Latest / Digital Sense – The Human Side of AI / Folge 23: Energy Leadership: Führen ohne auszubrennen
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- Dr. Lucien André Reuter: Und hiermit ein herzliches Halli, hallo, hallöle und herzlich willkommen bei Digils Sense, the human side of AI. Mit dabei wie immer die Liebe. Hallooo! Yvonne Faoual: Yvonne, hallo! Dr. Lucien André Reuter: In der letzten Folge hat mir ein super spannender Gast bei uns gehabt, Yvonne, nämlich den Arnd. Wir haben über KI und Klimawandel geredet und darüber, ob es große Systeme, globale Verantwortung gibt und die Frage, welche Rolle wir und die Technologie in dieser Welt unter Druck spielt. Heute zoomen wir bisschen näher ran. Nicht auf das Klima da draußen, sondern auf das Klima in uns drinnen und in unseren Firmen mit unseren Mitarbeitern. Denn ganz ehrlich, was bringt uns die beste KI-Strategie oder die beste Strategie, das modernste Tool, der glückste Use-Case, wenn die Menschen, führen sollen und wollen, innerlich längst schon seit langem auf Reserve laufen? Viele Führungskräfte Und so ging es mir auch. Wir haben funktioniert, haben Entscheidungen getroffen, koordiniert, motiviert, ausgehalten. Aber irgendwann war das Ganze noch Pflichtgefühl und nicht mehr Kraft. ⁓ Da sind wir dann so ziemlich bei dem Thema, was uns heute beschäftigen soll, wozu du uns ganz, ganz viel erzählen darfst, liebe Yvonne, nämlich Energy-Leader-Chip. Und es geht für mich, oder für uns heute, die Frage, wie Führung gelingen kann, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Wie wir Verantwortung tragen, ohne auszubrennen. Und warum Energie, oder Energy, im KI-Zahlalter vielleicht noch wichtiger ist als vorher. Weil... Was wir ja wissen, dass Führung nichts mit Kontrolle zu tun hat. Und ganz viele verwechseln du hattest mir mal gesagt, Führung beginnt mit Selbstwahrnehmung. Und das fand ich sehr spannend. Und dafür will ich heute noch unbedingt mehr hören, weil die anderen Leute haben das ja von dir bisher noch nicht gehört. Also beschäftige mich zu fragen, wie führst du, wenn dein Kalender voller ist als dein Akku? Yvonne Faoual: Mhm. Dr. Lucien André Reuter: Und wie bleibst du klar, wenn dein System dauerhaft überlastet ist? Und wie entsteht echte Wirksamkeit, wenn du aufhörst, dich selbst als endlose Ressource zu behandeln? Ja, da haben wir schon wieder meine drei Punkte, meine drei Fragen. Nur also ein kleiner Rahmen für heute vielleicht. Ich weiß, du magst ja keinen Rahmen, aber du hast sicherlich ganz viele Gedanken, was du uns heute zu der Thematik erzählen willst und ich steige dann immer mit ein. Yvonne Faoual: Ja. Dr. Lucien André Reuter: Und frag, wenn ich was nicht verstehe, im Namen unserer Zuhörer. Yvonne Faoual: Perfekt. Du hast ja jetzt drei Fragen auf den Tisch gelegt, die ja zwar alle miteinander zusammenhängen, aber doch irgendwie separat betrachtet werden müssen. Mit welcher möchtest du denn anfangen? Dr. Lucien André Reuter: Vielleicht fangen wir einen Schritt weiter vorne an und erklären mir doch erstmal, was Energy Leadership für dich ist. Yvonne Faoual: Ja. Okay. Dr. Lucien André Reuter: Und was unterverstanden wird aktuell. Yvonne Faoual: Also Energy Leadership ist für mich tatsächlich eine Wahrnehmung bzw. ein Führungsinstrument im Sinne von ich nehme mich selbst als allererstes wahr, meine Energie. und werde mir dessen bewusst. Also nicht wie viel Energie habe ich noch, sondern mit welcher Energie bin ich unterwegs. Und ich glaube, das ist eins der größten Missverständnisse, wenn es ⁓ das Thema Energie geht oder Führung und Selbstwahrnehmung und Empathie. Da wird immer alles zusammengeworfen. Aber in erster Linie sollte man nicht gucken, wie viel Energie habe ich, sondern mit welcher Energie bin ich unterwegs. Und du weißt ja so, das Thema Energie ist so mein absolutes Lieblingsthema. Vor allen Dingen, wenn man man bestimmte Menschen damit konfrontiert, dass irgendwie so alles Energie ist, ja, und wir natürlich auch Energie sind. Aber unsere Energie, die wir haben, und damit meine ich nicht diese energetische Ressource, sondern wirklich mit welcher Energie treffe ich auf mein Team. Ich möchte jetzt nicht zu weit ins Physikalische abdriften im Sinne von hochschwingend und niedrig schwingende Energie. Brauchen wir alles nicht, wirklich einfach mal der leichteste Ansatz im Thema Führung. Wo befinde ich mich heute morgen schon, wenn ich aufstehe? Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: Also da geht es natürlich los. Zum einen ist meine Energie gut, also bin ich wirklich in einem guten energetischen Umfeld unterwegs. Heißt, bin ich schon gestresst morgens? Das ist das eine. Und wie wirkt meine Energie? Und wer jeder, der Kinder zu Hause hat, braucht nur seine Kinder anschauen und dann weißt du ganz genau, welcher Energie du gerade unterwegs bist. Dr. Lucien André Reuter: Jetzt lass uns doch mal den Begriff Energie noch mal bisschen aufgreifen, weil du kennst mich. Für mich klingt das immer alles so ein bisschen schwer zu greifen, ein bisschen nach ... Hokus-Bokus? Was meinst du mit Energie? Also wenn ich an Energie denke, fallen mir physische Formeln ein. Yvonne Faoual: Okay. und die Batterie. Dr. Lucien André Reuter: oder eine Batterie oder ein Akku. Du meinst aber eher eine Energie, wie ich auf andere Leute wirke. Wenn du ich zum Beispiel an meinen Sohn denke, wenn ich morgens aufwache, mit dem falten Fuß ausstehe und direkt schon die Fresse habe, merkst natürlich auch an meinem Sohn, dass der entsprechend anders reagiert, als wenn ich fröhlich singend in seinem Zimmerchen reinplatze und ihn aus dem Bett scheuche. Also das macht eine ganz andere Stimmung, die ich habe. Aber ist dann Stimmung gleich Energie oder greifst das zu kurz? Yvonne Faoual: ganz genau. Also ich würde sagen, die Energie, die du ausstrahlst, ist das, was sich nachher in Stimmung übersetzt. Also sprich, wenn deine Energie eine positive Energie ist, dann fühlst du dich ja auch wohl und dementsprechend hast du ja auch dieses Grinsen im Gesicht. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: Umgedreht kannst du natürlich auch ein Stück weit deine Energie ins Positive kippen, wenn du dich grinsend vor den Spiegel stellst. Also das hängt natürlich schon miteinander zusammen. Aber was ich meine mit diesen Energie, die ich ausstrahle, ist, ich glaube man merkt das immer sehr sehr schnell, wenn man in Räumlichkeiten reinkommt und vorher gab es ein riesiges Streitgespräch. Und... Genau. Dr. Lucien André Reuter: Ja, wenn die Luft so richtig schön drückend ist und man merkt so, Irgendwas stimmt gerade nicht, aber man kam ja später rein und weiß gar nicht so, okay, was ist hier los? Yvonne Faoual: Genau, das ist die Energie, der ich rede. Und diese Energie ist etwas, die Teams unfassbar schnell eine gesamte Teamstruktur kippen lassen kann. Also wenn ich als Führungskraft praktisch in einer schlechten Energie unterwegs bin, dann ist das das klassische Beispiel vom faulen Apfel in der Kiste. Innerhalb kürzester Zeit ist wirklich jeder einfach nur schlecht drauf. Und da kann dein Akku noch so voll sein. Ja, also selbst wenn dein Akku super voll ist, du bist ausgeschlafen, du bist ausgeruht, aber irgendwas ist schiefgelaufen an diesem Tag. was auch immer mit dem falschen Fuß aufgestanden, die falsche Energie. Ja, du kommst mit dieser Energie in dein Team rein und damit kannst du sehr, sehr viel Schaden anrichten. Und das meine ich mit, mit welcher Energie bin ich unterwegs. Und das fängt wirklich damit an, einfach mal morgens schon in den Spiegel zu schauen und sich selbst wahrzunehmen. