:16Stoßen diese unterschiedlichen Sichtweisen immer neu aufeinander.
- 11:20Und das ist das Grundproblem dieser Koalition, dass an Frau Baas jetzt einmal
- 11:24erkennbar geworden ist. Aber noch einmal, an der Sache wird es erkennbar.
- 11:28Doch nicht am Umgang mit Frau Baas.
- 11:31Gut, Frau Baas hat jetzt eine Nachfolge.
- 11:32Herrn Schweitzer, der war vorher Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz.
- 11:37Meinen Sie, dass der jetzt eher und schneller das liefert, was Herr von Stetten
- 11:44von der CDU, der Mittelstandspolitiker, der sich so,
- 11:48finde ich, wirklich erbärmlich geäußert hat über Frau Baas, und Friedrich Merz,
- 11:52der Bundeskanzler, erwarten vom Bundesarbeitsminister?
- 11:58Das wird man sehen. Der gilt als Pragmatiker. Er gilt eher als Team Klingbeil.
- 12:05Der andere Parteivorsitzende, der das mehr reformerisch anlegen möchte für die
- 12:09SPD. Ich glaube, da ist er mit auf dem richtigen Pfad.
- 12:13Und er galt weniger als Team Bärbel Baas, wenn man sie noch mal als Co-Parteichefin nimmt.
- 12:20Also eher weniger linker Flügel der SPD. Das könnte sein Vorteil sein.
- 12:24Sein entscheidender Vorteil, wenn es überhaupt einen gibt, ist,
- 12:27dass er nicht Bärbel Baas ist.
- 12:29Auf die sich CDU, CSU schon über Monate und die Arbeitgeberverbände gleich mit
- 12:33und ich weiß nicht was alles so eingeschossen hatten,
- 12:37dass das Verhältnis einfach komplett zerrüttet war und das schaltet dann eben
- 12:42aus dem Ministerium entsprechend zurück, auch in der Positionierung von Frau Baas eben.
- 12:47Also das ist vielleicht sein größter Vorteil. Ein Neustart, auch personell,
- 12:51an der Spitze dieses superwichtigen Ministeriums.
- 12:54Der Mann ist ein Profi, insofern darf man das hoffen. Das Problem ist halt nur,
- 12:57dass die SPD jetzt für drei Monate auf Tauchstation geht.
- 13:01Bis dass sie im Dezember ein neues Duo an ihrer Parteispitze wählt.
- 13:05Und bis dahin hat weder Herr Klingbeil und schon gar nicht Herr Schweizer der
- 13:09neue Minister es im Kreuz, große Abschlüsse zu machen.
- 13:12Dies aber jetzt braucht, weil sie große Fragen nochmal neu tranchieren und neu traktieren wollen.
- 13:18Die SPD geht auf Tauchgang, auf Selbstfindung, mal wieder, Wort im eigenen Nabel,
- 13:24mal wieder, drei Monate gehen ins Land, dann ist Weihnachten,
- 13:27bis dass die Maschine hier wieder angelaufen ist, ist es Mitte,
- 13:30Ende Januar, das heißt wir gehen ins Frühjahr.
- 13:34Die Regierung ist dann zwei Jahre im Amt und hat ihre großen Reformen noch immer
- 13:39nicht in Gesetzesform. Das ist doch eine Katastrophe.
- 13:42Ja Blume, ich glaube, da sind Sie in einer ganz großen Sache auf der Spur.
- 13:44Walter Benjamin hat gesagt, dass es so weitergeht, ist die Katastrophe.
- 13:49Tolles Zitat, passt, passt immer.
- 13:53Ich glaube, neues Thema, oder Blume? Ja, aber mit weitergehendem Übergang.
- 14:01Denn an einer Stelle geht es offenkundig jetzt nicht so weiter und das ist dann,
- 14:05keine Katastrophe. Obwohl sie wahrscheinlich das gleich als Katastrophe bezeichnet
- 14:08werden. So, jetzt habe ich mich dreimal um mich selbst gedreht. Worum geht es?
- 14:13Immer noch mehrere hunderttausend bis ran an eine Million syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge im Land, klar.
- 14:21Der Bürgerkrieg in Syrien allerdings jetzt schon doch deutlich mehr als ein, zwei Jahre beendet.
- 14:28Und nun schickt sich die Bundesagentur für Immigration und Flüchtlinge,
- 14:33aber eben auch das Innenministerium an, bestimmte Gruppen von Syrer anzuschreiben und zu sagen, Leute,
- 14:40an eurem Status könnte sich etwas ändern.
- 14:44Euer Status ist Bürgerkriegsflüchtling, das ist, wenn man so will,
- 14:46der niedrigste mit aller möglichen Aufenthaltsrechte.
- 14:51Wir weisen euch darauf dahin, dass wir prüfen, ob dieser Status entzogen wird
- 14:57und dann heißt es Ausreise.
- 15:00Und ich finde, ich hoffe, das wird menschlich gemacht und fair und schnell und
- 15:06gerecht, aber es muss sein.
- 15:09Denn es kann nicht sein, dass mehrere hunderttausend Leute in den letzten drei,
- 15:12vier, fünf Jahren gekommen sind, noch überhaupt nicht Fuß fassen konnten und
- 15:17immer im Land bleiben sollen, obwohl der Grund, weshalb sie geflohen sind, nicht mehr existiert.
- 15:24Ja, es ist so wie immer bei diesem Flüchtlingssystem, es ist irgendwie ein Rattenrennen nach unten.
- 15:31Wer macht am meisten in Anführungsstrichen Versprechungen, am meisten Migranten zu remigrieren und so.
- 15:39Es ist auch so lustig, dass wir der AfD vorwerfen, das Wort Remigration,
- 15:43während in Wahrheit das, ja auch geradezu das erklärte Ziel,
- 15:50auch zum Beispiel dieses Bundeskanzlers, ist die Remigration von Syrern.
