Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #28 Folge 7: Realitäts-Check: Die "Downer-Generation" & die Kokain-Schwemme (Gegenrede zu Drugcom)
Transcript
- 0:00Herzliche Begrüßung an dich. Schön, dass du da bist für eine,
- 0:03ja intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, das wirklich
- 0:07unter der Oberfläche brodelt. Absolut.
- 0:10Wir schauen uns heute einen Text von der Webseite nielix Berlin
- 0:13an. Der Autor Gabriele stellt darin
- 0:16eine ziemlich provokante These auf.
- 0:20Das kann man so sagen. Er sagt die offiziellen
- 0:22Berichte, nach denen Jugendliche angeblich das Interesse an
- 0:25Drogen verlieren, sind nicht nur falsch, sondern eine gefährliche
- 0:30Lüge. Und unsere Aufgabe ist es heute,
- 0:32genau das Mal für dich zu durchleuchten.
- 0:34Wir gehen Gabriels Argumentation wirklich auf den Grund, ja.
- 0:37Wir schauen uns an, auf welche Realität er sich da bezieht, die
- 0:40in den offiziellen Statistiken, also seiner Meinung nach einfach
- 0:43keinen Platz findet. Genau, wir analysieren die
- 0:46Trends, die er da so identifiziert und versuchen zu
- 0:49verstehen, was das für unsere Gesellschaft und ja, vielleicht
- 0:52auch für dich und dein Umfeld bedeutet.
- 0:54Es geht um diese Kluft oder zwischen der offiziellen
- 0:57Darstellung und dem, was wirklich passiert.
- 0:59Genau diese Kluft. Also lass uns das mal
- 1:02auseinandernehmen. Gabriel sagt ja im Grunde, wir
- 1:05haben es nicht mit einer cleanen Generation zu tun, sondern mit
- 1:09einer, deren Konsum sich einfach nur verlagert hat, Weg vom Joint
- 1:13auf dem Schulhof, der vielleicht noch in Statistiken auftaucht.
- 1:16Ja, der Klassiker. Hin zur unsichtbaren Pille, die
- 1:19dann heimlich im Kinderzimmer genommen wird.
- 1:21Und bevor wir da jetzt tiefer einsteigen, müssen wir, glaube
- 1:24ich, ganz kurz über Gabriel selbst sprechen.
- 1:26Das ist nämlich entscheidend für den ganzen Text.
- 1:28OK, er ist ja kein externer Journalist oder Wissenschaftler.
- 1:32Er macht von Anfang an ganz klar, dass er selbst von sucht
- 1:35und psychischen Problemen betroffen ist.
- 1:38Ah, das ist n wichtiger Punkt. Und er teilt auf seiner Webseite
- 1:42seine persönlichen, wirklich ungefilterten Erfahrungen.
- 1:46Er ist also kein Beobachter, der von außen drauf schaut, sondern
- 1:50er berichtet quasi aus dem Maschinenraum des Problems.
- 1:52Das gibt seiner Stimme natürlich ein ganz anderes Gewicht.
- 1:55Absolut. Er schafft damit sofort eine
- 1:58total authentische Verbindung. Er sagt damit ja quasi.
- 2:02Ich bin einer von euch, ich hab das selbst durchlebt.
- 2:05Mhm, ja. Das schafft Vertrauen und
- 2:07unterstreicht seine Kernbotschaft.
- 2:09Wenn du betroffen bist, bist du nicht allein und musst dich
- 2:12nicht schämen. Seine Analyse ist also kein
- 2:15trockener Bericht, sondern eher ein dringender Appell.
- 2:18Ein Appell, der aus eigener, schmerzhafter Erfahrung kommt.
- 2:22Genau und. Diese Perspektive prägt dann
- 2:24auch seine ganze Argumentation. Der Auslöser für seinen Artikel
- 2:29war ja ein Bericht des staatlich geförderten portalsdruck.com.
- 2:34De. Mit der Überschrift Kein
- 2:36Interesse an Drogen. Genau.
- 2:38Und er beschreibt dann dieses Bild.
- 2:40Er liest das, schaut aus dem Fenster und dann auf sein Handy,
- 2:43wo ihm oft tik tok 16 Jährige zeigen, wie sie sich Tawo
- 2:46einwerfen. Das ist der Moment. 2 Welten,
- 2:49die da frontal aufeinanderprallen.