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: und wirklich sich selbst auch bewusst zu sein, wie bin ich denn drauf heute, wie geht es mir denn eigentlich? Dr. Lucien André Reuter: Das heißt zu der Energie ziehen wir alles dazu, was wir zwar auch vielleicht sehen können, wie Körperhaltung oder ja das Funkeln in den Augen, die Augenringe, wie wir agieren, aber wir zählen auch alles dazu, was wir vielleicht gar nicht so ganz bewusst wahrnehmen, wie vielleicht ein anderer Körpergeruch, der den Körper ausstößt, weil er gestresst ist oder Yvonne Faoual: Hahaha. Dr. Lucien André Reuter: Ja, ein Unterklang in der Stimme, weil man wütend ist, anfängt zu vibrieren. Oder man sagt ja auch, wenn jemand sehr glücklich ist, wird die Stimme ein bisschen höher. Also sowas zählt dann alles mit zu den Energien, mit dazu, beziehungsweise hat einen Impact aufeinander. Yvonne Faoual: Hat einen Impact. hat einen Impact. Also letztendlich, mit der Energie, mit der du unterwegs bist, die wirkt sich praktisch auf alles aus. Also auf deinen Körper, auf deine Körpersprache, die Gestiken, auf alles. Wirklich alles. Also du bist ja Energie im Grunde genommen. Also du bist ja, weißt du wie ich meine? Dr. Lucien André Reuter: Mir fällt ein gutes... Mir fällt ein großes Beispiel an eine Arbeitskollegin von mir, oder eine ehemalige Arbeitskollegin von mir. Die war so ein klassischer Morgenmuffelmensch. Ich muss erstmal meinen Kaffee trinken, danach darfst du mich ansprechen. Die hat auch so eine Kaffeeschüssel gehabt, die dann von außen sichtbar war, je nachdem wie hoch der Pegel vom Kaffee war. Von wegen jetzt auf gar keinen Fall ansprechen. Jetzt besser immer noch nicht, nee gar nicht. So langsam mal vorantasten und wenn die dann leer war, okay was ist deine Scheißfrage? Yvonne Faoual: Hahahaha Sehr gut. Dr. Lucien André Reuter: Also... Und da hast du wirklich gemerkt, wenn ich gerade sehr gut unterwegs war, sehr fröhlich war und da reingeprescht bin und ich konnte tatsächlich mit meiner positiven Stimmung ihre Stimmung komplett nach unten rücken, wenn sie ihren Kaffee noch nicht drin hatte. Also das war dann wirklich so zu viel Energie vielleicht in dem Augenblick. Und nach dem Kaffee war alles super. Dann hat sie auch mitgemacht. alles gut. Aber diese eine Tasse Kaffee morgens, die war hoch und heilig. musste getrunken werden. Und danach war die Batterie sozusagen empfängnisbereit für sämtliche Energien im Raum. Yvonne Faoual: Ja. Das ist eigentlich total schade, weil das, was sie da macht, ja eigentlich richtig. Im Grunde genommen brauchen wir Menschen morgens, wenn wir aufstehen, mal so eine genannte Me Time. Also dieser Begriff Me Time kommt ja nicht von ungefähr. Im Grunde genommen muss ja dein ganzer Körper, dein ganzes... Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: System sich erstmal wieder in den Tagesrhythmus reinfinden. So und was machen 98 % der Menschen, der weggeklingelt, ich drücke es vielleicht noch einmal weg, ich drücke es noch zwei, drei Mal weg, je nachdem wie ich drauf bin und dann springe ich gestresst aus dem Bett, schnapp mir noch einen Kaffee to go, vielleicht noch irgendwie ein Brot, was ich schnell geschmiert habe und renn zur Arbeit, ja, nehme das alles im Auto auf oder zu mir, die die kleinen Kinder zu Hause haben, schon dreimal keine Me-Time mehr, ja, weil alles irgendwie gleichzeitig aufsteht, alles gleichzeitig funktionieren muss. Alles verständlich, eigentlich... Ja, und dann kommen wir ins Büro und nehmen uns erst mal diese Me-Time, diese Zeit, die wir haben, brauchen, ⁓ uns in den Tag einzugrooven. ja, sie hat das halt im Büro gemacht, aber schöner wäre es natürlich, man würde es zu Hause machen. Und wenn du als Führungskraft unterwegs bist, dann ist es gerade umso wichtiger, zu Hause sich in diesen Tag einzubringen, damit du eben mit einer ganz anderen Energie ins Team reinkommst. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Ich habe noch ein gutes Beispiel, das ich gerade gerne nennen möchte, auch wenn der Zeitpunkt vielleicht nicht ganz 100 % passt, weil es später besser reinpassen würde, aber ich kenne mich, ich würde es vergessen. war vorgestern, vorgestern war ich auf dem Metal Business Club Launch Event in Mannheim. Der Metal Business Club ist ein Netzwerk aus Führungskräften, Selbstständigen, beruflichen Personen, die alle Metal hören und lieben. Und seit der Vorstellungshunde von uns wissen wir ja, dass ich ja auch ein Metaller bin. Und warum passt das zu der ganzen Thematik? Weil ich bin in einen Raum reingekommen, wo ich schätze mal so 50, 60 Metaller waren und Ich bin ja auf sehr vielen Business-Events, meistens im Anzugs unterwegs, hochgeschniegelt und angepasst an das ganze Umfeld. Und da waren die gleichen Leute mitunter Leute, die vermutlich ein millionenfaches von den anderen Leuten in den normalen Netzwerken verdienen und umsetzen in ihren Unternehmen. Aber alle in Kutte, Metal-Band-Shirt, suchst ihr aus. Yvonne Faoual: Hahaha Dr. Lucien André Reuter: Und es war eine komplett andere Atmosphäre. Also du hast wirklich diese Spannung, diese Neugierde, das Gleichgesinnte gespürt, als du in den Raum reingegangen bist. Und es war einer der besten Business Events, die ich seit langem hatte, muss ich sagen. Es hat irgendwie mich komplett von der ersten Minute mitgerissen und mitgezogen. Yvonne Faoual: Ja. Dr. Lucien André Reuter: Da muss ich irgendwie tatsächlich gerade dran denken, Thema Energie, weil da war so viel Leadership Power in diesem Raum, wo du den Leuten das natürlich klassische Vorwurf nicht ansehen würdest, dass der überhaupt in einer Firma arbeitet oder geschweige denn eine Firma besitzt oder irgendwas leitet. meine selten dämlich, mir geht es ja genauso. Wenn man mich auf der Straße sehen würde, würde man auch nicht glauben, wer ich bin. Aber es ist ja jedes Mal wieder so beeindruckend, wie diese Energie der Leute so einen ganzen Raum ausfüllen können. Yvonne Faoual: Hahaha Ja. Also das ist ein superschönes Beispiel, weil genau in diesem Beispiel sieht man in dem Moment, also da haben sich