Latest / ntv Wirtschaft / Dienst nach Vorschrift kostet Milliarden - das Problem sitzt im Chefsessel
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- Die Beschäftigten in Deutschland laufen weiter im emotionalen Energiesparmodus. Nur jeder Zehnte fühlt sich seinem Arbeitgeber wirklich verbunden. AWE setzt auf eine steigende Stromnachfrage. Gleichzeitig will der Konzern Gewinne und Dividende verlässlich erhöhen. Und das, obwohl die geopolitische Lage unsicher bleibt. Vielen Dank. Und Microsoft startet den Bau neuer Rechenzentren in Deutschland. Dafür nimmt der Konzern 3,2 Milliarden Euro in die Hand. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die emotionale Bindung an den Arbeitgeber bleibt niedrig. Das zeigt die aktuelle Gallup-Studie. Nur 10% der Beschäftigten gelten als hochemotional gebunden. 77% dagegen machen ihre Arbeit, engagieren sich aber nicht darüber hinaus. Oder anders gesagt, viele leisten Dienst nach Vorschrift. Und das hat Folgen. Die sogenannten inneren Kündiger haben im Jahr 2025 Produktivitätseinbußen von bis zu 142 Milliarden Euro verursacht. Interessant ist, die meisten Beschäftigten sagen, sie seien mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Das Problem liegt laut Gallup woanders, in der Führung. Wo Führung gut funktioniert, sinken Fehlzeiten und Stress deutlich. Und genau hier wird es spannend. Wie gute Führung Motivation, Krankenstand und Produktivität beeinflusst, darüber spricht Studienleiter Marco Nink jetzt mit Raimund Brichter. Die emotionale Bindung, die habe einen großen Einfluss auf Produktivität und Krankheitstage. Können Sie das noch ein bisschen erläutern? Was genau bedeutet das? Selbstverständlich. Also Unternehmen können ja die äußeren Umstände nicht kontrollieren, wohl aber ihr eigenes Tun und das, was im Unternehmen passiert, die Kultur, die Qualität der erlebten Führung und damit auch die Motivation. Und das ist auch der Knackpunkt. Es geht darum, was erlebe ich am Arbeitsumfeld. Das hat Auswirkungen darauf, wie ich mich als Mitarbeitender oder Mitarbeiterin verhalte. Erlebe ich gute Führung, dann ist das stark verknüpft mit einem höheren Qualitätsstreben. Es ist stark verknüpft mit einer höheren Kundenorientierung. Die Fehlzeit geht runter und im Vergleich zu Arbeitsplätzen, wo ich schlechte Führung erlebe, habe ich dementsprechend auch ein negatives Verhalten. Wie kann man die Zahl der Krankheitstage in diesen Zusammenhang einordnen? Heißt das, viele Leute, die keine emotionale Bindung haben, machen oft blau? Ich glaube, in die Debatte über Motivation und Krankenstände, die lässt sich nicht führen, ohne einen Blick auf das Thema Führung zu richten. Denn unsere Daten zeigen, dass die Beschäftigten ihrer Arbeit gegenüber grundsätzlich mal positiv gegenüber eingestellt sind. Wir legen regelmäßig ein Szenario vor, wo wir danach fragen, würdet ihr euren Job an den Nagel hängen? Wenn ihr ein sorgenfreies Leben führen könntet und die große Mehrheit sagt hier, das würde ich nicht tun. Es hat auch nichts mit der eigenen konkreten Tätigkeit zu tun. Das, was ich tagtäglich tue, da ist eine hohe Zufriedenheit zu erkennen. Auch die allgemeine Arbeitssituation oder die Arbeitsbedingungen sind die Leute sehr zufrieden mit. Was aber fehlt, ist das Thema Führung. Und wenn es um das Thema Führung geht, dann hat das auch ganz klar Einfluss auf die Fehlzeit. Wenn ich in einem Arbeitsumfeld arbeite, wo meine emotionalen Bedürfnisse erfüllt werden, dann fehle ich deutlich weniger, als wenn das nicht der Fall ist. Und auch hat das Thema Führung Einfluss auf den Stress, der auch zu Fehlzeit führen kann. Auch hier sehen wir, dort, wo wir schlechte Führungen am Arbeitsplatz von den Befragten zurückgespielt bekommen, haben wir einen höheren Stresslevel als dort, wo wir gute Führung haben. Aber Fehlzeiten heißt in diesem