Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM gibt es immer mehr Menschen, die keine Kinder mehr bekommen wollen?
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zusammen näher Finden wir es heraus der warum Podcast. Und heute habe ich wieder einen ganz besonderen Gast bei mir den lieben Pascal. Und vorweg muss ich sagen Pascal ist mein Podcast Guru, weil Pascal hat mir alles beigebracht, was ich jetzt mittlerweile kann. Und das ist schon für meine Verhältnisse wirklich ganz, ganz viel. Und ich weiß, ich kann ihn auch immer wieder fragen. Und mit dem lieben Pascal. nehme ich heute eine Folge auf, weil er sich auf meine Warum-Frage, die ich hinaus gesendet habe, gemeldet hat und gesagt hat, ja, das betrifft mich, darüber können wir jetzt nicht quatschen. Und unsere Warum-Frage heute lautet, warum gibt es so viele Menschen, die keine Kinder mehr bekommen wollen? Aber bevor wir starten, lieber Pascal, stelle ich doch unseren Zuhörern einmal ganz kurz vor. Wer bist du, woher kommst du und was machst du? Pascal: Ja, hallo liebe Sabine, ich freue mich hier sein zu dürfen und jetzt das Podcast Baby mal von der anderen Seite aus sozusagen erleben zu dürfen. Ja, mein Name ist Pascal von Gera, ich bin Podcastproduzent und Podcast Coach oder wie du es so schön gesagt hast, Podcast Guru. Ich unterstütze Menschen dabei, ihren Podcast in die Welt hinauszubringen. Entweder von der ersten Idee an, man möchte einen Podcast haben und weiß nicht, was man alles so machen muss. Oder auch man hat einen Podcast und möchte vielleicht mal etwas auslagern und wieder mehr Zeit für sich gewinnen. Ich bin da, ich sehe mich als Begleiter. Man geht Hand in Hand mit mir und ja, kann in Anführungsstrichen das von mir bekommen, was man möchte. Entweder ein Coaching oder eben eine Begleitung, wo ich dann eben ganz viel übernehmen kann. Das ist das, was ich mache. So haben wir uns aber nicht kennengelernt. Wir sind ja zusammen in einem gemeinsamen Netzwerk mit ganz vielen tollen Menschen und das ich eben so schön, dass wir da über die verschiedensten Wege eben was zusammen machen können, sei das eine Podcast-Folge aufnehmen oder auch einfach mal sich austauschen, so wie wir es heute machen, über das Thema. Sabine Osterauer: Genau, das ist für mich auch Netzwerken pur. Nicht nur irgendwelche schnellen Vernetzungsmöglichkeiten und ein Projekt, gemeinsam machen Du empfiehlst mich, ich empfehle dich. Bei unserem Netzwerk geht es darum, dass uns relativ gut kennen, also die Großteils miteinander. Und wir wissen, wen wir kontaktieren können und wie uns sofort geholfen wird, wenn wir ein Thema haben. So wie es bei mir mit dem Podcast ist. Also wenn ich da ein Problem habe. Pascal schaut normalerweise relativ schnell auf seine Nachrichten und hilft mir dann auch weiter. Warum ich diese Warum-Frage für heute auch ausgewählt habe, daran, dass mir in der letzten Zeit sehr oft aufgefallen ist, dass viele Menschen, speziell jetzt auch natürlich jüngere Menschen, sich mittlerweile schon entscheiden, keine Kinder mehr in die Welt zu setzen. Ich bin ja Mama von einem Sohn, der ist 22, und für den ist ganz klar, ich bekomme keine Kinder mehr. Und ich habe zwei Bonuskinder, habe ich auch schon öfters einmal in den Folgen erzählt, und beide Bonuskinder sind der Meinung, wir setzen keine Kinder mehr in diese Welt. Und da bin ich so bisschen hellhörig geworden. Erstens, weil ich dann keine Oma werde, was jetzt momentan noch nicht so schlimm ist. Aber die Frage ist halt wirklich, warum gibt es so viele Menschen, die mittlerweile eben sagen, Ich kriege keine Kinder mehr in dieser Welt. Pascal war so lieb und hat gesagt, ich bin einer, der das auch so sieht. Und deswegen freue ich mich, wenn du gleich einmal startest und uns erzählst, warum das bei dir auch so in deinem Kopf ist. Pascal: Ja, also ich möchte vielleicht vorwegnehmen, gerade bei dem Thema. Für mich ist wichtig zu sagen, das ist jetzt ein Stand aktuell. Also aktuell, wenn du mich fragst, möchte ich keine Kinder in die Welt setzen. Das kann sich aber auch mal ändern. Also ich würde behaupten, ich bin noch jung, auch wenn ich jetzt auch schon Mitte 30 bin. Aber trotzdem, kann natürlich auch mal sein, ich bin jetzt hier auch in der Situation, ich bin Single. Vielleicht lerne ich eine Frau kennen, wo sich das mal noch ändert. Das kann natürlich sein. Aber zu meinem jetzigen Stand... Ist das tatsächlich so, dass wenn du mich fragst, möchtest du Kinder, sage ich nein? Und das ist witzig, weil ich mich immer, was heißt witzig? Nein, das ist ein dobes Wort jetzt, aber das ist interessant, weil ich mich immer, als jemand gesehen habe, der mal Kinder bekommt, also wo ich noch jünger war, also im Sinne von Teenager bis auch junge Erwachsenenalter, war das für mich klar. Ich hatte auch einen Namen zum Beispiel. Ich habe immer irgendwie so gesagt, ich kriege bestimmt meine Tochter und die heißt Sophie. Das hat sich auch alles irgendwie entwickelt, dieser Entschluss aktuell. Ja, also ich glaube, dass es ganz viel im Moment, zumindest ist das bei mir so, auch damit zusammenhängt, dass man sich bewusst ist, was ist gerade auf der Welt los. Also für mich ist das einer der größten Gründe. Wie ist geopolitisch die Lage? Aber auch klimatechnisch. Also in was für eine Welt setze ich ein Kind? Das ist für mich gerade im Moment eine der größten Fragen, warum dann die Antwort auf die Frage bei mir ein Nein ist. Dass ich einfach denke, was sind das für Probleme? Ich habe ein bisschen das Gefühl, ich weiß das natürlich nicht, aber ich glaube, dass wir als Menschheit auf eine Zeit hinaus oder hinzurennen. die komplizierter wird, als wir das in den letzten, ja ich möchte fast sagen Jahrtausenden erlebt haben, weil wir einfach plötzlich als Spezies Mensch den Planeten ändern in einer Form, die noch nie da gewesen ist. Und da weiß ich nicht, wie ändert sich das, möchte ich da eine Generation damit konfrontieren. Das ist für mich im Moment so der Grund. dann tatsächlich bei mir ist auch noch so eine Sache, so doof sich das anhört, aber das ist ein