Latest / #wasmitjungenzielgruppen / Folge 4 – mit Daniel Besier (Schulleiter FRS Weinheim)
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- Transkript #wasmitjungenzielgruppen – Folge 4 mit Daniel Besier (Schulleiter Friedrich-Realschule Weinheim): Herzlich willkommen bei #wasmitjungenzielgruppen, dem neuen Podcast von #UseTheNews. Ich bin Vincent. Und ich bin Jonna. Und wir sind Teil der NewZee-Community, den jungen Medieninteressierten von #UseTheNews selber. Ich selber studiere aktuell Geografie an der Universität Hamburg. Und ich studiere Politikwissenschaften und Psychologie in Marburg. In der Bildungsausgabe sprechen wir mit Lehrkräften über coole Medien- und Nachrichtenkompetenzprojekte, die sie mit ihren SchülerInnen durchgeführt haben. Heute haben wir sogar einen Schulleiter als Gast. Hallo Daniel. Hallo, vielen Dank für eure Einladung. Schön, dass du da bist. Jetzt nochmal das komplizierte Wort. Wir sprechen über Nachrichtenkompetenzprojekte, zum Beispiel über das eures Schülerfernsehens. Und ja, wir NewZees wollen da auch ein bisschen unseren Senf dazugeben. Genau. Und kurz zu dir, du leitest die Friedrich-Realschule in Weinheim und hast das Schülerfernsehen mit ins Leben gerufen. Und gerade habt ihr mit euren SchülerInnen sogar einen Film gedreht, der im Kino gezeigt wurde. Über dieses tolle Projekt wollen wir heute mit dir reden. Doch kurz vorneweg, woher kommt der Gedanke in eurer Schule, so viel Wert auf Medienbildung zu legen und wie sah das vielleicht auch aus, als du selber noch zur Schule gegangen bist? Ja, ich bin ja deutlich älter als ihr beide. Und bei uns war das so, da fing das mit den Computern erst so richtig an. Da gab es noch keine Smartphones, das können sich die Schüler heute gar nicht mehr vorstellen. Mit relativ einfachen Mitteln kann ja jeder selbst produzieren heute und öffentlich herstellen. Auf YouTube seine eigenen Videos präsentieren. Und deswegen haben wir uns überlegt, dass Schülerinnen und Schüler eben verstehen müssen, wie man Medien richtig produziert. Wie entstehen Nachrichten? Wie entstehen Bilder? Wie überprüft man Informationen? Und auch, ja, welche Verantwortung trägt man, wenn man etwas veröffentlicht? Ja, super spannend. Und genau, was dieses Schülerfernsehen ist, bitten wir dich einmal ganz kurz vorzustellen, weil es ein super interessantes Projekt ist. Wie glaubst du, du schaffst es, das Projekt in 60 Sekunden ganz kurz zusammenzufassen und allen Zuhörenden vorzustellen? Es ist ein Riesenprojekt. Ich versuche es in 60 Sekunden hinzubekommen. Okay, bist du bereit, Daniel? Ich bin bereit. Die Uhr läuft, ja? Dann sag ich mal drei, zwei, eins, let's go. Also unser Schülerfernsehen ist keine einzelne AG, sondern Teil unseres Unterrichtskonzepts. Schülerinnen und Schüler produzieren eigene Nachrichtensendungen, Interviews, Talkformate, Koch- und Technik-Sendungen, sowie zuletzt auch größere Filmprojekte. Und da übernehmen sie alle möglichen Aufgaben, also von der Redaktion, Moderation, Kameraton, Lichtschnitt, Organisation und das mit zunehmendem Alter mehr. Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen Medien eben nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten und auch kritisch reflektieren. Sie müssen recherchieren, die dann verständlich aufbereiten. Und der Höhepunkt war in diesem Schuljahr unser Kino-Film, AiW, Mission Zukunft. Ihr habt es vorhin schon angeteasert, bei dem dann 60 Neuntklässler diesen Film produziert haben. Ich fasse noch mal kurz zusammen: Fünfte, sechste Klasse werden Nachrichten produziert, siebte Klasse Kochsendung, achte Klasse Demokratieprojekt, neunte Klasse Live-TV-Show oder eben in diesem Jahr einen Film. Ja, super spannend. Ja, da stellt sich mir direkt die Frage, wie seid ihr auf so eine Projektidee gekommen und wo habt ihr angefangen? Ja, am Anfang war so die Frage, wie können wir Medienbildung so umsetzen, dass sie nicht nur theoretisch bleibt. Also wir haben festgestellt, dass Workshops über Fake News und Cyber-Robbing oftmals zum einen rein und zum anderen wieder rausgehen. Ich selbst habe in der Medienbranche gearbeitet und habe deswegen ein gewisses Vorwissen, was Fernsehen angeht. Und ja, daraus ist dann dieses Schülerfernsehen vor einigen Jahren entstanden. Wie läuft das denn jetzt konkret bei euch an der Schule ab? Also wie produziert ihr? Habt ihr ein Studio oder macht ihr das alles irgendwie eher schulprofessionell? Ja, wir haben einen alten Kunstraum und da haben wir unser Studio aufgebaut. Also wir haben eine richtige Regie, die hinter einer Glasscheibe ist, mit ganz vielen Bildschirmen und ganz viel Technik. Und im Studio davor haben wir eigene Kulissen gebaut. Und wir haben drei Studio-Kameras mit Telepromptern. Für uns hatte sich das angeboten, mit dem Raum diesen umzubauen. Und wir wollten es so ein bisschen auf eine professionellere Ebene bringen. Für die Schüler ist es natürlich auch beeindruckend, in so eine professionelle Atmosphäre zu kommen. Angefangen haben wir aber mit den ersten Aufnahmen einfach in einem Klassenzimmer. Ja, gerade Professionalität ist ein ganz gutes Stichwort, weil ihr jetzt auch einen wirklich hoch professionellen Film produziert habt. Willst du uns darüber kurz was erzählen? Ja, in Jahrgang 9 haben wir unser Projekt AiW – Arbeitswelt im Wandel. Das hat vor sieben Jahren angefangen, 2019. Von einer Ausstellung, von einer interaktiven Webseite sind wir dann zu eigenen Fernsehsendungen gekommen. Wir haben die Sporthalle komplett umgebaut als professionelles Studio und haben dort Sendungen produziert mit Gästen und mit einem Livestream. Wir haben damals fiktive Firmen gegründet, die man braucht, um so eine Produktion zu fahren. Also ob das Kameraleute sind, ob das die Techniker sind, die Bühnenbauer, die Moderatoren. Ja, also um es mal genau zu verstehen, die SchülerInnen werden dann in verschiedene Gruppen eingeteilt, das quasi dann diese Unternehmen sind? Also ja, genau. Und das Ganze beginnt, also es geht das ganze Schuljahr. Wir fangen an, am Schuljahresanfang, dass wir eine Kickoff-Veranstaltung machen. Die Schüler lernen die Firmen kennen und bewerben sich auf diese Firmen. Sie führen Bewerbungsgespräche mit Leuten, die aus den Branchen kommen, also nicht mit den Lehrern, und bekommen entweder eine Zusage oder gegebenenfalls auch eine Absage. Und dann gibt es ganz viele Projekt-Tage, an denen sie auch lernen, wie funktionieren Steuern oder welche Versicherungen brauche ich. Und in diesem Rahmen erstellen sie dann auch schon eigene Podcasts oder kleine Reals. Ich habe dazu einmal eine Frage. Habt ihr die Hauptrollen für den Film auch so gecastet? Es ist ja so, im letzten Jahr war es eben diese Show und dieses Jahr haben wir gesagt, müssen wir wieder was anderes machen. Das wir dann den Film