- 15:53Man kann das gar nicht anders sagen, weil ich meine, Remigration bedeutet nichts
- 15:56anderes als Zurückwanderung.
- 15:59Aber auch schon, wohin soll das jetzt führen? Es führt dahin,
- 16:01dass sozusagen auf dem Rücken dieser Leute Politik gemacht wird.
- 16:05Er ist ganz klar besetzt und er bedeutet millionenfaches Vertreiben,
- 16:12rausdrängen von Leuten, die ein Anrecht haben,
- 16:18hier zu leben, auch ohne deutschen Pass. Und das, was hier ins Werk gesetzt werden soll, ist...
- 16:28Leute, die einen Grund hatten zu kommen, auch wieder hinaus zu komplementieren,
- 16:34wenn dieser Grund entfallen ist. In ihrer zeitweiliger Aufenthalt,
- 16:37der immer zeitweilig angelegt war. Ja, weiß ich nicht.
- 16:43Sie machen jetzt eine Scheinversachlichung. Bundeskanzler Merz hat im Frühjahr,
- 16:47angekündigt, dass sein Ziel sei, ungefähr 80% der mehr als 900.000 Syrer in
- 16:55Deutschland in ihr Heimatland zurückzuführen.
- 16:56Das wären über 700.000 Leute.
- 16:59Wenn Sie sich die Zahlen angucken, merken Sie, das geht gar nicht,
- 17:01weil 500.000 von diesen Syrern haben einen dauerhaften Aufenthaltsstatus,
- 17:06haben hier Arbeit, sind teilweise eingebürgert.
- 17:08Das heißt, Merz handelt mit Zahlen, die von vornherein unrealistisch sind.
- 17:12Vollkommen egal, ob es überhaupt realistisch ist, 500.000 oder 600.000,
- 17:16ich weiß nicht, wie viele Leute
- 17:17auszuweisen oder zurückzuschicken oder zu remigrieren oder was auch immer.
- 17:21Aber diese Zahl, die er in den Raum gestellt hat, ist eine, die rein rechtlich
- 17:25gar nicht möglich ist. Also das würde sowieso nicht gehen.
- 17:28Praktisch ist es eh nicht möglich. Ich finde, es ist auch menschlich unmöglich
- 17:31und so, aber es geht nicht mal rechtlich.
- 17:33Und das ist genau das, was ich
- 17:35meine und was Sie hier tun, ist genau das Gleiche. Es ist tatsächlich so.
- 17:39Wieder Faktengrundlage. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verschickt
- 17:45an viele Syrer in Deutschland Briefe, ganz lange 16-seitige Schriftstücke,
- 17:50in denen ihnen der Schutzstatus entzogen wird.
- 17:53Es wird nicht die Abschiebung angedroht oder angekündigt, sondern man macht
- 17:57sie darauf aufmerksam, dass sich ihr Status hier verändert hat.
- 18:00Wer kriegt diese Briefe?
- 18:03Leute, die polizeilich aufgefallen sind oder die Deutschland vorübergehend verlassen
- 18:08haben, zwischendurch und zurückgekehrt sind. Also eine vergleichsweise kleinere
- 18:12Gruppe dieser Hunderttausenden von Syrern bekommen jetzt diese Briefe.
- 18:17Bei Ihnen, lieber Blome und bei der Bild-Zeitung und bei der Welt und sicherlich
- 18:21auch bei der AfD und auch bei den Kollegen ganz weit weg von Nios und so weiter,
- 18:27wird das natürlich gehypt.
- 18:29Ich will sie da jetzt nicht in den Topf mit den Leuten werfen. Ich.
- 18:34Merke gerade, als ich das gemacht habe, dass das irgendwie so nicht geht.
- 18:36Ich nehme das also zurück.
- 18:40Bei den Bösen, aber nicht bei Ihnen. Ich bin noch nicht fertig.
- 18:42Bei den Bösen, aber nicht bei Ihnen.
- 18:44Wird das sozusagen so kolportiert, als jetzt beginnt sozusagen die große Rückführungswelle
- 18:49und das Recht wird durchgesetzt und die, die hier jetzt nichts mehr zu suchen
- 18:52haben, die kommen jetzt nach Hause und so blablabla und so.
- 18:55Das stimmt aber de facto gar nicht. Und wieder mal wird eine Erwartung geweckt,
- 19:00die nachher nicht erfüllt werden kann und das zahlt dann wirklich mal wieder ein aufs Konto der AfD.
- 19:06Schlechte Politik ist das. Nee, Augstein, Sie haben es jetzt wirklich...
- 19:11Übelst zusammengefasst, Sie können quasi bei Die Linke anfangen,
- 19:16hier in Berlin, vielleicht als Pressespecherin von Elif Ehralb. Ja.
- 19:22Antisemitismus lassen wir jetzt mal außen vor, aber Sie könnten anfangen,
- 19:24weil die haben ja auch so eine Politik, lieber alle Ausländer rollen,
- 19:28und zwar auch gleich einbürgern, keine entwürdigenden Sprachtests und so einen
- 19:32Mist machen, also alle rein und dann hier einbürgern, damit Sie womöglich dann
- 19:36auch, ach ja stimmt, ja Die Linke wählen. Okay, Klammer zu.
- 19:40Womit soll es denn beginnen, wenn nicht so wie jetzt es passiert?
- 19:45Womit soll denn der Vollzug eines ja naheliegenden Gedankens,
- 19:51beginnen, der da lautet, der Grund deines temporären Aufenthalts,
- 19:55deines temporären Schutzes, den wir dir auf deutsche Steuerzahlerkosten gewährt
- 20:01haben, selbstverständlich, das war und ist menschlich.
- 20:04Der Grund ist aber nicht mehr da und das seit zwei Jahren. Also es gibt eine
- 20:07vergleichsweise stabile Lage in Syrien.
- 20:11Warum soll dann nicht angefangen werden, darüber nachzudenken,
- 20:15was das für diese Menschen, die diesen Schutz gesucht und bekommen haben, bedeutet?