Grund. Die Erde hat eher ein Problem mit Überbevölkerung. Und da ist natürlich dann auch so die Frage, wenn es auch mal Menschen dazwischen gibt, sagen, ich bekomme jetzt kein Kind. Das ist ja für die Planetenerde gar nicht unbedingt so schlecht. Tatsächlich will niemanden kritisieren, das ist einfach jetzt nur meine Meinung. Wenn ich mal denke, zwei Menschen, dann vielleicht sieben, acht Kinder bekommen, die dann aber auch wieder vielleicht mehrere Kinder bekommen, dann hat man innerhalb von drei Generationen aus zwei Menschen irgendwie 30, 40 gemacht. Und das ist halt so eine Sache. Das sind, jetzt mal ganz grob da rein zu starten, mich einige der Gedanken, da bei mir... Sabine Osterauer: Finde ich total spannend. Während du das alles erzählt hast, mir tausend andere Fragen eingefallen. Nämlich, wenn man so bisschen zurückschaut, so in den ersten, zweiten Weltkrieg. Das ist für mich noch irgendetwas, wo ich so bisschen zurückschauen kann. Alles, was vorher ist, ja puh, noch viel weiter weg. Aber ich denke mir dann immer, das betrifft zumindest meine Großeltern, die im zweiten Weltkrieg dann dennoch eine Familie gegründet haben. Ob das jetzt immer ... geplant war, glaube ich, jetzt weniger. Natürlich war ja auch damals mit Verhütungsmethoden und so weiter lange nicht so einfach wie heute. Aber und ich glaube, die haben oft nicht darüber nachgedacht, bringen wir die Kinder jetzt wirklich durch oder nicht oder in welche Zukunft laufen wir da jetzt hin und ist das jetzt gut für mein Kind oder nicht. Ich glaube, da war der Gedanke. Kinder zu bekommen, ein ganz anderer, wie es möglicherweise heute ist. Weil ich glaube, ist und das ist, glaube ich, auch in anderen Kulturen so, dass man ja voraussetzt, wenn ich Kinder in die Welt setze, werden mich diese Kinder irgendwann einmal pflegen, sich mich kümmern, mich erhalten, wie auch immer, bis zu meinem Tod halt hin. Also ich glaube, das ist so bisschen der Grundgedanke dieses Generationending. Wir helfen uns gegenseitig in den unterschiedlichen Lebensphasen. Das haben wir speziell jetzt bei uns hier. Wir haben ja eigentlich dieses Luxusproblem. Das brauchen wir ja nicht. Denn grundsätzlich, wir alt sind, obwohl es jetzt mittlerweile echt schon schwierig ist, aber wenn wir alt sind, dann haben wir immer noch Einrichtungen, wo man uns hoffentlich auch pflegen kann. Also wenn es so weitergeht, schaut das wahrscheinlich alles ein bisschen anders aus. Aber grundsätzlich, glaube ich, die Gründe, warum man früher auch bekommen hat. Natürlich hat man auch gerne Kinder bekommen und man liebt ja auch Kinder. Das sei jetzt dahingestellt, aber einfach so die Überlegung war schon auch da, wenn ich dann einmal in einem Alter bin, dann darf sich mein Kind mich umschauen. Das ist das erste, was mir jetzt einmal eingefallen ist. Wie siehst du das jetzt? Bist du da mit mir übereinstimmend und warum? Warum sagst du zum Beispiel, ich habe eher Bedenken in die Zukunft, in die wir gehen, ob ich einem Kind das zutrauen möchte oder dem aussetzen möchte oder nicht? Da bin ich noch am Überlegen, wie siehst du das mit dem Vergleich Vergangenheit und heute? Pascal: Ja, also einerseits gebe ich dir total recht. Ich denke wir sind jetzt gerade in einer Generation und da denke ich wirklich so vielleicht auch erst an die letzten zehn Jahre, wo sich eben was ändert, wo man eben daran denkt, okay, wie ist das mal in der Zukunft? Also im Sinne von wirklich 50, 60, 70 Jahre und mehr. Ich denke, wenn man jetzt so in diese meine Großeltern-Generation zum Beispiel, das war 39 und 45, da sind meine Großeltern geboren worden und auch noch als Siegkinder bekommen haben, aber vor allem eben diese Generation davor, da war das einfach so. Also es war klar, da gab es ja auch noch viel öfter mehr Generationenhaushalt. Die Kinder sind zu Eltern geworden, sind zu Großeltern geworden. Die Enkelkinder kümmern sich, alle leben im selben Haus. Ich sag jetzt mal, so ein ganz klassischer Bauernhof vor Jahrzehnten oder auch mal Jahrhunderten. Da hat die Familie da gelebt, der Hof ist übernommen worden. Irgendwann sind die Eltern alt geworden, wurden von Kindern und Enkelkindern gepflegt, etc. Da blieben ja alle an diesem Ort irgendwo auch. Heute haben wir das, das geht gar nicht mehr. Wir müssen berufstätig sein. können uns also viel schlechter noch Eltern kümmern. Wenn man dann vielleicht noch Kinder hat, auch noch. Also Kinder kümmern, die Eltern kümmern, ums eigene Leben kümmern. Das wird alles schwierig. Das heißt, man muss irgendwie in ein Altenheim oder was auch immer. Da sind die Plätze auch schon schwierig. Es ist teuer, es ist kaum noch finanzierbar. Also das sind ja wiederum auch neue Probleme, die wir heute haben. Früher hat man ja auch, denke ich, wirklich früher auch mehr Kinder bekommen. weil natürlich auch die Sterblichkeitsrate hoch war. Also wenn du fünf Kinder bekommen hast, wenn da ein oder zwei im Erwachsenenalter angekommen sind, war das ein guter Schnitt. Das haben wir ja heute alles so natürlich nicht mehr. Und heute, ich sehe eben das Problem, oder für mich, für mich ist eben dieses Problem, Ich möchte, wenn ich jetzt ein Kind bekomme, ich möchte, dass es ihm gut geht. Ich möchte auch, dass ich ihm was bieten kann. Das ist natürlich auch nochmal ein Grund. Immer wieder finanzielle Situation, dass man auch denkt, es wird alles teuer. Ich habe jetzt gestern erst ein Thema mit meinem Nachbarn gehabt, wo von der Schwester das Kind jetzt in die Schule kommt. 