Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Prinzenpaare, Pänz und Prunk - 200 Jahre Karneval in Düsseldorf
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- In dieser Stadt gibt es ja alle naslang etwas zu feiern, ganz besonders jetzt in der fünften, in der Jecken-Jahreszeit. Zum Thema 200 Jahre Karneval in Düsseldorf haben wir eine kleine Sonderepisode aufgezeichnet, die ihr jetzt hört. Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Mein Name ist Tosja Kormann. Ihr hört Folge 357, der Rhein steht bei drei Metern. Und wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, wenn ihr Lob oder Kritik dalassen möchtet, wenn ihr Themen habt, über die wir sprechen können oder wenn ihr Veranstaltungen wisst, auf die wir hinweisen dürfen, dann könnt ihr das sehr, sehr, sehr gerne tun unter rheinpegel.podcast.reinische-post.de oder 016 080 80 844. Und jetzt viel Spaß mit der Folge. Music. Rheinpegel, Der RP-Podcast für alle, die Düsseldorf leben. Rheinpegel Ich fange an, wie man zu dieser Jahreszeit in Düsseldorf, naja, fast jedes Gespräch anfängt. Hello. Hello. Ich sitze im, ich möchte sagen, Epizentrum der Jägheit in der Düsseldorfer Lokalredaktion im, naja, karnevalistisch geschmückten Konferenzraum. Wir können ja hier alles behaupten, keiner sieht's, keiner sieht's. Mir gegenüber sitzen Angelina Wurch, ein weiteres Mal herzlich willkommen und Ludwig Krause. Hi. Hi. Dich haben wir ja Ende letzten Jahres schon gehört. Du bist seit Januar Leiter, neuer Leiter der Lokalredaktion hier. Jetzt ist Karneval. 200 Jahre Karneval in Düsseldorf, darüber sprechen wir heute. Wir haben eine kleine Sonderfolge vor der Brust. Jetzt lebst du schon eine Weile hier in Düsseldorf. Also der Karneval ist dir, well auch nicht qua Geburt, doch irgendwie in die studentische Wiege gelegt worden. Aber ich frage mich, wie es ist, wenn man jetzt in so einer Rolle wie deine einsteigt in einer ja doch so für die Stadt wichtige Zeit, in einer Zeit, wo sehr viel los ist und wo man bestimmt auch einiges lernen kann über Mensch und Gewohnheiten einer Stadt, nicht wahr? Ich bin froh, dass du jetzt nicht Mensch und Tier gesagt hast. Tiere im Karneval ist ja auch ein großes Thema, aber darum soll es heute nicht gehen. Also ich glaube, es ist tatsächlich die beste Zeit, um in so eine Position reinzukommen. Die Menschen sind an Karneval offen, offen allen Menschen gegenüber. Und das geht wirklich von der Kneipe bis zum Lackschuhkarneval, von der Altstadt bis zum Prinzenball. Weil die Leute begegnen einem so mit offenen Armen und nehmen einen so in die Mitte auf. Das ist schon echt fast rührend. Man muss natürlich sagen, also einen Kulturschock gab es jetzt nicht. Geboren am Niederrhein, auch da ist Karneval eine große Sache. Hier ist alles natürlich nochmal eine Nummer größer. Aber ich glaube, da kommt Angelina aus einer anderen Region ursprünglich. Da war ich schon Karnevalssozialisierter. Und ich habe natürlich, wie sich das gehört, auch eine richtig schöne dicke Erkältung von der Sitzung mitgebracht. Alles richtig gemacht. Wenn das nicht die Feuertaufe ist, dann weiß ich nicht. Jetzt ein bisschen ab von Karneval jetzt in dieser Sondersituation, weil mich natürlich auch interessiert, wie waren die ersten Wochen per se hier? Wie ist es, hier jetzt die Zügel in der Hand zu halten? Hast du schon Dinge erlebt, von denen du dir vorher gar nicht hättest träumen lassen? Also sagen wir mal so, die Umstände sind ja doch etwas Besondere mit der Bundestagswahl jetzt direkt vor der Brust, dann Karneval und dann geht es ja auch peu à peu weiter. Da muss man dann ab und zu schon mal aufpassen, dass man auch für das Tagesgeschehen auch noch genug Zeit und Platz einräumt. Ich muss dir nicht sagen, das Team hier ist sensationell gut. Von daher fühle ich mich auch wirklich super aufgenommen. Und der Januar ist neben den logischerweise vielfältigen und zahlreichen Karnevalsterminen auch eine Zeit der Empfänge, der Neujahrsempfänge. Wir hatten die ersten großen Messen mit der Boot, wir hatten den Flughafenempfang. Da stapeln sich dann irgendwann so die Visitenkarten auf dem Schreibtisch. Das heißt, du bist gut gelandet und kannst dann sozusagen jetzt ab deiner Erkältung mit freiem Kopf und vollem Herzen irgendwie auch Karneval mitnehmen in deiner Position hier. Aber hast du auch außerhalb dieses Jobs Spaß an Karneval? Also bist du Jek? In meiner früheren Position so als freier Reporter und Reporter habe ich mal in einer Session acht oder neun Sitzungen besucht. Danach war ich so karnevalsgeimpft, würde ich sagen. Also irgendeinen Zug gucke ich mir immer an. Ich bin ein großer Fan vom Kinderkarneval in Düsseldorf. Da sind meistens die oder häufig ganz fantastische Kostüme zu finden. Eltern, Familienkostüme. Mutmaßlich... Werde ich aber auch irgendwo auch nochmal versacken. Also alles drin. Also du nimmst alles mit. Angelina, wir haben ja schon öfter etabliert, dass du hier, was das Stadtgeschehen und die Feste angeht, irgendwie die aller dollste bist. Also du bist mit vollem Herzen dabei. Du bist ja auch eingestiegen quasi in die Lokalredaktion in Düsseldorf mit einer Karnevalssession. Kommen jetzt schöne Erinnerungen wieder hoch, wenn du Ludwig so reden hörst, also an deine ersten Sitzungen. Also hattest du auch das Gefühl, dass das nochmal vielleicht ein wirklich anderer Einstieg ist, weil alle eh gerade so sind. Ach komm, hier Arm in Arm, schunkeln, trinken. Ja, genau das. Also bei mir war es nochmal so ein bisschen der Soft-Einstieg, weil ich ja im Oktober angefangen habe und dann ging es mit dem 11.11. Dann los. Und dann war halt nochmal ein bisschen Pause. Aber auf jeden Fall, also genau dieser Einstieg, genau dieses, die Leute sind alle gut drauf, die nehmen dich auf. Und egal auch, ob du da als Presse sitzt oder nicht, wenn geschunkelt wird, dann schunkelst du halt mit und dann lernst du die Leute an deinem Tisch halt auch kennen. Und das ist auf jeden Fall genau so auch mein Eindruck gewesen. Jetzt hast du ja schon gesagt, du bist am Niederrhein aufgewachsen, du bist in Trier aufgewachsen. Auch in Trier ist ja Karneval jetzt nicht völlig unbekannt. Was sind so große Unterschiede? Also wie ist da die Stimmung dann in der Stadt? Also ist es auch so ein bisschen dieses Rheinländische, also ist es nicht, das weiß ich, ist ja beides nicht im Rheinland, aber so vom Vibe oder wie ist das da? Also erstmal die große Gemeinsamkeit ist, wir sagen auch Helau. Ich glaube, ich habe ja überhaupt keine Gefahr gehabt, in irgendein Fettnäpfchen zu treten. Was sagt man in Trier? Ich habe in Trier nie Karneval gefeiert. Ich kann dir wirklich sehr, sehr wenig zum Karneval in Trier sagen, weil es nie eine Rolle in meinem Leben gespielt hat, bis ich hier hingezogen bin. Und das ist wirklich einfach ganz genau so gewesen. Also ich glaube Helau, aber ich lehne mich jetzt sehr weit aus dem Fenster, weil ich keine Ahnung habe. Du könntest dir jetzt auch irgendwie noch was Schmissiges ausdecken und das dann einfach hier behaupten. Helau in Klebe, okay? Genau, und bei uns ist es halt mehr die Masse. Wir haben viele, also jeder Ort hat seinen eigenen Zug und dann am Ende sind irgendwie alle auf den Beinen und am Sonntag gehst du hier und am Montag gehst du dahin. Ähm ... Und ich finde, Düsseldorf wird ganz häufig so auf seinen Rosenmontagszug. Er ist ja übrigens der drittgrößte, nach Köln und Mainz ist Düsseldorf der drittgrößte Rosenmontagszug der Welt. Und wir wissen natürlich alle der Beste, also die Wagen von Jacques Thiele sind einfach ungeschlagen. Aber ich finde, man tut dem Düsseldorfer Karneval auch vollkommen unrecht, wenn man ihn sozusagen auch dem Straßenkarneval, wenn man ihn auf den Rosenmontag reduziert. Wir mussten jetzt natürlich auch uns den großen Überblick verschaffen, welcher Reporter, welcher Fotograf geht wohin. und spätestens dann merkt man, wie viele Umzüge, wie viele Veranstaltungen es in dieser Stadt gibt. Diese Stadt lebt den Karneval vom Südpark bis ganz in den Norden. Das ist schon toll und das sollte man, so schön der Rosenmontagszug auch ist. An dieser Stelle echt mal mit einem Ausrufezeichen betonen. Jetzt frage ich mich, 200 Jahre Karneval, wie habt ihr jetzt auch als Zugezogene vielleicht oder schon lange begleitende, aber jetzt sich ein bisschen auch auf anderer Ebene mit dem Thema beschäftigende. Gibt es so Eigenheiten, Traditionen, Gerüchte über Karneval? Also da macht man doch immer das oder ich habe gehört, da passiert immer das und das gibt habt ihr da irgendwie sowas auf Lager? Also ich finde es ja zum Beispiel, dieses alle dürfen alles machen, am Ende wird irgendwie der Hoppet jetzt verbrannt und dann ist es wieder gut. Also ich finde das irgendwie cool, aber irgendwie auch ein bisschen was von The Perch auch. Es ist wirklich so, what happens at Karneval stays at Karneval im besten Falle. Also habt ihr irgendwie so Sachen, wo ihr euch wundert oder was ihr komisch findet oder was ihr richtig cool findet? Also wir hatten vor ein paar Tagen hier einen Berliner Test in der Redaktion und du musst dir dieses Schlachtfeld aus Berlinern vorstellen. Und ich hatte so wirklich Sorge, dass der Kollege, der die Berliner mitgebracht hat, einen mit Senf präpariert hat. Der mit Senf ist, das ist ein kleines lustiges Spielchen. Also dann hat man ja, glaube ich, Glück für das ganze Jahr, wenn man den erwischt hat, aber war auch ein Teil des Grundes dafür, warum ich dieses Jahr nicht mitgemacht habe beim Berliner Test, weil ich dachte…, Den brauche ich nicht. Hast du irgendwie sowas im Kopf? Also ich muss erstmal das da gerade kurz mal verdauen, weil das klingt ja wirklich einfach, wirklich... Hättest du das gewusst, ne? Hätte ich das gewusst, hätte ich vielleicht nicht mitgemacht. Aber wir haben die ja immerhin vorher aufgeschnitten und sie dann verteilt. Bauchweh hatten wir trotzdem alle dann danach, als wir fertig waren. Was sind eure Favorite-Berliner? Also seid ihr so klassisch mit Johannes-Bear-Marmelade-Puderzucker oder schon Eierlikör, Glasur und Nougat-Creme? Also ich finde ja, diese bei uns hießen die Prinzenbällchen, diese Quarkbällchen. Das sind jetzt keine klassischen Berliner, aber die Ja, so Krapfen oder Muzen oder so. Genau, genau. Lieb ich auch. Also ganz ohne Marmelade, die finde ich ganz sensationell. Und ansonsten haben bei uns, glaube ich, echt die etwas poscheren, ich möchte mal sagen, Düsseldorf-Esken Berliner gewonnen. Also Pistaziencreme hatten wir, dann irgendwie noch so einen Bienenstich Berliner oder so, die kamen richtig gut an. Gibt es Dubai-Berliner dieses Jahr? Pistazien-Berliner. Kein Dubai-Berliner. Also die sind nicht mit Schokolade, sondern dann einfach auch mit. Und auch nicht mit diesem Engelshaar, sondern einfach nur zwei Liter Pistaziencreme da rein gepumpt und los geht's. Die aber sehr lecker waren. Genau, die sind echt gut angekommen. Ja, ich bin ja, ich bin da eine Classic Simple Girl. Ich mag am liebsten