Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Saisonauftakt der Oper verschoben, Prozess um Taxi-Schießerei und neuer Wirt im 'Hühnerstall'
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- 0:03Also ich finde ja, dass fast alle Situationen im Leben ein bisschen schöner,
- 0:07aufregender, manchmal auch besser und vielleicht sogar weniger schwer werden,
- 0:11wenn man den richtigen Soundtrack findet, oder?
- 0:14Also so eine Autofahrt in den Abend hinein mit romantisch angehauchten Singer-Songwriter-Songs,
- 0:19ein Spaziergang mit Oldschool-Rap auf den Ohren, lange Zugtrips begleitet von
- 0:23Jazz, Sport mit 90er-R'n'B,
- 0:25ihr wisst, was ich meine, und die aufgezählten Beispiele spiegeln hier selbst
- 0:28reden, meinen ganz persönlichen Geschmack wieder.
- 0:31Auch kann Musik meiner Meinung nach ja eh das Schönste auf der Welt natürlich
- 0:35verbinden, ob man sie nun zusammen macht oder erlebt.
- 0:39Und manchmal entdeckt man gegebenenfalls dadurch sogar Stile und Richtungen,
- 0:42zu denen man sonst keine Verbindung hat.
- 0:44Ich zum Beispiel war mal auf einem großen EDM Konzert in der Arena,
- 0:48sonst wirklich so gar nicht mein Ding.
- 0:49Ich hab da jemanden begleitet und, das gebe ich zu, keinen so schlechten Abend gehabt.
- 0:54Auch ging es mir früher so mit klassischer Musik, obwohl ich ja aus einem MusikerInnenhaushalt komme.
- 0:58So ein bisschen der, Achtung Wortwitz, Klassiker vielleicht.
- 1:01Meine Großmutter ist ins Konzert, ins Ballett oder die Oper gegangen und immer
- 1:05mal, naja, durfte ich mit.
- 1:07Und mit der Zeit habe ich immer mehr Gefallen daran gefunden,
- 1:10habe dann auch für eine für alle Beteiligten wirklich anstrengende Zeit Geige
- 1:13gespielt und nach wie vor spielt jetzt auch diese Musik eine Rolle in meinem
- 1:16Leben und den eben schon erwähnten Soundtrack-Momenten.
- 1:20Und ganz bestimmt geht es nicht nur mir so. Für viele Düsseldorferinnen und
- 1:23Düsseldorfer gehören Theater, Festival oder Konzertbesuche zu festen Terminen im Kulturjahr.
- 1:28Das fängt in der hiesigen Oper kurzfristig ein wenig später an als geplant.
- 1:32Wegen statischer Mängel am Gebäude wurde der Saisonauftakt verschoben.
- 1:36Was das im Detail bedeutet und wie die Lage ist, das erzählt Alexander Esch.
- 1:41Musik spielt natürlich auch in der Altstadt eine große Rolle.
- 1:43So ein ausgedehnter Kneipenabend wird ja auch durch den richtigen Soundtrack
- 1:47nochmal vollständig veredelt.
- 1:49Wie die Playlist im Hühnerstall zukünftig aussieht, das weiß bislang nur der neue Betreiber.
- 1:53Maximilian Norroth hat ihn getroffen und mit ihm über seine Pläne für die sehr
- 1:57beliebte Kneipe gesprochen, die er kürzlich übernommen hat.
- 2:00Außerdem erzählt Philipp Zeitner vom Auftakt einer der vielleicht ungewöhnlichsten
- 2:04Prozesse in diesem Jahr.
- 2:05Nach den Schüssen auf ein Taxi im Dezember 2025, bei dem ein Mann lebensgefährlich
- 2:10verletzt wurde, stehen nun drei
- 2:11Angeklagte vor Gericht, umrahmt von einem umfassenden Sicherheitskonzept.
- 2:16Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 437 und der Rhein steht bei 23 cm.
- 2:31Der RP-Podcast für alle, die Düsseldorf leben.
- 2:38Hallo zum Rhein-Pegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen,
- 2:42was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt, kurz und gut, was geht.
- 2:47Mein Name ist Tosja Kormann und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen.
- 2:52Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, wenn ihr Themen habt, über die wir sprechen
- 2:55können, wenn ihr Veranstaltungen wisst, auf die wir hinweisen dürfen Oder wenn
- 2:59ihr einfach mal was loswerden wollt, dann könnt ihr das sehr gerne tun unter
- 3:03rheinpegel-post.de oder.
- 3:060160 80 80 844 erreicht ihr uns.
- 3:09Wir freuen uns immer von euch zu hören.
- 3:13Nachdem der Neubau der Oper am Wehrhahn im Sommer für viele überraschend abgesagt
- 3:17wurde, folgt jetzt ein neuer Schlag.
- 3:19Der Saisonauftakt muss wegen statischer
- 3:21Mängel am Gebäude an der Heinrich-Heine-Allee verschoben werden.
- 3:24Ein neuer Zeitplan wurde nun schon bekannt gegeben. Unter anderem verschoben
- 3:27wird die Premiere der Meistersinger von Nürnberg.
- 3:30Das Theaterfest zur Spielzeiteröffnung sowie mehrere Vorstellungen entfallen komplett.
- 3:34Alexander Esch berichtet, wie der aktuelle Stand ist, ob und wie gefährdet der
- 3:38Opernbetrieb im Ganzen ist und welche Aussichten es gibt. Lieber Alex. Hallo Tosja. Hallo.
- 3:44Ich prahle hier ja immer damit, dass ich über meine lieben Kolleginnen und Kollegen,
- 3:48die mir gegenüber sitzen, so wie du jetzt in diesem Moment, auch Dinge weißt,
- 3:52die vielleicht andere Leute nicht wissen.
- 3:53Und ich weiß, dass wir eine, nicht nur eine, aber unter anderem eine Gemeinsamkeit
- 3:58haben. Wir mögen beide sehr gerne Hip-Hop.
- 4:00Das hast du jetzt verraten hier in der Öffentlichkeit. Das verrate ich in der Öffentlichkeit.
- 4:03Ist das für dich okay? Wir können das auch ausschneiden. Aber ich finde,
- 4:05das ist doch eigentlich was, was auch ein bisschen was schön ist.
- 4:09Ich stehe dazu, ja. Du stehst dazu.
- 4:11Das heißt also, dass du musikaffin bist. Darauf wollte ich hinaus,
- 4:14weiß ich über dich. Was ich nicht weiß, ob es auch noch andere Musikrichtungen
- 4:18gibt, die dich so ein bisschen packen.
- 4:19Oh, das kann wirklich nahezu alles sein. Ach ja? Das muss ich schon sagen.
- 4:25Hast du mal so einen kleinen Rocksong auf dem Ohr? Ja, ja, natürlich.
- 4:28Also so ein altes, ich weiß nicht, Led Zeppelin oder so, ist doch grandios.
- 4:32Das kann wirklich, es kann Singer-Songwriter sein. Es ist auch klassische Musik,
- 4:35kann es auch mal sein. Es kann auch Elektro sein.
- 4:40Das kommt halt wirklich sehr spezifisch dann darauf an, was das für ein Ding
- 4:44ist und es kommt auch manchmal auf die Situation drauf an, oder?
- 4:47Findest du nicht? Also es gibt so Soundtracks, finde ich für verschiedene Szenerien
- 4:50Das kommt dazu, ja, aber es gibt manche Musik, die würde in keiner Situation mich erreichen,
- 4:58Ja, ich verstehe. Jetzt hast du ja gerade schon gesagt, es kann auch mal Klassik sein.
- 5:03Bei mir ist es tatsächlich auch ähnlich. Also ich habe auch keine großen Restriktionen.
- 5:07Es gibt auch, wie bei dir wahrscheinlich, ja, Musikstile.
- 5:11Es gibt natürlich Präferenzen bei mir auch bei Musikstilen, ja.
- 5:16Jetzt klassische Musik, wie ist das? Also spielt das eine große Rolle? Ist das was, wo du...
- 5:21Nee, es ist eher eine untergeordnete Rolle. Lange habe ich mich dem auch eher
- 5:25verschlossen und das hat mich nicht interessiert. Und das hat aber dann irgendwie
- 5:29mal angefangen. Ich weiß gar nicht, warum. Ich glaube, irgendwie habe ich was
- 5:32gelesen über Bach oder so.
- 5:34Dann wurde was empfohlen, was man dringend mal hören soll. Dann habe ich das
- 5:36gehört und dann dachte ich, ja, war nicht so wahnsinnig. Ja,
- 5:37Bach ist natürlich auch traumhaft. Wirklich grandios. Ja, das stimmt.
- 5:41Ich möchte ein bisschen jetzt hinleiten auf das Thema, worüber wir heute sprechen.
- 5:45Vielleicht können es sich die eine oder der andere schon denken.
- 5:48Weil ich finde, klassische Musik spielt bei mir durchaus auch eine Rolle.
- 5:51Jetzt ist es ja auch kein Geheimnis, dass ich Musik studiert habe.
- 5:53Das heißt, das gehört ja dann alles auch zusammen.
- 5:56Bach ist ja der erste Jasser gewesen.
- 5:58Das führe ich mal an einem anderen Punkt aus.
- 6:02Ich finde, für mich hat klassische Musik aber auch viel mit so einer Tradition,
- 6:07ist zu groß gesagt, aber an bestimmte Situationen geknüpft. Also zum Beispiel
- 6:11gegen Weihnachten geht man sich den Nussknacker angucken vielleicht.
- 6:15Vielleicht im Sommer ist in Schloss Benrath irgendwie die Wassermusik und da
- 6:19ist ja auch, wird dann irgendwie klassische Musik zum Besten gegeben.
- 6:22Also so ein bisschen was, für mich hat das eher das. Also ich gehe jetzt ehrlich gesagt selten,
- 6:27ich habe kein Abo für irgendwelche Konzerthäuser, aber es ist so an bestimmte
- 6:32Zeiten und Situationen geknüpft, vielleicht wann man dann mal in so ein Konzert
- 6:36geht, zum Beispiel in die Oper. Genau, das stimmt.
- 6:41Um die Oper gab es ja in den letzten Jahren fast, ja, einigen Lärm,
- 6:47der ja auch Musik sein kann.
- 6:49Und das ist ja, wir alle wissen, dass da neu gebaut werden sollte und das jetzt abgesagt ist.
- 6:54Und jetzt ist der nächste Schlag zu vermelden quasi.
- 6:58Ja, also irgendwie schon.
- 7:02Es ist, glaube ich, auch wirklich reparabel und man kann auch damit umgehen,
- 7:08aber natürlich, ja, der Saisonauftakt musste verschoben werden,
- 7:11weil plötzlich statische Mängel.
- 7:13Ja, weil das ist ja also so, ich weiß nicht, wann warst du das letzte Mal in
- 7:16der Oper? Also wie ist da deine Beziehung?
- 7:18Da gehe ich sehr oft in den letzten Jahren oder bin ich einige Male bei Hänsel
- 7:23und Gretel gewesen, weil tatsächlich meine Tochter da aufgrund ihrer Chormitgliedschaft
- 7:28da immer wieder beim Schlusschor auf der Bühne steht und ja,
- 7:32da war ich glaube ich auch das letzte Mal irgendwann im Winter letzten Jahres.