wahrscheinlich alle drauf gefreut, ja, auf dieses Event. Vor allen Dingen, weil es natürlich alles Gleichgesinnte sind und dann darf ich endlich das zusammenbringen, was mich ja ausmacht. Zum einen meine Liebe zum Metal und das andere das Wissen zum Business. Also zwei Leidenschaften, die man eben mit sich bringt. Zum einen, ich bin ja nicht ohne Grund-CEO, weil ich mag ja mein Business, deswegen habe ich ja ein eigenes Business oder mache das Ganze. Und zum anderen meddle die Leidenschaft. Und das zusammenzubringen ist natürlich Checkpot von der Energie her. Und jetzt ist die Frage, wie kriegst du als Führungskraft in einem normalen, angestellten Job genau diese Energie hin? Dass das nicht jeden Tag möglich ist, ist mir auch klar. Aber es sollte zumindest angestrebt werden. Dr. Lucien André Reuter: Wie konvertierst du all deine Mitarbeiter zum Metal hören? Yvonne Faoual: Vielleicht nicht unbedingt, aber wie kriegst du diese Energie hin, dass du wirklich gerne, also dass deine Mitarbeiter einfach merken, okay, ich liebe meinen Job und ich liebe, wie das Team agiert und eben nicht rein aus Jobdenken raus in diese Führungsrolle reingeht, sondern wirklich mit einer Energie, die sagt, okay, ich gehe einfach super gern zur Arbeit, mir macht das Spaß. Dr. Lucien André Reuter: Was hat Anerkennung und Vertrauen und Selbstverwirklichung damit zu tun aus Sicht der Mitarbeiter? Yvonne Faoual: Anerkennung für die Mitarbeiter oder von was meinst du jetzt? Dr. Lucien André Reuter: Ja, wo du es gesagt hast, wie bringe ich einen Mitarbeiter dazu, dass er gerne in die Firma kommt und Energie mit reinbringt, ist für mich immer, also habe ich mich gefragt, wenn ich Mitarbeiter wäre, was würde ich von meiner Firma erwarten oder was würde mir gefallen in einer Firma, wo fühle ich mich wohl? Und da sind mir gerade diese drei Punkte in den Kopf reingekommen, wenn mein Chef mir vertraut oder meine Firma mir vertraut und mich machen lässt. Also dass ich kein Mikromanagement habe, als ganz krasses Beispiel zu nennen. Dass ich Anerkennung bekomme für das, was ich tue und wie ich es tue. Ja und... Yvonne Faoual: Ja und jetzt muss ich dich echt leider etwas enttäuschen, weil das sind tatsächlich nicht die drei Punkte, die Mitarbeiter gerne haben wollen im Unternehmen. Es gibt mittlerweile wieder eine neue Studie. Mitarbeiter sind dann am allerglücklichsten im Unternehmen und opfern sich für ein Unternehmen auf. Wir sind schon gespannt, was kommt jetzt? Dr. Lucien André Reuter: Ja. Ich schreib mit, ich will's wissen. Yvonne Faoual: sind dann am glücklichsten Unternehmen und machen alles für ein Unternehmen, wenn sie eine sinnerfüllte Aufgabe haben. eine Aufgabe, die Sinn stiftet fürs Unternehmen, denen Sie komplett aufgehen können, dann sind Mitarbeiter am glücklichsten. Dann ist denen auch vollkommen egal, ob sie da die Anerkennung kriegen oder nicht. Wann brauche ich denn Anerkennung? Anerkennung brauche ich immer dann, wenn ich ja eine Bestätigung von außen brauche, dass ich einen guten Job mache. Aber wenn ich meine Aufgabe, erfüllt, erledigen kann und ich so glücklich bin mit dieser Aufgabe, wie viel Anerkennung brauche ich dann wirklich? Reflektier dich mal. Dr. Lucien André Reuter: Ja. Aber also angenommen, weißt, also ganz konkretes Beispiel aus meiner Vergangenheit. Ich hatte eine Aufgabe, wo ich weiste, ist essentiell für das Unternehmen. meine Kollegen haben das gesehen, mein direkter Vorgesetzter hat das gesehen, aber das ganze obere Management hat es nicht gesehen. Und das hat mir wirklich die Arbeit zur Hölle gemacht, weil ich gegen Zahnräder habe ankämpfen müssen. Da wäre mir die Anerkennung, hätte mir geholfen, ⁓ einfach meine Arbeit auch machen zu können, so wie ich sie gerne tun würde. Yvonne Faoual: Okay. Dr. Lucien André Reuter: Weil den Sinn hatte ich, deswegen habe ich es ja getan. Yvonne Faoual: Also Moment, du hast jetzt gerade noch gesagt, die Arbeit war essentiell. Essenziell bedeutet für mich, die Arbeit war wichtig fürs Unternehmen. So, das hast du so gesehen, aber die Oberen haben nicht gesehen, dass diese Arbeit wichtig fürs Unternehmen ist. So, jetzt hast du natürlich die Problematik, dass du dann... Dr. Lucien André Reuter: Genau, ja. Ja. Yvonne Faoual: eben keine sinnerfüllte Aufgabe hast. Also sinnerfüllte Aufgabe, okay vielleicht muss ich es andersherum beschreiben, eine sinnerfüllte Aufgabe ist, wenn sie zum Sinn des Unternehmensbeitrags, zum Unternehmenserfolg beiträgt. Und die muss natürlich von oben kommen oder vom Unternehmen kommen. Das heißt also im Grunde genommen, du hast eine Vision als CEO oder als Führungskraft und du hast Mitarbeiter, die diese Vision leben. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: Und ich habe letztes Jahr auf dem Founders Summit ganz, ganz viele tolle CEOs kennengelernt von großen Unternehmen. Und ich weiß noch einer hat mir wirklich tatsächlich einen einzigen Satz gesagt, ich mir dachte, wow, okay, der stellt nur Leute ein, die zu 100 Prozent seine Vision leben, die das so geil finden, was er da macht und zwar nicht nur das Business nach vorne bringen, sondern alles drum herum. Also er ist sehr ehrenamtlich auch engagiert. Er ist sehr viel in Stiftungen. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Mhm. Yvonne Faoual: unterwegs und alle Mitarbeiter machen nicht nur den Job im Unternehmen, sondern sind tatsächlich auch in diesen Stiftungen unterwegs. Und das ist ein Einstellkriterium bei ihm. Dr. Lucien André Reuter: Aber schlüssigst dir da nicht ein Unternehmen voller Ja-Sagern zusammen, die alle nur deine Meinung haben? Also manchmal ist ja bisschen Kritik oder andere Meinungen auch zuträglich, wenn sie richtig übermittelt wird. Yvonne Faoual: Also Moment, du darfst nicht verwechseln, eine Vision tragen heißt ja nicht, dass es dort immer Ja-Sager gibt. Es geht ja nur das große Ganze so. Aber im Großen Ganzen kannst du ja trotzdem hergehen und sagen, okay, pass auf, damit das finde ich jetzt nicht so cool, weil wieso trägt es so unsere Vision bei? Und jetzt schauen wir mal ehrlich hin, wie viele Unternehmen haben denn heute noch eine Vision? Dr. Lucien André Reuter: Okay, also das ist große ganze Vision. Nicht, okay. Ja, okay, das... Mhm, na okay, versteh ich. Yvonne Faoual: Die 98 Prozent der Unternehmen möchte ich jetzt einfach mal gnadenlos unterstellen haben die Vision Kohle verdienen. Umsätze generieren und Dr. Lucien André Reuter: Ich wollte gerade sagen, die Vision ist immer, welches Auto kaufe ich mir als nächstes oder wie komme ich an meine Jacht ran oder Flugplatz oder Flughafen. Yvonne Faoual: Ob das so ist, weiß ich nicht, aber sind wir mal ehrlich, zumindestens hier, ich vermute mal im gesamten Dachverband, es gibt wenige Unternehmen, vielleicht mittlerweile sehr viele junge Unternehmen. Also wer sich so bisschen im Start-up-Umfeld