- 2:52Total. Und hier benennt er eben den
- 2:54Kern seiner Kritik. Er nennt es den toten Winkel der
- 2:58offiziellen Umfragen, wie zum Beispiel der
- 3:00Drogenaffinitätsstudie der BZGA. Also der Bundeszentrale für
- 3:05gesundheitliche Aufklärung. Richtig, diese Studien sind
- 3:08nicht per se schlecht. Das sagt er auch, aber sie haben
- 3:12ja methodische Schwächen. Sie fragen oft nur die Klassiker
- 3:16ab. So nach dem Motto hast du schon
- 3:18mal gekifft oder trinkst du regelmäßig Alkohol?
- 3:21Genau die Sachen. Dinge, die man halt kennt und
- 3:24vielleicht noch zugibt. Aber die Welt dreht sich ja
- 3:27weiter. Er bringt da ein super Beispiel.
- 3:29Ein smarter Konsument kreuzt im offiziellen Fragebogen in der
- 3:32Schule einfach überall nein an. Mhm.
- 3:36Geht nach Hause und bestellt sich auf.
- 3:37Telegramm für 20€ einen Blister alprazolam.
- 3:40Und Zack. Der existiert für die Statistik
- 3:43dann einfach nicht. Exakt der Konsum von
- 3:46Medikamenten oder diesen ganz neuen Designerdrogen, den
- 3:49Research Chemicals, der wird oft aus Scham verschwiegen oder die
- 3:54Fragebögen erfassen es gar nicht erst.
- 3:56So entsteht ein Zerrbild. Ein totales Zerrbild und in
- 3:59diese Lücke hinein, sagt Gabriel, haben sich 3.
- 4:03Wirklich massive Trends entwickelt, die in den
- 4:05Statistiken kaum auftauchen. Okay und der erste Trend, den er
- 4:08beschreibt, der ist echt beunruhigend.
- 4:11Er nennt es die Dauner Generation, ja, er stellt die
- 4:14These auf, dass frühere Generationen, also vielleicht
- 4:17unsere, mit aufputschenden Drogen wie Ecstasy oder LSD
- 4:22ausbrechen wollten. Raus aus dem Alltag, Horizont
- 4:25erweitern, das war das Motto. Genau.
- 4:28Aber heute, so seine Beobachtung, will die junge
- 4:30Generation oft nur noch eines. Abschalten.
- 4:33Und was Gabriel hier beschreibt, ist im Grunde eine Flucht, eine
- 4:37Flucht aus dem Dauerstress unserer Zeit.
- 4:40Aber eben auf neurochemischer Ebene.
- 4:42Also direkt im Gehirn. Genau, es geht nicht mehr um den
- 4:46Kick, sondern um Stille im Kopf, wenn er von Substanzen wie
- 4:50Benzodiazepinen oder Pregabalin spricht, die auf den Gaba
- 4:53Rezeptor wirken. OK, das musst du kurz erklären.
- 4:56Gaba Rezeptor. Das ist sozusagen der
- 4:59Hauptbremsschalter im Gehirn. Diese Stoffe drücken da drauf
- 5:02und zwingen das Gehirn künstlich in den Ruhemodus.
- 5:05Ein chemischer Flugmodus. Perfektes Bild.
- 5:08Ein Flugmodus gegen die ständige Überforderung durch Social
- 5:11Media, Leistungsdruck, Zukunftsängste.
- 5:15Er selbst nennt es Lärmschutz, Kopfhörer für das Gehirn.
- 5:19Das ist stark und er wird ja auch sehr konkret bei den
- 5:22Substanzen. Zum einen die Benzodiazepine.
- 5:26Genau also Wirkstoffe wie Tavor oder Sanax.
- 5:29Er nennt sie sehr drastisch. Die Leck mich am Arsch Tablette
- 5:32uff, aber das beschreibt die Wirkung perfekt, sie löscht
- 5:36Angst, sie dämpft Emotionen, sie macht gleichgültig.
- 5:40Das klingt für jemanden, der unter enormem Druck steht,
- 5:42natürlich erst mal total verlockend.
