Latest / Gin And Talk / Fritz Becker über Wein, Verantwortung und Tradition
Transcript
- 0:00Speaker 0: Die Grenze hat sich öfter mal verschoben und daraus resultiert der kuriose Fakt, dass wir heute fünfundsiebf Prozent der Weinberge auf französischen Boden bewirtschaften.
- 0:08Speaker 0: Wir dürfen da deutsche Weine produzieren!
- 0:10Speaker 0: Das ist absolut ein Noven glaube ich.
- 0:12Speaker 0: es gibt's weltweit fast gar nicht.
- 0:14Speaker 0: ob es gibts nur bei uns in Schweigen.
- 0:17Speaker 0: mein Großvater war da total dagegen weil er überzeugter Genossenschaftler war.
- 0:21Speaker 0: und naja dann hatte er angefangen hier berühmte Reben zu pflanzen die er illegal zum Teil des Frankreiches eingeführt hat.
- 0:27Speaker 0: Spätbegründer Schwierig im Anbau.
- 0:30Speaker 0: Das heißt, die Erträge können stark schwanken.
- 0:32Speaker 0: als Beispiel wenn es jetzt während der Ende Zeit Anfang September mal drei vier Tage regnet dann ist es so dass auf einmal dreißig viert Prozent vielleicht vom Ertrag einfach Ausschuss sind.
- 0:41Speaker 0: fallen kommen dann auf den Boden.
- 0:43Speaker 0: das heißt wir machen zwischen hundertzwanzig und zweieinhalb zwanzig tausend Klassen
- 0:46Speaker 1: herzlich willkommen.
- 0:48Speaker 1: mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:54Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Fritz Becker.
- 0:57Speaker 1: Er führt das Weingut Friedrich Becker in der Pfalz einen Familienbetrieb in siebter Generation, der vor allem für seine herausragenden Spätburgunder bekannt ist.
- 1:07Speaker 1: Mit viel Geduld, Handarbeit und einem kompromisslosen Qualitätsanspruch setzt er die Vision seines Vaters fort und entwickelt sie weiter.
- 1:16Speaker 1: Spätburg-Under gehört zu den anspruchsvollsten Rebsorten überhaupt.
- 1:19Speaker 1: Er verlangt Fingerspitzengefühl, Erfahrung und den Mut Entscheidungen zu treffen, deren Ergebnis sich oft erst Jahre später zeigt.
- 1:27Speaker 1: Ich wollte von Fritz wissen was ein wirklich großartigen Wein ausmacht wie sich sein eigener Blick auf Wein im Laufe der Zeit verändert hat und warum die Arbeit im Weinberg nie aufhört sich weiterzuentwickeln.
- 1:40Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Genetalk gefällt, folge uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:50Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du als Video-Podcast auf unserem YouTube Kanal.
- 1:55Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:09Speaker 1: Herzlich
- 2:09Speaker 0: willkommen an unseren Bartresen.
- 2:12Speaker 1: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin and Talk!
- 2:17Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere
- 2:24Speaker 1: Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 2:35Speaker 1: Lieber Fritz ich freue mich sehr dass wir uns heute hier in München treffen können um über Wein zu sprechen über dein Weingut zu sprechen, über die ganze Geschichte dahinter und wie alles dazu kam.
- 2:44Speaker 1: herzlich willkommen
- 2:45Speaker 0: Schön, dass wir hier sind.
- 2:47Speaker 1: Ihr seid in der Pfalz?
- 2:49Speaker 1: Vielleicht kannst du mal einmal kurz so grob beschreiben wo ihr da genau seid weil das ist ja tatsächlich ein bisschen spezieller bei euch weil sehr nah an der französischen Grenze und teilweise in Deutschland und so gesehen auch teilweise in Frankreich.
- 3:02Speaker 0: Genau richtig ganz kurios Geschichte bauen sie eigentlich historisch bedingt.
- 3:06Speaker 0: also wir sind im südlichsten Teil der Pfals in Schweigen am deutschen Weintor Das ist quasi von Karlsruhe, wer es kennt, vierzig Kilometer westlich und sechszig Kilometern nördlich von Straßburg.
- 3:17Speaker 0: Es war ein gutes zweihundert Meter von der deutsch-französischen Grenze entfernt.
- 3:22Speaker 0: Wir machen Weinbau... also ich bin das die siebte Generation.
- 3:25Speaker 0: Wir haben recht lange Historie.
- 3:27Speaker 0: Unser Dorf hat über achthundert Jahre Tradition für Weinbau Im speziellen für spätbeugunder Rotbeugünder.
- 3:35Speaker 0: Was ungewöhnliches Ja.
- 3:37Speaker 0: Und jetzt sitz' ich hier.
- 3:39Speaker 1: Ihr habt so um die achtundzwanzig Hektar Land, auf dem ihr Wein anbaut.
- 3:45Speaker 1: Wie viele verschiedene Sachen kann man denn auf so einer Fläche eigentlich machen?
- 3:50Speaker 0: Leider zu viele.
- 3:52Speaker 0: Das ist so das traditionell in der Pfalz ist es so dass nach dem zweiten Weltkrieg recht viele Rebsorten angepflanzt wurden, die traditionell gar nicht angesiedelt waren.
- 4:02Speaker 0: Mein Vater war ein Pionier im Bezug auf die Fokussierung auf historische Rebsorte die eine Geschichte hatten bei uns.
- 4:11Speaker 0: Aufgrund unserer Grenzsituation, wir haben eine recht bewegte Vergangenheit und ein oder andere weiß ja dass das älterst mal mit Hand französisch ist.
- 4:20Speaker 0: Ich bin immer froh wenn die Leute lachen dann.
- 4:23Speaker 0: Also wie die Grenze hat sich öfter einmal verschoben und daraus resultiert der kuriose Fakt, dass wir heute fünfefünf Prozent der Weinberge auf franzisischen Boden bewirtschaften.
- 4:32Speaker 0: Wir dürfen da deutsche Weine produzieren!
- 4:34Speaker 0: Das ist absolut nuven glaube ich.
- 4:36Speaker 0: es gibt's weltweit fast gar nicht.
- 4:39Speaker 0: Gopfs gibt es nur bei uns in Schweigen.