- 7:38Betrifft dich das dann ja jetzt fast auch, weil ich meine, so ein Saisonauftakt,
- 7:41und das fand ich, das finde ich an dieser Meldung wirklich,
- 7:44also eigentlich ganz groß, weil das Jahr ist ja gerade, auch das kulturelle
- 7:48Jahr ist ja in bestimmte Saisons eingenommen, es gibt die Spielzeiteröffnung,
- 7:52dann ist die irgendwann vorbei und dann fängt es halt wieder an im Herbst und
- 7:54das in der Oper, die ja wirklich ein großer,
- 7:58Mitspieler in diesem Kulturleben hier in der Stadt ist und auch bleibt natürlich,
- 8:03ob jetzt im Neubau oder nicht,
- 8:05wenn dann so ein Saisonauftakt verschoben ist, das hat ja wirklich Konsequenzen
- 8:08nicht nur für das Publikum, sondern natürlich für die MusikerInnen,
- 8:13für die AkteurInnen, für die Leute hinter der Bühne.
- 8:16Auf allen Ebenen, also das ist ja schon in dieser Meldung, finde ich,
- 8:21steckt ganz schön viel drin.
- 8:22Ja, das stimmt. Ja, die müssen natürlich jetzt überhaupt erstmal gucken,
- 8:25wie kriegt man jetzt welche Proben und Aufführungen jetzt noch übereinander,
- 8:30viel enger getaktet alles, koordiniert und es musste eben auch Absagen geben am Ende.
- 8:36Von einzelnen Veranstaltungen, aber auch eine ganze Serie ist ja abgesagt worden.
- 8:42Also das hat schon Folgen und es schwingt natürlich auch,
- 8:48Und somit, dass man sich schon fragen muss, geht das jetzt gut mit diesem Gebäude,
- 8:54wenn da immer wieder solche Dinge vielleicht auftauchen. Und das ist ja die Sache.
- 9:00Nur um das vielleicht nochmal abzuholen, kannst du noch einmal ganz kurz die
- 9:03Genese dahin erzählen, dass die Oper sollte neu gebaut werden?
- 9:10Achso, die Oper sollte neu gebaut werden. Das ist jetzt abgesagt,
- 9:13das Projekt. Am Ende war ja der Standort der Werhahn.
- 9:16Die Stadt hat ja ein Grundstück gekauft auch dafür, nachdem man an der Heineallee,
- 9:20zu viele Hindernisse sah, auch mit Eingriffen in den Hofgarten und so hat man
- 9:23diesen neuen Standort ja gewählt.
- 9:25Das ist dann in diesem Jahr abgesagt worden aufgrund der finanziellen Schieflage
- 9:30bei der Stadt, dass einfach dieses Milliardenprojekt nicht mehr als umsetzbar angesehen worden ist.
- 9:37Insofern ist die neue Marschrichtung, wir müssen mit diesem alten Opernhaus jetzt weiter umgehen.
- 9:42Genau, aber dieser Neubau war ja auch nicht nur aus Prestigegründen und weil
- 9:46man jetzt mal gucken wollte, wie die Oper sich am Wehrhahn anfühlt,
- 9:48sondern weil das alte Gebäude einfach alt ist und,
- 9:52wenn ich das richtig in Erinnerung habe und verstanden habe,
- 9:55solche baulichen Mängel quasi aufweist, dass es sozusagen,
- 10:01sehr viel Arbeit von innen gäbe, um das so,
- 10:04herzurichten, dass da Betrieb gibt.
- 10:06Weiter herrschen kann. Ja, vor allem aber auch, weil die Voraussetzungen einfach zu schlecht sind.
- 10:11Also bestimmte Arbeitsschutzvorkehrungen nicht mehr umgesetzt werden können.
- 10:15Zu wenig Platz im Orchestergraben, zu viel Lautstärke für die Musiker,
- 10:18Proberäume können nicht mehr genutzt werden, weil sie zu laut sind. Man muss ausziehen.
- 10:23Arbeitsplätze ohne Licht für die Verwaltung und so weiter. Also da sind einfach
- 10:27die Voraussetzungen sind einfach so schlecht.
- 10:30Der Geschäftsführer der IPM, die ja zuständig ist dafür, die Stadt,
- 10:33also eine Eine Stadttochter, die für Bauten in der Stadt zuständig ist,
- 10:39der sagt mir, es ist schon alles reparabel.
- 10:42Wir können das am Leben halten, das Gebäude. Aber der Haken ist natürlich vor
- 10:46allem diese Arbeitsbedingungen und natürlich, dass solche Schläge dann,
- 10:51so hat es zumindest die Geschäftsführerin genannt.
- 10:59Dass plötzlich da Veranstaltungen abgesagt werden müssen, weil Mängel auftreten,
- 11:03mit denen wir jetzt in dem Moment nicht gerechnet haben.
- 11:04Und das ist ja schon wirklich der letzte, letzte Schritt, ne?
- 11:07Also, dass irgendwie in so Häusern vielleicht mal hinter den Kulissen irgendwas
- 11:11ist und dann Show-must-go-on-mäßig,
- 11:15solange es keine Gefahr für Leib und Leben gibt, sodass dann trotzdem durchgezogen wird und so.
- 11:21Aber ich finde, eine Spielzeiteröffnung oder den Saisonauftakt zu verschieben,
- 11:26das finde ich schon ein ziemlich großes Zeichen dafür, dass es offenbar solche
- 11:31Mängel und vielleicht dann auch Gefahren gibt, die man einfach nicht mehr verantworten könnte.
- 11:38Ja, umgekehrt ist es so, dass ja diese Mängel schon in der Sommerpause aufgefallen waren.
- 11:43Also es ging um statische Mängel am sogenannten Bühnenturm. Also quasi dieses
- 11:49Gerüst, was so über die Bühne gebaut ist, was man eben nicht sehen kann aus
- 11:52dem Zuschauerraum, wo eben Steinwerfer hängen und so weiter.
- 11:54Spezifizieren, was da statische Mängel heißen und bedeuten.
- 11:58Das steht ja auf, wird von Trägern gehalten, von Stahlträgern und diese Stahlträger,
- 12:03wiesen eben Verformungen auf bei dieser Kontrolle und deshalb musste man die jetzt ertüchtigen. Ja.
- 12:09Also unter anderem dafür sorgen, dass die, auch mit anderen Mitteln,
- 12:13dass diese Statik, dass dieses ganzen Aufbaus da funktioniert weiter.
- 12:16Und das dauert einfach länger als gedacht.
- 12:19Das dauert ein bisschen länger als gedacht, weil eben diese Spezialarbeiter,
- 12:22die da auch in dieser Höhe unterwegs sein können, offenbar nicht so verfügbar
- 12:25waren, wie zunächst gedacht.
- 12:27Deswegen gab es jetzt eine Woche Verschiebung. Bis zum 19. September sollen
- 12:31diese Arbeiten abgeschlossen sein.
- 12:33Trotzdem war ja beispielsweise jetzt die Premiere von der, also die lange vorbereitete
- 12:39Premiere über Jahre hinweg von Wagners Meistersingern erst am 11. Oktober.
- 12:45Die ist trotzdem verschoben worden, wo manche sich gefragt haben,
- 12:48ist das denn nötig, ist das jetzt so weitgehend, aber das hat mir jetzt bei
- 12:53meiner Recherche eben die Sprecherin der Oper so ein bisschen dargelegt,
- 12:57wie spät jetzt eigentlich erst die Proben auf dieser Bühne dann stattfinden
- 13:02können, die ersten, also um
- 13:03die Technik einzurichten und das Bühnenbild da hinzustellen und so weiter.
- 13:06Und das ist ja dann vielleicht auch ein bisschen auf Safeplane,
- 13:08ne, also falls da jetzt auch noch was passiert, ist man nicht,
- 13:10weil, also, dann wieder was von dem Ablarschen.
- 13:11Genau, und das geht dann auch eine Woche später dann los, glaube ich,
- 13:14der 17. ist jetzt der neue Termin.
- 13:16Ja, aber das, ja, es hat Folgen gehabt. Ja, wie ist das jetzt dann generell, also das heißt,
- 13:23während der Sommerpause wird dann da das Gebäude wahrscheinlich auch routinemäßig
- 13:26gecheckt, jetzt wurde das entdeckt, ist das auch so ein bisschen.
- 13:30Eine Vorschau auf, was vielleicht jetzt immer wieder passiert,
- 13:33weil, nochmal betont, es sollte ja auch neu gebaut werden, weil dieses Gebäude
- 13:37einfach alt ist, ne, also ist das jetzt ein bisschen, wird das jetzt beständig
- 13:42passieren oder wird da jetzt… Ja, wie gesagt, die Aussage,
- 13:45vom Geschäftsführer der IPM ist,
- 13:48wir halten das am Leben, das klappt schon, aber ja, Sanierungen werden da,
- 13:52sowieso nötig sein jetzt in den nächsten Jahren, die sind auch schon beschlossen
- 13:55gewesen, für einige Millionen Euro muss da einiges passieren,
- 13:58zum Beispiel gibt es ja auch statische Mängel beim Foyerdach,
- 14:02da ist jetzt nur so eine vorläufige.
- 14:05Genehmigung da bis 28, da muss man also auch sanieren, dann auch ganz alte Heizung
- 14:11drin und so, also da sind viele Punkte.
- 14:14Die jetzt da auch aufgearbeitet werden in den nächsten Jahren und dann ist es
- 14:18ein Aufsichtfahren erstmal, also zu gucken, wie, was taucht auf, was kann man machen,
- 14:24was sind die nächsten Schritte, um das vielleicht für die nächsten 15,
- 14:2720 Jahre, 25 Jahre vielleicht, weiß ich nicht, am Leben zu halten.
- 14:34Und darüber hinaus, irgendwann wird es wahrscheinlich schon auch eng.
- 14:39Ja, und manche Sachen erledigen sich ja auch nicht. Also auch jetzt dieses,
- 14:41klar, mit den baulichen Sachen ist das eine.
- 14:44Ich denke da nur dran, dass das ja ganz oft so ist in älteren Gebäuden,
- 14:47aber wahrscheinlich auch so. Also wie du jetzt sagst, dann wird dann vielleicht
- 14:50mal hier was gemacht, mal da.
- 14:52Das wird ja auch den Spielbetrieb und Probenbetrieb zum einen wahrscheinlich beeinflussen.
- 14:56Zum anderen, jetzt schlage ich mal einen kleinen Bogen, auch kilometermäßig
- 15:01gar nicht so weit weg, an der Nordstraße so.
- 15:03Da sollte was gebaut werden, dann wird Asbest entdeckt und jetzt ist irgendwie
- 15:06ja auch schon seit zwei Jahren diese Station zu, also da kann ja auch immer
- 15:10wenn man einmal anfängt zu bohren im wahrsten Sinne des Wortes,
- 15:13kann ja auch immer noch was Neues kommen, also das heißt, dass der Spielbetrieb
- 15:16da wahrscheinlich in Zukunft immer wieder beeinflusst ist, was natürlich jetzt auch ein bisschen mehr.
- 15:22Es steht halt jetzt auch mehr in der Öffentlichkeit ich kann mir vorstellen,
- 15:25dass die Menschen in der Oper, also das ist ja nicht von jetzt auf gleich passiert,
- 15:28dass da Renovierungs oder Restaurierungsbedarf ist, jetzt ist natürlich noch
- 15:32ein bisschen mehr der Fokus drauf, weil klar ist, es wird nicht umgezogen,
- 15:36es wird nicht neu gebaut.
- 15:37Jetzt interessiert man sich vielleicht auch anders oder vielleicht ist jetzt
- 15:40auch mehr Raum da, das auch offen zu kommunizieren und darauf aufmerksam zu machen.
