Latest / Indiefilmtalk - Der Podcast über das Filmemachen | Produktion | Drehbuch | Regie / #203 – Wahrheit, Wirkung und Verantwortung: Vom Dokumentarfilm zum Netflix-Spielfilm
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- 0:00Speaker 0: Das war auch nicht immer klar, dass der Film gemacht wird.
- 0:01Speaker 0: Also sozusagen das war nicht so, dass wir angefangen haben zu schreiben und wussten ja ja, das Greenlight kommt selbst zu einem Zeitpunkt als Netflixes Buch richtig gut fand.
- 0:10Speaker 0: War das nicht klar ob das Green Light kommt?
- 0:11Speaker 1: Dass diese Ausgewogenheit zwischen der Kritik von links und rechts ist eigentlich ein guter Beweis, dass man hoffentlich eben diesen schmalen Mittelweg gefunden hat, wer uns immer interessiert hat.
- 0:20Speaker 1: ne!
- 0:27Speaker 0: Schön,
- 0:40Speaker 2: dass wir eingestellt haben beim Indie-Filmtop-Podcast und dass ihr wieder dabei seid bei unserem Gespräch rund um die Filmarbeit.
- 0:47Speaker 2: Heute haben wir ein spannendes Projekt hier bei uns zu Gast.
- 0:50Speaker 2: es geht um einen Film der zuvor ein Dokumentarfilm war und wir wollen so ein bisschen schauen Wie man aus einer realen Gegebenheit ein Dokumentarfilm entsteht, daraus ein Spielfilm entstehen der dann bei Netflix läuft.
- 1:05Speaker 2: Also zu Gastin einmal Produzent Christopher Zwickler und einmal der Rehberautor von dem Film Oliver Siegenbalk.
- 1:12Speaker 2: Schön dass ihr da seid um das für ins Gespräch gehen können.
- 1:14Speaker 1: Hallo!
- 1:15Speaker 1: Danke für die Einladung.
- 1:16Speaker 2: Bei Minifilm-Tour haben wir immer so eine Tradition, die wir machen um ein Gespräch zu starten.
- 1:20Speaker 2: Nämlich der Moderator stellt nicht euch vor sondern ihr stellt euch selber vor mit einer Frage die ich stelle nämlich wie seid ihr eigentlich zum Film gekommen?
- 1:29Speaker 2: Und ich würde einmal mal Christopher den Ball erstmal rüberspielen und kannst du einfach mal sagen erst mal wie bist du eigentlich zum Filmen gekommen was war dein Start und warum filmen?
- 1:37Speaker 1: Ja ich bin eigentlich über das Theater spielen zum Film bekommen.
- 1:40Speaker 1: als es sehzehn war habe ich in Bonn am jungen Theater selber auf der Bühne gestanden und gespielt.
- 1:46Speaker 1: Und habe dabei sehr viele tolle Menschen kennengelernt, die auch eine große Leidenschaft für das Thema Film hatten... ...und als wir noch ungefähr achtzehn neunzehnt waren, haben wir mit dieser Gruppe mehr oder weniger unseren ersten Film produziert, Rolltreta Abwärts damals.
- 2:00Speaker 1: Wir haben es ganz sehr ernst genommen, ist tatsächlich auch ein Langfilm bei rausgekommen, der dann auch in einigen Kinos in Deutschland zu sehen war.
- 2:07Speaker 1: Das war so der erste Erfahrung.
- 2:10Speaker 1: Was
- 2:11Speaker 2: hast du da gemacht?
- 2:12Speaker 2: Hab ich auch schon produziert,
- 2:14Speaker 1: ja genau.
- 2:14Speaker 1: Also wir hatten es mehr oder weniger eigentlich so aufgetreift wie das bis heute dann eigentlich so gemacht hat.
- 2:19Speaker 1: Es gab einen Regisseur, einen Autoren und einen Produzenten.
- 2:21Speaker 1: der war in dem Fall ich.
- 2:22Speaker 1: Und genau!
- 2:24Speaker 1: Dann haben wir eine spannende Vorlage bei deinem Buch.
- 2:28Speaker 1: Das ist ein Jugendbuch-Klassiker gewesen, Rolltreppe abwärts den wir selber mal alle in der Schule gelesen hatten.
- 2:35Speaker 1: Und dann, als wir uns gefragt haben, was könnte das Projekt sein?
- 2:38Speaker 1: Was wir verfilmten, dachten wir, dass es interessant war.
- 2:42Speaker 1: Dieser Stoff ist sehr nah an uns dran.
- 2:44Speaker 1: Es geht um einen jungen Menschen, der noch zur Schule geht und mehr oder weniger in so einer Abwärtsspirale gerät.
- 2:51Speaker 1: Dann haben wir den Autoren angesprochen und gefragt, ob er sich vorstellen könnte, wie er als Schülerteam das umsetzen.
- 2:57Speaker 1: Er hat uns die Rechte dafür gegeben... Und hat das wahrscheinlich noch so ein bisschen unterschätzt am Anfang, aber war am Ende dann auch sehr stolz, dass der Film tatsächlich dann ins Kino gekommen ist und dort überrascht.
- 3:09Speaker 2: Da musst du mir kurz helfen, weil ich es jetzt nicht so üblich, dass man als Schüler oder auf die... Auch das Wissen hatte?
- 3:17Speaker 2: Ich schreibe den Autor an und frag nach dem Rechten.
- 3:21Speaker 2: Das muss ja ein bisschen vorwissend da gewesen sein!
- 3:23Speaker 1: Ja, also zum Teil ist das ja gar nicht so anders als beim Theater.
- 3:26Speaker 1: Wenn man ein Theaterstück auffilt muss man normalerweise auch den Autoren des Stücks fragen, wenn er noch lebt ob man das Stück dann aufführen darf.
- 3:35Speaker 1: und so ähnlich war es im Film auch.
- 3:37Speaker 1: Und man muss auch sagen dass ich das sage ich mir in dieser ganzen Theaterbubble in Bonn auch so ein bisschen überschnitten habe.
- 3:42Speaker 1: da waren auch viele Leute die schon mal was mit dem Thema Filme zu tun hatten und da haben wir innerhalb der Theaterproduktion natürlich von erfahren und das wissen aufgesogen Ja, gab's einfach viele Kontakte.
- 3:52Speaker 1: Aber es war auch sehr viel Learning by Doing, die ja dazu gekommen sind.
- 3:58Speaker 2: Spannend!
- 3:59Speaker 2: Und hast du dann nochmal mal studiert oder bist du denn?
- 4:02Speaker 1: Also ich bin dann quasi direkt nach dem CV zur Filmhochschule in Lulixburg gegangen und hab da studiert... ...und da waren natürlich auch der Film, den wir vorher gemacht haben so ein bisschen die Eintrittskarte das ich da schon relativ früh starten konnte ohne jetzt jahrelang uns Erfahrung gemacht zu haben.
- 4:16Speaker 1: Das war dann mit der Vorteil
- 4:20Speaker 2: Das waren ja deine jahrelange Praktikumserfahrungen.
- 4:28Speaker 2: Dann nutze ich das nochmal, um zu Olli rüberzugehen.
- 4:31Speaker 2: Olli vielleicht erstmal, um da die Klammer oder um die Verbindung zu schließen?
- 4:35Speaker 2: Wie bist du zum Projekt gestoßen?
- 4:36Speaker 2: vielleicht zuerst und dann wie bist du im Film gekommen?
- 4:40Speaker 0: Okay, zum Projektgestoßen bin ich über eine E-Mail von Chris... Da war ich am Wochenende in so einer Datsche und lag eigentlich nur auf dem Bett, habe ihn so umgesurft.
- 4:52Speaker 0: Und dann popte diese E-Mail auf ob ich mir vorstellen könnte das Drehbuch zu einem Film machen der auf einem Dokumentarfilm basiert.
- 5:01Speaker 0: Und da ich selber Produzent bin und gemeinsam mit einem Regisseur Markus Goller, der eben auch Regie bei diesem Film hier gemacht hat praktisch alle Projekte vor Filme Ist das eine Sache, die ich eigentlich so gut wie gar nicht mehr mache.
- 5:16Speaker 0: Dass ich für fremde Produzenten schreibe und wollte eigentlich sofort zurückschreiben ohne mir großartig Gedanken über dieses Projekt zu machen dass es gar nicht geht.
- 5:26Speaker 0: Und in diesem anschreiben von Chris war ein Trailer von dem Dokumentarfilm und meine Kinder lagen neben mir und ich habe dann auf diesen Trailer geklickt und der war so emotional wirklich so unfassbar emotional.
- 5:39Speaker 0: das sieht ihr da ab ist ja der Wahnsinn.
- 5:41Speaker 0: Das muss ich machen.
- 5:42Speaker 0: Es geht ja nicht, dass ich da nicht dabei bin.
- 5:46Speaker 0: Da hat mich die Idee wirklich sofort gefangen auch weil es meinen Kindern ähnlich ging.
- 5:49Speaker 0: also die haben die Relevanz des Themas auch sofort begriffen.
- 5:53Speaker 0: und dann habe ich Chris glaube ich am nächsten Tag angerufen oder wir haben telefoniert und hab ihn gefragt ob das vielleicht möglich wäre, dass wird uns gemeinsam machen, dass wir es auch gemeinsam produzieren und dass Markus Regie bei dem Projekt führt Das ansonsten für mich immer schwierig gewesen wäre, weil ich dann immer ein Projekt mit Markus hätte sein lassen müssen und dann wär Markus in der Luft gehangen.
- 6:16Speaker 0: Hätte nicht gewusst was er machen soll, dann wäre sozusagen unsere Arbeit ein bisschen im Gefahr gewesen.
- 6:20Speaker 0: Dann war aber Chris sofort total davon angetan.
- 6:23Speaker 0: Es war ehrlich gesagt nicht nur das man muss ihn gar nicht beraten es war ehrliches sagt eher sogar erwünscht hatte ich das Gefühl und so ist es losgegangen.
- 6:31Speaker 0: Und dann haben wir uns getroffen auch eben mit dem Regisseur von dem Dokumentarfilm Michele Cinque.
- 6:38Speaker 0: So ist die Reise gestartet.
- 6:40Speaker 0: Und zum Film gekommen bin ich über die Tatsache, dass mir mein eigentliches Studium – ich habe Mathematik studiert – irgendwann mal zum Hals rausgegangen ist.
- 6:54Speaker 0: Ich komme aus einer Familie von Mathematikanern und das war immer klar, dass ich Mathematika studiere.
- 6:59Speaker 0: Ich habe einen Zwillingsbruder der auch Mathematica studiert.
- 7:02Speaker 0: Dann habe ich damit angefangen und es nie in Frage gestellt bis zu einem Zeitpunkt.
- 7:06Speaker 0: wo ich dann näher am Diplom war und mich mit der Tatsache auseinandersetzen musste, dass das tatsächlich mein Beruf werden sollte.
- 7:14Speaker 0: Und dann konnte ich mir das wirklich absolut nicht vorstellen.
- 7:17Speaker 0: Also was wirklich so, da ich dachte... Das ist nicht das Leben, was mich da erwartet, was ich möchte.
- 7:22Speaker 0: Und gleichzeitig war ich – und es ist vielleicht auch ein Grund – immer in Baars unterwegs!
- 7:28Speaker 0: Ich war sozusagen meine halbe Studie um bin ich abends in Baas und Kneipen gewesen Und hing da ganz viel mit Künstlern oder Architekten innen ab.
- 7:37Speaker 0: Und alle haben immer von ihrem Beruf... Genau, exakt!
- 7:42Speaker 0: Und alle erzählten von dem was sie machen und es war immer interessant.
- 7:45Speaker 0: und wenn ich erzählt habe was ich mache, dann hab ich gesagt oh wow krass, ich war ja so scheiße in Mathe in der Schule, dann war's das weil man über Mathematik nicht wirklich erzählen kann, weils so abstrakt ist dass dass das Thema dann immer beendet war.
- 7:59Speaker 0: Und ich dachte, das ist ja schrecklich!
- 8:02Speaker 0: Alle können über das reden was sie machen und alle haben sofort eine Haltung dazu.
- 8:05Speaker 0: Jeder hat eine Haltung zum Gebäude oder zu einem Film oder zur Kunst.
- 8:08Speaker 0: Aber zum Mathe hat niemanden eine Hhaltung außer, dass die ganz schlecht in der Schule waren.
- 8:15Speaker 0: Mehr und mehr ist bei mir die Sehnsucht gekommen... Ehrlich gesagt, auf der anderen Seite wahrscheinlich glücklicher werden würde.
- 8:20Speaker 0: Und dann hatte ich gesehen das an der Hochschule für Gestaltung Edgar Reitz, der Filmemacher, der die Heimatfilme gemacht hat und da war ich ein großer Fan davon.
- 8:28Speaker 0: Ein Seminar gegeben hat Form des Narrativen oder wie mich beworben.
- 8:33Speaker 0: Das war auch möglich weil es so einen Kooperationsabkommen mit der Uni gab.
- 8:38Speaker 0: Und dann habe ich bei Edgar Reitz angefangen, Kurzgeschichten zu schreiben.
- 8:42Speaker 0: Ewig viele und das war wie ein Dammbruch.
- 8:44Speaker 0: Ich konnte ja gar nicht mal aufhören.
- 8:45Speaker 0: Ich hab meine erste Kurzgeschichte geschrieben und dann hab' ich im Prinzip jede Woche eine Kurzgeschicht geschrieben.
- 8:49Speaker 0: Und irgendwann haben wir dann eine von den Kurzgeschrichten die eine Freundin geschrieben hat hergenommen, hat er gesagt schreibt mach mal daraus einen Drehbuch!
- 8:57Speaker 0: Dann habe ich ihn gefragt, wie geht es?