- 5:44Aber die Kehrseite? Die Kehrseite ist tückisch.
- 5:48Die Abhängigkeit entwickelt sich rasend schnell, oft schon nach
- 5:51wenigen Wochen, und der Entzug gilt als einer der härtesten
- 5:54überhaupt. Härter als bei Heroin, schreibt
- 5:57er. Oftmals ja.
- 5:58Und die zweite Substanz, die du eben erwähnt hast, ist
- 6:02Pregabalin, also Lyriker. Gabriel nennt das das neue
- 6:05Heroin der Straße, das ist ne extrem harte Aussage.
- 6:10Das ist es. Und er begründet das mit einer,
- 6:12ja, einer toxischen Mischung aus 3 Faktoren.
- 6:16Erstens, es ist auf dem Schwarzmarkt spottbillig und
- 6:19total leicht zu bekommen, OK, viel leichter als die streng
- 6:22regulierten bensus, zweitens die Wirkung.
- 6:26Sie wird als eine Mischung aus Alkohol und Valium beschrieben,
- 6:29enthemmend, angstlösend. Und drittens?
- 6:31Und drittens, und das ist der gefährlichste Punkt, die
- 6:34Kombination mit anderen Daunern Alkohol, Opioide, das ist
- 6:38lebensgefährlich. Sie verstärken sich gegenseitig
- 6:41in ihrer atemdepressiven Wirkung.
- 6:43Das kann dann zum Atemstillstand führen.
- 6:45Genau. Und Gabriel beschreibt, wie
- 6:47dieser Stoff in Städten wie Berlin oder Frankfurt
- 6:49mittlerweile ganze Stadtviertel dominiert.
- 6:52Also ne ganze Generation die sich betäuben will um
- 6:56klarzukommen. Das ist n düsteres Bild, aber
- 7:00Gabriel bleibt ja nicht nur bei den Beruhigungsmitteln.
- 7:03Wichtig, und das ist das Paradoxe.
- 7:05Er beschreibt ne zweite, fast gegensätzliche Entwicklung, die
- 7:08gleichzeitig stattfindet. Ganz genau.
- 7:11Während die einen runterkommen wollen, erleben wir bei einer
- 7:14anderen Droge das exakte Gegenteil.
- 7:16Er nennt es den Kokain Tsunami. Die meisten von uns haben Kokain
- 7:19wahrscheinlich noch als diese teure Droge im Kopf.
- 7:22Für Banker und so. Ja, 80 bis 100€ Programm, das
- 7:26war mal die Norm. Laut Gabriel ist diese
- 7:28Vorstellung aber komplett überholt.
- 7:30Warum? Was hat sich da geändert?
- 7:32Eine massive Überproduktion in Südamerika, die flutet seit
- 7:36einigen Jahren den europäischen Markt, vor allem über die großen
- 7:38Hilfen in Antwerpen und Rotterdam.
- 7:40Und die Konsequenzen sind simple Marktlogik.
- 7:43Völlig das Angebot explodiert, die Preise sinken dramatisch,
- 7:48teilweise auf 50€ Programm. Gleichzeitig steigt aber die
- 7:52Reinheit. Was das ganze paradoxerweise
- 7:55noch gefährlicher macht. Weil die Dosierung
- 7:57unberechenbarer wird. Exakt.
- 7:59Er nennt das, Glaube ich den Taxi Effekt.
- 8:01Das fand ich sehr treffend. In vielen Großstädten ist das
- 8:05Kokain Taxi schneller bei dir als der Pizzalieferdienst.
- 8:08Und das bedeutet natürlich auch, dass sich die Zielgruppe
- 8:11komplett verändert hat. Es ist keine elitäre Droge mehr.
- 8:15Plötzlich können es sich Schüler und Azubis leisten.
- 8:17Genau. Es ist, wie er schreibt, im
- 8:20Mainstream angekommen, und hier schließt sich der Kreis zur
- 8:23Statistiklücke. Ah.