die mit roter Marmelade und Puderzucker. Ich finde, die sind irgendwie am besten am Ende. Ich kann auch sehr gut selber Berliner machen. Aber wie gesagt, auch darum soll es heute nicht gehen. Ich mache irgendwann mal eine Tossier-Kommand-Special-Folge, die ich das dann alles noch erzähle. Jetzt haben wir ja schon ein bisschen geplaudert was Karneval mit uns macht, wie wir das eigentlich alle so finden. Ob wir feiern, wie wir feiern. Zwei, die das quasi noch viel besser wissen als wir und die den Karneval tatsächlich von Kindesbeinen an miterlebt haben, sind Christiane und Barbara Ochsenfort, Schwestern hier aus Düsseldorf, die das Stadtleben und die Düsseldorfer Kultur und auch den Karneval mitprägen und leben. Und mit denen haben wir uns getroffen im Haus des Karnevals und ein wenig geplaudert über diese Jahreszeit, die Session. Und ja, das hören wir uns jetzt an. Viel Spaß dabei. Wieder einmal habe ich, haben wir es geschafft, raus aus der Lokalredaktion in den Shadow Arkaden und sind gelandet gar nicht so viel weiter vielleicht. Naja, ich kann ja immer so schlecht schätzen, 500 Meter Luftlinie, 1 Kilometer Luftlinie, was auch immer. Wir sind in der Nähe des Rathauses, im Haus des Karnevals. Ich sitze an einem angemessen großen Tisch, fast schon einer Tafel und ich bin natürlich nicht alleine. Mit mir sind Angelina Burch, meine liebe Kollegin und Barbara und Christiane Ochsenford. Hallo. Hallo. Herzlich willkommen. Wie schön, dass ihr da seid. Genau, und es geht um den Karneval, der in diesem Jahr 200 Jahre alt wird, hier in der Stadt. Das ist eine ganz schön große Nummer irgendwie, also 200 Jahre. Kann man eigentlich schon sagen, insbesondere wenn man daran denkt, dass wir 55 Jahre schon mitmischen. Das klingt dann gar nicht mehr so viel irgendwie. Ja, ihr seid beide durchaus bekannt in der Stadt sowieso und auch aktiv im Karneval. Und ich habe diese Runde sozusagen ja auch ein bisschen mir gewünscht, weil ich das so spannend finde, weil wir jetzt hier zu viert sitzen und es gibt hier, möchte ich jetzt mal behaupten, vier Gruppen. Und Abstufungen der Jäckheit. Vier. Also, naja, wir sind zu viert. Da ist zum Beispiel Angelina, die ja zugezogen ist, aus Trier. Und bist du nach drei Monaten sofort zum Rosenmontagszug gegangen und hast Kamelle gefangen? Nee, eigentlich schon viel früher. Also einer der ersten größeren Termine war dann 11.11. Aha. Also ich habe im Oktober angefangen und dann ging es direkt los. Und du bist quasi durch deine Rolle als Journalistin, Autorin bei der Rheinischen Post, bist du sozusagen in den Karneval reingeworfen worden. Aber es ist ja jetzt auch nicht völlig dir unlieb, oder? Wenn ich das manchmal so richtig raushöre. Nee, gar nicht. Also ich konnte mich da tatsächlich sehr schnell für begeistern, weil es ja doch auch einfach dann Tage sind, wo die Stimmung einfach super ist. Und das macht dann ja nochmal umso mehr Spaß, irgendwie dabei zu sein und drüber zu berichten. Klar, es ist schon die eine oder andere Situation noch gewesen, wo ich dachte, jetzt vielleicht nicht im Dienst sein und hier irgendwie jetzt auch ein Berliner Essen auf dem Marktplatz mit dabei. Aber an sich sind das natürlich schöne Tage, mit dabei zu sein und einfach die Einblicke dann auch zu bekommen und die gute Stimmung in der Stadt. Also das heißt, als Zugezogener bist du dem Karneval durchaus zugewandt. Und ich möchte mich jetzt mal dagegenstellen. Ich bin ja hier geboren und aufgewachsen und auch qua Familie gar nicht dem Karneval so fern. Meine Großmutter war tatsächlich Venezia sehr früh. Ich glaube, sie war 1946. Und darum wurde ich... Wer war die Venezia? Annette. Dommes. Ach, die Annette. Ja, das gibt es ja gar nicht. Ja, klar. Stimmt, die Annette. Die Annette. Deswegen also Kinderkarneval im Hotel Nico und sämtliche anderen Dinge, da wurden wir immer hin, ich möchte nicht sagen hingeschleppt, aber es war schon durchaus präsent und ich habe manchmal das Gefühl, ich habe mein karnevalistisches Soll erfüllt. Also ich bin tatsächlich nicht so, Ich finde es jetzt gar nicht schlimm, aber bei mir kribbelt es nicht in den Fingerspitzen, wenn ich irgendwie die Funke mal riechen sehe oder so. Also das heißt, ein wenig dagegen gestellt. Und dann haben wir natürlich euch beide, ihr seid ja auch qua Familie dem Karneval verbunden. Du hast gerade schon gesagt, 55 Jahre seid ihr schon dabei von diesen 200. Ja, über ein Viertel. Das klingt total gaga. Euer Vater Engelbert Ochsenfort war ja auch lange Präsident des CC und auch der Prinzen Garde Blau-Weiß, nicht wahr? 22 Jahre war er Präsident der Prinzen Garde Blau-Weiß. Und das ist ja schon auch, also da habt ihr ja auch schon einiges mitbekommen. Du, Barbara, warst Venezia. Ihr habt beide musikalisch sozusagen mitgewirkt im Karneval, auf den Bühnen gestanden. Und genau, das fände ich jetzt eigentlich sehr, sehr, sehr spannend und schön mal zu erfahren, was der Karneval in eurem Alltag bedeutet, welche Rolle er einnimmt, wie das ist, wenn man damit aufwächst und dem auch verbunden bleibt in verschiedenen Hinsichten. Das ist natürlich jetzt viel Stoff. Also wenn man da so reinwächst wie wir, Christiane war sieben, ich war vier, als wir das erste Mal auf einer karnevalistischen Bühne standen. Ich sage mal, den Eintritt in den Karneval haben wir ganz klar durch unseren Papa Engelbert bekommen, der uns natürlich auch bühnenmäßig extrem gefördert hat. Aber ich sage mal so, wir hatten dieses Jäcke-Gen einfach auch drin. Das musste der nicht bei uns rein prügeln, sondern der Wille war da. Und ich sage mal so, das Lustige, das Jäck-Sein, ich bin halt immer, ich bin ein sehr lustiger, humorvoller Mensch. Und deswegen passt Karneval zu mir eigentlich ganz gut. Und ich denke auch, die rheinische Art, die Menschen im Rheinland, die haben einfach schon per se so eine Art und Weise, da muss einfach Karneval gefeiert werden. Und das war von Anfang an drin. Und ich sage mal, wenn es ums Verkleiden ging, ich weiß nicht, wie viele Kostüme ich so habe, aber davon ist keins von einer Stange. Unsere Kostüme sind immer irgendwie, und sei es ein alter grauer Kittel von den Stadtwerken, und ich mache mir noch irgendwie so einen Putzlappen auf den Kopf und die alte Prinzenmütze von meinem Vater zum Beispiel, die der ja nicht mehr braucht. Also solche Sachen. Und das ist für mich auch so. Jeck, Jeck sein. Also zu Deitas gehen und so ein Plastik-Tanzmachischen-Kostümchen kaufen, haben wir nie gemacht, muss ich ehrlich sagen. Wobei das alles seine Berechtigung hat um Gottes Willen, ich will das hier nichts Schlechtes machen aber es ist einfach so immer dieses Individuelle und das. Der 11.11., oh, ich gehe mal an meine Koffer und gucke mal, was ziehe ich denn gleich an? Also ich plane auch nicht irgendwie wochenlang das Kostüm vorher. Das wird spontan entschieden. Also zum Tag des Karnevals dieses Jahr am 11.01. Wussten wir beide zwei Stunden, bevor wir ins Rathaus gegangen sind, nicht, was wir anziehen. Und was ist es dann geworden? Ach, keine Ahnung. Ja, es war nicht ganz so jäck. Also ich sage mal, so richtig, Jack machen wir eher so, wann zu den tollen Tagen. Ja, ich weiß auch nicht, ich hatte an dem Tag nicht so richtig Lust. Die kam aber sehr schnell. Die Lust kam schnell, aber irgendwas war da noch an diesem Tag und ich konnte gar nicht bis zum Schluss weiterfeiern. Stimmt, du bist aber wiedergekommen. Ja, ja, so schlimm ist es. Es war schön, weil wir sind tatsächlich dann im Schumacher gelandet und das ist eine riesengroße Freude von uns beiden, bei so einem urigen Kneipenkarneval zu enden oder zu landen. Und bei Thea ist das großartig hier in Düsseldorf. Und da hat man schon noch so das Gefühl, da hat sich in den letzten 40 Jahren nichts geändert. Also wir sind ja als Kinder auf die Bühne gekommen und wir sind recht früh durch viele, viele Säle gezogen. Zu unseren Hochzeiten hatten wir bis zu 100, 120 Auftritten in der Session. Also wir haben schön geschlafen in der Schule morgens. Und ansonsten haben wir auf der Bühne gestanden. Unsere Lehrer hatten viel, viel Verständnis für uns. Mit was habt ihr auf der Bühne gestanden? Kannst du das noch mal ganz kurz abholen? Das ging los mit einem kleinen Gedicht von Barbara, als sie vier war. Ich habe da eine Büttenrede gehalten. Auf Düsseldorfer Platz. Immer. Immer alles auf Düsseldorfer Platt. Also so sind wir groß geworden. Zweisprachig. Zweisprachig, genau. Und dann war, als ich dann nicht mehr so süß war, ich meine, wenn du dann Teenager wirst, beziehungsweise so mit zwölf und die ersten Pickel kommen ins Gesicht und so, das ist eine super doofe Zeit, ja. Und dann war sie noch ganz klein und also wenn man jetzt heute Fotos aus dieser Zeit sieht, also wir sind immer noch unterschiedlich groß, das hat sich nicht geändert, aber damals als sie mit elf dann als Büttenrednerin, als jüngste Büttenrednerin Deutschlands auf der Bühne stand und ich stand dann. So voll pubertätsmäßig, da war ich, glaube ich, wie viele Zentimeter sind das, 50 Zentimeter größer? Du warst genau einen Bierkasten größer und genau da stand ich auch immer drauf, weil oftmals gab es damals nur ein Mikrofon für uns beide und da mussten wir irgendwie beide reinsingen, sprechen können. Insofern hatte ich immer meinen Bierkasten dabei, habe den mitgebracht, zack, auf die Bühne, aufs Treppchen und ja, also es ging gut. Es gibt wirklich noch Menschen, die sich daran erinnern können, also das passiert immer, wenn wir auch jetzt, da reden wir ja gleich, also Barbara wird da intensiver drüber sprechen, über Pants in the Büt, wenn wir auch mit den Pants in Säle kommen, wo viele ältere Menschen sitzen, die sagen dann noch, ach, ihr seid aber groß geworden. Und solche Geschichten hören wir bis heute, das ist total süß. Und ja, und dann war dann irgendwann dieser Punkt, wo ich gesagt habe, so, also ich bin jetzt nicht die Büttenrednerin, ich darf hier ein Lied mitsingen, da habe ich aber keinen Bock mehr drauf. Also entweder machen wir jetzt als Duo was, wir machen was Vernünftiges zusammen oder ich bin raus aus der Nummer. Und dann hat der Jupp Schäfers damals, großer Düsseldorfer Heimatdichter, also von ihm sind Lieder wie die Rette Marteng, also mir sind aus der Alte Stadt, die Jolt noch hochzieht und was nicht alle. Also richtig herrliche, urige Lieder, die wir bis heute auch singen. Und dann haben die uns so eine Art Parodie geschrieben. Also auf bekannten Liedern witzige neue Texte, die sich mit Düsseldorfer Lokalkolorit befassten. Und am Schluss haben wir immer ein Lied gesungen. Zum Beispiel Teske Schnäpske ohne Feske Bier, das ist das wahre Lebenselixier. Aber als Minderjährige, wenn das heute Kinder in dem Alter singen würden, was wäre das, ein herrlicher Shitstorm. Da würde Angelina in der Rheinischen Post einen Shitstorm-Artikel schreiben. Aber es war damals völlig unkompliziert, es war wunderbar. Aber so ganz unkompliziert waren es nämlich dann doch nicht. Und da gab es nämlich bei der Rheinischen Post die berühmte Gerda Kaltwasser. Und die Gerda, also es gab Phasen, wo wir die ganz gruselig fanden, weil sie immer gegen uns geschossen hat und hinterher habe ich sie bewundert, also weil sie natürlich eine ganz große Journalistin war und für die Lokalredaktion in Düsseldorf, glaube ich, eine der herausragenden Personen. Und Gerda Kaltwasser regte sich also über die Kinderarbeit auf. Unser Vater hätte uns auf die Bühnen geprügelt. Also ich übertreibe das jetzt. Aber tatsächlich ... Das waren aber die einzigen kritischen Töne, die in dieser ganzen Zeit, glaube ich, irgendwie laut wurden. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir sonst ... Wir wurden sonst echt ziemlich gehypt. Wir waren ja der einzige Nachwuchs. Wenn die gewusst hätte, dass ich mit 14 angefangen habe, auch noch im Restaurant zu kellnern. Was will man denn machen als Kinder von selbstständigen Eltern, die immer wieder Not am Mann hatten, weil da wieder ein Kellner ausgefallen ist oder so. Für uns war das aber sowohl die Bühne als auch die Arbeit damals im Weinhaus Tante Anna prägend für unser Leben, für unsere Selbstständigkeit, unsere Souveränität im Umgang mit Mikrofonen, mit Menschen, mit Überzeugungskraft gewinnen. Denn das zahlt ja auf meine Tätigkeit ein. Also ich mache seit 35 Jahren das Düsseldorf Festival. Ich akquiriere so viele Sponsoren, so viele Menschen, die sich dafür begeistern. Diese Grundsteine sind alle im Karneval und dann auch hinterher in der Arbeit im Weihnachtstante Anna gelegt worden. Ja, und am Ende, also frage ich mich, ob es ja auch andersrum ist. Also im Karneval, das kennt man ja auch so ein bisschen, da ist alles ein bisschen lockerer, Da kommt man ins Gespräch, vielleicht auf anderen Ebenen. Also das ist ja auch ein, es ist eine Tradition. Es ist was, was halt seit 200 Jahren natürlich auch eine Geschichte hat. Also der Karneval hat ja auch eine Entstehungsgeschichte, warum er das ist, was er ist. Aber es ist natürlich auch ein soziales Event in der Stadt, wo man sich trifft, wo man sich sieht, wo man sich austauscht nochmal auf einer anderen Ebene. Und wenn man da natürlich dann irgendwie drin ist und auf der einen Seite schon lange diese Souveränität übt und kann, Aber natürlich da auch, ja, das ist ja auch ein Feld, wo man sich trifft. Also es gehört zur Stadt. Und da wollte ich ja auch an einem Punkt noch drauf hinaus, wie sehr in dieser Stadt das eigentlich, ja, wie groß der Karneval ist, wenn man es so mal betrachtet. Also von außen, wenn man nicht so richtig drinsteckt, kriegt man es vielleicht auch nicht so mit. Aber es spielt ja schon eine große Rolle auch. Ja, man kriegt es, also ich glaube, viele Düsseldorfer kriegen den Karneval überhaupt nicht mit. Weil er eben nicht so groß ist wie vielleicht in anderen Hochburgen. Wir sind trotzdem eine Hochburg, absolut. Aber die Stadt ist halt kleiner. Und ich sage mal, allein unser Marktplatz, wo der 11.11. Gefeiert wird, wo der Hoppeditz aufwacht, der ist einfach klein. Da passen nicht so viele Leute drauf. Das finde ich aber wieder gerade irgendwie sehr charmant und schön. Und ich muss noch mal eben auf die erste Sache zurückkommen, wie wir angefangen haben. Du hast gesagt, bei dir kribbelt es nicht in den Fingern, wenn der Karneval anfängt. Ich möchte nur mal kurz die Situation beschreiben, wenn es bei mir anfängt zu kribbeln, wenn du das erste Mal die Garten, also ich sag mal, ich hab natürlich ganz besonderen Bezug zu meiner Leibgarde, welche die Prinzengarde blau-weiß ist, immer Leibgarde der Venezia und du hast immer das Gefühl, es bleibt auch deine Leibgarde. Und wenn die Garten aufziehen und du hörst die Musik, dann fängt es an zu kribbeln. Dann ist Karneval. Das ist wirklich so. Ich habe mich angestoßen bei der Prinzenparcour und gesagt, Merkst du es auch. Es geht los. Es geht wieder los. Und das ist genau das Gefühl. Und dann weißt du, ja, und selbst wenn du vorher noch nicht so in Stimmung warst, oder Christian sagte am Tag des Karnevals, wir mussten uns ein bisschen eingrooven. Ich meine, das ist ja auch jetzt nicht so ein traditioneller Termin gewesen. Aber wenn du dann reinkommst, du hörst die Musik und dann sind sie wieder alle da mit ihren Narrenkappen. Und ja, dann ist das schön. Ja, fängt es bei dir auch irgendwann mal an zu kribbeln, Angelina? Dauert noch ein paar Jahre. Nein, wenn du mir jetzt beschreibst, wie gesagt, der 11.11. ist ja direkt fortgeschritten im Level eingestiegen. Und da hast du das jetzt auch mittlerweile, ich habe das in anderem, ich habe das mit der Kirmes ehrlich gesagt. Also wenn ich den ersten gebrannten Mandelgeruch, wenn der erste gebrannte Mandelgeruch so über den Rhein geweht kommt, dann denke ich jetzt einmal Wildwasserbahn fahren. Also darum, ich entziehe mich nicht komplett den Brauchtümern dieser Stadt. Aber es gibt noch Hoffnung. Aber hast du irgendwie auch mittlerweile schon so ein bisschen, dass du weißt, es geht bald wieder los? Also, dass das bei mir bei der Reinkümmerung auch so ist, das muss ich dir ja nicht sagen. Das weißt du ja aus der einigen Aufnahme mittlerweile auch. Aber ich glaube, das hat ein bisschen gedauert, bis das kam und ich glaube, da ist auch noch Luft nach oben, aber ich glaube, das lag auch daran, dass das am Anfang alles halt komplett neu war und ich mich da wirklich auch erstmal reinarbeiten musste. Ja, wie ist das so? Hast du das beobachtet so ein bisschen von außen und dachtest, okay, was geht denn hier ab? Also in Trier gibt es ja auch Karneval, aber einfach, glaube ich, in einer anderen... Ja, also nicht so groß, wie es dann einfach hier ist. Und ja, da war die Faszination auf jeden Fall früher auch noch nicht so wirklich dann da. Und ich glaube, das ist halt, wenn man das hier dann wirklich über den Beruf dann so auch miterlebt, ist das nochmal was ganz anderes. Und ich glaube, das war einfach so, dass das erste Jahr, also quasi eine Session mal so mitzuerleben, das war so ein bisschen die Eingewöhnungsphase und das ist jetzt dann doch auch schon ein. Mal dann jetzt, ja doch, das ist schon dann das dritte Mal gewesen und doch jetzt, also wenn man dann auch genau weiß, wann sind welche Termine und dann auch so bei der Prinzenparkführung, da wusste ich dann so, okay, jetzt geht es irgendwie doch wieder total los. Und man kennt ja dann auch irgendwann mal viel mehr Menschen und ich glaube, das ist auch das und für mich ist Karneval da, wo ich eigentlich zu Hause bin. Wir haben mal beide einen Ausflug gemacht, also wir wollten es wissen. Wir sollten es wissen. Genau. Wir sind ja wirklich tolerant und die Düsseldorfer sind gegenüber der Nachbarstadt Köln sehr tolerant. Wir haben viele Kölner Künstler, die auch dann wirklich mit Alar verabschiedet werden. Da tut sich kein Düsseldorfer ein Deuern und das finde ich toll. Und wir haben gesagt, komm, wir sind jetzt unser Leben lang, haben wir in Düsseldorf gefeiert. Altweiber fast. Altweiber fast. Lass uns doch mal kicken, wie der denn Köln ist. So, da habe ich mich mit Kostüm eingetrocknet, habe mich mit Trompet genommen. Also ich hatte wirklich so eine richtige Trompete, habe ich mal irgendwann so Positionen gerne mitgenommen. Ich kann aber nicht Trompete spielen, aber das macht ja nichts. Also wir haben uns relativ angezogen, sind in die Bahn gestiegen, haben da natürlich schon mal ein bisschen Stimmung gemacht, da gucken die Leute schon etwas merkwürdig. Und dann sind wir nach Köln, sind in die Südstadt. Ich habe keine Ahnung mehr, wo wir Eine Kneipe, eine Freundin aus Köln hat uns da auch mitgenommen und wir dachten, komm, jetzt mach mal schön. Du bist da überhaupt nicht reingekommen und weh, du hast Helau. Hast du einen in die Fresse gekriegt? Ja. Wir haben Heimweh bekommen. Wir haben uns nicht wohlgefühlt. Wir sind nicht richtig da so aufgenommen worden. 16 Uhr sind wir zum Bahnhof in den Zug. Und ich glaube, wir sind im Parkhotel gelandet. Altweiber fast nach. Und waren glücklich und zufrieden, als wir hier wieder unsere ... Ja, aber es ist so. Heimat, ja, Karneval, das ist einfach Heimat. Ja, ja. Und das feiert sich vielleicht schwer woanders. Ja, das kann ich verstehen. Und das ist aber auch egal, weißt du, wenn wir jetzt in den Schumacher gehen und da sind auch nicht zwingend jetzt tausende Menschen, die wir jetzt kennen würden. Also das ist aber egal. Da kommst du rein und da schmeckt das Bier. Das ist natürlich auch noch ganz wichtig. Da, da, da, da. Kann ich nur unterschreiben. Ja, aber da kommt man anders rein, weil es ist wirklich dieses Heimatgefühl. Ich feiere nicht mehr irgendwo anders. Also ich bin entweder ganz weg und feiere gar nicht, Oder ich feiere hier und es ist gut. Mir ist noch ein Gedanke gerade gekommen, was ich ganz entscheidend mittlerweile finde. Das habe ich früher so nicht gemerkt, das war mir nicht bewusst, das war vielleicht oberflächlicher betrachtet, keine Ahnung. Ich glaube, dass das Brauchtum so ein wichtiger Faktor ist für das zwischenmenschliche Zusammensein, weil sich im Brauchtum egal welche Couleur, welche Klientel verbindet. Das kann der Arbeitslose sein, der sich im Tambour-Core wohlfühlt und aufgenommen ist. Das kann der CEO von keiner Ahnung was sein, der auch nicht hinguckt, mit wem feiere ich denn jetzt. Also da verbinden sich Menschen aller Verdienstmöglichkeiten, aller Bildungsmöglichkeiten und, und, und. Und das ist egal. Und das feiern wir gemeinsam. Und das ist ja bei der Kirmes genau dasselbe. Also im Sommerbrauchtum ist es ja identisch. Und das, was ich so beobachte, ist, dass so viele Menschen aufgefangen werden. Und dass das Orte sind, wo man nicht unter die Räder kommt. Und deswegen kann man das nicht hoch genug fördern, feiern und ... Pushen. Richtig. Und genau der Vereinskarneval, wie du schon so schön sagst, da wirst du aufgenommen. Und das hört ja Karneval nicht auf. Denn die meisten Vereine haben dann ihren Wagen im Rosenmontagszug und treffen sich dann auch das Jahr über, um den Wagen zu planen. Und bauen dann gemeinsam und feiern Richtfest. Das gehört nämlich alles dazu. Und das fördert natürlich auch total die Gemeinschaft. Genau, das ist ja auch nochmal ein interessanter Punkt und dann kommen wir ja jetzt auch gleich zum Venezientum und zu dieser ganzen Sache, zu der Leibgarde und so. Weil, genau, Straßenkarneval ist das eine und das ist vielleicht auch das erste, was einem so in den Kopf kommt, vielleicht auch genau, wenn man ein Zugezogener ist oder Zugezogener oder zu Besuch in der Stadt und dann, klar, dieser im Frühjahr quasi, also Februar, März ist es ja meistens im Februar, doch eigentlich immer im Februar, ne? Kommt drauf an, dieses Jahr ist Rosenmontag im März, weil wir eine sehr lange Session haben. Also aber auf jeden Fall immer in diesen ersten Monaten des Jahres ist es draußen, aber eigentlich gibt es ja das ganze Jahr irgendwelche karnevalsbezogenen oder relateden Veranstaltungen und Sachen. Es gibt ja auch den