Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #14 Folge 1: Sucht & Beziehung: Partnerwahl in der Recovery – Clean oder doch nicht?
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Betrachtung.
- 0:03Ich freu mich riesig, dass du heute wieder eingeschaltet hast,
- 0:07um dir Zeit für dich und deine Themen zu nehmen.
- 0:10Heute tauchen wir mal richtig tief ein in eine Frage, die
- 0:14viele Menschen auf dem Weg der Genesung von einer sucht echt
- 0:18umtreibt, eine ja wirklich fundamentale Entscheidung.
- 0:22Ist es besser, eine Beziehung mit jemanden einzugehen, der
- 0:25genau weiß, wie sich das anfühlt, also ähnliche
- 0:28Erfahrungen gemacht hat oder doch lieber mit jemanden, der
- 0:32als clean gilt, also vielleicht nie direkt mit Sucht in
- 0:34Berührung kam? Hm unsere Grundlage dafür ist
- 0:38heute ein sehr, sehr persönlicher und wie ich finde
- 0:41auch schonungslos ehrlicher Artikel von Gabriel Meitz.
- 0:44Den hat er aus seiner Website Nelix Berlin veröffentlicht.
- 0:48Genau. Und bevor wir da jetzt so
- 0:50richtig einsteigen, ist vielleicht 1 wichtig zu wissen,
- 0:53Gabriel ist selbst betroffen von sucht und Psychethemen.
- 0:56Das ist kein Theoretiker. Richtig, das merkt man dem Text
- 1:00auch an, ja. Er teilt auf nedigs Berlin ganz
- 1:02offen seine eigenen Erfahrungen, seine Kämpfe, seine Erkenntnisse
- 1:06aus über 28 Jahren. Und genau das macht seine
- 1:09Perspektive so, so direkt und authentisch.
- 1:13Er will damit ne Verbindung aufbauen und dir auch zeigen,
- 1:16hey, du bist mit diesen schwierigen Fragen und Gefühlen
- 1:18nicht allein. Absolut.
- 1:20Und das ist ja auch der Kern der Sache.
- 1:22Was ist in einer Beziehung während der Recovery der ja
- 1:26entscheidendere Faktor ist es dieses Tiefe, fast schon
- 1:29intuitive Verständnis, das aus gemeinsamer Erfahrung kommt,
- 1:32dieses ich weiß genau was du meinst Suchtvergangenheit
- 1:36eventuell mitbringen könnte. Unsere Mission heute ist es,
- 1:39sozusagen, basierend auf Gabriels Einsichten und auch den
- 1:42psychologischen Hintergründen im Artikel mal die vor und
- 1:45Nachteile von beiden wegen zu beleuchten, auch die Fallstricke
- 1:49aufzuzeigen und dir ja ganz praktische Überlegungen
- 1:52mitzugeben. OK, super.
- 1:55Dann lass uns direkt mal ins Zentrum springen.
- 1:58Gabriel beschreibt ja diesen Moment nach einem Tierheimbesuch
- 2:01war das, Glaube ich, wo er sich in seinem Recovery Tagebuch
- 2:05fragt, Sucht Kranker oder Cleaner Partner, was ist besser?
- 2:09Das ist halt so ne Frage, die findest du selten in den
- 2:11Standard beziehungsratgebern stimmt aber für Menschen in der
- 2:15Recovery ist die oft total präsent, ja existenziell.
- 2:19Und Gabriel deutet ja schon an, die Antwort ist alles andere als
- 2:23einfach, vielleicht sogar überraschend.
- 2:25Definitiv nicht schwarz weiß. Gehen wir mal die erste Option
- 2:30durch, die er beleuchtet. Beziehung mit jemandem, der
- 2:33ebenfalls suchtkrank ist oder war.
- 2:35Was spricht denn dafür so aus seiner Erfahrung?
- 2:38Er beschreibt die. Dieses, ja fast magische tiefe
- 2:41Verständnis nennt es Verständnis auf Cellular Level, also auf
- 2:46Zellebene. Starker Begriff.
- 2:48Ja, oder du musst nicht viel erklären, der andere kennt das
- 2:52das Craving, diese plötzlich überfallenen miesen Tage, die
- 2:55tiefsitzende Scham. Gabriel schreibt wörtlich,
- 2:59Dieser Mensch versteht dich voll und ganz.
- 3:01Das schafft natürlich eine enorme Nähe, klar.
- 3:04Total man teilt oft eine gemeinsame Sprache, vielleicht
- 3:07die gleichen Meetings. Man kann sich in Krisen auf eine
- 3:10ganz andere Art unterstützen, weil man die Trigger des anderen
- 3:13ja intuitiv erfasst. Weniger Rechtfertigungsdruck.