300 Euro für einen Schulranzen. Schulmaterial kostet wahnsinnig viel Geld und und und also Als ich zur Schule gegangen bin hat mein Schulranzen keine 300 Euro gekostet und und und das sind alles so Themen Die sich ja einfach auch verändert haben Und wie gesagt bei mir ist es wenn man jetzt vergleicht ich sag jetzt mal nimm mal 1920 Jemand sagt ich möchte jetzt kinder bekommen Das hört sich vielleicht doof an, aber in dieser Welt, in dieser Zeit hat sich eigentlich wenig immer verändert. Klar, es gab technische Entwicklungen und so, das Telefon ist erfunden worden, das Auto ist erfunden worden, aber grundsätzlich war immer viel gleich. Das heißt, ja, es gab Kriege, aber du hast jetzt genau diese Generation zum Beispiel genommen. Wenn ich jetzt sage, okay, ich will heute keine Kinder kriegen, weil was ist denn die Zukunft? Dann kann man natürlich sagen, hallo. Dann sind die Bomben die Ohren geflogen und die haben trotzdem Kinder gekriegt. Das ist tatsächlich auch mal Gedanke, den ich dann habe. Aber wenn ich jetzt mich auf diesen Gedanken mit der Klimasache zum Beispiel gehe, dann glaube ich schon, ein Krieg ist eine ganz schlimme Sache. Aber wenn der Krieg vorbei ist, dann ist der Planet Erde jetzt nicht unbedingt davon verändert. Wir nehmen jetzt mal einen Atomkrieg, aber da gehen wir mal nicht von aus. Dann ist aber der Planet Erde nicht. Du kannst Sachen wieder aufbauen und so weiter. Jetzt im Moment sehe ich immer wieder Berichterstattungen, wo es halt wirklich dahin geht, dass man sagt, wir können Klimaziele nicht einhalten. Das wird für uns wirklich, es wird schwierig. Als Beispiel, es gab ja immer wieder mal Klimaveränderungen auf dem Planeten Erde. Mal war sie tropisch, mal war es eine Eiszeit. Da haben sich aber die Gradzahlen, also dieser Jahresmittel von 1, 2, 3 Grad, über Jahrtausende verändert. Also da waren 1,5 Grad in 10.000 Jahren. Und jetzt haben wir aber gerade seit 50 Jahren und wir steuern jetzt schon nicht mehr auf 1,5 Grad, sondern eher auf ein 2,8 Grad Ziel zu. Also das meine ich, dass wir ja jetzt in einer Klimaänderung sind, die wir überhaupt nicht mehr vorausdenken. Und ich bin jetzt gar nicht so ein großer Klimamensch, aber das ist tatsächlich etwas, wo ich immer denke, was kommen da für Probleme? Also es gibt Berichterstattung, dass sich in Indien die Lehmhütten selbst entzünden, weil es so heiß ist. Dass Lebensräume schrumpfen, weil der Meeresspiegel steigt und und und. Was haben wir jetzt im Moment für Probleme mit Wohnungsnot? Wohnungen sind unglaublich teuer geworden, weil es nicht genug davon und und und. Und das sind dann alles so Sachen, wo ich denke, möchte ich das für mein Kind? Und dann kommen eben noch ganz viele andere Themen dazu, dass ich sage, okay, kann ich mit Kindern ein gutes Leben bieten? Und all solche Sachen. Und dann noch dieser Moment, wo du denkst, okay, es gibt sehr viele Menschen auf diesem Planeten. Wenn ein paar Menschen halt keine Kinder kriegen, ist das jetzt für die Menschheit kein großer Verlust, in Anführungsstrichen. Trotzdem möchte ich noch mal sagen, es kann auch immer sein, dass sich diese Meinung von mir mal ändert. Aber das sind so die Momente oder das sind die Gedanken, eben auf diese Frage, warum möchte ich keine Kinder bekommen, bei mir immer so die ersten sind, die da ganz laut hier winken. Sabine Osterauer: Verstehe schon, ja. Und klar, Meinungen können sich natürlich immer ändern, aber es geht jetzt auch diese Einstellung, die du jetzt hast, das passt dir ganz gut. Weil du gesagt hast, es ist ja auch wurscht, jetzt A, B, C und D keine Kinder bekommen. Das würde jetzt an der Zahl der Menschen auf der ganzen Erde ja jetzt nicht wirklich was großartig fehlen oder so, weil wir ja schon in der Überbevölkerung sind. Allerdings überlege ich mir dann, wenn die Wenn die Menschen dort fehlen, wo solche Systeme am Werk sind, wie jetzt bei uns in Österreich oder auch in Deutschland oder auch europaweit, dann ist es halt ungeschickt, wenn bei uns dann der Nachwuchs sozusagen fehlt. Also ich schaue jetzt nur auf das Rentensystem oder Pensionssystem in Österreich. Das geht sich ja nicht aus. Also der Plan war ja, dass man einbezahlt, dann geht man Rente und die nächste Generation zahlt dann wieder ein. Die Generationen unterstützen sich praktisch gegenseitig. Das fällt ja dann weg. Das geht sich ja dann auch nicht aus. heißt, diese Systeme müssten sich ja dann, man ist schon lange überholt, aber solche Systeme müssten sich ja dann auch an solche Situationen anpassen. Es wundert mich, dass da immer noch nicht wirklich irgendetwas Großartiges geschieht. Weil Pascal: Mmh, mmh, mmh. Sabine Osterauer: man sieht ja schon, dass die Geburten immer weiter zurückgehen. Weil es ja auch, also ich glaube bei vielen ist es wirklich so, also natürlich ein Grund, Gott, was kann denn passieren? Was möchte ich meinem Kind vielleicht ersparen? Aber ich bin auch, oder ich glaube das ganz stark, dass viele Menschen sich keine Kinder mehr leisten können. Und das ist Pascal: Richtig. Sabine Osterauer: gerade das Beispiel eben angeführt, ja, mit einem Schulranzen und der Schultasche bei uns, mit 300 Euro und so weiter. Also ich bin selber Mama, mein Sohn ist jetzt 22, das heißt, das war noch eine Zeit, wo alles noch bisschen günstiger war als heute. Und trotzdem habe ich mir gedacht, es ist unglaublich, was unser Kind im Endeffekt gekostet hat. Und ich war eine sehr sparsame Mutter, also sehr, sparsam. Er hat viele Dinge nicht bekommen. Ich habe sehr viele Sachen auf Second Hand gekauft und habe wirklich geschaut, das Geld wirklich dort hineinfließen zu lassen. Das Führerschein, braucht er mal. Das ist dringend. Und wer weiß, was der Führerschein dann kostet, wenn er dann 18 oder 17 ist. Und hab das ein bisschen kalkuliert. Aber wenn du dir heute das anschaust, was alles was kostet Pascal: Mhm. Sabine Osterauer: und vor allem was alles verlangt wird. Pascal: Mhm. Sabine Osterauer: Und da gehen ja dann diese ganzen Mopping-Themen, die fließen ja auch da alle hinein. Also ich kann mich schon erinnern, wie ich noch in der Schule war. Wenn du keine Dogmatens hattest, warst du nicht hip. Also, ist so eine kleine Geschichte am Rande. Aber du hast trotzdem mit Selbstbewusstsein und Stärke dem Ganzen ausgestiegen. Das ist heute nicht mehr so. Durch diese Social Media, Handy- Benutzung usw. ist das ja alles viel, schlimmer geworden. Und es gibt viel mehr von diesen Sachen, die Kinder vermeintlich heute haben müssen, dazu zugehören. Weil der Mensch hat ja dieses Zugehörigkeitsthema ganz häufig drinnen. Weil wir sind ja ein Rudeltier und keine Einzelgänger. Pascal: Ja. Sabine Osterauer: Also wir