- 8:59Speaker 0: Und der sagte, das kann er mir ehrlich gesagt auch nicht wirklich sagen... ...ich soll einfach in die Bibliothek gehen damals weil Internet noch nicht so richtig groß und mir einfach mal ein Drehbuch ausleihen.
- 9:07Speaker 0: Und dann sind wir in die Bibliothek gegangen, haben Drehbücher ausgeliehen und haben uns Dreh bücher durchgelesen, haben dann gedacht okay wie geht es?
- 9:12Speaker 0: Dann haben wir so Learning by Doing angeleitet durch ihn.
- 9:15Speaker 0: Wir haben's immer getroffen und getroffen... ...und dann hat er uns begleitet bei dem Dreh Buch schreiben und am Anfang war es grauslich!
- 9:24Speaker 0: Und dann haben wir immer mehr und gemerkt wie das eigentlich geht, wie man Charaktere aufbaut, wie mein Zähn wirklich schreibt.
- 9:31Speaker 0: Irgendwann machen wir einen Dreh-Buch Naja, dann machen wir uns jetzt mal dran dieses Drehbuch zu verfilmen.
- 9:36Speaker 0: Und dann hat er das Drehbuch zu ganz vielen Filmhochschulen geschickt und ans ZDF... Und dann meldeten sich alle zum Beispiel das kleine Fernsehspiel und meinten, das finden sie total super.
- 9:47Speaker 0: Das würden Sie machen!
- 9:48Speaker 0: Weil die Hochschrift für Gestaltung keine echten Regisseure ausbildet sind wir nach Babisberg gegangen und da war dann ein Regisseur und dann sind wir noch Lustig zu gehen.
- 9:55Speaker 0: und dann war der Postproduktionsteam.
- 9:57Speaker 0: und als wir nach München gegangen und er gab es eine Produktion und dann hatten wir die Idee vielleicht machen alle Filmhochschulen in Deutschland gemeinsam den Filmen?
- 10:04Speaker 0: Jedes Gewerkt kommt aus einer anderen Filmhoche Und dann haben wir uns gnadenlos verkracht, wirklich so schlimm von gerade dieser Film ist nie gedreht worden.
- 10:13Speaker 0: Absolut der ist noch dessen also ein bisschen gefördert gewesen.
- 10:16Speaker 0: Wir hatten das Geld.
- 10:17Speaker 0: Dieser Film ist nicht entstanden weil sozusagen die Eitelkeiten und die Animositäten... ...und wer darf was machen?
- 10:24Speaker 0: Und wer hat welche Rolle?
- 10:26Speaker 0: Es hat überhaupt nicht hingehauen!
- 10:27Speaker 0: Also es wirklich hatte null Komma Null hingehauen.
- 10:30Speaker 0: und ich dachte Ja egal, ich meine wenn es so einfach ist man schreibt halt einfach ein Drehbuch und dann wird's gemacht.
- 10:35Speaker 0: Dann mache ich das halt einfach weiter.
- 10:37Speaker 0: und dann bin ich nach Berlin gezogen und hab gesagt ich bin jetzt Drehbuchautor.
- 10:40Speaker 0: Und dann ist jahrelang nichts passiert.
- 10:44Speaker 0: Alles was sich jahre lang je angefasst hatte.
- 10:48Speaker 0: So zu Blächen niemand wollte das machen.
- 10:51Speaker 0: Und sozusagen über die Jahre und angefangen mit Fernsehserien und Soaps und Einfall für zwei TV-Movies habe ich mich dann so mein Weg in die Filmbranche gearbeitet.
- 11:06Speaker 0: Das ist meine Story, auf mir kam ein Scriptwriter!
- 11:10Speaker 2: Ich hab da noch eine Frage dazu, wie bist du dran geblieben am Ende?
- 11:14Speaker 2: Also weil wenn du genau das sagst jahrelang passiert nichts.
- 11:17Speaker 2: Ich glaube es ist ja auch vieles Thema.
- 11:18Speaker 2: Wie schafft man das dran zu bleiben?
- 11:19Speaker 0: Naja das sozusagen... Die eine Sache, die mir tatsächlich wahnsinnig geholfen hat war, dass ich zu einem Zeitpunkt nach Berlin gekommen bin wo Berlin sportwillig war.
- 11:28Speaker 0: Meine Kohleofenwohnung hat zweieinundfünfzig Mark gekostet im Monat.
- 11:33Speaker 0: Ich habe mich durchgeschnort, hab Essen im Supermarkt geglaubt Mein Leben ist auf nem absoluten super super super minimal Level stattgefunden und ich habe sozusagen immer überlegt okay ich habe jetzt noch was weiß ich fünf tausend Euro demark waren das.
- 11:50Speaker 0: wie lange kann ich damit aushalten?
- 11:51Speaker 0: Wie lange geht das?
- 11:53Speaker 0: Und dann habe ich so richtig gedacht, okay mit fünftausend D-Mark kann ich fast ein Jahr leben.
- 11:56Speaker 0: Wenn nicht, wenn die sozusagen alles auf nichts reduzieren und einfach immer wieder was Neues gemacht.
- 12:02Speaker 0: Das eine Ding, das was sich dann getan hat ist damals, sozusagen konnte man nicht alle Produktionsfirmen im Internet rausfinden.
- 12:09Speaker 0: also bin ich in, da hab' ich einen Telefonbuch einfach, einfach alle Produktion Firmen heraus gesucht und habe meine Treatments wirklich allen geschickt mit einem Anschreiben jeder einzelnen Firma.
- 12:19Speaker 0: Und dann kam von ganz viel nix.
- 12:20Speaker 0: aber es gab auch ganz viele Die sich gemeldet hatten und meinten, der Stoff ist eigentlich nichts für sie.
- 12:27Speaker 0: Und das können Sie nicht ans Fernsehen verkaufen.
- 12:29Speaker 0: aber ehrlich gesagt finden Sie mich als Auto interessant.
- 12:34Speaker 0: Wenn ich etwas hätte was besser für den Sendeplatz passen würde dann kann ich mich wieder melden Und damals ist mir dann auch zum allerersten Mal bewusst gewesen, dass es natürlich Sendeplätze gibt wo bestimmte Formate laufen.
- 12:47Speaker 0: Ich habe eigentlich immer nur geschrieben was ich interessant fand und hab mich dann gewundert warum alle sagen naja das ist eben auch kein zwanzig oder fünfzehn ARD-Film.
- 12:56Speaker 0: und dadurch habe ich dann angefangen mit Fernsehformaten auseinanderzusetzen unter anderem mit einem was sich geliebt hat nämlich ein Fall für zwei.
- 13:03Speaker 0: Da habe ich als Kind immer geschaut damals noch mit der Originalbesetzung.
- 13:10Speaker 0: Das einzige was ich beim fall für zwei noch nie gesehen habe ist, dass die denn das der eigentliche täter von ihnen sozusagen zu ihnen geht und sie ihn rausboxen.
- 13:20Speaker 0: Und am ende des falls wird zweis checken, dass der Täter sich die ganze zeit in der nase umgeführt hat.
- 13:24Speaker 0: Hörte ich, das wäre doch mal interessant.
- 13:26Speaker 0: so etwas hat doch eine Fall für Zwei noch nie gehabt.
- 13:28Speaker 0: man dachte ich was könnte es sein?
- 13:29Speaker 0: weil das was ich am besten konnte Mathematik war und Mathematiker so logische Dut sind dachte ich Ach, da ist ein Mathematiker.
- 13:37Speaker 0: Und der hat sich alles haarlang logisch vorüberlegt wie er daraus kommt und es ist völlig klar dass es nicht gewesen sein kann bis sie plötzlich merken fuck!
- 13:47Speaker 0: Sie sind ihm alle auf den Leinen gegangen und dann habe ich das dahin geschickt und ich habe wieder nichts gar nix.
- 13:52Speaker 0: und dann aber tatsächlich wie ein Jahr später rief mich dann die Produzent hin von Einfall für zwei an und meinte, ja sie sind jetzt gerade ein bisschen short an neuen Büchern.
- 14:03Speaker 0: Und dann haben Sie sich alle abgelehnten Treatments oder Einreichungen angeschaut.
- 14:07Speaker 0: und da sitz ich über dieses Dingestolpe und dachte, das hatten wir noch nie gemacht, dass die davon kamen!
- 14:12Speaker 0: ob ich nicht Lust hätte, da draußen drüber zu machen und so.
- 14:15Speaker 0: Und dann über einfach hartnäckig bleiben und immer wieder nur schreiben und Rückschläge verkraften und weitergehen.
- 14:26Speaker 0: Die andere Sache die auch immer empfehlen konnte ist... Ich bin nicht zu Hause gesessen und habe darauf gewartet dass das was passiert.
- 14:33Speaker 0: Wenn Berlinale war hab' ich mir Bändchen geklaut und bin auf jede Filmpartie gegangen.
- 14:37Speaker 0: Ich habe versucht auf jede Premiere zu kommen weil ich dann Leute kennengelernt habe.
- 14:41Speaker 0: Und irgendwann war ich, obwohl ich nicht auf einer Filmhochschule war, in so einer Klicke von lauter... Leuten, die auch abends in der Kneipe saßen und auch gerne einen Film machen wollten.
- 14:50Speaker 0: Und alles nicht gemacht haben.
- 14:52Speaker 0: aber sozusagen die Hälfte davon sind heute Leute, die in der Branche arbeiten.
- 14:57Speaker 0: Dann habe ich zum Beispiel gab es eine Situation... Niemand kann sich vorstellen filmen zu machen und dann saßen alle rum und wollten was machen.
- 15:06Speaker 0: Und dann kam der Gedanke auf wieso können wir nie ein Film uns sonst machen?
- 15:09Speaker 0: Wieso machen wir eigentlich nichts kostet?
- 15:11Speaker 0: Und damit das einfache wird, haben wir gesagt okay Der Film besteht aus drei Episoden und alle spielen zum ersten Mai in Berlin.
- 15:19Speaker 0: Und dann gab es halt drei Autoreninnen, alle haben geschrieben und jeder hat eine Episode geschrieben.
- 15:24Speaker 0: und da gab's drei Regie-Teams.
- 15:27Speaker 0: Jeder musste irgendwie dreißig Minuten herstellen und diese dreißzig Minuten wurden absolut umsonst hergestellt mit Hilfe von was weiß ich der Ufer die uns Material gegeben hat oder ein Postproduktionshaus.
- 15:39Speaker 0: Und dann haben wir den Film gemacht bei die in der erste Mai und dann lief er im Kino, und plötzlich hatte man einen Film vorzuweisen.
- 15:46Speaker 0: Also unabhängig wie geil der war aber man hat den Film und kannte wieder Leute und alle dachten hey!
- 15:52Speaker 0: Wir suchen doch gerade ein Drehbuchautor.
- 15:53Speaker 0: Wie wär's denn mit dem?
- 15:54Speaker 0: Dann habe ich Leute kennengelernt und Leute kennen gelernt und plötzlich war ich drin ohne... Ich hab mir immer vorgestellt Filme machen ist wie irgendwo da hinten ist das Schlaraffenland.
- 16:06Speaker 0: Ich habe keine Ahnung, wie ich durch diesen Grießpreisweil durchkomme.
- 16:10Speaker 0: Da hatte man keine Ahnung.
- 16:11Speaker 0: Ich höre bloß, wie toll das da ist und alle Juden im Geld und leben in tollen Wohnungen und machen Filme.
- 16:18Speaker 0: Und ich stehe aber draußen und hören dazu.
- 16:22Speaker 0: Über die Jahre und Jahre und Jahr hatte ich immer das Gefühl, dass ich nicht drin bin.
- 16:26Speaker 0: und irgendwann dachte ich... Ups, das ist ja krass.
- 16:29Speaker 0: Ich bin ja drin!
- 16:30Speaker 0: Ich weiß gar nicht so ganz genau wie ich reingekommen bin aber ich bin wirklich drin.
- 16:35Speaker 0: Also es hat sich dann auch rausgestellt dass man nicht sofort reich geworden und mit Preis überschüttelt worden.
- 16:44Speaker 0: Aber man war plötzlich drinnen oder anerkannt und plötzlich war's ein Beruf.
- 16:49Speaker 0: Ich habe auch jahrelang handig den Komplex, dass irgendjemand in einer Sitzung auf mich zukommt und mir so die Maske vom Kopf reißt.
- 16:57Speaker 0: Und sagt, ich wusste es doch die ganze Zeit!
- 17:01Speaker 0: Du bist ja gar kein Filmemacher du bist auch ein Mathematiker das ist raus mit dir.
- 17:05Speaker 0: Das ist sozusagen wie du hast uns lange genug also im Poster-Syndrom als du da sonst lange genug ausgetrickst.
- 17:11Speaker 0: Aber jetzt sehe ich, das geht zurück zu deinem Mathematik.
- 17:14Speaker 0: Da ist dir nichts verloren.
- 17:16Speaker 0: und dieses Liegmaude, diesen Komplex habe ich wirklich endlos lange mit mir rumgeschleppt und hab den wirklich Jahre später erst überwunden, da habe ich schon Zickfilme gemacht.
- 17:28Speaker 0: Und dann dachte ich irgendwann mal ne, nee, das wird mir nicht mehr passieren, dass es mir liegt!
- 17:32Speaker 0: Maske vom Kopf reißen.
- 17:36Speaker 0: Aber das beschreibt es, wie ich mich eigentlich Aachenland gefühlt habe, dass ich dachte, ich bin Hochstabler der das nur behauptet und kein Wunder kriege ich nichts aber immer weitergeschrieben.
- 17:48Speaker 0: Das wird
- 17:48Speaker 2: nicht mehr passieren glaube ich.
- 17:50Speaker 2: Ich
- 17:50Speaker 0: glaube ja auch.
- 17:51Speaker 0: Doch irgendwann mal sagt die Kayi.