gedreht haben. Das war gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der Schauspielern will. Zunächst war es ein Schüler, dann kamen noch zwei hinzu. Wir haben am Ende es so gehabt, dass alle Schüler irgendwie im Film zu sehen sein wollten. Und die Unterrichtssequenzen, die wir aufgenommen haben, ja, da haben wir alle angemerkt, es ist so professionell, wir wollen da auch mitmachen, wir wollen zu sehen sein. Und das waren sie dann im Film letztendlich in den Klassenraum-Situationen. Ich glaube, zwei Schüler wollten am Ende nicht vor die Kamera. Ich glaube, es lohnt sich auf jeden Fall mal da rein zu gucken. Wir waren sehr beeindruckt, wie professionell das sozusagen aufgezogen ist. Ja, das haben wir, diese Professionalität, da haben wir natürlich auch viel Unterstützung gehabt. Wir haben zwei Kameraleute, der eine war auch ehemaliger Schüler unserer Schule, der uns dann dieses filmische, dieses cinematische beigebracht hat und mit unterstützt hat. Und dadurch wurde wirklich dieses Kinoerlebnis so richtig gut. Spannend, gab es dabei aber auch Schwierigkeiten gerade im Verlauf des immer größer werdenden Projekts quasi? Wir haben zwischendurch umstrukturiert. Wir haben mit den siebten und achten Klassen mit Nachrichten angefangen und haben festgestellt, dass die Schüler Berührungsängste hatten. Plötzlich vor der Kamera stehen, waren Einzelne, die sich das getraut haben, die Nachrichten zu sprechen, die wir mit ihnen erarbeitet haben. Wir haben dann angefangen, mit den Fünf- und Sechsklässlern die Nachrichten zu machen und das hochwachsend. Und da merken wir, dass die viel offener sind. Und wenn so ein Projekt eine Weile läuft, dann ist es so, dass die Kinder hineinwachsen, dass sie alle wollen. Wir haben ganz viele Schüler, die jetzt die Nachrichten sprechen wollen. Deswegen sind es immer zwei oder drei Moderatoren, die sich die Sendung teilen. Also, wir haben die Kinder so weit, dass sie Lust haben, sich zu zeigen, zu zeigen, was sie machen, was in der Schule läuft. Auch technisch gibt es natürlich immer wieder Herausforderungen. Dann stimmt der Ton nicht, dann muss man das nochmal überarbeiten. Dann muss man vielleicht etwas nochmal aufnehmen. Das glaube ich. Mir stellt sich da die Frage, wer diese Produktion dann betreut. Also, wie setzt ihr das konkret im Schulalltag um, auch zeitlich mit in den Unterricht integriert? Also, bei uns ist das Schülerfernsehen möglichst eng mit dem Unterricht verbunden. Und es gibt ja die unterschiedlichen Formate, die ich schon erwähnt habe in Klasse 5 und 6, die Nachrichten und kleinen Reportagen. Das findet im Rahmen des Fachs Medienbildung und Informatik statt. Das ist in Baden-Württemberg ein neues Fach. Die Projekte werden beiderführend von mir betreut, aber zusammen mit ganz engagierten Lehrkräften. Wir haben eine Reportage zum Beispiel über das Thema Wasser gehabt. Da sind die Schülerinnen und Schüler, also die ganze Klasse, mit ihren Lehrkräften ins Wasserwerk, ins Abwasserwerk und haben dort verschiedene Aufnahmen gemacht und dann gemeinsam auch nachbereitet in der Postproduktion. Das ist ja ein Riesenaufzug, den ihr mit diesen Projekten macht und das sind auch riesige Medienprojekte, die ihr da umsetzt. Wo kommt denn die Finanzierung zum Beispiel für Equipment her und Ähnliches? Ja, das ist immer eine Frage, die ich oft gestellt bekomme. Wir versuchen sehr, sehr gut hauszuhalten