- 3:16Genau, man kann gefühlt authentischer sein, muss keine
- 3:19Maske tragen. Dieses Gefühl der Verbundenheit
- 3:22ist psychologisch auch total nachvollziehbar.
- 3:25Wir sprechen da vom Similarity Attraction Effekt, also die
- 3:29Tendenz, sich zu Menschen hingezogen zu fühlen, die uns
- 3:32ähnlich sind, gerade wenn man ähnliche Kämpfe geteilt hat.
- 3:35Ähnliches Leid kann das eine sehr intensive emotionale.
- 3:38Alle Intimität erzogen manchmal rutscht das sogar in Richtung
- 3:42Trauma Bonding. Ah OK.
- 3:44Und dieses Gefühl, wirklich, wirklich verstanden zu werden,
- 3:46das kann sogar Dopamin freisetzen.
- 3:49Das fühlt sich also buchstäblich gut an, dieses endlich jemand,
- 3:52der es kapiert. Aber, und das ist ja der Haken,
- 3:55den Gabriel dann auch sehr deutlich macht, genau da liegt
- 3:58auch die riesige Gefahr. Er warnt eindringlich vor dem,
- 4:01was er das Dominosteinproblem nennt, ja.
- 4:04Das Bild ist heftig. Seine Worte sind da ziemlich
- 4:06drastisch. Wird einer von beiden
- 4:09rückfällig, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es beide
- 4:11werden und zusammen in den Abgrund stürzen.
- 4:14Puh, das ist eine Ansage, aber sie bringt die potenzielle
- 4:17Gefahr eben auf den Punkt und das deckt sich ja auch mit
- 4:21Erkenntnissen, die im Artikel zitiert werden.
- 4:24Studien, zum Beispiel aus dem Journal of Substance Abused
- 4:28Treatment, deuten auf ein ja bis zu 73% höheres Rückfallrisiko
- 4:33bei Paaren hin, bei denen beide Partner eine Suchtproblematik
- 4:37haben oder hatten. 73% wow. Ja, das ist ne Hausnummer.
- 4:43Man spricht da auch vom contagion Effekt, also ne Art
- 4:46emotionale Ansteckung. Wenn einer kämpft zieht es den
- 4:50anderen eben leichter mit runter.
- 4:53Die Ähnlichkeit, die anfangs so anziehend war, kann dann zur
- 4:57Falle werden. Die Similarity Attraction Trap.
- 5:01Gabriel nennt ja noch mehr Nachteile, er spricht von Chaos
- 5:04hoch 2, also 2 Menschen, die vielleicht eh noch mit
- 5:07emotionaler Instabilität kämpfen können, das gegenseitig.
- 5:11Verstärken? Logisch, ja.
- 5:12Es gibt potenziell mehr schlechte Tage in Doppelpack,
- 5:16weniger emotionale Puffer füreinander.
- 5:18Das Drama Level kann höher sein. Und dann sind da noch die
- 5:23gemeinsamen Trigger durch alte Geschichten oder Erinnerungen.
- 5:26Mhm. Er erwähnt sogar die Gefahr
- 5:29eines unbewussten Recovery. Konkurrenzkampfes.
- 5:33Wer ist stabiler, wer macht die bessere Recovery?
- 5:36Das klingt alles ziemlich anstrengend.
- 5:39Absolut. Und da entsteht eben dieses
- 5:42Paraboxon die tiefe emotionale Verbindung, die man sucht und
- 5:45vielleicht auch findet. Steht im direkten Konflikt zur
- 5:49dringend benötigten praktischen Stabilität in der Recovery
- 5:53Authentizität auf der einen Seite, aber vielleicht weniger
- 5:56Wachstumsimpulse von außen auf der anderen Sicherheit im
- 5:59Bekannten ja, aber vielleicht weniger Herausforderung durch
- 6:02Neues. Der Fokus bleibt dann vielleicht
- 6:05eher auf der Vergangenheit. Genau, möglicherweise stärker
- 6:07auf der Vergangenheitsbewältigung,
- 6:09weniger auf einer völlig neu gestalteten Zukunft.
- 6:12Hier zeigt sich eben, wie komplex das ist.
- 6:15Die Studien im Artikel legen ja auch nahe, dass die Stabilität
- 6:18beider Partner idealerweise über mindestens 2 Jahre clean, ein
- 6:22ganz entscheidender Faktor ist. Wenn beide eine
- 6:24Suchtvergangenheit haben. OK, 2 Jahre minimum, das ist
- 6:27schon mal ne Ansage, das macht die Risiken sehr sehr deutlich,
- 6:31aber wie sieht es denn auf der anderen Seite aus?