Zusammenhang tatsächlich, die Leute sind gar nicht krank? Wir haben danach gefragt, das ist eine Selbstauskunft der Befragten, wir haben danach gefragt, ob sie auf der Arbeit ferngeblieben sind, weil sie krank waren oder sich nicht wohlgefühlt haben. Was heißt das? Also Wohlfühlen ist ja ein sehr allgemeiner Begriff, ist ja nicht gleich krank. Es geht mir nicht gut und ich kann dementsprechend meine Arbeit nicht verrichten. Also blau gemacht. Das haben wir in einer anderen Untersuchung untersucht. Und da kann ich Ihnen sagen, die große Mehrheit der Beschäftigten macht nicht blau und geht zur Arbeit. Die emotionale Bindung vieler Menschen zu ihren Arbeitgebern lässt zu wünschen übrig. Das war der Studienleiter dazu, Marco Nink. Ganz herzlichen Dank. Führung entscheidet also, ob Menschen ihr Können wirklich einbringen oder innerlich auf Standby schalten. Und das kostet Unternehmen viel Geld. Kommen wir zum nächsten Thema. RWE. Ein Konzern mitten in der Energiewende. Heute hat das Unternehmen seine Bilanz für 2025 vorgelegt. RWE will in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Und der Konzern will die Aktionäre stärker beteiligen. Bis 2031 plant RWE Nettoinvestitionen von 35 Milliarden Euro. 17 Milliarden davon fließen in die USA. Dort setzt der Konzern weiter auf erneuerbare Energien und zusätzlich stärker auf Gas. Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr will RWE das operative Ergebnis wieder steigern. Außerdem kündigt der Konzern an, die Dividende verlässlich zu erhöhen. Eine zentrale Frage lautet, welche Folgen hat der Iran-Krieg für RWE? Darüber spricht der Vorstandsvorsitzende Markus Kreber im Interview mit Sibylle Schaar. Einen schönen guten Tag, Herr Krebber. Während wir diese Woche mit Blick auf die Bilanzen schon ein paar Hiobs-Botschaften im Programm hatten, insbesondere aus der Automobilbranche, kündigt RWE wiederum für die kommenden Jahre steigende Gewinne, eine steigende Dividende und auch höhere Investitionen an. Was macht Sie im Moment so zuversichtlich? Was wir sehen, ist, dass die Stromnachfrage wird substanziell steigen in all unseren Kernmärkten in den USA, aber auch hier in Europa. Und damit wird mehr Erzeugungskapazität gebraucht und wir können die Lösungen dafür liefern. Das sind erneuerbare Batterien, aber auch Gaskraftwerke, um am Ende den Strom auszugleichen, wenn Wind und Sonne nicht ausreicht. Und diese massiven Investitionen, die wir tätigen, spiegeln sich natürlich dann auch in einer positiven Ergebnisentwicklung wieder. Herr Krepper, schauen wir auf das Thema, das uns eben gerade alle beschäftigt, den Nahostkrieg mit seinen Folgen. Was bedeuten die Unsicherheiten rund um die Straße von Hormuz und natürlich auch die steigenden Energiepreise denn für Ihr Unternehmen? Erstmal muss man sagen, die Region ist für die weltweite Energieversorgung von extrem hoher Bedeutung. 20 Prozent der weltweiten Exporte von Öl und Gas kommen daher. Die sind mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Das hat Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Und man sieht es auch schon an den deutlich höheren Preisen. Die Knappheit muss irgendwie vom Markt gemanagt werden. Das heißt, man versucht jetzt von Öl und Gas wegzukommen, einzusparen. Und das spiegelt sich im Ende in all unseren Märkten wieder. Die unmittelbare Betroffenheit für uns ist nicht da. Wir beziehen keine direkten Mengen aus der Region. Aber natürlich das Preisniveau ist spürbar. Und das spiegelt sich dann am Ende auch bei uns im Einkauf wieder. Über dieses Preisniveau würde ich gerne noch weiter mit Ihnen sprechen, Herr Kreiber. Rechnen Sie mit dauerhaft höheren Beschaffungspreisen eben für Gas und Öl oder gehen Sie aktuell nur von einem, ich sage mal, vorübergehenden geopolitischen Schock aus? Das ist schwer zu sagen. Was wir im Moment erleben, ist, dass