mit unseren Mitteln. Daraus können wir einen Teil entnehmen. Und der andere große Faktor sind dritten Mittel, die wir einwerben. Das ist natürlich aufwendig und aber es ist doch auch sehr erfolgreich. Es gibt Stiftungen, die diese Projekte unterstützen. Und da muss man immer gucken, was gibt es gerade? Wo gibt es Stiftungen, die an bestimmten Themen interessiert sind? Und so können wir diese Projekte finanzieren. Wir finden das Projekt, wie es schon vielleicht noch ein bisschen rauskam in dem Podcast, ja, super spannend und hätten, glaube ich, uns auch gerne etwas gewünscht in unserer Schulzeit. Auch gerade für SchülerInnen, wo der Mehraufwand zu viel bedeuten könnte, und ich mir vorstellen, dass gerade wenn ich noch Stoffe nebenherlaufen habe für andere Fächer, es mir schwerfallen könnte, mich auf Filmdrehs zu fokussieren. Wie handelt ihr das denn an eurer Schule? Naja, ich glaube, dass die Kinder ganz, ganz, ganz viel bei diesen Produktionen lernen. Vielleicht nicht die Matheformeln, die wir irgendwann mal brauchen, aber die Schüler erfahren Selbstwirksamkeit in einem hohen Maß. Sie lernen, Dinge zu organisieren. Sie merken, wenn mal was nicht klappt, dass man es eben nochmal überarbeiten muss, dass man es nochmal machen muss. Und ja, es ist aufwendig. In Klasse 9 beispielsweise haben wir bestimmt zehn Tage für diese Produktion. Das ist eine Menge. Da müssen auch mal die Kollegen mitspielen. Aber das, was wir immer am Ende vom Projekt erleben, wie die Kinder stolz auf ihr Produkt sind, das zeigt uns eigentlich, dass das wichtiger ist als die eine oder andere Mathe-Englisch-Stunde. Ich glaube, ich hätte auch gerne so eine Art von Medienförderung gehabt. Ich finde es wirklich richtig cool, wie ihr den Schülerinnen so viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten gebt und die Möglichkeit, irgendwie eigene Interessen und Sichtweise mit einzubringen. Und ich glaube auch, dass das sozusagen schulübergreifend irgendwie eine sehr gute Wirkung hat. “Wenn ich jetzt so an mein 14-jähriges Ich zurückdenke, glaube ich, es gibt schon auch andere Sachen, die manchmal im Vordergrund stehen. Und ich stelle es mir manchmal schwierig vor, also alle mitzunehmen. Und vor allem auch bei den Lehrkräften. Wie schafft ihr es, alle Lehrkräfte zu briefen und mitzunehmen? Als Schülerin hängt die Motivation ja auch von dem Engagement der Lehrkräfte ab. Man schafft es nie, alle Lehrkräfte mit einzubinden. Da sind Berührungsängste mit der Technik, wobei die Technik man nicht bis ins letzte Detail verstehen muss. Da sich bei uns ja dieses Schülerfernsehen, dieser Medienschwerpunkt, von Klasse 5 bis zum Abschluss zieht, und wir damit doch erfolgreich sind, sehen die Lehrkräfte auch, dass das ebenso unsere Profilbildung ist. Zum Beispiel in Klasse 8, in Gemeinschaftskunde mit unserem Demokratieprojekt, wenn die Sendungen vorbereitet werden, also es gibt einen Talk mit den Gemeinderäten, oder wir haben die Oberbürgermeisterwahl hier in Weinheim begleitet, dass wir alle Kandidaten hier hatten zum Interview. Und das ist ja etwas, was dann doch spannend ist, wenn Leute, die in der Politik sind, die man dann vielleicht später aus dem Fernsehen kennt oder aus der Zeitung, dass die zum Anfassen da sind. Das ist spannend für Lehrkräfte genauso wie für die Schüler. Auf jeden Fall, das glaube ich. Wir haben dich auch gebeten, ein paar Fragen an uns