- 8:25Ja, er argumentiert, dass die offiziellen Zahlen diesen Trend
- 8:28erst mit einer Verzögerung von, sagen wir 5 bis 10 Jahren
- 8:32abbilden werden. Also dann, wenn die Leute in der
- 8:34Suchtberatung landen. Genau oder mit Herzproblemen in
- 8:37der Notaufnahme. Die Statistik hinkt der Welle
- 8:40also massiv hinterher. Das heißt, wir haben jetzt die
- 8:44Dauner für die Flucht nach innen und die Upper für die
- 8:47Leistungsgesellschaft, die immer billiger werden.
- 8:50Und dann kommt der dritte Trend. Und der klingt für mich fast am
- 8:54Unheimlichsten, weil er so unkontrollierbar ist.
- 8:57Die Research Chemicals und die Fake Pressies.
- 9:00Ja, das ist im Grunde russisch Roulette in Tablettenform.
- 9:03Du musst dir den Hintergrund so vorstellen.
- 9:05Jugendliche sehen in der Popkultur bei US Rappern zum
- 9:08Beispiel. Wie Medikamente wie Xanax oder
- 9:11Oxycodonen verherrlicht werden. Und das wollen Sie dann auch
- 9:14ausprobieren. Natürlich also gehen Sie auf den
- 9:17Schwarzmarkt online oder auf der Straße.
- 9:19Aber was sie dort bekommen, ist eben nicht das Original aus der
- 9:22Apotheke. In den aller seltensten Fällen.
- 9:25Was Gabriel beschreibt, sind Tabletten, die dem Original zum
- 9:28Verwechseln ähnlich sehen. Gleiche Form, gleiche Farbe,
- 9:32gleiche Prägung. Alles gleich.
- 9:34Sie werden aber illegal in irgendwelchen Hinterhoflaboren
- 9:37gepresst und statt des deklarierten Wirkstoffs zum
- 9:40Beispiel Alprazolam. Bei Xonex enthalten sie dann oft
- 9:44unberechenbare Alternativen. Sowas wie brummerzolam.
- 9:47Zum Beispiel ein nicht zugelassenes Research Chemical
- 9:51Benzo. Das wirkt viel länger und
- 9:53stärker. Ein Jugendlicher denkt, er nimmt
- 9:55eine Dosis für 4 Stunden, ist aber am Ende 24 Stunden lang
- 9:59berauscht und setzt sich am nächsten Morgen ins Auto.
- 10:02Und hier wird's jetzt richtig brisant.
- 10:04Gabriel schreibt, dass in diesen Fälschungen immer öfter auch
- 10:07Hochpotente synthetische Opioide gefunden werden.
- 10:10Ja. Nitazene zum Beispiel.
- 10:13Was muss man sich darunter vorstellen?
- 10:15Nitazene sind eine Gruppe von synthetischen Opioiden, die um
- 10:19ein Vielfaches stärker sind als Heroin.
- 10:21Vielfaches. Manche davon sind sogar stärker
- 10:24als Fentanyl, eine winzige Menge weniger Körnchen können bereits
- 10:28eine tödliche Überdosis auslösen.
- 10:30Das heißt, ein Konsument denkt, er kauft eine Xanax zur
- 10:33Beruhigung. Und nimmt in Wahrheit
- 10:35unwissentlich ein extrem starkes Opioid ein.
- 10:38Und diese Substanzen, die tauchen natürlich in keiner
- 10:40einzigen Schulumfrage auf. Ein Überlebender einer Überdosis
- 10:44existiert für die Statistik nicht.
- 10:46Nur der Tote taucht am Ende in einer anderen Statistik auf.
- 10:50Und damit schlägst du die Brücke zum härtesten Fakt von allen.
- 10:53Gabriel stellt die absolut logische Frage, wenn das
- 10:56Interesse an Drogen bei Jugendlichen angeblich sinkt.
- 11:00Warum steigen dann die drogenbedingten Todesfälle in
- 11:03Deutschland seit Jahren kontinuierlich an?
- 11:05Ja, das passt nicht zusammen. Wir haben die Marke von 2000
- 11:08Toten pro Jahr überschritten. Das ist der höchste Stand seit
- 11:12Jahrzehnten. Die Antwort, die ergibt, ist
- 11:14eindeutig und eine direkte Folge der Trends, die wir besprochen
- 11:17haben. Der Mischkonsum.