- 15:45Das ist das eine. Auf der anderen Seite diese Sachen zum Beispiel mit den Proberäumen,
- 15:49wo sich über Lautstärke beschwert wird oder die einfach ja auch für die MusikerInnen,
- 15:53da gab es doch auch diese Sache, dass da irgendwie das vom Raum her gar nicht mehr so richtig gut ist.
- 15:59Das erledigt sich Das ist ja nochmal was anderes als eine kaputte Heizungsanlage.
- 16:02Ja, richtig. Was gibt es dafür? Also wie soll das gelöst werden?
- 16:06Ich glaube, man muss weiter mit Provisorien umgehen. Dann so Probencontainern
- 16:11oder wie? Nee, ja genau. Also ich glaube, dass ja auch Proben in der Kirche
- 16:15stattfinden und so weiter. Also dass das jetzt quasi etabliert wird und das
- 16:18ist dann das neue Normal.
- 16:21Ja, so ist es. Jetzt hast du ja, du recherchierst ja dann dahingehend und sprichst
- 16:25ja auch mit Leuten. Hast du so eine Stimmung raushören können?
- 16:29Also ist da immer noch, ich weiß, als verkündet wurde, dass die Oper nicht neu
- 16:33gebaut wird, das war ja auch ein Recht.
- 16:36Ja, das war schon ein recht spontaner Entschluss, zumindest die Kommunikation dessen.
- 16:41Da war ja die Stimmung, ich möchte sagen, eher in Moll, Alex.
- 16:46Ja, ja, Moll natürlich.
- 16:50Aber ja, habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht so richtig. Also ist das immer
- 16:54noch da? Ja, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das jetzt irgendwie weg ist.
- 16:59Im Gegenteil, dass jetzt auch diese, dass das natürlich, weiß nicht,
- 17:04das ist eine frische Wunde und jetzt passiert dann eben auch noch das.
- 17:08Ja, ich meine auf der anderen Seite, kann man sich da ja auch ein bisschen so
- 17:12einen Chagmatismus aneignen.
- 17:14Ja, ich glaube, das kann auch demotivierend sein, ein bisschen finde ich.
- 17:18Ja, genau. Also das heißt, dieser Saisonauftakt, hast du da irgendwas zu gehört?
- 17:24Ob das jetzt dann irgendwie, ich meine, so OrchestermusikerInnen und so ist
- 17:27ja auch angestellt. Also gibt es da irgendwelche Konsequenzen,
- 17:30wenn dann Verträge nicht erfüllt werden können? Nee, das ist ja wahrscheinlich höhere Macht.
- 17:36Das weiß ich nicht. Weil es gibt ja auch externe Leute vielleicht,
- 17:40die dann engagiert werden.
- 17:43Für die meisten Vorstellungen, die jetzt erstmal nicht stattfinden konnten,
- 17:45auch Ersatztermine gesucht und gefunden.
- 17:50Also das glaube ich nicht, dass das so weitreichend ist. Also es ist ja doch
- 17:54einigermaßen auch im Rahmen geblieben.
- 17:57Ich habe mir noch über was anderes Gedanken gemacht, wenn wir jetzt mal von
- 17:59den internen weggehen und wieder aufs Publikum oder so.
- 18:02Da gibt es ja auch, wie ich eben schon gesagt habe und das glaube ich einfach
- 18:05und das kenne ich auch aus dem erweiterten Familien- und Bekanntenkreis.
- 18:09Es sind ja auch schon, Genau, man strickt sich ja so sein Kulturjahr zusammen.
- 18:13Man hat irgendwie das Frühjahr, dann kommt das Sommer mit den ganzen Festivals,
- 18:17Bütchentag, also so und Fischmarkt oder was auch immer man mag und dann geht's
- 18:21gern Herbst und dann kommen halt auch diese, was ich am Anfang gesagt habe,
- 18:24also tatsächlich glaube ich diese Weihnachtszeit, wo man dann mal ins Konzert geht und so.
- 18:28Es gibt ja auch Abos und sonstige Sachen. Das verschiebt sich ja dann auch alles.
- 18:32Hast du da irgendwie auch was zugehört? Also wie reagiert quasi die andere Seite?
- 18:38Wie reagiert das Publikum?
- 18:39Hast du auf deinen Artikel irgendwie Resonanz bekommen?
- 18:42Ist es vielleicht durch diesen relativ offenen Umgang jetzt mit der Problematik
- 18:47viel Verständnis in der Bevölkerung? Kann ja auch sein, dass man sagt,
- 18:49ach, die haben eh gerade so schwer.
- 18:52Ich glaube, dass es am Ende doch nicht die Ausmaße angenommen hat,
- 18:57Und dass das die Leute so richtig dann beschäftigt,
- 19:02also dann sieht man die Meistersinger jetzt eben eine Woche später,
- 19:06das ist glaube ich noch im Rahmen.
- 19:10Also insofern war jetzt die Aufruhr sozusagen oder die Empörung oder Überraschung
- 19:16jetzt nicht so richtig spürbar. Bei dieser Nachricht nicht, so wie aber im Sommer,
- 19:20als der Nicht-Neubau angesagt wurde.
- 19:22Ich meine, das war ja schon bei der Ankündigung des Neubaus auch genug.
- 19:25Also das ist ja wirklich ein Thema, was seit Jahren beschäftigt.
- 19:28Es gab ja auch viele Leute, die gesagt haben, ist das überhaupt nötig?
- 19:30Ja, offensichtlich ist es nötig. Also es wird ja jetzt noch klarer, bis es nicht mehr so ist.
- 19:37Also das heißt, da hat jetzt keiner irgendwie empört reagiert.
- 19:40Nein, es hat jetzt nicht den ganz großen Bogen geschlagen, muss man sagen.
- 19:45Jetzt hast du eben schon gesagt, es wird jetzt ein bisschen auf Sicht gefahren.
- 19:48Kannst du da noch ein bisschen konkreter werden? Ja, also diese ganz große,
- 19:53Kernsanierung oder so, Dieses alten Gebäudes, die ist so, wenn ich das so richtig
- 19:57raushöre, ist auch nicht so unbedingt angesagt, sondern man muss halt eben gucken,
- 20:02dass man mit den Mängeln, die auftreten oder die absehbar sind,
- 20:05dass man die einigermaßen beseitigt, dass das…,
- 20:07Dass dieses Gebäude so einigermaßen funktionstüchtig bleibt,
- 20:11aber es werden keine besseren Voraussetzungen jetzt für die Musiker geschaffen werden können.
- 20:16Ja, der Orchestergrab muss, glaube ich, erweitert werden, das wird wohl gemacht.
- 20:19Aber so andere Dinge sind halt eben auch nicht möglich.
- 20:23Man wird jetzt da nicht in den Hofgarten irgendwie anbauen können oder so.
- 20:28Also das ist dann schon nochmal irgendwann auch eine Zukunftsfrage.
- 20:33Was ist denn, wenn dieses Gebäude dann auch wirklich sich seinem endgültigen Lebensende nähert?
- 20:41Wie geht man damit um? Ja, ich meine, wie gesagt, wir wissen ja eh nie,
- 20:44was in der Zukunft passiert.
- 20:47Genau, es kann auch sein, dass sich die finanzielle Lage wieder ein bisschen
- 20:50ändert und dann kann ich mir vorstellen, dass so ein Projekt wie das der Opa
- 20:54jetzt vielleicht dann nicht unbedingt dieser Milliarden-Neubau,
- 20:57aber dass das dann vielleicht auch ein bisschen so wie andere hoffentlich Kulturorte in der Stadt und,
- 21:02Organisationen ein bisschen prioritär behandelt wird oder,
- 21:07ja da in den Vordergrund rückt.
- 21:09Weil ich finde, das muss man wirklich, darf man gar nicht ungesagt lassen.
- 21:13Oder darum möchte ich das auch nochmal betonen. Natürlich ist jetzt Opa vielleicht
- 21:17auch was, wo man denkt, ja, habe ich jetzt gar nicht.
- 21:19Ich habe nicht so einen Zugang zu klassischer Musik. Aber ich glaube,
- 21:21das spielt doch eine sehr große Rolle für viele Leute. Also wenn du erzählst,
- 21:25es gibt den Kinder- und Jugendchor, da kann man sich irgendwie ausprobieren.
- 21:30Genau, es gibt vielleicht Familientraditionen, dass man zu bestimmten Sachen
- 21:34hingeht. Es gibt ja auch Nachwuchsförderung in beide Richtungen,
- 21:39also sowohl von AkteurInnen als auch fürs Publikum und so.
- 21:42Also das ist schon eine sehr wichtige Sache, unter anderem, also es gibt sehr
- 21:47viele wichtige Kulturorte und Veranstaltungen in dieser Stadt und Organisationen
- 21:52und Initiativen, aber die Oper ist, glaube ich,
- 21:56präsenter, als man vielleicht denkt, wenn man jetzt selber gar nicht so viel
- 21:59damit zu tun hat, das will ich sagen.
- 22:00Ja, absolut. Aber wir haben natürlich auch wirklich eine große.
- 22:06Also viele Projekte bei Kulturbauten noch vor der Brust oder die laufen gerade.
- 22:11Also die Tonhalle für 80 Millionen Euro, die wird über vier Jahre noch eine
- 22:15Baustelle sein, um die wieder einigermaßen in Schuss zu kriegen.
- 22:18Die Kunsthalle ist erstmal nach hinten verschoben worden. Das kommt auch noch.
- 22:22Also da ist auch echt noch viel zu tun und,
- 22:26auch einfach viel Geld auszugeben noch dafür. Ja, also das neben der Oper,
- 22:33die ja eben auch noch in Schutz gehalten werden muss.
- 22:36Da sind schon noch große Aufgaben für die Stadt. Ja, das stimmt.
- 22:39Ich wollte nur sagen, ich finde das wirklich sehr, sehr wichtig,
- 22:43weil das kulturelle Leben ist einfach eins, was auch stattfinden soll und muss. Ja.
- 22:48Ich danke dir sehr für dieses Gespräch, für die Hintergründe und wir sehen uns
- 22:52dann im Foyer, würde ich sagen. Ja, spätestens. Tschüss.
- 22:59Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung.
- 23:13Ein knappes Dreivierteljahr nach den Schüssen auf ein Taxi in der Innenstadt
- 23:17fand nun der erste Prozesstag zu dem Fall statt.
- 23:19Drei Männer sitzen auf der Anklagebank in einem Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts
- 23:23in Hamm, streng bewacht von zahlreichen Polizisten und mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen.
- 23:29Warum diese Maßnahmen erforderlich sind und was bislang zu den Hintergründen
- 23:32bekannt ist, das weiß Philipp Zeitner. Lieber Philipp.
- 23:35Hallo Tosja. Da bist du. Jetzt bist du hier.
- 23:38Du warst aber diese Woche auch schon woanders. Ich war schon woanders.
- 23:42Von verschiedenen Orten.
- 23:44Du warst unter anderem im Gericht, was ja jetzt auch nicht unbedingt was sehr
- 23:48Außergewöhnliches ist. Da bist du ja immer mal und berichtest über Prozesse
- 23:51und Dinge, die da passieren.
- 23:54Und wir haben ja schon vor einiger Zeit das Thema gehabt, den Prozessauftakt
- 23:59quasi um die Schießerei, die letztes Jahr, das war um Neujahr rum, ne?
- 24:04Ja, am 30. Dezember. Ja, also kurz vor Jahreswechsel auf der Kaiserstraße.