mitzubringen. Und du hast bestimmt schon jede Menge Feedback von deinen SchülerInnen bekommen. Aber vielleicht gibt es auch etwas, das du von uns wissen möchtest. Ja, welche schulischen Themen oder Formate würdet ihr euch selbst gerne ansehen? Also kurze Nachrichten, Interviews, Reportagen, Podcasts oder eher unterhaltsame Formate. Und wie würden die für euch aussehen? Ich kann sonst gerne anfangen. Ich habe besonders, glaube ich, so ein Faible für Dokumentation. Und ich glaube, das ist auch, was ihr viel in der Schule eben macht, eben da tiefer einzutauchen in spezifische Themen und mich da richtig reinzufuchsen, auch als Geostudent natürlich, also als Geografiestudierender ist sowas auch nochmal einen besonderen Reiz für mich. Und deswegen sind gerade das Medienformat Dokumentation für mich besonders spannend. Jonna, wie ist das bei dir? Ich glaube, ich habe jetzt so als erstes daran gedacht, dass ich mich total für das aktuelle Nachrichtengeschehen interessiere. Und ich glaube, gerade als junge Person hat man manchmal das Gefühl, dass alles so ein bisschen beängstigend ist. Und ich habe aus meiner Erfahrung lernen können, dass es irgendwie hilft, wenn man gemeinsam darüber redet und sich informiert. Und ich glaube, deswegen wäre das so das, wofür ich brennen würde, wenn ich Schülerfernsehen machen könnte. Ja, ich glaube, das ist natürlich spannend, fände ich auch. Aber es ist in Schule so nicht möglich, denn tagesaktuelle Nachrichten bekommen wir nicht hin. Deswegen ist es bei uns quartalsweise, immer nach einem Vierteljahr, gibt es eine neue Sendung. Und da lassen wir noch mal Revue passieren. Aber das kann Schule leider, leider nicht leisten. Ja, schade. Aber dafür gibt es ja, wenn man Lust dazu hat, später noch mal die Möglichkeit, in so ein politisches Geschehen quasi einzutauchen. Unbedingt. Also Politik ist für uns ganz wichtig. Und eben auch das so erfahrbar zu machen, dass wir in Klasse 8 ja unser Demokratieprojekt haben und Politiker einladen. Das schafft schon sehr viel Nähe. Wie lange darf denn so ein Beitrag sein, damit bis zum Ende geschaut wird, dass es nicht langweilig wird? Wenn ich heute Social Media mir anschaue, wischen und klicken, zehn Sekunden, das ist ja in so einem Beitrag bei uns nicht möglich. Das ist eine super gute Frage. Gerade auf Social Media-Formaten, finde ich, gibt es eine negative Sicht dieser zehn Sekunden oder 60 Sekunden. Aber man kann dann doch relativ viel mitnehmen aus so einem kurzen Beitrag, gerade wenn es einen interessiert, wenn man diesen eben richtig gestaltet. Und deswegen, finde ich, ist die Länge super variabel. Ich habe auch das Gefühl, dass gerade in meiner Umgebung und in meinem Freundeskreis sich auch viel mehr so ein Trend wieder weg vom Social Media entwickelt, auch hin wieder zu längeren Formaten, dass es eben parallel konsumiert wird als ausschließlich. Wichtig ist eben, dass die Infos geprüft sind und richtig sind und dass die Qualität dahinter stimmt. Ich glaube, ich würde mich da ein bisschen anschließen. Also ich würde auch sagen, es kommt auf die Gestaltungsform an, sozusagen. Also wie kurzweilig vielleicht auch ein Beitrag gestaltet ist. Und ich glaube auch, dass so eine Fernsehsendung gar nicht den Anspruch haben muss, ein Kurzvideo zu imitieren. Oder ich glaube, es ist natürlich schwer, weil die Aufmerksamkeitsspanne sozusagen bei uns allen vielleicht ein