auskennt, der kriegt es auch mit, dass ganz viele Start-ups mittlerweile wieder Visionen leben. Aber am Ende des Tages, ich weiß nicht, wie lange diese Visionen halten, meine Mercedes hat auch mal eine Vision, Bill Gates hat auch mal eine Vision. In jedem Haushalt soll ein Computer stehen, so jetzt hat jeder Haushalt drei Computer, worum geht es jetzt dann noch? Weißt du, ich meine? ja, aber eine Vision, trägt und wo Menschen mittragen können. Dr. Lucien André Reuter: Du hast absolut recht, das war sehr überspitzt und provokativ von mir gerade aus, gedrückt auch mit Absicht. Ich bin ja tatsächlich auch hier in der Darmstädter Gründerszene gar nicht so unaktiv und da gibt es halt richtig geile Projekte, also wirklich Menschen. Das ist halt ein bisschen nahbarer, wenn es nur zwei, drei Leute sind, weil da kommst du vielleicht ins Gespräch rein und siehst genau, was die machen und wieso die es machen. Du kriegst die Gründungsreise auch mitunter mit und merkst einfach, ok, zwischen den einzelnen Gesprächen alle paar Monate Yvonne Faoual: Ja, das ist ja auch noten. Ja. Dr. Lucien André Reuter: Die wollen was bewegen, sie wissen teilweise vielleicht noch nicht ganz was oder wenn sie wissen was, aber wissen es noch nicht ganz wie. Und das dann zu sehen ist super cool und selbst wenn es fehlschlägt und die Idee eins nichts geworden ist. Es gibt ein paar, aufgeben, aber die meisten, die ich jetzt bisher getroffen habe, finden eine andere Idee, eine andere Lösung. Und das ist halt natürlich etwas, wo du einfach auch wieder die Energie merkst, weil sie einfach Power haben in ihrer Freizeit, weil verdienen tun sie damit noch nichts. Kann man noch nicht Arbeit nennen mitunter, ist natürlich trotzdem Arbeit, also Aufwand. Yvonne Faoual: Ja. Dr. Lucien André Reuter: da wirklich was erreichen zu wollen, was einfach über dem hinausgeht, okay, ich mach das jetzt nur ⁓ Geld zu verdienen, sondern ich mach das, weil ich daran glaube und natürlich müsste ich irgendwann mal damit Geld verdienen, sonst würde ich kein Unternehmen führen. Yvonne Faoual: Ja klar. Und wenn du das hast, dann kommt automatisch diese Anerkennung. Dann musst du über das Thema Anerkennung gar nicht reden. wenn du Mitarbeiter hast, die an deiner Vision mitarbeiten, dann weißt du als Visionär ganz genau, wie viel Anerkennung die brauchen und wie viel Wertschätzung. Weil das ist für dich Checkpot. Und ich denke, dann müssen wir über das Thema Anerkennung gar nicht mehr reden, weil die Anerkennung dann von jeder Führungskraft, von jedem CEO automatisch kommt. Wie dankbar kann ich denn bitte sein, wenn ich Mitarbeiter habe, die an meiner Vision sich beteiligen und diese leben. Dr. Lucien André Reuter: Und was sagt die Studie zu anderen Motivatoren wie Gehalt, Lueck-Life Balance und Sonstiges? Yvonne Faoual: Also man weiß mit, ich muss die Studie nochmal raus, man weiß mittlerweile, dass ganz ganz viele Menschen tatsächlich auch kündigen, ich glaube sogar auf LinkedIn war die veröffentlicht, ich muss nochmal nachschauen, dass viele Menschen tatsächlich auch kündigen und in Jobs zurückgehen oder in andere Jobs reingehen, wo sie weniger Geld verdienen, weil sie dort mehr Sinn haben, weil sie dort sich wohler fühlen, weil sie dort einfach viel mehr Dr. Lucien André Reuter: Ja. Mhm. Yvonne Faoual: leisten können, also wirklich sinnstiftende Arbeit leisten können. Und ich persönlich kenne aus meinem privaten Umfeld einige Menschen, die tatsächlich in andere Unternehmen gewechselt sind für weniger Geld, aber weil sie einfach sehen haben, okay, ich kann hier was bewegen. Dr. Lucien André Reuter: Ich kenne ein Beispiel, nicht persönlich, aber über drei Ecken, war ein großer IT-Chef, ich glaube, CIO. CTO, ist auch egal, Irgendwann C-Level, großer Konzern, richtig viel Kohle gemacht. Der hat alles hinter sich gelassen, ist Gärtner geworden mit 50 oder 55. Ist natürlich auch leicht, wenn man schon mal einiges verdient hat, sein Leben aufgebaut hat und monetär da nicht mehr drauf angewiesen ist vielleicht in dem Ganzen. Natürlich mit Abstrichen dann im Leben. Aber der hat auch immer gemerkt, das ist eigentlich gar nicht das, was ich möchte. Ich mache jetzt was ganz anderes. Aber ja, ich glaube immer noch so ein bisschen daran, trifft vielleicht nicht auf alle Leute zu, dass es einfacher ist, Yvonne Faoual: Ja. Dr. Lucien André Reuter: auf Sachen zu verzichten, wenn man Grundrauschen an finanziellen Mitteln hat und ab einem gewissen Punkt ist dann tatsächlich ins zweitrangige rückt, dass man dann sagt, ab keine Ahnung x 1000 Euro monatlich, sagt man, okay, ob ich jetzt x oder y 1000 Euro habe, macht jetzt für mich nicht den Motivationsunterschied, den Faktor aus. Dann lieber was sinnstiftendes oder etwas, wo ich weniger verbrenne, mehr Freizeit habe, mehr wie auch immer Familie haben kann, nicht so oft im Ausland bin. Ich glaube, das ist so eine Pyramide, die ja verschiedene Faktoren hat. Yvonne Faoual: Also ich weiß es aus eigener Erfahrung von Unternehmen, denen ich tätig war, dass wenn man Mitarbeiter halten wollte und ihnen außerordentliche Gehaltserhöhungen gab, das gar nichts gebracht hat. Das hielt kurzfristig und später, keine Ahnung, halbes Jahr später haben sie dann trotzdem gekündigt. Dr. Lucien André Reuter: Ja, aber ich glaube, da war der Wurm schon drinne. Wenn jemand schon so weit ist, dass er umschaut und woanders hingeht, dann ist vielleicht sicherlich nicht das gehaltes ausschlaggebende Punkt von der Mitarbeiterklinik, sondern andere Punkte wie halt Sinnanerkennung, Mehrwerte oder auch irgendwie Gruppendynamiken, die dann mehr reinwirken als dann vielleicht doch die 5000 Euro mehr Gehalt im Ende des Jahres. Yvonne Faoual: Ja. Ja. Ja. Du hast es ja so schön gesagt vorhin, dieses Sinnstiftend ist ja bei dir auch untergegangen, weil das Unternehmen einfach den Sinn hinter deiner Arbeit nicht gesehen hat. Und das ist ja auch ein Stück weit Anerkennung. Ein Mitarbeiter macht sinnstiftende Arbeit, die für ein Unternehmen eigentlich wichtig ist. Aber von oben gibt es dann einfach Situationen im Sinne von dir wird die Arbeit erschwert, Projekte fliegen nicht, lange Entscheidungswege, was auch immer. Und dann kannst du einen Menschen natürlich super verkraulen. Dr. Lucien André Reuter: Ja. Yvonne Faoual: dann noch der Sinn in dieser Arbeit, außer dass du dich den ganzen Tag mit irgendwelchen Richtlinien, mit irgendwelchen Anfragen, irgendwelchen Freigaben, mit was weiß ich nicht rum ärgerst. Und da den Switch zurückzubringen zu unserem Thema, Führung im Sinne von sich selbst wahrnehmen, auch da geht es ja schon los. Also wenn ich den ganzen Zeit damit beschäftigt bin als Führungskraft nicht zu führen, sondern mit administrativen Käse drum herum, hat das natürlich auch alles Auswirkungen auf meine Energie. Und nicht nur auf die Energie, wie ich wirke, sondern