- 24:09Tatsächlich, ich weiß gar nicht, ob ich das das letzte Mal erzählt habe,
- 24:11bin ich da langgefahren. Also jetzt nicht so Katastrophentouristinnen-mäßig,
- 24:16sondern ich habe mich gewundert, weil das ist ja schon eine sehr vielbefahrene
- 24:19Straße, aber dass da jetzt mal irgendwie richtig Stau ist oder so.
- 24:23Und dann habe ich schon gesehen, Polizei und so, ich musste dann eh woanders
- 24:26lang. Aber ich kann mich tatsächlich da noch dran erinnern und habe dann natürlich
- 24:29sofort, Das wurde ja sehr, sehr schnell dann berichtet, auch rausgekriegt, was da los war.
- 24:35Genau, deswegen so lange ist es noch gar nicht her und jetzt ist der Prozess
- 24:39eröffnet worden, der ja einige Besonderheiten mit sich bringt und durchaus ein spektakulärer ist.
- 24:44Vielleicht auch ein bisschen spektakulärer, als man am Anfang dachte.
- 24:48Also klar, wenn sowas passiert und dann gehen die Ermittlungen los,
- 24:50da muss man ja erst mal eruieren.
- 24:52Aber bevor ich jetzt hier noch weiter erzähle, ich war ja gar nicht dabei. Du aber.
- 24:57Ich war dabei, genau. Ja, also der, genau, am 30. Dezember, das haben wir wahrscheinlich
- 25:01einige bekommen. Ich weiß das auch ganz gut, weil ich da auch im Dienst war
- 25:04und ist ja zwischen den Jahren, wie man so komischerweise sagt.
- 25:10Es ist ja eigentlich nicht so wahnsinnig viel los und das war dann schon,
- 25:12da bin ich dann halt direkt hin und dann stand da dieses Taxi,
- 25:15erinnern Sie sich vielleicht an das Bild,
- 25:17mit zehn Einschusslöchern in der Windschutzscheibe auf dem Beifahrersitz,
- 25:21und genau, das ist dann schon auch für Düsseldorf sehr ungewöhnlich,
- 25:25dass auf der Mittenhofer Straße, das war gegen 14.30, also es war auch wirklich,
- 25:30der Weihnachtsmarkt, der da noch lief in der Nähe, war nur ein paar hundert
- 25:33Meter im Prinzip entfernt.
- 25:35Genau, und da ist ein Auto neben einem anderen gehalten, neben einem Taxi und
- 25:38zwei Leute wohl ausgestiegen und mindestens einer hat geschossen auf den Beifahrer in diesem Taxi.
- 25:46Und da begann jetzt der Prozess gegen die beiden.
- 25:51Was ja bedeutet, dass die beiden zumindest schon mal auch gefasst wurden.
- 25:54Genau, also drei Leute sitzen da jetzt auf der Anklagebank.
- 25:58Zwei sollen dabei gewesen sein, der andere soll quasi das Auto zur Verfügung gestellt haben.
- 26:03Die sind angeklagt wegen versuchten Mord, wegen Beihilfe zu versuchten Mord
- 26:08und in einem Fall auch wegen, da heißt es die tatsächliche Gewalt über Kriegswaffen.
- 26:15Das heißt, die haben bei einem eine AK-47 zu Hause gefunden. Okay.
- 26:19Genau. Und spannend war das dann vor allem, wenn man sich erst mal fragt,
- 26:22was ist da los? Also, dass irgendwie ein bisschen organisierte Kriminalität
- 26:25irgendwie Thema sein könnte. Da hat man sich so ein bisschen gedacht,
- 26:27weil wer schießt sonst mitten auf der Straße auf irgendwen?
- 26:30Und das Opfer in dem Fall ist ein 40-jähriger Mann.
- 26:35Dessen Familie tatsächlich halbwegs.
- 26:40Bekannt ist für Drogenhandel. Und zwar in einem großen Stil.
- 26:45Sein Onkel soll in den 90ern um die 90 Prozent der Heroin-Einfuhren,
- 26:51die das Vereinigte Königreich in England verursacht, im Griff gehabt haben.
- 26:57Und auch der Vater von dem Eintracht soll da eine recht große Nummer sein.
- 27:01Also der Onkel wurde mal als Pablo Escobar Europas bezeichnet.
- 27:04Also wir reden von Top-Tier-Handel. Ja, das ist schon ein sehr großer Vergleich.
- 27:09Genau, da sollen auch wohl Milliarden mit verdient worden sein. Also genau.
- 27:13Aber wenn du jetzt sagst, in den 90ern, wie reacht das denn heute aus dann?
- 27:18Der Onkel sitzt seit über 20 Jahren, glaube ich, im Gefängnis in den Niederlanden schon.
- 27:23Und der Vater soll bis heute da aktiv sein. Und genau, es gibt aber ganz viele,
- 27:27gerade aus den 2000ern, gab es in England eben sehr viele Fälle,
- 27:31wo die involviert waren. Deshalb
- 27:32gibt es auch recht viel Berichterstattung aus englischen Medien zu.
- 27:36Genau, und das machte dann so, das macht, wir haben im Abend,
- 27:39glaube ich, noch herausgefunden, um wen es da so ungefähr geht.
- 27:42Und haben dann gedacht, gut, dann geht es da um irgendeinen Konflikt, was weiß ich was.
- 27:47Ja, also offenbar irgendwas, was lange reicht, weil wie gesagt,
- 27:51wenn da die Hochzeit so ein bisschen vor 20 Jahren war. Ich weiß gar nicht,
- 27:54ob die immer noch ist, aber das ist, ja genau, aus der Zeit weiß man relativ viel. Ja, verstehe.
- 28:00Genau, das war dann recht spannend, als man das dann im Amt herausfand und wir
- 28:05dann ein bisschen uns umgehört haben und umgeschaut haben.
- 28:08Und ja, die Frage war dann, warum? Die kann ich jetzt noch nicht beantworten,
- 28:12aber die könnte eventuell dieser Prozess beantworten. Die Staatsanwaltschaft
- 28:15geht von einer anderen Gruppe organisierter Kriminalität aus,
- 28:18die da möglicherweise hinterstecken könnte.
- 28:21Direkt am Abend nach der Tat noch gab es einen Beitrag über Ex in ehemals Twitter,
- 28:26von einem Mann, also von einem Account zumindest, der hieß wie der Onkel von dem Angeschlossenen.
- 28:34Und darin wurde sehr deutlich gedroht, ging in die Richtung,
- 28:39ich werde diese Hunde finden und eure Familien auslöschen.
- 28:43Diese Drohung wird wohl sehr ernst genommen von den Behörden.
- 28:48Das sah man unter anderem am Montag an den Sicherheitsvorkehrungen bei diesem
- 28:51Prozess. Das beschreibst du als Einstieg in diesen Artikel, den du dazu geschrieben
- 28:55hast, den man auch nicht mehr online lesen kann. Weil das sehr außergewöhnlich war.
- 28:58Also dieser Prozess wird nicht am Landgericht geführt, obwohl er von einer Strafkammer
- 29:03des Landgerichts geführt wird, sondern im Prozessgebäude des Oberlandesgerichts.
- 29:07Das ist nämlich ein Hochsicherheitstrakt.
- 29:10Das ist schon Hamm.
- 29:13Aber hier an der Völklinger Straße ungefähr bei Deitas, da steht dieses Gebäude.
- 29:17Das sieht schon von außen aus wie ein Gefängnis. mit hohen Zollen drumherum,
- 29:19Stacheldraht und so weiter.
- 29:21Ja, kennt man, wenn man so auf die Südbrücke fährt und da so dahin, ja.
- 29:24Und da sind, finden eigentlich so Staatsschutzverfahren statt,
- 29:27Terrorprozesse zum Beispiel, der islamistische Attentäter von Soli zum Beispiel,
- 29:32der wurde da verurteilt.
- 29:33Das wurde dann eben ein bisschen höher, wenn Terrorgruppen irgendwie im Spiel
- 29:37sind, sind die Sicherheitsvorkehrungen immer höher. Da war ich auch schon mal
- 29:39bei ein, zwei Prozessen.
- 29:41Was ich allerdings da noch nicht erlebt hatte, war, dass direkt vor dem Eingang
- 29:44für Presse, aber auch für Zuschauer, sechs vermummte Polizisten mit Maschinengewehren
- 29:47in den Handen standen. und auch auf dem Gelände mindestens die Doppel der Anzahl
- 29:51noch so unterwegs war. Es war deutlich merklich, dass da...
- 29:56Sehr viel mehr Polizeipräsenz ist auch in dem Gebäude selber,
- 29:58standen an jeder Ecke noch zwei, drei Polizisten. Und das ist ungewöhnlich.
- 30:04Die scheinen das offensichtlich ernst zu nehmen und auch die drei Angeklagten,
- 30:09die in der Justizverzugsanstalt in der U-Haft sitzen, die sind zumindest teilweise
- 30:14auch mehr oder weniger isoliert in ihrer Haft zu ihrer eigenen Sicherheit.
- 30:19Bei einem ist es wohl so, so schildert dass zumindest der Rechtsanwalt von ihm,
- 30:22dass der 23 Stunden in der Zelle ist und eine Stunde Ausgang hat,
- 30:27wenn die anderen in ihren Zellen sind, damit nicht eventuell jemand im Gefängnis,
- 30:31so nehme ich es an, beauftragt wird den umzubringen.
- 30:34Ja, verstehe und die sind dann auch in drei verschiedenen JVA's?
- 30:37Ja, die sind mit Sicherheit ja, ich weiß jetzt gerade ehrlich gesagt nicht ganz
- 30:41genau mit Sicherheit. Ja, okay, verstehe Genau, und ja, das ist so das Setting
- 30:46Ja, also das heißt, da kommst du schon mal rein.
- 30:48Genau, da kommst du rein und dann weißt du schon ein bisschen,
- 30:52in welche Richtung die Stimmung geht. Da war schon echt ordentlich was los.
- 30:57Sind da dann auch viele Privatleute bei so einem Prozess? Also ist das was,
- 31:00was auch interessiert oder ist es hauptsächlich Presse?
- 31:02Weil man darf doch bei Prozessen dabei sein, oder? Man darf dabei sein,
- 31:05man darf es jetzt angucken. Ich glaube, das weiß kaum jemand und man muss ja
- 31:09auch erstmal über diese, also gut, jetzt haben wir darüber informiert,
- 31:11aber man muss natürlich erstmal das dann auch gelesen haben und wissen,
- 31:13wann so etwas stattfindet.
- 31:15Ich kann mir vorstellen, dass das einige Menschen so machen.
- 31:18Ja, aber ich sehe in Gerichtssaal immer ganz wenige.
- 31:21Ich sehe das immer ganz selten. Ich würde das einmal empfehlen,
- 31:24weil das wirklich einfach spannend
- 31:25ist, auch mal zu sehen, wie so eine Rechtsprechung funktionieren kann.
- 31:29Gut, und der Prozess ist natürlich wirklich außergewöhnlich.
- 31:31Insofern auch halbwegs spektakulär zu erwarten, was da jetzt noch passiert.
- 31:35Genau, und dann war man in diesem Gerichtssaal drin.
- 31:38Und da sitzen dann drei Angeklagte. Zwei sind so um die 40, ein bisschen jünger, Ende 30. Einer ist 22 und.
- 31:49Denen wird unterschiedliches im Prinzip vorgeworfen. Zwei der 22-Jährige und
- 31:52ein 39-Jähriger, die sollen aus dem Auto ausgestiegen sein auf der Kaiserstraße und geschossen haben.