- 20:20Das zu diffamieren in der Form, wie Sie es gerade gemacht haben,
- 20:24das ist aber AfD-Sprech, dann kann ich nur sagen, ja okay, dann bin ich jetzt
- 20:27für diese Sekunde bei diesem Thema, bei diesem Gedanken, AfD.
- 20:30Und es ist mir ganz egal, weil zwei und zwei ist vier. Und nur weil die AfD
- 20:34auch sagt, 2 und 2 ist 4 an dieser Stelle, ist es noch nicht falsch. Ist ja gut, ruhig.
- 20:41Das ist entscheidend auch für unser Gespräch. Für unser Gespräch ist entscheidend,
- 20:44nochmal, Sie und der Bundeskanzler und dieser gedruckte Diskussion erwecken
- 20:50einen falschen Eindruck, nämlich so den Eindruck, als würden jetzt Hunderttausende...
- 20:55Wir machen es mal anders, Augstein.
- 20:56Ist es richtig, diese Briefe zu verschicken? Ist es richtig,
- 21:00den Schutzstatus zu verändern und zwar unabhängig von der Frage,
- 21:04wie weit die Kreise das dann am Ende zieht.
- 21:08Nein. Wenn Sie die Frage so stellen, ist die Antwort natürlich nein. Das ist ja klar.
- 21:15Wenn Sie sagen, unabhängig vom Sinn und Verstand der Aktion,
- 21:18unabhängig von den Konsequenzen, Sie haben gesagt, unabhängig welche Kreise es zieht.
- 21:23Was bedeutet denn die Formulierung? Diese Gruppen können sie und wollen sie
- 21:26ja niemand, weder der Bundeskanzler noch das Bundesamt, noch der Innenminister,
- 21:33wieder zum Verlassen des Landes animieren.
- 21:35Also wer hier schon eingebürgert ist, und das sind nicht wenige Syrer,
- 21:38weil sie die entsprechenden Jahre gearbeitet haben, sich selber unterhalten
- 21:43haben, nicht Sozialleistungen bekommen haben und ansonsten auch nur positiv aufgefallen sind.
- 21:51Dann kommt eine Gruppe, die haben bereits einen verfestigten Status,
- 21:54weil sie eine feste Arbeit haben, auch wenn sie noch oder nicht Deutsche sind.
- 21:59Es geht um die anderen Gruppen. Und mit denen zu beginnen, das heißt dort in
- 22:03diesen Gruppen zu beginnen, mit denen.
- 22:09Wie soll man sagen? Anfang einer Rückkehr ist doch selbstverständlich.
- 22:14Und jetzt müssten Sie sagen, nein, das darf nicht sein. Doch,
- 22:17Sie können das doch auch machen. Ich habe auch gar nichts dagegen,
- 22:19wenn dir diese Briefe verschickt werden.
- 22:21Ich glaube nur, es werden am Schluss ganz, ganz wenig Leute dann ausgeschafft,
- 22:24wie man in der Schweiz sagt. Die Zahlen werden lächerlich klein sein.
- 22:30Sie müssten mir doch nochmal erklären, warum. März ankündigt 80 Prozent von
- 22:33900.000 Syrern werden in die Heimat zurückkehren.
- 22:36Das geht rechnerisch überhaupt nicht. Nein, 80 Prozent, ich nehme mal an,
- 22:42und ich habe jetzt überhaupt keine Lust, Friedrich Merz zu verteidigen,
- 22:44der es immer schafft, sich sprachlich selber ein Bein zu stellen.
- 22:48Gemeint waren mutmaßlich 80 Prozent jener, die eben keinen verfestigten Status
- 22:54und keinen deutschen Pass haben.
- 22:56Gut, hat er halt nicht gesagt. Nee, hat er nicht gesagt, weiß ich, ja.
- 22:59Na ja, gut, aber merken Sie nicht, dass das ein Problem ist.
- 23:02Jetzt machen Sie plötzlich so, ja, hat er aber gar nicht gesagt,
- 23:04hat er nicht gemeint. Ist aber nicht das entscheidende Problem.
- 23:06Es ist das Entscheidende, weil es geht hier um populistische Politik.
- 23:09Die machen das doch nicht deswegen, um jetzt irgendwie so ein paar Syrer loszuwerden,
- 23:13weil das merkt man in diesem Land sowieso nicht. Wenn sie jetzt 10.000 Syrer
- 23:16ausschaffen würden, was echt viel wäre, würde man es objektiv überhaupt nicht merken.
- 23:20Es ist totaler Quatsch. Sie machen doch jetzt hier so ein Michael-Kohlhaas-mäßiges,
- 23:24das Recht muss aber das Recht bleiben und so.
- 23:27Das ist irgendwie... Finden Sie nicht? Ja, ich finde es schwierig bei dem Thema.
- 23:31Sagen wir mal so, ich bin kein Jurist. Eine Ergänzung machen und dann kommen
- 23:35Sie gleich zurück in Ihre Svada. Gerne.
- 23:37Wenn es 100.000 Syrer und dann mutmaßlich auch Familien wären.
- 23:45Die auf diesem Wege zur Rückkehr animiert werden könnten, dann spart der Staat
- 23:51natürlich enorm viel Geld, wenn das 100.000 Menschen und ihre Familien sind,
- 23:56die derzeit in der Grundsicherung im Bürgergeld hängen.
- 23:58Und darüber wird es ja gehen, denn wer arbeitet, dauerhaft arbeitet,
- 24:02den soll es ja gar nicht betreffen.
- 24:04Also verstehen Sie, da ist auch eine Menge.
- 24:08Geld im Sozialstaat, das im Moment an Flüchtlinge gezahlt wird.
- 24:13Aus gutem Grund, denn sie haben hier Schutz gefunden und sollen ihn ja auch,
- 24:17gefunden haben. Wir reden aneinander vorbei.
- 24:19Ja, weil sie sagten, es würde sich ja gar nichts verändern. Finanziell würde
- 24:23sich ja eine Menge verändern.