- 6:33Der Artikel beleuchtet ja auch die Beziehung zu einem cleanen
- 6:37Partner, also jemand ohne eigene Suchtgeschichte welche Chancen
- 6:41sieht Gabriel da? Er spricht von emotional
- 6:43stability as a Service. Ja, schöne Formulierung.
- 6:47Finde ich auch. Ein Partner, der nicht selbst
- 6:50diese ganzen Hochs und Tiefs der Recovery durchmacht, kann
- 6:53potenziell ein Ruhepol sein, ein emotionaler Anker.
- 6:56Das klingt erst mal ja sehr verlockend, ja, und er nennt
- 6:59noch den Aspekt New World, New me.
- 7:02Ein Partner ohne Suchtvergangenheit bringt oft
- 7:04ganz andere Bewältigungsstrategien mit.
- 7:06Neue Hobbys, vielleicht, andere soziale Kreise.
- 7:09Das kann den eigenen Horizont erweitern, dich vielleicht auch
- 7:12mal rausbringen aus dieser reinen Recovery Blase.
- 7:14Stimmt. Es gibt keinen gemeinsamen
- 7:17Triggerkontext aus alten Zeiten und dieser Partner kann
- 7:20vielleicht auch unbewusst ein Modell für ein anderes, ein als
- 7:23normaler empfundenes Leben sein. Gabriel sagt ja, er wird dir ein
- 7:27klares Leben zeigen. Das klingt nach vielen
- 7:30Vorteilen, aber klar, Gabriel wäre nicht Gabriel, wenn er
- 7:34nicht auch hier die Fallstricke sehen würde.
- 7:36Natürlich nicht. Der größte Nachteil ist wohl die
- 7:38Verständnislücke der Understanding Chasm, wie er es
- 7:42nennt. Er ist da sehr direkt.
- 7:44Dieser Mensch behauptet vermutlich er versteht dich,
- 7:47wird es aber nie so können wie ein betroffener Autsch.
- 7:50Aber da ist was dran. Ja.
- 7:52Dieses nicht ganz nachvollziehen können kann eben zu Ungeduld
- 7:57oder Überforderung beim cleanen Partner führen.
- 7:59Gerade wenn es schwierig wird, bei Krisen oder Rückfallgefahr.
- 8:03Und das führt dann oft dazu, dass der Mensch in Recovery
- 8:06ständig im Permanent Education Mode ist, also im
- 8:10Dauererklärmodus. Oh ja, man.
- 8:13Muss immer wieder erklären Träger, Abstinenz,
- 8:16Entscheidungen, warum sind Meetings wichtig?
- 8:18Die ganzen emotionalen Zustände? Das kann auf Dauer echt
- 8:22zermürben. Glaube ich sofort.
- 8:25Zudem besteht die Gefahr, dass der cleane Partner in so ne
- 8:28Bevormundungsrolle rutscht oder eine Rettermentalität
- 8:32entwickelt, die letztlich der Eigenverantwortung des
- 8:35Genesenden total schadet. Was ich aber besonders wichtig
- 8:38fand, ist Gabriels Warnung, dass Clean nicht automatisch sicher
- 8:42bedeutet, er schreibt ein nicht suchtkranker Mensch bedeutet
- 8:47nicht keine Gefahr. Das ist ein mega wichtiger
- 8:51Punkt. Unbedingt absolut zentral.
- 8:54Er nennt ja auch ganz konkrete Beispiele für toxische
- 8:56Dynamiken, die auch mit cleanen Partnern entstehen können.
- 9:00Menschen mit instabilen Persönlichkeitszügen, zum
- 9:02Beispiel, Borderline Tendenzen, deren emotionale Achterbahnen
- 9:06können massiven Suchtdruck auslösen, das beschreibt er ja
- 9:09aus eigener leidvoller Erfahrung, oder narzisstische
- 9:13Partner, Manipulationen, gaslighting, pures Gift fürs
- 9:17Selbstwertgefühl und die Recovery auch.
- 9:19Auch diese Koabhängigen Rettertypen, die unbewusst die
- 9:22Genesung sabotieren, nur um gebraucht zu werden, oder
- 9:26kontrollfreaks, deren Verhalten, Rebellion und damit Rückfälle
- 9:29provozieren kann. Also die Abwesenheit von Sucht
- 9:32schützt nicht vor anderen, ja problematischen
- 9:34Beziehungsmustern. Genau 0 Garantie.
- 9:37Und genauso warnt er ja auch davor zu glauben, jeder andere
- 9:41Suchtkranke würde einen automatisch verstehen.