- 4:42Speaker 0: Wie gesagt, siebte Generationen.
- 4:43Speaker 0: Wir hatten unerfreuliche Unterbrechungen beim zweiten Weltkrieg.
- 4:47Speaker 0: von nonznetfvierzig bis fünfundfünfzig hat die Familie durften mein Großvater die Weinberge auf der französischen Seite nicht mehr bewirtschaften.
- 4:56Speaker 0: Das sind die Weinwerke man zwangsenteignet aus Gründen, die wir uns alle denken können.
- 5:02Speaker 0: also das war eine sehr schwierige Zeit.
- 5:05Speaker 0: In den letzten Jahren wurde der Staatsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich geregelt, dass die Schweigener-Winzer ihre Weinberge wieder bewirtschaften dürfen.
- 5:14Speaker 0: Dafür bekommt die Gemeinde Weisenburg Waldwasserwiesenrechte auf deutscher Seite.
- 5:20Speaker 0: Daraus resultiert das kuriose Fakt, dass wir mit französischem Traum deutsche Weine machen dürfen.
- 5:27Speaker 1: Ihr habt ja nicht immer nur Wein gemacht, wenn ich das richtig verstanden habe.
- 5:32Speaker 1: Sondern eigentlich war euch erst, ich glaube Mitte der Siebziger voll und ganz dem Wein sozusagen verschrieben und wart davor eigentlich eher so ein landwirtschaftlicher Mischbetrieb oder?
- 5:41Speaker 0: Genau!
- 5:41Speaker 0: Also vor dem Zweiten Weltkrieg.
- 5:44Speaker 0: mein Urgroßvater hat einen Gasthaus in einem Wirtshaus im kleinen Hotel... ...hat in kleinem Rahmen Weine abgefüllt was damals schon sehr selten war.
- 5:53Speaker 0: Damals war es eher so dass die Weine in einem tausend Liter Fass versteigert wurden durch Weinhändler.
- 5:59Speaker 0: Nach dem Krieg hat mein Großvater, weil unser Dorf komplett zerstört war, sich mit anderen Winzern im Dorf zusammengetan und hatte eine Genossenschaft gegründet auf der Not raus.
- 6:09Speaker 0: Das heißt wir waren dann von ... ... in den Genossnisschaftswein gut.
- 6:16Speaker 0: Und mein Vater hat dann den Sprung ins kalte Wasser gewagt und hat wieder eigene Weine angefangen abzufühlen.
- 6:23Speaker 0: In der Zeit, wo das also völlig irrsinnig war Mein Vater war wirklich ein bisschen näher, hat sich vielleicht viel hochdrabend an.
- 6:31Speaker 0: Aber der hat wirklich gegen jede Logik damals seinen Ding einfach gemacht.
- 6:37Speaker 0: Er hatte seine Vision gehabt weil er gewusst hat dass mein Urgroßvater Hochwertige und teure Weine gemacht hat die Tradition wohl da fortsetzen Hat dann das Glück gehabt dass er gut geheiratet hat.
- 6:49Speaker 0: Weil immer muss ich vorstellen damals Anfang des siebziger Jahre kein Mensch wollte da weinen aus dem Südfalls Und danach noch trocken Bokunderreb-Sorten.
- 6:58Speaker 0: Das war genau das Gegenteil von dem, was gefragt war.
- 7:02Speaker 0: Aber er hat es gemacht und hat es durchgezogen.
- 7:07Speaker 0: Er war einer der Mitbegründer des Trockenweintrends in der Falsse.
- 7:13Speaker 1: Das muss man dazu sagen.
- 7:15Speaker 1: Es ist ja nicht so dass man mal eine Weinrehe pflanzt und an den nächsten Jahren richtig geilen Wein daraus macht sondern... Dauert ja teilweise eine ganze Generation, bis man da wirklich was damit machen kann.
- 7:26Speaker 0: Die Karten oder Umständen genau?
- 7:28Speaker 1: Das heißt er war da eigentlich ... hat er sehr weit in die Zukunft gedacht und das muss man sich auch erst mal trauen wenn dann erstmal.
- 7:34Speaker 1: es bedeutet dass man Akut jetzt erstmal nix machen können.
- 7:38Speaker 1: Ja
- 7:38Speaker 0: und einfach mal viele viele viele Jahre auf den Return und Invest wie sie heute als warten müssen.
- 7:44Speaker 0: Er hat Anfang der Sechzigerjahre angefangen Weinberge, die völlig verwildert waren, die kein Ember bewirtschaftet hat zu kaufen Und wurde damals komplett ausgelacht im Dorf.
- 7:53Speaker 0: Das hat auch seinen Vater, mein Großvater, der hatte gesagt du Spinsch?
- 7:57Speaker 0: Das hat er von seinem Geld gemacht.
- 8:00Speaker 0: Mein Großväter war da total dagegen weil er überzeugter Genossenschaftler war und dann hat er angefangen hier Burundereben zu pflanzen die er illegal zum Teil in das Frankreich eingeführt hat.
- 8:11Speaker 0: ja und dann einfach wie gesagt die achthundertjährige Historie die wir für Burundahammenschweigen wieder angefangen hat vorzusetzen Das kann man sich gar nicht vorstellen, was das bedeutet.
- 8:24Speaker 0: Es war völlig irrsinnig und das Geld für die Familie zu ernähren hat er jahrelang nicht mit Wein verdient.
- 8:30Speaker 0: Es hat nicht so gut funktioniert am Anfang sondern er hat Schweine gezüchtet und eine Rebschule gemacht.
- 8:35Speaker 0: Das hat Reben angepflanzt um sie an andere Winzer zu verkaufen Und die Reben die er damals gepflanzt hat daraus machen wir jetzt ich in meiner Mannschaft die Weine.
- 8:46Speaker 0: also das ist ein Generationenprojekt.
- 8:48Speaker 1: Du bist die siebte Generation auf dem Weingut.
- 8:52Speaker 1: Wann war für dich denn eigentlich klar, dass du sagst ja ich will das machen?
- 9:05Speaker 0: oder mit dem Vater raus in den Weinberg bin und es gemacht habe.