- 31:59So der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Und der andere soll das Auto zur Verfügung gestellt haben.
- 32:04Aber nicht vor Ort gewesen sein. Also deshalb ist der wegen Beihilfe zum versuchten
- 32:09Mord angeklagt und nicht wegen versuchten Mord. Ich verstehe.
- 32:12Und das ist jetzt so erstmal die Ausgangssituation. Am Anfang geht das immer
- 32:17los. Es fängt dann mit der Verlesung der Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft.
- 32:20Ja, der das Opfer sozusagen hat ja überlebt. Also da gab es keine Todesopfer.
- 32:26Also das frage ich nur, ob ich das richtig erinnere. Genau, das ist ein versuchter Mord.
- 32:30Es wurden wohl zehn Schüsse abgegeben, sieben haben ihn nur getroffen.
- 32:34Der wurde dann aber durch eine Notoperation noch gerettet. Ja.
- 32:40Auch hier in Düsseldorf dann? Also ist das dann tatsächlich,
- 32:42dass man, die OP wird in Düsseldorf gewesen sein.
- 32:46Ich weiß aber nicht, also wir wissen nicht, in welcher Klinik.
- 32:49Genau, weil es gibt ja in Reichweite da. Also das frage ich mich,
- 32:52wie dann so einfach das Prozedere ist, jetzt mal abseits von der Tat und von
- 32:55diesem Prozess. Der wird in die Nächste gelegene gebracht worden sein,
- 32:58wo das schnell behandelt werden kann. Also das, genau.
- 33:01Das Ganze fand, vielleicht noch wichtig zu erzählen, das fand deshalb in Düsseldorf statt.
- 33:06Es geht eigentlich da um eine kurdisch-niederländische Familie,
- 33:10weil der Geschädigte, also der Mann, der angeschossen wurde,
- 33:14der war auf einer Kundgebung von einem niederländischen Konsulat,
- 33:18wo für die Freilassung seines Onkels protestiert wurde.
- 33:21Und das wurde dann aus der Anklageverlesung der Staatsanwaltschaft deutlich, der hat die anderen,
- 33:27die dann auf ihn geschossen haben, die haben wohl über die sozialen Medien,
- 33:31so hieß es da zumindest, herausgefunden, dass er dann wohl da sein könnte bei
- 33:37dieser Kundgebung und sind deshalb da hingekommen.
- 33:40Also kein Zufall, dass es auf der Kaiserstraße passiert ist.
- 33:42Die kamen selbst nicht aus Tüsseldorf, zwei kamen aus Hameln in Niedersachsen.
- 33:47Und einer wurde in Gelsenkirchen in einer Wohnung festgenommen.
- 33:49Der wird allerdings auf dem man kriegt immer so eine Art Prozessbogen,
- 33:53wo die Anklage draufsteht und so, der wird allerdings geführt als ohne Wohnsitz.
- 33:58Aber in Gelsenkirchen wurde er festgenommen, wo das ist ja 22-Jährige,
- 34:01da haben sie auch eine AK-47 gefunden.
- 34:03Okay, verstehe ich. Und jetzt weiß man eben nicht genau, woher die kommen,
- 34:07Oder, also das ist alles noch ein bisschen unklar, da wird die Staatsanwaltschaft
- 34:10noch ein bisschen mehr wissen. Wie gesagt, die vermuten, dass das von so einer
- 34:13anderen Gang quasi ausgeht.
- 34:17Es gibt auch einen Bericht im englischen Mirror, das ist so eine Boulevardzeitung,
- 34:20da spekulieren die, dass es was mit dem Tod eines anderen Drogenbosses zu tun
- 34:25haben könnte und eine Racheaktion gewesen sein könnte.
- 34:28Also das weiß ich aber nicht, das habe ich jetzt nur in Mirror gelesen.
- 34:30Und das wird aber jetzt alles in diesem Prozess dann auch eruiert werden?
- 34:33Ich nehme es an. Also die werden die Hintergründe schon ein bisschen aufdecken, denke ich.
- 34:38Zum Auftakt jetzt erstmal, die haben sich jetzt noch nicht viel eingelassen,
- 34:42die Angeklagten, aber der eine hat gesagt, er ist nicht der,
- 34:46der auf so einem Bild zu sehen ist, die haben die nämlich durch so ein Blitzerbild
- 34:49im Prinzip, weil die gewitzt wurden, ausfindig gemacht.
- 34:54Oder nicht nur dadurch, wahrscheinlich auch mit Handydaten und so,
- 34:55aber das war, so ein Blitzerfoto gibt es, das wurde auch gezeigt und der eine
- 34:59sagt, er ist der… Weiß mal, welcher Blitzer das ist, gibt der so… Ja, im Kühlbogentunnel.
- 35:04Kennst du auch. Kenn ich auch. Ja, also….
- 35:08Und ja, der sagt, er ist nicht der Mann auf dem Foto. Verstehe.
- 35:13Und kennt damit nichts zu tun und wüsste das irgendwie auch alles nicht, was das soll.
- 35:17Das ist einer von denen, der aus Hameln kommt. Jetzt kommt der,
- 35:19der sein Auto zur Verfügung gestellt hat, auch aus Hameln.
- 35:23Die beiden kennen sich auch wohl. Lockerer, aber die kennen sich wohl.
- 35:27Das wurde jetzt im Prozess schon mal gesagt.
- 35:30Genau, der Mann, der das Auto zur Verfügung gestellt haben soll,
- 35:32der äußert sich bisher nicht.
- 35:34Und der 22-Jährige, der einer der Schützen sein soll, der sagt,
- 35:40der war dabei, den sieht man auch sehr deutlich auf dem Blitzerfoto,
- 35:43aber er hätte nicht geschossen.
- 35:46Jetzt ist es so, dass ja noch einer wird noch gesucht. Da fahndet auch die Polizei
- 35:51und Staatsanwaltschaft seit Montag auch, also zu Prozessbeginn.
- 35:55Im Prinzip haben die pünktlich noch eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet.
- 35:58Die suchen den mit Foto und vor allem Namen und allem.
- 36:01Und das ist der Fahrer von dem Auto. Jetzt liegt nahe, dass die Verteidiger,
- 36:07gucken wollen, dass der der Schütze war.
- 36:11Verstehe. Dass die beweisen wollen, dass der der Schütze war und nicht der Angeklagte.
- 36:15Weil er flüchtig ist und es deswegen...
- 36:17Er ist flüchtig, er ist bisher halt nicht gefasst, man weiß nicht, was mit dem ist.
- 36:21Ich weiß nicht, ich wage zu behaupten, dass es für seine Gesundheit zuträglich
- 36:26sein könnte, im Gefängnis zu sitzen, aber...
- 36:30Genau, der ist noch auf der Flucht. Bisher sagen alle, die dabei waren,
- 36:34die einfach auf der Anklagebank sitzen, sagen im Prinzip, ich war gar nicht
- 36:38dabei, ich habe damit überhaupt nichts zu tun, ich kenne die auch alle nicht.
- 36:40Der andere sagt nichts und der Dritte sagt, ich war da, aber ich habe nicht geschossen.
- 36:45Was man da jetzt so ein bisschen raushören konnte, ist, dass der 22-Jähriger,
- 36:49der sagt, der hat nicht geschossen, dass der wohl es darauf anlegt,
- 36:53in ein Zeugenschutzprogramm zu kommen.
- 36:57Das wurde jetzt nicht im Detail weiter ausgeführt, aber es konnte so ein bisschen
- 37:01erahnen, dass die Staatsanwaltschaft jetzt vielleicht sogar angeboten hat oder
- 37:04es zumindest da Gespräche darüber gab, ob das möglich ist.
- 37:08Genau und dann das würde sicherlich zusammenhängen mit einer ausführlichen Aussage
- 37:13darüber, was dahinter steht.
- 37:14Gibt es auch ZeugInnen drumherum eigentlich, also da war ja,
- 37:17wie gesagt also ne, jetzt da war ja, ist ja Betrieb auf dieser Straße und das
- 37:22haben ja Leute auch mit, also da ist eine Bahnhaltestelle, da ist irgendwie,
- 37:24ne, der Hofgarten und was weiß ich, also es gibt Zeugen,
- 37:30die auch aussagen werden, das ist ich weiß nicht, wie genau die dann aussagen,
- 37:34ob das aufgezeichnet wird oder so, auch aus Sicherheitsgründen.
- 37:36Ja, das stelle ich mir nämlich vor. Weiß ich ehrlich gesagt nicht.
- 37:39Ich bin gespannt, wie es die nächsten Tage weitergeht.
- 37:41Aber die gibt es wohl die, die eben da das gesehen haben. Und die haben wohl
- 37:45ausgesagt, das konnte man bisher so mitbekommen, die haben wohl ausgesagt,
- 37:49dass es zwei Schützen gab auf jeden Fall.
- 37:53Wie gesagt, das wird sich jetzt im Verlauf der Verhandlungen irgendwie zeigen.
- 37:58Ich weiß, dass auch noch eine Gutachterin oder ein Gutachter vom Landeskriminalamt
- 38:02geladen ist, was so ein bisschen darauf schließen lassen könnte,
- 38:06dass die Person ein bisschen auch wirklich erklärt, in was für einem Milieu
- 38:10das eventuell stattgefunden hat.
- 38:13Aber im Detail weiß ich jetzt auch noch nicht, was da jetzt weiterkommt.
- 38:16Also es sind noch Einlassungen auch zur Sache angekündigt von den Angeklagten,
- 38:20wenigstens auch zu Personen. Die können immer beides machen.
- 38:22Die können sich zu Personen erstmal zum Lebensweg und so äußern und auch zur
- 38:26angeklagten Tat selber. Das kann man aber trennen von der Hand.
- 38:32Wenn jetzt dieses Hochsicherheitsgefängnis, also wie gesagt,
- 38:34du beschreibst sehr eindrücklich, wie du da reingehst.
- 38:37Ist das dann im Gerichtssaal auch noch zu spüren oder ist es da dann quasi…,
- 38:41Im Gerichtsrat ist es ein bisschen wie immer. Es sind immer Justizbeamte dabei.
- 38:48Das ist aber üblich. Jetzt saßen im Zuschauerraum auch zwei oder drei Polizisten.
- 38:52Da sah man es jetzt nicht mehr so unbedingt. Also der Medienanrag war ein bisschen
- 38:56größer als sonst. Das hat man natürlich gemerkt.
- 38:58Aber sicherheitstechnisch ist da eigentlich alles geklärt. Man geht ja auch
- 39:01durch so eine Schleuse wie am Flughafen, wird gescannt und so.
- 39:03Und auch als Pressevertreter, selbst wenn man angemeldet ist,
- 39:06muss man seinen Presseausweis und seinen normalen Personalausweis irgendwie
- 39:10noch zeigen. Und der wird auch kopiert und sowas. Also das ist schon,
- 39:15das ist allerdings üblich. Also das ist da üblich.
- 39:18Jetzt mal auf eine andere Ebene. Also das kannst du beantworten,
- 39:21wenn du möchtest oder auch nicht. Aber ist das, du bist ja in deiner Rolle als Journalist da.
- 39:25Aber wenn dann so das ganze drumherum ist und so, also verändert das auch ein
- 39:29bisschen das Gefühl zu anderen Prozessen, wo vielleicht eh andere Sachen verhandelt
- 39:34werden, aber auch wo die, also.