- 9:45Diese Suchthierarchie falle, als ob die Erfahrung mit Heroin
- 9:49automatisch das Verständnis für Alkoholsucht bedeutet oder
- 9:53umgekehrt. Ja, das ist.
- 9:55Quatsch, oder? Der Recovery Stage Miss Match,
- 9:57jemand der seit 10 Jahren stabil ist, hat oft ganz andere
- 10:01Bedürfnisse und redet eine andere Sprache als jemand, der
- 10:04erst 3 Monate clean ist. Absolut also auch hier geteilte
- 10:08Diagnose heißt eben nicht automatisch passendes
- 10:10Verständnis auf Augenhöhe. Wenn man es neurobiologisch
- 10:13betrachtet, was der Artikel ja auch andeutet.
- 10:15Wird es noch klarer? Sucht hinterlässt nun mal Spuren
- 10:18im Gehirn. Das Belohnungssystem mit
- 10:19Dopamin, der präfrontale Cortex für Entscheidungen und
- 10:22Impulskontrolle, das Stressreaktionssystem, sogar das
- 10:25Bindungssystem mit Oxytocin, all das kann Dysreguliert sein und
- 10:29braucht Echtzeit und Arbeit zur Heilung.
- 10:31OK, treffen nun 2 potenziell noch dysregulierte Systeme in
- 10:35einer Beziehung aufeinander? Ja, dann steigt das Risiko für
- 10:38Instabilität einfach logisch. Ein stabiles System eines
- 10:42Partners ohne Suchtgeschichte kann zwar theoretisch
- 10:45regulierend wirken, aber es kann eben auch durch die Intensität
- 10:49der Recovery Prozesse schlicht überfordert werden.
- 10:51Was bedeutet das also jetzt konkret unterm Strich?
- 10:54Unterm Strich bedeutet das, die Statistiken und die
- 10:57Neurobiologie zeigen zwar Tendenzen auf, klar.
- 11:01Aber am Ende des Tages ist die individuelle emotionale
- 11:03Stabilität und Reife des potentiellen Partners viel
- 11:07entscheidender als sein reiner Status.
- 11:10Suchtkranke Wesen oder nie suchtkrank gewesen.
- 11:12Ah OK, das ist wichtig. Ein emotional stabiler Mensch,
- 11:17der seit Jahren gefestigt in seiner Recovery ist, kann ein
- 11:20weitaus besserer unterstützender Partner sein als ein emotional
- 11:25instabiler Mensch ohne jede Suchtvergangenheit.
- 11:28Es geht um die aktuelle Verfassung, nicht nur um die
- 11:31Geschichte. Das ist wirklich ein zentraler
- 11:34Punkt und es passt ja auch zu dem, was Gabriel als Zeichen für
- 11:37persönliches Wachstum beschreibt, so Kriterien, an
- 11:40denen du vielleicht auch für dich selbst prüfen kannst, wo du
- 11:42gerade stehst. Genau diese 6 Punkte.
- 11:44Ja, er nennt da erstens reife Reflexion statt Implosivität bei
- 11:49der Partnerwahl, also nicht Hals über Kopf, zweitens realistische
- 11:54Erwartungen. Keine Disney Romantik mehr,
- 11:57sondern ein klarer Blick auf Vor und Nachteile.
- 12:00Drittens die Recovery First Mentality die eigene Genesung
- 12:05hat immer immer Vorrang, viertens die Fähigkeit zur
- 12:09ehrlichen Selbstreflexion über eigene Muster, fünftens
- 12:14Boundries Awareness, also das Bewusstsein für eigene Grenzen
- 12:17und das erkennen roter Flaggen beim anderen.
- 12:20Und Sechstens eine fast schon wissenschaftliche
- 12:23Herangehensweise. Ja.
- 12:26Recherche abwägen. Genau.
- 12:28Nicht nur aufs Bauchgefühl hören.
- 12:29Wenn du diese Punkte bei dir entdeckst, ist das wohl ein
- 12:32gutes Zeichen für emotionale Entwicklung, für Reife.
- 12:35Absolut. Gabriel selbst ringt ja trotz
- 12:38seiner langen Erfahrung total mit der Frage und gibt eben
- 12:41keine simple Antwort. Er träumt von so einer Art
- 12:44perfekter Mischung oder eben jemandem, der schon sehr, sehr
- 12:47lange stabil ist. Ja, die eierlegende Wollmilchsau
- 12:50quasi. Genau.