- 24:24Und sie würden das Argument brechen, für die habt ihr alles und für uns habt
- 24:29ihr nichts. Also den klassischen AfD und Linke.
- 24:32Ja, Himmel, Himmel.
- 24:34Ich wirf bei ihm auf der Seite Gehirn und auf meiner Seite Geduld herunter.
- 24:40Lieber Blume, wenn meine Oma Räder hätte, wäre sie ein Omnibus.
- 24:44Das ist vollkommen richtig. Man könnte vielleicht auch einsteigen und bis nach
- 24:47Fulsbüttel fahren. Kann sein.
- 24:50Meine Oma ist tot, hat keine Räder und sie fährt auch nicht bis Fuhlsbüttel.
- 24:54Das Problem sind deshalb ihre Prämissen, die nicht stimmen.
- 24:57Wenn man Hunderttausende von Syrern ausschaffen würde,
- 25:02würde man sicherlich viele Milliarden Euro sparen und könnte dann sagen,
- 25:07dieses Geld kann jetzt für andere Zwecke aus, vielleicht für Waffen in der Ukraine,
- 25:11also für Sachen, die ihnen mehr Spaß machen.
- 25:13Kann ja sein. Entschuldigung, ich bin polemisch, nehme mich zurück.
- 25:16Das Problem ist bloß, so wird es nicht sein. Und das müssten Sie eigentlich auch wissen.
- 25:20Ich habe aber in Ihrem Argument geht es aber eigentlich gar nicht wirklich darum,
- 25:24wie viele werden ausgeschafft und wie viel Geld wird gespart,
- 25:26sondern in Ihrem Argument geht es sozusagen um die Herrschaft des Rechts und
- 25:30um die Durchsetzung von Prinzipien.
- 25:33Und da werde ich unruhig und da fange ich an, so nervös mit dem Fuß zu hippeln,
- 25:38weil ich sage, was soll das? Was soll der Quatsch?
- 25:41Je länger jemand hier ist, desto weniger interessiert es mich,
- 25:45auf welcher Rechtsgrundlage er hier ist.
- 25:48Je besser er sich hier verhält und je mehr er sich hier integriert hat,
- 25:50desto weniger kümmere ich mich darum, ob eigentlich der Grund für seine Ankunft
- 25:55und sein Schutzstatus hier hinfällig geworden ist oder nicht.
- 25:59Und ganz deutlich auch, je schlechter er hier klarkommt, je mehr Straftaten
- 26:02er hier begangen hat, umso bereitwilliger würde auch ich sagen,
- 26:05gut, dann schick den halt zu Hause. Wenn er hier nicht sich benehmen kann,
- 26:08dann muss er halt seinen Dreck in Syrien machen. Da bin ich auch vollkommen d'accord mit Ihnen.
- 26:12Denn nur, Sie werden sehen, quantitativ wird das nicht ins Gewicht fallen.
- 26:18Das heißt, Sie reden hier im Grunde über heiße Luft, beziehungsweise man nennt es auch Populismus.
- 26:24Lieber Kollege Augstein, Sie haben völlig recht. Es geht mir ums Prinzip,
- 26:27es geht mir allerdings auch um die Praxis, das Geld, wenn Sie so wollen.
- 26:31Und wie gesagt, den Konter gegen diese Verwaltung.
- 26:35Diesen Spruch, für die, meint ja die Ausländer, ob nun Ukrainer oder Syrer,
- 26:41habt ihr alles und für uns habt ihr nichts. Der ja von beiden extremen Rändern
- 26:45des politischen Spektrums kommt und die Mitte soviisch unter Druck setzt derzeit.
- 26:49Es geht aber auch um das Prinzip, ja.
- 26:52Und natürlich haben sie nicht das Gefühl, dass die Leute sagen.
- 26:57Es gibt ein Recht und bitte vollzieht es.
- 27:00Das tut ihr doch in allen anderen Angelegenheiten auch.
- 27:05Wenn immer sich jemand, der sich in Deutschland auffällt, über das Gesetz geht,
- 27:10das Gesetz eingesetzt, verletzt, dann muss er mit Sanktionen und Konsequenzen rechnen.
- 27:15Wenn immer ein Anspruch verfällt, dann wird auch nicht mehr gezahlt.
- 27:19Wenn immer ein Anspruch missbraucht wird, gibt es Sanktionen.
- 27:25Aber an der Stelle nicht. An der Stelle soll es einfach egal sein,
- 27:29was sich an der Sachlandgrundlage des Anspruchs geändert hat.
- 27:32Nein, aber aus der Zeit erwachsen, in der Zeit erwachsen neue Rechtsansprüche,
- 27:37weil die Zeit schafft Realitäten.
- 27:38Und wenn das Recht sich von der Realität entfernt, verliert auf Dauer das Recht.
- 27:42Das ist sozusagen ihr Problem, das begreifen sie nicht. Ich muss ein bisschen
- 27:45prosarischer sagen, sie meinen, das kann man sich ersetzen.
- 27:49Es muss nur lange genug gehen und dann ist es Schnurz, weshalb man gekommen ist. In der Tat.
- 27:55Sie persiflieren das jetzt und machen das lächerlich. Das ist immerhin das Leben
- 27:57von Menschen, die hierher kommen und dann auch mit uns zusammen leben.
- 28:00Damit müssen wir ja auch klarkommen.
- 28:02Sie können aber die Zeit nicht zurückdrehen. Sie können dann nicht sagen,
- 28:04so jetzt tun wir so, als wären wir fünf Jahre zurück und schwupp gehst du wieder nach Hause.
- 28:08Das funktioniert im echten Leben so nicht. Übrigens weiß das auch jeder,
- 28:12das fühlt im Grunde auch jeder, dass das logisch ist, dass natürlich damit zusammenhängt,
- 28:16wie lange sind die Leute hier und wie verhalten sie sich. Das heißt,
- 28:18sie werden an einer Einzelfallprüfung gar nicht vorbeikommen.