- 17:55Speaker 0: Du Mann ey, du schreibst auch nur einen One Trick Pony.
- 17:58Speaker 0: Du schreibest auch immer
- 17:59Speaker 2: nur einen Schliefel
- 18:01Speaker 0: und den kann ich besser als du.
- 18:06Speaker 2: Der Schreckmoment kommt dann wenn du einmal die KI fragst wer ist Oliver Ziegenbalk?
- 18:10Speaker 2: Und dann kompliziert antwortet sie ein sehr hochdotierter Mathematiker.
- 18:18Speaker 0: Absolut
- 18:22Speaker 2: gut!
- 18:26Speaker 2: Ich glaube, was ich am Anfang von deiner Ausführung auch noch hatte und das sich auch sehr spannend fand.
- 18:31Speaker 2: Deswegen wurde ich bevor wir kurz über den Film einsteigen.
- 18:34Speaker 2: Chris du hattest einen Chailer hinzugefügt gehabt, meinte Olli gerade.
- 18:39Speaker 2: Da war meine Frage noch.
- 18:40Speaker 2: Hattet ihr da schon das Go von Netflix oder war es so?
- 18:43Speaker 2: Oder hatteste du vor dem Go... Erstmal die theoretisches Team zusammenstellen wollen, bevor du dann zu Netflix gehst.
- 18:49Speaker 1: Ja also es war eigentlich so dass ich diesen Dokumentarfilm von Michele mal durch Zufall bei einer Freundin mit denen empfohlen hatte in einem Berliner Kino gesehen hatte und dann weniger Zeit später mit dem Michele Chinkwirt das ist der Autor und Regisseur von diesem Dokumentarpiln Kontakt hatte.
- 19:06Speaker 1: Und dieser Dokumentarfilm zeigt mehr oder weniger wie die Gruppe Jugendreiter gegründet wurde bis hin auch zu der Beschlagnahmung von diesem Schiff und die Aftermath davon.
- 19:19Speaker 1: Und was da in diesem Dokumentarfilm noch nicht enthalten war, war eben an dieser jahrelangen Gerichtsprozesse, der hat sich den ganzen Jahr dann noch anschliess.
- 19:27Speaker 1: Aber dieser Dokumentatorfilm, der war eigentlich das erste Mal als ich den gesehen habe, hat er mich unglaublich gepackt!
- 19:32Speaker 1: Ich saß in diesem Kinosessel und es ist einfach wie so eine Abenteuer mehr oder weniger gestartet, junge Leute mit denen man sich halt eben aus sehr schnell identifizieren konnte hatten irgendwie die richtige Idee und wollten was ändern in der Welt.
- 19:46Speaker 1: Und man hat eben diese schnelle Identifikation mit den Leuten, und gleichzeitig folgt man denen dann auch sehr nahe in dieser Mission, die am Anfang ja noch wunderbar funktionieren.
- 19:59Speaker 1: Das Wetter ist noch gut... ... schwimmen noch Delfine, also es ist ein Zitat was wir im Film haben... ...was wirklich aus der Realität kommt.
- 20:06Speaker 1: Also die sind auf diese Mission gegangen und auf einmal schrommen eben die Delfinen neben ihnen her ne?
- 20:12Speaker 1: Genau.
- 20:13Speaker 1: und dann hat sich aber irgendwann der Wind gedreht sowohl in der Gesellschaft als eben auch auf dem Mittelmeer und das Wetter wird schlechter und dementsprechend wurden die ja diesen Manöver einfach immer riskanter Und genau, und das verfolgt man in diesem Dokumentarfilm eben sehr nah.
- 20:29Speaker 1: Das geht an ziemlich ins Markt und mir ging es auf jeden Fall so... ...und dann hatte ich eigentlich während diesen Film gesehen immer schon das Gefühl, dass hat mehr oder weniger traurigerweise alle Bestandteile die man bei so einem Drama eines Films benötigt so was Komponenten wie David gegen Goliath, recht gegen Unrecht und dann eben auch noch mit Leuten, mit denen man sich eben auch identifizieren konnte.
- 20:53Speaker 1: Und gleichzeitig habe ich eben auch ein Thema bespricht, mit dem ich mich vorher eigentlich nie ausartig auseinandergesetzt hatte.
- 21:05Speaker 1: also klar hab das schon mal davon gehört dass es die Fluchtbewegung über als Mittelmeer gab.
- 21:10Speaker 1: aber ja das Ausmaß wie viele Leute da wirklich umgekommen sind und was für einen Drama ist im Mittelmeer, das war mir in der Art und Weise eigentlich nicht vorher bewusst.
- 21:19Speaker 1: Und ich hatte irgendwie das Gefühl da müssen noch mehr Leute von mitbekommen als dass jetzt durch ein Dokumentarfilm wahrscheinlich möglich ist.
- 21:26Speaker 1: also es waren Dokumentare filmen die auf sehr vielen Festivals liefen und dennoch wenn man am Ende die Besucherzahlen darunter sieht dann ist das erschreckend wenig.
- 21:34Speaker 1: natürlich.
- 21:35Speaker 1: und genau also deswegen war letztendlich bei dieser ersten Besichtung schon das Gefühl, okay dann muss man eigentlich was machen.
- 21:41Speaker 1: Das hat Potenzial für den Spielfilm und... ...dann habe ich mich mit Michela getroffen mit dem Dokumentar von Trichsler der fand die Idee am Anfang glaube ich ein bisschen absurben hat gesagt.
- 21:49Speaker 1: Das wird doch niemals funktionieren.
- 21:51Speaker 1: wer soll das finanzieren?
- 21:52Speaker 1: Wer soll sich das anschauen?
- 21:54Speaker 1: Es ist auch eine sehr politische Filmemacherin wenn Michela als Dokumentarfilmer an sich Stoffe anschaut in der Sicht an Und ich hab das aber total gesehen.
- 22:03Speaker 1: und dann haben wir Also Nikila hatte letztendlich dann eben auch zugesichert, dass das Projekt begleitet.
- 22:09Speaker 1: Er hat natürlich auch die ganzen Zugänge zu den Protagonistinnen sowohl von der Seite von Jugendrettet als eben auch von der seite der menschen mit dem Fluchterfahrung über das Mittelmeer.
- 22:21Speaker 1: Beide Seiten waren natürlich für die Entwicklung dieses Filmen eben aus sehr wichtig.
- 22:24Speaker 1: und genau dann hatte ich einen Da war es eigentlich relativ zufällig mit Netflix muss man sagen.
- 22:31Speaker 1: Ich hatte ein Core mit Sascha Bühner Direktorin bei Netflix hatte eigentlich über zwei andere Projekte mit ihr sprechen wollen, die schon fertig entwickelte Bücher hatten.
- 22:41Speaker 1: Und man hat dabei so gemerkt, kennt das Greif nicht?
- 22:44Speaker 1: Sie findet es irgendwie nicht so interessant.
- 22:45Speaker 1: und am Ende von einem Telefonat habe ich da gesagt, Sascha übrigens gibt dann auch eine Sache, die ich unbedingt mir als Film gerne wünschen würde sich zu produzieren.
- 22:58Speaker 1: Ich hab davon diesen Dokumentarfilm erzählt und von dieser Geschichte der Dokumentation zeigt Obwohl es quasi noch kein Treatment oder irgendwas Schriftliches gab.
- 23:07Speaker 1: Aber nur von diesem, ja letztendlich Seitennotiz an diesem Telefonat hat sie dann gesagt, Chris bitte erzähl keinen anderen davon.
- 23:16Speaker 1: das finde ich wirklich mega stark.
- 23:19Speaker 1: Das sind genau die Filme, die ich gerne aufmachen möchte.
- 23:24Speaker 1: Das einzige was wir brauchen ist richtig gutes Setup am Autor und Regisseur Und das knüpft dann wiederum an die Geschichte, an die Olli eben erzählt hat.
- 23:32Speaker 1: Dass ich daneben Oliver angesprochen hatte dessen Film ich natürlich kenne wo ich ja wusste der schafft es eben auch einen Millionenpublikum mit seinen Filmen zu begeistern und anzusprechen... ...und er schafft's eben auch all die Emotionen die so ein Film eben auch braucht mit zu bedienen in seinen Büchern.. ..und dann habe mich natürlich unglaublich gefreut dass er geantwortet hat und dann eben auch noch diese Option mit Markus gleich mitgebracht hat weil es Wer sonst die nächste Frage gewesen, wer kann dann da Regie machen?
- 24:02Speaker 1: Auch da sind die Ansprüche bei Netflix natürlich einfach immer sehr hoch.
- 24:04Speaker 1: Man möchte mit Leuten arbeiten, die Kino schon viel gemacht haben, weil das eben auch große Budgets sind und genau... Und dann hatte Oliver gesagt, dass Marco sich das auch vorstellen könnte und so ist es dann dementsprechend gestartet.
- 24:17Speaker 1: Und Michele der in den Lookmetafeln gemacht hat, ist auch genau wie viele andere Zeitzeugen über die ganzen... Prozess das Filme machen und entwickeln, bei uns an der Seite gewesen.
- 24:30Speaker 1: Ja.
- 24:30Speaker 2: Das heißt... Genau okay!
- 24:32Speaker 2: Das beantwortet perfekt meine Frage mit dem... Ich musste kurz selber in mich gehen und überlegen ob du alle Punkte überladen hast, aber ja, hast du?
- 24:44Speaker 2: Genau, das heißt du hast Jadid da schon geurgatisches Interesse von Netflix und hab dann angefangen Oli zum Beispiel anzufragen.
- 24:52Speaker 2: Und genau die andere Frage war mit dem Trailer.
- 24:54Speaker 2: Das war jetzt ein ungeschnittener Trailer von euch um... Nee, das war
- 24:59Speaker 1: der original Trailer vom Dokumentarfilm.
- 25:02Speaker 1: Und das vielleicht als kleine Seitennotiz der Dokumentare ist jetzt auch bei Netflix zu
- 25:08Speaker 2: sehen.
- 25:09Speaker 2: Also Michele freut sich!
- 25:10Speaker 2: Obwohl er den Arm anfangen lachte, ist uns risikiert keinen.
- 25:14Speaker 1: Ja, das ist natürlich auch erschreckend.
- 25:16Speaker 1: wenn du den Spiefeln gesehen hast und da dich dann mal fragst wie viel ist davon Fiktion?
- 25:19Speaker 1: Wie viele Realität?
- 25:20Speaker 1: Und man dann den Dokumentateln sieht, dann stellt man erschreckenderweise fest dass da ganz schön viel Realität.
- 25:27Speaker 2: Es war aber auch meine Frage gewesen zum Thema, wieso ihr euch entschieden habt den Dokumentarfilm Narrativ zu erzählen.
- 25:34Speaker 2: Weiß ja in dem Dokumentarfilm schon gab es gab eine reale Situation das wurde darüber berichtet.
- 25:38Speaker 2: jetzt nicht so extrem ergeb ich die definitiv recht.
- 25:41Speaker 2: und dann kam der Dokumentator von denen nicht so viele Leute wahrscheinlich gesehen haben wie den Film.
- 25:44Speaker 2: war das denn hauptsächlich auch so ein bisschen dieser diese Zugänglichkeit machen des Themas?
- 25:49Speaker 2: weil es klingt ja so ein bischen so dass denn du grade sagst ist ja filmen narrative film plus natürlich Netflix in dem Fall.
- 25:56Speaker 2: Die Möglichkeit hat halt vielleicht das Thema zugänglich jetzt mal, aber du wusstest ja davor nicht dass es bei Netflix läuft?
- 26:00Speaker 2: Ja
- 26:00Speaker 1: also genau, ich kann ja da vielleicht starten und kann Olio übernehmen... Aber für mich fand ich eben auch diese Perspektive unglaublich spannend!
- 26:08Speaker 1: Also es ist ja eine Zeit wo die AfD einfach schon immer größere Zugewinner auch bei den Wahlen bekommen hatte.
- 26:21Speaker 1: Wenn du das Gefühl hast, die Gesellschaft brennt so sehr und man braucht eben auch Geschichten.
- 26:29Speaker 1: Die sich die Leute also mit reinversetzen können, dann brauchte glaube ich auch die richtige Perspektive um das zu schaffen.
- 26:36Speaker 1: Also jetzt beispielsweise meine Eltern bin ich mir ziemlich sicher haben sie vorher auch nie mit dem Thema Seenotrettung auf Mittelmeer beschäftigt obwohl es tolle Filme wie Iokaptan zum Beispiel vielleicht auch gab.
- 26:48Speaker 1: ja aber vielleicht ist der Der Sprung für die Mitte, breite der Gesellschaft einfach zu groß.
- 26:54Speaker 1: Und deswegen fand ich eben diese Perspektive den Dokumentarfilm ganz gut eingefahren wurde.
- 26:59Speaker 1: Fand ich irgendwie interessant und fand das da potenzial ist um eine Geschichte, die am Ende ja auch um Menschlichkeit im ersten Sinne handelt.
- 27:08Speaker 1: Um die einfach in einem breiten Publikum zugänglichzumachen wie das andere Filme vielleicht... aufmachen können, aber auf die man sich vielleicht einfach noch mal schwerer interdiktuell einlassen kann.
- 27:18Speaker 1: Und deswegen fand ich das unglaublich spannend die Perspektive, die Michele dafür diesen Dokumentarfilm gewählt hatte und so ist es ganz gestartet und dachte eben auch, dass da einfach ein großes Potenzial ist gesellschaftlich.
- 27:34Speaker 1: Dass Leute sich mit dem Thema beschäftigen, dass Leute sich ja überhaupt mit dem Themen Menschlichkeit beschäftigen Das fand ich spannend.
- 27:45Speaker 2: Du hast gerade Michaela angesprochen, da kann ich direkt zu Olli weitergeben.