- 12:52Er skizziert dann aber 3 realistischere Optionen, die
- 12:55funktionieren könnten. A ein ehemals Suchtkranker, aber
- 13:00mit mindestens 35 Jahren stabiler Clean Zeit, aktiver
- 13:03Recovery Arbeit, stabilen Lebensumständen und Erlernter
- 13:07emotionaler Regulation. Also nicht frisch clean.
- 13:10Definitiv nicht. B, ein Cleaner Partner, der sich
- 13:14aber wirklich ernsthaft mit Sucht auseinandergesetzt hat,
- 13:18die Prozesse versteht, selbst emotional stabil ist und ganz
- 13:22wichtig bereit ist, weiter zu lernen.
- 13:25Lernbereitschaft ja. Oder C.
- 13:28Und das finde ich eigentlich am wichtigsten.
- 13:29Im Grunde jeder Partner, egal welcher Vorgeschichte, der
- 13:33bestimmte grundlegende Voraussetzungen erfüllt.
- 13:36Emotionale reife, Stabilität auch unter Stress, die Fähigkeit
- 13:40zu Unterstützung ohne zu kontrollieren, gute
- 13:43Kommunikation und eigene Grenzen plus Selbstfürsorge.
- 13:47Im Grunde die Basics einer gesunden Beziehung, aber eben
- 13:51mit dem extra Fokus auf Recovery Kompatibilität.
- 13:54Exakt. Seine humorvolle Fantasie von
- 13:56diesem KI Partner, dieser Mischung aus Jenna Ortega und
- 14:00Bill Kaulitz. Ja, die fand ich super.
- 14:02Deutet ja psychologisch auch auf was hin.
- 14:05Wie im Artikel angedeutet, könnte das ein Wunsch nach
- 14:07Kontrolle sein, nach Vermeidung die Sehnsucht nach einem
- 14:12perfekten, reibungslosen Partner, um diese anstrengende,
- 14:16unvorhersehbare, emotionale Arbeit einer echten Beziehung
- 14:20vielleicht zu umgehen. Aber darin liegt halt keine
- 14:23Entwicklung, stimmt, die Kernbotschaft dahinter ist doch,
- 14:26Wachstum entsteht eben nicht im Komfort einer vermeintlich
- 14:29perfekten, aber vielleicht leblosen Verbindung.
- 14:32Sondern in der Herausforderung und der gemeinsamen Bewältigung
- 14:35von Schwierigkeiten in einer echten, lebendigen Beziehung.
- 14:39Absolut. Und weil das alles so komplex
- 14:42ist, bietet Gabriel ja auch einen sehr, sehr handfesten
- 14:44Guide an. Fand ich super hilfreich.
- 14:46Schritt 1 der Selbstcheck. Ja, erst mal bei sich selbst
- 14:49anfangen. Genau.
- 14:50Bin ich überhaupt bereit für eine Beziehung?
- 14:53Er stellt da ziemlich brutale Fragen, wie er es nennt zum
- 14:57Beispiel. Kannst du 3 Monate gut allein
- 15:01sein, ohne in Einsamkeit zu versinken?
- 15:03Wichtige Frage. Total hast du mindestens 3
- 15:06verlässliche Kontakte für Recovery Gespräche, kennst du
- 15:10deine Top Five Trigger und hast du funktionierende
- 15:13Bewältigungsstrategien dafür drauf?
- 15:15Hast du ne stabile Alltagsroutine, die nicht von
- 15:18einem Partner abhängt? Puh, das sind harte, aber
- 15:21ehrliche Fragen. Ja, und seine Regel ist
- 15:24knallhart. Weniger als dreimal ja bedeutet
- 15:27wahrscheinlich, du bist noch nicht bereit, Finger weg erst
- 15:30mal. Das ist ein wichtiger
- 15:32Realitätscheck, wenn die eigene Basis nicht stimmt, ist jede
- 15:35Beziehung, egal mit wem, von vornherein massiv belastet.
- 15:38Schritt 2 ist dann das Partnerscreening, wie er es
- 15:41nennt, im Detective Mode. Detective Mode, ja.
- 15:46Frühzeitig Recovery Themen ansprechen, nicht drum rum
- 15:49reden. Wie reagiert das Gegenüber?
- 15:52Offen, ängstlich, abwertend werden deine Grenzen
- 15:56respektiert, wie geht die Person generell mit Stress um und nach
- 16:01ein paar Monaten dann der Blick aufs Verhalten in Krisen gibt's
- 16:04Unterstützung für deine Recovery oder wird sie vielleicht
- 16:07unbewusst sabotiert? Gibt es eigene Ambitionen, beim
- 16:11Partner zu wachsen oder herrscht da eher Stillstand?