- 28:21Übrigens sagen diese ganzen Asylverbände und so, es werden Klagewellen hinübergehen
- 28:27über die Verwaltungsgerichte, wenn das sozusagen in großem Stil gemacht wird.
- 28:31Das ist bei dem Abschiebethema von Anfang an immer das Problem.
- 28:34Wenn Sie einmal 100.000 im Land haben... Es geht nicht um Abschieben.
- 28:37Naja, Frieder-Johannes. Am Schluss werden die müssen ja abgeschoben werden,
- 28:40wenn die nicht freiwillig gehen.
- 28:43Was denn sonst? Es gab schon Flüchtlingswellen. Anfang der 90er Jahre aus dem
- 28:49Bürgerkriegsgebiet des Ex-Jugoslawien.
- 28:51Kamen nach Deutschland, ich glaube 350.000 Bosnierer.
- 28:56Und die sind am Ende zu größeren Zahlen auch wieder zurückgekehrt in ihr Land.
- 29:00Mit übrigens auch Unterstützung, was allemal besser war für alle Beteiligten,
- 29:05auch den deutschen Staat, als es irgendwie anders zu probieren.
- 29:09Ich finde nur den Gedanken, man kann sich das ersitzen, seltsam,
- 29:13wenn wir von Leuten reden, die noch nicht so lange da sind, also nicht 2015, 16 gekommen sind.
- 29:20Von denen, damals syrisch Ankommenden, arbeiten mindestens mal die Männer ja
- 29:27zu einem Prozentsatz wie alle anderen Männer in Deutschland auch.
- 29:30Also nach rund zehn Jahren hat sich das stabilisiert.
- 29:35Aber die Frage ist halt, ob wir bei Menschen, die vor zwei, drei,
- 29:38vier Jahren gekommen sind, die auf gar keinen Fall so weit sein können in der
- 29:42Regel, auch so verfahren wollen, sagen wir, warten wir noch sieben Jahre,
- 29:45wird schon passen eines schönen Tages. Diese Zeit haben wir nicht,
- 29:48Augsstein. Begreifen Sie das nicht?
- 29:49Die Gesellschaft ist nicht so, dass sie so viel Geduld hätte.
- 29:52Und das ist eine Realität.
- 29:54Sie wollen dem rechten Affen ein bisschen Zucker geben damit,
- 29:57das ist meine Wahrheit in der Geschichte.
- 29:59Ich glaube auch, vielleicht funktioniert das sogar, ich glaube es wird nicht
- 30:03sehr viel Schaden anrichten, denn massenweise das Zurückführen von Leuten,
- 30:08die in so großen Migrationswellen gekommen sind, wird nicht funktionieren.
- 30:11Es funktioniert schon technisch nicht. Wissen Sie eigentlich,
- 30:13wie aufwendig diese Abschiebeflüge sind?
- 30:16Sozusagen die Fantasiegebilde von der AfD im Wahlkampf und die Abschiebeflugzeuge
- 30:21werden, dass die Startbahnen glühen, hat der doch reingerufen.
- 30:24Naja gut, Entschuldigung. So und dann ja alle, ja die Startbahnen sollen glühen,
- 30:28wenn die Ausländer endlich so.
- 30:30Das ist natürlich eine perverse, kranke, und da muss man wirklich sagen,
- 30:34echt eine psychopathologische Gewaltfantasie.
- 30:37So funktioniert es nicht. In Wahrheit werden da irgendwelche armen Leute irgendwie
- 30:40in so Handschellen, in die Flugzeuge gesetzt, rechts und links,
- 30:43so ein BKA-Beamter oder so.
- 30:45Es kostet ein groteskes Geld. Es ist ein unfassbarer Aufwand.
- 30:49Alles das, um sozusagen, damit Sie hier Blome sagen, aber dem Recht muss Geltung
- 30:54verschafft werden. Es hat schon so eine kantische, Sie wissen ja,
- 30:56nicht bekannt, wenn der Staat zusammenbricht, muss noch der letzte Mörder im
- 31:01Gefängnis hingerichtet werden.
- 31:02Dieser Wahnsinn sozusagen, die Aufklärung hat ja auch was Wahnsinniges.
- 31:05Ich hoffe, das ist Ihnen klar.
- 31:09Der Wahnsinn der Rationalität, der Wahnsinn des Rechts, wenn das Recht sozusagen
- 31:13durchdreht, dann landet man an solchen Sachen so.
- 31:16Wir müssen sie jeden Einzelnen mit zwei BKA-Beamten abschieben.
- 31:19Es kostet zwar Millionen und ist vollkommen unsinnig, aber es muss sein. So be it.
- 31:24Ich glaube, es geht auch ohne diesen immensen, gigantischen Aufwand,
- 31:29den Sie da beschreiben, um dann zu verunmöglichen, dass man das versuchen sollte.
- 31:35Ich würde mal vorschlagen, wir probieren das jetzt einfach mal.
- 31:38Wir kommen jetzt mal mit mehreren hunderttausend Syrern auf dem Briefwege,
- 31:42wie auch immer, ins Gespräch und gehen der Frage nach, ob...
- 31:47Sie wirklich glauben, dass unabhängig von der Lage in ihrem eigenen Heimatland
- 31:52ihre Zukunft einzig und allein in diesem Land in Deutschland liegt.
- 31:57Das so gastfreundlich dann, wenn man ehrlich ist, ja auch nicht mehr ist.
- 32:00Aus guten oder aus schlechten Gründen und bei der AfD sicherlich aus eher schlechten Gründen.
- 32:05Und ob es nicht Mittel und Wege gäbe, zurückzugehen.
- 32:10Sie beschrieben ja eben, dass in erster Linie im Moment angeschrieben werden
- 32:16auch Menschen, die immer mal wieder nach Syrien fahren.
- 32:19Woraus ich schließe, es gibt noch Bande zurück in die alte Heimat.