Sitzungskarneval und da, genau, ich erinnere mich auch an diverse Verkleidungskisten, wie gesagt, zum Kinderkarneval und so, wo man dann sich irgendwie gestalten konnte, wie man wollte. Aber was ich natürlich ganz, ganz toll fand, war das dunkelblaue Seidenkleid meiner Großmutter, was ich heimlich dann manchmal auch im Schrank so mein Gesicht reingefühlt habe und so. Also dieses Bild der Prinzessin, der Karnevalsprinzessin mit langen Handschuhen, mit irgendwie diesen Mützchen auf dem Kopf, ja, mit der Scherpe, mit dem Glitzerorden und so. Also das hat ja auch was Glamouröses. Und Karnevalsprinzessin ist natürlich, ja, wow. Und ja, du warst auch eine Barbara, du bist eine. Also einmal Venezia, immer Venezia, ne? Ja, natürlich, klar. Du wirst auch wirklich so behandelt wie eine richtige Prinzessin und das ist schon echt eine tolle Sache, muss ich sagen. Kannst du das mal kurz für die, die jetzt zuhören, aber auch nochmal für uns, also was ist die Rolle dieser Venezia, wie wird man Venezia, also kann man, bewirbt man sich, wird man gerufen, wie war das bei euch beiden, war es so ein bisschen, okay, also eine macht's, also habt ihr beide euch dafür. Christiane hat mich ja total unterstützt, war auch oft dabei. Ich bin mit meinem Schwager dann losgezogen. Genau. Ja, ich hatte ja da ein kleines Kind von zwei Jahren, deswegen... Die fand das auch ganz toll. Jojo fand das super. Aber weil das ist ja wirklich auch eine Jahresaufgabe, ne? Das ist eine Jahresaufgabe und da bereitest du dich ja auch ein bisschen drauf vor. Und wie schon gesagt, du wirst wirklich so gehypt. Und es ist also schon erstaunlich, du wirst, ich meine, ich war ja nicht unbekannt in Düsseldorf, ich bin auch immer noch unterwegs und das war jetzt für mich nicht irgendwie neu auf einer Bühne zu stehen, trotzdem wirst du wirklich auf einmal zu Sachen, zu Terminen eingeladen, du bist nur noch unterwegs. Und das ab dem Moment, wo du vorgestellt wirst, das findet meistens im Juni statt, wo dann bekannt gegeben wird, wer neues Prinzenpaar wird. Bei uns hat jemand gekannt. Ja, irgendeiner konnte die Klappe nicht halten, weil ich sag mal die Kombination Josef Hinkel, bekannter Bäcker aus der Stadt, heute sogar Bürgermeister, wer hätte das gedacht, und Barbara Ochsenford, Gastronomin. Sängerin, Karnevalskünstlerin, was auch immer. Das war natürlich ein Match, was wirklich für die Presse dann natürlich auch spannend war. Insbesondere für Herrn Onkelbach. Hat man da irgendwie gesteckt? Ich weiß es nicht mehr. Und vor der Veröffentlichung war auf einmal ein Riesenartikel in der RP. Ich habe gesagt, ich werde nicht mehr. Es war aber sehr lustig. Und ich sage mal, die Reaktionen waren umwerfend. Ich wurde angesprochen auf der Straße, jetzt gehen wir wieder zum Karneval, wenn ihr Prinzenpaar seid. Also solche Sachen, das war schön, das war herrlich, das war ein schönes Gefühl. Und für mich war wichtig, das so ein bisschen anders zu gestalten. Ich wollte jeden Auftritt anders machen. Aber wie ist der Weg überhaupt dahin? Also wirst du gerufen als Prinze? Das ist mal so, mal so. Also entweder hat jemand einen Prinzen bei einem Kopf, dann wirst du gefragt oder du bewirbst dich, du musst auch nicht zwingend Düsseldorfer sein, um dich zu bewerben, du musst nicht zwingend einen karnevalistischen Hintergrund haben, alles ist möglich. Ja, gar kein Thema. Und es geht darum, dann quasi eine Session lang den Karneval zu repräsentieren, die Stadt zu repräsentieren. Du kriegst den Schlüssel vom Oberbürgermeister. Da kriegst du heute nicht mehr. Überreicht. Das gibt es nicht mehr. Stimmt, das gibt es nicht mehr. Also wir haben noch so einen symbolischen Megaschlüssel bekommen. Und dann Altweiber, habe ich dann natürlich übers Rathaus regiert, ist ja ganz klar. und die Venezia lässt dann die Mädels rein sozusagen. Aber ansonsten, ja, repräsentiert man die Stadt und besucht fast jede Veranstaltung, jeden Verein, den man nur besuchen kann. Wir hatten eine extrem kurze Session. Wir hatten also wirklich in dieser ganzen Zeit keinen einzigen freien Tag. Das Prinzipar jetzt hat das da richtig gut. Die können sich manchmal ausruhen und die Füße hochlegen. Das war nicht möglich. Ich war also am Rosenmontag. Wir waren dann in unserer Hochburg. Man hat ja ein Hotelzimmer dann. Und ich bin dann als Weiber da eingezogen. Und ich glaube, Karnevalsdienstag saß ich da und hatte keine Stimme mehr. Ich wusste überhaupt nicht, wo ich mich lassen sollte, ich konnte nicht mehr. Ich war platt, platt, platt. Und dann ging es aber schon Aschermittwoch oder an dem Donnerstag war ich gar nicht mehr nach. Und dann bin ich dann ohne Stimme in die Sonne und habe dann nicht Helau gerufen, sondern nur die Bewegung gemacht, also markiert, weil da kam nichts mehr raus. Aber es wurde dann besser und wir haben Tenerife auch sehr genossen. Das war der Klassiker dann immer danach. Ja, also es war eine unglaublich tolle Zeit und es ist schon ein richtiger Job. Und ich habe das auch so gesehen. Also ich wollte auch einen guten Job machen und habe alles gegeben, was ich konnte und habe, glaube ich, irgendwie bei jeder Veranstaltung einfach spontan laufen lassen. Und hast du die, das ist ja jetzt auch schon eine kleine Weile her, ich glaube 2007 warst du Venezenar oder? 2007 wurden wir gekürt und 2008 war die Session. Das war übrigens neu. Es gab immer die Prinzenparkürung im Januar und unser Papa war damals CC-Präsident und der hatte diese, ich glaube, er hatte die Idee wahrscheinlich, der hatte viele Ideen für den Karneval und der hatte die Idee, mein Gott, die Session ist so kurz, wenn wir erst im Januar die Prinzenparkführung machen und so, lass uns die doch im November mal machen. Und das ist wirklich dann Tradition geworden, die im November, was auch für die Prinzenpacher viel, viel besser ist, du hast eine ganz andere Vorbereitungszeit, Du hast ja dann im November auch schon ein paar Termine, du musst dich ja ein bisschen eingrooven in diese ganze, du musst mit deinem Prinzen klarkommen, der Josef musste sich auch erstmal einfinden, wie erfinde ich mich als Prinz und so, in die Rolle schlüpfen. Und das war mit dieser, ist mit dieser Vorbereitungszeit eigentlich sehr, sehr gut. Und tritt man mit dieser, mit der quasi Amtsannahme der Karnevalsprinzessin der Venezia auch eine lebenslange Aufgabe an? Also du bist ja in einer Schwesternschaft sozusagen dann aufgenommen. Also wir sind ja hier im Haus des Karnevals und hier gibt es zwei Stockwerke, Exponate, Ausstellungen. Und es sind natürlich auch viele, es sind Orden ausgestellt, es sind diese, ja das sind ja Scherpen, die die Venezia trägt. Hier stehen Kleider in Vitrinen. Und das, was sie auf dem Kopf hat, heißt Schiffchen. Das Schiffchen. Bei den Herren heißt das Narrenkapp. Genau, die Narrenkapp und das Schiffchen, das kleine daran erinnere ich mich auch noch. Das heißt nicht Schmutz. Wie gesagt. und es ist auch im ersten Stock hier ist eine ganze Wand eine Galerie von den Prinzenpaaren die es sozusagen seit, Mitte der 40er gegeben hat bis heute wenn du da dich so dran lang guckst hast du dann das Gefühl uns eint alle was also wir hatten alle dieselbe Aufgabe hat man noch Kontakt mit den Venezien also wie ist das so im Nachgang es gibt den Venezien Club und es gibt den Prinzen Club, und so hat man natürlich noch diese Gemeinschaft, also es wird nicht jeder aufgenommen, es ist auch nicht jeder in dem Club. Ich bin auch zeitlich bedingt da leider nicht sehr aktiv, aber diese Gemeinschaft gibt es auf jeden Fall noch, natürlich. Ja, weil ich fand das, als ich eben hier durchgegangen bin, nochmal, habe ich gedacht, das ist schon ganz schön beeindruckend. Also es sind sehr viele Menschen, die ja eine große Rolle ja auch spielen und das dann prägen für die Session, in der sie sind, aber weil es steht ja auch immer unter Mottos und so, aber natürlich auch dann für Stadtgeschehen und das finde ich so spannend daran, genauso wie wenn man jetzt, wie du Christiane. Teil hat am gesellschaftlichen Stadtleben und du warst jetzt nicht Venezia, aber du hast ja jetzt nicht nur wegen dieser ganzen Bühnenrolle, sondern auch so. Also das spielt ja, genau, du spielst ja auch eine Rolle oder diese, ja, es ist einfach in der Stadt eine Institution, die man irgendwie dann mitnimmt. Ja, es ist schon interessant, dass die Stadtgesellschaft, die man bei großen anderen Netzwerkevents und sei es Jahresempfänge vom Flughafen oder der IHK oder wo auch immer trifft, die dann auch im Karneval wieder trifft. Und für viele ist das, also jetzt beispielsweise war gerade der Prinzenball, wo ich leider flach gelegen habe und nicht hinkonnte, wie schade. Für viele ist dieser Ball ein Highlight einer Session. Klar, man tanzt zu toller Musik, hat einen Künstler, die man sonst auch nicht hört in der Stadt und hat einfach viel Spaß. Und da erlebe ich auch jedes Jahr, dass auch wenn Vorstände von Unternehmen beispielsweise wechseln, auch die Nachfolgenden dann selbstverständlich den Prinzenball oder andere große Sitzungen in Düsseldorf besuchen und dann auch ganz schnell in dieser Stadtgesellschaft in jeder Art und Weise ankommen. Also es gibt weniger, die sich dem verschließen, glaube ich. Und man trifft sich in der Kultur, man trifft sich im Karneval. Wobei ich sagen muss, in der Kultur…, trifft man sich nicht so oft. Es ist vielleicht dann manchmal ein bisschen anspruchsvoller. Ich kann mir gar nicht erklären, woran das dann am Ende des Tages liegt. Aber so die, in Anführungszeichen, Stadtgesellschaft, die man eben bei den großen Events sieht, eben auch im Karneval, die sieht man nicht alle zwingend bei einer großen Premiere. In den städtischen Kulturinstituten. Also schon mal gar nicht bei kleineren Premieren. Aber Gott sei Dank bei uns beim Düsseldorf Festival, also da trifft man sich zum Glück auch. Also das ist ganz gut, aber die Kultur hat es da tatsächlich am schwersten. Ja, auf der anderen Seite, wir habt ihr ja beide auch schon betont, dieses Aufgefangensein oder dieses Vereinsding, dass man sich verbindet und so. Genau, wenn das in die Kultur nicht so reinschwappt, das finde ich auch spannend zu hören, weil ich hätte jetzt gedacht, dass das auch quasi wieder zugehört. Ist ja auch was, genau, habt ihr beide auch das Gefühl, das nehmt ihr ein bisschen mit außerhalb der Session? Also das ist auch so zu erleben, zu fühlen in der Stadt. Also dieses Inklusive dann ja fast, was dann durch den Karneval vielleicht so ein bisschen verstärkt wird, durch das, man ist irgendwie in einem Gefüge drin und alle begegnen sich auf Augenhöhe. Also kann das auch außerhalb der Festivitäten oder der Sessionen, ist das spürbar, findet das statt? Das würde ich eher nicht spüren. Also ich spüre das bei den großen Brauchtumsveranstaltungen, Kirmes und Karneval. Aber sonst, glaube ich, verbindet sich das nicht ständig. Also das kann es auch nicht. Also das ist auch völlig in Ordnung. Also da kommt man eher wieder auf die