- 16:14Und Schritt 3 ist dann das Beziehungssetup die contract
- 16:18Phase also nicht wörtlich ein Vertrag, aber klare Absprachen.
- 16:23Ja, erwartungsmanagement. Genau wie reden wir über Trigger
- 16:27und schwierige Gefühle. Was ist der Plan, wenn
- 16:30Rückfallgefahr besteht, welche Rolle spielt deine Recovery
- 16:34Community oder Therapie? Wie gehen wir mit Konflikten um,
- 16:38die vielleicht mit der Suchtvergangenheit zu tun haben?
- 16:41Das Ziel ist ja, durch Klarheit von Anfang an zukünftiges Drama
- 16:45zu minimieren. Gruß auf und die gelten für
- 16:48jeden potenziellen Partner, egal ob clean oder ehemals
- 16:52Suchtkrank. Sofortige Dealbreaker sind zum
- 16:54Beispiel dir Substanzen anbieten, und sei es nur das
- 16:58sprichwörtliche Glas Wein zum Entspannen.
- 17:01Absolutes No go. Deine Recovery kleinreden oder
- 17:04belächeln? Eifersüchtig auf deine
- 17:07Selbsthilfegruppe, deinen Therapeuten oder Deine Recovery
- 17:09Freunde sein? Offensichtlich selbst
- 17:12unbehandelte psychische Probleme haben oder dieser Retterkomplex
- 17:16dich unbedingt retten zu wollen, statt dich deinen Weg gehen zu
- 17:19lassen und dich dabei zu unterstützen.
- 17:21Und dann gibt es ja noch diese Langzeitwarnsignale, die sich
- 17:25vielleicht erst später zeigen. Genau, die schleichenden.
- 17:27Versuche dich von deinem Supportsystem zu isolieren.
- 17:31Deine Vergangenheit als Waffe in Streits benutzen.
- 17:35Ganz übel. Keinerlei eigene Strategien zur
- 17:37Stressbewältigung haben und alles bei dir abladen oder?
- 17:41Diese unausgesprochene Erwartung wärst du doch bitte wieder so
- 17:44wie früher vor der Sucht. Gabriels Rat bei solchen Red
- 17:48Flags ist ja unmissverständlich run weglaufen.
- 17:53Beziehung beenden. Ja, keine Kompromisse da.
- 17:55Demgegenüber stehen dann aber zum Glück auch die grünen
- 17:58Flaggen, die Zeichen einer gesunden Beziehungsdynamik in
- 18:01der Recovery Kommunikation ist da absolut zentral offen,
- 18:05ehrlich, urteilsfrei auch über schwierige Themen sprechen
- 18:08können, nach Bedürfnissen Fragen statt Annahmen zu treffen,
- 18:11eigene Gefühle ausdrücken ohne den anderen anzugreifen oder ihm
- 18:15die Schuld zu geben. Das klingt nach Beziehungsarbeit
- 18:17generell, aber hier besonders wichtig.
- 18:19Inks Therapie was auch immer. Hat aber auch ein eigenes Leben,
- 18:23eigene Interessen, eigene Freunde.
- 18:25Er oder sie kann auch mal Nein sagen und ganz wichtig
- 18:28akzeptiert auch dein Nein. Ja und schließlich ein Growth
- 18:32Mindset, also eine Wachstumsorientierung die
- 18:36Bereitschaft an sich selbst und an der Beziehung zu arbeiten,
- 18:39echtes Interesse an deiner Entwicklung zeigen, ohne sie zu
- 18:43übernehmen. Und deine Fortschritte
- 18:45aufrichtig mit dir feiern. Der Artikel endet ja mit diesem
- 18:48sehr hilfreichen FAQ teil, der geht noch mal auf so richtig
- 18:51brennende Fragen ein, lass uns da mal genauer reinschauen, denn
- 18:55das sind wirklich die Fragen, die viele umtreiben dürften.
- 18:57OK, gerne. Die erste soll ich denn jetzt
- 19:00gezielt nach einem Suchtkranken oder einem Clean Partner suchen?
- 19:04Gabriels Antwort darauf ist ein klares, weder noch such, nicht
- 19:08nach dem Status. Sondern.
- 19:10Sondern nach den Qualitäten, die wir gerade besprochen haben.
- 19:14Emotionale Stabilität, Unterstützung,
- 19:16Kommunikationsfähigkeit, Respekt vor Grenzen, diese Recovery
- 19:20Kompetenz. Ob die Person nun eine
- 19:23Suchtvergangenheit hat oder nicht, ist wirklich zweitrangig
- 19:26gegenüber ihrer aktuellen emotionalen Verfassung und ihrer
- 19:29Haltung zu deiner Genesung. OK verstanden?