- 9:21Speaker 0: Und das hat sich einfach so entwickelt, die Energie gespürt, die mein Vater da gehabt hatte dafür.
- 9:28Speaker 0: Das hat sich irgendwie übertragen, ich kann's dir erklären.
- 9:32Speaker 0: Bei meinem Bruder war das gar nicht gefallen.
- 9:33Speaker 0: Mein Bruder wollte damit gar nichts zu tun haben als zehn Jahre älter.
- 9:37Speaker 0: Hat sich einfach eingeschlichen.
- 9:40Speaker 0: Die Passion...
- 9:41Speaker 1: Du hast ja dann die Schule abgebrochen, glaube ich.
- 9:44Speaker 1: In der zehnten Klasse bzw.
- 9:46Speaker 1: du bist von der Schule runtergegangen und du gesagt hast, abbi brauche ich nicht.
- 9:49Speaker 0: Großen Leitwesen meines Vaters!
- 9:50Speaker 1: Ja wirklich?
- 9:52Speaker 1: Der meinte, man sollte das erstmal was vernünftiges lernen.
- 9:54Speaker 1: Das hat
- 9:54Speaker 0: er nicht, ist genau.
- 9:56Speaker 0: Weil ich einfach gewusst habe, ich brauch kein Abitur.
- 9:58Speaker 0: Ich will jetzt studieren gehen.
- 9:59Speaker 0: Ich wusste damals auch schon, ich will keinen Weinbaustudieren sondern ich will eine Anfest-Winzellehre machen.
- 10:05Speaker 0: Habe ich da noch gemacht?
- 10:06Speaker 1: Wie sieht sowas konkret aus?
- 10:08Speaker 1: Geht man auf ein anderes Weingut oder...
- 10:11Speaker 0: Du hast drei Lehrjahre, bist du gesellibisch und da war ich dann in drei verschiedenen guten Weinbüdern Deutschland.
- 10:16Speaker 0: Georg Moosbacher, dann Bergdolt... ...und beim Joachim Heger im Ehring.
- 10:21Speaker 0: Und das war eine ganz wichtige Geschichte auch schon über den Tellerrand geschaut.
- 10:26Speaker 0: Ich bin mit sechzehn habe ich mein erstes Lehrjahr angefangen.
- 10:29Speaker 0: Ich hab damals hundert achtzehn Mark verdient im Monat, war ich noch genau.
- 10:33Speaker 0: Da wurde man auch am Ohr gezogen vom Seniorchef damals aber an die Zeit noch anders.
- 10:38Speaker 0: Dann hat mich mein Vater in die Welt geschickt, danach.
- 10:41Speaker 0: Im Nachhinein betrachtet.
- 10:44Speaker 1: Du hast gerade gesagt, was dein Vater gemacht hat und wo mit deinen Großvater dann vielleicht auch nicht immer so ganz einfach standen war oder eher dagegen war?
- 10:52Speaker 1: Was waren denn so Dinge, die du heute anders machst, wo dein Vater vielleicht erst mal gesagt hatte, bist du dir sicher oder lasst man lieber bleiben?
- 11:01Speaker 0: Generell, mein Vater ist relativ old-school... Generell war oder ist erstmal alles, was anders ist schlecht.
- 11:10Speaker 0: Ich hoffe das ich später mal anders denke wenn eins meiner Kinder hoffentlich weitermacht.
- 11:15Speaker 0: aber ich habe den Tickup von meinem Vater und von meinem Ober geerbt.
- 11:17Speaker 0: Ich hab dann einfach gemacht.
- 11:19Speaker 0: also es war immer recht schwierig.
- 11:20Speaker 0: sich diskutieren geht nicht Argumente zählen nicht Es ist wie sie ist.
- 11:25Speaker 0: der Chef hat recht und ich hab dann halt auch gemacht mein Ding Wenn Lob habe ich irgendwie so nie bekommen.
- 11:34Speaker 0: Nur so über drei Ecken haben wir gehört.
- 11:36Speaker 0: Ich sagte, das ist eigentlich ganz okay was er machte junger.
- 11:39Speaker 0: Das war auch nicht immer leicht.
- 11:41Speaker 1: Gab es dann irgendwann mal so einen Moment wo du bemerkt hast?
- 11:43Speaker 1: Ja also manchmal ist man sicher aus selber und ich kanns sicher auf das was man da so macht oder plant oder tut auch wirklich richtig ist.
- 11:51Speaker 1: und jetzt kann man natürlich nicht zugeben mehr.
- 11:52Speaker 1: im ersten Moment aber gab's so Dinge wo du Momente wo du dann gemerkt hast auch doch dass war echt die richtige Entscheidung wahrscheinlich dann erst später als es dann dazu geführt hat, dass ein guter Wein dabei rauskam?
- 12:05Speaker 0: Ja ich habe immer Gefühl das es jetzt richtig ist.
- 12:07Speaker 0: Aber ich war gar nicht so.
- 12:08Speaker 0: zum zwei-drei Mal gab's so Momente wo ich kurz zuvor war zu sagen hier... Das war's!
- 12:14Speaker 0: Ein Beispiel, so ein einprägsames Beispiel.
- 12:16Speaker 0: Ich hab die Berufsausbrüfe gemacht und war ganz gut.
- 12:20Speaker 0: War sehr stolz aufs Ergebnis.
- 12:22Speaker 0: Ich war eins Kommaß sechs im Schnitt Und ich war schon fauler Hund aber trotzdem, ne?
- 12:27Speaker 0: Ich war dann stolz drauf.
- 12:29Speaker 0: Und ich habe das mit vollem Stolz meinem Vater gezeigt mir in meiner Vermessenheit erträumt, einen Lob abzukassieren.
- 12:38Speaker 0: Und was war dann so sinngemäß?
- 12:39Speaker 0: Wir haben ja wie eins, sechs ist nicht mal eins und da war ich danach.
- 12:43Speaker 0: in dem Moment hab' ich gedacht scheiße.
- 12:45Speaker 0: Ich weiß wirklich, weil ich kurz so war, also hier, keine Ahnung noch mehr Seele an oder sonst wo hin.
- 12:50Speaker 0: Ja das war... Aber im Endeffekt hat mich das auch angespannt.