rheinische Mentalität zurück. Doch, doch, doch. Das verbindet sich noch in anderer Form. Also beim Sport, also bei Fortuna beispielsweise. Ja, zum Beispiel. Also da geht das weiter. Absolut, genau. Beim Sport geht es weiter. Da sind die gleichen Pappnasen. Vor allen Dingen beim Fußball, also vor allen Dingen bei Fortuna. Dichtig. Das ist auch Heimat. Also das ist dieses Heimatgefühl. Da bin ich jetzt nicht so unterwegs. Aber keiner geschafft, mich zu Fußballfans zu machen. Ja, wir beide sind mit Musik groß geworden, mit Mundart und Karneval. Aber Sport waren unsere Eltern irgendwie so, weiß ich nicht, das Wort kannten die gar nicht. Ja, wenn ich jetzt hier auch noch erzähle, dass ich noch nie im Stadion war, dann muss ich... Ja, aber tröste dich, ich war auch erst zwei- oder dreimal. Da bin ich wirklich ein bisschen beruhigt. Ich dachte immer, jetzt mit dir Angelina bist du auch... Nee, regelmäßig. Also tatsächlich, ich glaube, ich war dann wahrscheinlich jetzt schon öfter als jahre zusammen. Wahrscheinlich. Ich war nämlich noch nie bei mir. Ja, genau. Okay, also Angelina ist hier. Mir ist das ja eigentlich gar nicht angenehm. Also ich fände das, ich würde ja hingehen, aber... Wenn dich mal einer mitnehmen. Ja, genau. Ich brauche da so jemanden, der mich an die Hand nimmt. Ich auch. Ich weiß, dass ich... Wir sind bei der Destination Düsseldorf mit dem Düsseldorf Festival Mitglied. Und klar, da kommt immer mal eine Einladung. Dann habe ich es mal wieder versucht und hatte einen Platz hinterm Tor. Und das ganze Spiel hat aber auf der anderen Seite stattgefunden. Das war super. Das war ein ganz toller Tag. Von Duda hat er aus hoch verloren. Ich finde, dann macht das auch keinen Spaß. Das hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Ja und solche Erlebnisse hatte ich glaube ich zwei, dreimal, wo es überhaupt keinen Spaß gemacht hat und dann packt man mich nicht. Also es gibt andere Sportarten, die mich dann mehr packen, aber ich wäre ja offen. Also ich finde das ja grundsätzlich alles gut. Und wo, ich glaube, wo noch so ein Zusammenschluss stärker spürbar ist, ist beispielsweise bei Konzerten von den Hosen. Also da geht das dann nochmal in, das Ende ist sicherlich ein bisschen anders, aber ich glaube, da kommt so To Düsseldorf zusammen. Ja, die Hosen sind Heimat. Ist Heimat. Und die sind ja auch dem Karneval nicht komplett abgeneigt. Die haben ja auch schon mal auf dem Hosenmutter. Oh, da habe ich eine schöne Anekdote zu diesem. Zu diesem Jahr das erste Mal tote Hosen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug. Ich habe zwei Jahre für den WDR, also Barbara hat das hinterher auch gemacht, ein paar Jahre länger, ich durfte zwei Jahre für den WDR den Rosenmontagszug mit Manni Bräugmann kommentieren. Und in meinem ersten Jahr war der Wagen von den toten Hosen dabei. Das Problem war, dass man das vorher angekündigt hatte. Das wiederum bedeutete, dass hinter dem Wagen der Toten Hosen etwa eine halbe Stunde nur Fans hinterherliefen. Der Zug lief einfach nicht mehr. Der Stockzug verkauft für jeden Moderator. Was willst du denn noch erzählen? Ich habe angefangen Lieder zu singen, ich habe gesungen eine Mensch, der jetzt von Musik kennt, das schönste Instrument, ich habe mir so ein Nostalte stattgesungen, ich habe irgendeinen Mist erzählt. Wenn man eine halbe Stunde Eine halbe Stunde. Also Manni Bräugmann, wirklich der voll, voll, voll Profi. Ich natürlich damals kein Vollprofi am Moderatorenpult ist. Konnte ich ja nicht sein. Also es sitzt ja da immer jemand, der kein professioneller WDR-Redakteur ist. Und der Mann, die war auch verzweifelt. Wir sahen so lustig aus. Wir waren als Prinz und Venezia verkleidet. Ich aber als Prinz. als Prinz und er als Venezia. Das war super. Ich hatte wirklich ein Original-Prinzen-Kostüm an. Das war lustig. Das war alles gut. Aber ich werde diesen Stress, diesen Wahnsinn niemals vergessen in meinem Leben. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt und wusste wirklich hinterher nicht mehr was, wir wussten nicht mehr, was wir tun sollten. Das kann ich mir gut vorstellen. Das ist auf jeden Fall eine Leistung, diese 30 Minuten dann zu überbrücken. Der Rosenmontagszug ist natürlich auch so ein Stichwort. Das war früher immer mein Riesentraum. Ich habe es noch nie auf dem Wagen geschafft. Vielleicht wird es ja irgendwann mal so. Ihr seid natürlich regelmäßig Gäste, Gästinnen. Wie ist das? Ist das so schön, wie ich es mir vorstelle, wenn man Kamelle in die Menge wirft? Und einfach... Ich hätte jetzt einen coolen Vorschlag. Also Tosja kommt mit auf deinen Penzende Büt-Wagen und macht eine kleine Podcast-Geschichte vom Wagen aus. Mein erstes Mal. Mein erstes Mal. Also das war wirklich früher. Können wir drüber reden. Aber man muss sich dafür bewerben. Ja, das kann ich mir gut vorstellen, wie gesagt. Also dass man nicht einfach... Nein, dass man nicht einfach sagt, sonst wäre ich da wahrscheinlich... Also so bis elf, zwölf hätte ich da, wäre ich auch von Rümerichin geworden. Dann hat es irgendwann abgenommen mit meiner Liebe zum Karneval. Aber ja, genau, aber das war nur, das interessiert mich auch halb privat, wie das so ist. Also wie läuft so ein Rosenmontagszugstag ab? Wir sind schon sehr früh Ehrenmitglieder der Düsseldorfer Narrenzunft geworden, weil das war der erste Verein, wo wir regelmäßig aufgetreten sind. Die hatten damals einen tollen Präsidenten, Robert Skowronek, ich werde es nie vergessen. Der hat uns sehr auch unterstützt und und gefördert. Und da wurden wir dann, ich glaube, als wir einmal elf Jahre hatten, oder nee, noch eher, noch eher wahrscheinlich. Wir waren noch ziemlich jung. Wir waren noch jünger. Da wurden wir Ehrenmitglieder und durften immer dort auf dem Wagen mitfahren, sogar oben mit dem Präsidenten. Also wir waren wirklich da. Und das war also in der Zeit, wo wir als Altstadt-Duo wirklich in Düsseldorf getourt sind. Und die Leute haben uns zugejubelt. Das war mega. Das war wirklich toll. Und da ist der Zug noch durch die Ratingerstraße gefahren. Da sind wir allerdings meistens auf Tauchstationen gegangen, weil da waren dann auch noch die Punks und teilweise haben die dann irgendwelche Sachen geschmissen. Ja, Bierflaschen geschmissen, alles Mögliche. Ja, das war auch teilweise ein bisschen krass. Aber dann haben wir gesagt, komm, wir tauchen mal eben ab, sind wir runter und dann sind wir danach wieder hoch. Und ja, wir sind noch, ich weiß jetzt nicht, ob ich das vorwegnehmen kann mit Pens in the Büt. Ja, bitte. Also wir, Josef und ich, wir haben als Prinzenpaar für einen guten Zweck gesammelt, den es immer noch gibt und den ich immer noch betreue, diesen guten Zweck. Den hat es nämlich damals nicht gegeben. Die Prinzenpaare sammeln in der Regel für soziale Einrichtungen und so. Sammeln und geben das Geld ab und tschüss. Wir Idioten, haben gesagt, wir machen mal jetzt ganz Tolles. Wir fördern die Jugend im Düsseldorfer Karneval. Wir müssen Künstler, wir müssen Nachwuchs haben. Und ich, das Idioten war ein Witz. Also ich bin total dankbar, dass die Idee kam, über die Weißfrecke damals, überhaupt die Jugend zu fördern. Und dann hat sich das irgendwie so ergeben. Ja, Mensch, macht ihr doch was, können wir da nicht was? Und dann war erst eine Akademiegründung und was weiß ich. Und ich habe gesagt, das ist alles viel zu kompliziert. Das war alles total abstrakt, bis mir dieser Begriff einfiel, Pens in the Büt. Dann hat man zumindest mal einen Namen. Kannst du das dann übersetzen für die nicht platt sprechenden? Kinder auf die Bühne. Also die Büt ist praktisch das Rednerpult, wo das Mikrofon ist und wo man dann, ja. Wo man dann seine Reden hält. Und dann wurde das was konkreter. Und dann haben wir Leute gefragt, machst du mit? Da hat das Komitee des Karnevals, hat uns damals extrem unterstützt. Und da wurde eine Riesensache draus. Und wir haben dann ein Casting gemacht nach unserer Session im gleichen Jahr noch. Und hatten, ich glaube, 12 bis 15 Talente, wo wir richtig viele von auch aufgenommen haben. Und damals hatten wir noch ganz viele Düsseldorfer Karnevalskünstler, die sind mittlerweile alle ausgestorben, man darf es gar nicht sagen. Die dann zugewiesen wurden, dem einzelnen Pens, die die dann gecoacht haben. Verstehe, wie so ein Mentoring. Wir sind in die Schulen gegangen und haben da Mappen verteilt mit CDs, mit Texten, dass die Kinder sich vorbereiten konnten auf dieses Casting. Also die mussten auch keinen karnevalistischen Hintergrund haben, die mussten einfach nur Bock auf Bühne haben und irgendwo so dieses Rampensaug gehen, das war die Voraussetzung. Und wir hatten wirklich tolle Kinder dabei, Wahnsinn, Wahnsinn. Also der jetzige neue Moderator der Fernsehsitzung, Dennis Phobis, ist ein Pens in Debut der ersten Stunde. Da hat Dennis Phobis gelernt, auf der Bühne zu stehen. Der fing mit einer Rede an, hat auch teilweise selber geschrieben. Und dann habe ich, wir haben dann auch natürlich Veranstaltungen gehabt, in der Komöde zum Beispiel regelmäßig, ich habe mir selber eingeladen auch. Und der war so souverän schon von Anfang an, also wirklich sehr talentiert. Aber das war schon so ein Sprungbrett, würde ich mal sagen. Und ich habe damals dem Josef gesagt, wenn wir es schaffen, einen Künstler mit diesem Projekt auf die große Bühne zu bringen, dann hat es sich schon gelohnt. Das Problem ist bei den Kindern, dass wenn die dann in die Ausbildung gehen, Abitur machen, studieren, dann sind die erstmal nicht mehr verfügbar. Und das ist leider ein großes Problem, denn es ist Gott sei Dank in Düsseldorf geblieben, ist dem Karneval treu geblieben, blieb auf der Bühne. Und deswegen ist es oftmals so, dass wir großartige Talente haben, die dann auf einmal weg sind. Also ich hoffe immer noch, dass teilweise die wieder zurückkommen. Also die können auch von mir aus als Pens wieder weitermachen. Auch wenn sie schon über 20 sind. Ganz egal, fördern würde ich sie allemal. Und ja, der Karneval-Programm. Das ist einfach so. So, und wieder um den Bogen zum Rosenmontag zu schlagen. Wir haben dann irgendwann einen Wagen für den Rosenmontagszug bekommen. Der ist relativ klein, da passen zwölf, dreizehn Leute drauf. Und da ist es wunderbar, weil wir performen nämlich dort die ganze Zeit selber, also die Pants. Unsere Sänger haben, wir haben eine richtige Musikanlage drauf, wir haben Techniker drauf und da wird die ganze Zeit richtig gut performt, auch ruhige Songs teilweise und für mich war irgendwie so ein unglaublicher Moment in der Bilkerstraße, die ja ganz klein und eng ist, eine meiner Lieblingsstraßen in der Karlstadt. Und da bist du ganz nah an den Leuten am Straßenrand. Und das ist immer eine sehr nette Atmosphäre. Und dann hat Mimi eine Ballade gesungen und die Straße war mucksmäuschenstill. Das war wirklich, das war Gänsehaut pur. Und dann kam tosen Applaus und das vorm Rosenmontagszug. Also für uns ist nicht das Wichtigste, die Kamelle