brauchen ja so ein bisschen das Rudel. Und da wird es dann schwierig. Das heißt, ich sehe das schon so in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis. Nach dem Motto ja, Kinder Aber wir überlegen, also eines geht sich möglicherweise aus, ein zweites besser nicht. Kennst du das aus deinem Bekannten- oder Freundeskreis oder auch Familienkreis, wo jemand sagt, wir hätten total gerne Kinder, aber mehr als eins wird es nicht spielen, wenn überhaupt, einfach auch aus finanziellen Gründen. Pascal: Ja, kenn ich. kenne ich. Ich bin ja jetzt auch in dem Alter, wo Freunde bekannte Kinder kriegen oder Kinder haben. Ich kenne das und ich habe mehrere Varianten schon erlebt. Von finanziell sehr gut dastehend, ein, zwei Kinder, alles kein Problem. Bis hin zu ein Kind und Hoppla kommt ein zweites und jetzt wird es eng. Das habe ich auch schon erlebt. Das ist ganz viel ein Thema. Ja, also für mich ist das immer ganz wichtig, wenn ich vor der Frage stehe. Wie gesagt, im Moment fehlt ja allein der wichtigste andere Partner, eine Partnerin. Aber ich setze mich jetzt mal in den Moment rein. Ich habe eine Partnerin, das kommt das Thema auf. Kriegen wir Kinder ja oder nein? Dann ist für mich immer auch die, ich mir ein Kind auch leisten. im Sinne von dem Kind auch etwas zu bieten, weil ich glaube, du kannst immer ein Kind groß kriegen, das ist klar. Aber wenn dann alle irgendwo auch, wenn es gar nicht mehr geht, dann ist es auch fürs Kind irgendwo auch nicht schön. Ich möchte aber trotzdem vielleicht noch mal auf eine Sache eingehen mit dem Rentensystem im Sinne von, es muss ja jemand da sein, damit dann auch die Rentner finanziert werden können. Völlig richtig. Also das eine, ich glaube schon, dass selbst wenn es bei uns im Dachraum vielleicht die Eingeborenen in Anführungsstrichen vielleicht mal ein paar weniger werden, weil einfach weniger Leute Kinder bekommen, denke ich schon, dass natürlich auch eine Bewegung da ist, dass das auch neue Menschen zu uns kommen, sei es durch Migration oder so, sei es tatsächlich auch durch Klimaflucht. Also ich denke schon, Menschen werden erst mal genug da sein, die auch Arbeitskraft erbringen können, die dann wiederum ins Rentensystem einzahlt, weil ich glaube schon, es wird eine Umverteilung geben, einfach durchs Klima. Also das vielleicht mal dazu und dann trotzdem bin ich der festen Überzeugung, es tut mir leid, wenn ich das echt so sagen muss, ich glaube nicht ans Rentensystem. Das Rentensystem, ich weiß jetzt nicht genau, wie es bei euch ist, aber es ist einfach so, wie es noch ist, aufgebaut mit dem klaren Gedanken, Du stirbst, bevor du Rente beziehst. Es ist leider so. Das Rentensystem, wo es erfunden worden ist, da hast du kaum das Rentenalter erreicht. Und jetzt in Deutschland, ihr müsst alle länger arbeiten. Klar, damit du wieder eine kürzere Rente beziehst. Das System ist einfach nicht darauf gedacht gewesen, dass viele Menschen in Rente sind. Also dieses ganze System in Jahrzehnten, das wird ... völlig in die Grütze gehen, da bin ich fest von überzeugt. Also das ist dann sowieso dann nochmal ein ganz anderes Thema, wo ich glaube auch jetzt mit KI zum Beispiel. Ich denke mal viele, viele handwerkliche Berufe werden noch lange existieren. Viele, viele Denkberufe wird dann auch schon wieder schwierig werden. Da könnte man natürlich auch sagen, wie soll das weitergehen? Wie soll das weitergehen, wenn KI ganz viel übernimmt? und gleichzeitig ganz vielen Menschen die Arbeitsgrundlage dadurch genommen wird. Irgendwas muss man sich als Gesellschaft einfallen lassen. Wie kann man die Menschen versorgen, wenn immer weniger Arbeit gefordert wird? Weil irgendwann ist auch ein Handwerkermarkt dann vielleicht mal gesättigt oder so. Und es gibt auch viele Menschen, also ich im Handwerk, wenn ich jetzt sagen müsste, ich müsste Elektriker sein, dann ist das so. Also ich mache ja gerade, ich habe zwei linke Hände, was das angeht. Das geht nicht gut. Das sind alles so Schwierigkeiten. jetzt einfach mal darauf einzugehen, mit was ist denn, wenn da nicht genug Menschen da sind. Ich glaube, dass das Thema, dass nicht genug Menschen da sind, das wird uns erst mal so schnell gar nicht begleiten. Eher dann das Problem, dass das Rentensystem einfach nicht gut ist, so wie es ist. Sabine Osterauer: Ja, da bin ich total bedür. Das glaube ich auch, dass sich das nicht ausgeht. ja, wie du sagst, es ist auch bei uns in Österreich nach wie vor so aufgebaut. Das klingt jetzt total komisch, aber dass es wirklich so gerechnet ist, auch wenn du in Rente gehst, bitte nicht länger als fünf, sechs, sieben oder zehn Jahre. Aber durch natürlich die Gesundheitsversorgung und so weiter und die lebenserhaltenden Maßnahmen die oft sehr fraglich auch eingesetzt werden. Du weißt, sitze ja auch an der Quelle, das klingt jetzt auch wieder so komisch. Aber ich komme natürlich sehr viel als Trauerrednerin mit dem Tod in Kontakt und sehe natürlich auch, wie die Menschen gestorben sind, wann sie gestorben sind, wie lange sie gelebt haben. Und früher war es halt so, da bist du halt teilweise auch mit 50 oder 55 in Pension gegangen. Und ich darf immer wieder auch Menschen verabschieden, die 96 sind, knappe 100. Also die haben nie so lange einbezahlt, wie sie dann im Endeffekt ausbezahlt bekommen haben in der Rente. Und es wurde einfach nicht dahingehend angepasst. Das sehe ich schon so. Also es wurde immer von einer Reform auch gesprochen, aber im Endeffekt ist das nie so angepasst worden. da brauche ich kein großartiger Mathematiker sein oder Wissenschaftler sein oder Wirtschaftler sein. Das sehe ich, das geht sich nicht aus. dass wir genug Menschen haben. Ja, da brauchen wir uns auch nur die Migration natürlich anschauen. Da stellt sich halt für mich die Frage, ab wann kann jemand, der ins Land kommt, welchen Gründen auch immer, den Arbeitsmarkt einsteigen und sich auch an dem ganzen System beteiligen? Sag ich jetzt einmal, was kostet das? Das klingt jetzt arg, ich weiß, wir reden da total über Zahlen, aber was kostet das vorher und was bringt es uns