- 12:55Speaker 0: dann aber ich muss erst mal lernen dass man auch leben kann ohne jetzt das Lob ausgesprochen zu kriegen.
- 13:01Speaker 0: Was war ein Prozess?
- 13:03Speaker 1: Das Loop kam ja dann auch irgendwann recht schnell von extern.
- 13:07Speaker 1: Bewertungen, Rezensionen und so weiter rund um eure Weine ist in der Grundsätzlich mal sehr gut.
- 13:11Speaker 1: Das müsste ich ihm ja dann gefallen haben sozusagen.
- 13:15Speaker 0: Mit Sicherheit.
- 13:15Speaker 0: Ich gehe davon aus aber wie gesagt, er hat es mir nie gesagt.
- 13:19Speaker 0: Ja, aber er hat ja auch immer gesagt, ich kann das so verstehen im Nachhinein.
- 13:23Speaker 0: Er hat ja was erschaffen als er eine Vision gehabt.
- 13:27Speaker 0: Es hat dafür gekämpft gegen jede Logik Wirklich was erreicht.
- 13:31Speaker 0: Und dann kann ich schon die Angst verstehen, dass dann so ein... In der Falle sagt man Lappel!
- 13:36Speaker 0: Ich war schon so ein anstrengendes Kind, sag' ich mal.
- 13:38Speaker 0: Ich hoff' immer das mein Sohn nicht zu wird wie ich.
- 13:41Speaker 0: Ich hab meinen Ehlern schon viel Sorgen bereitet und deswegen verstehe ich auch schon, dass da eine gewisse Angst da war,... ...dass das, was man erschaffen hat vielleicht der Bach runtergeht ne?
- 13:49Speaker 0: Also ich kann es im Nachhinein schon so bissel verstehen.
- 13:52Speaker 1: Was sind denn so wenn du paar Highlights aus eurem Sortiment sozusagen nennen müsstest?
- 13:58Speaker 1: Was wäre das dann?
- 14:00Speaker 1: Also was sind Sachen, auf die du besonders stolz bist, die er heute macht?
- 14:04Speaker 0: Ganz klar.
- 14:05Speaker 0: Die Spätbegunde und mein Vater hier im Pionier war das reifefähige Spät-Begunden, wofür deutsche Spätbogunde früher mal bekannt waren.
- 14:14Speaker 0: Die Rheinfrontspät-Begunde waren immer die teuersten der Welt.
- 14:17Speaker 0: Die waren deutlich teurer als die Bugunt-Bugunde vor dem ersten Weltkrieg.
- 14:21Speaker 0: Und er hat das Potenzial wieder zu zeigen – der Welt!
- 14:24Speaker 0: Das ist so ein schöner Ansporn.
- 14:25Speaker 0: Das ist das auch was wir ... das ist die Passion.
- 14:29Speaker 0: Und dann zweit ist der Chardonnay, also die Lagen-Schwettbegründer und die Laken-Chardonnays.
- 14:35Speaker 0: Das ist die Passion.
- 14:37Speaker 1: Wir haben vorhin gesagt, wir sind ein achtundzwanzig Hektar Land.
- 14:41Speaker 1: Wie muss man sich das denn vorstellen?
- 14:43Speaker 1: an Menge was ihr dann auch wirklich im Jahr in Flaschen abfüllt?
- 14:48Speaker 0: Das ist sehr schwankend weil wie er es sich stark verbusselt auf Pinot Noir Spätbegründe.
- 14:54Speaker 0: Und Spät Begründern ist schwierig im Anbau.
- 14:57Speaker 0: Das heißt, die Erdräge können stark schwanken.
- 14:59Speaker 0: Als Beispiel wenn es jetzt während der Ende Zeit Anfang September mal drei vier Tage regnet dann ist es so dass auf einmal dreißig viert Prozent vielleicht vom Ertrag einfach Ausschuss sind.
- 15:08Speaker 0: fallen kommen dann auf den Boden.
- 15:09Speaker 0: das heißt wir machen zwischen hundertzwanzig und zweieinhalb zwanzig tausend Klassen von den nachten zwanzinalweg da.
- 15:15Speaker 1: du hast gerade das Klima des Wetter schon angesprochen.
- 15:18Speaker 1: wir reden ja auch sehr viel über Klimawandel.
- 15:20Speaker 1: grundsätzlich, ist das etwas was in deiner Laufbahn wenn du mal so auf die Jahre zurück schaust wo du auch Veränderungen gesehen hast.
- 15:29Speaker 1: Die ja stärker sind als jetzt eine kleine Schwankung oder generelle Entwicklung wo du merkst es verändert sich?
- 15:37Speaker 0: Also der momentanen Eindruck ist schon natürlich subjektiv aber schon so dass wir mehr warme jahre bekommen.
- 15:42Speaker 0: ganz klar was für uns eher ein Vorteil ist.
- 15:46Speaker 0: Das heißt Mein Vater hatte das Problem, dass man die Jahrgänge gar nicht reifurten.
- 15:50Speaker 0: In den Siebziger-Jahren gab es Jahrgänger da.
- 15:53Speaker 0: Da hat ein Riesling dann eine Sechzigöchse gehabt und war vorbei.
- 15:58Speaker 0: Wir haben heute das Luxusproblem in Anführungsstrichen, dass die Jahr gegen Erd zu reif werden.
- 16:03Speaker 0: aber da kann ich im Weinberg entgegenwirken.
- 16:06Speaker 0: Da kann ich was machen.
- 16:06Speaker 0: Das kann sich Sonne nicht scheinen lassen wenn die Stolkner dreiführt.
- 16:09Speaker 0: Aber wenn die Sonne viel scheint, kann ich bestimmte Dinge tun um die Reife zu verzögern.
- 16:14Speaker 0: Das heißt für uns ist das ein Vorteil.
- 16:17Speaker 0: Also absolut.
- 16:19Speaker 0: Ich habe schon im Vergleich zu meinem Vater die letzten Jahre viel einfacher gehabt, könnte ich sagen.
- 16:24Speaker 0: Es wird eigentlich jedes Jahr wieder auf jeden Fall reifen und das war früher nicht normal.