runterzuwerfen, sondern die Leute mit Musik zu überschütten und das ist einfach, das ist toll. Oftmals ziehst du natürlich schnell weiter und die kriegen es immer nur kurz mit, aber ich habe auch ein Mikrofon und die Pens kriegen auch, ich sage immer, los, animiert, macht mit, immer hier, Mikrofon in die Hand, traut euch. Und dann auch mal, hey, wie ist die Stimmung hier? Und hier kommen die Pens und was weiß ich. Das ist schon wirklich einzigartig, was wir da machen. Und ja, ich glaube, die Pens finden es auch ganz toll. Dieses Jahr haben wir sogar ein eigenes Lied, letztes Jahr. Noch ein neues Lied geschrieben. Die Pens haben es selber mitgeschrieben, mitgetextet. Das heißt, der fünfte Joris zieht. Und man kann es bei Spotify hören. Das ist doch gut, um in Stimmung zu kommen. Der fünfte Joris zieht. Super Song. Spätestens zum Rosenmontag oder früh, aber auch das ganze Jahr, nicht wahr? Wie sieht es bei dir aus mit dem Rosenmontagswunsch, Wagenwunsch, Angelina? Fährst du auch gerne mal? Ja, ich würde auf jeden Fall auch total gerne mal irgendwo mitfahren. Das hat bisher auch, aber ich bin ja noch am Anfang meiner Karnevalskarriere. Du musst in einen Verein gehen, also wenn man Vereinsmitglied ist. Ich denke, die Rheinische Post hat einen Wagen. Das war, also wenn, ich glaube, von dem Gedanken mal an den Tagen mal nochmal frei zu haben, kann ich mich auch erstmal verabschieden. Also wenn, dann, wir haben das ja immer mal schon auch so gemacht, Reportagen von Wagen und das ist halt, glaube ich, auch für alle, die das mal gemacht haben, auch ein Erlebnis gewesen. Also irgendwann, Das steht noch auf der Liste. Irgendwann klappt das vielleicht mal. Jede andere Antwort hätte mich jetzt auch ehrlich gesagt überrascht. Ich habe mich noch eine Sache gefragt. Jetzt haben wir ja ganz viel genau gesprochen über, was man so macht, wenn man Jeck ist, wenn man dem Karneval verschrieben ist und so. Ihr seid ja, also ihr seid nicht nur Schwestern, wie wir schon etabliert haben, sondern, wie wir ja auch schon gesagt haben, auch Töchter eines Karnevalisten. Hat das eine große Rolle gespielt? Also verbindet euch das und ist das auch, war das, wie soll ich das sagen, oder habt ihr das Gefühl, ihr werdet auch von einem anderen Standpunkt aus geworden? Also ist das eh in euch drin oder ist das untrennbar? Das ist untrennbar. Das ist untrennbar. Und trennbar mit Papa Karneval verboten. Das kann man sich auch nicht anders vorstellen. Was wir mit dem einen Spaß hatten. Was wir alles gemacht haben. Wie Jeck und überhaupt, also nicht nur im Karneval, der war halt, also wir haben so viele lustige Sachen erlebt mit ihm und den Karneval durch ihn. Kennenzulernen, das war einfach groß, das war toll. Auch das Sommerbrauchtum, der war auch bei der Reserve. Also das war auch immer toll. Also wir mussten uns nicht auflehnen. Also klar, wenn du in so einem Teenageralter bist, machst du eigentlich alles anders als deine Eltern. Das wäre aber blöd gewesen. Wir hatten immer so viel Spaß. Also haben wir das gelassen. Und ja, wir waren immer dabei. Also ich meine, mein Vater hat mich, gut, meine Mutter hat dann, wenn er feiern war, dann meistens in der Tante Anna gestanden und gearbeitet. Für sie war das nicht immer so lustig. Für sie war das nicht immer lustig. Nö, wir hatten mehr Spaß zugegebenermaßen. Und ich bin im Alter von 14 dann das erste Mal mit auf einen Ball gegangen, ins Interconti damals. Das war großartig. Also wir sind auch dann schon sehr schnell in diese eher auch eleganteren oder in Lackschuhkarneval eingeführt worden. Das hat alles immer Spaß gemacht. Das ist das Schöne, dass auch der Lackschuhkarneval trotzdem immer noch so eine Bodenständigkeit hatte. Durch, ja, teilweise auch Urhege. Ich meine, der Prinzenball am Samstag, sensationell. Lackschuhkarneval aber mit einer Stimmung, das gibt es glaube ich nicht nochmal auf der Welt. Ja, aber wenn du darüber nachdenkst, was wir früher da erlebt haben, dann haben sich da natürlich auch die Zeiten geändert. Ich sage mal, die Party im Foyer war damals ... Das war unfassbar. Ich weiß auch nicht, die Leute gehen alle viel früher nach Hause. Die gehen alle früher nach Hause. Ich war aber wieder bei den letzten dabei. Wir waren früher so lange im Foyer, dass wir dann um sieben Uhr morgens ins Hofgartenrestaurant vom Hilton frühstücken gegangen sind. Also das war der Klassiker. Das war zu Papas Bestzeiten. Das waren die Bestzeiten. Also das war unfassbar, was wir da erlebt haben, was wir einen Spaß hatten. Oder wir sind nachts um fünf in die Altstadt ins Hamham gegangen. Das ist tatsächlich heute anders. Und Prinzenball vor, lass mich nicht lügen, fünf Jahren oder so oder sechs, na vor Corona, also vor Corona, wollten wir dann dieses Hamham-Feeling nachts mal wiederholen. Also Hamham ist eine Imbissbude, wo es lecker, leckere Schweinebrötchen gibt. Ja, wo man einfach immer noch hingehen kann. Wenn man ein paar Bierchen getrunken hat. Und dann sind wir mit unseren Freunden alle um drei Uhr nachts oder halb drei in die Altstadt gefahren, da hatten die alle zu. Samstags. Also da hat sich schon irgendwie eine Menge verändert. Und früher war es herrlich, ein Smoking und Abendkleid in Samham. Wunderbar. Also es gibt so ein paar Dinge, da trauert man so. Die Menschen sind gesundheitsbewusster geworden. Also es wird, glaube ich, generell nicht mehr vielleicht so viel getrunken. Keine Ahnung. Also nicht, dass wir jetzt viel trinken würden. Also nicht, dass man das falsch versteht. Aber wenn man feiert, feiert man. Und dann kann es auch schon mal lange gehen. Also das, ich weiß auch nicht, ist komisch. Aber nichtsdestotrotz, gut, ohne mich war es am Samstag auch schön. Nein, das stimmt gar nicht. Nein, das war schrecklich. Gut, nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Ja, nächstes Jahr ist der Karneval dann 201 Jahre alt. Das ist ja wirklich eine lange, lange Zeit. Habt ihr euch auch, also als Venezia hat man so wie so eine... Geschichtseinführung, also beschäftigt man sich auch viel mit der Historie? Also... Ich? Mit Geschichte? Im Leben nicht. Nee, ich hab alles aus der Mengen gemacht. Und nach vorne guckend quasi. Ich habe beobachtet. Du bist ja als Venezia immer als Zweite dran. Das ist eine Frechheit. Ich prangere das an. Das ist halt so. Der Prinz spricht zuerst, es sei denn, du bist auf einer Damensitzung, da darfst du zuerst reden. Der Prinz spricht zuerst und dann kannst du sehen, was übrig ist. Und deswegen habe ich in der Zeit halt beobachtet und dann habe ich gesprochen. Ja, ja. Und wenn ich das jetzt alles richtig verstanden habe, dann fiel dir das natürlich auch nicht schwer, auch als zweite Sprecherin trotzdem. Aber ich muss sagen, ich habe in dieser Zeit so viel dazu gelernt, so viel. Und du kannst mir jetzt ein Mikrofon in die Hand geben, egal wo. Ich habe dann auch als Venezia irgendwann später mal eine Pelzmodenschau moderiert. Ich hatte keine Ahnung von Pelzen und ich habe keinerlei Briefing vorher bekommen. Die haben mir gesagt, ja, können Sie das moderieren? Ich dachte, klar, ich dachte, ich bekomme irgendwie eine Info. Nichts. Dann hatte ich dann hinter mir irgendeinen so Flör, der mir irgendwas hat mir gesagt, das ist jetzt so eine Zobel ohne Nächts und so. Das hatte ich denn eine Ahnung, was russischer Zobel und keine Ahnung. Und dann habe ich auch irgendwie improvisiert. Ja, verstehe. Also ich war keine Venezia, aber ich glaube, ich kann das mit dem Mikrofon Gott sei Dank auch, aber ich erinnere euch jetzt eine Moderation, das ist ja lange vor deiner Venezienzeit gewesen, da musste ich in einem Düsseldorfer Schwimmbad ein Wasserballett moderieren. Da kanntest du dich ja auch richtig aus. Ich kannte mich super aus. Genauso wie ich mit den Pelzen. Was war das Grauen in Tüten? Ich meine, ich muss ganz ehrlich sagen, wir profitieren natürlich gerade davon, dass ihr vor dem Mikro keine Scheu habt, weil wir schließlich hier auch in ein Mikrofon reinsprechen. Und ich danke euch sehr für dieses wirklich sehr unterhaltsame und sehr offene und sehr interessante Gespräch über, den Karneval, wie man ihn erlebt, wenn man quasi reingeboren wird, wenn man ihn mit in den Alltag nimmt, mit in sein Leben lässt und ich, gebe zu, ein bisschen kribbelt jetzt dann vielleicht noch den Läden in den Fingern. Ich werde auf jeden Fall euch alle auf dem Laufenden halten. Vielen, vielen Dank Barbara Ochsenfort, Christiane Ochsenford, Angelina Burch und ja, ich sage Hello und bis zum nächsten Mal. Sehr gerne, hat Spaß gemacht. Tschüss und Hello. Wir sehen uns Rosenmontag. Music. Dass Karneval 200 Jahre alt werden kann und konnte, muss ja auch davor getragen werden, dass es immer wieder und weiter Leute gibt, die sich dafür interessieren, die sich dafür engagieren. Der Nachwuchs ist ein großes Thema. Hast du da irgendwie, also verfolgst du auch, was da so geht? Also weil du eben auch erwähnt hast, dass du den Kinderkarneval oder die Umzüge da ganz besonders, also da passiert ja viel an Schulen, an Kindergärten und so. War das zum Beispiel in deiner Heimatstadt auch so? Also ich glaube wirklich, bei uns ging das ganz viel über die Tanzgarten. Was ich da übrigens auch sensationell finde jedes Mal, ist, dass das hier halt längst nicht mehr alles nur eine Frauendomäne ist. Also die Männerballetts werden ja jedes Mal frenetisch gefeiert. Ansonsten als Kind kenne ich Karneval natürlich vor allen Dingen mit großen Augen am Wegesrand und großen Tüten. Regenschirme, umgedrehte Regenschirme. Umgedrehte Regenschirme, was es alles gibt. Früher die Lokalredaktion in Kleve war direkt am Zugrand. Das wurde uns dann alles in die Fenster reingeworfen. Das ist ja praktisch. Das ist auch als Erwachsener noch schön. Ja, wie jetzt bei dir. Also du bist ja als Reporterin, Autorin viel unterwegs. Da haben wir ja jetzt schon sehr, sehr viel drüber gesprochen in Karnevalszusammenhängen. Erlebst du auch die Kinderprinzenpaare und hast du das Gefühl, da ist viel los? Also da kommt viel nach? Also wie, hast du so einen Eindruck? Also ich hatte letztes Jahr einen Termin mit allen Kinderprinzenpaaren im Haus des Karnevals, als sie da eine Führung hatten. Das war schon echt richtig süß, weil man auch gesehen hat, da war so ein großes Interesse und die haben so viele Fragen gestellt und ich glaube nur so funktioniert das. Und ich habe auch jetzt für eine aktuelle Recherche auch mit, also das Kinderprinzenpaar auch genau zu so Sachen gefragt. Und da meinte der Kinderprinz auch wirklich süß, dass er das einfach versucht weiter in seinen Freundeskreis zu tragen. Und ich glaube, nur so geht das halt, wenn Kinder die Erfahrung halt machen, dann nicht das abzuhaken, sondern da dran zu bleiben und das auch den Freunden zu zeigen. Und auch über das CC wird es ja jetzt auch so gemacht, dass die Karneval-Ghost-Schule, also dass die einfach in die Schulen gehen und das einfach genau dahin bringen, wo es dann halt nötig ist. Ja, ich finde das