- 19:31Nächste Frage, wie ehrlich muss oder soll ich über meine
- 19:36Suchtvergangenheit sein? Gerade am Anfang einer
- 19:39Beziehung? Hier rät Gabriel zu
- 19:41strategischer Ehrlichkeit. Also grundlegende Offenheit?
- 19:44Ja, am besten relativ früh, schon um zu sehen, wie das
- 19:48Gegenüber reagiert, ist da Verständnis, Neugier oder eher
- 19:51Ablehnung, aber kein Trauma. Dumping beim ersten Date die
- 19:56Details, die ganze Geschichte, die kann dann kommen, wenn
- 19:59Vertrauen gewachsen ist. Also Ehrlichkeit ja, aber
- 20:03dosiert und zum passenden Zeitpunkt nicht alles auf einmal
- 20:06raushauen. Okay das macht Sinn, nicht zu
- 20:08viel, nicht zu wenig. Und was ist, wenn der Partner
- 20:12vielleicht ein Cleaner Partner, die Recovery einfach nicht
- 20:15versteht, auch wenn er es vielleicht versucht?
- 20:17Ja, schwierige Situation. Der Artikel betont hier, du
- 20:21kannst und sollst deinen Partner aufklären, Informationen
- 20:24anbieten, aber es ist nicht allein deine Aufgabe, ihm
- 20:28Verständnis beizubringen, entscheidend ist die
- 20:31Lernbereitschaft des Partners, zeigt er echtes Interesse, fragt
- 20:35er nach. Versucht er es wirklich zu
- 20:37verstehen, auch wenn es schwer fällt?
- 20:39Oder blockt er ab, wird ungeduldig, verharmlost,
- 20:42vielleicht sogar, wenn diese grundsätzliche Bereitschaft zu
- 20:45lernen fehlt, dann ist das auf Dauer eine zu große Belastung,
- 20:49dann ist es vielleicht so schwer das sein mag, nicht der richtige
- 20:52Partner. Puh, OK, eine sehr häufige
- 20:55Konstellation, die auch oft in Meetings Thema ist.
- 20:59Können 2 Menschen, die beide noch relativ frisch clean sind,
- 21:03eine funktionierende Beziehung führen?
- 21:05Statistisch gesehen, so die Quintessenz im Artikel, ist das
- 21:09extrem riskant, wirklich die Wahrscheinlichkeit eines
- 21:12gemeinsamen Rückfalls oder einer Co abhängigen Dynamik ist
- 21:16einfach sehr, sehr hoch. Beide brauchen in der Regel erst
- 21:19eine Phase der individuellen Stabilisierung, müssen erst mal
- 21:22selbst klarkommen, bevor sie die zusätzliche Komplexität einer
- 21:26Beziehung stemmen können. Gabriels Rat ist hier also eher.
- 21:30Vorsicht langsam angehen lassen. OK, und die letzte Frage, die
- 21:34ist oft mit viel Scham verbunden.
- 21:36Ist es nicht irgendwie shellow, also oberflächlich einen cleanen
- 21:41Partner vielleicht nur wegen der erhofften Stabilität zu
- 21:44bevorzugen? Gabriels Antwort darauf ist ein
- 21:47klares und, wie ich finde, super wichtiges Nein.
- 21:51Die Priorisierung der eigenen Recovery und der eigenen
- 21:54Stabilität ist nicht oberflächlich, sondern
- 21:56überlebenswichtig. OK.
- 21:58Er formuliert es im Artikel ja auch bewusst provokant, wenn die
- 22:02Suche nach Stabilität oberflächlich ist, dann sei
- 22:05lieber oberflächlich und stabil als tiefgründig und rückfällig.
- 22:09Harte Worte, aber nachvollziehbar.
- 22:10Ja, deine Gesundheit und dein Leben haben Vorrang.
- 22:14Das ist keine Oberflächlichkeit, das ist absolut legitime
- 22:17Selbstfürsorge. Punkt.
- 22:19OK. Wenn wir das jetzt alles mal
- 22:21zusammenfassen, was ist so die wichtigste Erkenntnis aus
- 22:24Gabriels ausführlicher Analyse für dich?
- 22:26Für mich ist es ganz klar, es ist eben nicht die
- 22:29Suchtvergangenheit oder nicht Suchtvergangenheit des Partners,
- 22:32die per se über gelingen oder scheitern entscheidet.
- 22:35Es ist seine aktuelle emotionale Stabilität, seine Reife, seine
- 22:40Kommunikationsfähigkeit und seine ganz konkrete Fähigkeit
- 22:43und Bereitschaft, deine Recovery zu unterstützen, ohne sie zu
- 22:47dominieren oder zu sabotieren. Eben seine Recovery Kompetenz.