- 16:27Speaker 1: Wie viel Handarbeit steckt heute noch in so einem Wein?
- 16:31Speaker 1: Ganz viele Industrien automatisieren immer mehr wie immer weniger Menschen, die überhaupt mit dem Produkt zu tun haben.
- 16:36Speaker 1: Wie ist es dann beim Wein?
- 16:38Speaker 0: In unserem Fall ist sehr viel Hand Arbeit im Spiel.
- 16:42Speaker 0: Ein Beispiel ist wenn... Mehr als achtzig Prozent der Trauben heute haben wir im Vollender geerntet.
- 16:47Speaker 0: Da fährt gerade eine Maschine durch, die kloppt dann alles einfach was da hängt das wird abgekloppt.
- 16:51Speaker 0: also wir machen es komplett anders.
- 16:53Speaker 0: Wir haben ne Lesemannschafts zwei Trupps sind über vierzig Leute Die Hand lesen und an der Ebene auch nur die Traube abschneiden und in Eimer werfen.
- 17:00Speaker 0: Sondern er wird die Trauber angeguckt und alles was nicht gut ist wird rausgekratzt.
- 17:04Speaker 0: Also der Qualitätsgedanke der muss man teuer bezahlen oder sagt der Anspruch Das wird natürlich immer schwieriger.
- 17:11Speaker 0: Es ist immer die Leute zu finden, die die Arbeit machen und das muss man auch bezahlt kriegen.
- 17:17Speaker 0: Nach den Laubarbeiten, was wir machen, die Handarbeiten vor der Lesung – das ist schon enorm!
- 17:22Speaker 0: Qualitätsfördernde Maßnahmen, Entblätterungen, es passiert alles mit der Hand.
- 17:26Speaker 0: Das wird immer schwieriger aber unser Anspruch ist einfach eine Topqualität zu machen.
- 17:32Speaker 1: Ihr vertreibt den Wein ja ganz viele Länder auch, also es ist ja nicht nur der Deutschsprachige Raum.
- 17:37Speaker 1: Sondern wir haben gestern Abend schon länger darüber gesprochen Japan und in den Norden Skandinavien usw.
- 17:44Speaker 1: Wie kommt das denn eigentlich?
- 17:46Speaker 1: War das schon vor deiner Zeit oder war das was du im Endeffekt dann so ein bisschen losgetreten hast?
- 17:52Speaker 0: Das habe ich initiiert aber fossiert weil ich gerne reiß.
- 17:58Speaker 0: Das ist eine schöne Entschuldigung.
- 18:00Speaker 0: Und nach uns gesagt, man kann einen Flug nach Thailand über die Marktbeobachtung oder den Markterquise-Betrag absetzen.
- 18:06Speaker 0: Ja das hat sich aber gesagt... ...das Schöne ist einfach am Winzerberuf die Bestätigung, die man bekommt für was man macht.
- 18:13Speaker 0: und es ist glaube ich so ein menschliches Urbedürfnis durch den Urtrieb dass man irgendwas sinnstift oder was sinnvolles macht.
- 18:20Speaker 0: Und das ist einer der Faktoren wenn du im Austand die deutschen Weinen dann anbringst um die Leute überraschen kannst mit der Qualität die die Leuten werden erwarten.
- 18:31Speaker 0: Das war dann der Anspruch immer mehr, international unterwegs zu sein.
- 18:36Speaker 0: Wie so kleine Lawine.
- 18:39Speaker 1: Wie unterscheidet sich da eigentlich das Feedback auf die Weine?
- 18:42Speaker 1: Ich könnte mir vorstellen dass jemand in Japan mit der ganzen Kultur dort und auch der Trinkkultur dort vielleicht ganz anders mit den Weinen umgeht als jetzt jemand hier in Deutschland weil man vielleicht auch andere Speisen dazu ist dass sie ja auch meistens irgendwie zusammen gehört.
- 18:59Speaker 1: Ja,
- 19:00Speaker 0: das die kulturellen Unterschiede sind absolut enorm.
- 19:03Speaker 0: Die Abhand tolles Beispiel in so ein wichtigster Exportmarkt.
- 19:06Speaker 0: Das Land fasziniert mich schon ganz lange und die Kultur oder der Fanatismus ist zu negativ.
- 19:12Speaker 0: aber das absolute Qualitätsdenken und die Wertschätzung von Qualität.
- 19:18Speaker 0: Das ist eine ganz tolle Geschichte!
- 19:21Speaker 0: Also die Unterschiede sind enorm.
- 19:23Speaker 0: Ich habe zum Beispiel in Japan gelernt, okay man kann auch einen hochwertigen Rotweinmarkt zu rohem Fisch.
- 19:28Speaker 0: Kommt man von selbst nicht drauf oder auch mal einen restlüsen Riesling zum schönen Kurbebief?
- 19:34Speaker 0: Man kriegt einfach eine andere Perspektive.
- 19:38Speaker 0: Von daher... Ja Japan war wie gesagt fasziniert mich.
- 19:41Speaker 0: da fahre ich so oft wie möglich hin weil das ist inspirierend dieses absolute Qualitätsstreben der Perfektionismus.
- 19:52Speaker 0: Man macht nie alles perfekt, aber man kann den Anspruch haben.
- 19:55Speaker 0: Das ist dann so ein ... das fasziniert mich da dran.
- 19:58Speaker 0: Es war auch schon wichtig auf meinen Arbeitsleben.
- 20:02Speaker 0: Wie mal über einen Tellerrand gucken.
- 20:05Speaker 0: Ein Beispiel mit Japanen.
- 20:08Speaker 1: Was sind denn Weine?
- 20:09Speaker 1: Wo du mal unabhängig von denen, die ihr selbst produziert was sind denn weine oder auch Trends in der Weinwelt, die dich irgendwie inspirieren oder faszimieren?
- 20:18Speaker 1: momentan?
- 20:19Speaker 0: Ich bin ja so ein Fachidiot mit Scheu-Klamm, ich bin sehr burgundaffin.
- 20:24Speaker 0: Das ist unsere große Passion.