- 27:49Speaker 2: Wie sei denn die Zusammenarbeit zwischen dir und Michaela aus?
- 27:51Speaker 2: Also Michaela hat den Dokumentarfen gemacht, hat sehr viel Input wahrscheinlich schon mitzubringen... ...und dann kommst du dazu um mich daraus eigentlich etwas Neues erschaffen was aber irgendwie darauf basiert.
- 28:05Speaker 2: also wie geht man davor?
- 28:07Speaker 0: Die alleroberste Prämisse für mich beim Schreiben des Drehbuch wars von Anfang an und das war tatsächlich auch die Prämiss, ohne die ich das niemals gemacht hätte.
- 28:16Speaker 0: Dass es alles so authentisch wie möglich ist, dass sozusagen alles echt sein muss obwohl es in dem Rahmen von einem Film ist wo man dramaturgisch verdichten muss, wo man Dinge weglassen muss.
- 28:26Speaker 0: Wo man Entscheidungen treffen muss aus welcher Perspektive erzählt man was aber auch immer impliziert welche Perspektiven man dann noch nicht erzählt usw.
- 28:35Speaker 0: Und ich wusste das nicht habe.
- 28:37Speaker 0: Ich kannte mich nicht aus mit Sinn und Rettung, ich wusste nicht wie die reden, ich weiß nicht wie man auf so einem Schiff ist oder wie man Menschen tatsächlich
- 28:45Speaker 0: rettet.".
- 28:46Speaker 0: Und dann habe ich mir zuerst den Film angeschaut in Dokumentarfilmen und da ist schon viel drin.
- 28:51Speaker 0: also da kann man schon eine Menge herholen aber das hat natürlich längst längst nicht ausgereicht.
- 28:57Speaker 0: Und im Prinzip beginnt der Dokumentarfilm mit der ersten Mission.
- 29:01Speaker 0: Man sieht die erste Mission und wenn man aber die Geschichte hört, und die absolute Irrsinn-Geschichte, wie sie überhaupt an dieses Schiff gekommen sind – das ist ein Crowdfunding-Kampagne gab!
- 29:12Speaker 0: Das tauchte in dem Dokumentarfilm nicht auf, aber diese Geschichte hörend wusste ich….
- 29:18Speaker 0: uah!
- 29:19Speaker 0: Also... Mit diesen jungen Menschen mitzugehen, die nichts können noch nichts wissen, die kein Geld haben und nur das Richtige tun wollen.
- 29:27Speaker 0: Weil diese Kernaussage, dass jeder Mensch der ertrinkt gerettet werden muss – das ist dies universell!
- 29:35Speaker 0: Da kann man zu dem Thema eine Haltung haben wie man will und ängstlich sein was in unserer Gesellschaft passiert.
- 29:40Speaker 0: aber wenn Menschen im Mittelmeer ertinken müssen wir sie retten.
- 29:42Speaker 0: da gibt es gar keine andere Frage und niemand tut es.
- 29:45Speaker 0: Die Politik tut es nicht.
- 29:47Speaker 0: Es gibt keine offizielle staatliche Seenotrettung.
- 29:50Speaker 0: Wir haben die, sozusagen unsere Gemeinschaft hat völlig versagt in diesem Punkt.
- 29:55Speaker 0: und dann kommt eine Gruppe von Jugendlichen.
- 29:58Speaker 0: Wir machen das, obwohl wir kein Geld und keine Ahnung und irgendwas haben.
- 30:01Speaker 0: Und es ist so rührend.
- 30:02Speaker 0: also sozusagen das ist auch so ein unglaublich kraftvoller Ansatz um loszulegen zu erzählen dass ihr immer gesagt habt naja aber das muss sein in dem Film das müssen wir tatsächlich erzählen.
- 30:14Speaker 0: Aber wie kann ich jetzt erzählen wenn ich gar nicht weiß wie's stattgefunden hat?
- 30:16Speaker 0: Und so ist meine Zusammenarbeit mit Michele gewesen dass sie immer gesagt hat Michele Wie kann ich das rausfinden?
- 30:22Speaker 0: Wie kann mich mit den Reden?
- 30:23Speaker 0: und Michele kannte die natürlich alle.
- 30:26Speaker 0: Das ist jetzt Jahre später gewesen, zum Teil sind die in alle Winde verschwunden.
- 30:31Speaker 0: Zum Teil haben sich Freundschaften aufgelöst und konnten sie nicht mehr miteinander... Zum Teil sind wir noch ganz eng befreundet gewesen und Michilla hat sich dann auch den Weg gemacht, dass er Leute überhaupt wieder kontaktiert hat wer alles mit uns sprechen will.
- 30:45Speaker 0: Da haben wir das total breit angelegt.
- 30:47Speaker 0: Wir haben im Prinzip gesagt, jeder der mit uns reden will, mit dem reden wir und interviewen ihn.
- 30:51Speaker 0: Das haben wir auch immer gemeinsam gemacht damit die auch einen Zutrauen und Vertrauen hatten dass da kein Schindluder mit ihrer Geschichte gemacht wird weil natürlich wenn ich ein Seenotretter bin und einmal angeklagt wurde und vielleicht zwanzig Jahre ins Gefängnis gehen müsste dann kommt Jahre später, kommt Netflix Ey, da machen wir ein Film draus.
- 31:10Speaker 0: Dann kann ich auch verstehen dass jemand skeptisch ist und denkt nicht das dieses für irgendwas missbrauchen.
- 31:16Speaker 0: Und um diese Vertrauen zu haben sind wir gemeinsam hingegangen und dann habe ich erst mal Ich weiß nicht wie viele aber ganz hier zwanzig und ultralange Interviews geführt mit allen.
- 31:27Speaker 0: Und zwar wirklich mit jedem Einzelnen, ich habe mit dem eigentlichen Gründer Jakob Schön endlos lange geredet.
- 31:34Speaker 0: Ich hab' mit seinem besten Kumpel lang gerede.
- 31:36Speaker 0: Mit der Frau gereded', mit Pauline die nach Hedomi in einem Film wurde... ...und die hat ihre Perspektive erzählt.
- 31:42Speaker 0: und plötzlich über dieses Panorama von all diesen Interviews hatte ich fast schon wie so eine Oral-Historie auf Jugendrettet.
- 31:51Speaker 0: Und da wusste ich dann, und an dem Moment – das war tatsächlich ein Monate später – habe ich überhaupt erst angefangen zu schreiben?
- 31:58Speaker 0: Vorher hab' ich nur Interviews geguckt und ungefähr fünfzig Stunden Material was Michele überall gefilmt hat, was nicht in diesem Dokumentarfilm drin war.
- 32:06Speaker 0: also zum Beispiel auch wirklich wie zwei Stunden lang hat er einfach Büroarbeit abgefilmt von denen bei Jugendrettett Und auch das habe ich mir reingezogen.
- 32:14Speaker 0: Ich habe einfach zwei Stunden lang zugeschaut, wie die in dem Büro gearbeitet haben nur um ein Goldnacke zu finden wo ich dachte, ah ist das super!
- 32:21Speaker 0: Ist das gut?
- 32:22Speaker 0: Mit diesem Wissen mit diesem sozusagen Korb voller Zähnenmomente aber auch die Art und Weise wie sie sprechen hab ich mich dann aufgemacht und habe angefangen einen Treatment zu schreiben was dann zuerst Chris und Markus gelesen haben und wo wir dann zur Netflix gegangen sind.
- 32:39Speaker 0: und dann ist im Prinzip erst so richtig dann die Arbeit losgegangen mit allen beteiligten Partnern.
- 32:44Speaker 0: aber sozusagen die haben, die haben Monate später nachdem eigentlich Christen mit Sacha Bühler geredet hat.
- 32:52Speaker 0: Nachdem ich an Bord gekommen bin, haben sie überhaupt erst was bekommen weil das bei den Recherche für den Film so lange gedauert hat.
- 32:59Speaker 2: Es ist spannend, deswegen hatte ich vorher auch gefragt wann kam Netflix ins Boot?
- 33:05Speaker 2: Man sagt also oft hört man ja wenn Netflix ins Boot kommt, dann muss wenn die die Produktionen unterstützen.
- 33:09Speaker 2: Dann geht es recht flott.
- 33:10Speaker 2: Also du kriegst das Geld und musst loslegen eigentlich und musst drehen.
- 33:16Speaker 2: Aber ich höre raus dass war eher so eine Art Softest Go.
- 33:20Speaker 2: Und erst dann wurde Streetman stand.
- 33:23Speaker 2: Dann habt ihr wirklich in die Produkte gegangen.
- 33:25Speaker 2: oder hat Netflix jetzt auch diese ganze Vorarbeit begleitet?
- 33:33Speaker 1: Prozess, ne?
- 33:34Speaker 1: Also es startet quasi mit dem Signal, dass sie das Projekt insgesamt interessant finden.
- 33:38Speaker 1: Und dann ist der wirklich so okay.
- 33:39Speaker 1: als erstes kommt zum Treatment und wenn es Treatment in einem gemeinsamen Nenner findet, dann geht's in die Drehbucharbeit.
- 33:48Speaker 1: und ich glaube was wirklich am Ende den schnellsten Hebel bringt ist, wenn das Drehbuch dann so ist, dass alle sagen ok, das wollen wir machen Dann ist der Film schnell finanziert, ne?
- 33:59Speaker 1: Das ist dann nicht so dass man monatelang auf Förderung oder Entscheidung warten muss.
- 34:02Speaker 1: Oder auf Filmverleier die dann sagen ja schick mir erstmal das Buch und dann kennst du es nicht und dauert das irgendwie ein halbes Jahr bis man da mal was zurück rührt... ...oder wir senden zum Teil noch länger und das ist natürlich Prozess.
- 34:12Speaker 1: wenn Netflix sagt okay finden wir jetzt super gehen wir ins Greenlight um das Greenlight zu dalmen.
- 34:17Speaker 1: Ist der Film halt auch finanzieren.
- 34:19Speaker 1: Und dann kann man loslegen.
- 34:22Speaker 2: Aber diese Vorarbeit wurde auch von von Netflix abgedeckt.
- 34:26Speaker 2: oder habt ihr das als Vorarbeit?
- 34:28Speaker 2: Ja, okay.
- 34:29Speaker 1: Bist du
- 34:30Speaker 0: schon wenn du das für Netflix machst dann gibst du auch die Rechte ab!
- 34:33Speaker 0: Und dafür, dass du die Rechte abgibst, wirst du auch bezahlt.
- 34:36Speaker 0: Du wirst sozusagen nicht voll voll voll bezahlt, da trägst du sozusagen einen Risiko.
- 34:42Speaker 0: aber sozusagen du arbeitest nicht umsonst für Netflix.
- 34:46Speaker 0: Im Gegensatz zu vielen... Also wenn ich zum Beispiel ein Kinofilm schreibe für meine eigene Produktionsfirma werde ich nie bezahlt erst dann, wenn der Film gedreht wird einfach weil ich das auf eigenes Risiko mache.
- 34:57Speaker 0: Aber bei Netflix ist ja im gewissen Sinne auch so Das ist ein Produkt, das Ihnen dann komplett gehört.
- 35:03Speaker 0: Und dann ist es wie eine Arbeitgeber und man ist ein Anbetter der das macht.
- 35:08Speaker 0: Man ist frei und die nehmen einen Ernst und diktieren nicht aufs Wort rein was man schreiben muss aber auch immer klar dass sie dieses Ding finanzieren und dadurch auch ein extremes Mitspracherecht haben.
- 35:22Speaker 0: Sie wollen das entwickeln!
- 35:23Speaker 0: Es ist ganz wichtig.
- 35:26Speaker 0: Bei Netflix ist es eben auch so, dass Filme eine bestimmte Emotionale Flughöhe haben müssen damit sie gemacht werden.
- 35:37Speaker 0: Und da gibt's eine gewisse Vorstellung davon wie sich ein Buch liest.
- 35:40Speaker 0: Das ist nicht so.
- 35:41Speaker 0: das die sagen okay der Plotpoint eins muss jetzt hier bei Netflix auf Seite zwanzig kommen und trotzdem ist es so.
- 35:47Speaker 0: Netflix-Film braucht noch Hot-Openings, Netflix-Filmen muss ultra emotional sein.
- 35:53Speaker 0: Also auch so emotional sein wie man manchmal bei anderen sagt ja ich weiß nicht vielleicht gehe ich da gar nicht hin oder ob das ausgestellt ist.
- 36:01Speaker 0: und wenn es aber erreicht ist dann das was Chris erwähnt hat.
- 36:06Speaker 0: das ist auch ganz toll dass sie sagen Okay, ja.
- 36:10Speaker 0: Let's do it!
- 36:10Speaker 0: Es gibt ein Go und dann hat man sozusagen von der Ebene an arbeiten wir trotzdem noch ewig an dem Drehbuch weiter aber dann kann man mit einer Produktion starten Dann kann man casten und all diese Dinge machen Und dieser Prozess hat bei uns ungefähr einen Jahr gedauert.
- 36:27Speaker 0: Also vom ersten Treatment bis zum Greenlight war das ich würde sagen im Jahr Und das ist jetzt sozusagen unter dem, was du sagst Netflix, die wollen im Projekt dann sagen sie eigentlich in einem Jahr wird gedreht.
- 36:41Speaker 0: So extrem war es in diesem Fall nicht.
- 36:46Speaker 0: und es ist auch so dass für Netflix Verhältnisse der Film schon überdurchschnittlich teurer gewesen und ich glaube deswegen war's für die auch wichtig erstmal zu sehen, dass das Drehbuch Und echt richtig gut funktioniert und richtig stimmt.
- 37:01Speaker 0: Jetzt können wir das Risiko eingehen, diesen Film auch zu... finanzieren.