die Märkte mit den deutlich gestiegenen Preisen schon davon ausgehen, dass sich die Krise in den nächsten vier bis sechs Wochen auflöst und die Energielieferungen dann wieder aufgenommen werden können aus der Region. Sollte der Krieg, sollte die angespannte Situation länger andauern, müssen wir noch mit deutlich höheren oder auch länger höheren Preisen rechnen. Aber das ist eine Situation, die kann, glaube ich, keiner von uns im Moment wirklich einschätzen. Für Europa wird das entscheidende Thema sein, wie wir nach diesem relativ kalten Winter unsere Gasspeicher wieder befüllen, um für den nächsten Winter vorbereitet zu sein. Kreber sagt also, die Stromnachfrage wird deutlich steigen. In den USA und in Europa. Und genau hier kommen Rechenzentren ins Spiel. Sie treiben den Strombedarf massiv nach oben. Cloud-Dienste und künstliche Intelligenz brauchen enorme Energiemengen. Westlich von Köln entsteht gerade eines dieser digitalen Kraftwerke. Microsoft investiert dort Milliarden. Mit dem ersten Spatenstich in Bergheim beginnt jetzt die Bauphase. Microsoft investiert 3,2 Milliarden Euro. Der Großteil fließt in drei Rechenzentren im rheinischen Revier. Während der Bauphase arbeiten dort tausende Menschen. Später entstehen mehrere hundert dauerhafte Arbeitsplätze. Für Microsoft ist das ein klares Signal. Der Konzern bekennt sich zum Standort Deutschland. Und genau hier stellt sich die Frage. Welche strategische Bedeutung hat diese neue Cloud-Region? Wie stark wächst der Bedarf an KI und Rechenkapazitäten? Und wie sichern die Betreiber die Energieversorgung? Darüber spricht Toskars Strassberger jetzt mit der Deutschlandchefin von Microsoft, Agnes Heftberger. 3,2 Milliarden Euro Investitionen plant Microsoft in Deutschland. Stehen wir hier gerade wortwörtlich am Anfang? Ja, wir stehen hier natürlich bei einem Meilenstein. Wir haben vor zwei Jahren diese 3,2 Milliarden Investitionen angekündigt. Hier fließen sie rein, auch in andere Standorte hier in der Region, im Rheinischen Revier. Hier entsteht die neueste Cloud Region von Microsoft und wir freuen uns sehr, den Meilenstein heute hier zu feiern mit dem Spatenstich. Welche konkreten langfristigen Arbeitsplätze und Wertschöpfungseffekte entstehen denn hier für die Region? Ja, hier gibt es zwei Phasen. Einerseits die Bauphase. Zu Höchstzeiten von der Bauphase werden Tausende von Menschen in dem Bauprojekt hier beteiligt sein. Tausende Arbeitsplätze auch benötigt werden. Im langfristigen Betrieb der Rechenzentren werden hier hunderte neue Arbeitsplätze auch geschaffen. Und dass hier so viele qualifizierte Menschen auch zu finden sind im Rheinischen Revier, war unter anderem ein Grund, warum wir uns für den Standort hier entschieden haben. Schauen wir mal auf die größere Strategie. Welche Rolle spielt jetzt NRW, aber auch Deutschland in ihrer Strategie für europäischen Ausbau von Rechenzentren, Cloud-KI basiert? Ja, Deutschland ist ein sehr, sehr relevanter und auch sehr, sehr großer Markt für Microsoft. Wir sind ja auch schon seit über 40 Jahren hier und arbeiten mit vielen Unternehmen zusammen. Und natürlich wollen wir hier über diesen Bau dieser Cloud Region auch den wachsenden Bedarf an Rechenzentrumskapazität, Cloud-Kapazität, AI-Compute-Kapazität liefern, damit wir auch dem Innovationswachstum von Deutschland hier gerecht werden. Jetzt brauchen so Hyperscale-Rechenzentren ja sehr viel Energie. Wie wollen Sie denn sicherstellen, dass gerade hier die in NRW mit erneuerbaren Energie betrieben werden können, mit grünen Energien? Ja, wir werden hier das tun, was wir jetzt auch schon an unserer globalen Strategie umgesetzt haben, was schon Realität ist und zwar, dass wir 100 Prozent des CO2-emittierenden Bedarfs, Energiebedarfs abdecken durch erneuerbare Energien. Wir haben auch für den Standort und die Standorte hier im