- 11:20Die Polytoxik Omanie. Genau Upper wie Kokain, um wach
- 11:24zu sein, Dauner wie Bensos, um die Angst zu dämpfen und
- 11:27runterzukommen. Und dann noch Alkohol obendrauf.
- 11:31Ein absolut tödlicher Cocktail. Für das Herz Kreislaufsystem und
- 11:35die Atmung. Und das führt ihn ja zu seiner
- 11:37zentralen Forderung, die vielleicht für manche provokant
- 11:40klingt. Ja, er plädiert nicht für mehr
- 11:42Verbote, sondern für einen realitätsnahen Safer Use.
- 11:47Genau. Er sagt nicht, Drogen sind toll,
- 11:49seine Position ist, da wir den Konsum offensichtlich nicht
- 11:52wegzaubern können, müssen wir ihn so sicher wie möglich
- 11:55machen, um Leben zu retten. Das ist Aufklärung, die nicht
- 11:58mit dem moralischen Zeigefinger kommt, sondern auf
- 12:01Schadensminimierung abzielt. Es ist halt die Anerkennung der
- 12:04Tatsache, dass die alte Drogenpolitik ins Leere greift,
- 12:08wenn jeder 15 Jährige mit einem Smartphone sich Drogen bestellen
- 12:11kann. Die sind wichtig.
- 12:13Zum Beispiel kaufe niemals lose Pillen, sondern nur original
- 12:18verschweißte Blister. Obwohl selbst die mittlerweile
- 12:21gefälscht werden. Stimmt, oder?
- 12:24Und das ist die wichtigste Regel, vermeide unbedingt den
- 12:27Mischkonsum von Daunern Bensus plus Alkohol, bensus plus
- 12:31Opioide. Die häufigste Todesursache durch
- 12:34Atemstillstand bei jungen Menschen.
- 12:36Und erfordert Dinge wie Drugchecking.
- 12:38Also die Möglichkeit, Substanzen anonym testen zu lassen.
- 12:41Nicht um den Konsum zu fördern, sondern um zu verhindern, dass
- 12:44jemand stirbt, weil er eine mit niederzähnen verunreinigte Pille
- 12:48schluckt. OK, Gabriels Artikel antizipiert
- 12:51ja schon einige Fragen, die du dir jetzt vielleicht auch
- 12:54stellst. Lass uns mal n Paar davon direkt
- 12:56aufgreifen. Gerne.
- 12:58Die erste ist ganz zentral. Stimmt die Statistik von
- 13:01drugcom.de denn nun gar nicht? Ist die komplett erfunden?
- 13:06Nein, und das ist ein wichtiger Punkt, den Gabriel auch macht.
- 13:10Er sagt nicht, dass die Studie lügt.
- 13:12Sie stimmt wahrscheinlich für den kleinen, eng definierten
- 13:15Bereich, den sie abfragt. Also für Alkohol und Cannabis an
- 13:19Schulen. Genau unter den Jugendlichen,
- 13:22die auch ehrlich antworten. Aber, und das ist ein großes,
- 13:25aber, sie bildet den riesigen Graubereich des
- 13:28Medikamentenmissbrauchs, des Onlinehandels und der neuen
- 13:31Drogen eben nicht ab. Sie erfasst die Spitze des
- 13:34Eisbergs. Genau, aber nicht den riesigen,
- 13:37gefährlichen Teil, der unter der Wasseroberfläche liegt.
- 13:40Deshalb, so seine Schlussfolgerung, unterschätzt
- 13:43sie das Gesamtproblem einfach massiv.
- 13:45Die zweite Frage, die sicher viele umtreibt, ist Kokain.
- 13:48Denn wirklich keine reiche Leute Droge mehr?
- 13:51Die Antwort darauf ist laut Gabriel ein klares und lautes
- 13:54Nein. Wie wir schon besprochen haben,
- 13:56der Markt ist überschwemmt. Genau Überproduktion der Preis
- 13:59ist im Keller, die Verfügbarkeit ist extrem gestiegen.
- 14:02Kokain ist heute in allen gesellschaftlichen Schichten und
- 14:05Altersgruppen zu finden. Also kein Luxusgut mehr.
- 14:08Es ist eine weit verbreitete Konsumdroge.