auch auf die Energie, die ich habe. Dr. Lucien André Reuter: Lass uns doch gerade in dem Rahmen, weil das ein guter Punkt, wieder auf die erste Frage zurückspringen. wie fühlst du, wenn dein Kalender voller ist als dein Akku? Konkret, ich bin jetzt ein Geschäftsführer, Leitende Position, eine Führungsperson und ich würde gerne mehr Zeit ins Führen reinstecken. Aber mein Kalender ist so voll da, Termine, dass ich dafür keine Zeit habe. Was würdest du in deinem Coaching oder in deiner Beratungstätigkeit der Person sagen? Ja, streich mal die Hälfte deiner Termine, ist ja immer leicht gesagt, aber... Yvonne Faoual: Also du hast mir jetzt leider schon vorgegriffen, ich wollte gerade nämlich sagen, als allererstes sollte diese Person mal zu mir kommen und dann bringe ich ihr Neuroimagination bei. Das ist mal Punkt eins. Punkt zwei, es ist natürlich immer sehr schwierig, gerade als Führungskraft bist du natürlich ständig fremd gesteuert. Es gibt ganz so ganz viele Termine, die dir einfach eingestellt werden. Ich habe sehr viele Führungskräfte im Coaching, wo wir immer wieder darüber diskutieren, okay. Dr. Lucien André Reuter: Ja. Yvonne Faoual: Wann machen wir unsere nächste Sitzung? Weil der Kalender so übervoll ist, dann kommen die meistens komplett schon erschöpft zu mir, wo ich dann auch denke, okay, da brauchen wir nicht noch ein Coaching dranhängen heute, weil wenn ich einen 10-Stunden-Tag hatte und dann noch 2 Stunden Coaching, ist das Coaching für die Katz. Kann ich machen, aber ist eigentlich wertlos. Dr. Lucien André Reuter: Ja. Fühlt einen Konto, aber bringt nichts. Macht keinen Sinn. Yvonne Faoual: Mir bringt es Geld, aber das war es dann halt auch so. Hat aber nichts mehr mit ethischem Coaching zu tun. Was sage ich diesen Leuten immer? Ich schlage immer vor, tatsächlich wirklich sich Blocker zu setzen. Blocker tagsüber einzusetzen. muss keine Stunde sein, aber vielleicht immer wieder mal so 10 Minuten. Alle 2-3 Stunden einfach 10 Minuten Blocker reinsetzen und gar nichts Wichtiges machen. Sondern einfach eine Runde ⁓ den Block gehen, ohne Handy. Dr. Lucien André Reuter: Ja. Yvonne Faoual: Einfach mal in diesen zehn minuten fünf minuten aufstehen sich umdrehen zum fenster rausschauen Ohne handy aber was machen denn die meisten Führungskräfte wenn sie zehn minuten zeit haben sie checken ihre e-mails sie checken ihr handy sie gucken in whatsapp rein vielleicht sind sie sogar mal zehn minuten auf insta unterwegs weil sie meinen sie müssen den kopf frei kriegen was totaler quatsch ist weil in dem moment wo ich auf insta oder wo auch immer unterwegs bin durch dieses scrollen permanent dopamin ausgeschüttet wird das heißt mein gehörn kriegt noch mehr stress als es ⁓ schon hat also was tut mir gut nehme ich im sinne Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: nichts tun und das ist ein riesen problem dass wir das in der heutigen zeit verlernt haben wir haben verlernt nichts zu tun die ganzen Führungskräfte die bei mir im coaching sind die kommen und da brauchen wir ja nicht so weit gucken die sitzen dann dran und sagen wenn ich dann sage ja was machst du denn wenn du abends auf dem sofa sitzt ja ich habe das handy in der hand ja ok oder ich check emails aber hast du denn wann hast du denn das letzte mal wirklich nichts getan Und ich glaube, können sich ganz, ganz viele Führungskräfte in ihr Leben dann gar nicht mehr daran erinnern. Und wir verwechseln dieses Nichtstun immer mit Langeweile, weil wir immer glauben, wenn wir viel in Action sind, wenn wir ständig rennen, wenn wir ständig Termin haben, sind wir wichtig, dann sind wir produktiv. Völliger Blödsinn. Dr. Lucien André Reuter: Ja. Das erhöht diese Story, die man von sich selbst erzählt. Ich habe es bei meinem Vater ganz krass gemerkt. Bis dann irgendwann der Punkt kommt, dass mein Rente geht oder halt nicht mehr arbeitet und dann merkt, Moment, ich bin ja doch gar nicht so wichtig, wie ich die ganze Zeit gedacht habe. Zumindest im beruflichen Kontext. Und auf einmal ist diese ganze Story, die man immer erzählt hat, man ist so beschäftigt, man muss jetzt hier, man muss da machen, die ... merkt man selbst, dass die gar nicht gestimmt hatte. Yvonne Faoual: Ja. Also und deswegen kann, also mir kann keine Führungskraft erzählen, dass es nicht möglich ist, sich zwischen den Terminen bewusst, also Anfang der Woche schon bewusst einfach Blocker reinzusetzen. Natürlich gibt es immer fremdbestimmte Termine von einem CEO, von einer höheren Führungskraft, wo es heißt, okay, wir haben keine Alternative, ja. Aber du hast ja nicht nur solche Termine, du hast ja Kundentermine, du hast Mitarbeitertermine. Und manchmal kriegt man Termine eingestellt, wo man sich ja selber auch fragt, warum muss ich denn dabei sein? Dr. Lucien André Reuter: Ja. Yvonne Faoual: Und wir haben ja ganz viele Führungskräfte in den Unternehmen, die ja den ganzen Tag in irgendwelchen Meetings sitzen und drei davon eigentlich pro Tag streichen könnten, aber sie das total cool finden, weil sie sind ja dann wichtig. Und das sage ich jetzt bewusst so provokativ, weil wir einfach verlernt haben, Dinge wirklich für uns zu entscheiden, was denn wichtig ist und was nicht. Dr. Lucien André Reuter: Ja. Yvonne Faoual: Also wir sind so drauf trainiert worden, dass wenn ein Termin kommt, wir den wahrnehmen müssen und gar nicht mehr hinterfragen, muss ich da überhaupt rein? Ist der überhaupt sinnvoll? Was kann ich denn überhaupt dazu beitragen in diesem Termin? Und wenn ich als Führungskraft, also wie oft sind Führungskräfte in operativen Terminen dabei? Diese eigentlich gar nicht. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. kommt aus Unternehmen drauf an, eigentlich müssten sie nicht dabei sein, sind aber sehr häufig dabei, weil sie dann trotzdem meinen mitreden zu müssen oder gar nichts zu verstehen. Yvonne Faoual: Wann auch? Ja, also warum muss ich, warum muss ich, ich kann mir als Führungskraft auch immer wieder die Frage stellen, muss ich da wirklich dabei sein und wenn ja, warum? Also nicht nur, ja ich muss dabei sein, weil ich muss ja wissen, was meine Mitarbeiter machen, ich muss ja wissen, worüber gesprochen wird, sondern tatsächlich warum muss ich dabei sein und wirklich mal ehrlich hinzuschauen und sich selber auch zu reflektieren und zu sagen, eigentlich, und ich sage es jetzt wirklich bewusst zu provokant, möchte ich nur dabei sein, damit ich weiß, was im Team abgeht. Damit ich weiß, worüber die sprechen und was ist denn der tatsächliche Grund dahinter? Ich habe kein Vertrauen zu meinen Mitarbeitern. Dr. Lucien André Reuter: Hm. Ich habe gestern Story gehört von einer Person, die den Umschwung und die Einführung der E-Mails in Unternehmen mit erlebt hat live. Und damals war das so, dass auch der Vorgesetzte, Geschäftsführer, was auch immer, der nächste höhere