nachher? Ich glaube, von der wirtschaftlichen Seite her wird das auch so gerechnet. Da kenne ich mich gar nicht aus, das muss ich gleich sagen, das sind alles nur meine Meinungen. Das ist das, was ich als Sabine Ostauer so verstehe darunter. Das ist das, was bei mir ankommt. Da mögen sich jetzt paar Leute vielleicht den Kopfschüllen sagen, die hat ja gar keine Ahnung, aber das ist meine Erkenntnis oder das ist so, wie ich es verstehe. Und deswegen glaube ich, dass ich das hinten vorne dann nicht mehr ausgehen kann. Was ich aber auch ist, haben wir schon verschiedene Punkte aufgezählt, warum Menschen in der heutigen Zeit nein zu einem Nachwuchs sagen. Auf der einen Seite die Zukunft, wer weiß, was das bringt. Auf der anderen Seite natürlich auch von den Kosten her können wir ein Kind, mehrere Kinder überhaupt noch finanziell, stemmen, so dass ich dem Kind auch etwas bieten kann, was auch immer dieses Bieten ist. Und da reden wir jetzt, glaube ich, gar nicht von irgendwelchen Luxusgegenständen, sondern Pascal: Ne. Sabine Osterauer: Kann ich mein Kind so mitfinanzieren, dass es vielleicht doch ein Studium machen könnte oder dass ich ihm hilf, den Führerschein zu machen oder vielleicht so ein bisschen die erste Wohnungseinrichtung mitfinanzieren kann, Pascal: Mhh. Sabine Osterauer: die er dann bei IKEA kauft oder so. Da redet man jetzt gar nicht von Luxus, Autos und Co. Pascal: Total, ja. Gerade Führerschein ist da super spannend. Also ich weiß zum Beispiel meine Mutter hat, die hat damals glaube ich gesagt 600 Mark mit einem Sommerferienjob verdient. Ich weiß, dass letztes Jahr im Ruhrgebiet, davon kann ich jetzt nur reden, ein Führerschein mit einer klassischen Länge, also jetzt nicht extrem lange, dreieinhalbtausend Euro. Das kannst du dir mit keinem Ferienjob mehr verdienen. Das ist doch super krass. Und das ist ja nur ein Beispiel. Sabine Osterauer: Das kann ich mich noch erinnern, wie ich meinen Führerschein gemacht Ich war damals schon 18, wie ich meinen Führerschein bekommen habe. Da gab es dieses L17 und das Ganze noch nicht. Wir hatten noch Schilling. Mein Führerschein hat damals gekostet 1500 Schilling. Das kann man mit heute gar nicht vergleichen. Mein Sohn ist jetzt 22, der hat mit 16 schon den Führerschein gemacht und mit 17 dann praktisch abgeschlossen. Da waren es schon 1500 Euro. Pascal: Mmh, mmh. Sabine Osterauer: Also nur das jetzt umzurechnen. Auf was ich aber auch noch kommen möchte vom Thema her ist, jetzt haben wir diese zwei Punkte auch gehabt. Ich habe aber noch einen dritten Punkt, nämlich der dritte Punkt ist auch, wie anstrengend es eigentlich ist, Kinder überhaupt groß zu ziehen. Wie sich das auch das Bild verändert hat. Du hast das vorher schon so schön angesprochen. Früher gab es halt auch Generationenhäuser. Da haben halt dann Die Großeltern auf die Enkelkinder aufgepasst, während die Eltern eben am Hof gearbeitet haben oder zur Arbeit gingen oder wie auch immer. Das fällt ja heute alles weg. Das heißt, wir haben heute Betreuungseinrichtungen. Wenn wir Glück haben, bekommen wir auch einen Platz. Das ist alles in der Schwebe. wenn du jetzt nicht... Ich wohne ja in einer Ortschaft in Salzburg und da geht's. Also da kriegst du einen Kindergartenplatz. Kriegst du einen in der Stadt? Weiß ich nicht. Die Privatkindergärten sehen gerade auch ihre Zukunft ganz groß rauskommen, weil es oft anders auch gar nicht geht. Von Wien rede ich gar nicht. Das heißt, es ist schon gar nicht mehr so einfach, eine Betreuung überhaupt zu finden. Und jetzt musst du aber aufgrund der Kosten heute eigentlich muss es so sein, also ist es glaube ich auch so, dass beide Elternteile in die Arbeit gehen. Das heißt, du bist auf ein Betreuungsmodell angewiesen. Pascal: Ja. Sabine Osterauer: Würde das alles klappen? Beide Eltern haben einen tollen Job. Es gibt Betreuungsmöglichkeiten, alles da. Aber und? 24 Stunden hast du zur Verfügung. Wenn du acht Stunden am Tag arbeiten gehst, mit Pendeln hin und her, vielleicht bist du neun Stunden unterwegs. Dann hast du noch den Haushalt und hast du noch die Kinderbetreuung. Und dann frage ich mich, warum dann jemand mit 35, wenn die zwei Kinder irgendwie bisschen rausgewurscht sind oder das eine Kind Warum dann so viele ins Burnout gehen? Also Burnout, glaube ich, ganz fest hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass ich mich überarbeitet habe in der Arbeit, sondern dass das Pascal: Mhm. Sabine Osterauer: sehr wohl auch etwas mit dem Familienkonstrukt zu tun hat. Pascal: Mhm. Sabine Osterauer: Weil auf der einen Seite, glaube ich, sind die Rollen immer noch sehr gleich oder sehr ähnlich verteilt wie früher. Kind und Haushalt und Kochen und Co. fallen der Frau zu. Und der Mann, der ja grundsätzlich dafür arbeitet, als geht die Frau aber auch arbeiten, 20 Stunden oder mehr, kommt ein bisschen in Schieflage und ich glaube, das auch ein Grund ist, viele Menschen auch mit 35, 40 dann wirklich in ein Burnout sausen. Stimmst du mir dazu? Pascal: Ja total, Ich hab neulich erst eine deutsche politische Diskussion, wo eine Ärztin mal zusammengerechnet hatte, es ging darum, dass unser Bundeskanzler Friedrich Merz ein bisschen im Moment sagt, seid alle zu faul als Bürger. Wo es dann darum ging, wir sind nicht zu faul oder wir arbeiten nicht zu viel, wir haben einfach zu wenig Zeit. Der Tag hat 24 Stunden. Gehen wir jetzt mal nicht von einem gesunden Schlaf aus, sondern von einem Minimum 6 Stunden. Sind wir bei 18 Stunden, du hast es gerade gut gesagt, 9 Stunden für Arbeit und Arbeitsweg. Dann bleiben noch 9 Stunden übrig. Dann werde ich vielleicht noch was einkaufen, bleiben noch 8 Stunden übrig. Morgens, Mittags, Abends was essen, bleiben noch 7 Stunden übrig. Kinder versorgen, sagen wir mal zur Schule bringen, wegbringen, Hausaufgabenbetreuung bleiben dann vielleicht noch 5. In der Zeit habe ich mit meinem Kind weder gespielt noch Quality-Time verbracht. Ich soll aber auch noch bitte ein Hobby haben, damit ich ausgeglichen in der Arbeit bin und ein guter Arbeiter bin. Ich soll mich meine Gesundheit kümmern, also