bisschen gelitten hat, wenn man in dieser Social-Media-Bubble unterwegs ist. Aber ich sehe es ähnlich wie Vincent, dass es irgendwie gerade auch so einen Trend zurückgibt. Also dass man eher wieder so ein bisschen auf den Detox geht und wieder klassische längere Sachen sozusagen konsumieren mag. Also bei uns dauern die Sendungen etwa 20 Minuten. Da müssen sie halt durch diese 20 Minuten. Der eine Beitrag ist spannender und der andere ist weniger spannend vielleicht. Aber die, die sich selbst sehen, freuen sich immer riesig. Das ist ganz schön. Das wird schön zu sehen. Hast du denn einen Top-Tipp, den du jetzt anderen SchulleiterInnen oder auch Lehrkräften vielleicht mitgeben kannst, für Umsetzungen von Nachrichten, Kompetenzprojekten oder ähnlichen Projekten an ihrer Schule? Ja, also mein Top-Tipp lautet eigentlich immer, klein anfangen, aber machen und ein echtes Publikum schaffen. Es braucht am Anfang kein perfektes großes Studio. Es reicht sogar ein Smartphone, iPad, Mikrofon und vor allem eine gute Idee, um den ersten Beitrag zu machen. Und wichtig ist, dass aber das Ergebnis am Ende gezeigt wird und die Jugendlichen merken, dass ihre Arbeit Bedeutung hat. Ich erinnere mich dran, ich war ja Schüler in den USA, in Charles City, in the middle of nowhere. Aber was die damals hatten, die hatten auch schon Schülerfernsehen. Und da hingen alte Röhrenbildschirme in jedem Unterrichtsraum oben an der Decke. Und wir haben Schullennachrichten geguckt. Also das hat mich wirklich, hat mir wirklich imponiert. Und heute haben wir es sehr wahnsinnig einfach. Durch die Digitalisierung können wir Fernseher in jedem Raum haben. Und es wird einfach übers Internet abgespielt. Und man muss natürlich auch, glaube ich, als weiteren Tipp noch Zeit für die Reflektion einplanen. Was hat funktioniert? Was würde ich vielleicht beim nächsten Mal anders machen? Daraus wird dann aus dem Film so eine echte Medienbildung. Klingt spannend. Vielleicht ist das ja für die eine oder andere Person irgendwie eine Inspiration. Zum Abschluss tatsächlich noch eine letzte Frage: Welchen Trend deiner Schülerin fandest du cool oder hast du sogar mitgemacht? Die Frage musst du beantworten. Die stellen wir allen Gästen dieses Podcasts. Die ist extrem schwierig. Was für mich sehr neu ist, ich bin ja jetzt über 50, wie viel im Hochformat für Social Media produziert wird. Das war so mein Learning und da musste ich erstmal umdenken vom Querformat, weil nach wie vor hängt keiner unserer Fernseher hochformatig in der Schule. Aber die Smartphones sind alle hochformatig und an diesen Trend musste ich mich gewöhnen. Also an die Social Media Kultur. Genau, obwohl wir natürlich auch Insta und alles haben. Aber es ist ein anderes Produzieren, auch inhaltlich ein völlig anderes Produzieren. Und ich bemühe mich, dazu zu lernen bei diesen Dingen. Super Einstellung. Danke auch an euch, dass ihr bei #wasmitjungenzielgruppen dabei wart. Auch vielen Dank an dich, Daniel, für dieses wunderbare Gespräch. Ja, herzlichen Dank, dass ich dabei sein durfte. Guckt euch gerne den Film aus dem Projekt Arbeitswelt im Wandel – Mission Zukunft auf der Webseite der Friedrich-Realschule an. Folgt uns auf Instagram, TikTok, @usethenews_de für Updates und neue Episoden. Und sonst sage ich ja, bis zur nächsten Folge. Vielen Dank und tschüss. Tschüss. Ciao. Dieses Material ist urheberrechtlich geschützt.