- 37:10Speaker 2: Du meinst ja gerade Authentizität, also am realen Leben bleiben oder an die realen Geschichte bleiben.
- 37:15Speaker 2: gleichzeitig hast du von emotionalisiert gesprochen was nötig ist um bei Netflix überhaupt da gezeigt zu werden.
- 37:23Speaker 2: wie schafft man das als Autor dann im Fall eben diese Balance zu halten?
- 37:27Speaker 2: Also wo entscheidest du denn dass du sagst hey hier gehe ich jetzt auf die emotionale Schiene die vielleicht gar nicht so war.
- 37:35Speaker 2: Und wo sagst du hey, okay jetzt bleibe ich aber.
- 37:38Speaker 2: Wir müssen an diesem Punkt missen wir wirklich in der Realität bleiben und können nicht so dramatisch werden.
- 37:44Speaker 0: Also ehrlich gesagt was hier?
- 37:45Speaker 0: total einfach weil die realität schon so emotional war.
- 37:51Speaker 0: Ich sitze mit dem mit dem head of chief Mit Kapitän oder irgendwas zusammen Erzählt mir wie diese Rettung ablaufen und erzählt mir aber auch wie die Leute gestorben sind, die sie gerettet haben.
- 38:10Speaker 0: Die Sie nicht retten können und du hörst diese Geschichte schon beim Zuhören bist so angefasst und so gerührt dass ich im gewissen Sinne eigentlich nur aufschreiben musste.
- 38:24Speaker 0: Aber die Auswahl macht es natürlich!
- 38:26Speaker 0: Und diese extreme Entscheidung Ich glaube, das ist das, was in dem Fall wichtig war, davon man sagt diese Entscheidung.
- 38:36Speaker 0: absolut zu einhundert Prozent aus der Perspektive von den Jugendlichen zu erzählen.
- 38:41Speaker 0: Dieser Film hat nie eine objektive Perspektiv, dieser Film ist nie so das er sagt okay dieses Thema beleuchten wir jetzt von außen und uns von Außen gesehen haben die recht und ich möchte diese sehen sondern man sagt ich entscheide mich von Minute eins für die Perspektiven von unserer Hauptfigur und allen anderen Figuren und betrachtet es immer durch die Augen von unseren Protagonistinnen.
- 39:05Speaker 0: Alles, was ihnen emotional widerfährt wird auch in diesem Film hier drin sein und ist dann emotional.
- 39:10Speaker 0: Und dadurch durch diese Entscheidung ist der ganze Film meiner Ansicht nach extrem emotional geworden, weil man immer so nah an ihn dran ist.
- 39:18Speaker 0: Wenn sie eine Panikattacke haben, dann haben die eine Panika-Attacke.
- 39:21Speaker 0: Die Panikattack gab es aber immer wirklich.
- 39:23Speaker 0: Das ist das Ding!
- 39:24Speaker 0: Ich habe dein Interview geführt und weiß ich, ob er gemacht hat... Mir hat der eine erzählt, wie er ne Panikattacke hatte und der andere hat mir erzählt wir sein Bankjob gekündigt hat um mitzumachen.
- 39:34Speaker 0: Und der nächste hat mir erzählt dass er jeden Tag auf dem Schiff für zehn Minuten geweint hat.
- 39:41Speaker 0: Ich wusste aber immer ich kann nicht drei Figuren noch dazu hinzufügen.
- 39:44Speaker 0: Ich kann mich in Ensemble von dreißig Menschen auf diesem Boot zeigen.
- 39:49Speaker 0: Ich muss ne Entscheidung treffen!
- 39:50Speaker 0: Dann habe ich die immer gefragt wäre das okay für euch wenn ich das zeige?
- 39:55Speaker 0: Aber es ist nicht nur... Das ist nicht nur deine Figur.
- 39:59Speaker 0: Ich werde mehrere Interviews zusammennehmen und sage dann, diese eine Figur ist ne Mischung aus dem, dem,dem und dem Und deren Erlebnisse zusammen macht total Sinn und steht auch exemplarisch für sie alle.
- 40:15Speaker 0: Und dann habe ich aber sozusagen wie so ein Emotionserbsensammler, habe ich sozusagen all diese krassen Supermomente zusammengenommen und dachte es ist ja Wahnsinn.
- 40:23Speaker 0: Das alles erlebt Mauro oder das alles... Aber Mauro gab's nicht als Mauro.
- 40:28Speaker 0: Mauro gabs in Form von Michele und in Form Alvaro und in form von César und sozusagen ganz viele sind sozusagen als Erlebnisse da reingekommen und dann warst du auch Lukas als Hauptfigur.
- 40:41Speaker 0: ist nicht eins zu eins der Jakob diese Geschichte erlebt hat.
- 40:45Speaker 0: Das ist auch ein Zusammenspiel von Jakob und Titus, seinem besten Freund.
- 40:51Speaker 0: Und das war aber immer vorher besprochen.
- 40:52Speaker 0: Es war klar, dass wir fiktionalisieren alle Figuren.
- 40:56Speaker 0: Alle werden bekommen einen neuen Namen.
- 40:59Speaker 0: Alle sind nicht eins zu eins erzählt.
- 41:03Speaker 0: Wir subsumieren unter einer Figur ganz viele Erlebnisse die mehrere Figuren haben.
- 41:07Speaker 0: Das hat es aber auch ziemlich emotional gemacht weil ich natürlich sehr viel Erlebnisse, echte Erlebnisse reingemacht habe und das ist normal.
- 41:17Speaker 0: Und alle sind da gewesen!
- 41:18Speaker 0: Alle Erlebenen, die da drin passieren, sind irgendwo in einem Interview aufgetaucht.
- 41:22Speaker 0: Ich hab sie bloß extrem verdichtet.
- 41:25Speaker 2: Ach, spannend... ich nutze es gleich auch hier weil... Da wäre auch die Frage, also ob ihr vielleicht mal überlegt habt andere Story streng.
- 41:34Speaker 2: Also wie ihr euch da entschieden habt genau bei dieser Perspektive zu bleiben?
- 41:37Speaker 2: Weil ich hatte mit Christier davor schon ein kleines Vorgespräch gehabt und dann ging es so ein bisschen darum jetzt ist ja Film ja auch draußen und es gibt ja positive Kritik, es gibt negative Kritik Es gibt alles.
- 41:50Speaker 2: Eine Sache die mir immer aufgefallen ist Bei vielen war das Thema eben der Blick auf diese Nur auf die rettenden.
- 41:59Speaker 2: Manche Leute sind so ein bisschen aufgestoßen ist, weil jeder hat das Gefühl irgendwie wo sind denn die anderen Perspektiven?
- 42:05Speaker 2: und das würde ich gerne einmal kurz aufgreifen wollen und fragen genau also gab es denn überhaupt Überlegungen zum Beispiel aus der Sicht eines Geflüchteten oder eines Betroffenen Die noch mehr mit einzubauen oder war wirklich technischen Gründen oder aus, also jetzt sehbuchtechnische Gründen, wie du gerade so ein bisschen erzählt hast, dass ihr wirklich nur bei diesen Protagonisten bleibt.
- 42:31Speaker 0: Soll ich antworten Chris?
- 42:35Speaker 0: Mit diesem Thema haben wir uns von Minute eins auseinander gesetzt.
- 42:39Speaker 0: Wir wussten das mit diesem Film nicht jedem recht machen können und wir wussten aber auch hundert Filme gemacht werden können und dass diese filme sich nicht gegeneinander ausspielen dürfen.
- 42:54Speaker 0: Aber es ist völlig klar, das wenn du für netflix deutschland einen film machst dann muss das ein deutscher film sein.
- 43:00Speaker 0: Dann ist sozusagen der grund warum sie überhaupt nur ja sein kann ist, dass es eine local production ist.
- 43:06Speaker 0: Wenn wir die geschichte aus der sicht von lamin abdulaman im elken leben erzählt hätten Das hätte mich auch absolut interessiert wäre ganz toll.
- 43:16Speaker 0: Aber diesen Film könnte ich nicht machen.
- 43:17Speaker 0: Diesen Film durfte ich nicht als weiße Film gemacht werden.
- 43:21Speaker 0: Diesem Film würde Netflix nicht finanzieren, den muss jemand anderen machen und ich hoffe, dass dieser Film gemacht wird so wie Io Capitano gemacht wird.
- 43:29Speaker 0: Es müssen sozusagen viele Filme gemacht werden.
- 43:31Speaker 0: Aber in dem Framework, in dem wir da waren war auch ganz klar das ist die Geschichte, die wir Netflix angeboten haben und die Netflix haben wollte.
- 43:41Speaker 0: Die Geschichte wie eine Gruppe von jungen Menschen dahin gegangen sind.
- 43:45Speaker 0: Und dann wussten wir aber immer... Das ist diese Perspektive und das ist sozusagen ein Deal.
- 43:49Speaker 0: Und es ist die, die erzählen können.
- 43:51Speaker 0: Dann haben wir gesagt was wir tun können mit dem Wissen dass wir die andere Perspektiven nicht wirklich so erzählen würden Verständlicherweise natürlich erzählen wollte ist, dass gesagt haben in dem Moment wo die auf das Boot kommen dürfen ihre Geschichte erzählen.
- 44:06Speaker 0: In dem moment wo sie aufs Boot kommen erzählen die haben auch eben eine geschichte.
- 44:10Speaker 0: Die sind nicht nur irgendwelche Leute die geschichtslos dastehen.
- 44:14Speaker 0: deswegen war immer klar Rose, Lamin und wenn sie da sind immer sozusagen auch in der Länge wie sie normalerweise als Zähnen in diesem Film gar nicht vorkommen.
- 44:27Speaker 0: Erzählen können.
- 44:27Speaker 0: wo ist die Reise gestartet?
- 44:29Speaker 0: Wie ist diese Reise gewesen?
- 44:30Speaker 0: was haben Sie auf dieser Reise unterwegs erlebt?
- 44:32Speaker 0: Wie war das auf dem Boot usw.
- 44:33Speaker 0: Da haben wir gesagt in dem Moment wo sie im Film sind interessiert uns ihre Geschichte natürlich bis zum Ende.
- 44:38Speaker 0: in den Moment wo Lamin da ist erzählen wir wie er nach Deutschland gekommen hat einen Ausbildungsplatz.
- 44:45Speaker 0: Er darf da bleiben, er lernt Deutsch rasend schnell.
- 44:48Speaker 0: Seine Geschichte ist eine totale... Wunderbare auch eine Erfolgsgeschichte und die ist eins zu eins, die gibt es genauso.
- 44:55Speaker 0: Also im Prinzip ist da überhaupt nichts in Zukunft und das ist fast eher so dass wir sie noch kleiner gemacht haben als ich ihn wirklich hat.
- 45:02Speaker 0: Das ist fast noch krasser.
- 45:03Speaker 0: aber dann dachte man am Moment.
- 45:06Speaker 0: okay das kauft uns schon fast keine ab und habe gesagt aber das ist das was wir tun können.
- 45:12Speaker 0: Wir können sozusagen... In dem Moment wo Sie da sind können wir das ernst nehmen und Ihre Geschichten zu Ende erzählen wie wir Rose zu Ende erzählt und sie auch immer erzählen kann, was da war wie sie vor Gericht ihre Geschichte erzählen können.
- 45:25Speaker 0: Und trotzdem wussten wir dass wir natürlich dafür kritisiert werden.
- 45:30Speaker 0: es ist völlig klar.
- 45:31Speaker 0: wir wussten das wir sowohl von links als auch von rechts für diesen film kritisieren werden weil weil wir ja alle lang genug dabei sind und wissen alle ganz genau welche debatten geführt werden und dass jemand kommt und sagt das ist nur weit selber geschichte.
- 45:47Speaker 0: das war völlig klar.
- 45:50Speaker 0: Aber das änderte nichts daran, dass wir gesagt haben, wir nehmen es total ernst.
- 45:54Speaker 0: Wir erzählen ihre Geschichten aber den Film, den wir machen können... ...den einzigen Film, dem wir machen konnten ist dieser Film, der wir machen könnten.
- 45:59Speaker 0: Sonst hätten wir keinen Film gemacht und das war so was sie gesagt haben.
- 46:02Speaker 0: Ja, aber kein Film zu machen nur weil wir nicht den Film aus der Perspektive des Gefühls drin können, ist überhaupt gar keine Option.
- 46:08Speaker 0: Das ist sozusagen dafür das Thema auch viel zu wichtig.
- 46:10Speaker 0: Es ist bloß so dass wir natürlich gesagt haben.
- 46:14Speaker 0: ey Natürlich muss der andere Film auch gemacht werden.
- 46:16Speaker 0: Und die, die sozusagen jetzt sagen, ah wieso hab ich den nicht den gemacht?
- 46:18Speaker 0: Den würde ich sagen ja dann macht ihr den Films doch super wenn ihr dem machen wollt.
- 46:21Speaker 0: Das ist sozusagen da habe ich gar nichts dagegen und ich werde euch auch nie sozusagen dafür kritisieren dass ihr dann wieder eine andere Perspektive nicht gemacht habt weil dieses Thema so wichtig ist und man so viele Filme wie möglich zu diesem Thema machen kann.
- 46:33Speaker 0: So und trotzdem verstehe es...
- 46:36Speaker 1: Dass diese Ausgewogenheit zwischen der Kritik von links und rechts ist eigentlich ein guter Beweis das man hoffentlich eben diesen schmalen Mittelweg gefunden hat den uns eben auch immer interessiert hat, weil das ist ja schon irgendwie zum Teil auch echt total, wenn du dir dann irgendwie unter diesen Trailer oder so, ob diese Kommentare noch nochmal anschaust.