- 32:24Fun Fact, noch bevor wir aus diesem Thema rausgehen, in den Briefen,
- 32:28die das BAMF an die Leute schickt, wird nochmal genau aufgeschrieben,
- 32:32wie viele Menschen in Syrien derzeit durch Kriegsfolgen sterben.
- 32:35Es sind gar nicht so viele, so 2000 irgendwie so pro Jahr, aber immerhin.
- 32:39Und dann steht da, bei einer Bevölkerung von 24,4 Millionen Menschen ergebe
- 32:43das ein Tötungsrisiko von 0,017%.
- 32:47Ich finde es also interessant, und da versuche ich das jetzt nicht sarkastisch
- 32:50zu formulieren, dass das BAMF bei den Briefen, die die Zurückweisung der Leute
- 32:54ankündigt, ihnen das Tötungsrisiko für den Kriegsverhalten, also auch gleich
- 32:59quantitativ mitrechnet.
- 33:000,017% ist nicht viel. Aber wissen Sie, warum Sie das tun? Ist nicht viel,
- 33:04stimmt. Wissen Sie, warum das tun? Weil alle, viele.
- 33:10Der Anwälte und NGOs und Organisationen, die das verhindern wollen,
- 33:14diese Rückkehr, auch schon die Aufforderung zur Rückkehr verhindern wollen,
- 33:18permanent behaupten, dass man im Prinzip in Syrien nicht über die Straße kommt, lebend.
- 33:23Dass man jeden Tag erschossen werden kann, mit einer Bombe, unter einer Bombe
- 33:29sterben kann und dass da im Prinzip dauernd Krieg herrscht, weshalb Massen sterben.
- 33:36Turns out, es ist nicht so. Deswegen ist Syrien noch kein heiles Land.
- 33:40Das hat niemand gesagt. Es ist ein Land, das man aufbauen muss.
- 33:42Und ich habe ein Faible dafür, dass die Menschen, deren Heimat das ist,
- 33:48ihre Heimat wieder aufbauen.
- 33:51Das ist ein gefühliges Schlusswort von Ihnen. Sie sind doch warmherzig. Ich habe noch ein Thema.
- 33:56Ich möchte noch nicht unsere Sendung hier Schluss machen. Ich möchte noch einreden.
- 34:00Ich möchte nämlich mit Ihnen über das Gehirn von Donald Trump reden.
- 34:04Es ist so, dass... Moment.
- 34:06Finde den Fehler in diesem Satz. Sehr witzig. Er hat eins, es sieht,
- 34:10aber da kommen wir gleich dazu. Moment, es sieht vielleicht anders aus als ihr.
- 34:12Woher wissen sie, dass Donald Trump ein Gehirn hat?
- 34:17Am 18. September 2026 hat Trump Russlands Sanktionen unterzeichnet.
- 34:22Also Banken, Regierungsvertreter und so weiter. 18. September Russlands Sanktionen,
- 34:27aus unter anderem auch Sanktionen oder Zölle gegen wichtige Abnehmer von russischem
- 34:33Öl und Gas. Also direkt, unmittelbar Sanktionen.
- 34:36Am 9. Oktober hat er dann eine Dieselvereinbarung mit Putin getroffen.
- 34:41Mit ihm telefoniert, Putin wirft 300.000 Tonnen Diesel auf den Markt und mehr soll dann kommen.
- 34:49Und am gleichen Tag gab es noch ein Gesetz zur Ausnahme von den Sanktionen.
- 34:54Also hin und her, hot und hü, Sanktionen, dann die Sanktionen brechen und so.
- 35:00Der Moment, er hat sich ja selber sanktioniert. Er hat sich sanktioniert.
- 35:03Und jetzt fragen wir uns, was ist...
- 35:04Eigentlich, wenn das alte Gesetz, so alt ist es ja nicht, wenn man ehrlich ist,
- 35:0718.09. hatten Sie gesagt, 18. September. Ja.
- 35:11Wenn das jetzt noch gilt, dann hat es sich quasi mit dem 9. Oktober selber in
- 35:15die Sanktionsfalle manövriert.
- 35:17Übrigens für 300.000 Tonnen Diesel, wie Sie richtig sagten. Ist gar nicht so
- 35:21viel. Irgendwo habe ich gelesen.
- 35:24Das ist doch gar nicht so viel. 300.000 Tonnen ist doch gar nicht.
- 35:26Das ist der Verbrauch von 22 Minuten oder 26 Minuten in Amerika.
- 35:31Also binnen 26 Minuten ist das aufgebraucht. Also es hat sich echt gelohnt so gesehen.
- 35:35Also aus Sicht von Donald Trump. Weil der einfach nicht weiß,
- 35:38was kurz und lang ist. Und das führt mich zurück zu der Eingangsfrage,
- 35:41hat Donald Trump ein Gehirn? Beziehungsweise eines, das funktioniert.
- 35:45Dass ich ihm sagen könnte, oh Mann, Scheibenkleister, 14 Tage zurück,
- 35:48da habe ich doch, was habe ich denn da, Himmel, kann mir mal einer sagen,
- 35:51was ich vor 14 Tagen gemacht habe? Und dann stellt er fest, da steht ein Widerspruch.
- 36:00Und das bringt uns jetzt zu einer historischen Analogie, weil das Gehirn von
- 36:05Donald Trump, also das Gehirn von Wladimir...
- 36:09Moment, stopp. Wir sollten jetzt vielleicht erzählen, wie wir darauf gekommen sind. Worauf?
- 36:14Naja, wir haben uns ja, manchmal unterhalten wir uns ja vor der Sendung auch
- 36:17schon über die Sendung und überlegen, worüber müsste man reden.
- 36:20Und mir war das mit dem Gehirn von Donald Trump jetzt nicht nur aus polemischen
- 36:23Gründen wichtig, damit ich hier ein paar Mal sagen kann, hat er überhaupt eins,
- 36:29sondern mir war es ernsthaft wichtig, weil ich glaube, oder weil ich mich frage.