- 20:28Speaker 0: Wir probieren sehr viele Weine aber ganz klar Burgund das Vorbild Burgund reifefähige elegante finessenreiche Weine zu machen die Trinkspass bereiten, Trinkfluss haben.
- 20:38Speaker 0: Und es unter uns winzern wenn wir in der Flasche was ist die beste Flaschen auf dem Tisch, die zuerst leer ist?
- 20:44Speaker 0: Burgund ist einfach.
- 20:45Speaker 0: du hast diese... Kombination von Kraft und Eleganz.
- 20:49Speaker 0: Das ist einfach faszinierend!
- 20:51Speaker 0: Das muss man gezeigt.
- 20:52Speaker 0: kriegen, das ist ein subtiles Thema aber das finde ich irgendwie der heilige Graal des Weindrinkens.
- 21:00Speaker 0: Und dann die Möglichkeit zu haben so etwas zu machen ist schon privileg.
- 21:05Speaker 0: Jeder Winzer weltweit mit dem du sprichst wird eigentlich gerne cool klein mit Pino machen.
- 21:11Speaker 0: Wir können es halt machen.
- 21:15Speaker 1: Der eine Teil als Winzer ist ja quasi zu wissen, wie man denn das Ganze macht.
- 21:19Speaker 1: Also die ganzen Prozesse und die ganze Technik dahinter usw.
- 21:25Speaker 1: Das andere was ja aber auch ne große Rolle spielt ist der Geschmack.
- 21:29Speaker 1: und zu lernen Wie unterscheide ich jetzt einen nicht so guten von dem sehr guten Und alles was dazwischen ist Die ganzen Abstufungen und Norsen usw.. Wie lernt man das dann eigentlich über die Jahre?
- 21:41Speaker 1: Und es ist so ein Prozess der nie endet
- 21:44Speaker 0: Auf jeden Fall.
- 21:45Speaker 0: Aber wichtig ist ja mal festzuhalten, dass Geschmack absolut subjektiv ist.
- 21:50Speaker 0: Der Wein der mir schmeckt muss jetzt dir nicht um ihn geschmecken.
- 21:53Speaker 0: oder der hundert Punkte Parker-Wein dann muss ich es halt jedem schwecken.
- 21:56Speaker 0: und als Winzer du machst Schweine und du trinkst bestimmte Weine gerne und dann entwickelst du deine Idee und dann veränderst du auch die Art wie du Wein machst weil wir haben das Privileg nicht für den Markt produzieren zu müssen weil wir einfach klein sind Und dann änderst du auch deiner Stile, deine Weinen.
- 22:17Speaker 0: Das ist ein endloser Prozess, weil dein Geschmack verändert sich.
- 22:22Speaker 0: Zum Beispiel wenn ich ganz ehrlich bin in dem Jahr zwei Tausend Neuen Schadounis Superwein... ...wenn ich es hier nochmals heute trink.
- 22:29Speaker 0: Damals war das die Art die ich wollte.
- 22:30Speaker 0: Pfett!
- 22:31Speaker 0: Massiv!
- 22:32Speaker 0: Neu denke ich ach du Scheiße.
- 22:34Speaker 0: Weil heute habe ich eine ganz andere Vorstellung davon.
- 22:37Speaker 0: Das verändert sich immer.
- 22:39Speaker 0: Es ist immer eine Bewegung.
- 22:41Speaker 1: Wie steuerst Du das eigentlich?
- 22:42Speaker 1: Also wie bringst Du diesen...?
- 22:44Speaker 1: Deal, der dir gerade irgendwie vorschwebt am Ende in diesen Wein rein.
- 22:47Speaker 1: Weil du hast... Erstmal hast du ja die Traube und die wird geerntet und dann musst du da irgendwie deine Note reinbringen sozusagen
- 22:56Speaker 0: Du hast ja die Basics vom Weinmachen sind dann nicht schwer.
- 22:59Speaker 0: Das ist keine Raketechnik.
- 23:00Speaker 0: Du machst Trauben, du quetschst hier, du vergärscht ihr.
- 23:03Speaker 0: Aber wenn das jetzt interessant kommt, meine Frau hat immer so ausgedrückt künstlerisches Element mit rein ganz viel Bauchgefühl weil es gibt so viele kleine Stellen Schrauben beim Weinmachen Jedes große Ganze dann am Ende komplett verändern.
- 23:17Speaker 0: Manchmal ist es frustrierend, ne?
- 23:19Speaker 0: Weil jedes Jahr ist er komplett anders.
- 23:21Speaker 0: Du kannst jetzt kein Rezept machen zum Wahlen machen.
- 23:25Speaker 0: Du musst immer reagieren und muss immer... Was heißt fühlen?
- 23:28Speaker 0: Du musst einfach das Bauchgefühl haben.
- 23:31Speaker 0: Ist das was ich jetzt mache zu dem Moment?
- 23:33Speaker 0: Ist das die richtige Entscheidung?
- 23:34Speaker 0: und was passiert dann in der Zukunft?
- 23:38Speaker 0: Und das Krasse ist halt du weißt ja manchmal erst in einigen Jahren ob das eine gute Entscheidung war.
- 23:43Speaker 0: Ein Beispiel ist Spätburgunder.
- 23:44Speaker 0: Wenn man jetzt den Spätburgunder holt, die Trauben werden dann kommen in Gerbehälter, wenn er entrappt und dann ist eine Entscheidung mache ich jetzt Rappen also Stilgerüste wieder dazu um dem Weinstruktur zu geben.
- 23:54Speaker 0: Und dann ist es halt so.
- 23:57Speaker 0: zum Beispiel im Jahr zehntreizehn ist unser Sohn geboren.
- 24:00Speaker 0: Dann war die Idee okay wir machen mehr Rappens weil ich will dass das Zeug ewig reifen kann.
- 24:07Speaker 0: Im Nachhinein betrachtet war's vielleicht ein bisschen zu viel Aber in dem Moment war das einfach die Entscheidung des Bestes was man machen kann.
- 24:15Speaker 0: Das ist so eine ganz tolle Emotionalgeschichte.
- 24:20Speaker 0: Aber das macht es halt auch so spannend und faszinierend, das wird einfach nicht langweilig.