- 39:36Ich finde das, also mich hatten diese vermutten Polizisten mit Maschinengewehren
- 39:41ein bisschen überrascht, muss ich sagen.
- 39:43Aber das ändert jetzt nichts daran groß, wie ich das wahrnehme.
- 39:46Also das ist gerade auch, weil es im Prozess ist, dasselbe. Ich sitze da mit
- 39:50meinem Blog, schreibe wie immer viel zu viel mit und versuche das,
- 39:54die juristischen Feinheiten nachzuvollziehen.
- 39:59Ja, jetzt genau, hat es jetzt gerade begonnen, ist das, wenn das mit so hohem
- 40:05Sicherheitsaufwand ist und so, also so Prozesse können sich ja auch mal ziehen.
- 40:09Ist da eher die Ansage, dass das jetzt relativ kompakt verhandelt wird,
- 40:13einfach auch, weil es, da werden ja Leute abgestellt, mehr als vielleicht bei anderen Prozessen.
- 40:17Also es wird schon ausführlich verhandelt, da werden, ich glaube 19 Prozestage
- 40:21sind bisher insgesamt bis Ende Dezember.
- 40:24Bis Ende Dezember. Das ist ja dann schon recht nah dran.
- 40:27Ach ja. Oder? Ja, das ist schon eine Weile. Ja, zieht sich ein bisschen?
- 40:30Also es sind ja ein paar Monate, drei Monate sind schon.
- 40:32Stimmt, das ist ja erst September, Oktober, nur war eher gut.
- 40:34Drei Monate sind schon eine Weile. Ja, hätte ja auch sein, dass du sagst,
- 40:37ja, die machen das jetzt quasi am Stück sozusagen. Es sind sogar fast vier Monate.
- 40:41Also es ist wirklich erst Ende. Ja gut, okay, ich nehme zurück,
- 40:43was ich gerade gesagt habe.
- 40:44Also nicht. Also beantwortet das mal. Ich würde sagen, es ist schon viel.
- 40:49Es gibt immer mal Prozesse, die auch ein bisschen länger dauern.
- 40:51Aber das ist gerade bei so,
- 40:53also jetzt war das an örtlich an der Stelle, auch vorhanden wird so Terrorprozesse,
- 40:56die dauern auch häufig auch so lange, weil das ja wirklich auch häufig im Ausland
- 41:00und so und das ist immer ein bisschen aufwendiger, das dauert dann einfach ein
- 41:03bisschen länger und jetzt in dem Fall ist es wahrscheinlich,
- 41:05ich schätze, dass es einfach viel um den Hintergrund gehen wird und,
- 41:09Ja, man muss das den Leuten natürlich auch alles wie bei jedem Prozess ordentlich nachweisen.
- 41:14Das dauert dann ein bisschen. Ja, also das heißt, jetzt war der Auftakt,
- 41:18wann ist der nächste Termin? Also ist das dann jetzt relativ nah dran?
- 41:21Nächstes Montag, genau. Der eigentlich war jetzt am Mittwoch,
- 41:23aber der wurde abgesagt.
- 41:25Was auch passiert. Aus keinem speziellen Grund. Das ist jetzt keine Neuigkeit.
- 41:32Am Montag geht es weiter. Montag, 14. September. Und dann sind nächste Woche,
- 41:35ich glaube insgesamt drei Sitzungstage.
- 41:39Genau, was genau da kommt. Also ich meine, dass eine Rechtsmedizinerin aussagen
- 41:43soll zu den Verletzungen von dem Opfer und dann könnte es sein,
- 41:47dass die ersten Zeugen kommen, aber das Programm kenne ich jetzt noch nicht. Ich verstehe.
- 41:51Sobald du es kennst, wirst du es hier natürlich verlautbaren.
- 41:54Ich werde es auf jeden Fall aufschreiben.
- 41:56Genau, aufschreiben und uns hier davon berichten. Also das heißt.
- 42:01Du hast es gerade schon so gesagt, es ist vielleicht einer der spektakulärsten
- 42:06Prozesse in diesem Jahr.
- 42:08Es ist sicherlich einer der Außergewöhnlichsten. Einfach wegen der Sicherheitsvorkehrung
- 42:12und auch wegen der ganzen Was dahinter stecken könnte.
- 42:16Das ist schon ungewöhnlich. Ich kenne das.
- 42:19Jetzt bin ich nicht hauptamtlich hier quasi der Gerichtsreporter. Das macht der Malen.
- 42:24Aber das ist glaube ich insgesamt schon ziemlich ungewöhnlich.
- 42:29Und was ich jetzt gerade nochmal gedacht habe, auch weil ja,
- 42:31wenn ich das jetzt nochmal richtig rekapituliere, Düsseldorf sozusagen sagen,
- 42:36ja eher zufällig der Austragungsort ist, ne, dieser, dieser Situation,
- 42:39also wäre diese Kundgebung jetzt zum Beispiel woanders gewesen?
- 42:43Kann sein, wenn die das dann auch herausgefunden hätten, also das klang jetzt
- 42:45so ein bisschen heraus aus der Anklageschrift, dass die halt.
- 42:48Der Aufenthaltsort von dem Geschädigten schwer herauszufinden,
- 42:51war auch für die Beschuldigten, also für die Angeklagten und dass die jetzt
- 42:54darüber aufmerksam geworden sind, dass der da sein könnte und ja,
- 43:01kann sein, ob das jetzt woanders gewesen wäre.
- 43:04Ja, das finde ich auch, weil wir haben ja schon mal über diesen Fall gesprochen,
- 43:07wie gesagt und genau, es wird ja hier verhandelt, weil es hier passiert ist, richtig? Ja, genau.
- 43:15Ja, genau. Also das wird jetzt hier deshalb verhandelt. Ja, das ist ja wirklich
- 43:21ein sehr spektakulärer Fall und Prozess, aber ist ja, wenn diese Kundgebung
- 43:25jetzt in Dortmund gewesen wäre, wäre es vielleicht da passiert.
- 43:29Also man weiß jetzt nicht, also ich glaube, ob es direkt einen inhaltlichen
- 43:33Bezug zu Düsseldorf quasi gibt. Also dass die jetzt um die Feuerschaft in Düsseldorf
- 43:39streiten, das glaube ich ist es nicht.
- 43:42Also der Geschädigte war auch mit dem Taxi auf dem Weg zum Hauptbahnhof wohl,
- 43:45was er da aufschließend ist, dass er weg wollte.
- 43:48Oder vielleicht auch nach Benrath oder so. Aber ob es jetzt da,
- 43:55also direkt um Düsseldorf als Ort geht, glaube ich nicht. Ja.
- 43:59Und doch wohnst du jetzt diesem Prozess bei. Ja. Genau, ich bin sehr gespannt,
- 44:05was du weiter berichtest.
- 44:07Und das mit den ganzen, mit dieser sehr hohen Präsenz der Polizei und so,
- 44:11das wird jetzt durchgezogen. Ich nehme es an, ich würde jetzt keinen Grund einfallen,
- 44:15warum nicht. Ich schätze, dass sie das weiter so machen.
- 44:19Dann, ja, let me know, wenn es weiter geht und dann werden wir uns hier wieder
- 44:24zusammensetzen und darüber sprechen. Wir werden sicher auch zwischendurch nochmal
- 44:27über andere Themen sprechen. Ganz bestimmt.
- 44:28Ich danke dir sehr und bis zum nächsten Mal. Bis bald. Tschüss.
- 44:36Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung.
- 44:50Seit dem vergangenen Wochenende herrscht im Hühnerstall einer alteingesessenen
- 44:54und beliebten Kneipe in der Altstadt wieder Betrieb.
- 44:57Knapp einen Monat, nachdem die vorherige Pächterin ihren Rückzug nach 22 Jahren
- 45:01verkündet und mit einer letzten Party Abschied gefeiert hat.
- 45:04Der neue Wirt ist ein junger Düsseldorfer, der um das Erbe weiß,
- 45:07dass er antritt und nun weiterführen möchte, was seine Vorgängerin aufgebaut hat.
- 45:12Maximilian Novroth hat ihm einen Besuch abgestattet und mit ihm über seine Pläne
- 45:16gesprochen. Lieber Max. Liebe Tasia.
- 45:18Wir sind ja hier FreundInnen von Stringenz und Konsequenz.
- 45:24Deswegen werden wir unseren eigenen Versprechungen von letzter Woche gerecht.
- 45:28Wir erfüllen, was wir gesagt haben.
- 45:30Und du erzählst die neuesten News aus der Altstadt. Letzte Woche haben wir darüber
- 45:34gesprochen, dass die Bolka-Straße von der längsten Theke zur größten Fritteuse der Stadt der Welt wird.
- 45:40Arg verkürzt, aber im Kern absolut richtig.
- 45:44Heute geht es um ein Thema, was bestimmt die ein oder anderen DüsseldorferInnen,
- 45:49AltstadtgängerInnen fast genauso beschäftigt wie die Veränderung auf der Bolkerstraße.
- 45:54Und zwar die Veränderung in einer ganz bestimmten Kneipe. Darüber haben wir
- 45:58auch schon gesprochen Ende Juli, beziehungsweise genau im Sommer.
- 46:02Da ging eine Ära zu Ende auf der Mertensgasse.
- 46:07Auf der Mertensgasse ist der Hühnerstall, eine Kneipe, die vor weit über 20
- 46:11Jahren aufgemacht hat und die Ära ging zu Ende für Petra, genannt P.
- 46:15Melzer, die dort eben jahrzehntelang das Gesicht war und wegen der auch die
- 46:21meisten Leute dann in diesen Laden regelmäßig gegangen sind.
- 46:23Also das hat man auch im Nachgang, finde ich, immer, also ich habe ja auch dann
- 46:25privat mich so ein bisschen unterhalten und die war wirklich,
- 46:28also der Hühnerstall ist das eine, P.
- 46:30Ist das andere. Und man muss ja nur als Beispiel nennen, sie war auf der Hochzeit
- 46:34eines Gastes eingeladen.
- 46:35Also das war so die Beziehungsebene zwischen ihr und den Gästen.
- 46:39Sie hat sich auch sehr emotional verabschiedet. Ende August war die letzte Feier,
- 46:43wunderbare Jahre, ausgelassene Feiern, unvergessliche Erinnerungen.
- 46:46Also das waren so ihre Abschiedsworte.
- 46:49Und die Vermieterin, ihren Namen können wir nennen, weil mit der hatte ich auch
- 46:53schon mal mit Herrn Pürzke zu tun, das ist Anne Ilge Gerresheim,
- 46:57auch ein Altstadt-Urgestein, hat gesagt,
- 46:59ich will hier einen Generationswechsel machen und sie hatte mir schon zur Schließung
- 47:02gesagt, Herr Norford, das geht da weiter,
- 47:04keine Sorge und dann kam ich aus dem Urlaub zurück im August und hatte plötzlich
- 47:07eine Nummer in meinem Handy von ihr bekommen.
- 47:10Mit einem Mann, der nicht mal halb so alt ist wie Petra Melzer,
- 47:14also wirklich ein Generationswechsel.
- 47:16Und tatsächlich auch nur ein bisschen älter als ihre Schaffensperiode oder ihre
- 47:20Tätigkeit da im Hühnerstall, ne?
- 47:22Genau, und das ist Florian Helfer, ein 29-jähriger Düsseldorfer,
- 47:26der in Hamburg sein Gastrohandwerk gelernt hat und jetzt eben seit dem ersten
- 47:31Septemberwochenende den Hühnerstall führt.
- 47:34Und wie schon gesagt, also er ist recht jung.