- 36:37Wie man, keine Ahnung, in ein, zwei, drei Jahren zurückblicken wird auf diese Amtszeit.
- 36:42Und wie sehr man sich die Frage stellen wird, warum haben wir nicht erkannt,
- 36:46dass dieser Mann offenkundig ein Problem mit seiner geistigen Gesundheit hat.
- 36:51Und vor allen Dingen, warum seine ganze Entourage, seine ganzen Mitarbeiter,
- 36:57seine Minister, sein White House Staff, ich weiß nicht was.
- 37:01Nicht irgendwann gesagt hat, wow, dieser Mann hat ein Problem mit seiner geistigen
- 37:06Gesundheit, wir müssen etwas unternehmen.
- 37:08Gut, für mich hat das Thema zwei Aspekte. Und dazu kann man natürlich das Gehirn
- 37:10untersuchen. Einmal geht es gleich um das Gehirn von Wladimir Ilyich Ulyanov,
- 37:15besser bekannt, unter seinem Kampfnamen Lenin.
- 37:18Denn über das Gehirn von Lenin gibt es interessante Sachen zu sagen und vermutlich
- 37:21gibt es auch große Parallelen zu dem Gehirn von Donald Trump.
- 37:23Aber bevor wir zu Lenins Gehirn kommen, was Sie da eben beschrieben haben,
- 37:29ist natürlich ein klassisches spieltheoretisches Dilemma, in dem sich die Mitarbeiter
- 37:33von Donald Trump jetzt befinden. Vermute ich mal. Ich bin keiner.
- 37:36Ich möchte auch keiner sein.
- 37:37Aber ich stelle mir das so vor, dass die natürlich wissen, dass ihr Chef irre
- 37:41ist. Und jetzt überlegen Sie sich, wie soll ich mich jetzt verhalten?
- 37:43Wenn ich jetzt ihm von der Fahne gehe, dann macht er mich heute noch lang.
- 37:48Wenn ich jetzt aber ihm nicht von der Fahne gehe, dann machen mich die Leute
- 37:52lang, die nach ihm kommen.
- 37:53Das heißt, ich muss irgendwie versuchen, so hier so auf der Welle zu surfen
- 37:57und nicht unterzugehen und irgendwie im richtigen Augenblick abzuspringen,
- 38:00damit ich es vielleicht schaffe, auch noch in der folgenden Administration einen
- 38:03Job zu haben und jetzt meine Hände aber nicht zu schmutzig gemacht hat mit dem Unsinn, den er macht.
- 38:07Also ein klassisches, möchte ich mal sagen, machtpolitisch, moralisch möchte
- 38:12ich gar nicht sagen, aber machtpolitisches Dilemma, in dem diese Leute sind,
- 38:14wo ich denen wirklich nur ganz, ganz viel Glück und eine sichere Hand wünschen kann und.
- 38:20Wer sich in Unrat begibt, kommt eben darin um. Ich glaube, sie irren sich.
- 38:25Denn sie unterstellen ja damit, dass das kluge Leute sind, die jetzt eine ungeheuer
- 38:31schwierige Abwägung zu treffen haben, wie sie sich taktisch,
- 38:35strategisch am klügsten in ihrem Sinne, in ihrem eigenen Interesse verhalten.
- 38:40Das setzt ja große Rationalität voraus. Das unterstellen Sie jetzt dieser Entourage,
- 38:44die sich halt meinetwegen dann in ihrem Sinne falsch entscheidet,
- 38:47aber das ist jetzt mal egal.
- 38:48Aber eine rationale Entscheidung, eine rationale Abwägung vornimmt,
- 38:51das glaube ich nicht. Und ich glaube das nicht,
- 38:55Weil sie sich ja alle gleich verhalten. Also wir müssten doch ein,
- 38:58zwei Leute sehen, die es anders machen als diese Lemminge, Lurche um Trump herum.
- 39:04Also es müssten doch ein, zwei Leute geben, die tatsächlich widersprechen und
- 39:07dann meinetwegen rausfliegen. Also im Sinne ihres Bildes den anderen Weg gewählt
- 39:11haben, um sich für die Nachwelt noch halbwegs verkehrsfähig zu erweisen.
- 39:16Ich glaube, die sind alle so wie Donald Trump. Das ist der große Unterschied
- 39:21zwischen Trump 1 und Trump 2.
- 39:23Er hat jetzt Leute um sich herum gescharrt, die genauso denken,
- 39:26wenn man das Denken nennen möchte, wie er selber.
- 39:30Und deshalb ist er stabil. Ist das System immer noch stabil?
- 39:34Naja, wir haben ja nicht jetzt umsonst sind wir eingestiegen mit diesem Widerspruch,
- 39:39zwischen einerseits Sanktionen gegen Russland, andererseits dann aber Diesel bei denen kaufen.
- 39:44Der Widerspruch ist so, dafür brauchen sie gar keine Gehirnzelle mehr.
- 39:47Das verstehen sie auch sozusagen. Ich möchte fast sagen, auf so einem Amöben-Level,
- 39:52können sie dem noch nachgehen. Wenn sie das mitmachen, verhalten sie sich bewusst.
- 40:00Opportunistisch und speichelleckerisch und unterwürfig und kriecherisch.
- 40:04Und das sind die ja auch alle.
- 40:06Die warten einfach nur darauf, dass der Alte stirbt und vom Acker geht.
- 40:10Und dann müssen sie halt gucken, was übrig bleibt. Und ob es dann Vance macht
- 40:14und ob es irgendwie so ein christlich radikaler, irrer, amerikanischer Nationalismus
- 40:18wird oder ob es Rubio macht, der irgendwie stärker international und israelmäßig organisiert ist,
- 40:25so wie die klassische amerikanische Außenpolitik.
- 40:27Das ist sozusagen ja im Moment noch offen, das wissen wir ja nicht.