nämlich spannend, dieses Thema, weil ich, das ist bestimmt nochmal anders als bei Sport oder auch so bei Musik. Ich glaube, die Schere zu, man liebt und lebt das und macht das wirklich und dann vielleicht auch familiär bedingt zu gar nichts mit am Hut. Also da gibt es wenig dazwischen. Also glaube ich, es gibt ja bei Sport ist so diese Phase, wo man dann immer mal wieder aufhört, wahrscheinlich irgendwann in der Pubertät, bei Musik genauso. Und dann knüpft man nochmal an und ich kann mir beim Karneval vorstellen, wenn man einmal raus ist, dann findet man da vielleicht auch schwer wieder rein. Eine, die das auf jeden Fall weiß und auch dafür sorgt, dass der Nachwuchs im Düsseldorfer Karneval nicht ausbleibt, ist Nicole Noten vom CC. Mit der habe ich mich unterhalten, genau über dieses Thema und die hat sehr viele spannende Sachen erzählt, gerade auch darüber, was du Ludwig auch gerade schon erwähnt hast, wie sich sozusagen Jungs und Mädchen da vielleicht positionieren und was so gerade die... Die Trends sind und ja, wie das alles weitergeht und wie das in Zukunft vor allem noch weitergehen soll. Im Haus des Karnevals sitzt mir jetzt gegenüber Nicole Noten. Hallo. Hallo. Schön, dass Sie da sind oder Helau. Helau zusammen. Genau. Sie sind seit 2022, also jetzt fast sozusagen im dritten Jahr, sind Sie die offizielle Jugendbeauftragte des Komitees. Da frage ich mich sofort, steht es um die Jugend so schlecht oder so gut, dass es quasi eine Beauftragte braucht, die sich darum kümmert? Also krankt es am Nachwuchs oder? Nee, das nicht. Also damals 2006 hat ja Engelbert Oxenford, die Frau Ellen Schlepphaus als Jugendbeauftragte im Vorstand reinberufen und somit fing es an. Also 2006 war dann die erste offizielle Jugendbeauftragte im Komitee des Slowakans. Weil man gemerkt hat, es gibt so viel Interesse, es gibt so viele Jugendliche, die Lust haben, sich zu engagieren. Genau, um die Vereine auch zu unterstützen. Es waren ganz viele Vereine mit Jugend und keiner wusste irgendwie, was zu machen ist. Und dann hat man damals ja zum Engelbert Oxenford Papa Karneval ja auch gesagt. Und er wollte das halt im Leben rufen. Und seitdem gibt es halt die Jugendbeauftragte im Komitee Süsser- und Karneval. Wer zählt unter Jugend? Ich fühle mich ja immer jugendlich. Ich bin jetzt schon ein paar Jahre raus aus der Jugend. Also Jugend ist wirklich bis 27 Jahre alt. Dann gehöre ich auch noch zur Jugend. Jetzt wird der Karneval ja in diesem Jahr 200 Jahre alt. Und ein bisschen, wenn ich jetzt das ein bisschen überspitze, ist ja Ihre Aufgabe, dass es auch noch 200 Jahre so bleibt, dass quasi der Nachwuchs immer nachkommt. Das war ja eben schon eine sehr saloppe Einstiegsfrage von mir. Aber ist es so, dass es auch ein bisschen Arbeit ist, die Jugend irgendwie davon zu überzeugen? Ist Karneval noch cool sozusagen? Oder ist das so ein bisschen, dass man auch die Zielgruppe ein bisschen ausweiten kann, darf, soll? Also es war nach Corona halt schwierig, weil man muss wirklich sagen, zwei Jahre stand ja Düsseldorf und die ganze Stadt und Land halt still. Dann habe ich dieses Amt übernommen und dachte, okay, das wird eine Herausforderung, wieder von 0 auf 100. Es funktionierte mit dem Kinderhauptpädizt direkt in diesem Jahr. Ja, und da fing es wieder an, den Karneval schmackhafter zu machen bei den Kindern und Jugendliche. Das erste Jahr war noch beim Kinder- und Jugendumzug halt nur 4000 Teilnehmer. Da hat man gemerkt, okay, Corona oder die Kinder haben keine Lust mehr auf den Karneval. Und dann haben wir ein bisschen mehr Werbung gemacht. Also wir vom CC haben unterstützt, wir haben die Kindersitzungen besucht, haben die Kinder gefragt, was wünscht ihr euch, was soll verändert werden. Dann haben wir die Schulen wieder eingeladen. Ich habe sogar persönlich mit den Schulen telefoniert, Kitas und alles rum gefragt, wollt ihr wieder mitmachen? 24 kam dann der Höhepunkt, 6700 Teilnehmer beim Kinder- und Jugend-Jugend-Jugend. Genau, heißt in dem Fall, dass die quasi zum Kinder- und Jugendumzug kommen, dass die sich beteiligen, dass die irgendwie mit Fußgruppen dabei sind. Die kriegen eine Einladung offiziell vom CC und dann haben die bis Dezember Zeit, sich anzumelden, dürfen sich schönste Kostüme aussuchen und die Kostüme werden wirklich prämiert. Also es gibt drei Preise und die schönsten Kostüme werden von den Kinderprinzenpaaren der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgesucht. Und da haben die Erwachsenen halt mal den Mund zu halten, weil es ist der Kinder- und Jugendumzug und da sind die Kinder, haben das Sagen. Und da hat man eigentlich auch wieder in den Vereinen gemerkt, dass die Jugend wieder kommt. Also viele Vereine gehen jetzt in die Kitas rein und wollen da schon anfangen, den Karneval den Kindern beizubringen. Und ich kann mit Stolz jetzt den aktuellen Stand sagen, wir haben von 75 Vereinen, 22 Vereine, die Karneval mit Jugend machen und wirklich 850 Kinder zwischen 2 und 27 Jahre in den Vereinen. Also es steigt wirklich die Zahl jedes Jahr. Und ich freue mich immer mehr, Vereine zu hören. Wir haben wieder Nachwuchs bekommen. Bei der Prinzengarde Blau-Weiß-Leibgarde der Prinzessin Venezia sieht man auch, dass die Jungs da vorkommen. Die haben Kadetten jetzt in dem Jugendchor. Und das freut mich eigentlich umso mehr, dass auch die Jungs jetzt mit dran Spaß haben. Ja, da wollte ich vielleicht tatsächlich noch ein bisschen drauf hinaus. Sie hatten das gerade angesprochen, dass dann auch kommuniziert wird oder gefragt wird, dass Sie fragen, was sich die Kinder wünschen. Was wünschen sich denn Kinder vom Karneval? Also ich kann mir vorstellen, dass das, ich kenne es ja selber, ich bin ja, das habe ich ja jetzt hier auch schon das ein oder andere Mal erzählt, ich bin ja familiär vorbelastet und war früher auch immer beim Kinderkarneval im Hotel Nico damals noch. Aber da war das Konzept Karneval für mich schon relativ, also... Naja, jetzt nicht sehr greifbar. Es wurde halt irgendwie mit Bonbons rumgeschmissen. Dann habe ich ihr Lau gerufen und dann habe ich mich verkleidet. Also ich hätte nicht gewusst, was ich mir wünsche. Also was wünschen sich die Kinder, was formulieren die? Also viele sagen mir halt Süßigkeiten. Also das ist das Hauptthema. Aber die wollen halt auch das Thema Karneval kennenlernen. Es geht ja nicht immer Karneval um Trinken und alles oder nur Süßigkeiten, sondern was da rumsteht. Und das kann man halt zeigen, indem wir da reingehen. dann die Geschichte des Düsseldorfer Karnevals erzählen, halt kindgerecht machen, in kleineren Stufen. Können Sie das mal hier ganz kurz anreißen? Kindgerecht für das innere Kind in mir und für meine liebe Kollegin Angelina Burch, die heute ohne Mikrofon neben mir sitzt, aber gespannt zuhört, als zugezogene Triererin. Was ist denn die kindgerechte, kurzgepackte Geschichte des Düsseldorfer Karnevals? Also ich frage immer in meinem Kindergarten, was stellt ihr unter Karneval euch vor? Und dann kommen halt erst die Kostüme. Und dann erkläre ich, dass es vor 200 Jahren dieses Jahr der Karneval das erste Mal am 14. Februar halt durch Düsseldorf gezogen sind. Und dann suche ich auch im Internet halt Bilder raus und zeige denen die Entwicklung auch. Und dann gehe ich immer 20 Jahre mal weiter und zeige den Kindern halt auch, guck mal die Unterschiede. So sahen die Kostüme damals aus, so sieht es jetzt aus. Was sind die Unterschiede zum Beispiel? Also man muss ja sich nur die Bilder in den 70er angucken. Da saß man in den Prunksitzungen oder Kostümsitzungen im Anzug oder im Abendkleid. Und jetzt sitzt man halt bei der Fernsitzung auch im Karnevalskostüm, dass das einfach viel mehr deutlicher wird. Und ja, dass wir mit dem Kinderhoppit jetzt halt auch angefangen haben damals, auf die Kinder mal einzugehen und nicht immer nur die Erwachsene. Und das lockt halt die Familien mit den Kindern auch an. Ja, geht es da auch ein bisschen drum, also jetzt als Jugendbeauftragte, klar, wie gesagt, die erste Aufgabe oder die erste Riege wird sein, dass sie den Nachwuchs ansprechen und ranholen. Aber geht es auch dann ein bisschen darum, zu gucken. Wie das Ganze familienfreundlich genau sein kann, dass zum Beispiel bei so einem Umzug halt jetzt nicht dann unbedingt auch der Alkohol in Massen fließt oder dass da Musik gespielt wird, die vielleicht ein bisschen kindgerechter ist, dass man vielleicht auch, also es ist auch so eine Art Sensibilisierung für Kostüme. Also wird das auch schon vermittelt, dass es vielleicht ja jetzt auch andere Kostüme gibt als vor ein paar Jahren und dass das auch Gründe hat, warum man zum Beispiel manche nicht mehr erträgt. Also geht es da auch ein bisschen um das Drumherum, um Aufklärungsarbeit quasi oder Arbeit mit den Eltern, Erziehungsberechtigten. Also für uns steht ganz wichtig, dass die Gemeinschaft da gestärkt wird, auch die Gemeinschaft zwischen den Kindern und Eltern und dass man einfach auch von den Eltern vieles beibringen kann. Und so ist das jetzt auch mit den Kinder- und Jugendumzug. Da ist strengstes Alkoholverbot. Also man muss auch wirklich sagen, da halten sich alle dran am Zugrang aus. Und wir wollen halt, wie auch hier an der Tribüne, zeigen, wir sind Düsseldorf, wir haben genug Pens, die hier durchlaufen und die Schulen lassen sich wirklich was einfallen, machen Karnevals-AGs, wollen eine Rundführung in die Wagenbauhalle, wollen die Wagen sehen, machen hier Rundführung im Haus des Karnevals. Ja, hier kann man natürlich die Geschichte wirklich sehr schön einmal durchlaufen. Und dann entwickeln die sich Kostüme, also sie setzen sich wirklich hin, entwickeln, was können wir dieses Jahr gehen. Eine Schule nimmt das Motto auf, haben überall die 200 Jahre mit eingebaut. Und da sieht man auch die Gemeinschaft, also die Eltern basteln mit den Kindern nachmittags an ihren Kostümen, weil die als Gruppen funktionieren wollen. Und nicht jeder geht so, wie er möchte, sondern wir sind die Schule, so und so und wir zeigen euch, was wir für den Düsseldorfer Karneval machen. Und man kann dieses Jahr wirklich gespannt sein. Ich kenne ganz viele Kostüme schon. Also was die Schuhe sich einfallen lassen, also mega. Kann ich mir gut vorstellen. Also das ist ja auch klar Kreativität, Fantasie, so wenn das einmal in Gang ist oder wenn man auch weiß, da ist man ein bisschen freier oder kann sich irgendwie an einem Motto orientieren, aber kann machen, was man möchte. Sehen Sie das stadtteilmäßig aufgeteilt? Also gibt es eigentlich so ein Epizentrum der Jäckheit hier in Düsseldorf? Also kann man sagen, okay, Kaiserswerth geht immer ab? Also ich glaube, aus jedem Stadtteil kommen immer zwei, drei Schulen oder Kitas, also von Wittler bis nach Benrath, also jeder Stadtteil ist dabei, also da kann man nichts sagen. Also in jedem Stadtteil wird groß gefeiert und ich glaube, die freuen sich jetzt schon für 26 die Anmeldungen frei zu haben, weil so schnell wie wir einmal Zahlen bekommen