- 14:10Sowie Alkohol oder Cannabis. Zum Schluss seines Artikels wird
- 14:14Gabriel dann in einem Abschnitt namens Nilix Klartext sehr, sehr
- 14:18direkt. Ja, da wird er persönlich.
- 14:20Und hier geht er über die reine Analyse hinaus und übt scharfe
- 14:23Kritik an der staatlichen Kommunikation.
- 14:25Ja, er sagt, Berichte mit der Überschrift Kein Interesse an
- 14:28Drogen sind nicht nur eine beschönigende Halbwahrheit,
- 14:31sondern sie sind aktiv gefährlich.
- 14:33Weil sie Eltern und Lehrer in falscher Sicherheit wiegen.
- 14:37Richtig, sie suggerieren. Das Problem ist klein und wir
- 14:40haben es im Griff. Und er beschreibt eine
- 14:42psychologische Folge davon, die ich sehr einleuchtend fand.
- 14:46Stell dir eine Mutter vor, die das von offizieller Stelle
- 14:48liest. Gleichzeitig sieht sie aber, wie
- 14:51ihr eigenes Kind zu Hause in die Sucht abrutscht.
- 14:54Was denkt diese Mutter? Sie denkt nur, bei uns ist das
- 14:57so. Das Problem existiert bei
- 14:59anderen nicht, also müssen wir als Familie versagt haben.
- 15:02Genau das meint er. Diese Art der Darstellung
- 15:05isoliert die betroffenen Familien.
- 15:07Total. Sie suggeriert eine heile Welt,
- 15:10die es für diese Familie nicht gibt und lässt die Eltern mit
- 15:13dem Gefühl zurück, sie seien schuld.
- 15:15Und ein bedauerlicher Einzelfall.
- 15:17Anstatt das systemische Versagen anzuerkennen, wird die Schuld
- 15:20bei den Individuen abgeladen. Eben er fordert stattdessen
- 15:24einen ehrlichen Real Talk, eine Kommunikation, die die
- 15:28ungeschönte Wahrheit benennt. Um überhaupt erst die Grundlage
- 15:31für wirksame Hilfe zu schaffen. Denn die Realität verschwindet
- 15:35ja nicht nur, weil man sie in Statistiken nicht abbildet.
- 15:38Seine Schlussfolgerung ist dementsprechend düster, aber
- 15:41auch ein Weckruf. Er schreibt, wir verlieren
- 15:44gerade eine Generation an die emotionale Taubheit von Benzos.
- 15:48Ja. Und wer jetzt behauptet, das
- 15:50Wasser ziehe sich zurück, der übersieht seiner Meinung nach
- 15:53nur die Welle, die sich kurz vor dem Tsunami aufbaut.
- 15:56Ein sehr, sehr eindringliches letztes Bild.
- 15:59Wenn dir diese Analyse gefallen hat und du die Arbeit von Nilex
- 16:02Berlin wertvoll findest, würde sich Gabriel riesig über deine
- 16:05Unterstützung freuen. Absolut, du kannst ihm helfen,
- 16:08indem du diesen Beitrag auf Social Media teilst oder den
- 16:10Podcast auf Plattformen wie Spotify oder Apple Podcasts
- 16:13bewertest und Likest. Mhm das Projekt Nilex Berlin
- 16:17wird komplett allein von Gabriel finanziert und erstellt jede
- 16:21Form der Unterstützung hilft ihm mit diesem Projekt sich selbst
- 16:23und gleichzeitig anderen Betroffenen zu helfen.
- 16:26Gabriels persönliches Motto, das ihn antreibt.
- 16:29Und das er auch auf seiner Seite teilt, lautet aus allem
- 16:32schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 16:35Und dieser Artikel ist wohl ein perfektes Beispiel dafür.
- 16:38Ich denke auch. Und damit bleibt eine letzte
- 16:40Frage für dich zum Nachdenken. Gabriel zeigt, dass die
- 16:44offiziellen Systeme die Realität vieler junger Menschen nicht
- 16:47mehr erfassen. Wenn das stimmt, stellt sich die
- 16:49Frage, wer trägt dann die Verantwortung, diese Generation
- 16:53zu schützen und vor allem wie? Eine große Frage.
- 16:55Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und zugehört hast.
- 16:58Pass gut auf dich auf und bis zum nächsten Mal.