Person gesagt hat, alle E-Mails, die aus diesem Unternehmen rausgehen, landen bei mir aus dem Tisch, ich unterschreibe die. Das hat so ungefähr einen halben bis Tag gedauert, bis er gemerkt hat, wie viele E-Mails da rausgehen und da war die Thematik erledigt. Aber ja, irgendwie, so etwas einführt oder auch mit KI auch ganz häufig. Es muss immer alles fünfmal überwacht werden, fünfmal kontrolliert werden und man verhindert viel Outcome dadurch, dass man es gar nicht passieren lässt manchmal. im Kontext der KI, je nachdem was es ist, muss man kontrollieren, weil wir wissen, was jeder Fehler macht. Aber ganz ehrlich, wenn wir ihn als Praktikanten, also die KI als Praktikanten sehen würden, die macht ja auch Fehler. Da gucken wir auch nicht über jeden einzelnen Step immer und immer wieder ganz granular rüber. Wir geben Leitplanken, wie wir schon so oft gesagt haben. Vielleicht müssen wir da ein bisschen hinkommen. Das heißt, ⁓ nochmal die Frage aufzurollen, dein Tipp wäre jetzt, nehmt euch Blocker, kleinere Zeit. Punkte, wo ihr mal rausgeht und block läuft, vielleicht mal ein bisschen bewegen, auch tut unserem Rücken ganz gut, wenn wir viel sitzen und dann einfach mal das Handy weg zu lassen. Ist eine Herausforderung. Yvonne Faoual: Genau. Also einfach wirklich nichts tun. meine, spazieren gehen ist ja auch etwas, ja. Aber wirklich spazieren gehen und wirklich mal einfach nichts versuchen, nicht die ganze Zeit ans Business zu denken. Und ich wette, dass alle, die jetzt gerade zuhören, sich überlegen, ⁓ mein Gott, wie soll das gehen? Ich kann ja meinen Kopf nicht ausschalten, das ist ja keiner Hebel. Das geht, es geht tatsächlich. Also das ist halt eine Trainingssache. Und Dr. Lucien André Reuter: Ja. Yvonne Faoual: Unser Nervensystem braucht aber einfach diese Ruhe zwischendrin, weil sonst fährt es einfach irgendwann nicht mehr runter. Und dann sind wir wieder bei diesem Thema Energie, weil wenn dein Energielevel von der Batterie her ganz ganz unten ist, dann kannst du mit keiner guten Energie mehr auf diesem Planeten unterwegs sein. Das geht gar nicht. Dr. Lucien André Reuter: Vielleicht ist das ein gutes Überzeugungsargument, dass man diese 10 Minuten oder sagen wir über einen Tag hinweg vielleicht eine halbe Stunde, die opfert man, ⁓ aber langfristig genügend Leistung erbringen zu können. Das heißt, wenn man jetzt von Opinitätskosten sprechen würde, wenn wir das nicht machen, laufen wir Gefahr, dass die Leistung zwar zu 100 Prozent oder 150 Prozent erbracht wird, aber die Qualität dieser Leistung einfach nur grottisch ist. Könnte man das so als Verkaufsargument sagen? Yvonne Faoual: Ja. Also... Dr. Lucien André Reuter: ⁓ die Leute zu überzeugen, 10 Minuten, 30 Minuten am Tag verteilt mal aufzustehen und nichts zu tun. Weil sonst würde mir ja jeder sagen, warum kann ich nicht machen, verlieren wir Geld, das sind ja pro Minute 50.000 Euro, die hier verbrannt werden, wenn ich nichts tue. Geht ja nicht. Yvonne Faoual: Also ich bin ja... Ja, dann stelle ich mir immer die Frage, was machen Sie dann, wenn Sie auf Toilette gehen oder in der Kaffeeküche stehen? Sind wir doch mal realistisch. Diese 10 Minuten haben wir doch sowieso. Wie viele Minuten stehen wir in den Kaffeeküchen und quatschen? Wie viel die Toilette lasse ich jetzt mal raus, weil das sind einfach menschliche Bedürfnisse. Aber an alle Raucher da draußen, wie oft stehe ich mit der Zigarette draußen und rede übers Business? Wie oft stehe ich in der Kaffeeküche und rede übers Business? Dr. Lucien André Reuter: Ja. Yvonne Faoual: Das wird ja alles schön unter dem Deckmantel Arbeitszeit deklariert. Ist ja auch in Ordnung. Aber wenn ich zehn Minuten habe Kaffee zu trinken und das dreimal am Tag, dann kann ich mir davon zehn Minuten rausschneiden und einfach mal nur für mich sein. Und einfach mal nach innen gehen und zu sagen, hey, wie geht es mir denn gerade? Und das ist für mich absolut wichtig. Wir haben mittlerweile eine so hohe Zahl an ausgebrannten Führungskräften und die Zahlen steigen weiter. Und das Problem ist, dass 25 Prozent der Menschen das gar nicht mehr schaffen ihren Stresspegel abzubauen. Und wie willst du denn dann noch energetisch führen? Das geht gar nicht. ist Ding der Möglichkeit. So ungefähr so, als würdest du eine Batterie in eine Taschenlampe stecken und die ganze Zeit auf den Knopf drücken und erwarten, dass die leuchtet. Die zuckt nicht mal mehr. Aber so kann man sich es tatsächlich vorstellen. Dr. Lucien André Reuter: Das ist ein super Übergang übrigens zu der zweiten Frage. Wie bleibst du klar, wenn dein System dauerhaft überlastet ist? Yvonne Faoual: Gar nicht. Geht nicht. Weil dein System die... Nein, geht nicht. Du kannst nicht klare Entscheidungen treffen, wenn dein System dauerhaft überlastet ist. Wenn dein System dauerhaft überlastet ist, ist dein Gehirn die ganze Zeit mit Cortisol geflutet. Cortisol ist dazu da, ⁓ uns zu schützen vor Gefahrensituationen. Übersetzt heißt das, wenn du die ganze Zeit in einem überlasteten Nervensystem steckst, dann bist du die ganze Zeit im Überlebensmodus. Und dementsprechend reagiert dein Gehirn auf Entscheidungen nur noch im Sinne von ist es wichtig zum Überleben, ist es nicht wichtig zum Überleben und zwar nicht fürs Unternehmen, sondern für dich persönlich. Deswegen werden unter Stress so viele Fehlentscheidungen getroffen. Dr. Lucien André Reuter: Und was würdest du jetzt den Geschäftsführern oder Führungskräften sagen? Die sagen, ja, aber die Yvonne hier, erzählt ja total einen Unfug, weil ich bin schon seit fünf Jahren gestresst und das Unternehmen läuft und ich treffe ja nur gute Entscheidungen und ohne Stress kann ich gar nicht leben. Yvonne Faoual: Hahahaha Vielen Ist das so? Würde ich dann sagen. Also ist das wirklich so? Ja, das Unternehmen läuft, aber warum läuft denn das Unternehmen? Also letztendlich sind es ja nicht die Geschäftsführer, die die Entscheidungen treffen, sondern die Mitarbeiter auf unterer Ebene, beziehungsweise die vielleicht Entscheidungen ausführen, die der CEO getroffen hat. Es kommt aber darauf an, welcher Größe vom Unternehmen reden wir. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: Also wenn ich jetzt ein CEO bin mit zehn Mitarbeitern, glaube dann kriege ich sehr sehr schnell Feedback im Sinne von meinen Mitarbeitern, hey das läuft hier gerade nicht so wie wir uns das vorstellen. Und das Unternehmen läuft dann trotzdem. Aber andere Frage, wie gut würde es denn wirklich laufen, wenn der CEO klar wäre? Dr. Lucien André Reuter: Oder wie gering werden die Fluktuationszahlen auf einmal? Ist vielleicht auch so ein Indikator, wenn die sehr hoch sind, dass irgendwas schief läuft. Außer das ist absichtlich gewünscht. Yvonne Faoual: Ja. Also ich kann als, natürlich bin ich als CEO immer wieder verantwortlich für all diese Dinge, Aber wenn zu mir jemand kommt und sagt, naja, das läuft ja schon seit fünf Jahren und ich sehe, wie die zappelig neben mir sitzen im Coaching, dann sag ich denen knallhart, ja, das läuft noch zwei Jahre und dann hast du einen Burnout und dann läuft gar nichts mehr. Es ist einfach so, ja. Also die Ausfallkosten unter Führungskräften sind im Moment so unfassbar hoch und ich appelliere da immer wirklich an alle Unternehmen, schaut da wirklich hin. Präventiv gesehen mit Führungskräfte vor einem Burnout zu schützen, ja das sind Kosten. Aber was kostet mich eine Führungskraft, die sechs Monate oder länger ausfällt? Und wenn jemand im Burnout ist, dann wartet der heute teilweise ein Eineinhalb Jahre, wenn es sogar blöd läuft, zwei Jahre auf einer Therapie oder Rehaplatz. Dr. Lucien André Reuter: Das ist jetzt aber ein wirklich spannender Punkt. Was würdest du den Firmen konkret raten an Maßnahmen? Also was kann eine Firma tun, ⁓ vorzubeugen, gerade bevor es zu spät ist und bevor die Person im Burnout ist? Yvonne Faoual: Ja, also ich gehe ja selber auch in Firmen rein und was ich definitiv vorschlage ist einfach mal sich mit dem ganzen Thema auseinanderzusetzen Stressbiologie, also wie entsteht denn Stress überhaupt? Warum ist es so wichtig, dass wir da hinschauen? Und warum ist es so dumm, wirklich dumm zu sagen, gestresste Menschen sind erfolgreiche Menschen? Weil ja, das machen die vielleicht 3, 4, 5 Jahre, vielleicht auch 10 Jahre, je nach Resilienz, die die jeweilige Person hat, aber eben nicht dauerhaft. Und eine Person, die 10 Jahre bei mir im Unternehmen ist und dann wegen Burnout ausfällt. vielleicht langfristig oder gar nie wiederkommt, muss sich ersetzen. Und damit geht nicht nur Wissen verloren, weil wenn jemand mit dem Burnout ausfällt, dann macht er nicht noch eine Übergabe. Dann ist der weg und damit auch Unmengen von Wissen. Und deswegen präventiv reingehen im Sinne von, hey, Aufklärung, woran erkenne ich bei mir selber, dass ich schon in einem Stresslevel bin? Es gibt unzählige Möglichkeiten, das selber zu testen, dass die Führungskräfte sich selbst, da sind wir wieder am Anfang unseres Podcasts, sich selbst wahrnehmen, wo stehe ich denn aktuell und für sich selber auch die Verantwortung übernehmen und das Unternehmen tatsächlich aufklären und sagen, und jetzt kommen wir an den Punkt, wo 80 % der Männer jetzt aufschrecken, wenn ich das sage. Und zwar im Sinne von, ich darf auch mal schwach sein. Ich darf auch mal zugeben, dass es nicht mehr geht. Ich darf auch mal zugeben, bis hierher und nicht weiter. Und das hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern das hat absolut was mit Selbstfürsorge zu tun. Und diese Selbstfürsorge ist so wichtig, weil nur wenn ich mich selber oder für mich selber sorge und es mir gut geht, kann ich für andere da sein. Und es trifft ja nicht nur die Mitarbeit, das trifft ja auch zu Hause die Familienmitglieder. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. und Wo würdest du sagen, siehst du die Verantwortung? Siehst du die bei der Nächstführenden Führungskraft, jedenfalls den Geschäftsführer, je nachdem wie die Hierarchie ist, beim Betriebsarzt, beim Betriebsrat, bei welcher Organisationseinheit ist denn jetzt dafür zuständig, sich mit der Materie zu beschaffen oder muss es die HR-Abteilung sein, die durch Zufall auch noch für die Weiterbildungskurse zuständig ist und sagt, wir müssen jetzt einen Weiterbildungskurs in Stressmanagement buchen? Also wie ist denn deine Erfahrung? in den Unternehmen, dass es aufgebaut ist. Yvonne Faoual: Also tatsächlich haben ganz ganz viele Unternehmen noch gar nichts in der Richtung. Es gibt einige große Unternehmen, die sehr stark in diesem Thema unterwegs sind. Kleine KMUs sind da überhaupt nicht aufgestellt. Da wird das Thema immer noch gerne unter den Tisch gekehrt. Je nachdem, wie groß ein KMU ist, aber große Konzerne sind da viel, besser aufgestellt, weil die natürlich auch die Möglichkeiten haben. Ganz viele kleinere Unternehmen sagen ja, aber betriebliches Gesundheitsmanagement kostet ja so viel Geld. Und dann sag ich immer ja, mag sein, aber ein Vortrag. kostet vielleicht, keine Ahnung, 500, 600 Euro, 1.000 Euro, wo einfach ein Bewusstsein geschaffen wird. Und wenn dieser Schritt mal getan ist, dann ... finde ich zusätzlich, dass jeder einzelne Mensch für sich selber diese Verantwortung übernehmen sollte. Und nicht abgeben, im Sinne von, ja mein Arbeitgeber hat ja nicht dafür gesorgt, dass es mir gut geht. Sondern jeder einzelne Mensch ist dafür verantwortlich, sich selber zu reflektieren. Was machen denn meine Coaches, wenn die zu mir kommen? Die kommen zu mir, weil sie sich selber reflektiert haben und festgestellt haben, wow, bis hierher und nicht weiter, es geht nicht mehr. Warum nicht schon früher? Und in dem Moment, wo ich mich selber schon viel früher reflektiere und das alles wahrnehme, da sind wir wieder bei der Selbstwahrnehmung von ganz am Anfang, komme ich gar nicht erst in dieses Level, bin aber offen und empathisch dafür, dass ich dann auch sehe, okay, warte mal, da hinten mein Kollege, das sieht gerade nicht so gut aus, ich glaube, der ist nicht so gut in der Selbstwahrnehmung und dann eben die Fürsorge miteinander und füreinander. Dr. Lucien André Reuter: Weißt du oder was sind deine Erfahrungen mit der Prävention umgehen? Weil aus meiner Erfahrung ist es so, die Krankenkasse greift meistens dann erst, wenn die Scheiße am Dampfen ist und ich im Burnout drinne bin. Gibt es da mittlerweile oder merkst du einen Shift, einen Drift, der auch sagt, okay, wir erkennen, dass man proaktiv was machen muss, bietet den Leuten keine Ahnung. eine Kur an, ein Coaching bei dir, gibt es da irgendwas in der Richtung oder ist das noch nicht Thema in Deutschland? Yvonne Faoual: Also es ist ein Thema in Deutschland und jetzt kommen wir zum absoluten Fail. Es ist sogar ein Riesenthema, weil die Zahl an psychisch erkrankten Mitarbeitern ist in den letzten Jahren so drastisch gestiegen. Die Zahlen sind so hoch wie noch nie zuvor. Und präventiv bieten die Krankenkassen natürlich Gesundheitsprogramme für Unternehmen an, auch die Betriebskrankenkassen im Sinne von Yoga-Kurse, Achtsamkeitsübungen, Atemtechniken. Die wenigsten schauen aber genau hin, bzw. wer macht denn diese Kurse, nämlich die Leute, die Zeit haben. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Yvonne Faoual: Und dann ist es auch wieder so typisch deutsch im Sinne von, ja darf ich das denn während der Arbeitszeit machen? Dann sagen die Unternehmen, während der Arbeitszeit nicht, aber du kannst es gerne zum Feierabend machen, aber wir bezahlen dir das so. Und wer macht es denn dann wirklich? Also das wird angeboten. Wenn die Leute tatsächlich aber schon im Burnout sind oder in diese Richtung schlittern, ha, Fun Fact, seit diesem Jahr wurden die Leistungen dafür gestrichen. Dr. Lucien André Reuter: Hm. Yvonne Faoual: von den Krankenkassen. Also Zusatzleistung für Therapieplätze, Coaching wird sowieso kaum bezahlt oder nur von den privaten REHA-Maßnahmen wurde gerade für diesen Bereich tatsächlich gestrichen, beziehungsweise nicht ganz gestrichen, aber runter reduziert das Budget von den Kassen. Also umso wichtiger, dass wir zukünftig mehr auf uns selber achten und jeder für sich selbst, weil Dr. Lucien André Reuter: Schön. Yvonne Faoual: Ich hatte letztens sogar einen Coachie, das war total krass. Wirklich hardcore Burnout, also da ging gar nichts mehr. Diese Person lag wirklich apathisch im Bett und wusste nicht mal mehr, dass sie essen sollte. Also wirklich richtig richtig durch. Und die hat nach vier Wochen ein Schreiben von der Krankenkasse bekommen, dass sie doch bitte gucken soll, dass sie schnell genesen soll, weil sie sollte ja dann wieder arbeiten gehen. Dr. Lucien André Reuter: Hm. Das ist genau das, was du in dem Augenblick brauchst. Ich meine, ich habe das ja nicht studiert, aber so als Laie würde ich ja schon behaupten, das ist genau das Richtige in dem Augenblick. Yvonne Faoual: Genau. Also spannend, so ein Aufforderungsstein. Genau, also an so einem Punkt sind wir. Und deswegen ist es für mich auch so super, super wichtig, immer wieder da reinzugehen und aufzuklären. Und du weißt ja selber, für mich ist das ein absolut leidenschaftliches Herzensthema. Ja, weil es geht ja nicht nur ⁓ die Mitarbeiter, es geht ja nicht nur ⁓ Unternehmen, sondern hinter jeder einzelnen Person, die energetisch komplett ausgelaugt ist, hängen Familien. Jetzt kommen wahrscheinlich die ein oder andere und ja, ich habe aber keine Kinder. Nein, hast du nicht. Aber du hast vielleicht eine Partnerin oder ein Partner. Du hast vielleicht Eltern, du hast Großeltern und alle. Dr. Lucien André Reuter: Nicht schuld Kröte. Yvonne Faoual: werden und alle sind betroffen. meine, eine solche Situation in der Familie und es betrifft die komplette Familie und dessen sind sich die Menschen immer gar nicht bewusst. Weil du spielst nicht mehr mit deinen Kindern, du gehst nicht mehr mit deinen Kindern in Urlaub und wenn du in den Urlaub gehst, bist du sonst wo. Aber du bist körperlich da, aber du bist nicht geistig da, du bist nicht präsent. Und das sind Zeiten, die kriegst du nie wieder. Dr. Lucien André Reuter: Ich habe das tatsächlich auch noch mal als Beispiel. Ein Bekannter von mir, hat einen Hund. Und der hatte auch eine super stressige Phase, weil das Unternehmen wirklich kurz vor der Insolvenz war und der ist mit dem Hund nur noch einmal am Tag rausgegangen. Yvonne Faoual: Mhm. Der Hund oder der Bekannte? Mhm. Dr. Lucien André Reuter: Wo ich mir dachte, das kannst du doch nicht machen. Du bist im Homeoffice, du gehst nur einmal am Tag mit einem Hund raus. Du musst dreimal am Tag mindestens raus. Geh mit dem 10, 15 Kilometer am Tag spazieren. Das braucht der. Das war ein großer Hund. Das braucht der. Ja, aber er hat keine Zeit dafür. Guck mal, du jetzt die Stunde Zeit nimmst, mit dem spazieren gehst. Was glaubst du, produktiv du danach wieder arbeiten kannst? Yvonne Faoual: Ja. Ja. Ja, also das ist es halt. Und selbst wenn ich jetzt komplett ein Mensch bin, der absolut introvertiert ist, kein Haustier hat, keine Freunde hat, gar nichts, wirkt sich das trotzdem auf dein Umfeld aus im Sinne von du wirst zu messy, du räumst nichts mehr auf, weil du es nicht mehr heimkriegst. Und dann zieht das Schleifen ohne Ende. Und das weiß man auch aus der Psychologie, wenn du in einem völlig unaufgeräumten Haus oder Zimmer sitzt, kannst du schon dreimal nicht mehr denken, weil Chaos auf dem Tisch ist Chaos im Kopf. Ich weiß nicht, jetzt kommen die ein oder andere und sagen ja, aber das Genie regelt das Chaos. Bei mir sieht es auch manchmal chaotisch aus. Die Frage ist aber, wie lange ist es chaotisch? Dr. Lucien André Reuter: Ja, genau. Und gibt es eine Struktur in dem Chaos oder gibt es gar keine Struktur? Aber auch zu viel ist nicht gut. Also ich merke selbst, wenn meine Frau ist auch eher der ordentliche Part, die hat immer ihren Tisch blitzplank, bei mir ... Yvonne Faoual: Genau. Dr. Lucien André Reuter: wächst das und ich habe mir mittlerweile angewöhnt, also einmal die Woche, alle zwei Wochen wieder zu eraisen und dann wieder aufzubauen. Hat den großen Vorteil, dass ich es immer abarbeite dann alle paar Wochen oder alle ein, zwei Wochen. Yvonne, mit einem Blick auf die Zeit, wir neigen uns dem Ende gegenüber. Was ist das, was du unseren Zuhörern am Ende mitgeben wollen würdest? Yvonne Faoual: Wachsensinn lassen. Ja. Ja. Ich glaube, ich habe schon mehrmals gesagt, dass jeder für sich selbst zum einen verantwortlich ist. Wenn ich für mich zu 100 % die Verantwortung übernehme, dann kann ich auch ... wirklich für alle anderen die Verantwortung übernehmen, aber dann kann ich auch für alle anderen da sein, dann kann ich dafür sorgen, dass mein Team funktioniert, dass mein Business funktioniert, dass ich klare Entscheidungen treffen kann und am Ende des Tages, wie in allen Dingen, hängt es immer von einem zu 100 % persönlich ab. Dr. Lucien André Reuter: Damit herzlichen Dank, Yvonne. Yvonne Faoual: Sehr gerne. Dr. Lucien André Reuter: Das war Folge 23. In nächsten Folge, übrigens unserer Staffelfinale für Folge 2, sprechen wir über Human Leadership in AI-Zeiten, über das Herz als Kompass. Also wir runden das Ganze nochmal ab. Ich denke auch, wir werden bis letztes Mal so bis nochmal durch die ganzen einzelnen Punkte durchgehen, zu jedem was sagen. Es ist ja doch Staffel 2 Thema Führung, ging es in Schrittweisen immer wieder um die gleichen Sachen aus anderen Aspekten. sodass das schon Überschneidungspunkte hatte, wir uns öfters wiederholen mussten oder durften konnten. Trotzdem alles so bisschen nochmal geortet werden kann vielleicht. Und ja, was bleibt mir zu sagen? Wenn dir die Folge gefallen hat, abonnier unseren Podcast, teile sie mit jemandem, der gerade super viel Verantwortung trägt und genau das vielleicht gerade hören müsste. Yvonne Faoual: Und vielleicht, wenn ich da einen Tipp einwerfen darf, auf meiner Homepage gibt es so einen kleinen Self-Check, so 2-Minuten-Self-Check, wo man einfach so paar Fragen beantworten kann und dann einfach mal gucken, wo stehe ich denn gerade. Dr. Lucien André Reuter: Kiano? würde ich sagen gibst du uns den link nachher hier rein und dann werden wir den mit hochladen so dass die leute nicht lange suchen müssen ja dann bis zur nächsten folge von digital sense die human side of the eye bleibt klar bleibt verbunden und vergesst nicht gute führung beginnt nicht bei mehr kontrolle sondern bei bewusster energie Yvonne Faoual: Genau. ... Dr. Lucien André Reuter: Und damit, ciao Kakao und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Yvonne Faoual: Ciao!