bitte auch ins Fitnessstudio gehen, damit ich nicht einbreche und und und. Also man merkt langsam irgendwann geht die Rechnung mit den 24 Stunden nicht mehr auf. Und das ist tatsächlich auch etwas, wo ich immer denke, das geht gerade schief. Ob das jetzt der Mann oder die Frau ist, die arbeiten geht oder beide. Mir ist das völlig egal. Ich wäre auch Hausmann zum Beispiel. Da bin ich überhaupt nicht irgendwie einen auf Macho oder so. Die Frau kann arbeiten, der Mann völlig egal. Aber gehen wir mal wieder so in die Großelterngeneration. Da konnte teilweise ein Gehalt, damals war es natürlich meistens das Männergehalt, eine Familie mit zwei Kindern versorgen. Und die Frau konnte zu Hause bleiben, den Haushalt, Kindererziehung etc. kümmern. Da ist die Rechnung okay gewesen. Da ging jemand acht Stunden arbeiten und die andere Person hat sich die anderen Sachen gekümmert. Heute kommst du mit einem Gehalt, teilweise auch schon ohne Kinder kaum noch über die Runden. Also müssen beide arbeiten gehen. Aber wie soll man denn dann noch das normale Leben führen? Also ich habe wirklich Freunde, die sind so gut situiert. Die haben genug Geld, da wird sich dann auch mal von jemand anderem ums Kind gekümmert oder so. Aber das ist ja nicht der Durchschnitt. Und da musst du dann irgendwann sagen, okay, ich muss mich meinen Job kümmern, ich muss mich heute am besten auch noch overdelivern, damit ich nicht gekündigt werde und und und. Und dann soll ich mich noch Kinder kümmern. Irgendwo ist dann das, wo nimmt man die Zeit her? Wir können den Tag nicht in die Länge dehnen. Und das ist ja dann eben auch noch das Problem. Und ich, ich finde das ganz schrecklich. Wenn ich mein Kind an einem Tag vielleicht eine Stunde sehe, davon ist dann noch irgendwie die gesamte Betreuung. Also wirklich Hausaufgaben kochen, vielleicht noch irgendwie zum Fußball fahren oder so. Und dann bitte nicht noch am Seitenrand stehen bleiben, weil die Zeit haben wir nicht. Was ist das denn? Also, damit ich mein Kind zehn Minuten am Tag kurz fragen kann. Und wie war dein Tag? Aber red bitte nicht zu ausführlich, weil du musst gleich ins Bett. Das ist doch fürchterlich. Und das ist dann auch ein Problem der Gesellschaft. Und mit Sabine Osterauer: Ja. Pascal: Sicherheit ein ganz großer Grund, wie du schon gesagt hast, wenn man vielleicht sogar sich diese Gedanken macht und dann sagt, okay, da hab ich vielleicht auch gar nicht die Zeit für. Ich sehe das jetzt tatsächlich bei Freunden, beide voll berufstätig. Die haben keinen Kitaplatz gefunden, beziehungsweise keinen bezahlbaren Kitaplatz. Da geht jetzt die Oma Sie ist schon Rentnerin gewesen, hat aber noch weiter gearbeitet. Sie hört jetzt mit dem Job auf, das Kind zu betreuen. Anders wäre es nicht. Also, es müsste irgendwie gehen, aber die beiden brauchen auch ihren Job. Da sitzt du daneben und denkst, was läuft hier schief? Sabine Osterauer: Was ich ganz häufig höre, natürlich dann Sachen wie, naja, da muss man halt ein bisschen einsparen. Also dein Kind muss ja jetzt nicht zum Tanzkurs, zum Malkurs, zum Tenniskurs und tralala gehen. Es ist aber schon auch natürlich, wie man sagt, der Druck, schon auch, es ist einfach so, dass die Kinder natürlich auch diese Sozialkontakte dann auch über diese Sachen halt auch haben. Und da kommt es dann auch wieder darauf an, wo du wohnst und wo du zu Hause bist. Pascal: Mhm. Sabine Osterauer: Ich denke schon, dass das schon auch eine Überforderung ist für die Kinder, wenn sie von der Schule dann auch direkt in, weiß ich nicht, viel für den Sport und Freizeitkurse gehen dürfen, müssen, wie auch immer, oder noch zusätzlich irgendetwas lernen dürfen, müssen, wie auch immer. Natürlich kann man das alles runter reduzieren und auch einsparen, freilich. Und dann hörst du aber von Ich kenne es jetzt nur aus meiner Erfahrung, schon auch von Lehrern zum Beispiel. Na ja, es wäre schon schlauer, wenn ihr Kind das und das auch noch machen würde, damit es dann halt dann später bessere Zukunftsaussichten hat. Das ist für mich alles so verrückt. Es wird dir ja permanent oder schau in Social Media hinein. Was ein Kind heute nicht alles machen sollte und können müsste, weil sonst in Wahrheit kriegst du keinen Job mehr. Also ist schon alles verbaut, wenn du Pascal: Mmh. Mmh. Sabine Osterauer: das und das nicht hast. Es ist schon sehr eigenartig, dieses Runde-rum. Und wie du sagst, dieses normale Nest-Aufwachsen. Wo man wirklich sagt, ob jetzt der Mann oder die Frau, je nachdem, die Pärchen zusammengewürfelt sind, es ist völlig egal, wer als Arbeiten geht. Ich brauche nur zurückschauen, wie es bei mir war. Mein Ex-Mann und ich hätten das nie tauschen können, weil er zu der Zeit immer noch mehr verdient hat wie ich. Und das wäre sich rein rechnerisch nicht ausgegangen mit Haus und Co. Aber wir sind oder wir wären grundsätzlich mit einem Gehalt durchgekommen. Aber da lag es dann an mir. das ist auch ein Grund, warum ich sagen könnte, ich möchte eigentlich kein Kind haben, weil es gibt einfach auch Frauen oder es gibt einfach Elternteile, nennen wir so, die in der, die das wollte ich schon sagen, Aufzucht, aber die wirklich im, im, ja. Es ist trotzdem eine Aufsicht des Kindes, nicht in ihrer vollen Rolle aufzugehen. Ich sag, ich Pascal: Mmh, mmh. Sabine Osterauer: liebe mein Kind wirklich über alles. ist ganz toll, manchmal furchtbar nervig. ist mir auch sehr ähnlich, muss ich auch dazu sagen. Und ich liebe ihn wirklich über alles. Aber ich bin als Mutter in der Rolle jetzt nicht zu 100 % aufgegangen, das weiß er auch. Und er sagt auch immer, Mama, du warst toll als Mama, aber du warst halt nicht die klassische Mama. Also ich war halt nicht die, immer nur gekocht hat und so wie man sich es halt möglicherweise immer noch vorstellt. Und ich glaube, dass die Tendenz zu solchen Müttern, die es früher gab, Pascal: oder Vetern. Sabine Osterauer: die gehen immer weiter zurück. Und die normale Mom von heute ist eine berufstätige Frau, die Pascal: Mmh. Sabine Osterauer: allzeit arbeiten geht und wie du sagst, zwischenzeitlich dann