- 22:51Ja, lass uns die Kernbotschaften noch mal bündeln.
- 22:53Für alle, die zuhören, erstens emotionale Stabilität und
- 22:57Unterstützungskompetenz sind oft wichtiger als nur geteiltes
- 23:01Leid. Ein stabiler Partner kann mehr
- 23:03Halt geben als ein instabiler, auch wenn letzterer vielleicht
- 23:07mehr versteht. Genau.
- 23:09Zweitens, Das Timing ist absolut entscheidend zu früher in der
- 23:13Recovery eine Beziehung eingehen, hohes Risiko, egal mit
- 23:17wem, erst die eigene Basis schaffen.
- 23:19Unbedingt. Drittens offene Kommunikation
- 23:22über Recovery Themen ist das A und O wichtiger als eine
- 23:27gemeinsame Vergangenheit. Ja.
- 23:30Viertens rote Flaggen wie Respektlosigkeit gegenüber
- 23:33Deiner Recovery oder Kontrollverhalten sind ernst zu
- 23:37nehmen, oft dealbreaker, unabhängig vom Hintergrund des
- 23:40Partners. Sofort handeln.
- 23:42Und Fünftens die Jagd nach diesem perfekten, problemfreien
- 23:46Partner verhindert oft echte tiefe Verbindungen, die ja auch
- 23:50durch das Gemeinsame Bewältigen von Schwierigkeiten wächst.
- 23:54Exakt Gabriel Schlusswort im Artikel bringt es eigentlich
- 23:58perfekt auf den Punkt. Die schwierigste Entscheidung
- 24:01ist, nicht suchtkrank oder clean, sondern Ready oder Not
- 24:04Ready für die harte Arbeit echter Intimität.
- 24:07Wow, es geht also am Ende um die eigene emotionale Reife und die
- 24:11des Gegenübers, darum geht's im Kern.
- 24:13Und das bedeutet ja im Umkehrschluss.
- 24:16Die wichtigste Arbeit beginnt immer bei dir selbst.
- 24:19Darum selbst der Partner zu werden, der eine gesunde,
- 24:23unterstützende Beziehung überhaupt führen kann.
- 24:26So ist es, das ist vielleicht die größte Herausforderung und
- 24:29gleichzeitig die größte Chance in dem Ganzen, bevor wir jetzt
- 24:33gleich zum Schluss kommen, noch ein Hinweis, wenn dir diese
- 24:36tiefgehenden Gedanken hier gefallen haben und du die Arbeit
- 24:40von Nielix Berlin generell wertvoll findest.
- 24:42Dann würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung freuen.
- 24:46Du kannst ihm helfen, indem du diesen Beitrag vielleicht auf
- 24:49Social Media teilst oder den Podcast auf Plattformen wie
- 24:52Spotify oder Apple Podcasts positiv bewertest und ein Like
- 24:56da lässt. Das hilft ungemein, ja.
- 24:59Sichtbarkeit ist wichtig. Total.
- 25:00Das Projekt Nelix Berlin wird nämlich komplett allein von
- 25:04Gabriel finanziert und erstellt jede Form der Unterstützung
- 25:07hilft ihm dabei, mit diesem Projekt sich selbst und
- 25:10gleichzeitig auch anderen Betroffenen zu helfen.
- 25:12Sein persönliches Motto, das ihn dabei antreibt, lautet, aus
- 25:16allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen, finde ich
- 25:19sehr stark. Absolut.
- 25:21Das führt uns vielleicht zu einer letzten Frage, die du,
- 25:24Liebe Hörerin, lieber Hörer für dich mitnehmen kannst.
- 25:27Unabhängig davon, ob dein potenzieller Partner nun eine
- 25:30Suchtvergangenheit hat oder nicht.
- 25:32Wie beeinflusst eigentlich deine eigene aktuelle Stabilität deine
- 25:36eigene Reife und deine Bereitschaft zur echten
- 25:39Beziehungsarbeit? Die Dynamik und die
- 25:42Erfolgschancen dieser Beziehung? Reflektiere doch mal darüber,
- 25:46wie sehr deine innere Verfassung die Wahl deines Partners und das
- 25:50Gelingen eurer Verbindungen vielleicht prägt.
- 25:52Guter Punkt zum Nachdenken. Vielen Dank, dass du dir die
- 25:55Zeit genommen und uns auf dieser, ja intensiven
- 25:59Betrachtung begleitet hast. Pass gut auf dich auf und bis
- 26:03zum nächsten Mal.