- 46:54Speaker 1: Wenn wir jetzt gerade von der Rechten da weiß man, dass es eigentlich auch mehr in dieser Art, egal welche Geschichte sie dann eben auch erzielen benötigt und also wir rückstürzt dich da... dann die Gedanken irgendwie dann leider aussehen.
- 47:11Speaker 1: Und das finde ich eigentlich fast ein guter Beweis, dass es eben auch so... Wie Olli das gesagt hat, die Kritik von beiden Seiten kommt uns hoffentlich auch eher hoffentlich beweist dafür ist, dass wir diese Mittelbeit genügend gefunden haben.
- 47:27Speaker 1: Weil
- 47:29Speaker 0: wenn unter dem Trailer steht der Film sollte nicht dreiundzwanzigtausend leben sondern dreinzwanzigtausend vor Gewaltiger heißen Dann weiß man auch, dass da draußen wirklich Hass existierte und dann weiß man was Perspektiven da draußen existieren.
- 47:43Speaker 0: Und dann denkt man absolut und deswegen sollte ich euch diesen Film anschauen und merken das sozusagen, dass diese jungen Menschen dort im Gegensatz zu dem, was ihren Vorwurf nie, nie, was falsch gemacht haben die haben sozusagen... das gemacht, was wir alle tun sollten.
- 47:59Speaker 0: Nämlich Menschen, die eben retten und es sind keine Politiker und die sozusagen ... Die können auch nicht die Probleme lösen.
- 48:05Speaker 0: Die können also nicht die Probleme von den Lösen, die durch Migration entstehen.
- 48:10Speaker 0: Das ist ja klar!
- 48:11Speaker 0: Aber sie haben eine Sache gemacht, nämlich Menschen zu retten... Und das kann niemand weder von links noch rechts noch irgendwas je infrage stellen, dass das nennt allgemeiner menschlicher Verb ist der da ist Weil wenn von irgendjemand, der da drunterschraubt.
- 48:31Speaker 0: Wenn dem sein Sohn im See ertrinkt, dann will er auch das der gerettet wird.
- 48:36Speaker 0: Das ist sozusagen... und nur zu sagen ja weil wir die nicht herhaben wollen müssen wir die alle ertränken damit sie auch lernen dass sie mich hierher kommen lassen.
- 48:42Speaker 0: Das kann man nicht sagen, das kann man nämlich mal denken.
- 48:48Speaker 0: Und auch dafür macht man so ein Film.
- 48:51Speaker 1: Auch mit dem Wissen
- 48:52Speaker 0: was man gegenbetriegt
- 48:53Speaker 1: was man vielleicht mal ergänzen kann, ist wenn man sich jetzt quasi immer die Themen anschaut, die in den breiten Medien über Migration gerade aktuell halt stattfinden.
- 49:01Speaker 1: Dann sind das oft eben sage ich mal Überforderungen, Kriminalisierung und so weiter.
- 49:06Speaker 1: ja und quasi jetzt eben mit einem Film der auch dann weltweit über Netflix also einen der größten Streaming-Anbieter überhaupt ausgespielt wird.
- 49:13Speaker 1: und wer eben eine hoffnungsvolle und menschliche Geschichte zeigt, der eben auch so eine Geschichte, Mit Reihen spielt, haben wir eben drüber gesprochen.
- 49:22Speaker 1: Aber eben auch von Lamin, die Geschichte basiert ja auf einem wahren Vorbild und ist eigentlich eine sehr hoffnungsvolle Perspektive und Geschichte, die dahinter steht.
- 49:32Speaker 1: also Abdelraman der das Vorbild dafür war hat inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft arbeitet als Industriemechaniker bei Maggi, den wahrscheinlich irgendwie deutschischem Unternehmen was man sich vorstellen kann.
- 49:44Speaker 1: Und solche Geschichten finden ja normalerweise in der Weltzeitung oder bei A&D brisant, wo dieser Film jetzt überall zum Teil sehr positiv besprochen wurde.
- 49:57Speaker 1: Finden sie ja normaler, weil sie nie teilen und ich finde das ist so.
- 50:00Speaker 1: bei einer Kritik die auch immer berechtigt ist oder der Anklage dass man nicht alle Aspekte von der Seenotrettung irgendwie in diesem Film mit auch gegriffen hat finde ich das etwas, wo wir bei mich zu hundert Prozent dahinter stehen können und auch stolz sind dass es geklappt hat.
- 50:17Speaker 1: Und ja also ich frage mich manchmal ob quasi so ein Thema in den öffentlich-rechtlichen zum Beispiel heute noch gemacht würde, ja?
- 50:27Speaker 1: Also in einer sehr angespannten Stimmung und dem Rechtsdruck und deswegen bin ich da ein frohes Nefix mitgemacht.
- 50:36Speaker 1: Auch die Zahlen, wir sind jetzt aktuell Platz fünf weltweit.
- 50:38Speaker 1: Der internationalen Netflix-Film zeigt ja das jetzt auch jenseits von Deutschland, dass ein Thema ist was die Leute beschäftigt und die eben auch sehr menschliche und emotional zum größten Teil reagieren.
- 50:53Speaker 0: Total absolut!
- 50:55Speaker 0: Und natürlich ist es auch wieder so über das Gerichtsverfahren kannst einen eigenen Film machen.
- 51:00Speaker 0: Über die erste Mission kannst du einen eigenen Film machen.
- 51:03Speaker 0: Über das Zerwürf nicht innerhalb der Gruppe kannst du deinen eigenen Filmen machen.
- 51:05Speaker 0: Das ist sozusagen jeder einzelne Aspekt.
- 51:08Speaker 0: über die Angriffe von rechts, kannst einen eigenen filmen machen.
- 51:12Speaker 0: Wir hätten eine Serie machen können.
- 51:17Speaker 0: Aber wir haben nur mal einen Spielfilm gemacht und wir wollten alles erzählen.
- 51:21Speaker 0: Und dann haben wir gesagt, um die Entscheidung alles zu erzählen bedeutet aber auch, dass wir bestimmte Dinge tatsächlich nur mit zwei oder drei Zehnen streifen können.
- 51:28Speaker 0: Alles andere muss der Fantasie dem Publikum des Zuschauers überlassen werden.
- 51:37Speaker 0: Dann verstehe ich natürlich, dass es Leute gibt, die sagen ja okay alter so ein fettes Ding und dann ist das in drei Minuten mit einem Gerichtsverfahren abgehandelt.
- 51:46Speaker 0: Das wussten wir.
- 51:47Speaker 0: Wir wussten, dass die Kritik nämlich auch total an, aber es gab keine Antimmutlichkeit zu erzählen.
- 51:53Speaker 0: Wir konnten's nur so erzählen weil sonst hätten wir sagen müssen, wir machen nur ein fünffnungsgerichtsverfahren und das ist auch legitim.
- 51:58Speaker 0: Du würdest ja sofort machen.
- 51:59Speaker 0: Aber den Film, den wir gemacht haben, immer kamst du der Kost was dir.
- 52:03Speaker 0: jede Entscheidung in dem Drehbuch ist auch eine Entscheidung was du nicht machst und Entscheidungen die wir nicht gemacht haben zum Beispiel des ganze Thema aus allen Perspektiven zu beleuchten Das hätten wir in zehn Stunden Filme gehabt oder im Zickfilme.
- 52:17Speaker 0: Und diese Entscheidung führt auch dazu, dass Leute sagen ja ich glaube aber das ist eine falsche Entscheidung war und es ist legitim und das nehme ich auch total an.
- 52:26Speaker 0: Aber unseres ist eben dann die Summe von den Entscheidungen.
- 52:30Speaker 0: Ich glaube im Nachhinein zu sagen, dass ich auch so gut wie alle Entscheidungen nochmal so treffen würde.
- 52:34Speaker 2: Ja also ich glaub am Ende was hast du hier gesagt?
- 52:39Speaker 2: Also ich glaube Nummer eins... auch als ihr als Filmschaffende oder als produzierende und als Machende, dass hier euch dieser Kritik bewusst war.
- 52:49Speaker 2: Und ich glaube die hat mit einberechtigt.
- 52:52Speaker 2: Ich glaube schon mal ist mein wichtiger Teil davon und ich glaube auch die Kritik bei vielen oder bei einigen ist genau dem geschuldet das halt gefühlt es wenig Filme gibt vielleicht aus dieser anderen Sicht und deswegen kam diese Kritik ja eben wie so wieder ein Film, der nicht aus dieser anderen Sicht erzählt.
- 53:10Speaker 2: Ich glaube das ist gar nicht nur an diesen einen Film gerichtet.
- 53:13Speaker 2: Also ich kann nur von mir, ich kann ja nicht für die Kritiker sprechen.
- 53:17Speaker 2: Aber und ich kann mir vorstellen dass es so der Wunsch eher ist, dass man halt auch mehr andere Bilder hat.
- 53:23Speaker 2: Es müsste nicht ihr lösen das Problem, ne?
- 53:26Speaker 2: Genau so einfach ist es halt etwas was glaube ich einfach gebraucht wird in der Branche oder besser gesagt beim Film.
- 53:32Speaker 2: und weil du auch schon gesagt hast diesen Film könntet ihr nur so machen dann frage ich mich gerade wie kann man denn diese anderen Filme machen?
- 53:40Speaker 2: Ja
- 53:40Speaker 0: absolut!
- 53:42Speaker 2: Und
- 53:43Speaker 0: tatsächlich aus Deutschland heraus muss man leider sagen ist es nicht einfach Das ist sozusagen die andere Perspektive zu erzählen.
- 53:48Speaker 0: Eine sprachliche Perspektiv, eine finanzielle Perspektiva sind ganz viele Gründe, warum sie nicht gemacht werden.
- 53:54Speaker 0: und it's a shame!
- 53:54Speaker 0: Weißt du?
- 53:55Speaker 0: Es ist ne Schande, die müssen gemacht werden.
- 53:58Speaker 0: Und gleichzeitig sind eben auch Leute aus der Industrie, die dann sagen ja aber schon wieder die weiße Perspektiven sind die, die es dann nicht finanzieren.
- 54:06Speaker 0: Da heißt das so, dass es dann diese Geld auch nicht geben wird wenn man sagt Ja okay super Mach du doch den anderen.
- 54:13Speaker 0: Ja, aber ich meine kostet auch viel Geld und schaut sich dann keine Ahnung.
- 54:19Speaker 0: Das ist halt leider das Problem.
- 54:23Speaker 0: wir arbeiten mit Michaela dem Dokumentarfilmer zusammen an einer Doku-Serie, die eben dieses ganze Thema der zivilen Seenotrettung absolut objektiv aus allen Richtungen, aus allen politischen Richtungen betrachtet.
- 54:41Speaker 0: Sozusagen was ist eigentlich?
- 54:42Speaker 0: Wann begannen das?
- 54:43Speaker 0: Sozusagen wann ist es eigentlich nicht aufgetraucht?
- 54:46Speaker 0: und so weiter.
- 54:46Speaker 0: und wir haben einfach gesagt okay das was wir in einem Film auch machen können Machen wir es auf eine andere Art und Weise.
- 54:52Speaker 0: Nämlich in einer sechsteiligen Serie, die haargenau jede politische Implikation bedeutet, warum das dieses Disaster da im Mittelmeer passiert ist.
- 55:01Speaker 0: Und ehrlich gesagt, es brut halt schwer, die zu finanzieren!
- 55:05Speaker 0: Es ist absolut hart, irgendjemanden zu finden, der sagt, ah, da gebe ich Geld dafür... ...und die kostet einen Bruchteil von dem was dieser Spielfilm gemacht hat.
- 55:13Speaker 0: Da merkt man, dass ist auch echt ne Realität da draußen, dann macht man das.
- 55:19Speaker 0: Dann sagt man, ja okay gleich hinterher machen wir das was sozusagen wir hier nicht machen können und dann gibt's aber da draußen niemanden der ihm dafür Geld gibt es zu machen.
- 55:25Speaker 0: wenn sie dann denken ja aber wer schaut sich das denn an?
- 55:29Speaker 0: Und dann ist es wieder zu politisch oder irgendwas.
- 55:32Speaker 0: Das ist sehr schade.
- 55:35Speaker 1: Was du eben gesagt hast einfach sich dessen auch bewusst zu sein das ist natürlich also das erste was glaube ich wichtig ist und das wollte ich vielleicht noch kurz ergänzen dass halt in der ... späteren Umsetzung von dem Film, uns ja auch immer wieder extrem wichtig war.
- 55:49Speaker 1: Und wir haben ja beispielsweise dann was die Darstellenden angeht... ...die die People on the Move porträtiert haben.
- 55:58Speaker 1: Das waren ja viele hundert Komparsinnen und Kompasen,... ...die dann zum Teil eben die Gefürcheten auf Mittelmeer portratiert haben und... Normalerweise kennst du ja auch, dass die Komparsen morgens an Set geholt werden und dann kriegen sie mittags sich mehr anderes Mittagessen.
- 56:21Speaker 1: Es hätte hier leicht zu so einem... Also es gibt die Kamparsen, die spielen die Opfer nämlich die Leute, die im Mittelmeer in Seenot geraten und das war natürlich von vornherein klar, ist das hier also auf gar keinen Fall funktionieren da, weil wir eben auch immer gesagt haben hier die Leute haben zum Teil eben diesen Background selber den sie mitbringen und deswegen ist es uns auch wichtig dass Sie das können und möchten diese Geschichten dann eben auch erzählen sollen.
- 56:46Speaker 1: Und das ist aber eben auch sehr sensibel.
- 56:48Speaker 1: dann ja, dass wir da sehr sensible vorgehen und da haben wir mit Babaraz Hantos aus Berlin vom Theater der Unterdrückung, die haben wir quasi mit des Boot geholt.
- 56:59Speaker 1: Die hat dann einen so mehr Taten Workshop, mehr oder weniger entwickelt.