auch geschwind ins Fitnessstudio hüpft, gibt es ja diesen Film Bad Moms, genau so. Wer den Film kennt, Bad Moms, genauso. Noch schnell ins Fitnesscenter, noch schnell dorthin, noch schnell das erledigen und noch arbeiten und noch das und noch jenes. Und das, glaube ich, ist die Mutter von heute. Und die Mütter, so wie sie halt damals waren, eben der Familienteil, wenn man es so ein bisschen anders jetzt formulieren darf, dieses Zuhausebleiben, dem Kind ein Nest zu geben. Ich glaube, das so wie eben die Systeme heute herrschen, dass das gar nicht wirklich möglich ist. Und da denke ich mir dann schon. Und das ist zumindest etwas, was ich immer wieder höre. Ich kriege keine Kinder, weil ich möchte selber leben und ich kann Pascal: Ja, klar. Sabine Osterauer: mich selber schon nicht mehr da halten. Wie soll da jetzt noch ein Kind mitlaufen? Also ein Kind groß zu ziehen, das ist schon etwas, das man auch gerne machen würde wollen sollen. Pascal: Was ich da komisch finde, also ich kenne das total auch diese Aussagen. Ich bekomme die auch öfter mal auf Social Media mit, dass gerade Frauen eben sagen, ich möchte kein Kind, weil ich möchte mein Leben so leben, wie ich das möchte. Und ich finde es aber schade, dass sie dafür sehr viel Anfeindungen bekommen. Und ich finde es schade, dass man sich für so eine Aussage, die ich persönlich als sehr Erwachsen erachte, ich möchte kein Kind, weil ich mein Leben so leben möchte, wie ich das möchte und da passt ein Kind nicht rein. Und dann bin ich so schlau und bekomme kein Kind, statt dass ich ein Kind bekomme, das ich dann an die Seite schiebe oder so. Also ich finde das ganz traurig, dass man für solche Aussagen angefeindet wird. Und ich bekomme das aber relativ oft mit. Auch ich habe dann teilweise eben so dieses Gefühl, dass man sich rechtfertigen muss für diese Aussage. Was ich ganz schade finde. niemand sagt, wenn jemand sagt, nein, ich bin Berufstätig und dann habe ich noch viele Hobbys, ich schaffe mir jetzt keinen Hund an. Ich habe da keine Zeit für, in Anführungsstrichen, Sagt jeder, ja schlau, finde ich auch total gut, da sollte man auch keinen Hund haben. Sabine Osterauer: Ja, Arme Hund. Pascal: Und wenn man dann aber sagt, ich will deswegen kein Kind, dann ist man irgendwie so, ja, nee, weil man ja aus dem klassischen Rollenbild eigentlich rausfällt. Das ist so, ja, such dir einen Partner, gründ eine Familie, krieg Kinder und so. Und wenn man dann eben sagt, nein, ich krieg jetzt keine Kinder, weil das in meinen Lebensstil nicht reinpasst, dann muss man sich verteidigen. Das ist eigentlich sehr, sehr schade. Das hab ich noch nie so ganz verstanden. Ich weiß nicht, wie du das wahrnimmst. das auch schon mal mitbekommen hast? Sabine Osterauer: Ja, natürlich. Ich kreie ja auch immer im bekannten Kreis. Wenn ich mich so richtig sage, ich bin als Mama nicht zu 100 Prozent in dieser Rolle aufgegangen, kriege ich auch bisschen komische Blicke nach dem Motto, du bist ja eine Frau und wenn du ein Kind bekommst, dann bist du automatisch Mutter. Also das ist so. Ich sehe das gar nicht so. Und ich habe sehr, sehr viele Jahre auch in einem Institut mit schwangeren und stillenden Frauen gearbeitet. Und ich kann wirklich nur aus meiner über 13-jährigen Erfahrung sagen, und ich habe dann noch eine Jahre beim Gynäkologen gearbeitet, so wie der Schwangere und Mütter, und ich kann wirklich nur aus dieser Erfahrung heraus wirklich sagen, nein, nicht alle Frauen sind geborene Mütter, wie Pascal: Hm. Sabine Osterauer: man sie im klassischen Sinn sich vorstellen möchte. Es gibt auch andere Arten von Mütter und es gibt auch Frauen, die einfach sagen, Ich will nicht Mutter sein. Bei denen ist alles in Ordnung. Alles. Pascal: Ja. Sabine Osterauer: Die wollen halt einfach nicht. Und wie du sagst, wenn ich heute sage, wir sind arbeiten und wir hätten gerne einen Hund, aber der wäre ja allein zu Haut. So schlimm und der arme Hund. Und der müsste sie dann in eine Betreuung geben. Das ist alles legitim. Da hat man Verständnis. Aber wenn es heißt, möchte keine Kinder kriegen, weil wir möchten einfach reisen. Wir möchten das Geld, das wir verdienen, einfach für uns ausgeben. Wir denken auch nicht an eine Erbschaft. Da kannst du dir dann schon manchmal, du bist total egoistisch anhören oder selbstgefällig oder das ist nicht richtig. Alle möglichen Meinungen kannst du dir da einholen. Aber ich sehe das auch ganz pragmatisch. Jemand, der Kinder haben möchte, feel free. Und jemand sagt, möchte ich nicht? auch in Ordnung. Pascal: Sehe ich ganz genau so, genau. Also ich bin grundsätzlich null gegen Kinderkriegen oder so, ne? Das vielleicht mal auch nochmal deutlich gemacht, ne? Ja, ja, das finde ich aber, ähm, finde ich genauso und es ist eben manchmal schade, ähm, dass das dann manchmal so ist, ne? Manchmal Sabine Osterauer: Ganz genau. Pascal: glaube ich steile These, vielleicht ist da in solchen Aussagen auch ein wenig Neid mit drin. Ne, dass man sagt, okay, ich hab vielleicht Sabine Osterauer: Möcht ich. Pascal: mein Leben nicht so frei gelebt, wie ich es gerne gehabt hätte und wenn das jemand den Mut hat... auszusprechen und zu machen. Sabine Osterauer: Und es sind oft auch Menschen, die diese Meinung vertreten, die selber noch keine Kinder haben. Die dann sagen, ja warum, ich möchte unbedingt mal Mutter werden oder wir möchten unbedingt Kinder haben. Dann sag ich immer, ja passt ist doch schön. Aber ich glaube, mitreden kann wirklich nur jemand, der das auch selber erlebt hat, wie es ist, ein Kind groß zu ziehen, ein Kind zu begleiten. Das ist einfach nicht immer schön. wie ich es auch von einigen jungen Erwachsenen gehört habe, die sagen, wir wollen keine Kinder in die Welt setzen, kommt das oft aus dem eigenen Elternhaus. sagen, ich kann mich erinnern, wie es für mich war. Mama Pascal: Mhm. Sabine Osterauer: ging arbeiten, Papa ging arbeiten, ich war im Hort und ich war dort und ich war da und eigentlich wurde ich nur herumgeschoben, weil es anders gar nicht möglich war. Am Wochenende war meine Eltern völlig erledigt von der