und Anmeldungen bekommen, also das ist unglaublich. Und ich denke mal, nächstes Jahr werde ich nochmal den Rekord knacken, weil die Schulen haben einfach Bock wieder auf Karneval. Und ich finde das halt toll, dass wir so viel unterstützen und dass wir halt auch anbieten, wir gehen mit euch in die Wagenbauhalle, wir erklären euch die Rosenmontagswagen, zeigen auch schon offizielle Wagen. Und die Kinder sind super glücklich und entwickeln dadurch auch, was Karneval zu bedeuten hat. Dass das nicht Leute auf den Wagen stehen und Bonbons runterschmeißen, sondern die Entwicklung. Das heißt, wie entsteht ein Wagen? Wir zeigen die Skizze von dem Wagen, das Grundmodell. Was müssen die da machen? Dann erkläre ich denen immer, was ihr bei den Laternen macht. Kleister mit Luftballons und alles. Und das machen die halt in Großmassen, um am Schluss für euch den schönsten Wagen zu zeigen. Und deshalb finden die Kinder das immer so riesen toll, immer in die Rundführung zu gehen. Ja, das kann ich mir richtig gut vorstellen. Ich habe mich gerade noch was gefragt, genau, weil wir jetzt immer von Kindern reden und dann von Jugendlichen, und es geht ja bis 27. Gibt es so ein, ich kenne das tatsächlich nur aus dem Musikunterrichtszusammenhang. Es gibt ja immer so zwischen, sagen wir mal, 15 und 18, 19, so dieses kritische Alter, dabei zu bleiben. Also am Anfang, klar, man fängt irgendwie an mit 8, 9, und ist total motiviert. Und dann kommen natürlich auch andere Sachen dazu. Jetzt stelle ich mir vor, in so einem Vereins, das wird es in Sportzusammenhängen und so auch geben, natürlich, wenn ich in so einem Verein bin, das ist ja auch eine Typfrage. Gefällt mir das oder löse ich mich irgendwann wieder davon? Also gibt es auch, beobachten Sie das beim karnevalistischen Nachwuchs, dass es so ein kritisches Alter gibt, wo Sie wissen, ah, jetzt müssen wir aber gut hier zusammenhalten und irgendwie was bieten, damit die bleiben? Also man merkt es schon in den Vereinen, wenn es punkto Ausbildung geht, dass die sich dann halt pausieren oder sagen, wir sind nicht mehr so aktiv. Aber die Vereine müssen sich halt auch klar werden, wir müssen den Nachwuchs auch in den Ämtern mit reinholen, um die Jugend da zu behalten, zu sagen, ihr werdet Co-Trainer oder ihr kommt im erweiterten Vorstand, ihr unterstützt den Literat oder den Schriftführer. Das machen jetzt schon viele, die holen sich die Kinder in den Vorstand rein oder lassen die Kinder die Ohren zeichnen, also so ein Anhieb. Und das passiert halt, viele Vereine können im Vorstand erst ab 18 rein und man sieht die Entwicklung da auch, dass viele Vereine jetzt schon ihre Jugend als Co-Trainer einarbeiten, um dann später auch die Trainerschaft zu übernehmen. Schwieriges Alter wird dann so ab 20, 25, wenn dann eine Freundin fest wird und eine Hochzeit ansteht. Aber bis jetzt habe ich da positive Rückmeldungen, weil die bringen dann die ganze Familie dann noch mit rein. Und ich glaube, wenn man einmal im Karneval verbunden ist, von klein auf, bleibt man auch dabei. Vielleicht dann ein, zwei Jahre nur Pause wegen Studium oder weil man beim Studium wegziehen muss. Aber die kommen alle wieder. Also alle, wo ich jetzt in den drei Jahren war, habe ich gemerkt, also eine habe ich jetzt kennengelernt, die hat zwei Jahre pausiert. Wo ich angefangen habe, hat sie pausiert und ist jetzt wieder da. Und hat gesagt, ich habe mein Studium fertig. Ich kann jetzt wieder Karneval feiern. Die Entwicklung ist einfach groß und man kann die Jugend auch und die heranführenden Erwachsenen auch gut halten. Ja, verstehe. Jetzt haben Sie schon öfter Trainer, Trainerin gesagt, da geht es ja ein bisschen auch um die Tanzgarten. Die gehören ja zu den Vereinen dazu. Das ist zum Beispiel was, das kann ich mir vorstellen, dass das natürlich ja eine Art Motivation ist, wenn ich dann weiß, ich bin in so einer Tanzgarde, also ich tanze im wahrsten Sinne des Wortes in einer Reihe mit meinen Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen, dass ich da dann vielleicht ja auch nochmal einen anderen Grund habe zu bleiben. Wie ist da der Nachwuchs? Also haben Sie das Gefühl, Leute kommen in den Verein wegen der Tanzgarde, also weil sie eigentlich eher diesen sportlichen Aspekt auch wollen? Oder ist das auch für viele so der Einstieg? Also viele, das ist halt der Einstieg im Karneval, ob in der Tanzgarde als Fahnschwenker oder so reinzukommen oder als Kinderprinz oder Venezia, das ist ja dann auch immer der Traum, ich werde mal Kinder Venezia oder Kinderprinz und somit bleiben die meistens auch und es gibt aber auch Kinder, die wollen einfach nur dabei sein, um Spaß zu haben, die wollen nicht tanzen, die wollen keinen Fahnschwenker, die wollen als Gruppe dabei sein, weil die das so schön finden, halt auch so aus dem Kindergarten, den Freundeskreis behalten. Um halt den Kontakt auch weiter zu schmüren. Und dann lernen die dann kennen. Und dadurch kommt dann die Mama, der Papa und dann kommt der Cousin noch rein oder die Freundin noch rein. Also manchmal heißt nicht immer der Nachwuchs nur tanzen oder so. Manche Vereine haben auch den Nachwuchs ohne Tanzgarde, ohne Fahnschmenker. Und die sitzen dann halt mit dann vorne im Elferrad oder bei der Kindersitzung ganz vorne. Also das ist eigentlich sehr schön zu sehen. Ich verstehe. Jetzt das Thema Jungs und Mädchen noch. Das würde ich auch gerne einmal streifen. Können sie da eine Tendenz sehen? Also man sieht in den Vereinen auch generell, dass Mädchen stärker sind als Jungs. Aber es gibt auch einige Vereine, wo die Jungs wirklich jetzt langsam kommen. Also man muss die Scheu von den Jungs überwinden. Dass das nicht immer heißt, oh Mädchen tanzen, was kann ich das? Man muss denen das langsam beibringen. Das heißt ja nicht immer, dass Jungs dann direkt Röcke tragen müssen oder so. Können sie natürlich auch. Können sie auch. Also man ist offen für alles. Aber die Hemmschwelle und da muss man halt gucken. Und da muss der Familienkreis hinterstehen. Also da muss man gestärkt reingehen und auch gestärkt als Vorstand oder auch als der Person, die die Jugend betreut, zu sagen, schäm dich nicht, es ist Karneval. Und für alle Menschen offen, ob Junge, ob Mädchen. Und wenn ein Junge einen Rock tragen möchte, dann trägt er halt einen Rock. Also das ist seine Sache. Und wenn er das so entscheidet, ist es okay. Also deutlich merkt man, dass die Mädchen im Vordergrund stehen und auch im Vorderraum sind, aber es kommt langsam auch die Jungs. Ja, das heißt, Sie haben eigentlich, sind guten Mutes, was den Nachwuchs und die... Naja, die Garantie des Weiterwachsens und noch 200 Jahre Weiterbestehens des Düsseldorfer Karnevals angeht, sind Sie zuversichtlich. Ich glaube, wir können noch 400 Jahre Düsseldorfer Karneval mit der Fans machen. Wir sind gut aufgestellt, wenn die Entwicklung so weitergeht und man muss halt am Ball bleiben. Es ist ein harter Job, aber es lohnt sich, wenn man am Schluss die Kinderaugen schralen sieht. Und ohne Kinder ist der Düsseldorfer Karneval nichts. Und ich habe schon mal bei einer Kollegin das gesagt, wir sind gut aufgestellt für die nächsten 200 Jahre Düsseldorfer Karneval. Hellau. Jetzt interessiert mich noch eine Sache zum Schluss, wenn wir so viel über den Nachwuchs sprechen und mit welchem Alter man anfängt. Wie sind Sie denn zum Karneval gekommen? Die Karnevalswurzel habe ich von meiner Oma geerbt. Also meine Oma war Jeckin durch und durch. Jedes Jahr Karneval, jedes Jahr ein anderes Kostüm. Also gleiche Kostüme gab es bei uns nicht. Und ich bin in die fünfte Klasse gekommen und dann sagte meine Freundin, willst du das nicht mal ausprobieren? Ich noch, hm, ha, gut. Ich bin dann 1999 dann zu der Düsseldorfer Schlossdorngarde gekommen. Und der erste Spruch von meiner Oma, den vergesse ich nie. Du kriegst das sowieso nicht hin. Du bist zu steif dafür. Ja, und seitdem bin ich seit 1999 bei der Düsseldorfer Schlossdorngarde, jetzt in meinem 26. Jahr, Selber Tanzmariechen, 19 Jahre gewesen. Ich habe dann nur eine kurze Pause gemacht, wo ich meine Tochter bekommen habe. Aber die Pause war nur vier Wochen. Danach musste der Karnevalsvirus dabei. Und seitdem ist sie auch dabei. Ich wollte gerade fragen, ob das natürlich dann auch interfamiliär weitergegeben wird. Sie ist dem Karnevalsvirus treu geblieben. Sie war letzte Session Kinder Venezia, der Düsseldorfer Original. Also der Karnevalsvirus muss weitergehen. Also mein Mann ist infiziert. Also wir sind eine Jecke Familie. also Karneval durch und durch. Wir feiern auch wirklich alle Tage durch. Wir gehen sogar Kölkarneval feiern, auch wenn ich wirklich müde vom Kinder- und Jugendumzug bin. Aber Karneval muss gefeiert werden. Also von klein auf bin ich Karnevalsjäg, jedes Jahr Rosemontag geguckt, selber mitgelaufen und der Virus ist drinnen. Verstehe. Also das heißt, Sie haben sogar eigenhändig für Karnevalsnachwuchs gesorgt. Das ist doch, mehr kann man doch nicht wollen. Ich danke Ihnen sehr für dieses Gespräch und ja, bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Vielen lieben Dank. Tschüss. Music. Zum Abschluss möchte ich von euch beiden noch wissen, als was geht ihr denn? Wir können das jetzt mal live entscheiden. Ich habe zwei Alternativen. Das eine ist, ich gehe als Zeitungsjunge, also so ein Paperboy, der dann natürlich auch unsere Sonderbeilage, 200 Jahre Karneval, dabei hat und das Volk wirft. Und das zweite ist ein Vollkörper-Bibo-Kostüm, weil ich mich genauso gefühlt habe hier in den ersten Tagen ab und zu mal, wenn links und rechts so das Alltagsgeschehen um mich geflogen ist und ich saß hier wie so ein großer gelber Vogel und hab mir gedacht, wir können uns auch mal ein paar Bilderchen hier hinhängen. Und ja, ich streite noch. Ich glaube, ich mach's davon abhängig, wie kalt es wird. Ich meine, es gibt natürlich zum Glück auch verschiedene Gelegenheiten wahrscheinlich, wo du verschiedene Kostüme auswählen kannst. Ich bin für Paperboy, muss ich ganz ehrlich sagen. Absolut, hab ich gestern auch schon meine Stimme schon abgegeben. Dann extra Blatt und dann einfach Zeitungen in die Menge werfen. Keine Biboliebe? Doch, aber also Paperboy, also Come on. Also ich habe mich für dich entschieden. Und du? Bei aller Karnevalsbegeisterung muss ich wirklich sagen, das, was ich am wenigsten mag, ist tatsächlich das Verkleiden. Deswegen ist, ja, wird das nächste Woche irgendwann entschieden. Machst du dann so vielleicht ein kleines Herz auf die Wange und dann war es das schon? Ein kleines Hütchen auf? Ja, das würde ungefähr das beschreiben, was ich letztes Jahr Katzenohren. Oder du nimmst mein Bibelkottier. Oder so. Dann hat sich das Problem auch schon gelöst. So oder so wünsche ich euch eine jäcke, sonnige, hoffentlich trockene und friedliche Zeit. Viel Kamelle, viel Berliner, zwischendurch immer mal ein Wasser trinken, warm anziehen. Hellau und bis zum nächsten Mal. Wieder ein Rheinpegel durchgehört. Gratulation. Music.