- 57:03Speaker 1: Wo wir von dieser vermeintlichen Opferrolle eben quasi gesagt haben okay das sind Leute die dieses Schicksal eben durchlebt haben sie haben es überlebt also ein Survivor quasi.
- 57:13Speaker 1: da hat man eben schon allein in diesem Unterschied immerhin im Deutschland eine ganz andere Bedeutung die das Wort auch mitbringt.
- 57:20Speaker 1: und Und so ist es ihnen gewesen, dass wir da einen dreitägigen Workshop mit denen auf Malta gemacht haben.
- 57:27Speaker 1: Wie ein Empowerment-Workshop, wo erst mal die Leute erzählen konnten was ihr Background ist in einem geschützten Umfeld, was ihre Geschichte ist und das eben dann auch die anderen ... Ja, das war einfach wie so'n Empowerments.
- 57:40Speaker 1: Wir sind alle da durchgegangen und haben das geschafft.
- 57:46Speaker 1: Das ist unglaublich!
- 57:50Speaker 1: So ist es eben gestartet, bis dann eben auch zu den Dreharbeiten, wo es ja psychologische Betreuung gab für Leute die vielleicht irgendwie das dann doch sich zwar vorgenommen haben und Lust drauf hatten.
- 58:00Speaker 1: Aber manchmal sind sie auch einfach körperliche Reaktionen, dass du irgendwie denkst, ich hab richtig Lust darauf diese Geschichte zu erzählen, bist oft auf so einem Boot oder wackelt und einmal kommt irgendwas unterm Bewusstes wieder hervorher und das heißt, das eben auch englisch zu begleiten und den Leuten auch wenn sie dann aussteigen, denn trotzdem zu sagen, okay... Kein Problem.
- 58:20Speaker 1: Das Geld bekommt ihr trotzdem hier, müsst jetzt nicht deswegen irgendwie weiter mitmachen und man sieht da eine retromatisierte Erfahrung.
- 58:28Speaker 1: Und ich finde das war eigentlich sehr toll.
- 58:30Speaker 1: und in dem Zusammenhang wird heute auch von Netflix nochmal so ein Making of veröffentlicht was das eben auch so ein bisschen zeigt.
- 58:40Speaker 1: die Arbeit von Barbara oder auch Michele der viele von diesen Geschichten vorher sich angehört hat.
- 58:46Speaker 1: Ich hab noch mal dafür geflogen ist Das war uns sehr wichtig und das finde ich auch vielleicht an der Stelle nochmal erwähnenswert, dass Netflix es auch alles mit ermöglicht hat.
- 58:56Speaker 1: Weil es natürlich auch immer mit einem deutlichen Zusatzposten genau einhergeht... Und
- 59:01Speaker 0: nicht nur möglich sondern sie wollten es auch!
- 59:03Speaker 0: Es ist was, es war nicht nur, dass die dann Zähne knuschen des Geld rausgerückt haben, sondern für Sie auch einen absolut integralen Bestandteil davon, dass dieser Film gemacht wird.
- 59:12Speaker 0: Und das ist im Prinzip aber auch sozusagen an jeder Stelle passiert.
- 59:16Speaker 0: also wenn man aufs Drehbuch noch mal zurückgeht.
- 59:18Speaker 0: Es war dann so, dass ich mit dem Kapitän den Head of Mission die haben immer die Drehbuchversion bekommen und haben sie gelesen und haben gesagt So würden wir das nicht machen!
- 59:28Speaker 0: So würde ich sagen... ein richtiges Mitspracherecht bei dem, was danach entstanden ist.
- 59:36Speaker 0: Wir hatten immer jemand von Jugendrettet an bei den Reharbeiten dabei.
- 59:42Speaker 0: Die sind komplett begleitet worden von Sascha Gierke und Benedikt Funke – also die zwei, die sozusagen mit uns da ganz eng zusammengearbeitet haben – und waren an jeder Stelle da und konnten Markus, im Beispiel so an jeder Stelle sagen, so hätten wir das nicht gemacht.
- 59:54Speaker 0: So hätten wir sie nicht an Bord geholt.
- 59:55Speaker 0: So hätte ich die erste Anspruch
- 59:58Speaker 0: gemacht.".
- 59:58Speaker 0: So, und eben dieser Gedanke der absoluten totalen Authentizität bei extremer Entschiedenheit aus welcher Perspektive wir das erzählen wollen.
- 1:00:11Speaker 0: Das war die Herangehensweise von dem Film.
- 1:00:15Speaker 0: Ich würde sagen in diesem ganzen Film nicht einen Satz von einem People on the Move, der nicht in echt gesprochen wurde.
- 1:00:20Speaker 0: Ich habe nie irgendetwas erfunden weil immer klar war oder fast nicht.
- 1:00:26Speaker 0: Also zumindest war das immer mein Antworter.
- 1:00:28Speaker 0: Ich mache das alles aus den Gesprächen, alle Gespräche die ich mit meinen Interview-Partner hatte.
- 1:00:36Speaker 0: Mit Geflüchteten und People on the Move habe ich einmal gesagt es ist Wahnsinn da muss ich auch gar nichts redigieren oder irgendwas.
- 1:00:41Speaker 0: Es kommt einfach eins zu eins in den Film rein weil das nicht getoppt werden kann diese Authentizität die da ist.
- 1:00:49Speaker 0: aber das ist eben auch eine Entscheidung die man trifft bei so einem Film.
- 1:00:54Speaker 2: War das nur bereichert oder war es auch frustrierend manchmal, wenn man halt denkt okay man ist jetzt schon ein paar Schritte weiter und dann geht man wieder zurück.
- 1:01:03Speaker 0: Also es war halt mehr Arbeit, sagen wir mal so.
- 1:01:08Speaker 0: Man hat sich von vielen Stellen immer wieder Kritik reingeholt und natürlich ist die Dinge, die den Seenotrettern wichtig waren und zum Teil Netflix-Wichtig waren sind auch nicht dieselben gewesen.
- 1:01:24Speaker 0: Und sie haben auch konkurriert.
- 1:01:25Speaker 0: also es gab sozusagen die einen wollten's lieber noch genauer und Netflix sagt naja wir machen aber auch keine drei Stundenfilme ... wie detailliert ihr dann so was erzählen kann.
- 1:01:36Speaker 0: Und die einen haben gesagt, wir müssen an der Stelle noch auf diese politische Situation mit Frontex hinweisen.
- 1:01:41Speaker 0: und bei dem sozusagen über der Ahnung war es so.
- 1:01:44Speaker 0: ja aber dieser Strang ist auch sozusagen... Der springt unseren Film.
- 1:01:47Speaker 0: wenn wir hier sozusagen da gab's unterschiedliche Interessen und das waren dann auch meine Aufgabe als... als Autor, das gemeinsam mit Michele so ein bisschen auch als Mediator diese ganzen unterschiedlichen Ideen was alles in diesem Film verhandelt werden müsste unter einen Hut zu kriegen.
- 1:02:06Speaker 0: und also frustrieren würde ich das gar nicht nennen.
- 1:02:10Speaker 0: Es war sozusagen anstrengend, es war sozusagen der Hinsicht eine sehr intensive Arbeit.
- 1:02:20Speaker 2: Also, weil davor hast du sehr gelobt darüber, was ja auch stimmt.
- 1:02:27Speaker 2: Ich fand es halt so spannend, weil... Auch für die Zuhührenden, dass man halt hört okay das ist einfach ein Mehraufwand, das du gerade gesagt, der aber bereichernd ist.
- 1:02:33Speaker 2: am Ende und ich glaube, da muss man auf jeden Fall klarstellen muss, dass schon mehr Aufwand ist, aber es ist halt am Ende bringts fast die Geschichte, weil sie halt authentischer wird, ne?
- 1:02:44Speaker 2: Es gab
- 1:02:45Speaker 0: einen Punkt!
- 1:02:47Speaker 0: Das war auch nicht immer klar, dass der Film gemacht wird.
- 1:02:49Speaker 0: Also sozusagen das war nicht so, dass wir angefangen haben zu schreiben und wussten ja ja, das Greenlight kommt selbst zu einem Zeitpunkt als Netflixes Buch richtig gut fand.
- 1:02:57Speaker 0: War das nicht klar ob das Green Light kommt?
- 1:02:59Speaker 0: Einfach weil die Entscheidung für so ein Budget auch keine ist, die dann zum Teil nur aus Deutschland herausgeführt wird.
- 1:03:05Speaker 0: Da müssen sozusagen werden viele Parteien gefragt und dann gab es mal einen Moment wo ich da saß Was ist denn eigentlich, wenn dieser Film nicht gemacht wird?
- 1:03:14Speaker 0: Und ich jetzt hier, was weiß ich seit anderthalb Jahren an dem Ding der Arbeiter und natürlich bin auch bezahlt worden.
- 1:03:20Speaker 0: Aber das ist ja dann irgendwie auch kein Trostpflaster.
- 1:03:24Speaker 0: Und da dachte ich krass bei diesem Projekt es ist tatsächlich so dass diese ganzen Gespräche die ich geführt habe, diese ganzen Interviews, diese ganze Menschen, die ich kennengelernt hab, das eigentlich schon wert waren.
- 1:03:36Speaker 0: Das hat mir ein wahnsinniges Gefühl der Sicherheit immer geben, dass ich dachte ganz egal was passiert.
- 1:03:42Speaker 0: Ich habe all diese Menschen kennengelernt und haben alle diese fantastischen Geschichten wird.
- 1:03:45Speaker 0: Und Fantastische Persönlichkeiten kennen gelernt, und hab sozusagen so eine extreme Bereicherung für mich in einem Teil des Lebens gehabt, dass selbst wenn dieser Film nicht gemacht werden würde ist es das auch wert gewesen.
- 1:03:55Speaker 0: Also ich meine schon besser, dass er auch gemacht wurde.
- 1:03:58Speaker 0: Das soll jetzt nicht heiß sein.
- 1:04:04Speaker 0: Was für den
- 1:04:05Speaker 2: nächsten Film.
- 1:04:06Speaker 2: Du hast so viele tolle Leute getroffen?
- 1:04:08Speaker 0: Hast du auch gute Leute kennengelernt, musst jetzt ja mal nicht rum und so.
- 1:04:13Speaker 0: So weit geht's auch nicht aber es war... Aber die Gedanken hatte ich und dann habe ich live nicht bei jedem Projekt also wenn das hier nicht gemacht wird was trotzdem schön.
- 1:04:22Speaker 0: Das sagt auch etwas über die Besonderheit von dem Projekt
- 1:04:26Speaker 2: aus.
- 1:04:27Speaker 2: Ich würde noch einmal, weil genau wie unsere Zeit geht langsam zu neiget.
- 1:04:30Speaker 2: Deswegen habe ich noch eine Frage in die Produktionsrichtung.
- 1:04:34Speaker 2: Weil es ja schon spannend ist, dass ihr Filmen... Ihr habt ja mit dem Wassertank gedreht.
- 1:04:37Speaker 2: Ich glaube viele Zuhörerinnen, also noch nicht jeder hat mit den Wassertanken gedrehen.
- 1:04:42Speaker 2: Erst mal da wäre die Frage jetzt zwei auf Malta dieser WassertANK wenn ich mich richtig genau.
- 1:04:48Speaker 2: und Wie waren die Drehbedingungen dort?
- 1:04:51Speaker 2: Also für dich Chris war das auch das erste Mal
- 1:04:54Speaker 1: Absolut, ich komme zwar für zumindest das Kernteam.
- 1:04:57Speaker 1: Das ist das erste Mal, dass wir in einem Wassertank gedreht haben.
- 1:05:02Speaker 1: Also erst mal ist es natürlich unglaublich toll, dass es das gibt.
- 1:05:06Speaker 1: Es regt ja diesen Wassertunk genau auf Malta und wie man sich das vorstellen muss, ist letztendlich so ein großer Infinity Pool, also ein Pool wo dann das Ende des Pools... Er grenzt mehr oder weniger an den Horizont, wo dann das Mittelmeer zu sehen ist.
- 1:05:24Speaker 1: Und je nachdem wie man die Kamera stellt, dann sieht es eigentlich so aus als wenn das ein fließender Übergang ist bzw.
- 1:05:28Speaker 1: ein Wasser ist.
- 1:05:29Speaker 1: und dann ist es so dass man an die Wellenbewegung des Mittelmeers kann man in dem Pool oder im Wassertank der auch schon mehr Fußballfelder groß ist, kann man dann entsprechend mit Wellenmaschinen zum Beispiel ja oder Sturmmaschine Wegenmaschine eben auch nachempfinden.
- 1:05:45Speaker 1: und dann braucht es tatsächlich eigentlich nur noch eine kleine Anpassung in der Postproduktion der VFX, wo du dann beispielsweise die Farbtemperatur des Wassers da nochmal anpasst.
- 1:05:54Speaker 1: Also das ist jetzt sehr runtergebrochen, aber so muss man sich das eben ungefähr vorstellen.
- 1:05:59Speaker 1: und dann hast du auch bei Bedingungen im Wassertank, wo das Wasser dann eben nur ein Meter Sechzig tief ist ja und gerade wenn du dann solche gefährlichen Szenen, wo Leute ins Wasser springen oder zwei Hundert Leute eben aus einem Rätenschiff sind dass du die einfach einigermaßen kontrollierbar hast.
- 1:06:14Speaker 1: Es ist trotzdem ein riesen Chaos, wenn man sich das vorstellt, dass man das nachts dann irgendwie um drei Uhr mit Regenmaschinen auf einem riesigen Schiff was irgendwie auf Pontons schwimmt.
- 1:06:23Speaker 1: Das Schiff wurde quasi einmal nachempfunden mit dem richtigen Schiffford damit wir auf den Mittelmeer drehen können und dann von diesem
- 1:06:30Speaker 2: Schiff... Jetzt kommen wir in den Wassertank.