- 47:38Jünger als wir schon mal. Junger als wir schon mal. Ein junger Mann.
- 47:41Aber ja, ich finde eigentlich diese beiden Zahlen, also 22 Jahre hat Petra da
- 47:45irgendwie geschaltet und gewaltet und beeinflusst und geformt.
- 47:49Und nur sieben Jahre später ist er auf die Welt gekommen und übernimmt das jetzt.
- 47:55Nee, sieben Jahre davor, so rum.
- 47:57Hier, du weißt, magst zahlen und ich und rechnen, aber ihr wisst alle, was ich meine.
- 48:00Genau, also er war sieben, als Petra das Regiment im Hühnerstall übernommen hat quasi.
- 48:04Und jetzt dann zu sagen, und ich höre da raus, wenn er auch in Hamburg war,
- 48:07war er ja wahrscheinlich eine Weile auch weg.
- 48:10Irgendwie, ja, was hat ihn bewogen? Du hast ja mit ihm gesprochen,
- 48:14das zu übernehmen. Was hat er vor?
- 48:16Wie ist die Stimmung der Stammenbelegschaft?
- 48:19Wie hatte er vorher schon dazu? Vielleicht können wir erstmal Leute abholen,
- 48:22die sich manchmal Sorgen machen, wenn eine Kneipe sich verändert,
- 48:26wenn die Wirtin rausgeht und ein Neuer kommt.
- 48:29Was wird dann daraus? In der Altstadt gab es ja auch manchmal Veränderungen,
- 48:33die dann eher Richtung Kommerzialisierung gingen.
- 48:36Das ist da alles nicht geplant. Also ich wurde insofern positiv überrascht,
- 48:39als dass ich dann ihn getraf vergangene Woche und im Hühnerstall sah,
- 48:43es sieht ja eigentlich aus wie immer, nur dass die Schnapskarte verblichen war.
- 48:47Das heißt, diese alten Schnäpse, die Petra Melzer auch teilweise selber gemacht
- 48:50hat, Dr. Huhn oder Hühnerorgasmus, die wird es da nicht mehr geben, ja.
- 48:54Aber weiterhin zum Beispiel Samyaki, Eierlikör, Tequila und Co.
- 48:57Und vor allem die Einrichtung ist exakt die gleiche. Sogar das riesige Fortunaloge,
- 49:02was ich als Fan natürlich auch liebe in der Ecke und das Stadtwappen vom Düsseldorf,
- 49:06die sind noch da geblieben.
- 49:07Das Möblia ist das gleiche, es roch sogar wie früher. Also man hat ein neues
- 49:13Gesicht, ja, aber keine andere Stimmung und das ist ihm auch wichtig.
- 49:16Also er sagte halt, er will weiterführen, was über Jahrzehnte hier aufgebaut wurde.
- 49:20Also geht da mit einer Mischung aus Demut und Respekt vor dem Vergangenen,
- 49:24aber eben auch frischen Wind und Energie für die Zukunft dran.
- 49:26Was ja auch nicht unwichtig ist. Also ich kann auch mir schon,
- 49:28ich kann verstehen, dass man irgendwie, wenn man einen Ort sehr,
- 49:31ja, sehr schätzt oder auch viel Zeit verbracht hat und Erfahrungen und so dieses
- 49:34Ganze. Also wenn wir jetzt mal so ein bisschen das überzeichnen,
- 49:37dieses Stamm-Ding und ich verbinde damit irgendwas.
- 49:40Ich finde, trotzdem muss man auch die Chance geben, wenn sich was verändert.
- 49:45Also ich finde, man kann immer erstmal schlucken vielleicht,
- 49:47dann das kurz verdauen, aber dann ist auch gut. Also ich glaube,
- 49:51damit fährt man am besten, weil sonst macht man es ja allen mies so.
- 49:54Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich mag diese Generationswechsel in der Altstadt.
- 49:57Also wir haben ja mehrere Geschichten in der jüngsten Vergangenheit gehabt.
- 50:00Man muss nur gegenüber gucken.
- 50:01M. Pötzke, die von uns beiden sehr geliebte Jazzbar, hat auch eine neue Betreiberin
- 50:06bekommen seit Herbst 2025, Stanislava Baljueva.
- 50:09Und ich finde, sie tut dem Laden sehr gut, bringt da im positiven Sinne sehr
- 50:13frischen Wind rein, mehr Musikrichtungen, Engagement an der Bar und so weiter.
- 50:18Dann das gleiche im Prinzip an der Kneipe, nochmal vielleicht eine Ebene höher,
- 50:21weil die beiden Jungs von Althusbräu aus Gerrisham den Laden sogar noch renoviert
- 50:26haben mit der Hilfe von Vermieter Valid El Shake und der läuft wie Bolle,
- 50:29also da siehst du plötzlich Hipster, die wahrscheinlich früher...
- 50:32Gar nicht so da waren, vielleicht sagen die alteingesessene Mensch ist jetzt
- 50:34nicht mehr so gemütig wie früher, aber der Laden hat sich im besten Sinne renoviert.
- 50:39Ja, und so ist ja dann auch erhalten, also das ist ja auch eigentlich eine Win-Win-Situation
- 50:43auch für die Leute, die sonst ganz drauf verzichten müssen
- 50:46und ich glaube auch, da kommen wir dann jetzt auch gleich wahrscheinlich drauf,
- 50:49aber es hat natürlich auch was mit Fingerspitzengefühl zu tun und mit allem,
- 50:52wie du auch sagst, Respekt oder Demut ist jetzt ein sehr großes Wort
- 50:56vor diesem Ort oder vor den Leuten und ich finde, wenn das spürbar wird,
- 50:59dann ist der erste Schritt schon mal getan, dass es eigentlich gut werden kann.
- 51:03Genau, und das habe ich bei ihm auch gespürt, genauso wie beim nur um den,
- 51:07um das Quartett rund zu machen am Kreuzherreneck gibt es ja auch einen neuen Seitseitimmer.
- 51:11Also das sind die Läden, die weiter laufen, die Generationen der Altstadt kennen,
- 51:14wie auch den Hühnerstall und,
- 51:16Florian Helfer, vielleicht erzählen wir ein bisschen was über ihn persönlich,
- 51:19ist in Odenbach groß geworden, dann aber, das sagte ich gerade,
- 51:22in Corona nach Hamburg gegangen und hat da wirklich an der Reeperbahn auf dem Kiez angeheuert,
- 51:27und sich vom Barmann an der großen Freiheit, weißt du das schon mal,
- 51:30das ist so eine Party-Seitenstraße, gibt es auch einen sehr coolen Laden,
- 51:33Große Freiheit 36, wo ich vor 20 Jahren mal auf dem Denne-Man-Konzert war,
- 51:37aber ich kann mich immer noch daran erinnern.
- 51:39Da hat er dann angefangen als Barmann, eigentlich erst neben dem Studium,
- 51:42aber dann wurde es zu einem Vollzeitjob für zwei Clubs.
- 51:45Und diesen Spirit vom Kiez und Nachtleben, Geselligkeit, aber auch Party und
- 51:50immer süffig, ein bisschen saufi-saufi dabei, den will er auch in den Hühnerstall bringen.
- 51:56Und das siehst du dann auch auf der Getränkekarte. Also es wird halt weiterhin
- 51:59Bier geben von der bisherigen Brauerei, das ist Radeberger, die haben dann Schlösser
- 52:04und Brinkhorstpilz und die Schnäpse hatte ich schon genannt,
- 52:08aber er will eben auch Longdrinks und.
- 52:11Wein neuerdings reinbringen und einen Schnaps, den kann ich noch nicht,
- 52:15den hat er wohl in Hamburg lieben gelernt, ein Franzbrötchen-Dikör.
- 52:18Also wenn der so schmeckt wie
- 52:19Franzbrötchen, glaube ich, würde ich jetzt nicht mehr als einen trinken.
- 52:22Aber ja, mit solchen Veränderungswünschen kommt er ran und hat damit auch die
- 52:27Vermieterin überzeugt. Ja, das muss man ja auch erstmal schaffen,
- 52:30weil deren Interesse ist natürlich, dass da keiner reingeht,
- 52:33der jetzt nach einem Jahr wieder verschwindet.
- 52:35Und sie ist auch ökonomisch natürlich interessiert, ihm eine Pacht anzubieten,
- 52:38dass er da über Jahre sich etablieren kann.
- 52:40Und genau das will er auch machen. Ja, jetzt ist natürlich, wenn er von der
- 52:43Reeperbahn beziehungsweise von
- 52:44der großen Freiheit kommt, die Mertensgasse wahrscheinlich eher harmlos.
- 52:48Also hat er da irgendwie die kleinere Freiheit. Also genau, das heißt,
- 52:52er ist auf jeden Fall erfahren und wird ja dann vielleicht auch den Sachen,
- 52:56die da jetzt kommen, gut gestanden entgegensetzen können. Das war ein sehr komischer Satz.
- 53:03Aber ich weiß genau, was du meinst, weil ich meine, er hat natürlich die Herausforderung,
- 53:07dass wenn die Stammgäste wiederkommen, sich erstmal vielleicht kritisch fragen,
- 53:10okay, ist das noch so cool wie früher und für die Neuen ist er der Neue,
- 53:14der muss es aber auch erstmal besetzen.
- 53:16Weil der Name bleibt ja gleich und das Mobiliar bleibt gleich,
- 53:19aber irgendwie ist es doch anders.
- 53:21Das ist nicht leicht, aber es ist gut angelaufen und er hat auch das Bekenntnis,
- 53:26da wirklich selber hinter der Theke zu stehen von abends bis nachts und zwar
- 53:30vier Tage die Woche und diese Arbeitszeiten kennt er auch schon von der Reeperbahn,
- 53:33also bringt irgendwie auch diese Authentizität mit.
- 53:35Und insofern, ja, gibt man ihm, finde ich, gerne diese Chance.
- 53:39Ich habe mit einem Stammgast gesprochen, das ist Christian Müller von den Rheinknie
- 53:43Rangers, einem Freizeitfußballverein aus Düsseldorf, die der P.
- 53:47Melzer und dem Hinterstall so eng verbunden waren, dass die auch so Wimpel in
- 53:50der Ecke hatten, die sind jetzt abgehängt.
- 53:52Die hatten einen eigenen Drink auf der Karte, den gibt es nicht mehr.
- 53:54Und er sagte, naja, wir warten jetzt erstmal, die Trauer ist irgendwie noch
- 53:57groß, aber irgendwann gehen wir wieder dahin.
- 53:59Insofern, auch diese Leute werden dem Laden weiterhin eine Chance geben.
- 54:02Ja, und ich meine, genau, es kann ja ein bisschen frischen Wind geben,
- 54:05vielleicht auch gerade, um nochmal an letzte Woche anzuschließen oder anzuknüpfen,
- 54:09wenn sich jetzt der Rest auch so ein bisschen,
- 54:11ganz neu orientiert oder dann doch sehr verändert.
- 54:16Jetzt frage ich mich natürlich auch, also du hast ja mit Florian gesprochen.
- 54:22Warum ist er wiedergekommen, warum der Hühnerstall, also wie gesagt,
- 54:25ich möchte jetzt nicht darauf rumreiten, dass der,
- 54:29ungefähr genauso alt ist wie da diese Schaffenszeit, das habe ich ja jetzt schon
- 54:31gesagt, aber genau, ist er auch ein Stammgast gewesen, war das jetzt einfach
- 54:35ein Zufall, dass er dachte, ach ich will wieder nach Düsseldorf zurück und jetzt ist das da
- 54:39frei, war das schon aus Odenbach heraus sein Traum, später mal in der Altstadt wirk zu sein.