- 24:23Speaker 0: Das
- 24:24Speaker 1: probiert man da eigentlich für sich selber dann manchmal auch so ganz verrückte Sachen aus.
- 24:28Speaker 1: Man sagt wir machen jetzt mal hier einen Fass wo ich sagen mache die wir sicher nicht verkaufen werden.
- 24:33Speaker 0: Ja ja, hier macht man ja.
- 24:34Speaker 0: Ganz oft sogar.
- 24:36Speaker 0: Das gehört auch, das ist ganz wichtig, das gehört dazu.
- 24:39Speaker 0: Also einfach gucken aussprobieren!
- 24:41Speaker 0: Das habe ich auch von meinem Vater abgehuckt, der lacht verrückte Sachen gemacht.
- 24:44Speaker 0: Alle möglichen crazy Rebs oder Gipflanz, weil er einfach wissen wollte wird es bei uns reif.
- 24:48Speaker 0: Tempraneo, Siora... Einfach umzugucken!
- 24:51Speaker 0: Weil wenn du das nicht probierst, wirst du's nie wissen.
- 24:54Speaker 0: Und naja, das ist auch so ein spannender Teil.
- 24:56Speaker 0: Geht oftmals auch schief aber Du lernst dann halt einfach was dazu und vor allem, das wollte ich glaube ich vorher noch sagen, Du lertest halt Wein machen von den Praktikern, von den Alten.
- 25:08Speaker 0: Von der Ein Beispiel, mein Vater war wie gesagt schon ein sehr anerkannter Rotweinwinsel als ich in der Technikerschule waren.
- 25:13Speaker 0: Als ich da meine erste Arbeit zur Rotweinsbereitung schrieb, dann habe ich eine fünf Schuhe und ich habe einfach geschrieben, wie wir das zu Hause machen.
- 25:22Speaker 0: Das sagt auch viel aus, finde ich.
- 25:24Speaker 0: Es gibt so einen Spruch Break the Rules.
- 25:28Speaker 0: Man macht mal was Verrücktes.
- 25:31Speaker 0: Das ist was mein Vater damals gemacht hat, weil aus damaliger Perspektive völlig verrückt.
- 25:35Speaker 0: Aber es hat... Funktioniert hat der Revolution ausgelistet.
- 25:41Speaker 1: Gibt es irgendwelche Dinge, die du gerne mal ausprobieren möchtest?
- 25:44Speaker 1: Also irgendwas Verrücktes was dir so vorschwebt?
- 25:47Speaker 1: oder weil bisher vielleicht noch nicht dazu gekommen bist oder sich die Gelegenheit nicht ergeben hat oder du vielleicht schon mit irgendwas angefangen hast was aber noch zwanzig Jahre dauert bis du's umsetzen kannst weil du erst etwas pflanzen musst dafür was erstmal wachsen muss oder so?
- 26:01Speaker 0: Nee Ja, ich habe viel, viel experimentiert.
- 26:04Speaker 0: Wir experimentieren immer noch aber zur Grundlegende Dinge eigentlich nicht.
- 26:08Speaker 0: Bei uns ist die Idee, wir wollen die Weinberge besser kennenlernen und das, was wir machen, ein bisschen perfektionieren.
- 26:14Speaker 0: Also, dass wir eine gewisse Regelmäßigkeit reinbringen.
- 26:17Speaker 0: Weil bei uns puttelt die Weinbau-Traditionen sehr abruflich in der Bruchennahmshut Weltkrieg.
- 26:23Speaker 0: Der, der die Weine gemacht hat bis gestorben, dann war einfach mal vorbei und mein Vater hat absolut beiden Null dort.
- 26:30Speaker 0: Von meinem Großvater gab es kein Input.
- 26:32Speaker 0: Der hat einfach bei null angefangen.
- 26:35Speaker 0: und jetzt, ich sehe das jetzt so... Ich möchte das Bild also Kontinuität reinbringen und hofft dann, wer auch immer das macht, eins meiner Kinder dann einfach da drauf aufbaut.
- 26:46Speaker 0: Auf seine Art und Weise!
- 26:47Speaker 0: Das ist die Hoffnung.
- 26:49Speaker 0: Das ist auch was Schönes am Weinbauberuf, dass man hoffts, man weiß, dass das vielleicht mal weitergeht, das was man macht, dass da jemand dann draufaufbaut und weitermacht Du sagst uns schön das Gefühl irgendwie, dass man weiß, man macht es nicht völlig umsonst.
- 27:04Speaker 1: Was ich total spannend fand... Wir haben gestern ein bisschen gesprochen habe ich schon gesagt und wir haben auch über das Alter der Rehmen gesprochen und die Ältesten waren über sechzig Jahre in dem Entdreh bei euch und dass ihr da im Endeffekt auch irgendwann mal die quasi in Anfangstrichen gekappt habt, um da was anderes draufzusetzen und das sozusagen zu veredeln, wenn man sagt so kennt man eher vom Apfelbaum Wo man sagt, man macht da sowas in die Richtung.
- 27:31Speaker 1: Aber das geht bei den Reben auch.
- 27:32Speaker 0: Genau!
- 27:33Speaker 0: Du kannst quasi die alten Wurzeln erhalten... ...die ja viele Meter tief ins Gestein reingehen und dann standen quasi... In unserem Fall waren es Gewürztremienerreben.
- 27:42Speaker 0: Und einfach auf dem Stamm auf die Wurzel ein Stück Spätburgunder rauf steckt veredelt... ...und du hast schon im Folgejahr ganz schön Spätbergunder aufwurzelt, die eben entsprechend alt sind.
- 27:55Speaker 0: Weil wenn ich heute Reben pflanze, dann werden meine Kinder mal richtig gute Weine von den Reben.
- 28:01Speaker 0: Weil die Rebe braucht eine recht lange Zeit bis da eine Topqualität kommt.
- 28:05Speaker 0: Am Anfang ist es Basis-Qualität und das ist halt das am Wein, weil du hast den Musch immer perspektivisch denken eigentlich in Generationen.
- 28:13Speaker 0: was mein Vater damals gemacht hat.
- 28:15Speaker 0: Da ging's nicht um die schnelle Kohle, sondern da ging's wirklich darum.