ganzen Woche Arbeiten. Es war immer Stress bei uns zu Hause. Ich hatte immer das Gefühl, genug Zeit mit irgendetwas verbringen zu dürfen. Es war immer nur Trubel. Aber dafür sind wir zweimal im Jahr auf Urlaub gefahren. Das war schön. Aber unterm Strich ... Nein, so möchte ich das nicht haben. Ich habe es nicht anders vorgelebt bekommen. kann es mir auch gar nicht anders vorstellen. Wie soll es Sind wir wieder in der finanziellen im finanziellen Thema drinnen. Wie soll es denn gehen? Und entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer eigenen Kindheit. gegen Kinder. Und auch das ist natürlich legitim. Pascal: Genau. glaube einfach, es gibt wahnsinnig viele Gründe, warum man sagt, ich möchte Kinder bekommen und genauso viele, warum man sagt, ich möchte keine Kinder bekommen. Ich glaube, die Gründe sind so vielfältig, wie es Menschen gibt. Sabine Osterauer: Ja. Pascal: Aber eben, es gibt im Moment halt auch ein paar sehr offensichtliche Gründe, wo man dann gut nachdenken muss, ob man überhaupt ein Kind möchte oder nicht. Sabine Osterauer: Denkst du, dass früher auch schon so war, dass viele Pascal: Mit Sicherheit. Sabine Osterauer: Frauen überlegt haben, möchte ich überhaupt ein Kind oder nicht? Und es Pascal: Hm. Sabine Osterauer: nur heute vermehrt ausgesprochen wird. Aber damals ist eigentlich auch damals, die Generation vor mir oder vor vor mir, so eben ab 1900 aufwärts, Pascal: Mmh. Sabine Osterauer: ob da auch schon Frauen dabei waren, die gesagt haben, ich möchte bewusst keine Kinder bekommen. Pascal: Sonst gab es immer schon Möglichkeiten zur Verhütung oder Abtreibung zum Beispiel. Früher waren es vielleicht irgendwelche Kräuter oder so. Die sind teilweise vielleicht auch unter Zwang verabreicht worden. Aber mit Sicherheit Sabine Osterauer: die Engelsmacher. Pascal: auch da. Eine Frau hatte ja eigentlich gar keine, ja, doof gesagt, gar kein Mitspracherecht. Da hattest du ... einen Mann zu heiraten und wenn der Kinder wollte, dann hattest du da sozusagen zur Verfügung zu stehen oder so. Ich denke mal, insgeheim gab es bestimmt viele, die auch damals eigentlich gar nicht vielleicht gewollt hätten, aber gar nicht gefragt worden sind und gar nicht erst die Möglichkeit hatten, da nein zu sagen. Also ich bin mir sicher, das gab es schon immer. Nur die Möglichkeiten heute, als Frau eben nein zu sagen, ich möchte keine Kinder, die wird mehr anerkannt als früher. Sabine Osterauer: Das ist der große Vorteil von der Emanzipation, dass sich da in der Richtung wirklich einiges getan hat, dass wir Frauen jetzt nicht nur als die Brutkästen sozusagen auch in Verwendung waren, muss man wirklich so sagen, weil Stammhalter und so weiter, wir brauchen nur in der Geschichte zurückschauen, sondern die Frau darf heute über ihren eigenen Körper, zumindest bei uns in den europäischen Ländern, immer noch nichts. Pascal: Ich wollte es gerade sagen, leider eben nicht überall. Ja. Sabine Osterauer: Ganz weltlich, aber zumindest bei uns in Europa und Co. dürfen wir schon über unseren eigenen Körper verfügen. Diese ganzen Dunkelsachen wäre ein anderer Podcast, sag ich einmal. Aber ich zum Beispiel fühle mich so, ich weiß, ich kann über meinen eigenen Körper entscheiden, was auch immer ich möchte. Und wie gesagt, für mich ist es ganz wichtig, dass jeder Mensch, jede Frau, jeder Mann auch in sich hineinhört und sagt, möchte ich wirklich Kinder haben? Oder ist es nur, weil unsere Verwandten, unsere Freunde Kinder haben und es gehört sich halt so? Oder möchte ich das wirklich, weil ich denke, Kinder zu haben ist ein Geschenk nach wie vor, das glaube ich auch, und auch mein Kind ist ein Geschenk. Aber und hätte ich gewusst, wahrscheinlich was auf mich zukommt, ich weiß es nicht. Ob ich Mutter geworden wäre, ich kann es nicht sagen. Ich habe mein Bestes gegeben, das kann ich nur vorwegnehmen. Zumindest hat mir das mein Kind auch bestätigt. Er hat alles gut, passt schon so. Aber ich weiß, dass es Frauen gibt, sagen, ich möchte das nicht. Ich bin dazu einfach nicht geboren. Dann darf es auch so sein. Aber wir sehen, es gibt sehr viele unterschiedliche Zugänge, warum so viele Menschen keine Kinder mehr die Welt setzen wollen. Kannst du, Pascal, wenn wir so eine ... eine Kristallkugel hätten und wir würden so in die Zukunft schauen können, was würdest du darin sehen, was das Thema Kinderwunsch und Kinderbekommen betrifft? So bisschen Glaskugel lesen. Pascal: Ja, das ist, das ist, ähm, weiß ich nicht. Also ich glaube nicht, dass sich signifikant daran was ändern wird. Also ich denke, es wird immer, äh, der Großteil der Menschen Kinderwunsch haben, das ist einfach vom Menschlichen in der DNA verankert. Wir sind dafür da, uns vorzupflanzen. Und ich denke, das ist schon der Normalfall. Trotzdem glaube ich, es wird mehr Menschen in den westlichen Welten geben, die sagen, ich bekomme keine Kinder, weil ich vielleicht keine möchte, weil ich vielleicht es mir nicht leisten kann, etc., etc. Aber meine Glasscool sagt, ich, dass unsere menschliche Population noch weiter steigen wird. das mal so zu beantworten, die Frage. Sabine Osterauer: Alles klar, sehr, cool. Lieber Pascal, ich denke, zusammen haben wir es wieder einmal herausgefunden, warum es so viele Menschen gibt, die wirklich darüber nachdenken, keine Kinder mehr in diese Welt zu setzen. Ich bedanke mich, dass du mein Gast heute warst, als mein Lehrer, als mein Guru, wie ich es vorher schon angekündigt habe. Herzlichen Dank dafür. Und damit ich es nicht vergesse, das vergesse ich nämlich ständig, Bitte abonniert meinen Kanal, weil das bringt mir ja ganz viel, habe ich gehört. Und kostet euch ja nichts. Und ich würde mich freuen, wenn ihr reinhört und euch die Folge anhört. ja, sollte jemand von euch eine ganz tolle Warum-Frage haben, bitte einfach bei mir melden, denn vielleicht seid ihr der oder die nächste, die dann bei mir am Mikrofon mit mir über eine Warum-Frage diskutieren könnt. In diesem Sinne, lieber Pascal, herzlichen Dank für deine Zeit. und dass du bei mir im Podcast warst. Pascal: Sehr gerne, Dankeschön.