Rheinischen Revier schon Partnerschaften und Vereinbarungen, die auch dann die erneuerbare Energie für diese Standorte hier sozusagen liefern werden und ja, da werden wir unserer Strategie weiterhin sehr stark entsprechen und entgegenkommen. Herzlichen Dank, Frau Heftberger, für das Interview. Auch politisch bekommt das Projekt viel Aufmerksamkeit. Bundesdigitalminister Carsten Wildberger nennt die Rechenzentren die Fabriken der Zukunft. Er spricht von einem Vertrauensbeweis für Deutschland. Gleichzeitig sagt er klar, der Abstand zu den USA bei den Kapazitäten ist groß. Deutschland muss aufholen. Toska Straßberger hat vor Ort mit ihm gesprochen. Herr Dr. Wildberger, der Ausbau von Rechenzentren in Deutschland steht auf der politischen Agenda. Welche Bedeutung hat heute hier dieser Spatenstich in dem Kontext? Der Spatenstich heute hat eine ganz große Bedeutung, weil KI-Rechenzentren sind wirklich die Fabriken der Zukunft. Und der heutige Spatenstich, der reiht sich ein in eine Reihe von Rechenzentren, die wir bereits eröffnet haben oder wo der Bau schon begonnen hat. Das heißt, hier ist wirklich was in Bewegung in Deutschland. Jetzt haben Sie in Ihrer Rede vorhin von einem Vertrauensbeweis gesprochen, von Microsoft in Deutschland, in die Region NRW. Wie wollen Sie sicherstellen, dass Deutschland langfristig als Rechenzentrum-Standort interessant bleibt? Also erstmal hat sich Microsoft für Deutschland, für diesen Standort hier auch Nordrhein-Westfalen entschieden. Und ich denke, das ist ein großartiges Zeichen. Das sind Investitionen von über drei Milliarden Euro in den nächsten Jahren. Und das heißt, Microsoft als Weltunternehmen sieht Deutschland eben auch als führende Industrienation und investiert hier. Und deshalb begrüßen wir natürlich auch Investitionen, die aus dem Ausland kommen. Und gleichzeitig haben wir auch viele deutsche Unternehmen, starke Unternehmen, die hier investieren. Kürzlich erst die Schwarzgruppe mit 11 Milliarden Euro Investitionen in Brandenburg. Also wir sind ein attraktiver Standort. Wir haben viele Fähigkeiten, gerade in dem Bereich KI. Und das zeigt sich auch heute hier. Wenn man jetzt mal in die USA guckt und mal die Kapazitäten miteinander vergleicht. In Deutschland haben wir 3000 Megawatt, es soll auf 5000 Megawatt anwachsen bis 2030. In den USA sprechen wir schon von 48 Gigawatt. Wie kann Deutschland und Europa da überhaupt Schritt halten? Also wir müssen natürlich erstmal gucken, wo kommen wir her, was ist unser Startpunkt? Und da, sage ich mal, sind die Wachstumsraten bezogen auf unseren Startpunkt sehr, sehr ermutigend. Aber natürlich ist auch richtig, dass der Abstand zu den USA zu groß ist. Und deshalb drücken wir jetzt wirklich auf die Turbo und drücken das Gaspedal etwas durch. Wir werden nächste Woche im Kabinett die Rechenzentrumsstrategie verabschieden. Und die wird auch nochmal für Beschleunigung sorgen, weil wir sind jetzt gewillt, wirklich aufzuholen und auch technologisch führend dabei zu sein. Stichwort digitale Souveränität. Wie ist da der Vorplan? Digitale Souveränität heißt, Wahlmöglichkeit zu haben, eigenständig auch zu sein, unabhängig auch zu sein, auch technologisch führend. Das heißt vor allen Dingen auch Wachstum. Aber der Weg dahin heißt trotzdem, dass wir mit vertrauensvollen Partnern zusammenarbeiten, aber gleichzeitig auch mehr Gewicht auf Eigenentwicklung setzen. Und genau das tun wir. Und das ist auch kein Widerspruch. Wir müssen Partnerschaften haben. Wir werden niemals in einer Welt leben, wo wir alles alleine können. Aber gleichzeitig werden wir uns auch stärker wieder auf unsere eigenen Fähigkeiten besinnen und mal wieder selber machen, weil wir brauchen eigenes Wachstum. Das sind schöne abschließende Worte. Herzlichen Dank, Herr Dr. Wildberger. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.