Latest / ntv Wirtschaft / Spritpreis-Abzocke? Bund will an der Zapfsäule eingreifen
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- Die Bundesregierung will Autofahrer entlasten und Preiserhöhungen an Tankstellen begrenzen. Die Inflation ist zwar zuletzt auf unter 2% gesunken, sie dürfte aber schon bald wieder anziehen. Außerdem, die Kaufunlust der Verbraucher macht dem Konsumgüterkonzern Henkel zu schaffen. Und dann schauen wir auf die Trends bei Fahrrädern, denn bald kommt der Frühling. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die Bundesregierung will Spritpreiserhöhungen nur noch einmal pro Tag erlauben. Das hat Wirtschaftsministerin Reiche angekündigt. Damit will sie die finanzielle Belastung vor allem für Pendler und Unternehmen dämpfen. Zudem wird Deutschland der Bitte der Internationalen Energieagentur nachkommen, ihre Ölreserven freizugeben. Die Organisation hat ihre Mitgliedstaaten um die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel-Öl gebeten. Das wäre die größte Freigabe in ihrer Geschichte. Aber reicht all das, um die negativen Effekte abzufedern? Nachdem die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr nur minimal gewachsen ist, rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung für das laufende Jahr mit einem Plus von einem Prozent. Zu dieser Konjunkturprognose spricht unser Kollege Etienne Bell mit Marcel Fratscher, dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. In Ihrer aktuellen Konjunkturprognose gehen Sie ja nicht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft eine weitere größere Delle bekommt durch den Iran-Krieg. Warum? Zuerst einmal gehen wir davon aus, was im Augenblick in den Finanzmärkten erwartet wird. Und die Finanzmärkte sind tendenziell eher optimistisch, also gehen von einem sinkenden Öl- und Gaspreis in den kommenden Monaten aus. Das ist, was wir als unser wahrscheinlichstes Szenario haben. Und da sehen wir knapp 0,2 Prozentpunkte weniger Wachstum in diesem Jahr. Also anstelle von 1,2 Prozent Wachstum nur 1 Prozent Wachstum und etwas höhere Preise 0,4 Prozentpunkte. Aber eine Eskalation im Mittleren Osten und im Krieg könnte das Szenario komplett ändern und könnte dann wirklich auch empfindlich die deutsche Wirtschaft treffen. Also hier ist sehr viel Vorsicht geboten. Die Annahme ist keine weitere Eskalation. Aber eine Eskalation könnte uns sehr teuer zu stehen kommen. Und wie sieht es mit dem viel beschriebenen Markteffekt aus, dass Menschen gegebenenfalls jetzt sparen, weniger konsumieren, weniger fahren, weniger heizen, dass die Nachfrage also dadurch sinkt oder woanders auch mehr produziert wird, um diesen Engpass aufzufangen? Gehen Sie da mit? Ja, das ist in der Tat die große Sorge und das können wir ganz schwer fassbar machen. Das haben wir auch in den vergangenen Jahren gesehen. Wenn Menschen Angst und Sorge haben, dann nehmen sie lieber ihr Einkommen und legen es auf die hohe Kante. Die Sparkote geht dann hoch. Wir hatten jetzt den Lichtblick in den letzten Monaten gesehen, dass die Menschen in Deutschland wieder mehr Vertrauen fassen, dass ihre privater Konsum erhöht. Und wenn sich das wieder umdreht, wenn Menschen verunsichert werden, dann hat man eben nochmal einen stärkeren negativen Effekt auf die Wirtschaft. Also nicht nur über geringere Exporte, geringere Industrieproduktion, gerade in energieintensiven Sektoren, sondern auch nochmal über die schwächere Konsumnachfrage. Deshalb muss die Politik versuchen, Vertrauen zu stabilisieren, Vertrauen zu schaffen, auch indem sie selber mutiger Reformen umsetzt und signalisiert, dass sie bereit sind, auch weitere Maßnahmen zu treffen. Aber das ist in der Tat eine der großen Sorgen. Da kann man im Augenblick noch wenig sagen, ob das wirklich so kommen wird. Jetzt haben Sie eben gesagt, bei einer weiteren Eskalation könnte das die deutsche Wirtschaft dann doch stärker treffen. Donald Trump steht ja in gewisser Weise unter Druck innenpolitisch. Die Wahlen stehen an und da will keiner teure Preise an den Zapfsäulen, zumindest seine Wähler nicht. Was wäre eine weitere Eskalation oder welche Folgen sehen Sie da in einer weiteren Eskalation für die deutsche Wirtschaft? Also eine weitere Eskalation könnte sich zuerst auf die Energiepreise auswirken. Man muss ehrlicherweise sagen, wir haben im Augenblick in den letzten Wochen durch den Krieg einen vergleichsweise geringen Anstieg der Energiekosten gesehen im Vergleich zu 2022, 2023, dem Ukraine-Krieg. Zweitens könnten wichtige Lieferketten durchbrochen werden, wenn hier gewisse Dinge nicht produziert oder transportiert werden können. Auch da müssen wir uns auf die ein oder andere böse Überraschung bereit machen. Als drittes könnte dieser Krieg dazu führen, dass der US-Dollar aufwertet, also auch andere Importe nochmal teurer werden. Was in diesen Zeiten etwas paradox wirkt, aber dennoch Tatsache ist, die Inflation ist im Februar gesunken. Auf 1,9 Prozent. Das hat das Statistische Bundesamt bestätigt. Die Teuerung bezieht sich allerdings noch auf die Zeit vor dem Irankrieg. Treiber und Bremser sind klar auszumachen. Lebensmittel verteuern sich. Energie ist sogar günstiger geworden. Aber genau das dürfte sich im laufenden Monat deutlich ändern. Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher sich in der kommenden Zeit einstellen müssen, Darüber hat unsere Börsenreporterin Sabrina Margraf mit Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei der Commerzbank, gesprochen. 1,9 Prozent Inflation im Februar. Wir leben allerdings jetzt in einer anderen Welt. Wie wird es weitergehen mit den Verbraucherpreisen? Ja, also die Zahl, die wir heute sehen, wie Sie sagten, alte Welt, wie geht es weiter? Der Ölpreis ist massiv gestiegen und wir bekommen ja auch bald die Inflationszahl für den März. Und da steht keiner 1,9 mehr, sondern dass wir Richtung 3 gehen, weil wir wissen ja schon, wie die Energiepreise gestiegen sind, Benzin, Heizöl etc. Wir wissen, die gestiegenen Ölpreise machen sich an den Tankstellen bemerkbar. Aber in welchen Bereichen der Wirtschaft wird das noch am schnellsten zu spüren sein? Ja, also erstmal an den Tankstellen, das ist klar, im März. Aber dann, wenn das soweit bliebe, der Ölpreis, wenn er auf dem erhöhten Niveau bliebe, das heißt, der Krieg würde länger anhalten, dann haben Sie recht, dann frisst sich das durch die ganze Wertschöpfungskette durch. Die Unternehmen zahlen mehr für Energieinput, schlagen das dann nach einer gewissen Zeit auf ihre Preise drauf. Das geht auch bei Restaurants, etc. Das heißt, da gibt es eine Menge indirekter Effekte. Hinzu kommt der Gaseffekt. Wenn heute der Gaspreis steigt, und der ist ja im Großhandel massiv gestiegen, dann sind davon ganz wenige Konsumenten erst einmal im März betroffen, weil die meisten ja feste Lieferverträge haben. Aber wenn der Krieg länger anhielte, dann wird natürlich bei immer mehr Konsumenten dann der Gaspreis nach oben angepasst. Und dann kommt auch da noch mal ein Push. Wenn die Zeiten unsicher sind, zeigt sich das oft am Supermarktregal und im Drogeriemarkt. Also bei Alltagsprodukten. Und genau das bekommt der Konsumgüterkonzern Henkel zu spüren. Das Unternehmen spürt die Kaufunlust der Verbraucher, dazu weltweite Krisen und den schwachen Dollar. Für 2025 meldet der Konzern einen Umsatz von rund 20 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Jahr plant Henkel trotzdem leichtes Wachstum. Auch wenn die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine das Geschäft belasten. Das sagt auch Konzernchef Carsten Knobel im Interview. Der Gesamtraum IMEA, also der mittlere Osten inklusive Indien, ist für uns ein sehr wichtiger Zweig mit fast 10 Prozent im gesamten Umsatz. Und das bedeutet natürlich, dass sowohl das Konsumentensentiment, aber auch die Industrienachfrage, also beide Säulen von unseren Geschäften, die jeweils zu etwa der Hälfte, also mehr als 10 Milliarden zu dem Gesamtumsatz von Henkel beitragen, diese sind so wie auch in der zweiten Jahreshälfte in 2025 doch sehr stark betroffen. Und das hat sich auch am Anfang 2026 fortgesetzt. Und das beeinflusst einfach unsere Geschäfte. Trotzdem gehen wir von einem positiven Ausblick für das Jahr 2026 aus. Wir wollen Umsatz und Ergebnis in beiden Unternehmensbereichen steigern. Und jetzt, wo sich draußen schon mal wieder öfter die Sonne zeigt, schauen wir zum Schluss noch auf die Fahrradbranche. In Deutschland sind im vergangenen Jahr über 90 Millionen Fahrräder und E-Bikes auf den Straßen unterwegs gewesen. Ein Plus von über 25 Prozent in zehn Jahren. Und E-Bikes bleiben dominant. Bei den verkauften Rädern kommen sie auf einen Marktanteil von fast 53 Prozent. Insgesamt rollen inzwischen über 17 Millionen E-Bikes durch Deutschland. Über die Trends in der Branche spricht unser Kollege Etienne Bell mit Fahrradhändler Andreas Müller. Kommen die Leute jetzt alle zu Ihnen, weil Tanken so teuer geworden ist? Ja, es ist also schon so, dass wir merken, dass die Kundenfrequenz zugenommen hat. Das liegt zum einen am schönen Wetter, das ist zum anderen aber eben natürlich auch die Spritpreise, die sorgen dafür, dass die Kunden natürlich gerne ihr Auto mal stehen lassen, wie wir mit dem Fahrrad fahren. Und wenn man sich umschaut auf den Straßen, gefühlt jeder Zweite hat ein E-Bike. Ist das die Zukunft? Wird das nicht mehr weggehen? Das E-Bike ist sicherlich nicht mehr wegzudenken. Es hat sehr, sehr starke Marktanteile mittlerweile. Ich sehe aber auch das normale Fahrrad immer noch für den sporttiefen Bereich ganz klar gesetzt. Das Gravel-Segment zum Beispiel ist das am stärksten wachsende Segment im Fahrradbereich, wenn wir jetzt das E-Bike mal außen vor lassen. Das ist also im Endeffekt der Zugmotor für die Sportfahrräder, sprich Rennrad, Mountainbike und so weiter. Fazit. Berlin versucht also, die Energiepreise in den Griff zu bekommen, damit der nächste Preisschub nicht direkt bei uns an der Zapfsäule und im Einkaufskorb landet. Gleichzeitig zeigt der Blick auf Inflation und Konjunktur. Es gibt Entspannungssignale, aber auch neue Risiken durch den Iran-Krieg. Und all das hat letztendlich einen direkten Einfluss darauf, wie viel Kaufkraft bei den Menschen tatsächlich übrig bleibt. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.