- 1:06:32Speaker 2: Nee,
- 1:06:32Speaker 1: das war zu groß für den Wasserdank.
- 1:06:33Speaker 1: deswegen haben wir quasi nochmal dieses nachgebautes Schiff, haben wir dann noch mal nachgebaut für den Wasser Tank und es hat aber jetzt endlich keinen, ich weiß nicht ob man es Kiel nennt oder ist auf jeden Fall kein Tiefgang sondern schon mehr oder weniger auf so Pont-Hors die mit Luft befüllt waren.
- 1:06:49Speaker 1: und auch das sieht nur.
- 1:06:50Speaker 1: dann glaube ich in dem Macking off ganz gut, dass auch echt schon Irrsinn ist, das auch statisch dann so aufzubauen, dass das halt zwei Hundert Leute dann theoretisch noch hält.
- 1:07:00Speaker 1: Und genau das waren eben kontrollierbare Produktionsbedingungen, wo wir das dann auch bringen konnten.
- 1:07:07Speaker 1: Es ist super aufwendig weil da natürlich überall immer Safety-Taurer an den Seiten positioniert sind, falls dann doch mal was passiert.
- 1:07:15Speaker 1: Auch wenn es besser nur ein Fünfzig ist, wenn so eine Wellenmaschine auf einmal anfängt zu starten, kommen dann natürlich unglaubliche Kräfte zusammen und genau... Das war auf der einen Seite toll, dass es darüber die Möglichkeiten gibt.
- 1:07:28Speaker 1: Es wird ja von den Amerikanern auch viel gemutzt.
- 1:07:31Speaker 1: Wurde ein Gladiator zum Beispiel gedreht und die entsprechend haben, die auch in Extremen versiert ist Team was das eigentlich nichts anders macht als Szene auf Wasser zu drehen und auf die durften wir zugreifen und das waren unglaubliche bereichernde Erfahrungen.
- 1:07:48Speaker 1: produktionell habe ich glaube auch fürs Beschichten erzählen Und ob ich toll ist, dass man das System auch drehen konnte.
- 1:07:56Speaker 2: Wie bescheißt sich da die Drehzeit?
- 1:07:58Speaker 2: Wenn man in so einem Wassertank... Ich weiß nicht, ob man
- 1:08:02Speaker 1: sagt, man kann halb so schnell drehen wie man es jetzt normalerweise an Wand tun würde was damit zu tun hat.
- 1:08:09Speaker 1: wenn beispielsweise das Schiff jetzt in eine andere Respektive gebracht wird dann muss das erstmal von diesen ganzen Verankerungen gelöst werden.
- 1:08:15Speaker 1: Da müssen irgendwie Tafas wieder unten losmachen und gedreht werden.
- 1:08:20Speaker 1: Die Kamera ist dann entweder auf einem Steg oder auf dem Boot, das heißt manchmal muss der Steg neu positioniert werden.
- 1:08:26Speaker 1: Damit die Kameraspektive vielleicht den Gegenschuss aufnehmen kann und dementsprechend ist man da deutlich langsamer.
- 1:08:31Speaker 1: Man hat aber natürlich auch ein großes Team, was gemeinsam zugreift damit es wirklich schnell geht.
- 1:08:40Speaker 0: Und wenn Menschen einmal ins Wasser fallen und man sie nochmal drehen muss, müssen sie erst mal trocken gemacht werden bevor sie's nächstes Mal wieder ins Wasser fahren.
- 1:08:47Speaker 0: Das ist sozusagen allein das!
- 1:08:50Speaker 0: Es geht halt da nicht anders.
- 1:08:53Speaker 1: Und wir haben ja im Oktober gedreht, das heißt tagsüber bei den Temperaturen noch gut trotzdem ist es nachts halt immer richtig kalt geworden und dementsprechend haben wir sogar so Container dann aufgebaut und die mehr oder weniger sowieso saunen Betrieben.
- 1:09:08Speaker 1: d.h.
- 1:09:08Speaker 1: zwischen den Text konnten die Leute dann erst in Wasser in die Sauna gehen und sich aufzuremmen und dann wieder zurück in den Wassertank.
- 1:09:17Speaker 2: Und waren denn hauptsächlich Stunn-Menschen, die dann das gemacht haben oder waren es auch die Darsteller?
- 1:09:23Speaker 2: Sowohl
- 1:09:23Speaker 1: als auch.
- 1:09:24Speaker 1: Also die Leute, die wirklich ins Wasser gesprungen sind, das waren natürlich Stuntleute und die Leute jetzt auf dem Schiff fahren, die konnten zumindest schwimmen.
- 1:09:35Speaker 1: natürlich also dass man da jetzt sich keine Gefahr aussetzt.
- 1:09:40Speaker 1: Dann waren immer Notärzte und Sanitäter am Set bei solchen aufwändigeren Wasserszenen und werden überall Taucher, die auch immer Daddy-Logs durchgezählt haben.
- 1:09:55Speaker 1: Also es...
- 1:09:56Speaker 2: Und sie können vergessen okay?
- 1:09:58Speaker 0: Ja genau!
- 1:10:00Speaker 0: Der Regisseur, wo ist der Regisseure?
- 1:10:03Speaker 1: Ja also ich meine das kontrolliert alles ist trotzdem echt ganz schön wuselig.
- 1:10:07Speaker 1: und wenn du dann auf einmal so jemand einen Set hat dann am Ende mit den Kompasen wahrscheinlich viermal vierundfünfzig Leute, die da irgendwie rum usseln.
- 1:10:14Speaker 1: Da muss man schon den Überblick behalten, gerade wenn es dann auch noch in der Nacht gedreht wird.
- 1:10:20Speaker 1: Aber wie gesagt schaut euch gerne das Makin auf an da kann man ganz gut sehen ja.
- 1:10:28Speaker 2: Spannend dass es auch noch ein Makin dazu gibt ist natürlich cool.
- 1:10:32Speaker 2: Meine letzte Frage an euch wäre was nehmt ihr denn aus diesem Projekt für euch mit?
- 1:10:35Speaker 2: Für die nächsten Projekte die ihr macht?
- 1:10:38Speaker 2: genau also was ist so?
- 1:10:39Speaker 2: vielleicht das Learning daraus vielleicht auch eine Herausforderung die überkommen habt bei diesem Projekt.
- 1:10:46Speaker 2: Wer eine Oli hat, der wahrscheinlich sein Imposter-Syndrom überstanden.
- 1:10:54Speaker 2: Wie sieht es bei euch aus?
- 1:10:54Speaker 2: Was nehmt ihr mit aus diesem Projekt für eure nächsten Projekte?
- 1:10:59Speaker 1: Also vielleicht einmal bei dem Imposter Syndrome anfangen finde ich's natürlich auch cool dass wir... recht kleine Produktionsfirmen, wenn du jetzt große Player in der deutschen Branche dir anschaust und das wir auch eine Möglichkeit hatten für den größten Ordnung zu drehen.
- 1:11:14Speaker 1: Das ist echt super!
- 1:11:16Speaker 1: Also da hatte ich zwischendurch auch mal wieder so ein Poster Gedanken am Kopf.
- 1:11:24Speaker 1: Und was ich mitnehme ist auf der einen Seite eben super viel, was sich über die Sennotrettung gelernt habe und ja den Wahnsinn, der danach jeden Tag passiert und die Sachen, die eben auch nicht passieren.
- 1:11:36Speaker 1: Aber natürlich auch weil wir darüber gesprochen haben in viele der Geschichten, die uns die Geflüchteten eben auch im Laufe des Prozesses erzählt haben, anvertraut haben und wie zum Teil auch schwer das natürlich für sie ist da überhaupt zu sprechen.
- 1:11:51Speaker 1: Das muss man glaube ich auch echt nochmal festhalten und es hat mich zum Fall eben sehr berührt erst mal das Verstehen dass das nicht so einfach ist Und die Leute sind ja zum Teil auch wirklich dann einfach durch lange Therapien gegangen und überhaupt eine Möglichkeit haben darüber zu sprechen, aber dass sie uns eben auch das Vertrauen geschenkt haben.
- 1:12:12Speaker 1: Das macht mich sehr glücklich und da habe ich es sehr viel mitgenommen.
- 1:12:17Speaker 0: Ja, ich finde also alles was Chris gesagt hat trifft natürlich in der Form auch auf... auf mich zu.
- 1:12:23Speaker 0: ich bin also der mein aller mein größtes gefühl ist tatsächlich dass ich extrem dankbar bin das wir diesen film drehen durften.
- 1:12:28Speaker 0: das ist eine sache wo ich denke das es nicht alltäglich und das kann man auch nicht so vergrantet nehmen, dass man sowas machen dann.
- 1:12:35Speaker 0: Das is schon ne art von once in a lifetime vielleicht hoffentlich noch mehr fahr aber sozusagen erst mal was in the lifetime erfahrung mit filmen mit so einer relevanz in so einer großen ordnung sozusagen mit so einem budget mit dem scale drehen zu dürfen da sozusagen der träumt man sich auch hin in seiner Karriere und dass das geklappt hat, dass wir am Ende jetzt hier sitzen und zum Beispiel mit dir darüber reden können.
- 1:13:00Speaker 0: Das finde ich schon unglaublich.
- 1:13:01Speaker 0: also sozusagen bei jedem Film ein bisschen so aber bei dem ist es echt extrem so weil sozusagen wenn ich in meinem stillen Kämmerchen sitze würde dann denken Ah, lasst doch mal ein Film über Seenotrettungen machen der vor zehn Jahren eigentlich spielt hat.
- 1:13:14Speaker 0: Period Piece ist und man dreht auf dem Medellin und sagt ja vergiss es, kann man und wurde eh nicht gemacht.
- 1:13:19Speaker 0: Und das haben wir geschafft dass wir den gemacht haben und das macht mich wahnsinnig dankbar.
- 1:13:25Speaker 0: und alles was Chris gesagt hat die Begegnung mit den Menschen die sozusagen die Kontakte die man hat sozusagen die Erfahrungen die ihm gemacht hat Speziell in diesem Fall, ich mache es jetzt mal wenn wir hier sitzen zum Beispiel die Begegnung mit Chris für mich.
- 1:13:38Speaker 0: Wir drehen im Herbst den nächsten Film gemeinsam.
- 1:13:41Speaker 0: das hätten wir auch nie gemacht wenn wir nicht diese Erfahrung gemacht haben.
- 1:13:44Speaker 0: und das ist auch was Was ich so extrem mitnehme, ist diese Arbeit war auch untereinander.
- 1:13:50Speaker 0: Obwohl es auch anstrengend war... Es hat auch zu Beziehungen geführt die immer weitergehen.
- 1:13:55Speaker 0: also eben wie dass wir im Herbst jetzt in ganz ähnlicher Konstellation nicht mehr Netflix aber sozusagen wir haben wieder eine wahre Geschichte und ich habe das Debuff geschrieben und Chris produziert und wir denken die Reise geht weiter.
- 1:14:10Speaker 0: Das ist wahnsinnig toll.
- 1:14:13Speaker 0: Das hätten wir alles nicht, wenn wir nicht diese erste Reise gemacht hätten.
- 1:14:17Speaker 0: und das ist jetzt ein Aspekt gibt ganz viele.
- 1:14:21Speaker 0: aber eben der ist für mich auch total wichtig was ich mitnehmen.
- 1:14:25Speaker 1: Auch die Aktualität muss man vielleicht noch so.
- 1:14:28Speaker 1: zum Abschluss, ich glaube es war letzte Woche oder vorletzte Woche wo auch dann wieder das Thema sehr stark in den Medien war weil auch eine Sehennotrettungsorganisation vorgeworfen wurde dass sie mit Schleppern ... zusammenarbeiten und es ist ja auch zentraler Bestandteil bei uns im Film, dass es diesen Vorwurf gibt.
- 1:14:45Speaker 1: Und sie dann eben nach viel zu langer Zeit freigesprochen wird aber zeigt auch noch mal wie aktuell der Film ist... ...und wie wichtig das auch ist diese Geschichte zu erzählen damit auch nicht nur die rechten Narrative sich nassend bedienen und ich finde es aneinend.
- 1:15:03Speaker 1: deswegen bin ich auch froh, dass der Film jetzt rauskommt.
- 1:15:08Speaker 1: Hoffentlich kommt ein Beitrag.
- 1:15:10Speaker 2: Vielen Dank euch für das Gespräch und auch für eure Ehrlichkeit, und für input oder besser gesagt Einblick in eure Arbeit an dem Film.
- 1:15:21Speaker 2: Ich bedanke mich auch meinen Zuhörern für eure Ohren, dass ihr euch die Zeit genommen habt im Gespräch reinzuhören.
- 1:15:27Speaker 2: Wenn ihr das hört heißt ich hab die ganze Folge gehört ist es schön.
- 1:15:30Speaker 2: Und genau dementsprechend... Kann ich mich noch sagen, genau dem Film gibt es bei Netflix.
- 1:15:34Speaker 2: Das heißt ihr könnt die Klammer schließen indem wir den Film ändern da schaut entweder davor oder danach und dann könnt ihr danach das Gespräch euch anhören oder davor, wie auch immer ihr's wollt.
- 1:15:45Speaker 2: Und jetzt gibt noch die Scheime mal diesen schönes Making of.
- 1:15:48Speaker 2: Das heisst... Da kann ich auch noch darauf hinleiten ist eh zu selten gemacht finde ich.
- 1:15:54Speaker 2: Gutes Making off zu Projekten Und dementsprechend freue ich mich da, dass es sowas auch da gibt.
- 1:15:59Speaker 2: Vielen Dank und wir hören uns denke ich mal wie immer bei der nächsten Folge.
- 1:16:04Speaker 2: Ich sage guten Tag, guten Abend oder gute Nacht und bis zum nächsten Mal!