- 40:30Aber die sitzen da in den Startlöchern und warten und seine Mitsassen wollen
- 40:35nicht von Bord gehen, weil draußen werden sie entweder geschreddert von der
- 40:38Öffentlichkeit oder landen eben in der Bedeutungslosigkeit.
- 40:41Und dafür sind die Menschen bereit, so manchen Irrsinn mitzumachen.
- 40:46Das ist ja fast eigentlich, Entschuldigung, finde ich,
- 40:50Fördert ein bisschen so meine strukturell sowieso vorhandene Menschenfeindlichkeit,
- 40:55und meine Misanthropie, weil
- 40:57man einfach sieht, die Leute sind einfach bereit zu jedem letzten Dreck.
- 41:02Die machen, wenn es ihnen irgendwie nützt, viele. Noch einmal in der ersten
- 41:07Regierung Trump waren es eben andere, die dann ja...
- 41:11Noch die Erwachsenen im Raum waren und den gröbsten Quatsch verhindert haben,
- 41:15zum Beispiel so etwas. Und diese Leute sind nicht mehr da. Also es gibt solche,
- 41:19die sie beschreiben, aber es gibt noch ganz viele andere.
- 41:22Haken, Donald Trump hat sich nur für die erste Gruppe entschieden,
- 41:25als es darum ging, wer könnte ihm morgens irgendwie das Ei aufschlagen.
- 41:30Aber jetzt zurück zu Lenins Gehirn. Ja, das müssen Sie aber erzählen,
- 41:34weil Sie haben mich darauf aufmerksam gemacht. Ich wusste das ja gar nicht.
- 41:36Ich finde das so eine schöne Geschichte. Das hat mir Spaß gemacht.
- 41:38Nein, nein, nein. Erzählen Sie das. Ich lasse Ihnen den Vortrag.
- 41:41Nein, na gut, aber ich erzähle es jetzt nur, weil Blume es mir erzählt hat.
- 41:43Also nachdem Lenin starb, wurde er praktisch ja aufgebahrt und so weiter.
- 41:48Dann haben die Russen in Deutschland angerufen, ich weiß nicht,
- 41:51ob die da schon Telefon hatten, 25 war das, und haben den Hirnforscher Oskar
- 41:55Vogt nach Moskau geholt, damit er sich das Gehirn von Wladimir Ilyich,
- 42:03anguckt, um dann natürlich rauszufinden, ist ja klar, dass er eben großartig
- 42:08war und speziell und besonders.
- 42:10Und dann hat Vogt seine Frau mitgenommen und seine Frau hat das Gehirn von Lenin
- 42:15in 36.000 ganz kleine Scheiben geschnitten.
- 42:18Das sind aber sehr, sehr dünne Scheiben. Es sind wahnsinnig dünne Scheiben gewesen.
- 42:21Und wenn die bei der Edeka-Werbung sagen, stimmt so, darf es ein bisschen mehr sein?
- 42:27Ja, Feinschnitt mit Maschine. Und die wurden alle beschriftet und so.
- 42:32Und am Schluss sozusagen, als er das alles gemacht hatte, kam raus und jetzt
- 42:38Zitat Oskar Vogt, es besteht ein ganz klarer, ein scharfer Unterschied zwischen
- 42:42der Struktur des Gehirns von Lenin und der Struktur gewöhnlicher Gehirne.
- 42:47Und ich möchte weiter vorlesen, die Pyramidenzellen waren bei Lenin bei weitem
- 42:51stärker entwickelt, die verbindenden Assoziationsfasern zwischen ihnen bei weitem
- 42:55zahlreicher, auch die Körperzellen waren bedeutend größer und hervorstechend.
- 43:01Und jetzt fragen wir uns, was wäre, wenn ein solcher Hirnforscher das Gehirn,
- 43:07von Donald Trump untersuchen würde? Blome, was glauben Sie?
- 43:12Er müsste es suchen. Also erstmal suchen.
- 43:18Und wenn er es dann gefunden hat, kriegt er es bestimmt nicht in wie viel?
- 43:21Zehntausend Scheiben geschnitten? Vor dem Untersuchen kommt das Suchen.
- 43:27Dann kommen so vier kleine Scheibchen. Och Mann, das ist so gemein,
- 43:31was Sie jetzt sagen. Ich habe gar nichts gesagt.
- 43:34Ich habe Ihren Gedanken auf den Weg geholfen.
- 43:37Denn das ist ja auch meine Aufgabe. Ihr Denken zu leiten und zu lenken, ist das schön.
- 43:43Und Sie sind genau da rausgekommen, wo ich wollte.
- 43:47Wir machen hier Schluss. Nein, wir müssen hier Schluss machen.
- 43:48Nein, ich will noch nicht Schluss machen. Ich will noch nicht Schluss machen.
- 43:50Ich möchte noch weitermachen, weil Herr Vogt kam eben zu dem Schluss,
- 43:52dass Lenin muss ein Assoziationsathlet gewesen sein. Ein Assoziationsathlet,
- 43:58was ich ein tolles Wort finde. Aber AA steht eigentlich für anonyme Alkoholiker. Noch besser.
- 44:03Es läuft heute. Ich kann Ihnen wirklich, ich brauche gar nichts mehr sagen.
- 44:06Sie sagen es. Ach man, ich glaube Donald Trump wird sich sowieso,
- 44:11selber ein noch größeres Mausoleum bauen, als,
- 44:14Lenin eins bekommen hat und ich glaube auch, dass auch das Forschungsinstitut
- 44:18für das Trumpsche Hirn größer werden wird als das für Lenins Hirn,
- 44:22denn in Wahrheit ist natürlich das Gehirn von Donald Trump auch größer als das
- 44:25von Lenin, es ist größer als ihr und meins zusammen, Donald Trump hat das größte
- 44:29Gehirn der Galaxis.
- 44:35Make brain great again. Aber das ist nicht so gut wie Mager.
- 44:40Aber Make Brain Great Again geht schon.
- 44:42Okay, okay, okay. Tschüss, bis nächste Woche. Tschüss.