- 28:18Speaker 0: der hat seine Idee gehabt und hat gehofft dass er es ein seiner Kinder weitermacht.
- 28:21Speaker 0: genau das weiß ich gerade gesagt habe.
- 28:23Speaker 0: Man hat gewusst, dass die rebende Erbpflanz da profitieren seine Kinder mal davon.
- 28:27Speaker 0: Und das ist auch so etwas was ich sehr wertschätzt.
- 28:31Speaker 0: Ich kann davon jetzt profitieren, was er damals gemacht
- 28:34Speaker 1: hat.
- 28:35Speaker 1: Das heißt wenn ich so alte Reben jetzt habe, sechzeig Jahre alt, die sehr tief wurzeln, hab' ich dann eigentlich auch eine konstantere Qualität vielleicht nicht so sehr von Mieterschlag abhängig bin, weil die ja tiefer Wurzeln also irgendwo Wasser herbekommen und so weiter.
- 28:52Speaker 1: Also ist das auch so ein Qualitätssichern des Merkmal?
- 28:57Speaker 0: Ein wichtiger Faktor gerade wenn man jetzt eine trockene Sommer hat, mit zweiundzwanzig zum Beispiel war es sehr trocken bei uns.
- 29:02Speaker 0: Und dann leiden junge Weinberge.
- 29:04Speaker 0: Weil die oberen Wertschichten einfach trocken sind.
- 29:07Speaker 0: aber alle Reben, die halt sieben, acht, vielleicht neun, zehn Meter tief im Boden sind, die kriegen immer, die finden ja Wasser.
- 29:13Speaker 0: Die stehen dann immer im Saft Die Reben.
- 29:17Speaker 0: Nach wichtiger Faktor bei Altenreben ist, dass sie von sich aus weniger Trauben produzieren.
- 29:20Speaker 0: Das heißt die fahren einfach mit runter und du produzierst weniger aber einfach hochwertigere Trauben.
- 29:26Speaker 0: also der Rebstock produziert dir.
- 29:29Speaker 0: Also das alte Reben ist ganz wichtig und entscheidend.
- 29:31Speaker 0: Deshalb kann man bedingt durch Grünveredelung so was machen.
- 29:36Speaker 0: aber wenn du keine alte Rebsubstanz hast dann kannst du nicht von heute auf morgen einfach Topweine gemacht.
- 29:44Speaker 1: Wenn uns jetzt jemand zuhört und die ganze Zeit zugehört hat, und jetzt total neugierig ist und sagt ich möchte mal hier ein Wein vom Weingutfriedrich Becker probieren.
- 29:54Speaker 1: Was würdest du denn sagen?
- 29:55Speaker 1: Was wäre der Einstieg?
- 29:59Speaker 1: Und ich meine damit nicht weil einfach oder günstig sondern einstieg als so das erste der erste Zugang quasi zu euch.
- 30:06Speaker 1: was würdest Du der Person empfehlen was sie sich kaufen oder bestellen oder wie auch immer sollte
- 30:12Speaker 0: Den ganz einfachen Spätburgunder als erstes.
- 30:15Speaker 0: Liquid Business Card, sagen die Amerikaner!
- 30:18Speaker 0: Der Basiswein muss gut sein.
- 30:20Speaker 0: Da war mein Vater schon immer sehr wichtig und mir auch.
- 30:23Speaker 0: Und dann im Shadownee-Bereich auch den Basischadownehen.
- 30:26Speaker 0: Einfach mal um so den Einschieck zu finden... Weil die Stilistik zieht sich vom Basisweihen zum Top-Weinen durch.
- 30:32Speaker 0: Die Winifigation ist gleich aber die Weinbergs sind halt... ...die Reben sind unerschädlich.
- 30:37Speaker 0: Also einfach mit der Basis anfangen.
- 30:39Speaker 0: Wenn den jetzt schmeckt, dann einfach zur Nachbarn gehen.
- 30:42Speaker 0: Es gibt immer mehr sehr gute deutsche Winzer, muss man dazu sagen.
- 30:46Speaker 1: Wie macht man eigentlich die Preisgestaltung bei den Beinen?
- 30:49Speaker 1: Also ihr habt ja viele verschiedene Sachen, die auch alle irgendwie unterschiedlich bepreist sind natürlich auch hier nach den Lagen und wie viel ihr davon produziert vermutlich.
- 30:58Speaker 1: aber wie legt er das fest?
- 31:00Speaker 1: also stelle ich mir kompliziert vor.
- 31:02Speaker 0: Das ist mal wieder beim T-Series absolut subjektiv weil es einfach des was wir meinen was der Wein wert ist ein Verhältnis zu dem was wir da an Energie und Kraft reinstecken.
- 31:14Speaker 0: Aber das kann man natürlich logisch, kann man das nicht schwer erklären.
- 31:19Speaker 0: Weil wie gesagt ist es sehr subjektiv und ob das dann gerechtfertigt ist muss jeder versichert halten.
- 31:23Speaker 0: Preiswertverhältnis.
- 31:24Speaker 0: Ist mir das der preiswert?
- 31:26Speaker 0: Das ist auch eine emotionale Kichte.
- 31:28Speaker 0: Ja
- 31:31Speaker 1: dann würde ich sagen wir gehen jetzt mal so ne Flasche aufmachen
- 31:34Speaker 0: oder zwei
- 31:35Speaker 1: oder zwei und schauen mal wie viel er wert ist sozusagen
- 31:40Speaker 0: Was
- 31:41Speaker 1: auch uns wert ist.
- 31:42Speaker 1: Und ich danke dir sehr für die Zeit und dass wir mal so ein bisschen hinter die Kulissen blicken konnten.
- 31:47Speaker 0: Gerne!
- 31:48Speaker 1: Das war es leider schon, die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 31:52Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 31:55Speaker 1: vielen Dank fürs Zuhören.
- 31:57Speaker 1: bitten
- 31:57Speaker 0: im Rücksicht auf
- 31:58Speaker 1: die Nachbarn und sei leise wenn du die
- 32:01Speaker 0: Bar verlässt
- 32:02Speaker 1: aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.
- 32:11Speaker 1: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight Forward, produziert in den Forty Eight Forward Studios in München.