- 54:44Also da gibt es ja die verschiedensten Varianten. Also letzteres glaube ich
- 54:47nicht, sondern die Gastro ist ihm dann eher so über Hamburg zugeflogen,
- 54:51aber dann ist es eben sein Job geworden und zurückgekommen ist er,
- 54:54weil er einfach wieder zurück an seinen Heimatort,
- 54:57kommen wollte, um Freundinnen oder alten Freunden und Familie näher zu sein.
- 55:00Das kenne ich auch von einigen Bekannten von mir, die es dann irgendwann wieder zurückzieht.
- 55:04Und dann hat er eben hier, wo er schon hier war, den Tipp bekommen,
- 55:07dass der Laden vakant wird und dann hat er die Vermieterin kennengelernt.
- 55:11Also es gab keine persönliche Übergabe zwischen der Vorgängerin und ihm,
- 55:16was ich interessant finde, weil das hätte man ja vielleicht erwarten können,
- 55:19weil der Laden war ja im Endeffekt nur einen Monat geschlossen,
- 55:21aber nein, das gab es nicht.
- 55:23Sie hat renoviert, den Schlüssel abgegeben und dann kam er ein,
- 55:26zwei Wochen später rein.
- 55:29Ja, und insofern reizt es ihn jetzt, seinen ersten eigenen Laden aufzumachen.
- 55:32So dieses Ding, wenn du halt in der Gastro Fuß fährst, dann den nächsten Schritt
- 55:36zu machen. Hat auch eine GmbH gegründet, also meins tatsächlich schon ernst.
- 55:39Und hat P sich schon angekündigt, mal zu kommen auf einen Franzbrötchen-Schnaps
- 55:44oder Lücke? Ich habe mit ihr telefoniert.
- 55:48Man hat schon gemerkt, dass sie den Laden vermisst. Also ich glaube, es ist wie wenn,
- 55:52stelle ich mir jetzt so vor, wie wenn eine Beziehung zu einer besonderen Person
- 55:55zu Ende geht und sie sagt, vor allem an den Wochenenden denkt sie oft in den
- 55:58Hühnerstall und es kribbelt irgendwie in ihr, aber sie ist auch schon 63 und
- 56:02hat ja selber entschieden, nicht mehr so lange weitermachen zu wollen.
- 56:05Für die, die nicht so im Thema sind. Also da steckt kein Drama dahinter,
- 56:09auch keine Insolvenz oder kein irgendwas, sondern einfach die Entscheidung einer
- 56:13Person, die lange, lange, lange Jahre im Nachtleben irgendwie sich bewegt hat
- 56:17oder in der Altstadt, einfach zu sagen, irgendwann ist er mal gut.
- 56:20Ja, genau. Also sie hätte, das muss man der Weithaber sagen,
- 56:23gerne ein, zwei Jährchen noch weiter gemacht, aber der Pachtvertrag lief aus
- 56:27und so hat es damit nicht gepasst, aber sie sagt,
- 56:31sie freut sich eben auch auf die freie Zeit, die Ruhe, fliegt jetzt erstmal
- 56:34nach Griechenland in Urlaub, kommt dann wieder und nicht sofort,
- 56:37aber irgendwann wird sie dann auch mal in den Hühnerstall gehen und vielleicht
- 56:39ein Eierlikörchen zu trinken.
- 56:42Eine Sache frage ich mich noch, weil du jetzt gerade ja dieses Quartett quasi aufgezählt hast von,
- 56:49Kneipen, Gastronomien, Etablissements, die sich ein bisschen verändert haben.
- 56:53Hast du das Gefühl, dass auch.
- 56:57Dieses Quartett sich,
- 56:59vernetzt und irgendwie, die sind ja auch alle in einem ähnlichen Alter,
- 57:04sag ich mal, und in den letzten Jahren neu dazugekommen.
- 57:08Es war jetzt nicht innerhalb von zwei Monaten, hat sich da alles verändert so,
- 57:12aber hast du das Gefühl, dass die sich da auch gegenseitig, also auch allein
- 57:14aus der, ich wollte gerade sagen körperlichen, aus der räumlichen Nähe, also gerade M.
- 57:20Pützke und Hühnerstall sind ja, also gibt es da auch so eine Art Connection
- 57:24und Austausch, machen die vielleicht einen Stammtisch dann, weiß ich nicht,
- 57:26in einem ganz anderen, im Weißen Bären,
- 57:29Also speziell diese Connection, von der habe ich jetzt bisher noch nicht gehört,
- 57:32aber im Gespräch mit Florian Helfer, dem neuen Hühnerstallwirt,
- 57:35wurde Kneipe Kneipe häufiger erwähnt, weil er auch, glaube ich,
- 57:37einfach Respekt davor hat, was die Jungs da jetzt aufgebaut haben und weil Kneipe
- 57:42Kneipe auf Instagram sehr stark ist.
- 57:44Und er hat einen Kanal, ich weiß nicht, ob den Leute, die uns hören,
- 57:47kennen, empfohlen Kneipen-Kenners, das sind gefühlt Anfang 20-Jährige aus Düsseldorf,
- 57:52die wirklich so Urgesteinkneipen abklappern und einfach mal erzählen,
- 57:55Was da Bier kostet, wie es da aussieht und daraus Reels machen,
- 57:59die super gut laufen und ja, dass er sich irgendwie darüber freut,
- 58:03dass so eine neue Kneipenkultur auch bei der jüngeren Generation jetzt wieder im Kommen ist. Ja, okay.
- 58:08Also jetzt gar nicht unbedingt so, dass die sich, genau, hätte ja sein können,
- 58:11dass die von Kneipe, Kneipe irgendwie sagen, pass auf, wir hatten ja auch die
- 58:14Stammgäste und man kann irgendwie so oder probieren. Ich glaube,
- 58:17die haben erstmal sehr viel mit sich selber zu tun.
- 58:18Ja, wahrscheinlich schon am Ende. Aber vielleicht ergibt das ja auch eine neue,
- 58:22also ich stelle mir vor, wenn man wie P, die wird auch.
- 58:25Ob jetzt auf der einen oder auf der anderen Ebene wahrscheinlich mit den Leuten,
- 58:29die sich da, also ich kenne das ja selber sogar, ich habe ja auch eine Zeit
- 58:33lang in der Altstadt gearbeitet, so.
- 58:34Wo denn eigentlich? Ich habe sehr lange im St. Sebastian gearbeitet.
- 58:38Das war an der Ecke. Das ist jetzt die Coco-Cherry. Genau, die Weinbar hat das
- 58:42übergebracht. Und da war Schumacher drin. So richtig als Kerlerin. Ja, ja, hinter der Bar.
- 58:47Und wenn du da halt irgendwie zu bestimmten Zeiten immer hin und her gehst,
- 58:51siehst du ja auch immer dieselben Leute.
- 58:52Also irgendwann nickt man und grüßt sich. Und ich stelle mir vor,
- 58:54wenn du so einen Laden führst oder das jahrzehntelang machst, kennt man sich ja.
- 58:59Und ob sich da jetzt auch so eine neue Sache entwickelt, also nicht nur nach
- 59:03außen fürs Publikum, für die VerbraucherInnen quasi oder die Gäste,
- 59:07sondern auch, ob diese, ja, ob da eine neue Kneipenfamilie,
- 59:13KneipenbetreiberInnenfamilie sich gerade formiert.
- 59:15Es ist natürlich auch, es gibt diesen alten Spruch, Konkurrenz belebt das Geschäft
- 59:18und der stimmt in dem Fall total, weil die Altstadt muss ja die längste Theke
- 59:22der Welt bleiben, damit dieses Versprechen funktioniert und wenn du jetzt eben
- 59:25jüngere Läden hast, dann,
- 59:28kommen die auch wieder auf die Agenda von Leuten, die Bock haben auf eine Kneipentour.
- 59:31Dann gehen die halt, klappern die da alle ab und sind jetzt wahrscheinlich nicht
- 59:34fünf Stunden lang im Hühnerstall, sondern,
- 59:36tun da mal rum, so würde ich es jedenfalls machen oder man kann Leuten,
- 59:39die Düsseldorf besuchen, sagen, hier Mensch, die gibt es schon ewig,
- 59:41da ist jetzt eine neue Geschichte zu erzählen, das ist ja auch gut so,
- 59:44also die befruchten sich da gegenseitig.
- 59:46Ja, okay, befruchten, Hühnerstall, Ei, passt doch gerade ganz gut.
- 59:52Ja, dann würde ich sagen, alles Gute.
- 59:56Ich bin gespannt, was da noch kommt.
- 59:58Also es klingt ja jetzt erstmal sehr vielversprechend und auch stabil.
- 1:00:01Und wie du schon sagst, auch die Stammgäste, die hast du ja auch schon in dem
- 1:00:05Gespräch, als wir über den Abschied quasi gesprochen haben, dass da eine gewisse
- 1:00:08Wärme mitschwingt, finde ich, ist spürbar.
- 1:00:10Es ist auch schön für die Mertensgasse. Also in Pölzke haben wir jetzt erwähnt,
- 1:00:14aber da ist ja auch noch Peters Treff, wo sogar, wie heißt dieser?
- 1:00:18Bad Bunny. Genau, Bad Bunny sich irgendwie einen Meter alt gegönnt hat.
- 1:00:21Und Huhn, wie heißt das? Bier und Brot, diese andere.
- 1:00:25Also so vier, vier Uhrige Läden, die echt gut laufen, wo ich finde,
- 1:00:29wo du als Einheimische auch einfach einen guten Ort hast, so abseits des Altstadt-Trubels.
- 1:00:33Ja, wir sagen das ja immer so. Sollen wir mal verraten, ob wir viel in die Altstadt
- 1:00:36gehen oder nicht? Nee, machen wir nicht, das bleibt ein Geheimnis.
- 1:00:38Vielleicht ja, vielleicht nein. Nein, wer weiß. Schaut doch mal nach. Schaut doch mal nach.
- 1:00:43Genau, das mit dem Franzbrötchen des Schnaps finde ich irgendwie gerade,
- 1:00:47also stelle ich mir gefährlich vor. Kann man mal testen. Stelle ich mir gefährlich vor.
- 1:00:51Ich danke dir sehr für diese kleine Tour durch die Altstadt,
- 1:00:54zumindest vokal, wenn man das so auditiv.
- 1:00:57Und wie gesagt, verbal, danke. Also ich habe heute hier, ich habe heute ein
- 1:01:01bisschen, als hätte ich schon einen Franzbrötchen-Schnaps getrunken.
- 1:01:06Vielen Dank auf jeden Fall. Sehr gerne. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
- 1:01:09Das war der Rhein-Pegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir eine wirklich
- 1:01:14große Freude machen wollt, dann abonniert doch diesen Podcast überall,
- 1:01:17wo es ihn zu abonnieren gibt. Und wenn ihr schon dabei seid,
- 1:01:20dann bewertet ihn doch auch gleich und teilt diesen Podcast.
- 1:01:24Erzählt jemandem davon, der oder die Düsseldorf liebt oder noch viel besser,
- 1:01:27der oder die das gefälligst bald lernen soll.
- 1:01:31Mein Name ist Tosja Kormann. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
- 1:01:37Ihr wollt diesem Podcast etwas richtig Gutes tun? Dann schreibt eine kurze Bewertung
- 1:01:41bei Apple Podcasts. Danke.